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Der Pony Express
Kurz erklärt Der Pony Express war eine private Reiterpost zwischen St. Joseph in Missouri und Sacramento in Kalifornien. Vom 3. April 1860 bis Oktober 1861 brachten Reiter Briefe in Stafetten über rund 1.900 Meilen, planmäßig in zehn Tagen. Betreiberin war die Firma von Russell, Majors und Waddell; als der Telegraf fertig war, endete der Dienst am 26. Oktober 1861.

Was war der Pony Express?
Der Pony Express war eine private Reiterpost auf der zentralen Route zwischen St. Joseph in Missouri und Sacramento in Kalifornien. Die Reiter brachten die Post in Stafetten, also in Etappen mit frischen Pferden an jeder Station, und zwar in beide Richtungen; von Sacramento fuhr sie mit dem Dampfer weiter nach San Francisco.[2] Der Dienst begann am 3. April 1860 und lief nur rund 18 Monate. Am 26. Oktober 1861 war San Francisco per Telegraf direkt mit New York verbunden, und am selben Tag wurde der Pony Express offiziell eingestellt; die letzten Briefe kamen erst im November an.[1]
Betreiberin war die Central Overland California & Pike's Peak Express Company, kurz C.O.C. & P.P. Express Co., die Firma der Partner William H. Russell, Alexander Majors und William B. Waddell.[3] Für die Länge der Strecke nennen die Quellen verschiedene Zahlen: "mehr als 1.800 Meilen" nennt die Geschichtsseite des National Park Service (NPS), 1.966 Meilen das Smithsonian National Postal Museum, "etwa 2.000 Meilen" die Seite des NPS mit häufigen Fragen und rund 1.900 Meilen samt späterer Änderungen das Gesetz von 1992. Das sind etwa 2.900 bis 3.200 Kilometer.[1, 2, 6, 7] Wo genau der Weg verlief, lässt sich laut NPS auf vielen Abschnitten nur vermuten.[1]
Gut zu wissen
Der Pony Express begann als privates Unternehmen ohne Geld vom Staat. Erst das Gesetz vom 2. März 1861 machte ihn zur Auflage eines staatlichen Postvertrags, und zwar nur bis zur Fertigstellung des Telegrafen.[8, 9]
Wie kam es zum Pony Express?
Nach dem Zug der Mormonen nach Utah 1847, dem Goldrausch in Kalifornien 1849 und der Auswanderung über den Oregon Trail seit den 1840er Jahren wuchs der Bedarf an schneller Post jenseits der Rocky Mountains. Ab 1857 deckte ihn zum Teil die Butterfield Overland Mail auf einer südlichen Route.[1] Der Generalpostmeister Joseph Holt wollte die Post als Behörde führen, die sich selbst trägt, und kürzte die Überlandpost. Nach der NPS-Studie von 1994 kam er ins Amt, nachdem sein Vorgänger im März 1859 gestorben war; die Geschichtsseite des NPS datiert die Kürzungen auf 1858.[1, 3]
Russell, Majors und Waddell hatten im Dezember 1854 eine Partnerschaft für Frachttransporte gegründet und belieferten ab 1855 die Armeeposten westlich des Missouri. Im Utah-Krieg 1857 verlor die Firma drei Wagenzüge, die Mormonen erbeuteten oder zerstörten, und musste sich hoch verschulden.[3]
1859 gründete Russell mit John S. Jones und weiteren Partnern die Leavenworth City & Pike's Peak Express Company, die Goldsucher mit Kutschen nach Denver bringen sollte. Am 11. Mai 1859 kaufte sie für 144.000 Dollar den Postvertrag von Hockaday & Company zwischen St. Joseph und Salt Lake City.[3] Die Fahrgäste blieben aus, und im Oktober 1859 schuldete die Firma ihren Gläubigern 525.000 Dollar. Am 28. Oktober 1859 übernahmen Russell, Majors und Waddell in einer neuen Partnerschaft Schulden und Besitz. Am 19. November gab Russell der Firma den Namen Central Overland California & Pike's Peak Express Company, nach der NPS-Studie wohl ohne seine Partner zu fragen.[3]
