Indigene Völker NordamerikasThema
Indigene Völker heute
Kurz erklärt Die indigenen Völker Nordamerikas bestehen heute als Nationen mit eigenen Regierungen fort. In den USA erkennt der Bund laut der Liste des Bureau of Indian Affairs vom 30. Januar 2026 genau 575 Nationen an. Bei der Volkszählung 2020 bezeichneten sich 9,7 Millionen Menschen ganz oder teilweise als American Indian oder Alaska Native, mehr als die Hälfte lebt außerhalb des Landes ihrer Nationen.

Gibt es heute noch Native Americans?
Ja. Die indigenen Völker Nordamerikas bestehen als Nationen mit eigenen Regierungen fort. In den USA veröffentlicht das Bureau of Indian Affairs (BIA), die Behörde des Innenministeriums für indigene Angelegenheiten, regelmäßig die Liste der Nationen, die der Bund anerkennt. Die Fassung vom 30. Januar 2026 nennt 575 Nationen in den 48 zusammenhängenden Bundesstaaten und in Alaska, die Gemeinschaften in Alaska stehen in einem eigenen Teil.[1] Neu auf der Liste ist der Lumbee Tribe of North Carolina, den der Kongress mit dem Verteidigungshaushaltsgesetz für das Haushaltsjahr 2026 vom 18. Dezember 2025 anerkannt hat.[1] Das Census Bureau, die Statistikbehörde der USA, nennt für 2025 nach der damals gültigen Liste 574 Nationen.[3]
Im Deutschen werden diese Nationen oft als "Indianer" gesucht. Warum diese Website das Wort nur erklärend verwendet, steht auf der Seite Darf man noch "Indianer" sagen?. Das BIA selbst spricht von American Indians und Alaska Natives. Der Begriff Native American kam nach seinen Angaben in den 1970er Jahren als Alternative zu American Indian in breiten Gebrauch.[2]
Wie viele Native Americans leben in den USA?
Bei der Volkszählung 2020 bezeichneten sich 3,7 Millionen Menschen allein als American Indian oder Alaska Native, das waren 1,1 Prozent der Bevölkerung. Weitere 5,9 Millionen gaben diese Zugehörigkeit zusammen mit einer anderen an, etwa Weiß oder Schwarz. Zusammen ergab das 9,7 Millionen Menschen oder 2,9 Prozent, nach 5,2 Millionen (1,7 Prozent) im Jahr 2010.[4] Das Census Bureau rät zur Vorsicht beim Vergleich mit 2010, weil es die Fragestellung und die Auswertung der Antworten verbessert hat.[5] Für 2024 schätzt das Census Bureau die Gruppe auf 7,7 Millionen, für den 1. Juli 2060 rechnet es mit 9,0 Millionen oder 2,5 Prozent der Bevölkerung. Diese beiden Zahlen stammen aus der jährlichen Bevölkerungsschätzung und aus einer Vorausberechnung von 2023, nicht aus der Volkszählung.[3, 4]
Die Volkszählung erfasst, wie sich Menschen selbst einordnen.[4] Wer Bürger einer Nation ist, bestimmt dagegen die Nation; ein einziges Merkmal des Bundes oder der Nationen, das festlegt, wer American Indian oder Alaska Native ist, gibt es laut BIA nicht. Nach dem BIA-Bericht über Bevölkerung und Arbeitskräfte von 2005 hatten die damals 561 anerkannten Nationen zusammen 1.978.099 eingetragene Mitglieder, weniger als die Hälfte der damaligen Schätzung des Census Bureau von 4,5 Millionen für den 1. Juli 2007.[2] Heute betreut die Abteilung Indian Affairs des Innenministeriums, zu der das BIA gehört, nach eigenen Angaben rund 2 Millionen Menschen, die Mitglieder der 575 Nationen sind.[2]
| Nation oder Angabe | nur diese Angabe | auch mit anderen Angaben |
|---|---|---|
| Navajo Nation | 14,6 %[5] | 6,7 %[5] |
| Cherokee | 10,0 %[5] | 23,8 %[5] |
| Choctaw | 3,2 %[5] | 4,0 %[5] |
| Lumbee Tribe of North Carolina | 2,5 %[5] | in der Quelle nicht unter den ersten vier |
| Blackfeet Tribe (Montana) | in der Quelle nicht unter den ersten vier | 4,7 %[5] |
Die Grundgesamtheit sind 2.159.802 Menschen, die nur American Indian angaben, und 6.363.796 einschließlich Mehrfachangaben. Die Statistik spricht von "Cherokee", nicht von einer der drei anerkannten Cherokee-Nationen.[1, 5] Die Cherokee Nation mit Hauptstadt Tahlequah in Oklahoma ist nach eigener Darstellung die größte dieser drei und die größte Nation des Landes.[7] Mehr als die Hälfte (50,9 Prozent) der Menschen, die nur American Indian angaben, lebte 2020 in fünf Bundesstaaten: Oklahoma (14,2 Prozent), Arizona (12,9), Kalifornien (9,9), New Mexico (9,1) und Texas (4,8). Unter den Alaska Natives war Yup'ik mit 9.026 Menschen die häufigste alleinige Angabe, mit Mehrfachangaben lagen die Tlingit mit 22.601 vorn.[5]

Wo leben Native Americans heute?
