Cowboys und AlltagThema

Pferde im Wilden Westen

Kurz erklärt Pferde starben in Amerika vor 8.000 bis 10.000 Jahren aus, 1493 brachte Kolumbus auf seiner zweiten Reise 25 Tiere zurück. Über die Spanier in New Mexico und den Handel der Nationen kamen sie in die Plains, nach dem Pueblo-Aufstand von 1680 in großer Zahl. Eine Studie von 2023 findet sie schon in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts in den nördlichen Rocky Mountains.

Kleine Herde brauner, gescheckter und falbfarbener Pferde auf goldenem Grasland vor niedrigen Hügeln unter weitem Himmel im Licht der späten Nachmittagssonne
Bild: KI-generiert

Woher kamen die Pferde im Wilden Westen?

Das heutige einhufige Pferd, Equus, stammt aus Nordamerika. Nach der Encyclopedia of the Great Plains wanderte es über die Landbrücke an der Beringstraße nach Asien. Die ersten Menschen auf den Plains jagten noch Pferde, doch vor etwa 8.000 bis 10.000 Jahren starb das Tier dort aus, offenbar durch Bejagung und einen Wandel des Klimas.[1]

Zurück kam es mit den Europäern. 1493 brachte Christoph Kolumbus auf seiner zweiten Reise 25 Pferde mit, so das National Museum of the American Indian (NMAI) der Smithsonian Institution. Die Spanier setzten Pferde als Mittel der Eroberung und Kontrolle ein und versuchten mit allen Mitteln, sie aus den Händen der indigenen Bevölkerung zu halten.[2, 3] Nach einer genetischen Studie von 2023 stammen die frühen Pferde Nordamerikas wie die heutigen vor allem von Pferden der Iberischen Halbinsel ab; später kamen Tiere britischer Herkunft dazu, Spuren von Pferden der Wikinger fand das Team nicht.[5] Die Encyclopedia of the Great Plains nennt das Berberpferd (barb), eine Mischung aus arabischen und spanischen Linien, das in den trockenen, grasbedeckten südlichen Plains gut zurechtkam.[1]

Pferde trinken an einem flachen Fluss in einer trockenen Hochebene mit Wacholderbüschen und roten Tafelbergen im Nachmittagslicht
Pferde an einem Fluss im Hochland des Südwestens Bild: KI-generiert

Wie kamen die Pferde zu den Völkern der Plains?

Bald nach der spanischen Besiedlung New Mexicos 1598 gelangten nach der Encyclopedia of the Great Plains die ersten Pferde in die Plains, in großer Zahl aber erst nach dem Pueblo-Aufstand von 1680.[1] Damals erhoben sich die Pueblos nach einem Jahrhundert spanischer Herrschaft. Unter Popé, einem religiösen Anführer der Tewa, griffen sie Santa Fe an; nach dem NMAI töteten sie etwa 400 Spanier und zwangen viele weitere zur Flucht. Hunderte Pferde, vielleicht mehr als 1.500, blieben zurück, die größte Zahl, die je auf einmal in indigene Hände kam.[3] Die Pueblos handelten die Tiere an Nachbarvölker weiter, Händler und Reiter der Plains brachten sie nach Norden.[1, 3]

Die Pferde zogen über die Handelswege der Nationen. Nach dem NMAI gingen sie zuerst von den Pueblos zu Navajo, Ute und Apache. Die Comanche in den südlichen Plains gaben sie an die verwandten Shoshone im Norden weiter. Bis 1700 hatten auch Bannock, Nez Perce, Cayuse und Umatilla im fernen Nordwesten Pferde, und über weitere Handelswege kamen sie zu den River Crow und Mountain Crow und zu den Völkern am Missouri.[4] Die Grenze der Pferdekultur erreichte nach der Encyclopedia of the Great Plains in den 1730er Jahren den Missouri und in den 1770er Jahren die Prärien Kanadas.[1]