Am 27. Januar 1860 schrieb Russell an seinen Sohn John, den Sekretär der Firma, er habe beschlossen, am 3. April einen Pony Express nach Sacramento zu starten, mit zehn Tagen Fahrzeit.[3] Von wem die Idee stammte, ist umstritten. Nach den Erinnerungen von Majors schlug Senator William M. Gwin aus Kalifornien sie Russell im Winter 1859 in Washington vor: Ein Reiterdienst sollte beweisen, dass die zentrale Route über die Rocky Mountains und die Sierra Nevada das ganze Jahr passierbar war. Andere Fassungen nennen Benjamin F. Ficklin oder A. B. Miller und John Scudder als Urheber.[3, 10] Russell hoffte auf einen großen Postvertrag. Majors schrieb später, die Partner hätten von Anfang an gewusst, dass sich der Dienst nicht rechnen würde.[3, 10]
Strecke und Stationen
Den östlichen Endpunkt legte die Firma erst Anfang März 1860 fest: St. Joseph war damals die größte Stadt an diesem Abschnitt des Missouri, und seit 1859 endete dort die Bahn der Hannibal & St. Joseph mit Anschluss an Eisenbahnen und Telegrafen des Ostens.[3] Von dort ging es über Fort Kearny, Fort Laramie und Fort Bridger nach Salt Lake City und weiter über Camp Floyd, Carson City und Placerville nach Sacramento.[3] Der heutige Pony Express National Historic Trail führt durch Missouri, Kansas, Nebraska, Colorado, Wyoming, Utah, Nevada und Kalifornien.[2]
Die Linie war in fünf Abschnitte geteilt: von St. Joseph bis Fort Kearny, weiter bis zur Horseshoe Station oberhalb von Fort Laramie, bis Salt Lake City, bis Roberts Creek in Nevada und bis Sacramento.[3] An den größeren Heimatstationen (home stations) endete die Strecke eines Reiters; dazwischen lagen kleine Wechselstationen (relay oder swing stations), an denen nur das Pferd getauscht wurde. Sie lagen anfangs 20 bis 25 Meilen auseinander, später teils nur 12 bis 15 Meilen.[3] Östlich von Salt Lake City nutzte die Firma die Stationen ihrer Kutschenlinie, westlich davon musste sie Stationen und Wege neu anlegen.[3, 10]
Wie viele Stationen es gab, ist nicht sicher. Für den Start im April 1860 nennen Quellen 119 oder 153, Majors schrieb von etwa 190. Die NPS-Studie von 1994 listet 184 mögliche Stationsorte in sieben Staaten und betont, dass Stationen hinzukamen und wegfielen.[3, 10] Nach Majors brauchte der Betrieb 400 bis 500 Pferde, 200 Stationsleute und 80 Reiter.[10]
An der Rock Creek Station in Nebraska, einem Halt der Kutschenlinie, kam es am 12. Juli 1861 zur Schießerei zwischen David McCanles und James Butler Hickok. Drei Männer starben; Hickok und der Stationsleiter Horace Wellman wurden wegen Mordes angeklagt und später freigesprochen (mehr bei Wild Bill Hickok).[3]

Reiter, Pferde und Mochila
Majors schrieb, die Firma habe über 200 Männer eingestellt und 80 davon als Reiter ausgewählt; leichte Männer galten als am besten geeignet.[3] Wer genau ritt, ist kaum belegt: Es gibt mehrere Listen, aber keine gilt als vollständig. Unter den Reitern waren Männer verschiedener Herkunft, auch Franzosen, Deutsche und mindestens ein Mexikanoamerikaner.[3] Zwischen St. Joseph und der Horseshoe Station arbeiteten vor allem Männer aus Missouri, Kansas und Nebraska, zwischen Horseshoe Creek und Roberts Creek waren die meisten Reiter und Stationsleute Mormonen.[3]
Über den Lohn gehen die Angaben auseinander: 120 bis 125 Dollar im Monat nach Majors, 50 bis 150 Dollar nach einer anderen Quelle, die die NPS-Studie nennt.[3, 10] Eine Anzeige in der Sacramento Union vom 19. März 1860 suchte zehn bis zwölf Männer, die mit Pferden umgehen konnten, als Stallknechte oder Reiter für 50 Dollar im Monat samt Kost und Unterkunft.[1] Majors war streng religiös. Schon in seinem Frachtgeschäft ließ er die Angestellten unterschreiben, dass sie nicht fluchen, sich nicht betrinken, nicht spielen und keine Tiere quälen würden, sonst drohte die Entlassung ohne Lohn.[10] Jeder Reiter soll eine in Kalbsleder gebundene Bibel bekommen haben.[3]
