GlossarSachgruppe

Gebäude und Orte von A bis Z

Kurz erklärt Je nach Gegend bauten die Menschen im Westen Blockhütten aus Baumstämmen, Sodenhäuser aus Grassoden auf der Prärie oder Häuser aus Adobe im Südwesten. Diese Sachgruppe erklärt 20 Gebäude und Orte, vom Mietstall über Bank und Gefängnis bis zur Ranch. Banküberfälle waren nach Larry Schweikart und Lynne Doti selten.

Staubige Hauptstraße einer kleinen Westernstadt mit Holzhäusern hinter hohen Scheinfassaden, einer Blockhütte und einer weißen Holzkirche mit Glockenturm vor weiter Prärie im späten Nachmittagslicht
Bild: KI-generiert

Wer in Kansas baute, nahm nach der Kansas Historical Society oft das Material, das in der Gegend zu haben war. Im Westen von Kansas war die Erdhütte im Hang die einfachste Unterkunft, daneben gab es das Sodenhaus. Häufigster Baustoff für Häuser in Kansas wurde Schnittholz aus den Sägemühlen, und manche Siedler bestellten fertige Holzhäuser aus Fabriken im Osten.[2] Wie Siedler auf dem Land wohnten, beschreibt die Seite Alltag der Siedler, wie die Häuser zusammen eine Stadt ergaben, die Seite Leben in einer Westernstadt. Nicodemus in Kansas wuchs nach dem National Park Service rasch zu einer typischen Stadt des Westens und hatte bis 1887 Gemischtwarenläden, Mietställe, eine Bank, eine Anwaltskanzlei und eine Post.[1]

Adobe

Adobe heißen in der Sonne getrocknete Ziegel aus Lehm, Gras und Wasser. Man formt sie in Holzformen und lässt sie meist etwa zwei Wochen liegen.[4] Merriam-Webster nennt auch die Bauten aus solchen Ziegeln adobe. Das Wort kam über das Spanische aus dem arabischen aṭ-ṭūb (der Ziegel), das über das Koptische auf das Altägyptische zurückgeht; im Englischen ist es seit 1748 belegt.[3]

Die Pueblo-Völker im Südwesten kannten die Bauweise und errichteten damit die Pueblos von Taos und Acoma. Die Spanier, die im 16. Jahrhundert in den Südwesten kamen, brachten ihre eigene Tradition des Lehmbaus mit. Im frühen spanischen Texas formten spanische und indigene Arbeiter Adobeziegel für Missionen, Befestigungen und Wohnhäuser; auch Teile der Mission San Antonio de Valero, des Alamo, sind so gebaut.[4] Weil die Ziegel nicht gebrannt sind, tragen sie wenig Last, und Adobehäuser sind selten höher als zwei Stockwerke. Ihre dicken Wände halten Hitze und Kälte gut ab. Das flache Dach liegt auf Balken, den vigas, darüber kommen schmale Stangen (latillas), Zweige und gestampfter Lehm.[4]

Bank

Viele der ersten Banken im Westen gründeten Kaufleute. D. O. Mills, ein junger Bankangestellter aus New York, kam nach Lynne Pierson Doti von der Chapman University nach Kalifornien, um Gold zu schürfen, und eröffnete bald einen Laden in Sacramento. Er verwahrte Gold für die Bergleute, kaufte später Gold an und gab Scheine aus, die als Geld umliefen; nach einigen Jahren stand an seinem Haus "bank" statt "store".[5] Es gab kaum Aufsicht, also brauchten Sparer einen Mann, dem sie vertrauten, und ein Haus, das Bestand versprach. Die Bank war deshalb oft das solideste Gebäude im Ort.[5]

