Cowboys und AlltagThema
Alltag der Siedler im Wilden Westen
Kurz erklärt Siedler auf den Great Plains lebten in den ersten Jahren oft in Erdhütten oder Häusern aus Grassoden, heizten mit getrocknetem Dung, Heu oder gedrehtem Gras und bauten Mais und Weizen an. Frauen, Männer und Kinder arbeiteten auf dem Hof mit, die Kinder lernten in Schulen mit einem einzigen Raum. Heuschrecken wie 1874, Blizzards wie am 12. Januar 1888 und Krankheiten bedrohten die Familien.

Wie lebten die Siedler im Wilden Westen?
Uriah W. Oblinger aus Indiana, ein Veteran des Bürgerkriegs, zog im Herbst 1872 mit zwei Brüdern seiner Frau nach Nebraska und meldete etwa elf Meilen westlich von Geneva im Fillmore County eine Heimstätte nach dem Homestead Act an.[1] Seine Briefe nach Indiana bis Mai 1873, als seine Frau Mattie nachkam, erzählen, wie er den Antrag stellte, die Grasnarbe aufbrach und ein Haus aus Soden baute. Fast sieben Jahre bewirtschafteten die beiden das Land, gegen Blizzards, Dürre, Heuschrecken und niedrige Preise für die Ernte.[1]
Je länger ich hier bin, desto besser gefällt es mir. Hier gibt es meist junge Familien, die gerade erst anfangen wie wir, und ich finde sie wirklich sehr großzügig. Wir werden hier alle zusammen arm sein.
Die Nebraska State Historical Society erhielt die Papiere der Familie 1958 als Schenkung; ihr Kern sind 318 Briefe aus den Jahren 1862 bis 1911.[1] Zusammen mit den Glasnegativen, die der Fotograf Solomon D. Butcher von 1886 bis 1912 in Nebraska aufnahm, zeigt die Library of Congress sie in der Sammlung "Prairie Settlement". Wie viele Negative es sind, geben die Seiten der Sammlung unterschiedlich an: etwa 3.000 auf der Startseite, fast 3.500 auf der Seite About the Collection.[2, 3] History Nebraska, wo die Originale liegen, zählt 3.300 Glasnegative.[19] Die Geschichte der Oblingers nennt die Library of Congress typisch für die Homesteader der Plains: Viele kamen wie Uriah mit Verwandten in den Westen, verloren eine Frau oder Kinder und verloren auch ihr Land wieder.[3]
Wie baute man ein Sodenhaus?
Westlich des 100. Längengrads war Holz knapp.[6] Die einfachste Unterkunft im Westen von Kansas war nach der Kansas Historical Society die Erdhütte (englisch dugout): in eine Böschung gegraben, mit einem Dach aus Soden auf groben Stangen. Bei trockenem Wetter war sie bequem genug, bei Regen lief sie oft voll Wasser; die ersten Siedler bauten sie als Notbehelf.[5]
Für ein Sodenhaus (englisch sod house, kurz soddy) stachen die Siedler Rechtecke aus der Grasnarbe, deren Wurzeln die Erde zusammenhielten.[5] Am besten eigneten sich nach der Encyclopedia of the Great Plains dichte, rasenbildende Gräser der Kurz- und Mischgrasprärie, auf den High Plains von Nebraska, Kansas und Colorado vor allem Büffelgras, dessen zähes Wurzelgeflecht formfeste Ziegel ergab. Den ältesten verlässlichen Beleg nennt die Enzyklopädie aus Fort Kearny am Platte River: Dort ließ Leutnant Daniel P. Woodbury 1848 seine Soldaten erst Lehmziegel formen und dann, um schneller fertig zu werden, Soden schneiden.[4]