Die Arbeit war gefährlich, und viele Unfälle sind überliefert.[3] Der NPS kennt acht belegte Todesfälle unter den Reitern: Vier wurden von Indigenen getötet, einer wurde gehängt, nachdem er betrunken einen Mann getötet hatte, einer verunglückte, und zwei erfroren.[2] Im Dezember 1860 verirrte sich ein unerfahrener Reiter deutscher Herkunft bei Fort Kearny und erfror.[3]
Die Pferde kamen je nach Abschnitt aus verschiedenen Gegenden, im Westen etwa Mustangs aus Kalifornien. Für manche Tiere zahlte die Firma bis zu 200 Dollar.[3]
Die Post lag in der Mochila, spanisch für Rucksack, einem schweren Lederüberwurf mit einer Öffnung für das Sattelhorn und einem Schlitz für den hinteren Sattelbogen. Er bedeckte den ganzen Sattel und hatte an den vier Ecken je eine Ledertasche (cantina). Drei davon waren verschlossen, und nur die Stationsleiter in St. Joseph und Sacramento hatten Schlüssel; die vierte nahm Post von unterwegs auf. Beim Pferdewechsel ließ sich die Mochila in Sekunden umlegen.[3, 6] Laut der NPS-Studie ist nicht belegt, dass es sie schon beim ersten Ritt gab: Der britische Reisende Richard F. Burton sah 1860 noch lederne Beutel, die beim Wechsel achtlos herumgeworfen wurden.[3]

Der erste Ritt am 3. April 1860
Am 26. März 1860 kündigten der New York Herald und der Missouri Republican an, dass der erste Kurier am Dienstag, dem 3. April, um 17 Uhr am Missouri starten werde.[3] An diesem Tag kam der Zug mit der Post aus dem Osten zwei Stunden zu spät nach St. Joseph. Nach Reden von Bürgermeister M. Jeff Thompson, Russell und Majors übergab Russell gegen 19.15 Uhr den Beutel mit 49 Briefen, fünf privaten Telegrammen und einigen Zeitungen an den ersten Reiter, der mit der Fähre nach Elwood im Kansas-Territorium übersetzte.[3] Wer das war, ist bis heute offen. Der NPS nennt auf seiner Seite mit häufigen Fragen meist Johnny Fry, manche sähen Billy Richardson als Ersten.[2] Die NPS-Studie von 1994 schreibt dagegen, die meisten Quellen nennten Richardson; er selbst habe in seinen Erinnerungen bestritten, der Erste gewesen zu sein.[3]
Die Post aus dem Osten erreichte Salt Lake City am 9. April um 18.45 Uhr und Carson City am 12. April. In Sacramento vertagte sich das Parlament zu Ehren der Ankunft, und gegen Mitternacht oder 1 Uhr am 14. April brachte der Dampfer Antelope die Post nach San Francisco.[3] In der Gegenrichtung ging der erste Beutel in San Francisco um 16 Uhr ab. Als erster Reiter verließ laut NPS wahrscheinlich James Randall die Ställe und brachte die Post zur Anlegestelle.[2, 3] Ab Sacramento ritt in der Nacht Harry Roff; nach Majors übernahmen danach unter anderen "Boston", Sam Hamilton und Robert "Pony Bob" Haslam.[3, 10]
Fahrplan, Post und Preise
Der Fahrplan sah von St. Joseph bis San Francisco 240 Stunden vor, davon 34 Stunden bis Fort Kearny, 124 bis Salt Lake City, 188 bis Carson City und 232 bis Sacramento.[3] Befördert wurden vor allem Geschäftsbriefe und Zeitungsmeldungen. Die Briefe waren gegen Nässe in Ölseide gewickelt. Große Zeitungen im Osten und in San Francisco druckten eigene Ausgaben auf dünnem Papier.[3]
Das Porto war hoch. Das Smithsonian National Postal Museum unterscheidet vier Preisstufen: zuerst 5 Dollar je halbe Unze, ab 31. Juli 1860 nach Westen und ab 15. August 1860 nach Osten 2,50 Dollar je Viertelunze, ab April 1861 unter Wells Fargo 2 Dollar je halbe Unze und ab dem 1. Juli 1861 1 Dollar je halbe Unze.[5] Eine halbe Unze sind etwa 14 Gramm. Die NPS-Studie nennt für den Anfang 5 Dollar in Gold je Unze.[3] Erhalten ist wenig: Eine Zählung von 2005 kannte nur 180 nach Osten und 71 nach Westen beförderte Umschläge.[5]