Larry Schweikart beschreibt, wie diese Banken gebaut waren: mitten im Ort zwischen anderen Geschäften, mit verstärkter Rückwand und eisernem Tresor. Viele ließen den Tresorraum tagsüber offen, damit die Kunden den Geldschrank sahen.[7] 17 Überfälle mit Datum und Tätern stellt die Seite Banküberfälle im Wilden Westen vor. Als erster Banküberfall bei Tag in Friedenszeiten in den USA gilt nach House Divided, dem Forschungsportal des Dickinson College, wahrscheinlich der Überfall auf die Clay County Savings Association in Liberty, Missouri, am 13. Februar 1866.[6] Für 15 Staaten westlich der Linie Missouri, Minnesota, Texas fanden Schweikart und Doti in den Jahren 1859 bis 1900 nur drei oder vier sichere Banküberfälle; später wiesen andere Forscher sie auf vielleicht zwei oder drei weitere hin. Zwei Überfälle von Butch Cassidy und dem Sundance Kid hatten sie übersehen, darunter den in Telluride.[7]

Blockhütte

Die Encyclopaedia Britannica beschreibt die Blockhütte als kleines Haus aus Baumstämmen, die an den Enden eingekerbt und übereinandergelegt sind; die Fugen füllte man mit Putz, Moos, Mörtel, Lehm oder getrocknetem Dung. In Nordamerika bauten sie frühe Siedler, Jäger, Holzfäller und andere Bewohner der Wildnis, vor allem in Waldgebieten, wo das Holz zur Hand war. Typisch sind ein Satteldach, kleine Fenster und ein einziger Raum, manchmal mit einem Dachboden darüber.[8]

Das deutsche Wort Blockhaus bezeichnete im späten Mittelhochdeutschen einen Verteidigungsbau aus Baumstämmen. In der heutigen Bedeutung, Haus aus Rundhölzern, kam es nach Wolfgang Pfeifer in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus dem amerikanischen Englisch zurück; das englische blockhouse war seinerseits aus dem deutschen Blockhaus oder dem niederländischen blokhuis entlehnt.[9] Bei Abilene in Kansas steckte Timothy F. Hersey 1856 am Mud Creek einen Claim ab. Sein Anwesen bestand nach George L. Cushman aus zwei Blockhäusern, einem Stall aus Stämmen und einem Corral für Pferde, und er verpflegte die Fahrgäste und Angestellten der Postkutschenlinie Butterfield Overland Despatch.[10]

Boot Hill

Boot Hill heißt im Westen ein Friedhof, besonders für Männer, die bei Schießereien starben. Merriam-Webster erklärt den Namen mit der Annahme, die meisten dort Begrabenen seien mit den Stiefeln an gestorben.[11] Den Boot Hill von Dodge City nennt der National Park Service den bekanntesten Begräbnisplatz der Westernüberlieferung, obwohl er nur von 1872 bis 1878 benutzt wurde.[12]

Corral

Ein Corral ist nach Merriam-Webster ein Pferch, in dem Vieh eingeschlossen oder eingefangen wird, in einer zweiten Bedeutung auch eine Wagenburg zum Schutz eines Lagers. Das Wort kommt aus dem Spanischen und geht über vulgärlateinisch currale (Einfriedung für Wagen) auf lateinisch currus zurück, den Karren; im Englischen ist es seit 1582 belegt.[13] Im Deutschen heißt es Korral, nach dem Duden ein Fanggehege für wilde Tiere oder ein Pferch.[14] Auf modernen Ranches haben feste Corrals nach dem Handbook of Texas die alten Sammelplätze für den Roundup ersetzt.[15]

Fort

Ein Fort ist nach Merriam-Webster ein befestigter Platz, besonders einer, den nur Truppen besetzen, und auch ein ständiger Armeeposten. Das Wort kam über das Anglonormannische vom lateinischen fortis, stark, und ist im Englischen seit dem 15. Jahrhundert belegt.[16] Im Westen hießen auch befestigte Handelsposten so; einen Überblick gibt die Seite Forts im Wilden Westen. Fort Laramie in Wyoming entstand 1834 als privates Fort des Pelzhandels aus Holz; gebaut haben es nach dem National Park Service William Sublette und seine Brüder, nach WyoHistory Sublette und Robert Campbell.[17, 49] Die Käuferin heißt beim Park Service American Fur Trade Company, der Kauf fällt dort ins Jahr 1841; nach WyoHistory gehörte das Fort seit 1836 der American Fur Company, die 1841 Fort John aus Adobe als Ersatz baute.[17, 49] 1849 kaufte die Armee Fort John, und Fort Laramie wurde nach dem National Park Service der größte und bekannteste Militärposten auf den nördlichen Plains.[17]