American Indians und Alaska Natives leben und arbeiten überall in den USA. Viele verlassen ihre Reservate oder Dörfer aus denselben Gründen wie andere Menschen, die in die Städte ziehen, nämlich für Ausbildung und Arbeit. Mehr als die Hälfte lebt laut BIA inzwischen außerhalb des Landes ihrer Nationen. Die meisten kehren nach seinen Angaben zurück, um Verwandte zu besuchen, an religiösen oder kulturellen Anlässen teilzunehmen, für ihre Regierung zu arbeiten, bei Wahlen ihrer Nation abzustimmen oder im Alter dort zu leben.[2]
Das National Museum of the American Indian (NMAI) der Smithsonian Institution nennt einen noch höheren Anteil: Über 70 Prozent der Native Americans leben nach seinen Angaben in Städten oder Vororten, in Häusern und Wohnungen wie andere Bürger auch. Tipis waren nach dem Museum die traditionelle Wohnform der Plains-Völker, in anderen Regionen lebten die Menschen in Hogans, Wigwams, Langhäusern oder Iglus.[6]
Was ist ein Reservat?
Ein Reservat (englisch reservation) ist nach der Definition des BIA ein Stück Land, das einer oder mehreren Nationen durch Vertrag, Gesetz, Anordnung des Präsidenten oder Verwaltungsakt als dauerhafte Heimat vorbehalten ist. Der Bund hält das Eigentum daran treuhänderisch für die Nation. Manche Reservate sind Reste des ursprünglichen Landes einer Nation, andere schuf die Regierung für Menschen, die sie aus ihrer Heimat vertrieben hatte. Nicht jede anerkannte Nation hat ein Reservat.[2]
Rund 56,2 Millionen Acres hält der Bund laut BIA für Nationen und einzelne Menschen in Treuhand. Als Reservate verwaltet werden rund 326 Gebiete, die je nach Region Reservation, Pueblo, Rancheria, Mission, Village oder Community heißen. Das größte ist das Reservat der Navajo Nation mit 16 Millionen Acres in Arizona, New Mexico und Utah, das kleinste ein Friedhof der Pit River Tribe in Kalifornien von 1,32 Acres. In Alaska gibt es nur ein Reservat, das der Metlakatla Indian Community auf Annette Island.[2] Das Census Bureau zählt für 2025 genau 325 Reservate einschließlich der Treuhandflächen außerhalb von Reservaten und 221 statistische Gebiete für die Dörfer der Alaska Natives.[3]
Auf dem Reservat der Navajo Nation lebten 2020 mehr als 4 Prozent aller Menschen, die sich allein als American Indian oder Alaska Native bezeichneten, nach dem Census Bureau fast zehnmal so viele wie auf dem zweitgrößten Reservat. Im Reservat Pine Ridge gaben 81,0 Prozent dieser Menschen den Oglala Sioux Tribe an, mehr dazu auf der Seite Lakota.[5] Bundesstaaten haben in den Reservaten in der Regel keine Hoheit, auch keine Steuerhoheit, wenn der Kongress nichts anderes bestimmt. Daneben gibt es Reservate einzelner Bundesstaaten, deren Land der Staat für eine Nation hält; dort gilt das Recht des Staates.[2] Wie die Reservate entstanden und wie das Land durch den Dawes Act von 1887 schrumpfte, erklärt die Seite Reservate in den USA: Geschichte und Leben heute.[2]

Was bedeutet die Anerkennung durch den Bund?