Der Krieg am Pyramid Lake 1860
Nach Silberfunden in den Washoe Hills im heutigen Nevada im Juli 1859 strömten Siedler und Bergleute in das Land der Northern Paiute und nahmen sich Wasser, Futter und Land, ohne die Rechte der Paiute zu achten. Auch der Pony Express nahm laut NPS indigene Ressourcen: In der Wüste Westnevadas standen seine Stationen an Wasserstellen, von denen die Paiute lebten.[4] Nach der NPS-Studie von 1994 ist kein Vertrag und kein Kauf belegt, mit dem das Land für Stationen und Route erworben worden wäre.[3]
Am 7. Mai 1860 fesselten vier weiße Männer an der Williams Station im Carson Valley einen älteren Paiute und überfielen eine junge Paiute-Frau. Der Mann kam später mit anderen zurück, und das Haus wurde mit den vier Männern darin niedergebrannt.[4] Am 12. Mai 1860 schlugen Krieger der Northern Paiute, auf der Gedenktafel des Staates Nevada Numu genannt, nördlich des heutigen Nixon eine Freiwilligentruppe aus Virginia City und Umgebung unter Major William Ormsby.[4, 14] Numu steht auch im Eigennamen der Yerington Paiute Tribe, Taboosi Tukadu Numu ("Nut Grass Eater People").[18] Am 2. Juni hielten mehrere hundert Krieger eine größere Truppe aus Freiwilligen und regulärer Armee einen Tag lang auf, damit Frauen, Kinder und Alte fliehen konnten. Ihr Anführer Numaga wollte laut der Tafel Frieden, kämpfte aber zur Verteidigung seines Volkes.[14]
Danach häuften sich laut NPS Überfälle auf abgelegene Stationen in Westnevada. Am 21. Mai 1860 wurde an der Simpson Park Station der Stationsleiter getötet und die Station niedergebrannt.[4] Im Juni stellte der Pony Express den Dienst zwischen Carson City und Salt Lake City ein; östlich davon ritt er weiter, nahm dort aber wenig ein. Ab Juli 1860 lief die Post mit Hilfe von Bundestruppen wieder bis Kalifornien, und die Verzögerungen hatten die Firma laut NPS rund 75.000 Dollar gekostet.[4] In der Wüste entstanden befestigte Stationen aus Stein und Lehmziegeln, und Ende Juli 1860 gab die Armee in Utah 100 Revolver an den Agenten der Firma in Salt Lake City, der sie an die Reiter verteilte.[3] Im August kam es erneut zu Kämpfen an Stationen in Nevada, etwa am Egan Canyon.[3, 4]

Wahlnachricht, Winter und Bürgerkrieg
Am 7. November 1860 um 13 Uhr brach in Fort Kearny, wohin die Nachricht per Telegraf gekommen war, ein Sonderritt mit der Nachricht von der Wahl Abraham Lincolns auf. Er erreichte Salt Lake City nach drei Tagen und vier Stunden, und die Nachricht war in den geplanten fünf Tagen in San Francisco.[3]
Der Winter 1860/61 war der erste volle Winter auf der neuen Route. Ab dem 1. Dezember verlängerte die Firma den Fahrplan auf 15 Tage, nach der NPS-Studie für Nachrichten aus New York, nach Hafen zwischen St. Joseph und San Francisco, und auf elf Tage zwischen den Telegrafenstationen.[3, 9] Schnee in der Sierra Nevada, im Großen Becken und zwischen Salt Lake City und Fort Laramie verzögerte die Post Mitte Januar 1861 um zwei, Ende Januar um vier Tage.[3] Nach Hafen fiel eine Fahrt ganz aus.[9]
Auch Lincolns Antrittsrede vom 4. März 1861 trug der Pony Express nach Westen. Majors schrieb, sie sei in sieben Tagen und, wie er meinte, 17 Stunden über die Strecke gekommen.[3, 10] Nach dem Beschuss von Fort Sumter am 12. April 1861 warteten im Westen Tausende auf jede neue Post aus dem Osten (mehr zum Bürgerkrieg und dem Westen).[3]
Schulden und der Anleiheskandal
