Indianer-Reservate

Indianer-Reservate: Geschichte bis heute – Von der Zwangsumsiedlung zur Selbstverwaltung

Die Geschichte der Indianer-Reservate in den USA ist eine der dunkelsten Kapitel der amerikanischen Geschichte – und zugleich eine Geschichte von Überlebenswillen und kultureller Wiedergeburt. Heute leben etwa 2,9 Millionen Native Americans in den Vereinigten Staaten, davon rund 22% in den über 300 Reservaten. Was als brutale Zwangsumsiedlung begann, hat sich zu einem komplexen System der Selbstverwaltung entwickelt – doch die Herausforderungen bleiben immens.

Indianer-Reservate in den USA

Von der Vertreibung zur Souveränität – 200 Jahre Geschichte

326 Anerkannte Reservate heute
2,9 Mio. Native Americans in den USA
22% Leben in Reservaten
574 Bundesweit anerkannte Stämme

Die Ursprünge: Wie kam es zu den Indianer-Reservaten?

Die Geschichte der Indianer-Reservate beginnt nicht im Wilden Westen, sondern bereits im frühen 19. Jahrhundert an der Ostküste. Als die junge amerikanische Nation expandierte, stand sie vor einem „Problem“: Millionen von Native Americans lebten auf Land, das weiße Siedler begehrten. Die Lösung der US-Regierung war brutal in ihrer Einfachheit: systematische Vertreibung und Konzentration der indigenen Bevölkerung in abgegrenzten Gebieten.

📜 Der Begriff „Reservation“

Das englische Wort „Reservation“ bedeutet wörtlich „Vorbehalt“ oder „Rücklage“. Ironischerweise impliziert der Begriff, dass das Land für die Indianer „reserviert“ wurde – in Wahrheit war es genau umgekehrt: Den Native Americans wurde alles genommen, außer den kleinen Landstreifen, die niemand sonst wollte.

Die rechtliche Grundlage wurde bereits 1787 mit der Northwest Ordinance geschaffen, die festlegte: „Das Land und Eigentum der Indianer soll ihnen niemals ohne ihre Zustimmung genommen werden.“ Diese hehren Worte sollten sich als wertlos erweisen.

Die Chronologie der Vertreibung: Von 1830 bis 1890

Die Entstehung der Indianer-Reservate war kein einzelnes Ereignis, sondern ein jahrzehntelanger Prozess systematischer Enteignung, gebrochener Verträge und militärischer Gewalt.

1830

Indian Removal Act

Präsident Andrew Jackson unterzeichnet das Gesetz zur Zwangsumsiedlung aller östlichen Stämme westlich des Mississippi. Beginn der systematischen Vertreibungspolitik.

1838–1839

Trail of Tears

16.000 Cherokee werden aus Georgia nach Oklahoma getrieben. Über 4.000 sterben unterwegs an Kälte, Hunger und Krankheiten. Das dunkelste Kapitel der frühen Reservatspolitik.

1851

Treaty of Fort Laramie

Erste große Verträge mit den Plains-Stämmen. Die USA versprechen definierte Territorien – Versprechen, die binnen weniger Jahre gebrochen werden.

1862

Homestead Act

Jeder Siedler kann 160 Acres „freies“ Land beanspruchen – Land, das den Native Americans gehörte. Beginn der massiven Besiedlung des Westens.

1864

Sand Creek Massaker

US-Kavallerie ermordet über 150 friedliche Cheyenne und Arapaho in Colorado. Ein Symbol für die Brutalität der Reservatspolitik.

1868

Treaty of Fort Laramie (2. Version)

Die Great Sioux Reservation wird geschaffen – das gesamte westliche South Dakota. Doch schon 1874 führt der Goldrausch in den Black Hills zum Vertragsbruch.

1876

Schlacht am Little Bighorn

Custer’s Last Stand – der letzte große militärische Sieg der Lakota und Cheyenne. Danach folgt gnadenlose militärische Vergeltung.

1887

Dawes Act (General Allotment Act)

Reservatsland wird in Einzelparzellen aufgeteilt – mit dem Ziel, Stammesstrukturen zu zerstören. Native Americans verlieren 90 Millionen Acres Land.

