Indigene Völker NordamerikasVolk

Muscogee (Creek)

Kurz erklärt Die Muscogee (Mvskoke), englisch auch Creek, sind ein indigenes Volk aus dem heutigen Alabama und Georgia. Nach Angabe der Nation zwang die US-Armee 1836 und 1837 mehr als 20.000 von ihnen in das Indianer-Territorium. Heute hat The Muscogee (Creek) Nation ihren Sitz in Okmulgee in Oklahoma und ist nach eigener Angabe mit rund 100.000 Bürgern die viertgrößte Nation der USA; in Alabama lebt die Poarch Band of Creek Indians.

Ein Fluss beschreibt eine weite Schleife durch bewaldete Hügel im Herbst, Laubbäume am Ufer im warmen Licht der späten Nachmittagssonne
Bild: KI-generiert

Die Muscogee sind ein indigenes Volk des Südostens der USA. Ihr Name wird in ihrer eigenen Schreibweise Mvskoke geschrieben, im Englischen heißen sie auch Creek, im Deutschen oft "Creek-Indianer".[2, 7] Ihre Heimat lag in den Flusstälern des heutigen Alabama und Georgia, bis die USA sie in den 1830er Jahren in das Indianer-Territorium vertrieben.[1, 8] Die größte Nation ist heute The Muscogee (Creek) Nation mit Sitz in Okmulgee, Oklahoma; dazu kommen die Poarch Band of Creek Indians in Alabama und drei Tribal Towns in Oklahoma.[2, 7, 17]

Zum Wort "Indianer" siehe Darf man "Indianer" sagen?, zu den eng verwandten Nachbarn in Florida die Seite Seminolen.

Warum heißen die Muscogee auch Creek?

Als die ersten englischen Händler die Menschen trafen, lebten sie nach dem National Park Service im Tal des Ocmulgee River, den die Engländer Ochese Creek nannten. Aus "Ochese Creek Indians" wurde mit der Zeit einfach "Creek Indians"; die Menschen selbst nannten sich Muscogee.[8] Die Oklahoma Historical Society beschreibt es ebenso und schreibt, die Creek hießen richtiger Muscogee, auch Mvskoke geschrieben.[7] Nach der Fragen-Seite des Seminole Tribe of Florida gaben englische Händler aus South Carolina und Georgia nach 1690 den Spitznamen allen Völkern mit Muskogee-Sprachen in Georgia und Alabama, ohne sich für ihre eigenen Namen zu interessieren.[21]

Die Nation selbst schreibt Mvskoke, etwa im Namen ihres Programms zur Erhaltung der Sprache, des Mvskoke Language Preservation Program, und im Tourismus ("Mvskoke Tourism").[2, 24] Die Oklahoma Historical Society nennt die Muscogee am Ende ihres Artikels Este Mvskokvlke, das Volk der Creek.[7]

Woher kommen die Muscogee?

Die Vorfahren der Muscogee gehörten laut Muscogee (Creek) Nation zu einer Kultur, die vor 1500 den ganzen Südosten der heutigen USA umfasste. Sie bauten große Erdpyramiden an den Flüssen als Teil zeremonieller Anlagen und später weite Städte in den Flusstälern von Alabama, Georgia, Florida und South Carolina.[1] Der National Park Service nennt die Ocmulgee Mounds bei Macon in Georgia die angestammte Heimat der Muscogee (Creek) Nation.[9]

Eine im 18. Jahrhundert aufgezeichnete Überlieferung erzählt nach der Oklahoma Historical Society von einer Wanderung, nach der eine Gruppe von Vorfahren am Ocmulgee eine Siedlung gründete. Daraus wuchsen die Städte Cusseta und Coweta, in der Zeit um 900 bis 1000.[7] Archäologen leiten die Creek von Kulturen der südlichen Appalachen ab, die zur Mississippi-Kultur gehörten. Nach der Expedition von Hernando de Soto in den 1540er Jahren verwüsteten eingeschleppte Krankheiten die Städte, und die Überlebenden schlossen sich zusammen. Abika, Coosa, Coweta und Tuckabatchee gelten als die vier "Mutterstädte" des Bundes der Creek.[7]

Die Muscogee bildeten laut Nation einen Bund mehrerer Völker, deren Mitglieder Tribal Towns hießen. Jede Stadt war politisch selbstständig und hatte ihr eigenes Land; neue Städte entstanden aus "Mutterstädten", und der Bund nahm besiegte Völker und Reste von Völkern auf, die die europäischen Mächte zerstört hatten.[1] Der National Park Service nennt unter den aufgenommenen Gruppen Alabama, Hitchiti, Yuchi und einen Teil der Shawnee. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts zählte der Bund etwa 60 Städte.[8]

