PersonenPerson
Buffalo Bill und seine Wild-West-Show
Kurz erklärt Buffalo Bill hieß eigentlich William Frederick Cody. Der Bisonjäger und Kundschafter der US-Armee kam am 26. Februar 1846 in Iowa zur Welt und eröffnete 1883 in Omaha die Schau "Buffalo Bill's Wild West", die rund 30 Jahre durch die USA und Europa reiste, 1890 auch durch Deutschland. Er starb am 10. Januar 1917 in Denver.

Wer war Buffalo Bill?
Buffalo Bill hieß eigentlich William Frederick Cody. Er kam am 26. Februar 1846 in Le Claire in Iowa zur Welt und starb am 10. Januar 1917 in Denver.[1, 3] Er war Bisonjäger, Kundschafter (Scout) der US-Armee, Bühnendarsteller und Leiter der Schau "Buffalo Bill's Wild West", die ab 1883 rund 30 Jahre durch die USA und Europa reiste.[1, 3, 14] Das William F. Cody Archive, ein Projekt des Buffalo Bill Center of the West und der University of Nebraska-Lincoln, datiert den Beginn unter diesem Namen auf 1884 und nennt Cody um 1900 den berühmtesten Amerikaner der Welt.[1]
Kindheit in Iowa und Kansas
Mit acht Jahren zog er mit seinen Eltern Isaac und Mary Ann Laycock Cody in das Kansas-Territorium, wo der Vater sich als Siedler niederlassen wollte. Die Familie geriet in den Streit um die Sklaverei, und 1857 starb Isaac Cody.[1] Nach der Kansas Historical Society lebte die Familie bei Leavenworth.[2] Als ältester Sohn suchte der elfjährige Will Arbeit und fand sie bei der Frachtfirma Russell, Majors and Waddell als Viehtreiber und Fuhrmann. In dieser Zeit lernte er James Butler "Wild Bill" Hickok kennen und freundete sich mit ihm an.[1]
Ob er auch für den Pony Express ritt, ist umstritten. Die Kansas Historical Society schreibt, er habe für den Pony Express den drittlängsten Notritt in dessen Geschichte gemacht. Nach dem Cody Archive bezweifeln Historiker dagegen mehrere Angaben seiner Autobiografie von 1879, darunter die Ritte für den Pony Express.[1, 2] Auch das Buffalo Bill Museum hält die Frage für offen: Der frühere Kurator Jeremy Johnston verweist darauf, dass Luther North, ein Kollege Codys, ihn wahrscheinlich für zu jung hielt und die Unterlagen des Pony Express nicht mehr vorhanden sind.[15]
1864 trat Cody in die 7. Freiwillige Kavallerie von Kansas ein und diente anderthalb Jahre als einfacher Soldat (Bürgerkrieg und der Westen). 1866 heiratete er Louisa Frederici aus St. Louis. Die Ehe war oft stürmisch, 1904 klagte Cody sogar auf Scheidung, doch sie hielt mehr als 50 Jahre.[1] Die Kansas Historical Society schreibt den Namen Louisa Frederick.[2]
Wie kam Buffalo Bill zu seinem Namen?
Nach der Kansas Historical Society zog Cody 1867 mit seiner Frau in den Westen von Kansas und jagte dort Bisons für die Eisenbahn.[2] Das Cody Archive lässt die 18 Monate, auf die Cody seinen Spitznamen zurückführt, schon 1866 beginnen.[1] Etwa eine Meile nördlich von Fort Hays versuchte er, die Siedlung Rome zu gründen, und eröffnete dort mit seinem Partner William Rose einen Laden und einen Saloon. Weder das Geschäft noch Rome hielten lange.[1, 2] Nach eigener Darstellung tötete er in 18 Monaten etwa 4.280 Bisons, deren Fleisch die Bahnarbeiter in Kansas ernährte.[1]
Seinen Namen erklärte Cody in seiner Autobiografie von 1879 mit einem Wettschießen gegen den Bisonjäger William Comstock: Wer an einem Tag die meisten Bisons erlegte, sollte "Buffalo Bill" heißen. Für diesen Wettbewerb gibt es nach der Kansas Historical Society keinen Beleg.[2] Sie hält zwei andere Erzählungen für glaubwürdiger. Nach der einen jagte Cody bei Fort Hays ohne Sattel einer Herde nach und erlegte elf Bisons, bevor Offiziere des Forts einen einzigen trafen. Nach der anderen bekam er den Namen, weil er in Hays City Bisonfleisch auf der Straße verkaufte. Ob eine davon stimmt, ist unbekannt; belegt ist, dass man ihn spätestens 1869 "Buffalo Bill" nannte.[2]
Mythos und Wahrheit
Mythos
Buffalo Bill gewann seinen Namen in einem Wettschießen gegen den Bisonjäger William Comstock.