Anfangs stachen die Siedler die Soden mit dem Spaten. Später bauten Schmiede eigene Pflüge, mit denen sich die Grasnarbe als ganzes Band umlegen und danach in Blöcke schneiden ließ. Daraus ging der "grasshopper"-Pflug hervor, der große, gleichmäßige Blöcke lieferte und in den 1880er Jahren alle älteren Verfahren offenbar verdrängt hatte. Die Blöcke, "prairie marble" genannt, kamen mit dem Gras nach unten auf geebneten Boden, meist zwei Blöcke breit und mit versetzten Fugen. Die Dächer der ausgereiften Bauweise waren fast immer Walmdächer aus Schnittholz mit Holzschindeln.[4]
Wer dauerhaft im Sodenhaus wohnen wollte, verputzte die Wände innen und verkleidete sie außen gegen den Regen, legte Holzböden und verputzte die Decke. Innen glich so ein Haus nach der Enzyklopädie jedem anderen amerikanischen Haus der Zeit, war aber angenehmer temperiert. Manche Erbauer brauchten zwei oder mehr Versuche, bis ein Haus länger als ein paar Jahre hielt.[4] Wasserschäden und Ungeziefer zwangen dazu, ein Sodenhaus von Zeit zu Zeit neu zu bauen oder aufzugeben, und Erde und Insekten rieselten von Wänden und Decke. Die meisten Siedler blieben nach der Kansas Historical Society nur so lange darin, bis sie sich ein Holzhaus leisten konnten.[5] Manche wohnten aber Jahrzehnte in ihrem Sodenhaus, weil sie die Wärme und die niedrigen Kosten schätzten.[4]

Womit heizten und kochten die Siedler ohne Holz?
Oft mit getrocknetem Dung. Nach der Nebraska State Historical Society war Büffeldung, einige Wochen in der Sonne getrocknet, sauber anzufassen und meist geruchlos; er brannte mit kleiner Flamme, gab aber heiße Glut zum Kochen und Heizen. Für die Goldsucher von 1849 und die Reisenden auf dem Oregon Trail und dem Mormon Trail war er fast der einzige Brennstoff. Als die Bisons verschwunden waren, kamen die Rinderherden aus Texas, und Homesteader sollen Treiber eingeladen haben, ihre Herden über Nacht auf ihrem Land lagern zu lassen, um genug Kuhfladen für den Winter zu bekommen.[6]
Birdie McDonald, 1885 in Minnesota geboren, lebte als kleines Kind mit ihrer Familie in einem Sodenhaus mit zwei Räumen bei Roscoe in South Dakota. An Sturmtagen, erinnerte sie sich, drehten ihr Vater und die älteren Brüder im Anbau aus Soden langes, grobes Sumpfgras zu festen Strängen und stopften sie in zwei Eisentrommeln, die abwechselnd über die offenen Kochstellen des Herds gestülpt wurden. Holz gab es dort nicht, und Kohle war der Familie zu teuer. Im Sommer sammelten die älteren Kinder Büffelfladen für das Kochfeuer.[8]
Der Mangel brachte eigene Öfen hervor. Mitarbeiter des Schriftstellerprogramms der Work Projects Administration, die in der Weltwirtschaftskrise Erinnerungen aus Nebraska sammelten, beschrieben den Heuofen: einen eisernen Herd mit zwei etwa drei Fuß langen, mit Heu gefüllten Rohren, aus denen eine Feder das Heu in den Feuerraum schob. Als die Farmer Mais in großen Mengen anbauten, verbrannten sie stattdessen Maiskolben. Im Osten Nebraskas fand sich in den 1870er Jahren Holz an den Bachufern, oft aber grünes Pappelholz, das erst im Backofen trocknen musste. Annie Ducker, die 1873 ins Custer County kam, erinnerte sich, dass ihre Familie monatelang in einem Loch in einer Erdböschung buk, und russlanddeutsche Siedler mauerten Backöfen aus Ziegeln in die Hauswand.[7]
Welche Arbeit hatten Männer, Frauen und Kinder?