Die Engländer unterschieden zwei Gebiete: die Upper Creeks in den Städten am Coosa und Tallapoosa River und die Lower Creeks weiter südöstlich am Chattahoochee und Flint River. Die Unterscheidung war nach der Nation rein geografisch. Die Lower Towns lebten näher an den Engländern und veränderten sich durch Heiraten stärker, die Upper Towns blieben bei ihren überlieferten Einrichtungen.[1]

Muscogee und Seminolen

Aus Gruppen der Creek gingen auch die Seminolen hervor. Nach der Oklahoma Historical Society lösten sich im späten 18. Jahrhundert einige Dörfer der Lower Creeks am mittleren Chattahoochee von ihren Nachbarn und zogen nach Nordflorida.[20] Nach dem Creek-Krieg von 1813 bis 1814 flohen laut Encyclopedia of Alabama ungezählte Muscogee nach Florida und ließen sich bei den Seminolen nieder.[11] Der Seminole Tribe of Florida betont dagegen, der Kern seines Volkes habe immer in Florida gelebt; Seminolen, Creek und Miccosukee stammten alle von Völkern mit Muskogee-Sprachen ab.[21]

Gesellschaft und Familie

Grundeinheit war die Stadt, die laut National Park Service aus einer Hauptsiedlung und umliegenden Dörfern bestand. An ihrer Spitze stand ein micco, auf Lebenszeit vom Rat der Stadt gewählt, dazu ein zweiter micco und der Rat selbst. Für die ganze Nation entschied der General Council aus den Anführern aller Städte über Krieg und Frieden, doch die Städte handelten oft auf eigene Faust.[8]

Jede Stadt hatte nach der Oklahoma Historical Society einen zeremoniellen Platz mit einem Ratshaus, in dem die Ältesten die Geschäfte der Stadt führten, dazu Plätze für das Spiel chunkey und für das Ballspiel. Die Zugehörigkeit bestimmte der Clan der Mutter, doch die Menschen fühlten sich zugleich ihrer Stadt verpflichtet. Die Städte teilten sich in rote Kriegs- und weiße Friedensstädte.[7] Im frühen 18. Jahrhundert lebten mehr als 20.000 Creek in mindestens 50 Städten.[7]

Clan und Stadt bestehen bis heute: Der Second Chief Del Beaver gehört nach der Vorstellung auf der Website der Nation zum Clan Aktvyahcvlke, seine Tribal Town ist New Tulsa.[4] Auch Tribal Towns und zeremonielle Plätze mit einem micco gibt es laut National Park Service weiterhin.[8]

Wirtschaft und Ernährung

Die Muscogee waren nach dem National Park Service ausgezeichnete Bauern. Als nach 1793 die Baumwolle sehr einträglich wurde, stellten sich viele schnell darauf um.[8] Bis 1717 prägte der Handel mit indigenen Sklaven das Innere des Südostens, danach in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts der Handel mit Hirschfellen; der Handel veränderte nach der Oklahoma Historical Society die ganze Gesellschaft.[7] Seit 1690 stand auf dem Gebiet der heutigen Ocmulgee Mounds ein britischer Handelsposten, und Eisentöpfe, Stahlmesser und Baumwollstoff veränderten Kultur und Kleidung.[8]

Ende des 18. Jahrhunderts betrieb der Beauftragte der US-Regierung für die Creek (Indian Agent), Benjamin Hawkins, eine Politik der Anpassung mit Missionen, Schulen und Ackerbau auf eigenen Höfen, die vor allem in den Lower Towns Anhänger fand. Dazu gehörten auch Sklavenhaltung, angloamerikanische Kleidung und eine neue Regierung; daher stammt nach der Oklahoma Historical Society das Etikett "zivilisiert".[7] Vor dem Creek-Krieg stieg ein Teil der Muscogee auf Viehzucht und Ackerbau für den Markt um, und die Unterschiede zwischen Arm und Reich wuchsen.[11]

Reife Maispflanzen auf einem Feld in einer breiten Flussniederung, am Rand hohe Laubbäume, warmes Licht der späten Nachmittagssonne
Maisfeld in einer Flussniederung des Südostens. Die Muscogee lebten in Städten an den Flüssen. Bild: KI-generiert