Was belegt ist
So erzählte es Cody 1879 in seiner Autobiografie. Die Kansas Historical Society findet keinen Beleg, dass dieser Wettbewerb je stattfand. Fest steht nur, dass man ihn spätestens 1869 so nannte.[2]
Die Jagd fiel in die Jahrzehnte, in denen die Bisons fast ausgerottet wurden. Eisenbahnen, Gewehre und ein internationaler Markt für Bisonhäute führten nach dem National Park Service zum "Great Slaughter", dem großen Abschlachten von etwa 1820 bis 1880. Der Bestand fiel von 30 bis 60 Millionen Tieren, die Schätzungen schwanken, auf weniger als 1.000 in den 1890er-Jahren.[10] Dazu trug auch die Anweisung der Armee bei, die Bisons zu vernichten, um die indigenen Nationen zu kontrollieren. Für viele von ihnen ist der Bison das wichtigste Tier (Der Bison).[10]

Kundschafter der Armee in den Plains
Ab 1868 arbeitete Cody für die Armee, zuerst als Jäger und Führer, dann als Kundschafter für 75 Dollar im Monat. Er führte Truppen, trug Nachrichten zwischen den Forts und jagte Wild; bis 1872 war das seine Hauptarbeit. Später wurde er Chief of Scouts, also oberster Kundschafter, der 5. Kavallerie.[1] 1868 brachte er nach der Kansas Historical Society eine Depesche von Fort Larned zu General Philip Sheridan nach Fort Hays, ritt dann nach Fort Dodge, zurück nach Fort Larned und wieder nach Fort Hays, insgesamt 360 Meilen (rund 580 Kilometer) in weniger als 60 Stunden.[2] 1872 holte ihn George Armstrong Custer als Führer zu einer Jagd mit dem russischen Großfürsten Alexis.[2]
Cody nahm an mehreren Gefechten gegen Nationen der Plains teil. Am bekanntesten ist die Schlacht von Summit Springs 1869, in der er Tall Bull getötet haben soll, den Anführer der Dog Soldiers der Cheyenne.[1] Für seinen Einsatz als ziviler Kundschafter des 3. Kavallerieregiments am 26. April 1872 am Platte River in Nebraska erhielt er die Medal of Honor. Bei einer Überprüfung aller Verleihungen erklärte die Armee 1916 900 Medaillen für ungerechtfertigt, darunter seine. Im Juni 1989 gab ihm das Board of Correction of Records der US-Armee die Medaille zurück.[8]
Als die Nachricht von Custers Tod am Little Bighorn kam, unterbrach Cody 1876 seine Theatertournee und kehrte zur 5. Kavallerie zurück (Großer Sioux-Krieg). Am 17. Juli 1876 tötete er bei einem Gefecht nahe dem Warbonnet Creek in Nebraska einen Cheyenne namens Yellow Hair. Das Cody Archive nennt die Episode vergleichsweise unbedeutend.[1] Cody machte sie trotzdem zu einem Teil seiner Bühnenkarriere: Wenige Monate später stand er in dem Stück "The Red Right Hand: or Buffalo Bill's First Scalp for Custer" auf der Bühne und zeigte Gegenstände von Yellow Hair als Trophäen, darunter dessen Kopfschmuck und Schild.[1]
Groschenromane und Theater
1869 lernte Cody den Schriftsteller Edward Zane Carroll Judson kennen, der unter dem Namen Ned Buntline schrieb.[2] Noch im selben Jahr erschien Buntlines "Buffalo Bill, King of the Border Men" als Fortsetzungsroman in Street and Smith's New York Weekly. In den folgenden 40 Jahren kamen Hunderte weitere Groschenromane über Buffalo Bill heraus (Dime Novels).[1, 3]
1872 holte Buntline ihn nach Chicago, wo Cody in dem Stück "Scouts of the Prairie" sich selbst spielte. Die Kritiken waren vernichtend, das Publikum kam trotzdem.[1] Danach trennte sich Cody von Buntline und gründete mit Hickok und John Burwell "Texas Jack" Omohundro eine eigene Theatertruppe, die Buffalo Bill Combination. Sie spielte etwa zehn Jahre lang im Herbst, Winter und Frühjahr in Städten der USA; im Sommer kehrte Cody als Kundschafter und Jagdführer in die Plains zurück.[1] 1879 erschien seine Autobiografie "The Life of Hon. William F. Cody". Das Cody Archive beschreibt sie als Mischung aus Erlebtem und Übertreibungen in der Sprache der Groschenromane.[1]
Wie entstand Buffalo Bill's Wild West?