Zuerst musste die Grasnarbe aufgebrochen werden. In Nicodemus in Kansas verbrachten die ersten Siedler, die im Herbst 1877 angekommen waren, den Winter am Ort und zogen im Frühjahr auf ihre Heimstätten hinaus. Mit einfachen Hacken und Spaten, die sie aus Kentucky mitgebracht hatten, brachen die Familien den unberührten Boden um. Ende 1878 hatte ein Homesteader dort im Durchschnitt drei bis fünfzig Acres Winterweizen gesät.[9] Die Briefe der Oblingers aus Nebraska handeln von Verbesserungen auf dem Land, von Ernte und Vieh, Wetter und Nachbarn.[1]
Nach dem National Park Service halfen Millionen verheirateter Frauen, Töchter und andere weibliche Angehörige ihren Familien, die Bedingungen für die Heimstätte zu erfüllen, auch wenn ihr Name nicht in den Akten stand. Eigenes Land beantragen durften alleinstehende, verwitwete, geschiedene oder verlassene Frauen, eine verheiratete Frau nur, wenn sie als Haushaltsvorstand galt. Mehr als 100.000 Frauen erhielten nach dem Homestead Act Land auf ihren eigenen Namen, und viele arbeiteten zusätzlich als Lehrerin, Krankenschwester, Näherin oder Hausangestellte.[10]
Zu ihrem Anteil schreibt Greg Bradsher von den National Archives, mindestens zehn Prozent der Heimstätten seien an alleinstehende Frauen gegangen. Vor 1900 waren Frauen nach seinen Angaben weniger als zehn Prozent der Homesteader, im frühen 20. Jahrhundert in Staaten wie Colorado, Wyoming, Montana, North und South Dakota und Utah schätzungsweise 10 bis 15 Prozent (mehr auf der Seite Frauen im Wilden Westen).[11]
Auch die Kinder arbeiteten mit; bei den McDonalds sammelten sie den Brennstoff.[8] Die Töchter Stella und Maggie Oblinger schrieben 1887 aus dem Gove County in Kansas, wohin die Familie inzwischen gezogen war, vor allem über den Haushalt in der Erdhütte, über das Vieh und die Schule.[1]
Welche Gefahren drohten: Heuschrecken, Blizzards und Feuer?
Ende Juli 1874 fielen ohne Vorwarnung Millionen Heuschrecken, Rocky-Mountain-Heuschrecken, über die Prärien von den Dakotas bis Texas her. Nach der Kansas Historical Society verdunkelten die Schwärme die Sonne und klangen wie Regen. Sie fraßen die Ernte vom Feld, die Wolle von lebenden Schafen, Kleidung, Papier, Baumrinde und Werkzeugstiele, und auf den glitschigen Schienen fanden Lokomotiven keinen Halt mehr. Meist blieben die Insekten zwei Tage bis eine Woche. Am schlimmsten traf es die Neuankömmlinge in den westlichen Countys von Kansas, denen Saatgut, Futter und Vorräte für den Winter fehlten.[12]
Gouverneur Thomas Osborn rief das Parlament zu einer Sondersitzung, die am 15. September 1874 begann. Es durfte kein Geld direkt aus der Staatskasse geben, genehmigte aber Anleihen über 73.000 Dollar für Hilfe. Aus dem ganzen Land kamen Geld und Vorräte; die Eisenbahnen fuhren Fässer, Kisten und Ballen mit Bohnen, Schweinefleisch und Reis kostenlos, und Farmer schickten ganze Waggons Gerste und Mais für die Aussaat im nächsten Jahr.[12] Auch die Briefe der Oblingers erzählen von Heuschrecken und vom Osterblizzard 1873.[2]
