Cowboys und AlltagThema
Cowboys im Wilden Westen
Kurz erklärt Cowboys waren berittene Viehhirten. Ihre große Zeit waren die Viehtriebe aus Texas von 1866 bis 1890; Handwerk und viele Wörter stammen von den Vaqueros. Nach Schätzung des Handbook of Texas waren etwa zwei Drittel der Mannschaften auf den Viehtrieben Weiße, die übrigen Schwarze, Hispanoamerikaner oder Indigene; ein Treiber verdiente dort 25 bis 40 Dollar im Monat.

Was ist ein Cowboy?
Ein Cowboy ist nach Merriam-Webster jemand, der Rinder oder Pferde hütet, vor allem ein meist berittener Arbeiter auf einer Rinderranch. Als ersten Beleg für das englische Wort nennt das Wörterbuch das Jahr 1623.[3] Im Deutschen beschreibt das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) den Cowboy als Person, die zu Pferd auf einer nordamerikanischen Ranch die Rinderherde überwacht und zu den Weideplätzen treibt. Bekannt wurde das Wort im Deutschen nach dem Etymologischen Wörterbuch von Wolfgang Pfeifer am Ende des 19. Jahrhunderts, populär durch Erzählungen und Filme über den Westen Amerikas; es setzt sich aus englisch cow (Kuh) und boy (Junge, Bursche, Bediensteter) zusammen.[4]
Den Namen "cowboys" bekamen nach der Encyclopedia of the Great Plains Viehhirten in den südlichen britischen Kolonien Nordamerikas. Dort betreuten versklavte Afrikaner und Vertragsknechte (indentured servants) die kurzhörnigen britischen Rinder, und sie trieben sie mit Hunden statt zu Pferd.[5] Auf den Viehtrieben aus Texas hießen die jungen Treiber oft "waddies".[1] Ein anderer Name ist "cowpoke" (mehr Wörter auf der Seite Cowboy-Sprache: Slang und Redewendungen).[2]
Woher kommen die Cowboys?
Die Viehzucht zu Pferd kam mit den Spaniern nach Amerika. Laut Encyclopedia of the Great Plains züchteten Vaqueros, spanische Rinderhirten, schon ab etwa 1500 auf den Karibikinseln Rinder für den Handel. Nach der Encyclopedia of the Great Plains brachte Gregorio Villalobos 1520 die ersten Rinder aus der Karibik auf das nordamerikanische Festland (das Handbook of Texas nennt 1521),[21] an einem Hafen bei Tampico im heutigen Mexiko. Nach derselben Quelle war die Viehhaltung in Neuspanien bis 1529 so gewachsen, dass eine erste Vereinigung der Viehzüchter nötig wurde, die Mesta; alle Züchter mussten ihre Brandzeichen bei den Behörden in Mexiko-Stadt eintragen lassen.[5] Das Handbook of Texas nennt 1537 als das Jahr, in dem die Krone die Gründung der Mesta in ganz Neuspanien anordnete.[18] Im April 1598 trieben die Leute von Juan de Oñate mehr als 1.000 Rinder nach El Paso del Norte, dem heutigen El Paso in Texas.[5] Das Wort vaquero kommt von spanisch vaca, Kuh.[16] Nach dem Texas Parks and Wildlife Department trieben Vaqueros schon seit dem späten 16. Jahrhundert die frei laufenden Longhornrinder im Buschland zusammen.[8]
Im 18. Jahrhundert waren in Texas die Franziskaner die wichtigsten Viehzüchter. Ihre Missionen lagen vor allem im Tal des San Antonio River, und jede hatte eine eigene Ranch.[7] Auf Rancho de las Cabras, der Ranch der Mission Espada, lebten indigene Vaqueros aus Texas mit ihren Familien und betreuten die Herden. Ein Bericht von 1762 zählte dort 1.262 Rinder, 4.000 Schafe und 145 Reitpferde.[6] Die Vorschriften, das Hüten vom Pferd aus und die Rinder selbst stammen nach dem National Park Service aus der Zeit der Missionsranches, und die heutige Viehwirtschaft erbte Ausrüstung, Wortschatz und Überlieferung der indigenen Vaqueros.[6]
Kurz nach 1800 überquerten die Viehtreiber aus dem Osten den Mississippi. Je weiter sie nach Westen zogen, desto mehr verband sich ihre Art der Viehzucht mit der der Vaqueros, deren Reitkunst und Lassotechnik sie übernahmen. Von 1870 bis in die späten 1880er Jahre arbeitete laut Encyclopedia of the Great Plains jeder Cowboy auf dem Goodnight-Loving Trail, dem Western Trail und dem Chisholm Trail mit den Methoden, die die Vaqueros fast 300 Jahre zuvor nach Nordamerika gebracht hatten.[5] Kleidung, Ausrüstung, Sättel, das Hüten zu Pferd, das Werfen des Lassos, Fachwörter, rechtliche Vorbilder und Viehzüchterverbände der spanischen Viehzucht prägten die ersten angloamerikanischen Züchter in Texas; wie weit dieser Einfluss reichte, ist unter Historikern laut Handbook of Texas bis heute umstritten.[7] Schon 1895 führte Owen Wister den Cowboy in seinem Aufsatz "The Evolution of the Cow-Puncher" in Harper's Monthly auf angelsächsische Wurzeln zurück. Sein Freund Frederic Remington hielt ihm in einem Brief entgegen, die Überlieferung der Cowboys sei lateinischen Ursprungs und stamme von den Vaqueros in Mexiko und Texas (mehr auf der Seite Vaqueros).[15]

Wann haben Cowboys gelebt?
