Die 10 berühmtesten Schießereien des Wilden Westens – O.K. Corral – Wild Bill vs. McCanles und mehr
Die Schießereien des Wilden Westens sind legendär – doch die Realität war oft weit entfernt vom Hollywood-Mythos. Während Filme minutenlange Duelle zeigen, dauerten echte Gunfights meist nur Sekunden. Zwischen 1850 und 1900 starben schätzungsweise weniger als 200 Menschen bei dokumentierten Schießereien – weit weniger als die moderne Popkultur vermuten lässt. Dennoch prägten einige dieser blutigen Konfrontationen die Geschichte des Westens für immer.
Die legendären Schießereien des Wilden Westens
Zwischen Mythos und blutiger Realität (1850–1900)
Die Realität hinter dem Mythos
Hollywood hat uns glauben gemacht, dass im Wilden Westen ständig geschossen wurde. Die Wahrheit sieht anders aus: Schießereien waren relativ selten, und wenn sie stattfanden, waren sie chaotisch, laut und meist innerhalb von Sekunden vorbei. Die meisten „Gunfighters“ starben nicht in dramatischen Duellen, sondern wurden von hinten erschossen oder starben an Krankheiten.
Die klassische Duelllage – zwei Männer stehen sich in der Hauptstraße gegenüber, die Hand über dem Colt – ist größtenteils Fiktion. Echte Schießereien fanden in Saloons, hinter Gebäuden oder aus dem Hinterhalt statt. Und die Trefferquote? Erschreckend niedrig.
🎬 Hollywood-Mythos
- Ehrenhafte Duelle auf offener Straße
- „Zieh, wenn du dich traust!“
- Jeder Schuss ein Treffer
- Der Schnellste überlebt immer
- Gunfighter sterben im Duell
- Sheriffs lösen alles mit der Waffe
📜 Historische Realität
- Meist Hinterhalte oder Überraschungsangriffe
- Schießereien aus nächster Nähe in Saloons
- Trefferquote oft unter 20%
- Der Skrupelloseste überlebt
- Viele sterben an Krankheiten oder im Bett
- Sheriffs versuchten Gewalt zu vermeiden
Die 10 berühmtesten Schießereien
Trotz der Seltenheit echter Gunfights gab es einige Schießereien, die Geschichte schrieben. Hier sind die zehn berühmtesten – von der legendären Schießerei am O.K. Corral bis zu weniger bekannten, aber ebenso tödlichen Konfrontationen.
Schießerei am O.K. Corral
Die berühmteste Schießerei des Wilden Westens fand nicht einmal am O.K. Corral statt, sondern in einer Gasse daneben. Am 26. Oktober 1881 konfrontierten Wyatt Earp, seine Brüder Virgil und Morgan sowie Doc Holliday die Clanton-McLaury-Gang. Der Konflikt schwelte seit Monaten – es ging um Viehdiebstahl, politische Rivalitäten und persönliche Beleidigungen.
Um 15 Uhr nachmittags trafen beide Gruppen in der Fremont Street aufeinander. Virgil Earp, der City Marshal, forderte die Cowboys auf, ihre Waffen abzugeben. Stattdessen brach das Chaos aus: 30 Schüsse in 30 Sekunden. Als der Rauch sich lichtete, waren Billy Clanton und die McLaury-Brüder tot, Virgil und Morgan Earp sowie Doc Holliday verletzt.
Die Nachwirkungen waren dramatisch: Wyatt Earp wurde des Mordes angeklagt (aber freigesprochen), Morgan Earp wurde später aus dem Hinterhalt ermordet, und Virgil verlor seinen Arm bei einem Attentat. Wyatt startete seinen berüchtigten „Vendetta Ride“ – eine Racheexpedition, bei der er mehrere mutmaßliche Täter tötete.
Wyatt Earp
Deputy U.S. Marshal
Überlebte unverletzt
Doc Holliday
Spieler & Zahnarzt
Leicht verwundet
Tom McLaury
Rancher
Getötet
Frank McLaury
Rancher
Getötet
Wild Bill Hickok vs. McCanles Gang
Diese Schießerei machte James Butler „Wild Bill“ Hickok zur Legende – auch wenn die Wahrheit weit weniger heroisch war als die Zeitungsberichte. David McCanles, dem eine Pony-Express-Station gehörte, kam mit zwei Begleitern, um eine Schuld einzutreiben. Es kam zum Streit mit Hickok, der damals Stationsverwalter war.