Am 12. Januar 1888 kam einer der tödlichsten Winterstürme der amerikanischen Geschichte. Der Morgen war nach dem U.S. Census Bureau ungewöhnlich mild, nahe 50 Grad Fahrenheit (umgerechnet rund 10 Grad Celsius), und viele Kinder gingen ohne Wintermantel zur Schule. Dann zog eine arktische Kaltfront heran. In Huron im Dakota-Territorium fiel die Temperatur nach Sonnenuntergang auf minus 27 Grad Fahrenheit (rund minus 33 Grad Celsius), und Wind mit 50 Meilen in der Stunde trieb Eis und Schnee vor sich her. Hunderte Menschen starben, vor allem im Dakota-Territorium, in Nebraska, Minnesota und Iowa. Bei Ord in Nebraska riss der Sturm Tür und Dach vom Sodenschulhaus der 19 Jahre alten Lehrerin Minnie Mae Freeman. Sie band zwölf Schüler mit Schnur aneinander, trug das jüngste Kind und brachte alle zu einem Farmhaus etwa eine halbe Meile entfernt.[13] Der Signal Service der Armee hatte vor diesem Sturm und vor einem zweiten im März 1888 im Nordosten nicht gewarnt und wurde dafür kritisiert; unter anderem deshalb übertrug der Kongress den Wetterdienst am 1. Oktober 1890 dem neuen Weather Bureau im Landwirtschaftsministerium.[13]
Dazu kamen Dürre, Hagel und Präriebrände. August Sanson begann 1882 eine Heimstätte auf Land, das heute zum Wind Cave National Park in South Dakota gehört. Die Familie lebte acht Meilen von Buffalo Gap, die Nachbarn drei bis zehn Meilen entfernt, und überstand nach ihren Erinnerungen trockene Jahre, Heuschrecken, Hagelstürme und Weidebrände.[8] Bei einem Blizzard in Roscoe spannte Birdie McDonalds Vater eine Wäscheleine vom Sodenhaus zum Stall aus Soden, damit er und die älteren Söhne den Weg zu den Kühen und Ochsen fanden.[8]
Welche Krankheiten und welche Ärzte gab es?
Als Birdie McDonalds Mutter im Mai 1888 bei Roscoe ein Kind bekam, war eine Nachbarin bei ihr; Birdie McDonald selbst verlor später einen Sohn als Säugling.[8] Mattie Oblinger starb im Februar 1880 im Kindbett, zusammen mit einem neugeborenen Sohn. Sie war 36 Jahre alt und hinterließ drei Töchter von neun, fünf und zwei Jahren. Uriah Oblinger konnte Farm, Haushalt und Kinder nicht allein versorgen, verkaufte fast alles und zog nach Minnesota in die Nähe seines Vaters und seiner Geschwister.[1] Seine zweite Frau Laura brach sich im Januar 1887 in Kansas den Arm. Weil der Bruch nicht richtig eingerichtet worden war, fuhr sie zur Behandlung zu ihren Eltern nach Minnesota.[1]
Die Lehrerin Allie Etta Shattuck suchte im Blizzard von 1888 westlich von Lincoln in einem Heuschober Schutz; erst nach Tagen fanden die Helfer sie, und sie starb nach einer Operation an ihren erfrorenen Gliedern.[13]
Für die öffentliche Gesundheit setzte sich in Kansas Samuel J. Crumbine ein. Nach dem Medizinabschluss 1888 ließ er sich in Dodge City als Arzt nieder und beschrieb diese Praxis später in seiner Autobiografie "Frontier Doctor"; nach der Kansas Historical Society war er das Vorbild für den Arzt "Doc Adams" der Fernsehserie "Gunsmoke". 1899 kam er in den State Board of Health, 1904 wurde er dessen Sekretär. Gegen Fliegen, die Krankheiten verbreiteten, machte er bis 1905 aus einem Gerät namens fly bat die Fliegenklatsche. Gegen Tuberkulose ließ er die gemeinsamen Trinkbecher in Zügen und öffentlichen Gebäuden durch Papierbecher ersetzen, und Ziegeleien prägten seinen Spruch "Don't spit on the sidewalk" (Spuck nicht auf den Gehweg) in Pflastersteine.[14]
Wie gingen Siedlerkinder zur Schule?