1890

Wounded Knee Massaker

US-Truppen töten über 250 Lakota, darunter Frauen und Kinder. Das symbolische Ende der Indianerkriege – und der Hoffnung.

Der Trail of Tears: Die Vertreibung der „Fünf zivilisierten Stämme“

Zwischen 1830 und 1850 wurden die Cherokee, Choctaw, Creek, Chickasaw und Seminole aus ihren angestammten Gebieten im Südosten vertrieben. Sie galten als „zivilisiert“, weil sie Landwirtschaft betrieben, eigene Verfassungen hatten und viele sogar Englisch sprachen. Doch das schützte sie nicht.

Die Cherokee-Nation klagte bis vor den Supreme Court – und gewann. Doch Präsident Jackson ignorierte das Urteil mit den Worten: „John Marshall hat sein Urteil gefällt, nun soll er es auch durchsetzen.“ Es folgte der Trail of Tears – ein Todesmarsch, auf dem ein Viertel der Cherokee starb.

Das Leben im frühen Reservat: Kontrolle und Kulturvernichtung

Die Indianer-Reservate des 19. Jahrhunderts waren keine Schutzgebiete, sondern Gefangenenlager unter freiem Himmel. Die US-Regierung verfolgte eine Politik der systematischen Kulturvernichtung.

🎫
Pass-System
Native Americans durften das Reservat nur mit schriftlicher Erlaubnis des Indian Agent verlassen. Wer ohne „Pass“ erwischt wurde, wurde bestraft.
🍖
Rationierungssystem
Die Büffel waren ausgerottet, traditionelle Jagd verboten. Native Americans waren abhängig von staatlichen Lebensmittelrationen – oft verdorben und unzureichend.
🏫
Boarding Schools
Kinder wurden gewaltsam von ihren Familien getrennt und in Internate gesteckt. Motto: „Kill the Indian, save the man.“ Sprache, Haare, Kultur – alles wurde verboten.
Religionsverbot
Traditionelle Zeremonien wie der Sun Dance wurden bis 1978 verboten. Missionare sollten die „Heiden“ zum Christentum bekehren.

Ein großer General sagte einmal, dass der einzige gute Indianer ein toter Indianer ist. Ich stimme der Aussage zu, mit der Einschränkung, dass ich glaube, dass die Erziehung der Schlüssel ist, um den Indianer in ihm zu töten und den Mann zu retten.

— Richard Henry Pratt, Gründer der Carlisle Indian Industrial School, 1892

Schlüsselfiguren: Widerstand und Überleben

Trotz systematischer Unterdrückung gab es immer Menschen, die für die Rechte der Native Americans kämpften – sowohl innerhalb als auch außerhalb der Reservate.

🪶

Sitting Bull

Lakota-Häuptling & Widerstandskämpfer

📅 1831–1890 – Führte den Widerstand gegen die Reservatspolitik
⚔️ Besiegte Custer am Little Bighorn 1876
🇨🇦 Floh nach Kanada, kehrte 1881 zurück
💀 Wurde 1890 von Reservatspolizisten erschossen
👨‍⚖️

Charles Curtis

Erster Native American als US-Vizepräsident

🏛️ 1860–1936 – Kaw-Abstammung mütterlicherseits
📜 Hauptautor des Curtis Act (1898) – kontrovers
🎖️ Vizepräsident unter Herbert Hoover 1929–1933
⚖️ Umstritten: Förderte Assimilation statt Stammesrechte

Russell Means

AIM-Aktivist & Schauspieler

📅 1939–2012 – Oglala Lakota
🏴 Mitgründer des American Indian Movement (AIM)
📍 Führte 1973 die Besetzung von Wounded Knee an
🎬 Spielte in „Der mit dem Wolf tanzt“ (1990)

Der Dawes Act: Die „legale“ Enteignung

1887 verabschiedete der Kongress den Dawes Act (General Allotment Act) – ein Gesetz, das vorgeblich die „Zivilisierung“ der Native Americans fördern sollte, in Wahrheit aber die größte Landenteignung in der Geschichte der USA ermöglichte.