Der Pony Express brachte weit weniger ein, als er kostete; nach Majors deckten die Einnahmen nicht ein Zehntel der Ausgaben.[10] Um die Schulden zu decken, verpfändete Russell ab Juli 1860 Anleihen aus dem Indian Trust Fund, in dem die Regierung Zahlungen an indigene Nationen verwahrte, insgesamt 870.000 Dollar. Er bekam sie von Godard Bailey, einem Verwandten der Frau von Kriegsminister John B. Floyd. Am 24. Dezember 1860 wurde Russell verhaftet, am 29. Januar 1861 angeklagt und am 11. März aus formalen Gründen freigelassen; der Kongress musste dem Fonds 759.525,56 Dollar erstatten. Am 26. April 1861 trat Russell als Präsident der Firma zurück.[3]
1861: Overland Mail Company und Wells Fargo
Im Februar 1861 kamen in Washington Berichte an, dass konföderierte Truppen die südliche Postlinie in Missouri und Texas zerstört hatten.[3] Das Gesetz über den Haushalt der Post vom 2. März 1861 verlegte die Überlandpost auf die zentrale Route. Es verlangte von den Vertragspartnern, bis zur Fertigstellung des Telegrafen zweimal pro Woche einen Pony Express zu reiten, mit zehn Tagen Fahrzeit in acht Monaten und zwölf Tagen in vier Monaten, fünf Pfund Regierungspost frei und höchstens 1 Dollar je halbe Unze. Für den ganzen Dienst zahlte der Bund 1.000.000 Dollar im Jahr.[8]
Den Vertrag bekam die Overland Mail Company, die bisher die Butterfield-Linie betrieb. Sie übernahm den Abschnitt westlich von Salt Lake City, die C.O.C. & P.P. Express Co. ritt östlich davon als Unterauftragnehmerin weiter.[3, 9] Von April bis zum 1. Juli 1861 war Wells, Fargo & Co. Agentin des Pony Express im Westen, danach betrieb die Overland Mail Company den Abschnitt zwischen Kalifornien und Utah.[3, 5] Die Zahl der Briefe stieg 1861 sogar: Der San Francisco Bulletin zählte am 4. März 74 eingetroffene Sendungen, am 7. August 175 und am 29. Oktober 154.[3]
Wie endete der Pony Express?
Am 16. Juni 1860, rund zehn Wochen nach dem ersten Ritt, hatte der Kongress beschlossen, eine Telegrafenlinie vom Missouri an die Pazifikküste zu fördern. Während des Baus ritt der Pony Express weiter: Briefe und Zeitungen trug er über die ganze Strecke, Telegramme nur noch zwischen den Enden der wachsenden Leitung.[1] Ende Juni 1861 setzte die Overland Telegraph Company östlich von Fort Churchill in Nevada ihren ersten Mast, und ab Mitte August kamen Nachrichten per Telegraf zwei Tage vor den Briefen in San Francisco an (mehr auf der Seite Der Telegraf im Wilden Westen).[3] Nach LeRoy R. Hafen war die Leitung am 24. Oktober 1861 fertig, nach dem NPS stand am 26. Oktober die direkte Verbindung zwischen San Francisco und New York.[1, 9]
Laut Smithsonian National Postal Museum wurde der Pony Express durch eine Mitteilung von Wells Fargo vom 26. Oktober 1861 eingestellt; die NPS-Studie sieht Wells Fargo dagegen nur vom 15. April bis 1. Juli 1861 als vorläufigen Agenten im Westen.[3, 5] Der letzte Reiter nach Westen hatte St. Joseph am 24. Oktober verlassen, der letzte nach Osten San Francisco am 23. Oktober.[5] Die letzten Briefe kamen im November 1861 an.[1] Die C.O.C. & P.P. Express Co. hatte am Ende 400.000 Dollar Schulden; ihre Angestellten verspotteten sie als "Clean Out of Cash and Poor Pay" (pleite und schlecht bezahlt). Ben Holladay, der ihr Geld geliehen hatte, ersteigerte die Linie am 21. März 1862 für 100.000 Dollar (mehr zur Overland Stage Line).[3]
Nach der NPS-Studie machte der Pony Express in 18 Monaten 308 Ritte je Richtung über zusammen 616.000 Meilen und trug etwa 35.000 Sendungen, 67 Prozent davon von San Francisco und Sacramento nach Osten.[3]
Erinnerung heute