In kleiner Zahl arbeiteten Cowboys nach einem Lexikontext bei Merriam-Webster schon um 1820 auf Ranches in Texas. Nach dem Bürgerkrieg wuchs ihre Zahl schnell, weil die Rinderzucht in den westlichen Territorien ein einträgliches Geschäft wurde.[3] Bei Kriegsende gab es in Texas laut Handbook of Texas drei bis sechs Millionen Rinder, viele davon verwildert und ohne Brandzeichen, dort mitunter nur 2 Dollar wert, im Norden aber 40 Dollar und mehr. Im Frühjahr 1866 begannen die großen Triebe, allein in diesem Jahr mit mehr als 260.000 Tieren. Die Blütezeit der Viehtriebe setzt das Handbook auf 1866 bis 1890.[1]
Ziel waren vor allem die Rinderstädte in Kansas mit Bahnanschluss. Von 1866 bis 1885 trieben Texaner nach der Kansas Historical Society jedes Jahr Hunderttausende Longhorns zu den Verladebahnhöfen dort.[11] 1867 machte der Viehhändler Joseph G. McCoy Abilene zum Markt für texanische Rinder, im ersten Jahr kamen schätzungsweise 35.000 Tiere. Der wichtigste Weg dorthin war der Chisholm Trail; bis 1873 zogen nach dem Handbook of Texas mehr als 1,5 Millionen Rinder über ihn nach Abilene, Wichita und Ellsworth (zur Einordnung: Wann war der Wilde Westen?).[1]
Wer waren die Cowboys?
Für eine Herde von bis zu 3.000 Tieren brauchten die Vertragstreiber laut Handbook of Texas etwa elf Leute. Rund zwei Drittel von ihnen waren nach dieser Schätzung Weiße, meist Jugendliche von zwölf bis achtzehn Jahren, die für die Saison anheuerten. Trail Bosses und "ramrods" waren ebenfalls meist weiß und etwas älter, oft in den Zwanzigern. Die übrigen waren Schwarze, Hispanoamerikaner oder Indigene, meist erwachsene Männer, die oft als Koch oder Pferdehüter arbeiteten.[1] Der National Park Service schreibt in einem Unterrichtsmaterial, jeder vierte Cowboy sei Afroamerikaner gewesen; das Smithsonian Magazine nennt dasselbe Verhältnis als Schätzung von Historikern. Beide geben keine Herkunft der Zahl an. Die Angaben betreffen Cowboys allgemein, die Schätzung des Handbook die Mannschaften der Viehtriebe.[2, 17] Auf den Ranches und Trails der Plains arbeiteten laut Encyclopedia of the Great Plains afroamerikanische, indigene und hispanoamerikanische Cowboys, dazu Engländer und Schotten, Seite an Seite mit weißen Amerikanern.[10]
Schwarze Cowboys
Schwarze Cowboys arbeiteten nach dem Handbook of Texas seit dem frühen 19. Jahrhundert auf texanischen Ranches. Viele der ersten schwarzen Cowboys waren in die Sklaverei hineingeboren. Nach dem Bürgerkrieg arbeiteten viele als Zureiter, nur wenige wurden Vormann oder Verwalter einer Ranch. In den Ranchgebieten der Küstenebene zwischen Sabine und Guadalupe River stellten sie die Mehrheit der Cowboys.[9] Bose Ikard ritt für Charles Goodnight als Treiber und verwahrte als dessen Vertrauensmann Geld und Wertsachen.[9, 2] Bill Pickett trat in Wildwest-Shows auf und gilt als Erfinder der heutigen Rodeodisziplin Bulldogging; 1972 wurde er als erster schwarzer Geehrter in die National Rodeo Hall of Fame aufgenommen.[9, 17, 19] Manche Rancher und Veranstalter ließen ihn laut National Park Service wegen seiner Hautfarbe nicht auftreten (mehr auf der Seite Schwarze Cowboys im Wilden Westen).[2]
