Stagecoach Mary: Die erste afroamerikanische Postbotin – Mary Fields, härter als die meisten Männer
Mary Fields – auch bekannt als „Stagecoach Mary“ – war eine Frau, die alle Regeln ihrer Zeit brach. Als ehemalige Sklavin wurde sie zur ersten afroamerikanischen Postbotin der USA, trug stets eine Waffe bei sich und war dafür bekannt, jeden Mann niederzuschlagen, der es wagte, sie zu beleidigen. In den rauen 1890er Jahren in Montana bewies sie, dass Mut, Entschlossenheit und Zuverlässigkeit keine Frage von Hautfarbe oder Geschlecht sind – sondern von Charakter.
Stagecoach Mary Fields
Die furchtloseste Postbotin des Wilden Westens
Von der Sklaverei zur Legende
Mary Fields wurde um 1832 in Tennessee als Sklavin geboren – in eine Welt, die ihr keine Zukunft versprach. Doch nach dem Ende des Bürgerkriegs 1865 sollte diese außergewöhnliche Frau einen Weg einschlagen, der sie zur Legende machte. Mit über 1,80 Meter Körpergröße, einem Gewicht von etwa 90 Kilogramm und einem Temperament wie ein Pulverfass wurde Mary Fields zur ersten afroamerikanischen Postbotin der Vereinigten Staaten – und das im Alter von 60 Jahren.
Ihre Geschichte ist eine der bemerkenswertesten des Wilden Westens: Eine ehemalige Sklavin, die sich in einer von weißen Männern dominierten Welt durchsetzte, stets bewaffnet war und nie eine einzige Postsendung verlor – egal wie gefährlich die Bedingungen waren.
📜 Der Spitzname „Stagecoach Mary“
Mary Fields erhielt ihren legendären Spitznamen erst in ihren späteren Jahren als Postbotin. „Stagecoach“ (Postkutsche) bezog sich auf ihre Zuverlässigkeit beim Transport der Post – sie kam immer durch, egal ob bei Schneesturm, Hitze oder Gefahr durch Banditen. Der Name wurde zum Symbol für ihre Unverwüstlichkeit und ihren unbeugsamen Willen.
Die frühen Jahre: Sklaverei und Freiheit
Über Mary Fields‘ frühe Jahre ist wenig dokumentiert – wie bei den meisten versklavten Menschen wurden keine genauen Aufzeichnungen über ihr Leben geführt. Was wir wissen, sind die Bruchstücke einer außergewöhnlichen Biografie:
Geburt in Tennessee
Mary wurde auf einer Plantage in Tennessee geboren, vermutlich in Hickman County. Sie war Eigentum der Familie Dunne und arbeitete als Haussklavin.
Freiheit nach dem Bürgerkrieg
Mit dem Ende des Bürgerkriegs und der Abschaffung der Sklaverei wurde Mary Fields im Alter von etwa 33 Jahren frei. Doch was sollte eine ehemalige Sklavin ohne Bildung, ohne Geld, ohne Rechte anfangen?
Verbindung zu Mutter Amadeus
Mary blieb in Kontakt mit der Familie Dunne, insbesondere mit der Tochter des Hauses, die als Mutter Amadeus Nonne geworden war. Diese Verbindung sollte Marys Leben entscheidend verändern.
Der Ruf nach Montana
Mutter Amadeus, die mittlerweile eine Ursulinenmission in Montana leitete, erkrankte schwer an Lungenentzündung. Sie schickte nach Mary – und Mary kam, obwohl sie bereits über 50 Jahre alt war.
Montana: Ein neues Leben in der Wildnis
1884 reiste Mary Fields nach Cascade, Montana – eine raue Frontier-Siedlung am Fuß der Rocky Mountains. Hier sollte sie bei der St. Peter’s Mission arbeiten, einer katholischen Missionsschule für indigene Kinder, die von Mutter Amadeus geleitet wurde.
Cascade, Montana
Eine kleine Siedlung mit etwa 300 Einwohnern, umgeben von Wildnis. Winters waren brutal, Sommer glühend heiß.
St. Peter’s Mission
Gegründet 1859, um indigene Kinder zu unterrichten. Mary wurde Hausmeisterin, Fuhrfrau und Beschützerin.
Marys Aufgaben
Schwere körperliche Arbeit: Holz hacken, Waren transportieren, Reparaturen – Männerarbeit in einer Männerwelt.
Immer bewaffnet
Mary trug stets einen Revolver und ein Gewehr. Sie rauchte Zigarren und trank Whiskey – zur Empörung vieler Bewohner.
Mary Fields war keine typische Kirchenmitarbeiterin. Sie war laut, trank, rauchte, trug Männerkleidung und war schnell mit den Fäusten. Aber sie war auch unglaublich zuverlässig, furchtlos und loyal. Sie fuhr die Kutsche bei jedem Wetter, transportierte Baumaterialien und verteidigte die Mission notfalls mit der Waffe.
