Geronimo – Der letzte große Krieger der Apachen
Sein Name wurde zum Schlachtruf amerikanischer Fallschirmjäger im Zweiten Weltkrieg. Seine Flucht vor der US-Armee dauerte über 30 Jahre. Geronimo (1829–1909) war kein Häuptling im traditionellen Sinne, sondern ein Krieger und Schamane, der zum Symbol des indianischen Widerstands wurde. Seine Geschichte ist eine von Rache, Überlebenswillen und dem verzweifelten Kampf eines Volkes, das seine Freiheit nicht aufgeben wollte.
Geronimo – Goyaałé, der Gähnende
Der legendäre Apache-Krieger, der 30 Jahre gegen die Übermacht kämpfte
Wer war Geronimo wirklich?
Geronimo wurde um 1829 als Goyaałé („Der Gähnende“) im heutigen Arizona geboren. Er war kein Häuptling der Apachen – er hatte nie die politische Autorität eines Stammesführers. Stattdessen war er ein Krieger und Schamane, dessen persönliche Rache und übernatürliche Fähigkeiten ihn zur Legende machten.
Sein Volk, die Bedonkohe-Apachen, lebte in den Bergen zwischen Arizona und Mexiko – ein karges, aber freies Land. Doch diese Freiheit sollte nicht von Dauer sein. Die Geschichte von Geronimo ist die Geschichte eines Mannes, der alles verlor und sich weigerte, sich zu ergeben.
📜 Der Name „Geronimo“
Sein Apache-Name war Goyaałé. Den Namen „Geronimo“ erhielt er von mexikanischen Soldaten, wahrscheinlich eine Verballhornung von „Jerónimo“ (spanisch für Hieronymus). Der Legende nach riefen mexikanische Soldaten den Namen des Heiligen Hieronymus an, als Goyaałé sie mit scheinbar übermenschlicher Kraft angriff.
Der Name wurde zum Schlachtruf – und zur Legende.
Die Tragödie, die alles veränderte
Das Massaker von Kas-Ki-Yeh (1858)
Im März 1858 reiste Geronimo mit seiner Familie und anderen Apachen nach Kas-Ki-Yeh in Mexiko, um zu handeln. Die Männer gingen in die Stadt – die Frauen und Kinder blieben im Lager zurück. Als die Männer zurückkehrten, fanden sie ein Massaker vor.
Mexikanische Truppen unter Oberst José María Carrasco hatten das Lager überfallen. Was Geronimo vorfand, veränderte ihn für immer: Seine Mutter, seine Frau Alope und seine drei kleinen Kinder – alle tot. Ihre Waffen, Pferde und Vorräte waren gestohlen.
„Ich fand die Leiche meiner Frau und die meiner Kinder. Ich kniete neben ihnen nieder und betete – aber ich weinte nicht. Ich hatte keine Tränen mehr. Ich schwor Rache.“
Dieser Tag machte aus Goyaałé den Mann, den die Welt als Geronimo kennen sollte. Seine Rache gegen die Mexikaner war gnadenlos. In der Schlacht von Arizpe (1859) tötete er eigenhändig zahlreiche mexikanische Soldaten – mit bloßen Händen, mit Messer und Gewehr. Die Mexikaner schrien „Geronimo!“ und der Name blieb.
Geronimos Kampf – Eine Chronologie des Widerstands
Geronimos Leben war eine endlose Kette von Flucht, Kampf und kurzen Phasen fragilen Friedens. Die US-Regierung und Mexiko versuchten jahrzehntelang, die Apachen in Reservate zu zwingen – Geronimo weigerte sich immer wieder.
Das Massaker von Kas-Ki-Yeh
Mexikanische Truppen töten Geronimos Familie. Seine Rachefeldzüge gegen Mexiko beginnen.
Kriege mit den USA beginnen
Nach dem Bascom-Zwischenfall beginnt der offene Krieg zwischen Apachen und US-Truppen. Geronimo kämpft unter Häuptling Cochise.
Zwangsumsiedlung ins San Carlos Reservat
Die US-Regierung zwingt alle Apachen ins berüchtigte San Carlos Reservat in Arizona – „die Hölle auf Erden“, wie es genannt wurde.