Inzwischen lebte die Familie in North Platte in Nebraska. Dort richtete Cody 1882 eine Feier zum 4. Juli aus, die später "Old Glory Blowout" hieß. Mit Reitvorführungen und Kunststücken der Cowboys gilt sie dem Cody Archive als Vorläufer des heutigen Rodeos.[1] 1883 fand in Omaha eine der ersten Vorstellungen von "Buffalo Bill's Wild West" statt.[3] Nach dem Buffalo Bill Center of the West war es der 19. Mai 1883, Codys Partner in der ersten Saison war Doc Carver, und die Schau trug den Untertitel "Rocky Mountain and Prairie Exhibition".[14] Das Cody Archive schildert die Anfänge etwas anders: 1883 tourte Cody mit dem Zahnarzt und Kunstschützen William Frank "Doc" Carver und einer "Rocky Mountain Prairie Exhibition", die Partnerschaft zerbrach nach einer Saison. 1884 gründete er mit dem Schauspieler und Theaterleiter Nate Salsbury "Buffalo Bill's Wild West", und unter Salsburys Leitung hatte die Schau Erfolg.[1]
Ein übliches Programm bestand aus Wettrennen zu Pferd und zu Fuß, an denen Cowboys, mexikanische Vaqueros und indigene Reiter teilnahmen, aus dem Reiten bockender Pferde und aus Vorführungen mit dem Lasso. Kunstschützen wie Annie Oakley, angekündigt als "Little Sure Shot", Lillian Smith und Johnnie Baker wurden zu Stars. Dazu kamen nachgestellte Angriffe auf die Postkutsche von Deadwood und auf die Hütte eines Siedlers, eine Bisonjagd und Schlachten wie am Little Bighorn und bei Summit Springs. Cody führte durch das Programm und zeigte selbst seine Schießkunst.[1] Nach der Library of Congress reiste die Schau mit 600 Menschen und 500 Pferden.[3]
Die indigenen Darsteller
Schon für seine Theaterstücke hatte Cody indigene Darsteller beschäftigt, vor allem Pawnee. Für die Wild-West-Schau warb er 1883 und 1884 Lakota in der Pine Ridge Reservation an.[4] Die Quellen nennen sie "Show Indians". Sie traten bei Rennen gegen andere Mitglieder der Truppe an, spielten in den nachgestellten Kämpfen fast immer die Angreifer und zeigten Tänze und ihre Lebensweise, auch in einem Lager, das das Publikum besuchen konnte.[1, 4] Die Schau stellte sie nach dem Cody Archive als besiegte Gegner des Fortschritts dar und zugleich als Erinnerung an eine verschwindende Vergangenheit.[4]
Die Gründe mitzumachen waren verschieden. Der Lohn von 25 Dollar im Monat war vergleichsweise gut, und die Reisen erlaubten manchen, das Reservat zu verlassen und Gegenden der USA und Europas zu sehen, die ihnen sonst verschlossen waren. Viele wollten nach dem Cody Archive auch andere Regionen und Kulturen kennenlernen. Eigene Berichte darüber hinterließen Black Elk und Luther Standing Bear.[1, 4]
Im Sommer 1885 war Sitting Bull vier Monate lang Teil der Schau. Nach dem Cody Archive verfolgte er dabei auch politische Ziele: Während des Aufenthalts in Washington im Juni 1885 traf er Präsident Grover Cleveland und andere Regierungsvertreter.[1] Im August 1885 fotografierte ihn das Atelier William Notman & Son in Montreal zusammen mit Cody.[11]

Die Wild-West-Schau in Europa