Heute finanziert die Nation ihre Programme laut Oklahoma Historical Society aus Spielbetrieben, Landwirtschaft, anderen Unternehmen und Mitteln des Bundes.[7] Die Nation selbst nennt Unternehmen in Wirtschaft, Kultur, Bildung, Spielbetrieben, Infrastruktur, Erholung und Tourismus.[2]

Glaube

Jeder zeremonielle Platz ist nach dem National Park Service Ort heiliger Zeremonien wie der Green Corn Ceremony, eines Rituals aus der Zeit vor der Vertreibung.[8] Die Oklahoma Historical Society schreibt, die Muscogee tanzten im frühen 21. Jahrhundert weiter um das heilige Feuer und sangen heilige Lieder für ihren Schöpfer; zugleich sangen viele christliche Kirchenlieder.[7] Seit dem späten 19. Jahrhundert wurden viele der 47 Tribal Towns zu ländlichen Gemeinden um eine indigene Baptistenkirche, bei den Upper Creeks, oder eine Methodistenkirche, bei den Nachfahren der Lower Creeks.[7] In den alten Erzählungen ist der Hase (Rabbit) der listige Kulturheld.[7]

Unter dem Titel "Justice for Hickory Ground" kritisiert die Muscogee (Creek) Nation, dass die Auburn University Überreste und heilige Gegenstände von Vorfahren aufbewahrt, die in Hickory Ground (Oce Vpofv) für den Bau eines Kasinos ausgegraben wurden.[2] Nach der Encyclopedia of Alabama baute die Poarch Band 2001 auf einem Gräberfeld der Muscogee in Wetumpka trotz des Widerstands der Muscogee (Creek) Nation und anderer eine Bingohalle und 2012 ein Hotel; die Nation klagte dagegen.[13]

Die Muscogee im 19. Jahrhundert

Der Creek-Krieg 1813 bis 1814

Der Creek-Krieg begann nach der Encyclopedia of Alabama als Bürgerkrieg, vor allem unter den Upper Creeks. Die Red Sticks kämpften gegen die Anhänger des National Council, der unter dem Einfluss von Benjamin Hawkins immer mehr Macht erhalten hatte.[11] Ursachen waren der Niedergang des Fellhandels, der Unmut über die Zugeständnisse des Rates an die USA, Siedler entlang der neuen Federal Road und eine religiöse Bewegung. Propheten der Creek, beeinflusst von den Shawnee-Brüdern Tenskwatawa und Tecumseh, der im September 1811 die Creek besucht hatte, fanden viele Anhänger.[11]

Den Namen Red Sticks erhielten die Gegner des Rates, weil sie die rote Kriegskeule erhoben hatten, ein Zeichen für die Erklärung des Krieges.[11] Am 27. Juli 1813 griffen Milizen bei Burnt Corn Creek eine Gruppe an, die Munition aus Pensacola brachte. Am 30. August 1813 überrannten fast 700 Red Sticks Fort Mims; 250 Verteidiger und Bewohner starben.[11] Danach marschierten Truppen aus Tennessee, Georgia und dem Mississippi-Territorium in das Land der Muscogee, mit Verbündeten der Cherokee, Choctaw und Creek.[11]

Am 27. März 1814 griff Andrew Jackson die Red Sticks in der Flussschleife des Tallapoosa River an, dem Horseshoe Bend. Cherokee, die mit Jackson verbündet waren, setzten über den Fluss und griffen die Sperre aus Baumstämmen von hinten an.[10] Bis zum Abend waren nach dem National Park Service mindestens 800 der 1.000 Red Sticks unter Menawa tot, 557 auf dem Feld und 200 bis 300 im Fluss; Menawa entkam schwer verwundet. Jacksons Armee verlor 49 Tote und 154 Verwundete.[10] Insgesamt starben im Creek-Krieg nach Schätzungen 1.500 bis 3.000 Menschen, danach viele weitere an Hunger und Kälte.[11]

Im Vertrag von Fort Jackson vom 9. August 1814 musste die ganze Nation Land abtreten, auch die Creek, die auf der Seite der USA gekämpft hatten. Der National Park Service nennt 23 Millionen Acres, die Encyclopedia of Alabama mehr als 21 Millionen, ihr Artikel zum Krieg mehr als 20 Millionen.[10, 12, 11] Jackson setzte als einziger Bevollmächtigter viel härtere Bedingungen durch, als die Beteiligten erwartet hatten; die Unterhändler der Creek nannten ihn deshalb "Sharp Knife", Scharfes Messer.[12] Aus dem abgetretenen Land entstand der Staat Alabama, der 1819 in die Union kam.[10]