Gefängnis (Jail)

Jail heißt im amerikanischen Englisch ein Ort, an dem Menschen in gesetzlichem Gewahrsam festgehalten werden, besonders das Gefängnis einer örtlichen Verwaltung wie eines County für Untersuchungshäftlinge und wegen kleinerer Vergehen Verurteilte; zum Vergleich verweist Merriam-Webster auf prison, die Strafanstalt. Das Wort geht über mittelenglisch jaiole und anglonormannisch gaiole auf spätlateinisch caveola zurück, eine Verkleinerung von cavea, Käfig, und ist seit dem 13. Jahrhundert belegt.[18]

In Abilene war das Stadtgefängnis nach Cushman das erste Steinhaus des Ortes. Noch während des Baus ritten Cowboys aus ihren Lagern herein und rissen es nieder, danach wurde es unter Bewachung bei Tag und Nacht neu gebaut. Der erste Häftling war ein schwarzer Koch aus einem der Viehlager; eine Gruppe Cowboys vertrieb die Wachen, brach das Schloss auf und ließ ihn frei.[10] Wer das Gefängnis eines County führte, erklärt der Eintrag Sheriff, scherzhafte Wörter dafür der Eintrag Hoosegow. Das Old Lincoln County Courthouse in Lincoln, New Mexico, war im Lauf seiner Geschichte Laden, Wohnhaus, Freimaurerloge, Gericht und Gefängnis. Heute zeigt die Lincoln Historic Site dort eine Ausstellung zum Lincoln-County-Krieg; die meisten Häuser des Ortes sind Adobebauten im Territorial Style.[19]

General Store

Ein General Store ist nach Merriam-Webster ein Laden meist in einem kleinen oder ländlichen Ort, der viele Waren einschließlich Lebensmitteln führt und nicht in Abteilungen geteilt ist.[20] In South Dakota zahlten die Kunden nach der State Historical Society bar, auf Kredit oder im Tausch, etwa mit Butter und Eiern, und in vielen kleinen Orten war der Laden das erste Postamt.[21]

Hacienda

Eine Hacienda ist nach Merriam-Webster ein großes Landgut, besonders in einem spanischsprachigen Land, und auch das Hauptwohnhaus darauf. Das Wort kommt über altspanisch facienda vom lateinischen facienda, Dinge, die zu tun sind; im Englischen ist es seit 1772 belegt.[22] Das DWDS schreibt es Hazienda und erklärt es als Landgut oder Farm, die Mehrzahl lautet Haziendas oder Hazienden.[23]

In Taos in New Mexico baute Don Severino Martinez 1804 die Hacienda de los Martinez, ein Haus mit mächtigen Adobewänden. Nach den Taos Historic Museums war sie ein Handelsplatz an der Nordgrenze des spanischen Reichs, Endpunkt des Camino Real, der den Norden New Mexicos mit Mexiko-Stadt verband, und Sitz eines großen Betriebs mit Viehzucht und Ackerbau. Die Wände aus Adobe sind zwei Fuß (rund 60 Zentimeter) dick, die 21 Räume liegen um zwei Innenhöfe. Heute ist das Haus ein Museum.[24]

Innenhof eines alten Hauses aus Adobe mit dicken, lehmverputzten Wänden, vorstehenden Holzbalken, einem überdachten Gang auf Holzpfosten und einem hölzernen Wagenrad an der Wand im Licht der späten Sonne
Innenhof eines Hauses aus Adobe. Die Hacienda de los Martinez in Taos hat 21 Räume um zwei Innenhöfe. Bild: KI-generiert

Handelsposten (Trading Post)

Ein Handelsposten, englisch trading post, ist nach Merriam-Webster die Station eines Händlers oder einer Handelsgesellschaft in einer dünn besiedelten Gegend, in der mit Erzeugnissen der Region wie Pelzen gehandelt wird; das englische Wort ist seit 1773 belegt.[25] Am Arkansas River bauten William und Charles Bent mit Ceran St. Vrain 1833 ein Fort aus Adobe, um mit Plains-Nationen und Trappern zu handeln. Vor allem die Southern Cheyenne und die Arapaho tauschten dort Bisonroben.[26] John Lorenzo Hubbell kaufte 1878 den Handelsposten in Ganado in Arizona, zehn Jahre nachdem die Navajo aus dem Exil in Bosque Redondo zurückkehren durften. Händler wie er lieferten ihnen die Waren, die sie dort kennengelernt hatten.[27]