Seit dem Gesetz vom 3. August 1992 ist die Route ein National Historic Trail, also ein vom Kongress ausgewiesener historischer Fernweg. Das Gesetz beschreibt ihn als rund 1.900 Meilen lange Route von St. Joseph nach Sacramento, samt späterer Änderungen der Strecke.[7] Verwaltet wird er vom National Park Service, der selbst kein Land am Trail besitzt.[2] Ein durchgehender Wanderweg ist er nicht: Viele Teile sind Privatland, überbaut, beackert oder liegen auf Militärgelände und in Reservaten, die nur mit Erlaubnis der Eigentümer betreten werden dürfen.[2] Kurze unberührte Abschnitte gibt es nur in Utah und Kalifornien; rund 120 historische Stätten, darunter 50 erhaltene Stationen oder Ruinen, könnten laut NPS einmal zugänglich werden.[1]
Wachgehalten hat die Legende nach dem Historiker Christopher Corbett wahrscheinlich am meisten die Wild-West-Show von Buffalo Bill.[12] Dort ritten Reiter durch die Arena und zeigten, wie die Postbeutel auf ein frisches Pferd wechselten.[13] 1923 ritten 60 Reiter die Strecke nach, 1935 und 1960 folgten weitere Nachritte; die 1966 gegründete National Pony Express Association veranstaltete 1980 ihren ersten Nachritt und setzte sich für den National Historic Trail ein.[3]
Karte
- 1Pony Express (St. Joseph, Missouri) 39,76° N, 94,82° W[15]
- 2Salt Lake City (Salt Lake City, Utah) 40,78° N, 111,93° W[16]
- 3Sacramento (Sacramento, Kalifornien) 38,57° N, 121,47° W[17]
Zeitleiste
- Dezember 1854William H. Russell, Alexander Majors und William B. Waddell gründen ihre Partnerschaft für Frachttransporte.[3]
- 28.10.1859Russell, Majors und Waddell übernehmen in einer neuen Partnerschaft Schulden und Besitz der Leavenworth City & Pike's Peak Express Company.[3]
- 19.11.1859Russell nennt die Firma Central Overland California & Pike's Peak Express Company.[3]
- 27.01.1860Russell schreibt seinem Sohn, der Pony Express solle am 3. April mit zehn Tagen Fahrzeit starten.[3]
- 03.04.1860Der erste Reiter startet in St. Joseph; in San Francisco fährt die Post per Dampfer nach Sacramento, wo der Ritt nach Osten beginnt.[2, 3]
- 14.04.1860Die erste Post aus St. Joseph erreicht mit dem Dampfer Antelope San Francisco.[3]
- 07.05.1860Ein Überfall an der Williams Station im Carson Valley löst den Krieg am Pyramid Lake mit den Northern Paiute aus.[4] Paiute
- Juni 1860Der Pony Express ruht zwischen Carson City und Salt Lake City; die Verzögerungen kosten rund 75.000 Dollar.[4]
- 07.11.1860Ein Sonderritt bringt die Nachricht von Lincolns Wahl ab Fort Kearny nach Westen.[3] Abraham Lincoln
- 02.03.1861Ein Gesetz verlegt die Überlandpost auf die zentrale Route und schreibt den Pony Express bis zur Fertigstellung des Telegrafen vor.[8] Butterfield Overland Mail
- 01.07.1861Die Overland Mail Company übernimmt den Abschnitt westlich von Salt Lake City; das Porto sinkt auf 1 Dollar je halbe Unze.[3, 5]
- 26.10.1861Der Pony Express wird eingestellt, laut Smithsonian durch eine Mitteilung von Wells Fargo; San Francisco ist per Telegraf mit New York verbunden.[1, 5]
- 21.03.1862Ben Holladay ersteigert die Linie der verschuldeten Betreiberfirma für 100.000 Dollar.[3] Overland Stage Line
- 03.08.1992Ein Gesetz macht die Route zum Pony Express National Historic Trail.[7]
Mythos und Wahrheit
Schon Zeitgenossen romantisierten die Reiter.[3] Mark Twain, der auf seiner Kutschfahrt nach Nevada einen Reiter vorbeifliegen sah, schrieb in "Roughing It" (1872), die Reiter brächten Briefe 1.900 Meilen weit in acht Tagen.[11] Nach der NPS-Studie von 1994 haben Autoren, Filme und Fernsehen die dünne Quellenlage über Generationen ausgeschmückt und als Tatsache weitergegeben.[3] Der Historiker Gerry Chilcote sagte 2010 dem Hörfunk NPR, vieles sei "fakelore" (erfundene Überlieferung), weil die Firma keine Unterlagen hinterlassen habe.[12]
Mann und Pferd stürmen an unseren aufgeregten Gesichtern vorbei und fliegen davon wie ein verspäteter Fetzen eines Sturms!