Erste Flucht aus San Carlos
Geronimo und 700 Apachen fliehen in die Sierra Madre in Mexiko. General George Crook wird beauftragt, sie zurückzubringen.
Rückkehr nach San Carlos
Crook spürt Geronimo in Mexiko auf. Nach Verhandlungen kehrt Geronimo ins Reservat zurück – aber nicht für lange.
Der letzte Ausbruch
Geronimo flieht erneut – diesmal mit nur 35 Kriegern (und 109 Frauen und Kindern). Die größte Menschenjagd der US-Geschichte beginnt.
Die Kapitulation
Nach 18 Monaten auf der Flucht ergibt sich Geronimo General Nelson Miles am Skeleton Canyon. Es ist das Ende der Indianerkriege.
Die letzte Jagd: 5.000 Soldaten gegen 35 Krieger
Geronimos letzte Flucht 1885–1886 war militärisch gesehen ein Wunder. Mit nur 35 Kriegern hielt er einer Streitmacht von über 5.000 US-Soldaten und 3.000 mexikanischen Truppen stand – ein Viertel der gesamten US-Armee war im Einsatz.
Unglaubliche Mobilität
Geronimos Gruppe legte bis zu 120 Kilometer pro Tag zurück – zu Fuß durch unwegsamste Wüsten und Berge.
Perfekte Geländekenntnis
Die Apachen kannten jeden Wasserloch, jeden Pass, jeden Versteck in Arizona und Mexiko.
Guerilla-Taktiken
Überfälle, Hinterhalte, spurloses Verschwinden – die US-Armee kam nie auch nur in die Nähe.
Übernatürliche Fähigkeiten?
Geronimo galt als Schamane mit der Gabe der Vorhersicht. Soldaten berichteten, er könne Kugeln ausweichen.
⚔️ Die Kosten der Jagd
Die US-Regierung gab über 2 Millionen Dollar für die Jagd auf Geronimo aus – das entspricht heute etwa 60 Millionen Dollar. Pro gefangenem Apache kostete es den Staat über 50.000 Dollar.
General Nelson Miles setzte schließlich Apache-Scouts ein – andere Apachen, die Geronimo aufspüren sollten. Nur so konnte er gefunden werden.
Die Kapitulation und der Verrat
Am 4. September 1886 traf Geronimo General Nelson Miles am Skeleton Canyon an der Grenze zwischen Arizona und New Mexico. Nach 18 Monaten auf der Flucht war er erschöpft. Seine Gruppe bestand nur noch aus 16 Kriegern, 12 Frauen und 6 Kindern.
Miles versprach Geronimo, dass er und sein Volk nach einer zweijährigen Gefangenschaft in ihre Heimat zurückkehren dürften. Es war eine Lüge.
⚠️ Der Verrat an den Apachen
Statt zwei Jahre wurden es 27 Jahre Gefangenschaft. Geronimo und die Chiricahua-Apachen wurden zunächst nach Florida deportiert, dann nach Alabama und schließlich nach Fort Sill in Oklahoma. Viele starben an Tuberkulose und anderen Krankheiten.
Geronimo selbst durfte nie mehr nach Arizona zurückkehren. Er starb 1909 als Kriegsgefangener – 23 Jahre nach seiner Kapitulation.
Geronimos Leben in Gefangenschaft
Die letzten 23 Jahre seines Lebens verbrachte Geronimo als Kriegsgefangener. Doch selbst im Exil blieb er eine Berühmtheit – und nutzte das geschickt aus.
Der fotografierte Krieger
Geronimo erkannte den Wert von Fotografien. Er verkaufte signierte Fotos von sich für 25 Cent – ein kleines Vermögen.
Auftritte bei Weltausstellungen
1904 trat er bei der Weltausstellung in St. Louis auf – als lebende Attraktion, was ihn demütigte, aber Geld einbrachte.
Teddy Roosevelts Gast
1905 ritt Geronimo in Theodore Roosevelts Inaugurationszug – ein Symbol des „gezähmten Wilden Westens“.
Seine Autobiografie
1906 diktierte er seine Lebensgeschichte. Das Buch wurde ein Bestseller und machte ihn zur Legende.