Hispanoamerikanische und indigene Cowboys
Auf Rancho de las Cabras, der Ranch der Mission Espada, waren die Vaqueros Indigene; der National Park Service nennt sie "Native Texan vaqueros".[6] Auf den Viehtrieben nach Norden gehörten Hispanoamerikaner und Indigene zum übrigen Drittel der Mannschaft, meist als Koch oder Pferdehüter.[1] Die Kultur der Vaqueros lebt in Texas weiter. Männer, die heute Vaquero-Arbeit machen, heißen oft Charros, und in den Charreadas, einer aus Mexiko stammenden Form des Wettkampfs, treten Männer und Frauen in neun Disziplinen an.[8]
Frauen auf der Ranch
Als Treiber stellten Rancher Frauen laut National Park Service selten ein, weiße wie schwarze. Einige Frauen arbeiteten aber auf Rinderranches, und Eigentumsurkunden belegen, dass einzelne schwarze Frauen und Latinas eigene Ranches besaßen und führten. Einige Frauen traten in den Wildwest-Shows auf.[2] Nach dem Handbook of Texas ritten einige junge Frauen auf den Trails mit, oft als Jungen verkleidet (Cowgirls).[1]
Wie sah die Arbeit eines Cowboys aus?
Die meisten Herden trieben Vertragstreiber nach Norden, die für eine Gebühr von meist 1 bis 1,50 Dollar je Tier die Rinder anderer Züchter zum Markt brachten; von 1866 bis 1890 bewegten sie laut Handbook of Texas bis zu 90 Prozent des Verkehrs auf den Trails.[1] Das Texas Parks and Wildlife Department nennt für eine Herde von etwa 3.000 Rindern zwölf bis fünfzehn Mann, mehr als das Handbook.[8, 1]
Vorn fuhren der Küchenwagen, der Chuckwagon, und der Gerätewagen und suchten den Lagerplatz. Dahinter kamen die Pferdehüter mit der "remuda", den Ersatzpferden. Zwei Treiber ritten an der Spitze der Herde, zwei oder mehr an den Flanken und zwei oder mehr am staubigen Ende; diesen Platz bekamen oft Neulinge oder wer bestraft werden sollte. Mit zehn bis fünfzehn Meilen am Tag weideten sich die Rinder in etwa sechs Wochen zum Markt.[1] Die meisten Tage verliefen nach dem Handbook ereignislos. Gefährlich wurden Unwetter, Stampeden und Flussüberquerungen, selten auch feindselige Begegnungen mit Indigenen.[1] Eine Stampede, die panische Flucht der Herde, konnte schon ein Windgeräusch oder ein aufblitzender Wasserbehälter auslösen. Die Treiber setzten sich dann vor die Herde und lenkten sie in einen Kreis, den sie immer enger zogen; ihr Singen sollte unruhige Herden beruhigen (Viehtriebe und Cattle Trails, Cowboy-Lieder und Musik des Westens).[8]
Rinder mehrerer Züchter liefen auf einem Trieb als gemeinsame Herde. Jedes Tier trug das Brandzeichen seines Besitzers und dazu ein gemeinsames "road brand" für den Trieb; der Trail Boss führte eine Liste der Zeichen. Wenn sie nicht auf dem Trail waren, arbeiteten die meisten Cowboys und Vaqueros auf Ranches.[8] Die Arbeit dort hing von der Jahreszeit ab, und wer von Ranch zu Ranch zog, bekam laut Encyclopedia of the Great Plains überall Kost und Unterkunft zum Lohn.[10]

Was verdiente ein Cowboy?