📊 Die Mechanik des Dawes Act

Vor 1887: Native Americans besaßen kollektiv etwa 138 Millionen Acres Land in Reservaten.
Das System: Jedes Stammesmitglied erhielt 160 Acres (Familienoberhaupt) oder 80 Acres (Einzelperson).
Das „überschüssige“ Land: Wurde an weiße Siedler verkauft.
Nach 1934: Nur noch 48 Millionen Acres in Native American-Besitz – ein Verlust von 90 Millionen Acres.

Das Gesetz war ein Frontalangriff auf die Stammesstruktur. Statt kollektivem Landbesitz gab es nun Privateigentum – und „überschüssiges“ Land konnte verkauft werden. Viele Native Americans, die die Sprache nicht beherrschten oder das System nicht verstanden, verloren ihr Land durch Betrug, Manipulation oder Verschuldung.

Die größten Reservate heute

Heute gibt es 326 Indianer-Reservate in den USA. Einige sind winzig, andere größer als ganze Bundesstaaten. Hier sind die größten:

Reservat Bundesstaat Fläche Hauptstamm Bevölkerung
Navajo Nation AZ, NM, UT 71.000 km² Navajo (Diné) ~173.000
Pine Ridge South Dakota 11.000 km² Oglala Lakota ~40.000
Fort Apache Arizona 6.600 km² White Mountain Apache ~16.000
Tohono O’odham Arizona 11.500 km² Tohono O’odham ~11.000
Cheyenne River South Dakota 11.000 km² Lakota (Sioux) ~8.500

⚠️ Die Navajo Nation: Ein Staat im Staat

Die Navajo Nation ist mit 71.000 km² größer als Bayern. Sie hat eine eigene Regierung, eigene Gesetze, eigene Polizei und sogar eigene Zeitzone. Mit 173.000 Einwohnern ist sie das bevölkerungsreichste Reservat – und zugleich eines der ärmsten Gebiete der USA.

Der Wendepunkt: Indian Reorganization Act (1934)

1934 markierte einen Wendepunkt in der Geschichte der Indianer-Reservate. Der Indian Reorganization Act (IRA), auch bekannt als „Indian New Deal“, beendete offiziell die Allotment-Politik des Dawes Act.

🛑
Ende der Parzellierung
Weiterer Landverkauf wurde gestoppt. Reservatsland sollte wieder in Stammesbesitz übergehen.
🏛️
Stammesregierungen
Stämme durften eigene Verfassungen schreiben und demokratische Regierungen bilden – ein erster Schritt zur Selbstverwaltung.
📜
Kulturelle Rechte
Religiöse Freiheit wurde teilweise wiederhergestellt, traditionelle Praktiken nicht mehr aktiv verfolgt.
💰
Wirtschaftsförderung
Kredite für wirtschaftliche Entwicklung wurden verfügbar gemacht – allerdings mit begrenztem Erfolg.

Doch der IRA war kein Allheilmittel. Viele Stämme lehnten ihn ab, da er ihnen ein westliches Regierungsmodell aufzwang. Und die verlorenen 90 Millionen Acres Land kamen nie zurück.

Die Termination Era (1940er–1960er): Der nächste Verrat

Kaum hatte sich die Hoffnung auf Besserung etabliert, folgte der nächste Schlag. In den 1950er Jahren verfolgte die US-Regierung unter dem Motto „Termination“ eine neue Politik: Die Auflösung der Reservate und die „Integration“ der Native Americans in die Mainstream-Gesellschaft.

House Concurrent Resolution 108 (1953)

Diese Resolution erklärte es zur offiziellen Politik, „die Indianer so schnell wie möglich von der Bundesvormundschaft zu befreien“ – ein euphemistischer Begriff für die Abschaffung der Reservate.

Zwischen 1953 und 1964 wurden über 100 Stämme „terminiert“ – ihre Reservate aufgelöst, ihr Land verkauft, ihre Verträge annulliert. Über 1,3 Millionen Acres gingen verloren. Die betroffenen Stämme verloren Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildung und anderen Bundesleistungen.

Parallel dazu lief das Indian Relocation Program: Native Americans wurden ermutigt (oder gedrängt), die Reservate zu verlassen und in Städte zu ziehen. Über 750.000 Menschen verließen zwischen 1950 und 1980 die Reservate – viele landeten in urbaner Armut, ohne Unterstützungsnetzwerke.