Ich wünschte, ich wäre nie ergeben worden. Ich hätte lieber kämpfend sterben sollen.
— Geronimo in seinen letzten Jahren
Die wichtigsten Personen in Geronimos Leben
Cochise
Häuptling der Chiricahua-Apachen
General George Crook
„Graywolf“ – Der Apache-Jäger
General Nelson Miles
Der Mann, der Geronimo zur Kapitulation brachte
Mythos vs. Realität: Was stimmt über Geronimo?
Kaum eine Figur des Wilden Westens ist so von Legenden umrankt wie Geronimo. Was ist wahr, was ist Mythos?
❌ Mythos
- Er war ein Häuptling: Falsch. Geronimo hatte nie die politische Autorität eines Stammesführers.
- Er tötete Hunderte von Menschen: Übertrieben. Die genaue Zahl ist unbekannt, aber weit niedriger als oft behauptet.
- Er war unbesiegbar: Nein. Er ergab sich mehrmals und wurde gefangen genommen.
- Er hasste alle Weißen: Zu simpel. Seine Feindschaft galt jenen, die sein Volk bedrohten.
✅ Realität
- Er war ein Schamane: Ja. Er hatte spirituelle Autorität und galt als Medizinmann.
- Er konnte scheinbar Kugeln ausweichen: Nie verwundet in über 30 Jahren Krieg – erstaunlich, aber wahr.
- Er hielt 5.000 Soldaten in Schach: Absolut wahr. Mit 35 Kriegern.
- Er wurde nie besiegt: Richtig. Er kapitulierte, wurde aber nie militärisch geschlagen.
Geronimos Tod und Vermächtnis
Am 17. Februar 1909 stürzte Geronimo bei Fort Sill, Oklahoma, betrunken vom Pferd. Er lag die ganze Nacht in der Kälte und erkrankte an einer Lungenentzündung. Sechs Tage später, am 17. Februar 1909, starb er im Alter von etwa 80 Jahren – immer noch als Kriegsgefangener.
Seine letzten Worte sollen gewesen sein: „Ich hätte nie kapitulieren sollen. Ich hätte kämpfen sollen, bis ich der letzte Mann war.“
Der Schlachtruf
Im Zweiten Weltkrieg begannen US-Fallschirmjäger, „Geronimo!“ zu rufen, wenn sie aus Flugzeugen sprangen – ein Symbol für Mut und Wagemut.
Hollywood-Legende
Über 20 Filme wurden über Geronimo gedreht – von historischen Dramen bis zu Western-Klischees. Er bleibt eine Ikone.
Symbol des Widerstands
Für Native Americans ist Geronimo ein Held – ein Mann, der sich weigerte, die Freiheit seines Volkes aufzugeben.
Skull & Bones-Legende
Die Yale-Geheimgesellschaft soll 1918 Geronimos Schädel gestohlen haben – eine nie bewiesene, aber hartnäckige Legende.
Fazit: Der letzte freie Apache
Geronimo war kein Heiliger und kein Dämon – er war ein Mann, der alles verlor und sich weigerte zu vergessen. Seine Geschichte ist eine von Rache, Überlebenswillen und dem verzweifelten Kampf gegen eine übermächtige Zivilisation, die sein Volk auslöschen wollte.
30 Jahre lang kämpfte er gegen die USA und Mexiko. Mit 35 Kriegern hielt er 5.000 Soldaten in Schach. Er wurde nie besiegt – nur durch Verrat zur Kapitulation gebracht. Und selbst in Gefangenschaft blieb er ein Symbol: für Widerstand, für Freiheit, für den Willen, niemals aufzugeben.
Als Geronimo 1909 starb, starb mit ihm das letzte Kapitel der freien Apachen. Doch sein Name lebt weiter – als Schlachtruf, als Legende, als Erinnerung an eine Zeit, in der Menschen lieber kämpften als sich zu unterwerfen.
„Ich hätte nie kapitulieren sollen.“ Diese Worte fassen sein Leben zusammen – das Leben eines Mannes, der bis zum Ende ein freier Krieger sein wollte.
Letzte Bearbeitung am Sonntag, 4. Januar 2026 – 10:37 Uhr von Alex, Webmaster für Google und Bing SEO.