Kirche im Western-Stil

History Colorado beschreibt den Stil Carpenter Gothic als Neugotik an Holzbauten, bei Kirchen wie bei Wohnhäusern: Wände aus senkrechten Brettern mit Deckleisten (board and batten), verzierte Ortgangbretter, Spitzbogenfenster und ein steiles Dach.[28] So ist die South Park Community Church in Fairplay, Colorado, gebaut, eine kleine, weiß gestrichene Kirche von 1874 mit Lanzettfenstern, viel Holzschmuck und einem reich verzierten Glockenturm. Gegründet hatte die Gemeinde der presbyterianische Missionar Sheldon Jackson.[29] Manchmal diente die Schule als Kirche: In der Freeman School in Nebraska traf sich die First Trinity Lutheran Church.[30]

Livery Stable (Mietstall)

Ein Livery Stable ist nach Merriam-Webster ein Stall, in dem Pferde und Fahrzeuge zur Miete bereitstehen und fremde Pferde untergestellt werden; der Ausdruck ist seit 1839 belegt, daneben gibt es livery barn.[31] Aus dieser Definition ergibt sich die deutsche Übersetzung Mietstall (Übersetzung der Redaktion). In den Orten von Iowa war er nach Iowa PBS eine Art Hotel für Pferde: Reisende ließen ihr Tier dort füttern, tränken und in einer Box unterstellen, solange sie in der Stadt waren. Wer kein eigenes Pferd hatte, mietete eines, und auch Kutschen, Wagen und Schlitten waren zu mieten.[32]

In Abilene lagen nach Cushman die Twin Livery Stables von Ed Gaylord an der Bahnlinie, westlich vom Büro der Viehhöfe.[10] Nicodemus hatte bis 1887 mehrere Mietställe.[1] History Colorado zeigt in Rifle einen Mietstall mit Scheinfassade.[33] Um die Mitte des 20. Jahrhunderts brauchte man nach Iowa PBS keine Mietställe und Schmiede mehr.[32]

Großer verwitterter Holzstall mit Satteldach und weit offenem Doppeltor, darin Heu, davor ein Holzzaun und ein Wassertrog an einer staubigen Straße im Nachmittagslicht
Mietstall: Hier standen Pferde, Kutschen und Wagen zur Miete bereit. Bild: KI-generiert

Mission

Die spanischen Missionen führten Ordensleute, die nach dem National Park Service zugleich der Kirche und dem Staat dienten. Die Missionen waren Orte der Bekehrung und der Anpassung an die spanische Kultur, Zentren für Wirtschaft und Ausbildung und zugleich Verteidigungsanlagen. Nach der Überlieferung zwangen die Missionare niemanden in eine Mission, doch wer dort war, durfte nicht mehr gehen, und Geflohene wurden oft aufgespürt. Die Neubekehrten (neophytes) sollten den Missionaren als Arbeiter, Köche, Hirten, Gärtner und Messdiener dienen; die Wache der Mission bestrafte Ungehorsam mit Peitschenhieben.[34]

Am San Antonio River in Texas entstanden ab 1718 fünf Missionsgemeinden. Innen an den Mauern lagen die Wohnräume der indigenen Neubekehrten und von ein oder zwei spanischen Soldaten, in der Mitte stand die Kirche, daneben wohnte der Missionar im Convento; außerhalb der Mauern lagen Felder und Ranches.[35]

Ranch

Eine Ranch ist nach Merriam-Webster ein großer Betrieb für die Zucht von Pferden, Rindern oder Schafen. Das Wort kommt aus dem mexikanischen Spanisch, wo rancho eine kleine Ranch bezeichnet, und ist im Englischen seit 1831 belegt.[36] Ins Deutsche kam Ranch nach Wolfgang Pfeifer im 20. Jahrhundert; das mexikanisch-spanische rancho meinte eine abseits gelegene Hütte für Hirten.[37] Wer eine Ranch führte, steht unter Rancher, wer dort arbeitete, auf der Seite Cowboys: Leben, Arbeit und Mythos. Für ein Gebäude mit Schlafplätzen gibt es das Wort bunkhouse, nach Merriam-Webster ein einfaches Haus mit Schlafquartieren, belegt seit 1876.[38]