Im Mai 1887 brach die Schau zu einer einjährigen Tournee durch England auf. Die sechsmonatige Spielzeit in London gehörte zur American Exhibition in Earl's Court und fiel in die Feiern zum Thronjubiläum von Königin Victoria. Eine Vorstellung vor der Königin machte Schlagzeilen, und in London sahen mehr als zwei Millionen Besucher die Schau.[1] Es folgten ein Sommer auf der Weltausstellung 1889 in Paris und 1890 eine Vorstellung vor Papst Leo XIII.[1] Wie lange die Schau insgesamt in Europa war, gibt das Cody Archive unterschiedlich an: In der Biografie sind es fast zehn Jahre, auf der Seite zu Deutschland fast sieben Jahre in 14 Ländern.[1, 5]
| Jahr | Ort | Was die Quellen nennen |
|---|---|---|
| 1887 | London | sechs Monate in Earl's Court, Vorstellung vor Königin Victoria, mehr als zwei Millionen Besucher[1] |
| 1889 | Paris | ein Sommer auf der Weltausstellung[1] |
| 1890 | Italien | Vorstellung vor Papst Leo XIII.; Spielorte unter anderem Neapel, Rom, Florenz und Mailand[1, 7] |
| 1890 | Dresden | Vorstellungen vom 1. bis 16. Juni auf dem früheren Turnfestplatz[6] |
| 1890 | Berlin | Lager zwischen Kurfürstendamm, Augsburger und Joachimsthaler Straße, Bericht vom 24. Juli[7] |
| nach 1902 | Europa | letzte Auslandstournee unter James A. Bailey[1] |
Buffalo Bill in Deutschland
Nach der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung vom 24. Juli 1890 war die Truppe vor Berlin schon in Barcelona, Neapel, Rom, Florenz, Mailand, München, Wien, Dresden, Leipzig, Magdeburg und Hannover aufgetreten. In Berlin schlug sie ihr Lager auf einem eingezäunten Platz zwischen Kurfürstendamm, Augsburger und Joachimsthaler Straße auf, nahe dem Zoologischen Garten. Die Zeitung zählte 200 "Indianer, Cowboys etc." und 200 Tiere, darunter Bisons, Pferde und Maultiere.[7] In Dresden spielte die Schau vom 1. bis 16. Juni 1890 auf dem früheren Turnfestplatz. Die Dresdner Zeitung und Anzeige beschrieb am 3. Juni die überlebensgroßen Plakate mit Codys Bild an allen Straßenecken und ein Lager mit Küchenzelt, Pferdezelten und einem Pferch aus Balken für die Bisons.[6]
Dem sei nun, wie ihm wolle, gewiß ist, daß die amerikanische Karawane, an deren Spitze Oberst Cody steht, dem Publikum ein Schauspiel bietet, das seinesgleichen nicht hat.
Für die Schau war Deutschland nach dem Cody Archive ein dankbarer Boden. Romane von James Fenimore Cooper und Karl May und die Bilder von George Catlin hatten den Westen dort längst bekannt gemacht. Besonders die Lakota-Darsteller zogen das Publikum an, das indigene Menschen schon aus den Völkerschauen kannte, Wanderausstellungen, die Menschen aus fernen Ländern zur Schau stellten. Die Zeitungsberichte deuten darauf hin, dass sie die Hauptattraktion waren, während Programmpunkte, die in den USA beliebt waren, weniger Beachtung fanden. Zu den Besuchern gehörte Kaiser Wilhelm II.[5] Später gehörten zum Programmpunkt "Rough Riders of the World" bis zu 20 deutsche Soldaten. Unter der Leitung von James A. Bailey kam die Schau noch einmal nach Deutschland, nun mit Aufenthalten von ein oder zwei Tagen in deutlich mehr Städten.[5] Was vom Bild des Westens in Deutschland geblieben ist, zeigt die Seite Wilder Westen in Deutschland.