Birdie McDonalds Mutter hatte Schulbücher mitgebracht und unterrichtete die jüngeren Kinder ein paar Jahre lang selbst. Als mehr Siedler in die Gegend zogen, bezahlte das County eine Lehrkraft; das Schulhaus stellten die Eltern, die die Lehrkraft auch kostenlos verpflegten. Birdie McDonald ging in einer Blockhütte zur Schule und mit 14 Jahren auf die High School in Rapid City.[8]
In Nicodemus begann der Unterricht im Winter 1877/78 in der Erdhütte von Jenny und Zach Fletcher. Jenny Fletcher unterrichtete etwa 15 Schüler, Kinder und Erwachsene. Viele Siedler dort waren versklavt gewesen, und Bildung war ihnen verwehrt worden, manchmal mit Gewalt; deshalb wollten sie so früh wie möglich eine Schule. 1879 gründete der Ort den ersten Schulbezirk im Graham County, School District Nr. 1, und im Juli 1879 begann die erste offizielle Unterrichtszeit (zur Geschichte des Ortes die Seite Afroamerikaner im Wilden Westen).[17]
Typisch war das Schulhaus mit einem Raum. In Kansas standen nach der Kansas Historical Society hundert Jahre lang weiße Holz- oder Steinschulhäuser mit einem Raum an den Ecken der Landsektionen, mit Namen wie Prairie Flower, Buzzard Roost oder Good Intent. Die Kinder waren 5 bis 21 Jahre alt, kamen zu Fuß, zu Pferd oder im Wagen und lernten bis zur achten Klasse; wer bei Schulbeginn nur eine fremde Sprache sprach, lernte dort Englisch. Die Lehrerin, manchmal kaum älter als ihre Schüler, war zugleich Krankenschwester, Hausmeisterin, Heizerin und Schlichterin, für weniger als 50 Dollar im Monat. Um 1900 zogen viele Menschen in die Städte, die Landschulen verloren Schüler und Steuergeld, und die Bezirke schlossen sich zusammen. Bis 1966 war die Landschule mit einem Raum in Kansas verschwunden.[15]
In der Freeman School bei Beatrice in Nebraska, die von 1872 bis 1967 unterrichtete, mussten viele Schüler ihre Bücher selbst mitbringen, oft die Familienbibel; 1881 stellte die Schule Schulbücher, zehn Jahre bevor das Gesetz es verlangte. Die Lehrer waren jung, verdienten wenig und wohnten und aßen oft bei den Familien ihrer Schüler.[16]

Wem gehörte das Land der Siedler vorher?
Die Heimstätten lagen in 30 Staaten, auf traditionellem oder vertraglich zugesichertem Land vieler indigener Nationen. Viele Homesteader glaubten nach dem National Park Service, alle indigenen Völker seien Nomaden und nur wer Land besitze, nutze es gut. Wirklich ohne festen Ort zogen nur wenige Nationen umher, andere lebten in dauerhaften Dörfern und bauten Feldfrüchte an. Land gehörte bei ihnen der Gemeinschaft, und dieser Unterschied zum Eigentum der Siedler führte zu Konflikten (mehr auf der Seite Homestead Act).[18]
Birdie McDonalds Familie zog 1888 an die Mündung des Belle Fourche in den Cheyenne River. Nach ihrer Erinnerung kam dort eine Gruppe indigener Menschen zur neuen Blockhütte, weil die Siedler Bäume fällten und Heu machten und damit Jagdgründe und die besten Weiden der Pferde verdarben. Die Mutter, mit den Kindern allein im Haus, stellte frisch gebackenes Brot und zwei Kessel Kaffee auf die Fenstersimse; die Besucher aßen, bedankten sich und gingen.[8]
Zeitleiste: Alltag der Siedler
- 1848In Fort Kearny am Platte River lässt Leutnant Daniel P. Woodbury Soden für Bauten schneiden, der älteste verlässliche Beleg für Sodenbau auf den Plains.[4]