| Aufgabe | Lohn im Monat |
|---|---|
| Treiber ("waddy") | 25 bis 40 Dollar[1] |
| Pferdehüter ("wrangler") | 50 Dollar[1] |
| Koch und "ramrod" | 75 Dollar[1] |
| Trail Boss | 100 Dollar oder mehr, oft mit Anteil am Gewinn[1] |
Auf den meisten Ranches lag der Lohn von den 1870er Jahren bis zur Jahrhundertwende nach der Encyclopedia of the Great Plains bei 25 bis 40 Dollar im Monat. Wie lange ein Cowboy auf einer Ranch blieb, hing oft von der Schlafbaracke und vom Essen aus dem Küchenwagen ab.[10] Einen Teil des Geldes gaben die Treiber in den Rinderstädten aus. Der Stiefelmacher John Mueller verkaufte in Ellsworth in den ersten Monaten der Saison 1874 mehr als 100 Paar Stiefel an Viehleute.[11] Saloons und Tanzhäuser gehörten nach der Kansas Historical Society zu jeder Rinderstadt in Kansas (Der Saloon, Dodge City).[11]
Ausrüstung und Kleidung
Cowboys gingen ihrem Ruf nach nie zu Fuß, wenn sie reiten konnten, und so wurde der Sattel nach der Encyclopedia of the Great Plains ihr liebstes Arbeitsgerät. Der amerikanische Arbeitssattel der 1850er bis 1870er Jahre entstand aus den Sätteln der Vaqueros im Norden Mexikos und in Kalifornien; ein kräftiges Sattelhorn machte ihn zur Arbeitsfläche beim Fangen von Rindern mit dem Lasso. Der Einfluss der Spanier reichte so weit, dass Versandkataloge den Hut des "cow boy" noch um 1900 Sombrero nannten. In den 1890er Jahren boten Firmen wie Stetson und Levi Strauss Hüte und Arbeitshosen eigens für Cowboys an, und hohe, eng anliegende Stiefel mit hohem Absatz trugen die Treiber auf den Plains schon in den 1870er Jahren.[10] Einen Revolver trugen die jungen Treiber auf dem Trail selten (siehe Mythos und Wahrheit).[1]
Mehr zur Ausrüstung auf den Seiten Cowboy-Ausrüstung und Was Cowboys wirklich trugen, im Glossar unter Westernsattel, Lasso (Lariat), Chaps und Bandana. Zu den wichtigsten Grundlagen der Viehwirtschaft auf den Plains zählt die Encyclopedia of the Great Plains die Mustangs, Nachkommen entlaufener spanischer Pferde.[5]
Wie endete die Zeit der großen Viehtriebe?
Ab etwa 1876 zogen die meisten Herden über den Western Trail nach Dodge City, weil Farmer das Land am Chisholm Trail besiedelt hatten, Nationen im Indianer-Territorium Weidegebühren verlangten und die Quarantäne gegen das Texasfieber Abilene, Ellsworth und Wichita sperrte. Bis 1885 war der Western Trail nach Dodge City laut dem Handbook-Artikel über die Viehtriebe der Hauptweg, auf dem zwischen 2,7 und 6 Millionen texanische Rinder zum Markt kamen; der Handbook-Artikel über den Western Trail schätzt rund 4 Millionen Rinder in 21 Jahren.[20] 1885 schlossen sich Kansas und andere nördliche Staaten und Territorien ganz gegen texanische Rinder ab. Stacheldrahtzäune versperrten den Western Trail an vielen Stellen, und die Züchter schickten ihre Tiere immer öfter mit der Bahn.[1] In Kansas kamen nach der Kansas Historical Society Mitte der 1880er Jahre mehrere Gründe zusammen: Bahnlinien reichten bis nach Texas, Käufer verlangten besser gezüchtetes Vieh, und Siedler füllten das restliche offene Land. 1885 waren die Viehtriebe vorbei, das Geschäft mit Rindern nicht: 1890 stand Kansas in der Rinderzucht an dritter Stelle der USA.[11]
Weiter im Norden traf der Winter 1886/87 die Züchter auf dem offenen Weideland. In Wyoming standen Ende 1886 fast 900.000 Rinder auf überbesetzten Weiden. Nach Schätzung des National Park Service verlor eine Ranch dort in diesem Winter im Durchschnitt 75 Prozent ihrer Rinder.[12] Nach dem National Park Service zäunten Rancher in den 1890er Jahren ihr Vieh zunehmend mit Stacheldraht ein und stellten weniger Cowboys ein, neue Schlachthöfe machten die langen Triebe überflüssig. Die Arbeit der Cowboys wurde in Rodeos und Wildwest-Shows zur Vorführung.[2] Das Handbook of Texas datiert die Einzäunung der offenen Weide in Texas früher: Zaunschneider-Konflikte gab es schon in den frühen 1880er Jahren, und bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war der Übergang zur geschlossenen Weide so gut wie abgeschlossen.[22, 23]