Mythos und Wahrheit
Mythos
Der Pony Express suchte per Anzeige "junge, dünne, drahtige Burschen, nicht über 18", Waisen bevorzugt.
Was belegt ist
Ob diese Anzeige je erschien, ist offen. Die NPS-Studie von 1994 zitiert sie, zeigt den Text aber nur als zusammengesetztes Muster eines Plakats aus dem Pony Express National Memorial und hält fest, dass die Reiter wohl aus allen Altersgruppen kamen. Belegt ist eine Anzeige in der Sacramento Union vom 19. März 1860: Gesucht wurden zehn bis zwölf Männer als Stallknechte oder Reiter für 50 Dollar im Monat.[1, 3, 12]
Mythos und Wahrheit
Mythos und Wahrheit
Mythos
Der Pony Express hielt seinen Fahrplan von zehn Tagen ohne einen einzigen Ausfall ein (so Alexander Majors 1893).
Auch Buffalo Bill behauptete, für den Pony Express geritten zu sein und den längsten Ritt gemacht zu haben. Laut dem Buffalo Bill Center of the West ist das nicht zu klären: Die Unterlagen des Pony Express gibt es nicht mehr, und sein Kollege Luther North hielt ihn wahrscheinlich für zu jung.[13]
Häufige Fragen
Wie lange gab es den Pony Express?
Der erste Ritt begann am 3. April 1860, eingestellt wurde der Dienst am 26. Oktober 1861. Das sind rund 18 Monate; die letzten Briefe kamen erst im November 1861 an.
Wie lange brauchte ein Brief mit dem Pony Express?
Der Fahrplan sah zehn Tage von St. Joseph nach Sacramento vor, bis San Francisco 240 Stunden. Im Winter 1860/61 verlängerte die Firma den Fahrplan auf 15 Tage, und Schnee verzögerte die Post oft um Tage.
Was kostete ein Brief mit dem Pony Express?
Am Anfang 5 Dollar je halbe Unze (etwa 14 Gramm), so das Smithsonian National Postal Museum und Alexander Majors; die NPS-Studie nennt 5 Dollar in Gold je Unze. Später sank der Preis in Stufen, ab dem 1. Juli 1861 auf 1 Dollar je halbe Unze.
Wer betrieb den Pony Express?
Die Central Overland California & Pike's Peak Express Company der Partner William H. Russell, Alexander Majors und William B. Waddell. Ab 1861 betrieb die Overland Mail Company den Abschnitt westlich von Salt Lake City, im Frühjahr 1861 war Wells Fargo dort Agentin.
Warum wurde der Pony Express eingestellt?
Ende Oktober 1861 war die erste Telegrafenleitung an den Pazifik fertig (laut Hafen am 24. Oktober, laut National Park Service stand am 26. Oktober die direkte Verbindung), und Nachrichten brauchten keine Reiter mehr. Die Betreiberfirma hatte außerdem hohe Schulden, und das Gesetz von 1861 verlangte den Pony Express nur bis zur Vollendung des Telegrafen.