Wann das Pferd wohin kam
ZeitOrt oder NationWas belegt ist
1493AmerikaKolumbus bringt auf seiner zweiten Reise 25 Pferde mit[2]
1598New Mexicospanische Besiedlung, danach erste Pferde in den Plains[1]
1580 bis 1640Sichangu (Brulé)der Wintercount von Battiste Good zeigt, wie Pferde zu den Brulé kamen[8]
um 1640Blacks Fork River, Wyomingjunges Pferd mit Spuren menschlicher Bearbeitung[6]
1680Pueblos in New Mexiconach dem Aufstand bleiben Hunderte Pferde zurück[3]
bis 1700Bannock, Nez Perce, Cayuse, Umatillalaut NMAI Pferde im fernen Nordwesten[4]
1730er JahreMissouri; Nez PerceGrenze der Pferdekultur am Missouri; laut Nez Perce Tribe auch erste Pferde der Nez Perce[1, 13, 15]
1770er JahrePrärien Kanadasdie Pferdekultur erreicht den Norden[1]

Auf den Handelswegen hatte ein Pferd einen festen Gegenwert. Für das frühe 19. Jahrhundert nennt das NMAI acht Bisonfelle für ein gewöhnliches Reitpferd und zehn Gewehre für ein gutes Rennpferd. Ein gutes Jagdpferd wog unter anderem mehrere Packtiere, ein Gewehr mit 100 Schuss Munition, fünf Tipistangen oder einen Tipi-Überzug aus Bisonhaut auf.[4]

Was sagt die neuere Forschung zur Datierung?

Lange galt, dass die Nachkommen der europäischen Pferde das Gebiet der Rocky Mountains erst um 1700 erreichten.[6] 2023 erschien in der Zeitschrift Science die Studie "Early dispersal of domestic horses into the Great Plains and northern Rockies" eines Teams um den Archäologen William Taylor. Es verband Genetik, Isotopen, Radiokarbondaten und Krankheitsspuren an den Knochen historischer Pferde. Danach breiteten sich die Pferde von Süden her rasch aus und erreichten die nördlichen Rocky Mountains und die zentralen Plains bis zur ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, wahrscheinlich über indigene Tauschnetze. Schon bevor im 18. Jahrhundert europäische Beobachter dorthin kamen, waren sie nach der Studie fest in die Gesellschaften eingebunden, in Herdenhaltung, Zeremonien und Kultur.[5]

Im Vordergrund der Studie steht ein Fund aus Wyoming. Am Blacks Fork River im Südwesten des Staates, im heutigen Ashley National Forest, lagen die Reste eines erst fünf oder sechs Monate alten Pferdes, dessen Knochen Hiebspuren und andere Spuren menschlicher Bearbeitung tragen. Nach der Radiokarbondatierung lebte es um 1640. Die Gegend gilt als Heimat der Vorfahren der Comanche, und nach der University of Wyoming legt die Studie nahe, dass sie Pferdezucht, Rituale und Transport mit Pferden mindestens 50 Jahre vor ihrem Zug nach Süden übernommen hatten.[6] Am Projekt arbeiteten Forschende aus 15 Ländern mit, darunter indigene Wissenschaftler der Lakota, Comanche und Pawnee. Die Ergebnisse passen nach Taylor zu vielen mündlichen Überlieferungen indigener Völker.[7]

Auch eine Chronik aus den Plains zeigt die frühe Zeit. Der Wintercount von Battiste Good, eine Bilderchronik, die für jedes Jahr ein Ereignis festhält, verzeichnet für die Jahre 1580 bis 1640, wie Pferde zu den Sichangu (Brulé) kamen, nach der Library of Congress eine Folge des spanischen Vordringens. Zum ersten Mal erscheinen dort Bisonjäger zu Fuß und zu Pferd.[8] Mehr über die Chronik steht auf der Seite Christoph Kolumbus.

Was änderte das Pferd für die Nationen?