Zeitleiste: von den Vaqueros bis zum Rodeo
- 1520Nach der Encyclopedia of the Great Plains bringt Gregorio Villalobos die ersten Rinder aus der Karibik auf das nordamerikanische Festland bei Tampico.[5]
- 1529Die Viehhaltung in Neuspanien ist bis zu diesem Jahr so gewachsen, dass eine erste Vereinigung der Viehzüchter, die Mesta, nötig wird; Brandzeichen werden in Mexiko-Stadt eingetragen.[5]
- 1537Nach dem Handbook of Texas ordnet die Krone die Gründung der Mesta in ganz Neuspanien an.[18]
- April 1598Die Leute von Juan de Oñate treiben mehr als 1.000 Rinder nach El Paso del Norte, dem heutigen El Paso.[5]
- 1731Die Mission Espada wird am San Antonio River eingerichtet; ihr Weideland heißt später Rancho de las Cabras, wo indigene Vaqueros mit ihren Familien die Herden betreuen.[6]
- 1778Teodoro de Croix erklärt alles ungebrandmarkte Vieh in Texas zum Eigentum des Königs.[7]
- 1787Bei einem großen Zusammentrieb in Texas werden mehr als 7.000 Rinder gefangen und gebrandmarkt.[7]
- 1846Edward Piper treibt 1.000 Rinder von Texas nach Ohio, der erste belegte große Viehtrieb.[1]
- 1866Die großen Viehtriebe aus Texas beginnen, mit mehr als 260.000 Tieren in diesem Jahr; Oliver Loving und Charles Goodnight legen den Goodnight-Loving Trail an.[1]
- 1867Joseph G. McCoy macht Abilene in Kansas zum Markt für texanische Rinder; im ersten Jahr kommen schätzungsweise 35.000 Tiere.[1] Abilene
- 1873Eine erneute Quarantäne sperrt Abilene für Rinder aus dem Süden; laut Handbook of Texas sind bis dahin mehr als 1,5 Millionen Rinder über den Chisholm Trail gezogen.[1] Chisholm Trail
- 1874Der Vertragstreiber John Lytle legt den Western Trail an, der über Dodge City führt.[1] Dodge City
- 1883In Omaha findet eine der ersten Vorstellungen von "Buffalo Bill's Wild West" statt.[14] Buffalo Bill
- 1885Kansas und andere nördliche Staaten und Territorien sperren sich ganz gegen Rinder aus Texas; die Viehtriebe nach Kansas enden.[1, 11]
- 1886Der harte Winter 1886/87 trifft das offene Weideland im Norden; in Wyoming verliert eine Ranch nach Schätzung des National Park Service im Durchschnitt 75 Prozent ihrer Rinder.[12]
- 1947Schwarze Geschäftsleute, Rancher und Cowboys aus Osttexas gründen die Negro Cowboys Rodeo Association.[9]
- 1972Bill Pickett wird als erster schwarzer Geehrter in die National Rodeo Hall of Fame aufgenommen.[17, 19]
Mythos und Wahrheit
1869 machte Ned Buntline William F. Cody in Groschenromanen und Zeitungsgeschichten als "Buffalo Bill" bekannt. 1883 fand in Omaha eine der ersten Vorstellungen von "Buffalo Bill's Wild West" statt, mit Reitkunst, Schießvorführungen, nachgestellten Kämpfen mit Indigenen und Wettbewerben im Stil des Rodeos; die Show reiste mit 600 Menschen und 500 Pferden durch die USA und Europa (Dime Novels, Buffalo Bill und seine Wild West Show).[14] Charles Moreau Harger schrieb 1892 in Scribner's Magazine, der Cowboy mit weißem, breitkrempigem Hut, langer Viehpeitsche, Lasso und klirrenden Sporen gehöre der Vergangenheit an. Romane und Filme machten aus den Cowboys verschiedenster Herkunft nach der Encyclopedia of the Great Plains ein einheitliches Bild.[10] Der National Park Service beschreibt den Cowboy als romantischen Helden aus Büchern, Filmen und Liedern, der zum Symbol des amerikanischen Westens wurde.[2]
Gibt es heute noch Cowboys?