Flussschleife mit ruhigem Wasser zwischen bewaldeten Ufern, eine Wiese auf der Halbinsel, Nebel über dem Wasser im Morgenlicht
Eine Flussschleife im heutigen Alabama. Am Horseshoe Bend des Tallapoosa River besiegte Jackson 1814 die Red Sticks. Bild: KI-generiert

Landverlust und Vertreibung

1825 trat William McIntosh im Vertrag von Indian Springs alles Land der Lower Creeks in Georgia ab, ohne Auftrag seines Volkes. Er wurde dafür getötet; die Bundesregierung erklärte den Vertrag für ungültig, Georgia drängte trotzdem weiter.[8] Nach der Encyclopedia of Alabama vollstreckten Ordnungshüter des National Council unter dem früheren Red-Stick-Anführer Menawa das Urteil.[11] Etwa 1.300 Menschen, vor allem Anhänger McIntoshs, zogen ins Arkansas-Tal im Indianer-Territorium.[8] Viele Lower Creeks siedelten nach dem Vertrag von Washington von 1827 im neuen Land.[1]

1830 beschloss der Kongress den Indian Removal Act. Im Vertrag vom 24. März 1832 traten die Muscogee ihr ganzes Land östlich des Mississippi ab; die USA garantierten ihnen dafür das Land der Creek westlich des Flusses, und ein Vertrag vom 14. Februar 1833 legte die Grenzen einer dauerhaften Heimat für die ganze Nation fest.[16] Für die meisten Muscogee war es nach der Nation unmöglich, sich von ihrem Land zu lösen. Die Nation beziffert die von der US-Armee 1836 und 1837 erzwungene Umsiedlung auf mehr als 20.000 Muscogee.[1]

Nach dem National Park Service endete der Creek-Krieg von 1836 damit, dass etwa 2.500 Menschen, darunter mehrere hundert Kämpfer in Ketten, zu Fuß nach Montgomery gebracht und in der Hitze des Juli auf Lastkähne gedrängt wurden. Von Sommer 1836 bis Anfang 1837 legten mehr als 14.000 Muscogee den drei Monate langen Weg nach Oklahoma zurück, über 800 Meilen zu Land und 400 auf dem Wasser.[8] Etwa 3.500 Muscogee starben laut National Park Service in Alabama und auf dem Weg nach Westen.[15] 1832 lebten 21.792 Muscogee in Georgia und Alabama, zwanzig Jahre nach der Vertreibung waren in Oklahoma noch 13.537 übrig.[8]

Im Indianer-Territorium

Im Westen ließen sich die Lower Muscogee mit ihren Farmen am Arkansas und Verdigris River nieder, die Upper Muscogee gründeten ihre alten Städte am Canadian River neu. Beide schickten Vertreter in den National Council.[1] 1840 einigten sie sich laut Oklahoma Historical Society auf eine gemeinsame Regierung.[7] Der Bürgerkrieg traf die Nation schwer: Die ersten drei Gefechte im Indianer-Territorium begannen mit Angriffen der Konföderierten auf neutrale Muscogee unter Opothle Yahola. Am Ende kämpften Muscogee auf beiden Seiten.[1] Nach dem Vertrag von 1866 musste die Nation 3,2 Millionen Acres abtreten, etwa die Hälfte ihres Landes.[1]

1867 gab sich die Nation eine geschriebene Verfassung mit einem Principal Chief, einem Second Chief, Gerichten und zwei Kammern, dem House of Kings und dem House of Warriors. Neue Hauptstadt wurde Okmulgee, wo die Nation 1878 ein Ratshaus aus Stein baute.[1] Das Creek Council House ist laut Oklahoma Historical Society heute ein National Historic Landmark.[7]

Ende des 19. Jahrhunderts drängte die Dawes-Kommission auf die Aufteilung des Landes. Der Curtis Act von 1898 sollte die Regierungen der fünf Nationen auflösen.[1] Der Staatsmann Chitto Harjo führte ab 1890 den Widerstand gegen die Auflösung der Regierung und die Aufteilung des gemeinsamen Landes mit an.[1] Bis zur Gründung des Staates Oklahoma 1907 verloren die Muscogee mehr als zwei Millionen Acres ihres aufgeteilten Landes.[7] Ganz aufgelöst wurde die Regierung nie, die Nation behielt die ganze Zeit einen Principal Chief.[1]