In Texas begann die Ranchwirtschaft nach dem Handbook of Texas in den 1730er Jahren, als am San Antonio River Herden für Missionare, Soldaten und Siedler freigelassen wurden. Spanische und mexikanische Ranches trugen eigene Namen statt des Namens ihres Besitzers; Santa Gertrudis lebt in der King Ranch im Kleberg County weiter. Frühe angloamerikanische Ranches bestanden meist aus einem einfachen Hauptquartier inmitten der offenen Weide, und bis in die 1870er Jahre war eine Ranch manchmal nur eine Erdhöhle oder eine Pfahlhütte. Vor dem Stacheldraht, der 1874 aufkam, kauften nur wenige Viehzüchter Land; sie brauchten einen Platz, von dem aus sie das Wasser und damit die Weide beherrschten. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war der Übergang zur eingezäunten Weide in Texas praktisch abgeschlossen.[15]

Saloon

Ein Saloon war nach dem DWDS besonders im 19. Jahrhundert im Westen der USA eine Kneipe mit Ausschank alkoholischer Getränke. Das heutige Bild vom Saloon mit Schwingtüren, Klavier, Pokerspiel und Schlägereien haben nach dem Wörterbuch vor allem die Wildwestfilme geprägt. In der amerikanischen Bedeutung Trinkstube oder Bar kam das Wort im 20. Jahrhundert ins Deutsche, vor allem über Westernfilme; vorher bezeichnete es hier ein Gesellschaftszimmer nach englischem Vorbild.[39]

Scheinfassade (False Front)

Eine Scheinfassade, englisch false front, ist nach Merriam-Webster eine Fassade, die über die wirklichen Maße eines Gebäudes hinausreicht, besonders nach oben, damit es stattlicher wirkt.[40] Anders als manche Legende des Westens war das Geschäftshaus mit Scheinfassade in Colorado nach History Colorado wirklich häufig, in Bergbauorten, Bauerndörfern und frühen Eisenbahnorten vom späten 19. bis ins frühe 20. Jahrhundert. In den ersten Jahren eines Ortes waren viele Läden nur Zelte aus Leinwand auf einem Bretterboden. Ladenbesitzer, Hoteliers und andere Geschäftsleute wollten in den unsicheren Jahren von Aufschwung und Niedergang wenig Geld in ein Haus stecken und trotzdem erfolgreich aussehen. Sie gaben deshalb das Geld für die Front aus und bauten Seiten und Rückwand einfach.[33]

Die Vorderwand ragt als Brüstung über das Dach, das fast immer ein Giebel zur Straße ist, und trägt besseres Material und mehr Schmuck als die übrigen Wände. Fast immer sind diese Häuser aus Holz, die frühesten aus Stämmen, die späteren mit Holzrahmen, meist ein bis zwei Stockwerke hoch.[33]

Schmiede

Die Schmiede ist nach dem DWDS die Werkstatt eines Schmieds und auch das Gebäude, in dem sie liegt.[41] In den Orten von Iowa reparierten Schmiede nach Iowa PBS gewöhnlich Ackergeräte und eiserne Radreifen und beschlugen die Pferde der Farmer aus der Umgebung.[32]

Schulhaus mit einem Raum

Schulhäuser mit nur einem Raum (One-Room Schools) standen nach dem National Park Service einst verstreut über den amerikanischen Westen.[42] In Kansas standen nach der Kansas Historical Society hundert Jahre lang Schulhäuser mit einem Raum aus weiß gestrichenem Holz oder aus heimischem Stein an den Ecken der Landsektionen, mit Namen wie Prairie Flower, Buzzard Roost oder Good Intent. Die Kinder waren 5 bis 21 Jahre alt, kamen zu Fuß, zu Pferd oder im Wagen und lernten bis zur achten Klasse. Die Lehrerin, manchmal nur wenig älter als ihre Schüler, verdiente weniger als 50 Dollar im Monat. Bis 1966 waren die Landschulen mit einem Raum in Kansas verschwunden.[43]