Ja. Auf vielen Ranches treiben Cowboys das Vieh heute laut Encyclopedia of the Great Plains eher mit dem Pickup als zu Pferd zusammen. Lebendig ist die Cowboykultur bei Liedertreffen, Lesungen von Cowboy-Gedichten, Kochwettbewerben am Küchenwagen und Rodeos auf Ranches.[10] Rodeos mit schwarzen Cowboys an den Wochenenden gibt es nach dem Handbook of Texas seit den späten 1940er Jahren; sie gehen auf die Negro Cowboys Rodeo Association zurück, die schwarze Geschäftsleute, Rancher und Cowboys aus Osttexas 1947 gründeten. Mollie Stevenson, Besitzerin der Taylor-Stevenson Ranch bei Houston in vierter Generation, gründete das American Cowboy Museum zu Ehren schwarzer, indigener und mexikanischstämmiger Cowboys.[9] Texas hat nach dem Texas Parks and Wildlife Department noch heute Tausende Ranches, und im Fort Griffin State Park lebt seit 1948 die offizielle Longhornherde des Staates.[8]
Merriam-Webster führt als zweite Bedeutung des Wortes Cowboy den Rodeoteilnehmer ("rodeo performer") (Rodeo: Geschichte und Disziplinen).[3]

Alle Seiten zum Thema Cowboys
- Vaqueros: die spanischen und mexikanischen Vorgänger der Cowboys
- Schwarze Cowboys im Wilden Westen: Lebenswege von Bose Ikard bis Bill Pickett
- Cowgirls: Frauen auf Ranches, Trails und in den Shows
- Viehtriebe und Cattle Trails: die großen Triebe aus Texas nach Norden
- Der Chisholm Trail: der wichtigste Weg nach Abilene
- Der Chuckwagon: Küche und Mittelpunkt des Lagers
- Cowboy-Ausrüstung: Sattel, Lasso, Sporen und mehr
- Was Cowboys wirklich trugen: Hut, Stiefel und Arbeitskleidung
- Cowboy-Sprache: Slang und Redewendungen: Wörter vom Trail und ihre Herkunft
- Cowboy-Lieder und Musik des Westens: was am Lagerfeuer gesungen wurde
- Rodeo: Geschichte und Disziplinen: vom Zusammentrieb zum Wettkampf
- Stacheldraht und das Ende der offenen Weide: wie Zäune die Viehtriebe beendeten
- Mehr aus dem Alltag: Pferde im Wilden Westen, Waffen des Wilden Westens, Leben in einer Westernstadt und Essen und Trinken im Wilden Westen
- Im Glossar: Viehtreiber (Drover), Maverick und Rustling (Viehdiebstahl)
Häufige Fragen
Wann haben Cowboys gelebt?
In kleiner Zahl arbeiteten Cowboys laut Merriam-Webster schon um 1820 auf Ranches in Texas. Ihre große Zeit waren die Viehtriebe aus Texas nach Norden von 1866 bis 1890. Danach arbeiteten Cowboys vor allem auf Ranches, bis heute.
Woher kommt das Wort Cowboy?
Es ist englisch und setzt sich aus cow (Kuh) und boy (Junge, Bursche) zusammen; Merriam-Webster nennt als ersten Beleg das Jahr 1623. Im Deutschen ist das Wort seit dem Ende des 19. Jahrhunderts bekannt und wurde durch Erzählungen und Filme über den Westen populär.
Wie viele Cowboys waren schwarz?
Genaue Zahlen gibt es nicht. Das Handbook of Texas schätzt, dass auf den Viehtrieben rund zwei Drittel der Mannschaften Weiße waren, die übrigen Schwarze, Hispanoamerikaner und Indigene. Der National Park Service schreibt, jeder vierte Cowboy sei Afroamerikaner gewesen, das Smithsonian Magazine nennt es eine Schätzung von Historikern; beide geben keine Herkunft der Zahl an.
Was verdiente ein Cowboy?