Der Zwischenfall mit dem Arbeiter (1894)
Marys Zeit an der Mission endete abrupt nach einem Vorfall, der ihre feurige Natur zeigte. Ein männlicher Angestellter der Mission, der Mary nicht respektierte, beleidigte sie. Mary forderte ihn zum Duell – beide zogen ihre Waffen, Schüsse fielen, aber niemand wurde verletzt.
⚠️ Das Ende an der Mission
Der Bischof von Montana, besorgt über Marys „unkirchliches“ Verhalten – das Tragen von Waffen, das Trinken, die Gewaltbereitschaft –, ordnete 1894 an, dass sie die Mission verlassen müsse. Mutter Amadeus, die Mary liebte wie eine Schwester, musste sich fügen. Mary Fields war mit 62 Jahren plötzlich arbeitslos.
Stagecoach Mary: Die Postbotin von Cascade
Was macht eine 60-jährige ehemalige Sklavin in der Wildnis von Montana? Mary Fields bewies erneut ihre Zähigkeit: Sie eröffnete zunächst ein Restaurant, das jedoch scheiterte – Mary verschenkte zu viel Essen an Bedürftige. Dann kam die Chance ihres Lebens.
Mary Fields
Star Route Carrier (Postbotin)
1895 bewarb sich Mary Fields bei der US-Post für eine „Star Route“ – eine Postroute, die von unabhängigen Kontraktoren bedient wurde. Um die Position zu bekommen, musste sie ihre Zuverlässigkeit beweisen: In einem Test musste sie ein Pferdegespann schneller anspannen als alle männlichen Bewerber. Mary gewann.
Der härteste Job im Wilden Westen
Als Postbotin fuhr Mary Fields eine Strecke von etwa 30 Kilometern – bei jedem Wetter, zu jeder Jahreszeit. Montana-Winter bedeuteten Temperaturen von -40°C, Schneestürme, die jede Orientierung unmöglich machten, und vereiste Wege, auf denen Pferde ausrutschten und Kutschen umkippten.
Winter in Montana
Schneestürme, die tagelang dauerten. Mary fuhr trotzdem – wenn die Kutsche stecken blieb, trug sie die Post zu Fuß.
Wölfe und Bären
Die Wildnis war voller Gefahren. Marys Waffen waren keine Dekoration – sie musste mehrmals Tiere verscheuchen.
Banditen
Postkutschen waren beliebte Ziele. Aber niemand wagte es, Mary Fields zu überfallen – ihr Ruf eilte ihr voraus.
Pünktlichkeit
Die Post musste ankommen – egal was passierte. Mary Fields verpasste nie eine Lieferung.
Einmal blieb ihre Kutsche im Schneesturm stecken, die Pferde konnten nicht weiter. Mary nahm die Postsäcke, legte sie sich über die Schulter und marschierte die restlichen Kilometer durch hüfthohen Schnee. Sie kam an – mit erfrorenen Fingern, aber die Post war pünktlich.
— Aus lokalen Zeitungsberichten über Mary Fields, 1890er Jahre
Die Persönlichkeit einer Legende
Stagecoach Mary war keine Frau, die sich an die Konventionen ihrer Zeit hielt. Sie lebte nach ihren eigenen Regeln – und die Leute von Cascade respektierten sie dafür (oder fürchteten sie).
❌ Mythen und Übertreibungen
- Mary schlug regelmäßig Männer zusammen, die sie beleidigten
- Sie trank mehr als jeder Mann in Cascade
- Sie war die schnellste Schützin in Montana
- Sie hatte über 100 Schießereien überlebt
✅ Bestätigte Fakten
- Mary trug immer einen Revolver und ein Gewehr bei sich
- Sie rauchte Zigarren und trank gelegentlich Whiskey
- Sie trug meist Männerkleidung – praktischer für ihre Arbeit
- Sie hatte mindestens eine Schießerei (an der Mission)
Marys Charakter: Widersprüche einer starken Frau
Mary Fields war gleichzeitig hart und herzlich, gefürchtet und geliebt. Zeitzeugen beschrieben sie als:
Furchtlos
Sie scheute keine Konfrontation und ließ sich von niemandem einschüchtern – weder von Männern noch von der Wildnis.
Großzügig
Sie verschenkte Essen an Bedürftige, half Kindern und war besonders fürsorglich gegenüber den Waisen der Mission.
Zuverlässig
Ihre Arbeitsmoral war legendär. Wenn Mary sagte, sie würde etwas tun, dann tat sie es – ohne Ausreden.
Temperamentvoll
Sie hatte ein hitziges Gemüt und konnte explodieren, wenn man sie respektlos behandelte – besonders wegen ihrer Hautfarbe.
Das Leben in Cascade: Respekt trotz Vorurteilen
Montana in den 1890er Jahren war nicht frei von Rassismus – aber Mary Fields schuf sich durch ihre Persönlichkeit einen einzigartigen Status. Sie war eine der wenigen Schwarzen in der Region, und doch wurde sie zur lokalen Berühmtheit.