Eine anerkannte Nation steht laut BIA in einer Beziehung von Regierung zu Regierung mit den USA. Sie besitzt ein angeborenes Recht auf Selbstregierung, also Souveränität, und hat Anspruch auf Leistungen und Schutz des Bundes.[2] Dazu gehört die Treuhandpflicht, die der Oberste Gerichtshof 1831 im Fall Cherokee Nation v. Georgia zuerst erörterte und 1942 im Fall Seminole Nation v. United States als höchste moralische Verpflichtung beschrieb. Sie verpflichtet den Bund rechtlich, Vertragsrechte, Land und Vermögen der Nationen zu schützen.[2]
Die Lumbee in North Carolina machten schon bei der Volkszählung 2020 2,5 Prozent der Menschen aus, die nur American Indian angaben.[5] Auf der Liste des BIA stehen sie erst seit dem Gesetz vom 18. Dezember 2025. Leistungen des Bundes bekommen sie danach erst, wenn das Innenministerium ihr Mitgliederverzeichnis geprüft und den Bedarf ermittelt hat, und grundsätzlich nicht vor dem dritten Haushaltsjahr nach dem Gesetz.[1] Die Chinook Indian Nation in Washington steht nicht auf der Liste vom 30. Januar 2026.[1]
Welche Rechte haben die Nationen?
Die Nationen haben laut BIA alle Befugnisse der Selbstregierung, die sie nicht in Verträgen abgegeben, die der Kongress nicht ausdrücklich aufgehoben und die Bundesgerichte nicht dem Bundesrecht untergeordnet haben. Sie dürfen eigene Regierungen bilden, Zivil- und Strafgesetze erlassen und durchsetzen, Steuern erheben, ihre Bürger bestimmen, Tätigkeiten genehmigen, Land ordnen und Fremde von ihrem Land ausschließen. Die Bundesstaaten haben über sie nur Macht, wenn der Kongress es ausdrücklich erlaubt. Mit dem Public Law 280 von 1953 übertrug er einigen Staaten die Strafgerichtsbarkeit über American Indians in Reservaten.[2]
Die meisten Nationen haben sich nach dem Indian Reorganization Act von 1934 organisiert, in Oklahoma nach dem Oklahoma Indian Welfare Act von 1936. In Alaska schuf der Alaska Native Claims Settlement Act von 1971 regionale und örtliche Gesellschaften, die Geld und Land der Alaska Natives verwalten. Der Indian Self-Determination and Education Assistance Act von 1975 und der Tribal Self-Governance Act von 1994 erlauben den Nationen, Programme des BIA für ihre Bürger selbst zu führen.[2] Die meisten Nationen haben eigene Gerichte.[2] Das BIA zählt rund 400 Rechtssysteme der Nationen; wo eine Nation keines hat, sprechen die Courts of Indian Offenses (CFR Courts) in ihrem Auftrag Recht, derzeit fünf regionale Gerichte.[13]
Die Cherokee Nation beschreibt ihre eigene Regierung so: Sie hat wie die der USA drei Gewalten. Sie gibt sich ihre Verfassung, macht und vollstreckt Gesetze, regelt Wirtschaft, Land, Umwelt und Wildtiere und erhebt Steuern. Ihr Marshal Service ist für das Reservat in 14 Countys zuständig und mit mehr als 90 Polizeibehörden des Bundes, des Staates, der Countys und Städte gegenseitig beauftragt. Regierung und Unternehmen der Nation beschäftigen rund 11.000 Menschen im Nordosten Oklahomas.[7]
Zugleich sind Native Americans Bürger der USA. Einzelne Gruppen bekamen die Staatsbürgerschaft seit 1817 durch Verträge, andere durch Gesetze oder ihren Dienst im Ersten Weltkrieg. 1924 verlieh der Kongress sie allen übrigen in den USA geborenen American Indians; Präsident Calvin Coolidge unterschrieb den Indian Citizenship Act am 2. Juni 1924. Native Americans dürfen wählen und gewählt werden und sind Bürger ihres Bundesstaats, ihres Countys und ihrer Stadt.[2] Steuern zahlen sie wie alle anderen, mit Ausnahmen: Auf Einkommen aus Treuhandland erhebt der Bund keine Einkommensteuer, auf Einkommen aus Arbeit im Reservat und auf ihre Käufe dort fallen keine Steuern des Bundesstaats an, auf Reservats- und Treuhandland keine örtliche Grundsteuer.[2]
Welche Themen bewegen die Nationen heute?