- 1872Uriah W. Oblinger zieht im Herbst aus Indiana nach Nebraska und meldet eine Heimstätte im Fillmore County an.[1]
- 1872Die Freeman School bei Beatrice in Nebraska nimmt den Unterricht auf; sie bleibt bis 1967 Schule.[16]
- 1873Die Briefe der Familie Oblinger berichten vom Osterblizzard.[2]
- 15.09.1874Nach der Heuschreckenplage des Sommers beginnt in Kansas eine Sondersitzung des Parlaments; es genehmigt Anleihen über 73.000 Dollar für Hilfe.[12]
- 1877Die ersten Siedler kommen im Herbst nach Nicodemus in Kansas; im Winter 1877/78 unterrichtet Jenny Fletcher in ihrer Erdhütte.[9, 17]
- 1879Nicodemus gründet den School District Nr. 1, den ersten Schulbezirk im Graham County.[17]
- 1880Mattie Oblinger stirbt im Februar im Kindbett, zusammen mit einem neugeborenen Sohn.[1]
- 1882August Sanson beginnt eine Heimstätte auf Land, das heute zum Wind Cave National Park gehört.[8]
- 1886Solomon D. Butcher beginnt, die Siedler in Nebraska zu fotografieren; bis 1912 entstehen nach den Quellen 3.300 bis fast 3.500 Glasnegative.[3, 19]
- 1888Samuel J. Crumbine schließt sein Medizinstudium ab und lässt sich als Arzt in Dodge City nieder.[14] Dodge City
- 12.01.1888Nach einem milden Morgen trifft ein Blizzard die nördlichen Great Plains; Hunderte Menschen sterben.[13]
- 01.10.1890Ein Gesetz überträgt den Wetterdienst vom Signal Service der Armee an das neue Weather Bureau.[13]
- 1904Samuel J. Crumbine wird Sekretär des State Board of Health von Kansas.[14]
- 1966In Kansas ist die Landschule mit einem Raum verschwunden.[15]
- 1967Die Freeman School schließt nach 95 Jahren Unterricht.[16]
Mythos und Wahrheit
Mehr zum Leben auf der Prärie
- Der Homestead Act: Bedingungen, Zahlen und Folgen für die Nationen
- Die Besiedlung des Westens: Trails, Eisenbahn und Einwanderer
- Essen und Trinken im Wilden Westen: was Siedler, Soldaten und Cowboys aßen
- Laura Ingalls Wilder: eine Kindheit in Hütte, Erdhöhle und Siedlerstadt
- Afroamerikaner im Wilden Westen: Exodusters und Nicodemus
- Frauen im Wilden Westen und Deutsche im Wilden Westen
- Great Plains und Prärie
- Im Glossar: Sodenhaus, Blockhütte, Homesteader und General Store
Häufige Fragen
Wie lebten die Siedler im Wilden Westen?
Auf den Great Plains lebten viele Siedlerfamilien zuerst in einer Erdhütte im Hang oder in einem Haus aus Grassoden, bis sie sich ein Holzhaus leisten konnten. Sie brachen die Grasnarbe auf, bauten Mais und Weizen an, hielten Vieh und heizten mit getrocknetem Dung, Heu oder gedrehtem Gras, weil es kaum Holz gab.
Was ist ein Sodenhaus?
Ein Haus, dessen Wände aus Blöcken von Grassoden bestehen. Die Siedler schnitten die Soden mit Spaten oder einem eigenen Pflug aus der Prärie und schichteten sie mit dem Gras nach unten wie Ziegel. Gut gebaute Sodenhäuser hatten innen Putz und Holzböden; die meisten Familien zogen aber bald in ein Holzhaus.
Womit heizten die Siedler auf der Prärie?
Westlich des 100. Längengrads war Holz knapp. Die Siedler verbrannten getrockneten Büffeldung und später Kuhfladen, drehten Sumpfgras zu festen Strängen oder verfeuerten Maiskolben. Es gab eigene Heuöfen, in die eine Feder das Heu aus Rohren nachschob.
Durften Frauen nach dem Homestead Act Land bekommen?