Die Freeman School in Nebraska, zuerst Red-Brick School House genannt, unterrichtete von 1872 bis 1967 und war bei ihrer Schließung die älteste ohne Unterbrechung genutzte Schule mit einem Raum im Staat. Sie war zugleich Kirche, Versammlungssaal und Wahllokal des Townships.[42] Viele Kinder brachten ihre Bücher selbst mit, oft die Familienbibel; 1881 stellte die Schule Schulbücher, zehn Jahre bevor das Gesetz es verlangte. Die Lehrer waren jung, manchmal jünger als die ältesten Schüler, und wohnten und aßen oft bei den Familien.[30]

Sodenhaus

Ein Sodenhaus, englisch sod house, ist nach Merriam-Webster ein Haus, dessen Wände aus waagerecht geschichteten Grassoden bestehen.[44] Gebaut wurde es nach der Encyclopedia of the Great Plains vor allem in der Kurz- und Mischgrasprärie; besonders formfeste Blöcke gab das dichte Wurzelgeflecht des Büffelgrases. Den ältesten verlässlichen Beleg nennt die Enzyklopädie aus Fort Kearny am Platte River im heutigen Nebraska: Dort ließ Leutnant Daniel P. Woodbury 1848 seine Soldaten erst Adobeziegel formen und dann, um schneller fertig zu werden, Soden schneiden. Die Blöcke, "prairie marble" genannt, lagen mit dem Gras nach unten, und in den 1880er Jahren hatte ein eigener Pflug, der "grasshopper"-Pflug, offenbar alle älteren Verfahren verdrängt. Die Dächer waren fast immer Walmdächer aus Schnittholz mit Holzschindeln.[45]

Die meisten Siedler wohnten nach der Kansas Historical Society nur so lange im Sodenhaus, bis sie sich ein Holzhaus leisten konnten. Wasserschäden und Ungeziefer zwangen dazu, es von Zeit zu Zeit neu zu bauen oder aufzugeben.[2]

Wassermühle

Eine Wassermühle ist nach dem DWDS eine mit Wasserkraft betriebene Mühle.[46] Im Herbst 1847 begann James W. Marshall in Coloma am South Fork des American River eine Sägemühle zu bauen. John Sutter gab das Geld, Marshall leitete den Bau, und unter den Arbeitern waren indigene Männer aus der Gegend und Angehörige des Mormon Battalion der Armee. Ein niedriger Damm leitete einen Teil des Flusses in einen Kanal zur Mühle. Der Abflusskanal (tailrace) war zu flach, das Wasser staute sich, und das Mühlrad lief nicht richtig. Als Marshall am Morgen des 24. Januar 1848 den Kanal prüfte, fand er darin glänzende Flitter, die sich als Gold erwiesen. Nach 1850 stand die Mühle leer.[47]

Eine Getreidemühle mit Wasserkraft bauten Edward Turner Bale und Maria Sobranes Vallejo Bale 1846 im Napa Valley in Kalifornien. Bale hatte das Land von der mexikanischen Regierung bekommen. Die Siedler des Tals brachten ihren Mais und Weizen dorthin, und die Mühle lief bis Anfang des 20. Jahrhunderts; ihr Wasserrad misst 36 Fuß, rund elf Meter.[48]

Häufige Fragen

Was heißt Livery Stable auf Deutsch?

Sinngemäß ein Mietstall (Übersetzung der Redaktion). Merriam-Webster beschreibt den Livery Stable als Stall, in dem Pferde und Fahrzeuge zur Miete bereitstehen und fremde Pferde untergestellt werden. Reisende ließen dort ihr Pferd füttern und unterstellen, und wer keines hatte, mietete Pferd, Kutsche oder Wagen.

Wurden im Wilden Westen oft Banken überfallen?