Am 9. Juli 2020 entschied der Oberste Gerichtshof mit fünf zu vier Stimmen im Fall McGirt v. Oklahoma, dass das Land, das die USA den Muscogee (Creek) in den Verträgen von 1832 und 1833 zugesichert hatten, für das Bundesstrafrecht weiter ein Reservat ist. Die Begründung schrieb Richter Neil Gorsuch; sie beginnt mit dem Versprechen am Ende des Trail of Tears.[8]
Weil der Kongress nichts anderes bestimmt hat, nehmen wir die Regierung beim Wort.
Im Juni 2021 kündigte Innenministerin Deb Haaland die Federal Indian Boarding School Initiative an, eine Untersuchung der Internatsschulen für indigene Kinder. Der erste Band des Berichts erschien im Mai 2022, der zweite und letzte im Juli 2024.[9] Er zählt von 1819 bis 1969 insgesamt 417 Internatsschulen des Bundes in 37 Bundesstaaten oder damaligen Territorien, im ersten Band waren es noch 408. Mindestens 973 Kinder starben nach den Akten während ihrer Schulzeit; das Ministerium hält die Zahl für unvollständig. Namentlich bekannt sind 18.624 Kinder, die in das System kamen, und an 65 Schulen fand die Untersuchung mindestens 74 Grabstätten mit und ohne Kennzeichnung.[10] Am 25. Oktober 2024 entschuldigte sich Präsident Joe Biden für das System der Internatsschulen.[9]
Am 15. Juni 2023 entschied der Oberste Gerichtshof im Fall Haaland v. Brackeen über Klagen gegen den Indian Child Welfare Act, ein Bundesgesetz, das indigene Kinder bei Adoption und Pflege mit indigenen Familien verbunden halten soll. Das Gericht ließ die Feststellung stehen, dass der Kongress das Gesetz erlassen durfte, und verwarf die Einwände, es zwinge die Bundesstaaten unzulässig zum Handeln. Über die Einwände wegen ungleicher Behandlung entschied es nicht, weil keine Partei dafür klagebefugt war.[11]
Ende des 15. Jahrhunderts wurden nach Berichten, die das BIA zitiert, über 300 Sprachen gesprochen, heute sind weniger als 200 noch lebendig. Nationen, die es noch können, arbeiten daran, ihre Sprache zu erhalten und neue Sprecher auszubilden.[2]
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| 9. Juli 2020 | McGirt v. Oklahoma: Das Land der Muscogee (Creek) bleibt für das Bundesstrafrecht ein Reservat.[8] |
| Juni 2021 | Beginn der Federal Indian Boarding School Initiative.[9] |
| 15. Juni 2023 | Haaland v. Brackeen: Der Oberste Gerichtshof verwirft Einwände gegen den Indian Child Welfare Act.[11] |
| Juli 2024 | Zweiter Band des Berichts: 417 Schulen, mindestens 973 tote Kinder.[9, 10] |
| 25. Oktober 2024 | Entschuldigung des Präsidenten für die Internatsschulen.[9] |
| 18. Dezember 2025 | Anerkennung des Lumbee Tribe of North Carolina durch den Kongress.[1] |
| 30. Januar 2026 | Die Liste des BIA nennt 575 anerkannte Nationen.[1] |
Wie ist es in Kanada?