Mit Pferden ließ sich besser jagen, handeln und Krieg führen. Nach der Encyclopedia of the Great Plains konnten Familien größere Tipis und mehr Besitz mitnehmen und Alte und Kranke transportieren, die sie früher womöglich hätten zurücklassen müssen.[1] Vorher trugen Frauen die Lasten oder Hunde zogen das Travois; mit dem Pferd wurden die Schleppgestelle größer und mit ihnen die Tipis.[10] Am stärksten wirkte das Pferd im Süden der Plains. Comanche, Kiowa, Arapaho und Cheyenne hielten große Herden und handelten mit den überzähligen Tieren. Auf eine Person kamen dort nach der Enzyklopädie im Höchstfall vier bis sechs Pferde. Im Norden setzten harte Winter und Schnee den Herden zu, und nur die Piegan hatten nach der Enzyklopädie genug Tiere, um alle ihre Leute beritten zu machen.[1]

Mehrere Nationen benannten das neue Tier nach dem Hund, ihrem bisherigen Lasttier. Das NMAI nennt für die Lakota Sunkakhan, "heiliger" oder "geheimnisvoller Hund", für die Siksika (Blackfoot) ponoka-mita, "Elchhund", und für die Cree mistatim, "großer Hund".[9]

Er erinnerte uns an einen Hirsch, der sein Geweih verloren hatte, und wir wussten nicht, welchen Namen wir ihm geben sollten. Weil er aber wie der Hund, der unsere Sachen trug, dem Menschen untertan war, nannte man ihn den Großen Hund.

Saukamaupee (Piegan), 1787, NMAI, Ausstellung A Song for the Horse Nation, Naming a New Ally Übersetzung der Redaktion[9]

Pferde wurden zum Maß für Ansehen. In vielen Nationen entstanden nach dem NMAI erstmals Unterschiede zwischen Familien nach der Zahl ihrer Pferde, und ein Name mit dem Wort Pferd, etwa Crazy Horse oder American Horse, stand für Charakterstärke.[11] Die Encyclopedia of the Great Plains spricht von beginnenden Klassengesellschaften. Sie nennt auch die Kehrseite: Die großen Herden konkurrierten mit den Bisons um Wasser und Gras, und Anfang der 1840er Jahre waren wichtige Flusstäler übernutzt. Möglicherweise sank auch das Ansehen der Frauen, weil die Bisonjagd zur Sache der berittenen Männer wurde.[1] Mehr dazu auf der Seite Plains: die Völker der Great Plains.

Die Comanche

Die Comanche Nation, in ihrer Sprache Nʉmʉnʉʉ (Numunuu), "die Menschen", nennt das Pferd einen entscheidenden Teil ihrer Kultur. Die Comanche beherrschten das Reiten so gut, dass sie im Krieg einen großen Vorteil hatten. Sie züchteten und handelten Pferde, und ihre Reiter gaben nach der Darstellung der Nation das Muster der nomadischen Reiterkultur vor, das im 18. und 19. Jahrhundert für die Plains-Nationen typisch wurde.[12] Mehr auf der Seite Comanche.

Die Nez Perce und das Appaloosa

Zu den Nez Perce (Nimiipuu) kam das Pferd nach der eigenen Darstellung der Nation in den 1730er Jahren, wahrscheinlich über die verbündeten Cayuse.[13, 15] Das NMAI zählt die Nez Perce dagegen schon zu den Nationen, die bis 1700 Pferde hatten.[4] Mit Pferden zogen sie häufiger über die Bitterroot Mountains zur Bisonjagd in die nördlichen Plains und brachten mehr Fleisch und Felle zurück; auch die Wege zu den Handels- und Fischplätzen am Columbia River wie den Celilo Falls wurden leichter.[13] Josiah Pinkham erklärte 2002 in einem Interview, Pferd und Gewehr hätten die Jagd schneller gemacht, aber nicht die Menge: Es habe weiter Regeln gegeben, wie viele Bisons ein Jäger erlegen durfte.[13]

Das gefleckte Pferd, das Lewis und Clark bei den Nez Perce beschrieben, nannten weiße Siedler "Palouse horse"; daraus wurde Appaloosa, als Rasse anerkannt seit 1938.[15] Nach dem NMAI hatten die Nimiipuu einst die größte Herde Nordamerikas. Nach dem Krieg von 1877 löste die Armee die Herde auf, seit 1938 bemüht sich der Appaloosa Horse Club um die Rasse.[14] 1998 richtete das Tribal Executive Committee des Nez Perce Tribe das Nez Perce Horse Registry ein. Es kreuzt Appaloosas mit dem Achal-Tekkiner (Akhal-Teke) aus Turkmenistan und züchtet so eine eigene Rasse, das Nez Perce Horse, Nimíipuu Sik'em.[15]

Welche Pferde ritten Cowboys und Soldaten?