Selbstverwaltung und Souveränität: Von 1975 bis heute

Die 1970er Jahre brachten einen radikalen Wandel. Inspiriert von der Bürgerrechtsbewegung, entstand das American Indian Movement (AIM) – eine militante Aktivistengruppe, die für Stammesrechte kämpfte.

Wounded Knee 1973: Die symbolische Besetzung

Im Februar 1973 besetzten 200 Oglala Lakota und AIM-Aktivisten das Dorf Wounded Knee in der Pine Ridge Reservation – genau dort, wo 1890 das Massaker stattgefunden hatte. 71 Tage lang hielten sie stand, umzingelt von FBI und US Marshals. Zwei Aktivisten starben, aber die Besetzung machte weltweit Schlagzeilen.

1975

Indian Self-Determination Act

Stämme erhalten das Recht, Bundesverträge selbst zu verwalten. Beginn echter Selbstverwaltung.

1978

American Indian Religious Freedom Act

Traditionelle religiöse Praktiken werden offiziell geschützt – fast 100 Jahre nach dem Verbot.

1988

Indian Gaming Regulatory Act

Stämme dürfen Casinos auf Reservatsland betreiben – der Beginn eines wirtschaftlichen Aufschwungs für einige Reservate.

2010

Tribal Law and Order Act

Stärkung der Stammesgerichtsbarkeit, insbesondere bei Gewaltverbrechen.

2020

McGirt v. Oklahoma

Supreme Court entscheidet: Große Teile Oklahomas sind rechtlich Reservatsland – ein historisches Urteil.

Die Realität heute: Herausforderungen im 21. Jahrhundert

Trotz rechtlicher Fortschritte bleiben die Indianer-Reservate mit enormen Herausforderungen konfrontiert. Die Statistiken sind erschütternd:

Sozioökonomische Realität in Reservaten (2024)

💰
Armut
25,4% der Native Americans in Reservaten leben unter der Armutsgrenze – doppelt so hoch wie der US-Durchschnitt (11,4%).
💼
Arbeitslosigkeit
In Pine Ridge liegt die Arbeitslosenquote bei 80% – eine der höchsten in der westlichen Welt.
🏥
Gesundheit
Lebenserwartung 5,5 Jahre niedriger als US-Durchschnitt. Diabetes-Rate 2,5-mal höher.
🏠
Wohnsituation
40% der Häuser in Reservaten sind überfüllt. 16% haben keinen Stromanschluss.
💧
Infrastruktur
In der Navajo Nation haben 30% der Haushalte keinen Zugang zu fließendem Wasser.
🎓
Bildung
Nur 14% der Native Americans über 25 haben einen Bachelor-Abschluss (vs. 33% US-weit).

⚠️ Missing and Murdered Indigenous Women (MMIW)

Native American-Frauen werden mit 10-mal höherer Wahrscheinlichkeit ermordet als der nationale Durchschnitt. Tausende gelten als vermisst – oft ignoriert von lokalen Behörden. Die MMIW-Bewegung kämpft für Aufklärung und Gerechtigkeit.

Erfolgsgeschichten: Casino-Wirtschaft und kulturelle Renaissance

Nicht alle Indianer-Reservate kämpfen mit Armut. Der Indian Gaming Regulatory Act von 1988 ermöglichte es Stämmen, Casinos zu betreiben – und einige wurden dadurch wohlhabend.

🎰
Mashantucket Pequot
Betreiben Foxwoods Resort Casino in Connecticut – eines der größten Casinos der Welt. Jedes Stammesmitglied erhält jährliche Dividenden.
💎
Shakopee Mdewakanton
Mit nur 480 Mitgliedern betreiben sie Mystic Lake Casino in Minnesota. Geschätztes Jahreseinkommen pro Mitglied: über 1 Million Dollar.
🏛️
Cherokee Nation
Größter Stamm mit 400.000 Mitgliedern. Betreiben mehrere Casinos und investieren massiv in Bildung und Gesundheit.
🌾
Osage Nation
Profitieren von Öl- und Gasvorkommen auf ihrem Land. Investieren in Spracherhaltung und kulturelle Programme.