Wounded Knee, Cody in Wyoming und das Ende der Schau
Als die Geistertanzbewegung 1890 unter weißen Siedlern in den Dakotas Angst auslöste, bat General Nelson A. Miles Cody, zur Standing Rock Reservation zu reisen und Sitting Bull zu Verhandlungen zu bringen. Die Behörden des Reservats misstrauten Cody und riefen ihn zurück. Kurz danach wollte die Polizei des Reservats Sitting Bull festnehmen, und bei der Auseinandersetzung kam er ums Leben.[1] Zwei Wochen später, am 29. Dezember 1890, umstellte die 7. Kavallerie ein Lager der Lakota am Wounded Knee Creek, und es kam zum Massaker von Wounded Knee. Danach reisten mehrere Lakota, die am Geistertanz beteiligt gewesen waren und amtlich als Kriegsgefangene galten, mit Cody durch Europa.[1]
1893 spielte die Schau eine ganze Saison in Chicago neben der Weltausstellung. Weil Salsbury krank war, arbeitete Cody nun mit dem Zirkusunternehmer James A. Bailey zusammen.[1] Ab 1894 betrieb er mit George T. Beck ein Bewässerungsprojekt am Shoshone River im Bighorn Basin in Wyoming, und die neue Stadt Cody im heutigen Park County wurde nach ihm benannt.[1, 12] 1902 baute er dort das Irma Hotel, später kamen Gasthäuser an der Straße zum Osteingang des Yellowstone-Nationalparks dazu.[1] Viele seiner Geschäfte brachten nicht den erhofften Gewinn, und er blieb auf die Einnahmen der Schau angewiesen.[1]
Nach Baileys Tod 1906 geriet Cody bei der Abwicklung von dessen Nachlass in Geldnot, von der er sich nie ganz erholte. 1909 kaufte Gordon W. Lillie, bekannt als "Pawnee Bill", den Anteil von Baileys Erben, und 1910 tourten beide Schauen gemeinsam. Cody lieh sich Geld bei dem Zeitungsverleger Harry Tammen aus Denver; 1913 ging die Schau in Konkurs, und Cody musste für Tammens Sells-Floto Circus auftreten. 1916 trat er kurz bei der Miller Brothers and Arlington 101 Ranch Real Wild West auf.[1] Auf die Leinwand kam sein Wild West 1912 mit dem Film "Life of Buffalo Bill" und 1913 mit "The Indian Wars", einem Film über die Kriege in den Plains, der mit dem Massaker von Wounded Knee endete.[1]
Zeitleiste
- 26.02.1846William Frederick Cody kommt in Le Claire in Iowa zur Welt.[1]
- 1857Nach dem Tod des Vaters arbeitet der Elfjährige für die Frachtfirma Russell, Majors and Waddell.[1]
- 1864Cody tritt in die 7. Freiwillige Kavallerie von Kansas ein.[1]
- 1866Cody heiratet Louisa Frederici aus St. Louis.[1]
- 1867Im Westen von Kansas jagt Cody Bisons für die Eisenbahn.[2]
- 1868Cody beginnt als Jäger, Führer und Kundschafter für die Armee zu arbeiten.[1]
- 1869Ned Buntline macht Cody als "Buffalo Bill" in Groschenromanen und Zeitungsgeschichten bekannt.[1, 3]
- 1872In Chicago steht Cody im Stück "Scouts of the Prairie" zum ersten Mal auf der Bühne.[1]
- 26.04.1872Gefecht am Platte River in Nebraska, für das Cody die Medal of Honor erhält.[8]
- 17.07.1876Bei einem Gefecht nahe dem Warbonnet Creek in Nebraska tötet Cody den Cheyenne Yellow Hair.[1]
- 1883In Omaha findet eine der ersten Vorstellungen von Buffalo Bill's Wild West statt.[3]
- 1885Sitting Bull tritt vier Monate lang in der Schau auf.[1] Sitting Bull
- Mai 1887Die Schau beginnt eine einjährige Tournee durch England, mit einer Vorstellung vor Königin Victoria.[1]
- Juni 1890Vom 1. bis 16. Juni spielt die Schau in Dresden, im Juli in Berlin.[6, 7]
- 1913Buffalo Bill's Wild West geht in Konkurs.[1]
- 10.01.1917Cody stirbt im Haus seiner Schwester in Denver.[1, 3]
- 03.06.1917Cody wird auf dem Lookout Mountain beigesetzt.[13]
- Juni 1989Die US-Armee gibt Cody die 1916 aberkannte Medal of Honor zurück.[8]
Was ist Legende, was ist belegt?
Codys Bild entstand zu großen Teilen auf der Bühne. Die Library of Congress schreibt, er habe das Abenteuer der Frontier mit Reitkunst, Kunstschießen, nachgestellten Kämpfen und Rodeo-Nummern verklärt.[3] Seine eigene Werbung tat das Übrige: Die Dresdner Zeitung und Anzeige schrieb 1890, nach den Biografien, die Cody verteilen lasse, habe er im Kampf mehr Abenteuer bestanden als irgendein Held der Romane von Cooper.[6]
Mythos und Wahrheit
Mythos
Buffalo Bill besiegte 1875 den Sioux-Häuptling Yellow Hand im Zweikampf.
Auch die Pony-Express-Ritte und die Zahl von 4.280 Bisons gehen auf Codys eigene Angaben zurück; Historiker bezweifeln nach dem Cody Archive mehrere Stellen seiner Autobiografie.[1] Das Cody Archive hält außerdem fest, dass Cody sich in Antworten an die Presse für den Naturschutz, das Frauenwahlrecht und die Rechte indigener Menschen aussprach.[1]
Wie starb Buffalo Bill?