Für die Cowboys in Texas war der Mustang das Arbeitspferd. Nach dem Handbook of Texas machte vor allem seine Ausdauer ihn zum bevorzugten Pferd der meisten Grenzer und Cowboys, und auf jeder Viehweide in Texas wurden Mustangs geritten.[16] Nach dem Bürgerkrieg paarten Züchter Hengste des Quarter Horse mit Mustangstuten von der texanischen Weide. Die Nachkommen waren kräftig, wendig und groß genug, um verwilderte Rinder in Südtexas zusammenzutreiben, mit dem Lasso zu fangen und zu brennen.[17]

Das Quarter Horse geht nach dem Handbook of Texas auf die Kolonien Virginia und Carolina zurück. Siedler kreuzten dort ihre Hengste, die vom spanischen Berberpferd abstammten, mit Stuten der Chickasaw; den Namen hat die Rasse von Rennen über eine Viertelmeile. Nach dem berühmten Hengst Steel Dust hießen Cowboypferde in Texas oft "Steeldusts". Ein Treffen in Fort Worth am 14. März 1940 führte zur Gründung der American Quarter Horse Association.[17] Das NMAI beschreibt die Rasse als Kreuzung des 18. Jahrhunderts aus Ponys der Chickasaw und englischen Vollblütern.[14]

Zu einem Viehtrieb gehörten Ersatzpferde, die Remuda. Die Pferdehüter (horse wranglers) zogen nach dem Handbook of Texas direkt hinter dem Küchenwagen und dem Gerätewagen und bekamen 50 Dollar im Monat, ein einfacher Treiber 25 bis 40 Dollar.[18] Wie ein Tag auf dem Trail ablief, steht auf den Seiten Cowboys im Wilden Westen und Viehtriebe und Cattle Trails.

In der Kavallerie kümmerte sich ein Reiter nach dem National Park Service fast immer zuerst um sein Pferd und erst danach um sich selbst. In der 7. Kavallerie war jeder der zwölf Kompanien eine Pferdefarbe zugeteilt, damit man sie erkannte und sie zusammenhielten, einzelne Farben allerdings mehrfach; die Kompanie D ritt etwa Rappen, die Kompanie E Schimmel.[19] Von den Pferden der fünf Kompanien, die mit George Armstrong Custer am 25. Juni 1876 in die Schlacht am Little Bighorn ritten, überlebte nur eines: Comanche, das Pferd von Captain Myles Keogh.[19, 20]

Comanche war selbst ein Mustang. Vermutlich kam er nach der University of Kansas um 1862 als Fohlen einer Mustangstute in den südwestlichen Great Plains zur Welt. Mustangfänger fingen ihn 1868, und am 3. April 1868 kaufte ihn die Kavallerie für 90 Dollar. Nach seiner Genesung durfte ihn auf einen Befehl von Colonel Samuel D. Sturgis vom April 1878 niemand mehr reiten, nur bei Paraden lief er gesattelt und ohne Reiter mit. Er starb am 7. November 1891 im Alter von 29 Jahren an einer Kolik und steht präpariert im Naturkundemuseum der University of Kansas in Lawrence.[20]

Der Pony Express brachte von April 1860 bis Oktober 1861 Briefe zwischen St. Joseph in Missouri und Sacramento in Kalifornien. Eine Anzeige in der Sacramento Union vom 19. März 1860 suchte zehn bis zwölf Männer, die mit Pferden umgehen konnten, als Stallknechte oder Reiter.[21]

Eine lange verwitterte Anbindestange mit drei darübergelegten Sätteln und Zaumzeug in einem staubigen Hof, dahinter offenes Grasland und niedrige Hügel im warmen Nachmittagslicht
Anbindestange mit Sätteln, wie sie auf Armeeposten üblich war Bild: KI-generiert

Wie prägten Fotografie und Film das Bild vom Pferd?