Zeitleiste: Muscogee (Creek)
  1. 1811Der Shawnee Tecumseh besucht im September die Creek; Propheten der Creek gewinnen danach Anhänger.[11] Tecumseh
  2. 30.08.1813Fast 700 Red Sticks überrennen Fort Mims; 250 Verteidiger und Bewohner sterben.[11]
  3. 27.03.1814Andrew Jackson besiegt die Red Sticks am Horseshoe Bend; laut NPS sterben mindestens 800 von 1.000 Red Sticks.[10]
  4. 09.08.1814Im Vertrag von Fort Jackson treten die Muscogee je nach Quelle mehr als 20 bis 23 Millionen Acres ab.[10, 11, 12]
  5. 1825William McIntosh unterschreibt ohne Auftrag den Vertrag von Indian Springs und wird dafür getötet.[8, 11]
  6. 24.03.1832Im Vertrag vom 24. März 1832 treten die Muscogee ihr ganzes Land östlich des Mississippi ab.[16]
  7. 14.02.1833Ein Vertrag legt die Grenzen der neuen Heimat im heutigen Oklahoma fest.[16]
  8. 1836Laut Muscogee (Creek) Nation erzwingt die US-Armee 1836 und 1837 die Umsiedlung von mehr als 20.000 Muscogee; laut NPS sterben etwa 3.500.[1, 15] Trail of Tears
  9. 1866Der Vertrag nach dem Bürgerkrieg nimmt der Nation 3,2 Millionen Acres und gibt den Freedmen das Bürgerrecht.[1, 18]
  10. 1867Die Nation gibt sich eine geschriebene Verfassung und macht Okmulgee zur Hauptstadt.[1]
  11. 1878In Okmulgee entsteht das Ratshaus der Nation aus Stein.[1]
  12. 1898Der Curtis Act leitet die Auflösung der Regierungen der fünf Nationen und die Aufteilung des Landes ein.[1] Dawes Act
  13. 1971Die Muscogee wählen erstmals seit der teilweisen Auflösung ihrer Regierung frei einen Principal Chief ohne Zustimmung des Präsidenten.[1]
  14. 11.08.1984Das Bureau of Indian Affairs erkennt die Poarch Band of Creek Indians an.[13]
  15. 09.07.2020Im Urteil McGirt v. Oklahoma bestätigt der Supreme Court, dass das Reservat der Creek nie aufgelöst wurde.[16]
  16. Juli 2025Der Supreme Court der Nation entscheidet, dass Nachfahren der Creek Freedmen Anspruch auf die Bürgerschaft haben.[19]

Verträge, Reservat und das Urteil McGirt

Der Vertrag vom 24. März 1832 versprach den Muscogee in Artikel 14, dass kein Bundesstaat und kein Territorium je Gesetze für sie erlassen dürfe; sie sollten sich selbst regieren.[16] Ein Vertrag von 1856 versprach, dass kein Teil ihres Landes je in einen Staat oder ein Territorium eingegliedert werde.[16] Im Vertrag von 1866 erhielten nach der Oklahoma Historical Society auch die Freedmen der Creek, die früheren Versklavten, das Bürgerrecht.[18]

Am 9. Juli 2020 entschied der Supreme Court im Fall McGirt v. Oklahoma mit fünf zu vier Stimmen. Jimcy McGirt, ein Bürger der Seminole Nation of Oklahoma, war von einem Gericht des Staates Oklahoma verurteilt worden. Er machte geltend, der Staat sei nicht zuständig, weil seine Taten im Reservat der Creek lagen.[16] Das Gericht hielt fest, dass der Kongress das Reservat nie aufgelöst hatte; es bleibt deshalb für das Bundesstrafrecht Indian Country. Die Mehrheitsmeinung schrieb Richter Gorsuch.[16]

Am anderen Ende des Trail of Tears stand ein Versprechen.

Richter Gorsuch, Mehrheitsmeinung des Supreme Court, McGirt v. Oklahoma, No. 18-9526, Opinion of the Court, S. 1 (2020) Übersetzung der Redaktion[16]

Seitdem darf der Staat Oklahoma nach Darstellung der Nation indigene Menschen für Straftaten im Mvskoke-Reservat nicht mehr verfolgen; zuständig sind das Gericht der Nation oder Bundesgerichte. Daneben hat die Nation mit zahlreichen Polizeibehörden der Gemeinden, des Staates und des Bundes Abkommen zur gegenseitigen Durchsetzung der Gesetze geschlossen (Cross-Deputization); die Fälle gehen danach an die Stelle, die für die Verfolgung zuständig ist.[6] Mehr zu den Verträgen der Zeit steht auf der Seite zum Indian Removal Act.