Begriffe, Zahlen und Geschichte stehen auf der Seite First Nations, Inuit und Métis in Kanada. Die Verfassung Kanadas erkennt drei indigene Völker an: First Nations, Inuit und Métis. Bei der Volkszählung 2021 bezeichneten sich mehr als 1,8 Millionen Menschen als indigen, 5 Prozent der Bevölkerung.[12]
Zeitleiste: vom BIA bis zur Liste von 2026
- 11.03.1824Kriegsminister John C. Calhoun gründet das Bureau of Indian Affairs in seinem Ministerium.[2]
- 1831Im Fall Cherokee Nation v. Georgia erörtert der Oberste Gerichtshof zum ersten Mal die Treuhandpflicht des Bundes gegenüber den Nationen.[2]
- 1849Das Bureau of Indian Affairs kommt zum neu gegründeten Innenministerium.[2]
- 1887Der General Allotment Act, der Dawes Act, beginnt die Aufteilung des Landes der Nationen in einzelne Parzellen.[2] Dawes Act
- 02.06.1924Präsident Calvin Coolidge unterschreibt den Indian Citizenship Act; alle in den USA geborenen American Indians werden Staatsbürger.[2] Indian Citizenship Act
- 1934Der Indian Reorganization Act tritt in Kraft; nach ihm organisieren sich die meisten anerkannten Nationen.[2] Indian Reorganization Act
- 1953Das Public Law 280 überträgt einigen Bundesstaaten die Strafgerichtsbarkeit über American Indians in Reservaten.[2]
- 1971Der Alaska Native Claims Settlement Act schafft regionale und örtliche Gesellschaften, die Geld und Land der Alaska Natives verwalten.[2]
- 1975Der Indian Self-Determination and Education Assistance Act erlaubt den Nationen, Programme des Bundes selbst zu führen.[2]
- 1994Der Tribal Self-Governance Act folgt; mit beiden Gesetzen können die Nationen Programme des Bureau of Indian Affairs selbst führen.[2]
- 09.07.2020McGirt v. Oklahoma: Das Land der Muscogee (Creek) bleibt für das Bundesstrafrecht ein Reservat.[8]
- Juni 2021Innenministerin Deb Haaland kündigt die Federal Indian Boarding School Initiative an.[9]
- 15.06.2023Haaland v. Brackeen: Der Oberste Gerichtshof verwirft Einwände gegen den Indian Child Welfare Act.[11]
- Juli 2024Der zweite Band des Berichts über die Internatsschulen zählt 417 Schulen und mindestens 973 tote Kinder.[9, 10]
- 25.10.2024Präsident Joe Biden entschuldigt sich für das System der Internatsschulen.[9]
- 18.12.2025Der Kongress erkennt den Lumbee Tribe of North Carolina an.[1]
- 30.01.2026Die Liste des Bureau of Indian Affairs nennt 575 anerkannte Nationen.[1]
Mythos und Wahrheit
- Indigene Völker Nordamerikas: alle Nationen, Kulturräume und Themen
- Reservate in den USA: Geschichte und Leben heute
- First Nations, Inuit und Métis in Kanada
- Darf man noch "Indianer" sagen?
- Internatsschulen für indigene Kinder
- Red Power: AIM, Alcatraz, Wounded Knee 1973, Die Proteste von Standing Rock und Land Back
- Gesetze und Verträge: vom Indian Removal Act bis zum Indian Citizenship Act
- Nationen heute: Navajo, Cherokee, Lakota und Osage
Häufige Fragen
Gibt es heute noch Indianer?
Ja. Die Völker, die im Deutschen oft "Indianer" genannt werden, leben heute als Nationen mit eigenen Regierungen. Die Liste des Bureau of Indian Affairs vom 30. Januar 2026 nennt 575 anerkannte Nationen in den USA, in Kanada zählte die Volkszählung 2021 mehr als 1,8 Millionen indigene Menschen.
Wie viele Native Americans gibt es in den USA?
Bei der Volkszählung 2020 bezeichneten sich 3,7 Millionen Menschen allein als American Indian oder Alaska Native, zusammen mit Mehrfachangaben waren es 9,7 Millionen oder 2,9 Prozent der Bevölkerung. Für 2024 schätzt das Census Bureau die Gruppe auf 7,7 Millionen.