Am 19. Juni 1878 fotografierte Eadweard Muybridge auf der Rennbahn von Palo Alto in Kalifornien das Rennpferd Sallie Gardner, das Leland Stanford gehörte. Die Library of Congress verwahrt einen Abzug mit zwölf Einzelbildern, die den Lauf in seine Phasen zerlegen.[22]

Den Maler Frederic Remington zitiert das Handbook of Texas mit dem Satz, von allen Denkmälern, die der Spanier zum Ruhm seiner Herrschaft in Amerika hinterlassen habe, werde keines würdiger sein als sein Pferd.[16] Das Kino machte nach der Encyclopedia of the Great Plains den berittenen Krieger der Plains zum Klischee für alle indigenen Völker Nordamerikas.[1] Wie Western dieses Bild verbreiteten, zeigt die Seite Indigene Völker im Western.

Welche Rolle spielen Pferde heute für die Nationen?

Mit der Reservatszeit nach 1850 endeten nach der Encyclopedia of the Great Plains die Pferdekulturen der Plains, die Verbindung zum Pferd aber nicht. In den ersten schweren Jahren im Reservat wandten sich viele früher nomadische Gruppen der Rinder- und Pferdezucht zu, das Rodeo hielt die Verbindung lebendig. Von Paraden und Kunst bis zu Herden auf den Weiden der Reservate gehören Pferde bis heute zum Leben der Plains-Nationen.[1]

Die Ausstellung des NMAI schildert den Bruch aus der Sicht der Nationen: Am Ende der Indianerkriege waren Pferde in den Reservaten weitgehend verboten, die großen Herden wurden vernichtet. Die Politik habe die Bindungen zueinander, zum Land und sogar zum Pferd kappen wollen; das habe viel gekostet, sei aber nicht gelungen.[23]

Er bedeutet uns zu viel, unser "heiliger Hund". Der Geist, der uns verbindet, ließ sich nicht ganz brechen.

Emil Her Many Horses (Oglala Lakota), 2009, NMAI, Ausstellung A Song for the Horse Nation, Decline and Revival Übersetzung der Redaktion[23]

Sein Familienname geht nach dem NMAI auf seine Ururgroßmutter Tasunka Ota Win zurück, Frau mit vielen Pferden, die ihren Namen wegen ihrer vielen Pferde trug. Bei der ersten Zählung im Reservat der Oglala übersetzten die Beamten ihn falsch als Her Many Horses.[11] Bei den Nez Perce bringt das Young Horsemen Program Jugendlichen Pferde und Reiten nahe. Sein Leiter Rudy Shebala beschrieb 2001 Ausritte und Arbeit an Wegen, auch für den U.S. Forest Service, und gesattelte Pferde für Mitglieder der Nation, die bei Paraden reiten wollen.[15]

Gefleckte Pferde grasen auf einer grünen Bergweide, dahinter dunkler Nadelwald und Hügel im warmen Abendlicht
Gefleckte Pferde auf einer Bergweide im Nordwesten Bild: KI-generiert