Die Muscogee heute

The Muscogee (Creek) Nation hat ihren Sitz in Okmulgee und nennt sich die viertgrößte Nation der USA.[2] Ihre Verfassung teilt die Regierung in drei Zweige: die Exekutive mit Principal Chief und Second Chief, den National Council als Gesetzgeber und die Gerichte mit District Court und Supreme Court.[3] Principal Chief ist laut Website der Nation David W. Hill, erstmals gewählt am 7. Dezember 2019; Second Chief ist Del Beaver (Stand Oktober 2026).[4] Nach dem National Park Service wählen die Bürger den Principal Chief alle vier Jahre, den National Council alle zwei Jahre.[8]

1971 wählten die Muscogee nach der Nation zum ersten Mal seit der teilweisen Auflösung ihrer Regierung frei einen Principal Chief ohne Zustimmung des Präsidenten.[1] Die heutige Verfassung stammt von 1979; das nennen der National Park Service und das Oberste Gericht der Nation in seinem Urteil von 2025. Die Oklahoma Historical Society datiert sie dagegen auf 1975.[8, 25, 7] Auf ihrer Startseite nennt die Nation rund 100.000 Bürger ("100K Citizens and growing") und mehr als 18.000 registrierte Wähler (Stand Oktober 2026).[2] Die Oklahoma Historical Society nennt in ihrem Artikel mehr als 58.000 Mitglieder, ohne Jahr.[7]

Nationen der Muscogee: offizielle Namen laut BIA-Liste 2026
Offizieller NameSitzHinweis
The Muscogee (Creek) NationOkmulgee, Oklahomaviertgrößte Nation der USA laut eigener Angabe[2, 17]
Poarch Band of Creek IndiansPoarch bei Atmore, Alabamaeinzige bundesrechtlich anerkannte Nation in Alabama, anerkannt 1984[13, 14, 17]
Alabama-Quassarte Tribal TownOklahomafrühere Tribal Town der Creek[7, 17]
Kialegee Tribal TownOklahomafrühere Tribal Town der Creek[7, 17]
Thlopthlocco Tribal TownOklahomafrühere Tribal Town der Creek[7, 17]

Nach den Kriterien auf der Seite der Nation (Stand Oktober 2026) kann Bürger werden, wer "Creek by Blood" ist und einen direkten Vorfahren auf der Dawes Roll von 1906 nachweist.[5] Am 23. Juli 2025 entschied der Supreme Court der Nation, dass die Bürgerschaftsbehörde mit der Ablehnung von Rhonda Grayson und Jeffrey Kennedy, Nachfahren von Freedmen, gegen Artikel II des Vertrags von 1866 verstoßen hatte; jeden Verweis auf "by blood" in der Verfassung von 1979 erklärte es für rechtswidrig und von Anfang an nichtig. Die Behörde sollte beiden und künftigen Bewerbern mit einem Vorfahren auf der Dawes-Liste der Creek by Blood oder der Creek Freedmen die Bürgerschaft geben.[25, 19] Am 12. Mai 2026 wies das Gericht Anträge von Grayson und Kennedy auf Durchsetzung zurück und schloss das Verfahren. Nach seiner Feststellung hatten Bürgerschaftsbehörde und Exekutive Schritte zur Umsetzung unternommen, wenn auch nicht in dem Tempo, das die Kläger wünschten und das Gericht bevorzugt hätte (Stand 12. Mai 2026).[26]

Die Nation betreibt das College of the Muscogee Nation, eine eigene Polizei (Lighthorse) und Programme für die Sprachen Mvskoke und Euchee. Der Euchee-Unterricht steht Bürgern der Nation und Nachfahren der Euchee in der Gegend offen.[2, 6, 24] Das Bildungsprogramm Johnson O'Malley betreute im Schuljahr 2025 bis 2026 nach Angaben der Nation 23.203 Schülerinnen und Schüler, davon 8.300 Bürger der Nation.[24]

Sanftes Hügelland mit Grasweiden und Eichenwäldern im Herbst, ein schmaler Bach zwischen Bäumen, Licht der späten Nachmittagssonne
Hügelland im Osten Oklahomas, wo die Muscogee (Creek) Nation heute ihr Reservat hat Bild: KI-generiert