Wie viele Pony-Express-Reiter starben?
Der National Park Service nennt acht belegte Todesfälle: Vier Reiter wurden von Indigenen getötet, einer wurde wegen Mordes gehängt, einer verunglückte, und zwei erfroren.
Ritt Buffalo Bill für den Pony Express?
Er behauptete es selbst, belegt ist es nicht. Laut dem Buffalo Bill Center of the West fehlen die Unterlagen, und sein Kollege Luther North hielt ihn für zu jung.
Kann man die Strecke des Pony Express heute besuchen?
Ja, als Pony Express National Historic Trail durch acht Bundesstaaten. Einen durchgehenden Wanderweg gibt es nicht; Teile liegen auf öffentlichem Land, andere lassen sich auf Autorouten nachfahren, Privatland und Reservate nur mit Erlaubnis.
Quellen
- Amtliche Stelle History and Culture: A Brief History. National Park Service, Pony Express National Historic Trail. Stand 23. April 2025. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Frequently Asked Questions. National Park Service, Pony Express National Historic Trail. Stand 23. April 2025. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Anthony Godfrey: Pony Express National Historic Trail, Historic Resource Study. National Park Service, U.S. West Research (Volltext bei npshistory.com). Stand August 1994. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle The Pyramid Lake War. National Park Service, Pony Express National Historic Trail. Stand 23. April 2025. abgerufen am 25.10.2026
- Museum Pony Express Mail (About Philately: Covers and Letters, Land Mail). Smithsonian National Postal Museum. Stand geändert 2. April 2025. abgerufen am 25.10.2026
- Museum Pony Express: Romance Versus Reality (Ausstellung 3. April 2010 bis 26. Januar 2020). Smithsonian National Postal Museum. Stand geändert 21. Mai 2025. abgerufen am 25.10.2026
- Gesetz und Vertrag Public Law 102-328, 106 Stat. 845 (California und Pony Express National Historic Trail). U.S. Government Publishing Office. Stand 3. August 1992. abgerufen am 25.10.2026
- Gesetz und Vertrag An Act making Appropriations for the Service of the Post Office Department, 36. Kongress, Kapitel 73, 12 Stat. 204 bis 206. U.S. Government Publishing Office, Statutes at Large. Stand 2. März 1861. abgerufen am 25.10.2026
- Fachbuch LeRoy R. Hafen: The Overland Mail, 1849 bis 1869. Promoter of Settlement, Precursor of Railroads. The Arthur H. Clark Company, Cleveland (Digitalisat bei npshistory.com). Stand 1926. abgerufen am 25.10.2026
- Primärquelle Alexander Majors: Seventy Years on the Frontier, hrsg. von Prentiss Ingraham. Rand, McNally & Company, Chicago und New York (Project Gutenberg, E-Book 42195). Stand 1893. abgerufen am 25.10.2026
- Primärquelle Mark Twain: Roughing It, Kapitel 8. Project Gutenberg, E-Book 3177. Stand 1872 (Gutenberg-Ausgabe 2004, aktualisiert 31.03.2024). abgerufen am 25.10.2026
- Presse 150 Years Later, Pony Express Rides On In Legend. NPR. Stand 3. April 2010. abgerufen am 25.10.2026
- Museum Olivia Weitz: Did William F. "Buffalo Bill" Cody ride for the Pony Express? (Museum Minute). Buffalo Bill Center of the West. Stand 15. Februar 2024, geändert 13. Juni 2025. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle The Two Battles of Pyramid Lake (State Historical Marker Nr. 148). Nevada State Historic Preservation Office. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle 2023 Gazetteer Files: Places, Missouri. U.S. Census Bureau. Stand 2023. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle 2023 Gazetteer Files: Places, Utah. U.S. Census Bureau. Stand 2023. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle 2023 Gazetteer Files: Places, California. U.S. Census Bureau. Stand 2023. abgerufen am 25.10.2026
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Markus Roth Autor und Redakteur
Markus Roth lebt in Berlin und schreibt seit 2018 für Wikipedia. Seine Schwerpunkte sind Geschichte und Wissenschaft; für Wilder-Westen.org schreibt er über Verkehr, Wirtschaft und das Leben im Südwesten.
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