Zeitleiste: Pferde in Nordamerika

Zeitleiste: Pferde in Nordamerika
  1. 1493Christoph Kolumbus bringt auf seiner zweiten Reise 25 Pferde nach Amerika.[2] Christoph Kolumbus
  2. 1598Die Spanier besiedeln New Mexico; bald danach gelangen erste Pferde in die Plains.[1]
  3. 1640Um diese Zeit lebt am Blacks Fork River in Wyoming ein junges Pferd, dessen Knochen Spuren menschlicher Bearbeitung tragen.[6]
  4. 1680Pueblo-Aufstand in New Mexico: Hunderte Pferde der Spanier, vielleicht mehr als 1.500, kommen in indigene Hände.[3, 1] Pueblo-Völker
  5. 1700Nach dem NMAI haben bis zu diesem Jahr Bannock, Nez Perce, Cayuse und Umatilla im fernen Nordwesten Pferde.[4]
  6. 1730In den 1730er Jahren erreicht die Grenze der Pferdekultur den Missouri; nach Darstellung des Nez Perce Tribe kommen die ersten Pferde zu den Nez Perce.[1, 13, 15] Nez Perce
  7. 1770In den 1770er Jahren erreicht die Pferdekultur die Prärien Kanadas.[1]
  8. 1787Saukamaupee (Piegan) erzählt, warum seine Leute das Pferd den Großen Hund nannten.[9]
  9. April 1860Der Pony Express beginnt; er reitet bis Oktober 1861 zwischen St. Joseph und Sacramento.[21] Pony Express
  10. 03.04.1868Die Kavallerie kauft den Mustang Comanche für 90 Dollar.[20]
  11. 25.06.1876Schlacht am Little Bighorn: Comanche überlebt als einziges Pferd der fünf Kompanien, die mit Custer reiten.[19, 20] Schlacht am Little Bighorn
  12. 19.06.1878Eadweard Muybridge fotografiert in Palo Alto das Rennpferd Sallie Gardner in zwölf Einzelbildern.[22]
  13. 07.11.1891Comanche stirbt im Alter von 29 Jahren an einer Kolik.[20]
  14. 1938Das Appaloosa wird als Rasse anerkannt; der Appaloosa Horse Club bemüht sich seitdem um die Rasse.[14, 15]
  15. 14.03.1940Ein Treffen in Fort Worth führt zur Gründung der American Quarter Horse Association.[17]
  16. 1998Das Tribal Executive Committee des Nez Perce Tribe richtet das Nez Perce Horse Registry ein.[15] Nez Perce

Mythos und Wahrheit

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Häufige Fragen

Wann kamen Pferde nach Amerika?

Das heutige Pferd stammt aus Nordamerika, starb dort aber vor 8.000 bis 10.000 Jahren aus. Zurück kam es mit den Europäern: 1493 brachte Christoph Kolumbus auf seiner zweiten Reise 25 Pferde mit.

Seit wann haben die Völker der Plains Pferde?

Erste Pferde kamen bald nach der spanischen Besiedlung New Mexicos 1598 in die Plains, in großer Zahl nach dem Pueblo-Aufstand von 1680. Eine Studie von 2023 zeigt, dass Pferde die nördlichen Rocky Mountains und die zentralen Plains schon bis zur ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts erreichten, wahrscheinlich über den Handel der Nationen.

Welche Rolle spielte der Pueblo-Aufstand für die Pferde?

Beim Aufstand von 1680 vertrieben die Pueblos die Spanier aus New Mexico. Hunderte Pferde, vielleicht mehr als 1.500, blieben zurück, so viele wie nie zuvor auf einmal. Die Pueblos handelten sie an Nachbarvölker weiter.

Wie nannten die Lakota das Pferd?

Nach dem National Museum of the American Indian nannten die Lakota es Sunkakhan, "heiliger" oder "geheimnisvoller Hund". Mehrere Nationen benannten das neue Tier nach dem Hund, ihrem bisherigen Lasttier, die Siksika etwa ponoka-mita, "Elchhund".

Welche Pferde ritten die Cowboys?

In Texas ritten die meisten Cowboys Mustangs, weil sie ausdauernd waren. Nach dem Bürgerkrieg kreuzten Züchter Hengste des Quarter Horse mit Mustangstuten; daraus entstanden kräftige, wendige Pferde für die Arbeit mit Rindern.

Woher kommt das Appaloosa?

Das gefleckte Pferd geht auf die Zucht der Nez Perce (Nimiipuu) zurück. Weiße Siedler nannten es "Palouse horse", daraus wurde Appaloosa; als Rasse anerkannt ist es seit 1938. Heute züchtet der Nez Perce Tribe mit dem Nez Perce Horse eine eigene Rasse.

Welches Pferd überlebte die Schlacht am Little Bighorn?

Comanche, das Pferd von Captain Myles Keogh, überlebte als einziges Pferd der fünf Kompanien, die mit Custer ritten. Er war selbst ein Mustang, starb am 7. November 1891 und steht präpariert in der University of Kansas.