In Alabama lebt die Poarch Band of Creek Indians. Ihre Vorfahren lebten nach der Encyclopedia of Alabama in den Upper Creek Towns bei Wetumpka und zogen in den 1790er Jahren in Siedlungen nordwestlich von Atmore.[13] Im Creek-Krieg standen die meisten auf der Seite der USA, und sie entgingen der Vertreibung in den 1830er Jahren, weil sie auf Land bleiben konnten, das ihnen die Bundesregierung zugesprochen hatte.[13] Die Nation selbst schreibt, sie lebe seit fast 200 Jahren in und um das Reservat in Poarch, Alabama.[14] Am 11. August 1984 erkannte das Bureau of Indian Affairs die Poarch Band an, 1985 entstand ein Reservat von 230 Acres; 2016 hatte sie mehr als 3.000 Mitglieder.[13]

Offizielle Websites: The Muscogee (Creek) Nation und Poarch Creek Indians.

Karte: Okmulgee, Sitz der Muscogee (Creek) Nation, und Atmore in der Nähe des Reservats der Poarch Band125° W120° W115° W110° W105° W100° W95° W90° W85° W80° W75° W70° W65° W25° N30° N35° N40° N45° N50° N1Muscogee2Atmore
Karte: Okmulgee, Sitz der Muscogee (Creek) Nation, und Atmore in der Nähe des Reservats der Poarch Band
  1. 1Muscogee (Creek) (Okmulgee, Oklahoma, Sitz der Muscogee (Creek) Nation (Punkt: Mitte der Stadt laut Census)) 35,63° N, 95,95° W[22]
  2. 2Atmore, Alabama: Poarch Band of Creek Indians (Atmore, Alabama; das Reservat der Poarch Band liegt laut Encyclopedia of Alabama acht Meilen entfernt (Punkt: Mitte der Stadt laut Census)) 31,12° N, 87,46° W[23, 13]
Umrisse: Natural Earth (gemeinfrei). Eigene Darstellung ohne Kartendienst.

Bekannte Persönlichkeiten

  • Alexander McGillivray führte im späten 18. Jahrhundert den Bund der Creek; nach seinem Tod 1793 gewann der Indian Agent Benjamin Hawkins großen Einfluss.[7]
  • Menawa führte am Horseshoe Bend 1814 die Red Sticks und überlebte schwer verwundet. Er galt vor dem Krieg als reichster Mann der Upper Creeks.[10, 11]
  • William McIntosh (Tustunnuggee Hutkee) aus Coweta kämpfte im Creek-Krieg auf der Seite der USA und wurde 1825 wegen des Vertrags von Indian Springs getötet.[11, 8]
  • Opothle Yahola gewann ab den 1820er Jahren wachsenden Einfluss als Anführer der Upper Creeks und führte im Bürgerkrieg die neutralen Muscogee.[7, 1]
  • Chitto Harjo führte ab 1890 den Widerstand gegen die Aufteilung des Landes und die Auflösung der Regierung mit an.[1]
  • Osceola kam nach dem Seminole Tribe of Florida um 1804 in Tallassee im heutigen Alabama zur Welt. Seine Familie gehörte zu den Vertriebenen des Creek-Krieges; in den 1830er Jahren führte er Seminolen im Kampf gegen die US-Armee.[21]

Weitere Lebensläufe stehen in der Liste Bekannte indigene Persönlichkeiten.

Häufige Fragen

Wie nennen sich die Muscogee selbst?

Muscogee, in ihrer Sprache Mvskoke geschrieben; die Oklahoma Historical Society nennt auch Este Mvskokvlke für das Volk der Creek. Die Nation schreibt Mvskoke etwa im Namen ihres Sprachprogramms und im Tourismus.

Warum heißen die Muscogee Creek?

Englische Händler trafen sie am Ocmulgee River, den sie Ochese Creek nannten, und sprachen von "Ochese Creek Indians". Daraus wurde laut National Park Service kurz Creek. Die Menschen selbst nannten sich Muscogee.

Was war der Creek-Krieg?

Ein Bürgerkrieg unter den Muscogee von 1813 bis 1814, in den die USA eingriffen. Die Red Sticks kämpften gegen den National Council der Creek. Am 27. März 1814 besiegte Andrew Jackson sie am Horseshoe Bend, im Vertrag von Fort Jackson mussten die Muscogee je nach Quelle mehr als 20 bis 23 Millionen Acres abtreten.

Wie viele Muscogee starben bei der Vertreibung?

Nach Schätzung des National Park Service starben etwa 3.500 Muscogee in Alabama und auf dem Weg nach Westen. Die Muscogee (Creek) Nation nennt mehr als 20.000 Menschen, die die Armee 1836 und 1837 vertrieb.