Was genau geschah, ist umstritten. Hickok behauptete später, er habe sich gegen zehn Angreifer verteidigt – die Realität war prosaischer. McCanles wurde durch eine Tür erschossen, die beiden anderen flohen und wurden verfolgt. Einer wurde mit einer Hacke getötet, der andere erschossen. Hickok, sein Boss und eine Haushälterin wurden wegen Mordes angeklagt, aber freigesprochen.
Die Zeitungen machten aus der zwielichtigen Affäre eine heldenhafte Verteidigung gegen eine „Desperado-Gang“. So wurde Wild Bill Hickok geboren – der Mann, der angeblich zehn Männer allein niedergestreckt hatte. Die Legende war wichtiger als die Wahrheit.
Wild Bill Hickok
Stationsverwalter, 24 Jahre
Überlebte
David McCanles
Stationsbesitzer
Getötet
James Woods
Angestellter McCanles‘
Getötet (mit Hacke)
Wild Bill Hickok vs. Davis Tutt
Dies ist das klassischste Duell des Wilden Westens – zwei Männer, die sich auf einem öffentlichen Platz gegenüberstehen. Wild Bill Hickok und Davis Tutt waren einst Freunde, doch Spielschulden und eine Frau zerstörten die Beziehung. Tutt nahm Hickoks Taschenuhr als Pfand – eine tödliche Beleidigung.
Am 21. Juli 1865 trug Tutt die Uhr demonstrativ über den Marktplatz von Springfield. Hickok warnte ihn: „Komm nicht mit meiner Uhr über den Platz.“ Tutt ignorierte die Warnung. Beide Männer zogen gleichzeitig. Hickok stützte seinen rechten Arm auf den linken, zielte sorgfältig – und traf Tutt aus etwa 75 Metern mitten ins Herz. Tutt taumelte, sagte „Boys, ich bin getroffen“ und starb Minuten später.
Hickok wurde wegen Totschlags angeklagt, aber freigesprochen. Der Richter stellte fest, dass es ein „faires Duell“ gewesen sei. Diese Schießerei etablierte das Bild des „Quick Draw Duells“ – auch wenn echte Gunfights selten so abliefen.
Wild Bill Hickok
Spieler & Scout
Überlebte (Freispruch)
Davis Tutt
Ex-Freund, Spieler
Getötet (Herzschuss)
Luke Short vs. Jim Courtright
Luke Short, ein kleiner Mann mit großem Ruf, betrieb das White Elephant Saloon in Fort Worth. Jim Courtright, ehemaliger Marshal und nun Chef einer „Schutzgeld“-Agentur, versuchte Short zu erpressen. Als Short sich weigerte zu zahlen, eskalierte die Situation.
Am Abend des 8. Februar 1887 konfrontierte Courtright Short vor dem Saloon. Zeugen berichteten, dass Courtright seine Waffe zog, aber sie verfing sich in seiner Uhrkette. Short, ein erfahrener Spieler mit schnellen Händen, nutzte die Sekunde. Er feuerte fünfmal – drei Schüsse trafen Courtright tödlich, darunter einer, der Courtrights Daumen abtrennte.
Short wurde von einer Jury freigesprochen. Der Fall zeigte, dass im Wilden Westen nicht immer der „Schnellste“ gewann – sondern der, der seinen Kopf behielt und keine Fehler machte.
Luke Short
Saloon-Besitzer, Spieler
Überlebte (Notwehr)
Jim Courtright
Ex-Marshal, Erpresser
Getötet (3 Treffer)
Das Newton Massacre (Hide Park Tragedy)
Die blutigste Schießerei in einer Cow Town ereignete sich in Tuttle’s Dance Hall in Newton, Kansas. Die Stadt war ein wilder Eisenbahnvorposten, und Spannungen zwischen Texanischen Cowboys und Bahnarbeitern waren hoch. Ein Streit um eine Spielschuld eskalierte tödlich.
Der Special Policeman Mike McCluskie erschoss einen Texaner namens Bill Bailey nach einem Streit. Drei Wochen später betrat Hugh Anderson, ein Freund Baileys, mit mehreren bewaffneten Männern die Dance Hall. Sie eröffneten das Feuer auf McCluskie und jeden, der ihm zu nahe stand. In 90 Sekunden wurden über 50 Schüsse abgefeuert.
Als der Rauch sich lichtete, lagen fünf Männer tot oder sterbend auf dem Boden, mehrere weitere waren verwundet. McCluskie starb an seinen Verletzungen. Die Schießerei war so brutal, dass sie als „Newton’s General Massacre“ in die Geschichte einging.