Nach Larry Schweikart und Lynne Doti selten. Für 15 Staaten westlich der Linie Missouri, Minnesota, Texas fanden sie von 1859 bis 1900 nur drei oder vier sichere Banküberfälle; später wiesen andere Forscher sie auf vielleicht zwei oder drei weitere hin; zwei Überfälle von Butch Cassidy und dem Sundance Kid hatten sie übersehen. Liberty in Missouri, wo am 13. Februar 1866 wahrscheinlich der erste Banküberfall bei Tag in Friedenszeiten geschah, gehörte nicht zu diesem Gebiet.

Was ist eine Ranch?

Ein großer Betrieb für die Zucht von Pferden, Rindern oder Schafen. Das Wort kommt aus dem mexikanischen Spanisch (rancho). In Texas war eine Ranch bis in die 1870er Jahre manchmal nur eine Erdhöhle oder Pfahlhütte als Hauptquartier auf offener Weide.

Wie sah eine Kirche im Western-Stil aus?

Ein Stil für Holzkirchen war Carpenter Gothic, eine Neugotik an Holzbauten mit senkrechten Brettern und Deckleisten, Spitzbogenfenstern und steilem Dach. Ein Beispiel ist die weiß gestrichene South Park Community Church von 1874 in Fairplay, Colorado, mit ihrem Glockenturm. Manchmal traf sich die Gemeinde auch in der Schule.

Was war ein Schulhaus mit einem Raum?

Eine Landschule, in der alle Kinder in einem einzigen Raum lernten. In Kansas waren sie 5 bis 21 Jahre alt und lernten bis zur achten Klasse. Die Freeman School in Nebraska unterrichtete von 1872 bis 1967 und war zugleich Kirche, Versammlungssaal und Wahllokal.

Woraus bauten die Siedler im Westen ihre Häuser?

Für Kansas schreibt die Kansas Historical Society, die Siedler hätten oft das Material der Gegend genommen. Blockhütten bestanden aus Baumstämmen und standen vor allem in Waldgebieten, Sodenhäuser aus Grassoden vor allem in der Prärie, und Adobe aus Lehm war ein Baustoff des Südwestens. In Kansas lebten die ersten Siedler im Westen des Staates oft in Erdhütten oder Sodenhäusern, bis sie sich ein Holzhaus leisten konnten; in ganz Kansas wurde Schnittholz der häufigste Baustoff.