Was entschied der Supreme Court im Fall McGirt?

Am 9. Juli 2020 entschied das Gericht, dass das Land, das die USA der Creek Nation im 19. Jahrhundert zugesichert hatten, für das Bundesstrafrecht weiter ein Reservat ist. Der Kongress habe es nie aufgelöst. Seitdem darf der Staat Oklahoma dort indigene Menschen nach Darstellung der Nation nicht mehr für Straftaten verfolgen.

Gibt es die Muscogee heute noch?

Ja. Die Liste des Bureau of Indian Affairs vom 30. Januar 2026 führt The Muscogee (Creek) Nation, die Poarch Band of Creek Indians in Alabama und die Tribal Towns Alabama-Quassarte, Kialegee und Thlopthlocco in Oklahoma.

Sind Muscogee und Seminolen verwandt?

Ja. Die Oklahoma Historical Society beschreibt die Seminolen als frühere Gruppe der Creek, und nach dem Creek-Krieg flohen viele Muscogee nach Florida. Der Seminole Tribe of Florida sieht Seminolen, Creek und Miccosukee als Nachfahren derselben Völker mit Muskogee-Sprachen.

Quellen

  1. Tribal Nation Culture/History. Muscogee (Creek) Nation. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  2. Tribal Nation Home (Startseite, Mvskoke Tourism: Visit Muscogee Nation). Muscogee (Creek) Nation. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  3. Tribal Nation Government. Muscogee (Creek) Nation. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  4. Tribal Nation Executive. Muscogee (Creek) Nation. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  5. Tribal Nation Citizenship. Muscogee (Creek) Nation. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  6. Tribal Nation Justice on the Reservation (Office of the Attorney General). Muscogee (Creek) Nation. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  7. Nachschlagewerk Theodore Isham und Blue Clark: Creek (Mvskoke). The Encyclopedia of Oklahoma History and Culture, Eintrag CR006. Oklahoma Historical Society. Stand 15.01.2010, aktualisiert 24.07.2024. abgerufen am 25.10.2026
  8. Amtliche Stelle The Muscogee Nation. National Park Service, Ocmulgee Mounds National Historical Park. Stand 23.10.2023. abgerufen am 25.10.2026
  9. Amtliche Stelle History and Culture. National Park Service, Ocmulgee Mounds National Historical Park. Stand 26.05.2026. abgerufen am 25.10.2026
  10. Amtliche Stelle History and Culture. National Park Service, Horseshoe Bend National Military Park. Stand 23.10.2026. abgerufen am 25.10.2026
  11. Nachschlagewerk Kathryn Braund: Creek War of 1813-14. Encyclopedia of Alabama, Alabama Humanities Alliance und Auburn University. Stand 28.10.2008, aktualisiert 18.03.2025. abgerufen am 25.10.2026
  12. Nachschlagewerk Christopher Maloney: Treaty of Fort Jackson. Encyclopedia of Alabama, Alabama Humanities Alliance und Auburn University. Stand 28.02.2011, aktualisiert 18.06.2025. abgerufen am 25.10.2026
  13. Nachschlagewerk Keith S. Hébert: Poarch Band of Creek Indians. Encyclopedia of Alabama, Alabama Humanities Alliance und Auburn University. Stand 18.01.2017, aktualisiert 27.03.2023. abgerufen am 25.10.2026
  14. Tribal Nation Poarch Creek Indians (Startseite). The Poarch Creek Indians. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  15. Amtliche Stelle What Happened on the Trail of Tears?. National Park Service, Trail of Tears National Historic Trail. Stand 23.04.2025. abgerufen am 25.10.2026
  16. Primärquelle McGirt v. Oklahoma, No. 18-9526, Opinion of the Court (Slip Opinion). Supreme Court of the United States. Stand 09.07.2020. abgerufen am 25.10.2026
  17. Amtliche Stelle Indian Entities Recognized by and Eligible To Receive Services From the United States Bureau of Indian Affairs, 91 FR 4102. Bureau of Indian Affairs, U.S. Department of the Interior (Federal Register). Stand 30.01.2026. abgerufen am 25.10.2026
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    Andrew Jackson war von 1829 bis 1837 Präsident der USA und trieb die Vertreibung der Nationen im Südosten voran.

  • GeschichteTrail of Tears

    Der Trail of Tears (Pfad der Tränen) war die Vertreibung der Cherokee 1838 und 1839 nach Oklahoma.