Mike McCluskie
Special Policeman
Tödlich verwundet
Hugh Anderson
Texanischer Cowboy
Floh ungestraft
Weitere 4+ Männer
Unbeteiligte
Getötet oder verwundet
John Wesley Hardin vs. Charles Webb
John Wesley Hardin war der tödlichste Gunfighter des Wilden Westens – er behauptete, 42 Männer getötet zu haben (wahrscheinlich waren es 20–27). An seinem 21. Geburtstag feierte er in Comanche, Texas, als Deputy Sheriff Charles Webb auftauchte.
Webb wollte Hardin verhaften – ein Todesurteil. Beide Männer zogen gleichzeitig, aber Hardins Schuss traf zuerst. Webb starb an der Schusswunde. Hardins Freunde schossen zusätzlich auf den sterbenden Lawman. Die Bürger von Comanche waren empört – sie lynchten mehrere von Hardins Verwandten.
Hardin floh nach Florida, wurde aber 1877 gefasst und zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt. Nach seiner Entlassung 1894 wurde er Anwalt – bis er 1895 von hinten erschossen wurde, während er Würfel spielte. Selbst der gefährlichste Gunfighter konnte sich nicht ewig schützen.
John Wesley Hardin
Outlaw (20+ Morde)
Floh, später 25 Jahre Haft
Charles Webb
Deputy Sheriff
Getötet
Tom Horn vs. Willie Nickell (umstritten)
Dies war keine ehrenwerte Schießerei, sondern ein Mord aus dem Hinterhalt – und er markierte das Ende einer Ära. Tom Horn war ein legendärer Scout, Tracker und „Range Detective“, der für Viehzüchter arbeitete. Sein Job: Viehdiebe eliminieren. Er tat es mit erschreckender Effizienz.
Am 18. Juli 1901 wurde der 14-jährige Willie Nickell in der Nähe seines Zuhauses aus dem Hinterhalt erschossen. Die Beweise deuteten auf Tom Horn – Nickells Vater war in einen Weidestreit verwickelt. Horn wurde verhaftet, nachdem er in betrunkenem Zustand angeblich den Mord gestanden hatte.
Der Prozess war umstritten. Viele glaubten, Horn sei ein Sündenbock für die mächtigen Viehbarone. Dennoch wurde er schuldig gesprochen und 1903 gehängt. Sein Tod symbolisierte das Ende des „Wilden Westens“ – die Frontier war geschlossen, und solche Methoden waren nicht mehr akzeptabel.
Tom Horn
Range Detective, Ex-Scout
Gehängt 1903
Willie Nickell
14-jähriger Junge
Getötet (aus Hinterhalt)
Four Dead in Five Seconds Gunfight
Dies war die schnellste tödliche Schießerei im Wilden Westen – vier Männer starben in fünf Sekunden. Alles begann mit einem Streit zwischen texanischen und mexikanischen Vaqueros in El Paso. Marshal Dallas Stoudenmire versuchte einzugreifen.
Als ehemalige Texas Ranger die Mexikaner bedrohten, zog Stoudenmire seine beiden Colts. In einem explosiven Feuergefecht tötete er drei Männer – zwei davon waren unbeteiligte Zuschauer, darunter ein ehemaliger Marshal. Ein vierter Mann starb durch Querschläger. Die gesamte Schießerei dauerte etwa fünf Sekunden.
Stoudenmire wurde nicht angeklagt – Notwehr. Doch seine Karriere als Marshal endete bald. 1882 wurde er selbst bei einer Schießerei getötet, als er betrunken in einen Streit geriet. Er war nur 36 Jahre alt.
Dallas Stoudenmire
City Marshal, Ex-Ranger
Überlebte (starb 1882)
4 Männer
Verschiedene
Alle tot in 5 Sekunden
Der Tod von Jesse James
Der berühmteste Outlaw Amerikas starb nicht in einem heroischen Gunfight – er wurde von einem Mitglied seiner eigenen Gang von hinten erschossen. Jesse James, der legendäre Bandit, lebte 1882 unter dem Alias „Thomas Howard“ in St. Joseph, Missouri. Er plante seinen nächsten Überfall mit den Ford-Brüdern, Bob und Charley.