Quellen

  1. Nachschlagewerk Pekka Hämäläinen: Horse (Encyclopedia of the Great Plains). University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 25.10.2026
  2. Museum After a Long Absence: The Horse Returns (Ausstellung A Song for the Horse Nation). Smithsonian Institution, National Museum of the American Indian. Stand Ausstellung 29.10.2011 bis 07.01.2013. abgerufen am 25.10.2026
  3. Museum Horses Spread Across the Land (Ausstellung A Song for the Horse Nation). Smithsonian Institution, National Museum of the American Indian. Stand Ausstellung 29.10.2011 bis 07.01.2013. abgerufen am 25.10.2026
  4. Museum Horse Trading Among Nations (Ausstellung A Song for the Horse Nation). Smithsonian Institution, National Museum of the American Indian. Stand Ausstellung 29.10.2011 bis 07.01.2013. abgerufen am 25.10.2026
  5. Presse Research at UW Part of New Findings on Earlier Indigenous Use of Horses in West. University of Wyoming. Stand 31.03.2023. abgerufen am 25.10.2026
  6. Amtliche Stelle Epilogue (Ausstellung 1492: An Ongoing Voyage, Wintercount von Battiste Good). Library of Congress. Stand 1992. abgerufen am 25.10.2026
  7. Museum Naming a New Ally (Ausstellung A Song for the Horse Nation). Smithsonian Institution, National Museum of the American Indian. Stand Ausstellung 29.10.2011 bis 07.01.2013. abgerufen am 25.10.2026
  8. Museum Travel (Ausstellung A Song for the Horse Nation). Smithsonian Institution, National Museum of the American Indian. Stand Ausstellung 29.10.2011 bis 07.01.2013. abgerufen am 25.10.2026
  9. Museum Wealth and Status (Ausstellung A Song for the Horse Nation). Smithsonian Institution, National Museum of the American Indian. Stand Ausstellung 29.10.2011 bis 07.01.2013. abgerufen am 25.10.2026
  10. Tribal Nation History. Comanche Nation, Oklahoma. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  11. Tribal Nation Horse in Nimíipuu Culture (Modul Nimíipuu, Lifelong Learning Online). Nez Perce Tribe und University of Idaho Library. Stand 2002. abgerufen am 25.10.2026
  12. Museum Native American Horse Breeds (Ausstellung A Song for the Horse Nation). Smithsonian Institution, National Museum of the American Indian. Stand Ausstellung 29.10.2011 bis 07.01.2013. abgerufen am 25.10.2026
  13. Tribal Nation Horse Program (Modul Nimíipuu, Lifelong Learning Online). Nez Perce Tribe und University of Idaho Library. Stand 2002. abgerufen am 25.10.2026
  14. Nachschlagewerk Thomas Earl Speir: Mustangs (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1952, überarbeitet 20.01.2017. abgerufen am 25.10.2026
  15. Nachschlagewerk Bruce Beckmann: Quarter Horses (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1952, überarbeitet 30.04.2019. abgerufen am 25.10.2026
  16. Nachschlagewerk Cattle Trailing (Jimmy M. Skaggs). Texas State Historical Association, Handbook of Texas. Stand 1976, überarbeitet 07.10.2020. abgerufen am 25.10.2026
  17. Amtliche Stelle Custer's Cavalry Horses at the Little Bighorn. National Park Service, Little Bighorn Battlefield National Monument. Stand 23.04.2025. abgerufen am 25.10.2026
  18. Fachaufsatz Douglas Harvey: The Horse, Comanche (KU History). University of Kansas, Kenneth Spencer Research Library. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  19. Amtliche Stelle History and Culture (Pony Express National Historic Trail). National Park Service. Stand 23.04.2025. abgerufen am 25.10.2026
  20. Archiv The Horse in motion: Sallie Gardner, owned by Leland Stanford, running at a 1:40 gait over the Palo Alto track, 19th June 1878 (Muybridge, LOT 3081). Library of Congress, Prints and Photographs Division. Stand um 1878. abgerufen am 25.10.2026
  21. Museum Decline and Revival, 1875 bis heute (Ausstellung A Song for the Horse Nation). Smithsonian Institution, National Museum of the American Indian. Stand Ausstellung 29.10.2011 bis 07.01.2013. abgerufen am 25.10.2026

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