Quellen

  1. Amtliche Stelle Nicodemus National Historic Site (Artikel). National Park Service, Nicodemus National Historic Site. Stand 10.05.2022. abgerufen am 27.10.2026
  2. Nachschlagewerk Housing in Kansas History (Kansapedia). Kansas Historical Society. Stand Januar 2010, geändert März 2013. abgerufen am 27.10.2026
  3. Nachschlagewerk adobe (Wörterbucheintrag mit Etymologie). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  4. Nachschlagewerk Adobe (Teresa Palomo Acosta und Christopher Long, Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1952, überarbeitet 25.02.2021. abgerufen am 27.10.2026
  5. Fachaufsatz Banking in the Western U.S. (Lynne Pierson Doti, Chapman University; EH.Net Encyclopedia, hg. von Robert Whaples). EH.Net, Economic History Association. Stand 10.06.2003. abgerufen am 27.10.2026
  6. Fachaufsatz The probable first ever peacetime daylight bank robbery in American history takes place in Liberty, Missouri (John Osborne, nach Ted P. Yeatman 2000). House Divided: The Civil War Research Engine at Dickinson College. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  7. Fachaufsatz Larry Schweikart: The Non-Existent Frontier Bank Robbery. Foundation for Economic Education. Stand 01.01.2001. abgerufen am 27.10.2026
  8. Nachschlagewerk log cabin. Encyclopaedia Britannica. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  9. Nachschlagewerk Blockhaus (Bedeutung nach eWDG 1967, Etymologie nach Wolfgang Pfeifer). Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS). Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  10. Fachaufsatz George L. Cushman: Abilene, First of the Kansas Cow Towns (Kansas Historical Quarterly, Bd. 9, Nr. 3, S. 240 bis 258). Kansas Historical Society. Stand August 1940. abgerufen am 27.10.2026
  11. Nachschlagewerk boot hill (Wörterbucheintrag mit Etymologie). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  12. Amtliche Stelle Dodge City Old City Hall Monuments. National Park Service. Stand 24.04.2026. abgerufen am 27.10.2026
  13. Nachschlagewerk corral (Wörterbucheintrag mit Etymologie). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  14. Nachschlagewerk Korral (Bedeutung nach Duden GWDS 1999). Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS). Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  15. Nachschlagewerk Ranching (T. C. Richardson und Harwood P. Hinton, Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1952, überarbeitet 30.04.2019. abgerufen am 27.10.2026
  16. Nachschlagewerk fort (Wörterbucheintrag mit Etymologie). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  17. Amtliche Stelle What is Fort Laramie?. National Park Service, Fort Laramie National Historic Site. Stand 19.06.2026. abgerufen am 27.10.2026
  18. Nachschlagewerk jail (Wörterbucheintrag mit Etymologie). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  19. Amtliche Stelle Lincoln Historic Site. New Mexico Historic Sites, New Mexico Department of Cultural Affairs. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  20. Nachschlagewerk general store (Wörterbucheintrag). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  21. Museum Trading Posts and General Stores (Education Kit, Resource Paper). South Dakota State Historical Society. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  22. Nachschlagewerk hacienda (Wörterbucheintrag mit Etymologie). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  23. Nachschlagewerk Hazienda (Bedeutung nach eWDG 1969). Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS). Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  24. Museum Martinez Hacienda. Taos Historic Museums. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  25. Nachschlagewerk trading post (Wörterbucheintrag). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  26. Amtliche Stelle History and Culture. National Park Service, Bent's Old Fort National Historic Site. Stand 02.12.2025. abgerufen am 27.10.2026
  27. Amtliche Stelle History and Culture. National Park Service, Hubbell Trading Post National Historic Site. Stand 30.04.2025. abgerufen am 27.10.2026
  28. Amtliche Stelle Carpenter Gothic (Architekturstile). History Colorado. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  29. Amtliche Stelle South Park Community Church, Jackson Memorial Chapel (National and State Register). History Colorado. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  30. Amtliche Stelle Freeman School. National Park Service, Homestead National Historical Park. Stand 27.09.2024. abgerufen am 27.10.2026
  31. Nachschlagewerk livery stable (Wörterbucheintrag). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  32. Amtliche Stelle False Front Commercial (Architekturstile). History Colorado. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  33. Amtliche Stelle History and Culture. National Park Service, San Antonio Missions National Historical Park. Stand 05.05.2025. abgerufen am 27.10.2026
  34. Nachschlagewerk ranch (Wörterbucheintrag mit Etymologie). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  35. Nachschlagewerk Ranch (Bedeutung nach eWDG 1974, Etymologie nach Wolfgang Pfeifer). Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS). Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  36. Nachschlagewerk bunkhouse (Wörterbucheintrag). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  37. Nachschlagewerk Saloon (Bedeutung DWDS 2020, Etymologie nach Wolfgang Pfeifer). Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS). Stand 2020. abgerufen am 27.10.2026
  38. Nachschlagewerk false front (Wörterbucheintrag). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  39. Nachschlagewerk Schmiede (Bedeutungen nach Duden GWDS 1999). Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS). Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  40. Amtliche Stelle The Freeman School: Building Prairie Communities (Teaching with Historic Places). National Park Service. Stand 28.07.2023. abgerufen am 27.10.2026
  41. Nachschlagewerk Country Schools (Kansapedia). Kansas Historical Society. Stand Juni 2003, geändert Juli 2011. abgerufen am 27.10.2026
  42. Nachschlagewerk sod house (Wörterbucheintrag). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  43. Nachschlagewerk David Murphy: Sod-Wall Construction (Encyclopedia of the Great Plains, hg. von David J. Wishart). University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 27.10.2026
  44. Nachschlagewerk Wassermühle (Bedeutung nach eWDG). Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS). Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  45. Amtliche Stelle Marshall Gold Discovery State Historic Park (Faltblatt). California State Parks. Stand 2004, überarbeitet 2013. abgerufen am 27.10.2026
  46. Amtliche Stelle Bale Grist Mill State Historic Park. California State Parks. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  47. Nachschlagewerk Fort Laramie. WyoHistory.org, Wyoming State Historical Society (Beitrag des Wyoming State Historic Preservation Office). Stand 08.11.2014. abgerufen am 27.10.2026

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