🏛️ Besondere Privilegien
Mary Fields war die einzige Frau in Cascade, der es erlaubt war, Saloons zu betreten – ein Privileg, das normalerweise nur Männern vorbehalten war. Der Bürgermeister selbst soll diese Ausnahme genehmigt haben, weil „Mary Fields mehr Respekt verdient als die meisten Männer in dieser Stadt“. Sie trank dort gelegentlich, spielte Karten und rauchte ihre Zigarren – zur Verblüffung von Besuchern.
Marys Geburtstage: Stadtweite Feiern
Ein besonders bemerkenswertes Detail: Da Mary ihr genaues Geburtsdatum nicht kannte (wie viele ehemalige Sklaven), erklärte sie einfach, sie habe zweimal im Jahr Geburtstag. Und die Stadt Cascade feierte mit – die Schulen schlossen an „Marys Geburtstagen“, und die Bewohner schenkten ihr Blumen, Essen und kleine Geschenke.
Das Ende einer Ära: Marys letzte Jahre
Um 1903, im Alter von etwa 70 Jahren, wurde Mary Fields zu alt für den anstrengenden Postdienst. Sie eröffnete eine Wäscherei in Cascade – aber selbst im Ruhestand blieb sie eine Legende.
Ende des Postdienstes
Nach 8 Jahren als Postbotin gab Mary ihre Route auf. Ihr Körper konnte die Strapazen nicht mehr bewältigen, aber ihr Geist war ungebrochen.
Die Wäscherei
Mary betrieb eine Wäscherei in Cascade. Sie war bekannt dafür, kostenlos für Kunden zu waschen, die sie mochte – und hohe Preise für jene zu verlangen, die sie nicht mochte.
Tod in Cascade
Mary Fields starb am 5. Dezember 1914 in Cascade, Montana, im Alter von etwa 82 Jahren. Sie wurde auf dem Hillside Cemetery begraben.
Posthume Ehrung
Der Schauspieler Gary Cooper, der in Montana aufgewachsen war und Mary als Kind gekannt hatte, schrieb einen Artikel über sie im Ebony Magazine – und machte ihre Geschichte einem nationalen Publikum bekannt.
Das Vermächtnis von Stagecoach Mary
Mary Fields starb 1914, aber ihre Legende lebt weiter. Sie war mehr als nur eine Postbotin – sie war ein Symbol für Mut, Durchhaltevermögen und die Weigerung, sich von der Gesellschaft definieren zu lassen.
Pionierin
Als erste afroamerikanische Postbotin brach Mary Barrieren, die für unmöglich gehalten wurden. Sie bewies, dass Fähigkeit wichtiger ist als Hautfarbe oder Geschlecht.
Vorbild
Ihre Geschichte inspiriert bis heute Menschen, die gegen Vorurteile kämpfen. Sie zeigte, dass man sein Leben selbst in die Hand nehmen kann.
Kulturelles Erbe
Marys Geschichte wurde in Büchern, Filmen und Museen verewigt. 2019 erschien das Kinderbuch „Stagecoach Mary Fields“ von Jonah Winter.
Popkultur
2024 soll ein Spielfilm über Mary Fields mit Regina King in der Hauptrolle erscheinen – ein Zeichen dafür, dass ihre Geschichte nie vergessen wurde.
Mary war eine der freiesten Seelen, die je gelebt haben. Sie kümmerte sich nicht darum, was andere dachten. Sie tat, was getan werden musste, und sie tat es besser als die meisten Männer. Wenn mehr Menschen wie Mary wären, wäre die Welt ein besserer Ort.
— Gary Cooper, Schauspieler, über seine Kindheitserinnerungen an Mary Fields
Fazit: Eine Frau, die Geschichte schrieb
Stagecoach Mary Fields war eine Ausnahmeerscheinung – nicht nur für ihre Zeit, sondern für jede Zeit. In einer Ära, in der schwarze Menschen und Frauen systematisch unterdrückt wurden, schuf sie sich durch schiere Willenskraft und Kompetenz einen Platz in der Geschichte.
Sie war keine perfekte Heldin – sie war rau, manchmal gewalttätig, und lebte nicht nach den moralischen Vorstellungen der viktorianischen Gesellschaft. Aber genau das machte sie authentisch. Mary Fields war kein Mythos, der nachträglich geschönt wurde – sie war eine echte Frau mit Ecken und Kanten, die in einer brutalen Welt überlebte und sogar florierte.
Ihre Botschaft ist zeitlos: Lass dich nicht von deiner Herkunft, deinem Geschlecht oder den Erwartungen anderer definieren. Sei furchtlos, sei zuverlässig, und vor allem – sei du selbst, egal was andere sagen. Mary Fields lebte nach diesen Prinzipien, und deshalb erinnern wir uns noch heute an sie – die Frau, die härter war als die meisten Männer im Wilden Westen.
Letzte Bearbeitung am Sonntag, 4. Januar 2026 – 12:20 Uhr von Alex, Webmaster für Google und Bing SEO.