Was Jesse nicht wusste: Die Fords hatten einen Deal mit Gouverneur Crittenden ausgehandelt – Begnadigung und Belohnung für Jesse James, tot oder lebendig. Am Morgen des 3. April stand Jesse auf einem Stuhl, um ein Bild an der Wand zu richten. Er hatte seine Waffen abgelegt – ein fataler Fehler. Bob Ford zog seinen Colt und schoss Jesse in den Hinterkopf.
Jesse James starb sofort. Die Fords erhielten ihre Begnadigung, aber die Öffentlichkeit verachtete sie als „Feiglinge und Verräter“. Bob Ford wurde 1892 selbst ermordet. Das Lied „The Ballad of Jesse James“ machte die Geschichte unsterblich: „That dirty little coward that shot Mr. Howard, has laid poor Jesse in his grave.“
Jesse James
Legendärer Outlaw, 34 Jahre
Erschossen (Hinterkopf)
Robert Ford
Gang-Mitglied, Verräter
Begnadigt (1892 ermordet)
Gunfight at Blazer’s Mill
Diese Schießerei war Teil des blutigen Lincoln County War in New Mexico – ein Konflikt zwischen rivalisierenden Geschäftsinteressen, der zur Gesetzlosigkeit eskalierte. Billy the Kid und seine „Regulators“ trafen auf den legendären Lawman „Buckshot“ Roberts bei Blazer’s Mill.
Roberts, ein harter Frontiermann, war allein gegen 13 bewaffnete Männer. Als die Regulators versuchten, ihn zu verhaften, weigerte er sich. Dick Brewer, der Anführer der Regulators, befahl den Angriff. Roberts zog seine Winchester und eröffnete das Feuer. Er traf mehrere Männer, darunter einen tödlich.
Roberts verschanzte sich in einem Gebäude. Die Schießerei dauerte Stunden. Schließlich traf eine Kugel Dick Brewer tödlich in den Kopf. Roberts war mehrfach verwundet und starb am nächsten Tag an seinen Verletzungen. Die Schießerei zeigte, dass Mut und Entschlossenheit oft wichtiger waren als Überzahl.
„Buckshot“ Roberts
Bounty Hunter, allein
Tödlich verwundet (starb am nächsten Tag)
Dick Brewer
Regulator-Anführer
Getötet (Kopfschuss)
Billy the Kid
Regulator
Überlebte unverletzt
Die berühmtesten Gunfighters des Wilden Westens
Einige Namen wurden durch ihre Beteiligung an diesen Schießereien unsterblich. Hier sind die bekanntesten Gunfighter – und was aus ihnen wurde.
Wyatt Earp
Lawman & Spieler
Doc Holliday
Zahnarzt, Spieler, Gunfighter
Wild Bill Hickok
Lawman, Scout, Spieler
John Wesley Hardin
Tödlichster Gunfighter
Billy the Kid
Outlaw & Gunfighter
Jesse James
Outlaw & Bandit
Statistiken: Die Wahrheit über Gunfights
Moderne Forschung hat viele Mythen über Schießereien im Wilden Westen widerlegt. Hier sind die Fakten:
Durchschnittliche Dauer einer Schießerei
Typische Schussdistanz (nicht 20 Meter!)
Durchschnittliche Trefferquote
Tote bei dokumentierten Gunfights (1850–1900)
Beliebteste Waffe (Peacemaker)
Morde pro Jahr in Cow Towns (weniger als heute!)
📊 Vergleich mit modernen Zeiten
Dodge City (1876–1885) hatte durchschnittlich 1,5 Morde pro Jahr bei einer Bevölkerung von 1.000–2.000 Menschen. Das ist eine Mordrate von etwa 75 pro 100.000 Einwohner – hoch, aber nicht so extrem wie oft dargestellt.
Zum Vergleich: Moderne amerikanische Großstädte haben Mordraten zwischen 5 und 40 pro 100.000. Der „wilde Westen“ war gewalttätig, aber nicht das gesetzlose Chaos, das Hollywood zeigt.
Waffen der Gunfighters
Die Waffen machten den Mann – oder zumindest half die richtige Ausrüstung. Hier sind die bevorzugten Waffen der berühmten Gunfighter:
Der „Peacemaker“ – Die Ikone des Westens
Kaliber .45 Colt, 6 Schuss. Die beliebteste Handfeuerwaffe des Westens. Wyatt Earp, Doc Holliday und die meisten Lawmen trugen sie. Robust, zuverlässig, aber langsam nachzuladen (jede Patrone einzeln).
Wild Bill Hickoks Favorit
Kaliber .36, Perkussionsrevolver. Wild Bill trug zwei davon in einem Schulterhalfter, Griffe nach vorn. Leichter als spätere Modelle, aber weniger Feuerkraft.