Ein einfacher Treiber auf dem Trail bekam laut Handbook of Texas 25 bis 40 Dollar im Monat, ein Pferdehüter 50, Koch und "ramrod" 75 und ein Trail Boss 100 Dollar oder mehr. Auf den meisten Ranches lag der Lohn von den 1870er Jahren bis um 1900 ebenfalls bei 25 bis 40 Dollar, dazu kamen Kost und Unterkunft.
Was ist der Unterschied zwischen Cowboy und Vaquero?
Vaquero ist das spanische Wort für den berittenen Rinderhirten, abgeleitet von vaca (Kuh). Vaqueros hüteten schon im 16. Jahrhundert in Mexiko Rinder; die englischsprachigen Cowboys übernahmen später ihre Reit- und Lassotechnik, ihre Ausrüstung und viele ihrer Wörter.
Trugen Cowboys immer einen Revolver?
Auf dem Trail selten. Laut Handbook of Texas erlaubten nur wenige Trail Bosses den jungen Treibern eine Pistole, weil ein versehentlicher Schuss die Herde in Panik versetzen konnte. Das Bild vom schießenden Cowboy stammt eher aus Hollywood.
Gibt es heute noch Cowboys?
Ja. Auf Ranches wird weiter Vieh gehütet, inzwischen oft mit dem Pickup statt zu Pferd. Dazu kommen Rodeos und in Texas die Charreadas, in denen Reiterinnen und Reiter die Fertigkeiten der Vaqueros zeigen.
Quellen
- Nachschlagewerk Cattle Trailing (Jimmy M. Skaggs). Texas State Historical Association, Handbook of Texas. Stand 1976, überarbeitet 07.10.2020. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Engaging with Cowpoke History (Katherine Crawford-Lackey). National Park Service. Stand Last updated 25.03.2025. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk cowboy (Wörterbucheintrag mit First Known Use und Lexikontext). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk Cowboy (Bedeutungen DWDS 2025, Etymologie nach Wolfgang Pfeifer). Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS). Stand 2025. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk Kenneth W. Howell: Ranching Heritage (Encyclopedia of the Great Plains, Abschnitt Hispanic Americans). University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Rancho de las Cabras. National Park Service, San Antonio Missions National Historical Park. Stand Last updated 27.05.2025. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk Ranching in Spanish Texas (Jack Jackson). Texas State Historical Association, Handbook of Texas. Stand 1996, überarbeitet 30.04.2019. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Vaqueros and Cowboys: Background for Teachers (Keep Texas Wild). Texas Parks and Wildlife Department. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk Black Cowboys (Teresa Palomo Acosta). Texas State Historical Association, Handbook of Texas. Stand 1994, überarbeitet 30.09.2017. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk M. J. Van Deventer: Cowboy Culture (Encyclopedia of the Great Plains). University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk Cowtowns (Kansapedia). Kansas Historical Society. Stand Juli 2010, geändert Februar 2013. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Mason-Lovell Ranch Part Two: A Cruel Winter To The End Of An Era. National Park Service, Bighorn Canyon National Recreation Area. Stand Last updated 24.02.2015. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk Robert R. Dykstra: Cattle Towns. Encyclopedia of the Great Plains, University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Buffalo Bill: Topics in Chronicling America. Library of Congress, Research Guides. Stand Last Updated 12.06.2025. abgerufen am 24.10.2026
- Museum Viva el vaquero! (Blog). Sid Richardson Museum, Fort Worth. Stand 05.10.2017. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk buckaroo (Wörterbucheintrag mit Etymologie). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Presse The Lesser-Known History of African-American Cowboys (Katie Nodjimbadem). Smithsonian Magazine. Stand 13.02.2017. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk Cattle Brands (David Dary). Texas State Historical Association, Handbook of Texas. Stand 1952, überarbeitet 19.04.2017. abgerufen am 25.10.2026
- Museum Bill Pickett (National Rodeo Hall of Fame). National Cowboy & Western Heritage Museum. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Jimmy M. Skaggs, überarbeitet von Gary und Margaret Kraisinger: Western Trail. Texas State Historical Association, Handbook of Texas Online. Stand 1976, überarbeitet 01.07.2026. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Sylvia Gann Mahoney: Rodeos (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1952, überarbeitet 23.01.2019. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk T. C. Richardson, Harwood P. Hinton: Ranching (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1952, überarbeitet 30. April 2019. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Frances T. McCallum, James Mulkey Owens: Barbed Wire (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1952, überarbeitet 22. Juli 2020. abgerufen am 25.10.2026
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