Ja, wenn sie alleinstehend, verwitwet, geschieden oder verlassen waren; verheiratete Frauen nur als Haushaltsvorstand. Laut National Park Service erhielten mehr als 100.000 Frauen Land auf ihren eigenen Namen. Nach einem Beitrag des Archivars Greg Bradsher von den National Archives gingen mindestens zehn Prozent der Heimstätten an alleinstehende Frauen.
Was war der Blizzard von 1888?
Ein Schneesturm am 12. Januar 1888, der nach einem milden Morgen über die nördlichen Great Plains kam. Viele Kinder waren ohne Wintermantel in der Schule. Hunderte Menschen starben, vor allem im Dakota-Territorium, in Nebraska, Minnesota und Iowa. Die Lehrerin Minnie Mae Freeman brachte bei Ord in Nebraska ihre Schüler in Sicherheit.
Wie sah eine Schule der Siedler aus?
Meist war es ein Schulhaus mit einem einzigen Raum aus Holz oder Stein, in dem Kinder von 5 bis 21 Jahren gemeinsam lernten. In Kansas verdiente eine Lehrerin weniger als 50 Dollar im Monat. Anfangs fand der Unterricht oft zu Hause oder in einer Erdhütte statt, in Nicodemus im Winter 1877/78 bei Jenny und Zach Fletcher.
Was war die Heuschreckenplage von 1874?
Ende Juli 1874 fielen Millionen Rocky-Mountain-Heuschrecken über die Prärien von den Dakotas bis Texas her und fraßen die Ernte, sogar Wolle, Kleidung und Werkzeugstiele. Kansas genehmigte Anleihen über 73.000 Dollar für Hilfe, und die Eisenbahnen fuhren Spenden wie Bohnen, Schweinefleisch und Reis kostenlos ins Land.
Quellen
- Archiv Prairie Settlement: About the Letters from the Uriah W. Oblinger Collection. Library of Congress, American Memory, mit der Nebraska State Historical Society. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Archiv Prairie Settlement: Nebraska Photographs and Family Letters (Startseite der Sammlung). Library of Congress, American Memory, mit der Nebraska State Historical Society. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Archiv Prairie Settlement: About the Collection. Library of Congress, American Memory, mit der Nebraska State Historical Society. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk David Murphy: Sod-Wall Construction (Encyclopedia of the Great Plains, hg. von David J. Wishart). University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Housing in Kansas History (Kansapedia). Kansas Historical Society. Stand Januar 2010, geändert März 2013. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Buffalo and Cow Chips. History Nebraska, Nebraska State Historical Society. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Pioneer Cooking (1). History Nebraska, Nebraska State Historical Society. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Homesteaders, mit dem Bericht von Birdie McDonald: Experiences Homesteading on the Great Plains. National Park Service, Wind Cave National Park. Stand 04.09.2023. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Fairview District Orientation. National Park Service, Nicodemus National Historic Site. Stand 12.03.2023. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Women Homesteaders. National Park Service, Homestead National Historical Park. Stand 22.08.2023. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Greg Bradsher: Women Homesteaders (The Text Message, Blog der National Archives). National Archives and Records Administration. Stand 02.09.2021. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Grasshopper Plague of 1874 (Kansapedia). Kansas Historical Society. Stand Juni 2003, geändert Oktober 2016. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Jason G. Gauthier: History and the Census: The 1888 Schoolchildren's Blizzard. U.S. Census Bureau. Stand 01.01.2026. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Samuel J. Crumbine (Kansapedia). Kansas Historical Society. Stand Juni 2003, geändert Januar 2016. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Country Schools (Kansapedia). Kansas Historical Society. Stand Juni 2003, geändert Juli 2011. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Freeman School. National Park Service, Homestead National Historical Park. Stand 27.09.2024. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle School District Number 1. National Park Service, Nicodemus National Historic Site. Stand 09.07.2026. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Native Americans and the Homestead Act. National Park Service, Homestead National Historical Park. Stand 17.09.2024. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Solomon D. Butcher Collection. History Nebraska, Nebraska State Historical Society. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
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