Der „Russian“ – Schnell nachladbar
Jesse James‘ bevorzugte Waffe. Vorteil: „Top-Break“-Design erlaubte schnelles Nachladen aller 6 Patronen gleichzeitig. Beliebt bei Outlaws und Lawmen.
„The Gun That Won the West“
Repetierbüchse, 15 Schuss. Nicht für Duell-Distanzen, aber die bevorzugte Langwaffe. Billy the Kid benutzte eine bei mehreren Schießereien. Zuverlässig und weitreichend.
Der Colt-Konkurrent
Ähnlich dem Colt SAA, aber mit festem Rahmen (stärker). Frank James bevorzugte diesen Revolver. Etwas weniger verbreitet, aber genauso tödlich.
Schnelligkeit ist gut, aber Genauigkeit ist besser. In einem Gunfight zählt nicht, wer zuerst schießt – sondern wer zuerst trifft. Ich habe viele schnelle Männer sterben sehen.
— Wyatt Earp, 1896
Das Ende der Gunfighter-Ära
Die Ära der Schießereien endete nicht abrupt, sondern verblasste allmählich mit dem Ende der Frontier. Mehrere Faktoren trugen dazu bei:
Bessere Kommunikation und Transport
Outlaws konnten nicht mehr einfach in den nächsten Staat fliehen. Steckbriefe wurden per Telegraf verbreitet, Lawmen reisten per Zug. Die Frontier schrumpfte.
Das Census Bureau erklärt die Frontier für geschlossen
Es gab keine „unbesiedelten Gebiete“ mehr. Die offene Prärie war eingezäunt, Städte etabliert, Gesetze durchgesetzt. Der „Wilde Westen“ war Geschichte.
Eine Generation verschwindet
Wyatt Earp starb 1929 als respektierter alter Mann. Die meisten anderen waren längst tot – durch Kugeln, Krankheiten oder Alter. Die Überlebenden wurden zu Kuriositäten.
Der Mythos wird zur Legende
Western-Filme erschufen ein romantisches Bild des Wilden Westens. Die blutigen, schmutzigen Details wurden durch heroische Duelle ersetzt. Der Mythos war geboren.
Fazit: Mythos vs. Realität
Die berühmten Schießereien des Wilden Westens sind ein faszinierender Teil der amerikanischen Geschichte – aber die Realität war weit entfernt vom Hollywood-Mythos. Echte Gunfights waren kurz, chaotisch und meist tödlich für alle Beteiligten. Es gab keine „Guten“ und „Bösen“ – nur Männer, die in einer gewalttätigen Zeit versuchten zu überleben.
Die Schießerei am O.K. Corral dauerte 30 Sekunden. Wild Bill Hickok wurde von hinten erschossen, während er Karten spielte. Jesse James starb durch Verrat. Die meisten Gunfighter starben nicht in heroischen Duellen, sondern durch Hinterhalte, Krankheiten oder im hohen Alter.
Was bleibt, sind die Geschichten – und die zeigen uns, dass der Wilde Westen zwar wild war, aber nicht so, wie wir ihn uns vorstellen. Die wahren Helden waren nicht die schnellsten Schützen, sondern die Männer und Frauen, die Zivilisation in eine gesetzlose Grenzregion brachten. Die Gunfighter? Sie waren Symptome einer chaotischen Zeit – keine Lösung.
🎓 Wichtige Erkenntnisse
1. Echte Gunfights waren selten und dauerten Sekunden, nicht Minuten.
2. Die meisten „Duelle“ waren Hinterhalte oder Nahkampf-Schießereien in Saloons.
3. Trefferquoten waren erschreckend niedrig – oft unter 20%.
4. Viele berühmte Gunfighter starben nicht in Duellen, sondern durch Verrat oder Krankheit.
5. Der „Wilde Westen“ war gewalttätig, aber nicht so gesetzlos wie Hollywood suggeriert.
Die Schießereien des Wilden Westens bleiben legendär – nicht weil sie alltäglich waren, sondern weil sie so außergewöhnlich waren. Sie markieren einen Wendepunkt in der amerikanischen Geschichte: den Übergang von der Frontier zur zivilisierten Nation. Und genau deshalb faszinieren sie uns bis heute.
Letzte Bearbeitung am Sonntag, 4. Januar 2026 – 10:03 Uhr von Alex, Webmaster für Google und Bing SEO.