Wie viele Reservate gibt es in den USA?
Das Bureau of Indian Affairs nennt rund 326 Gebiete, die als Reservate verwaltet werden, darunter Pueblos, Rancherias und Dörfer. Das Census Bureau zählt für 2025 genau 325 anerkannte Reservate einschließlich der Treuhandflächen außerhalb von Reservaten. Das größte ist das Reservat der Navajo Nation.
Leben alle Native Americans in Reservaten?
Nein. Laut Bureau of Indian Affairs lebt mehr als die Hälfte außerhalb des Landes ihrer Nationen, viele ziehen für Ausbildung und Arbeit in die Städte. Nach dem National Museum of the American Indian leben über 70 Prozent in Städten oder Vororten.
Welche ist die größte indigene Nation der USA?
Bei der Volkszählung 2020 gaben Menschen, die sich allein als American Indian bezeichneten, am häufigsten die Navajo Nation an (14,6 Prozent). Zählt man Mehrfachangaben mit, lag Cherokee mit 23,8 Prozent vorn. Die Cherokee Nation nennt sich selbst die größte Nation des Landes.
Sind Native Americans Bürger der USA?
Ja. Der Kongress verlieh 1924 allen in den USA geborenen American Indians die Staatsbürgerschaft, die noch keine hatten. Sie sind Bürger der USA, ihres Bundesstaats und ihres Wohnorts und können zugleich Bürger ihrer Nation sein.
Was bedeutet Souveränität bei indigenen Nationen?
Anerkannte Nationen regieren sich laut Bureau of Indian Affairs selbst: Sie geben sich Verfassungen, erlassen und vollstrecken Gesetze, erheben Steuern und bestimmen, wer ihr Bürger ist. Begrenzt wird das durch Verträge, Bundesgesetze und Gerichtsurteile; die Bundesstaaten haben über sie nur Macht, wenn der Kongress es erlaubt.
Quellen
- Amtliche Stelle Indian Entities Recognized by and Eligible To Receive Services From the United States Bureau of Indian Affairs, 91 FR 4102. Bureau of Indian Affairs, U.S. Department of the Interior (Federal Register). Stand 30.01.2026. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Frequently Asked Questions. Bureau of Indian Affairs, U.S. Department of the Interior. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle National Native American Heritage Month: November 2025 (Facts for Features CB25-FF.09). U.S. Census Bureau. Stand Page Last Revised 19.02.2026. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Nicholas Jones, Rachel Marks, Roberto Ramirez, Merarys Ríos-Vargas: 2020 Census Illuminates Racial and Ethnic Composition of the Country. U.S. Census Bureau. Stand 12.08.2021, Page Last Revised 17.03.2025. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Ana I. Sánchez-Rivera, Paul Jacobs, Cody Spence: A Look at the Largest American Indian and Alaska Native Tribes and Villages in the Nation, Tribal Areas and States. U.S. Census Bureau. Stand 03.10.2023, Page Last Revised 19.02.2026. abgerufen am 24.10.2026
- Museum Excerpts from Do All Indians Live in Tipis? (Native Knowledge 360). Smithsonian, National Museum of the American Indian. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Primärquelle McGirt v. Oklahoma, No. 18-9526, Opinion of the Court (Slip Opinion). Supreme Court of the United States. Stand 09.07.2020. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Federal Indian Boarding School Initiative. Bureau of Indian Affairs, U.S. Department of the Interior. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Bryan Newland: Federal Indian Boarding School Initiative Investigative Report Vol. II. U.S. Department of the Interior, Assistant Secretary for Indian Affairs. Stand Juli 2024. abgerufen am 24.10.2026
- Primärquelle Haaland v. Brackeen, No. 21-376, Syllabus (Slip Opinion). Supreme Court of the United States. Stand 15.06.2023. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Indigenous peoples and communities. Crown-Indigenous Relations and Northern Affairs Canada, Regierung Kanadas. Stand 13.06.2024. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Tribal Court Systems. Bureau of Indian Affairs, U.S. Department of the Interior. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
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