Doch nur etwa 40% der 574 anerkannten Stämme betreiben Casinos – und nur eine Handvoll ist wirklich profitabel. Die meisten Reservate sehen von diesem Wohlstand nichts.

Rechtlicher Status: Souveränität mit Einschränkungen

Die Indianer-Reservate haben einen einzigartigen rechtlichen Status in den USA. Sie sind „domestic dependent nations“ – souveräne Nationen innerhalb der USA, aber mit erheblichen Einschränkungen.

⚖️ Was bedeutet Stammessouveränität?

Stämme können: Eigene Gesetze erlassen, eigene Gerichte betreiben, eigene Polizei haben, Steuern erheben (aber nur auf Stammesmitglieder), Verträge mit Bundesstaaten schließen, eigene Staatsbürgerschaft vergeben.

Stämme können nicht: Außenpolitik betreiben, eigene Währung herausgeben, Bundesgesetze außer Kraft setzen, Land ohne Zustimmung der Bundesregierung verkaufen.

Diese „begrenzte Souveränität“ führt zu komplexen Rechtsfragen – besonders bei Verbrechen. Wenn ein Nicht-Indianer in einem Reservat ein Verbrechen begeht, kann die Stammespolizei ihn oft nicht verhaften. Das schafft Rechtsfreiräume, die von Kriminellen ausgenutzt werden.

Kulturelle Wiedergeburt: Sprachen, Traditionen, Identität

Trotz jahrhundertelanger Unterdrückung erleben viele Stämme heute eine kulturelle Renaissance. Junge Native Americans entdecken ihre Wurzeln neu, alte Traditionen werden wiederbelebt.

🗣️
Sprachrevitalisierung
Immersionsprogramme für bedrohte Sprachen. Cherokee hat über 2.000 Erstsprachler, Navajo über 170.000 – ein Hoffnungsschimmer.
🎨
Kunst & Handwerk
Traditionelle Kunst erlebt Renaissance. Native American-Künstler erzielen Höchstpreise in Galerien weltweit.
🪶
Zeremonien
Sun Dance, Powwows, Sweat Lodges – einst verboten, heute Zentrum kultureller Identität und Stolz.
📚
Bildung
36 Tribal Colleges lehren Stammesgeschichte, Sprachen und Traditionen – neben regulären Studiengängen.

Fazit: Ein langer Weg von der Vertreibung zur Selbstbestimmung

Die Geschichte der Indianer-Reservate ist eine Geschichte von systematischer Unterdrückung, gebrochenem Vertrauen und unvorstellbarem Leid. Von der brutalen Vertreibung über den Trail of Tears, die Kulturvernichtung in Boarding Schools bis zur versuchten Auflösung der Reservate in den 1950ern – jede Generation Native Americans musste um ihr Überleben kämpfen.

Doch es ist auch eine Geschichte von unglaublicher Resilienz. Trotz allem haben die Native Americans ihre Kulturen, Sprachen und Identitäten bewahrt. Die rechtlichen Fortschritte seit den 1970ern – Selbstverwaltung, Religionsfreiheit, wirtschaftliche Entwicklung – sind hart erkämpfte Siege.

Heute stehen die Indianer-Reservate an einem Scheideweg. Die Herausforderungen sind immens: Armut, Arbeitslosigkeit, Gesundheitskrisen, fehlende Infrastruktur. Doch zugleich gibt es Hoffnung: Junge Generationen entdecken ihre Wurzeln, Stammesregierungen werden professioneller, kulturelle Programme florieren.

Die Frage ist nicht mehr, ob Native Americans überleben werden – das haben sie bereits bewiesen. Die Frage ist, ob die USA endlich ihre historische Verantwortung anerkennen und die Versprechen einlösen werden, die seit über 200 Jahren gebrochen wurden. Die Geschichte der Reservate ist noch nicht zu Ende geschrieben.

Letzte Bearbeitung am Sonntag, 4. Januar 2026 – 10:00 Uhr von Alex, Webmaster für Google und Bing SEO.

Konnten wir deine Fragen zu Indianer-Reservate beantworten? Lass es uns gerne wissen, falls etwas nicht stimmen sollte. Feedback ist gerne gesehen, auch zum Thema Indianer-Reservate.