William F. Cody starb am 10. Januar 1917 im Haus seiner Schwester in Denver, Colorado, mit 70 Jahren.[1, 3] Als Todesursache nennt das Buffalo Bill Center of the West eine Urämie, eine Harnvergiftung.[13] Die Kansas Historical Society nennt als Sterbeort Golden in Colorado; der Lookout Mountain, auf dem Cody beigesetzt wurde, liegt nach dem Center of the West im heutigen Golden.[2, 13] Die Beisetzung fand am 3. Juni 1917 statt, und Tausende säumten die Straßen.[1, 13] Nach dem Buffalo Bill Museum and Grave hatte Cody laut seiner Witwe Louisa und engen Freunden gewünscht, auf dem Berg über den Great Plains begraben zu werden.[9] Louisa Cody starb 1921 und liegt neben ihm.[1]
Im Frühjahr 1921 eröffnete Codys Pflegesohn Johnny Baker zusammen mit der Stadt Denver ein Museum, das er nach Codys Jagdhütte bei Yellowstone "Pahaska Tepee" nannte. Seit 1956 gehört die Sammlung der Stadt, das heutige Museumsgebäude stammt von 1977. Museum und Lookout Mountain Park gehören zu den Denver Mountain Parks.[9] In Cody in Wyoming sitzt das Buffalo Bill Center of the West, das zusammen mit der University of Nebraska-Lincoln das William F. Cody Archive herausgibt.[1]

Buffalo Bill im Film
Im Film
Häufige Fragen
Wer war Buffalo Bill?
Buffalo Bill war William Frederick Cody (1846 bis 1917), Bisonjäger, Kundschafter der US-Armee und Schausteller. Mit "Buffalo Bill's Wild West" zeigte er ab 1883 Reiter, Kunstschützen und nachgestellte Kämpfe und reiste damit durch die USA und Europa.
Wie hieß Buffalo Bill richtig?
William Frederick Cody, kurz William F. Cody. Den Beinamen "Buffalo Bill" trug er spätestens ab 1869. Wer im Kreuzworträtsel die Wildwest-Legende "Buffalo" mit vier Buchstaben sucht, meint Bill.
Wann, wo und woran starb Buffalo Bill?
Am 10. Januar 1917 im Haus seiner Schwester in Denver, Colorado, mit 70 Jahren. Nach dem Buffalo Bill Center of the West starb er an einer Urämie, einer Harnvergiftung. Die Kansas Historical Society nennt Golden in Colorado als Sterbeort. Sein Grab liegt auf dem Lookout Mountain.
Woher hat Buffalo Bill seinen Namen?
Von der Bisonjagd, englisch buffalo. Ab 1867 jagte er im Westen von Kansas Bisons für die Eisenbahn. Codys eigene Geschichte von einem Wettschießen gegen William Comstock ist nach der Kansas Historical Society nicht belegt.
Wie viele Bisons hat Buffalo Bill getötet?
Nach eigener Darstellung etwa 4.280 in 18 Monaten, als er Fleisch für Eisenbahnarbeiter in Kansas lieferte. Die Zahl stammt von Cody selbst.
War Buffalo Bill in Deutschland?
Ja. 1890 trat seine Schau unter anderem in München, Dresden, Leipzig, Magdeburg, Hannover und Berlin auf, in Dresden vom 1. bis 16. Juni. Später kam sie unter James A. Bailey noch einmal nach Deutschland, mit kurzen Aufenthalten in vielen Städten.
Was war die Wild West Show von Buffalo Bill?
Eine Freiluftschau mit Wettrennen, Reitkunst, Kunstschießen, einer Bisonjagd und nachgestellten Kämpfen wie am Little Bighorn. Zur Truppe gehörten Cowboys, Vaqueros, Kunstschützen wie Annie Oakley und Hunderte indigene Darsteller aus den Plains, darunter Lakota aus der Pine Ridge Reservation.
Hatte Buffalo Bill die Medal of Honor?
Ja. Er bekam sie für seinen Einsatz als ziviler Kundschafter am 26. April 1872 am Platte River in Nebraska. 1916 erklärte eine Überprüfung 900 Verleihungen für ungerechtfertigt, auch seine; im Juni 1989 gab die US-Armee ihm die Medaille zurück.
Quellen
- Museum Biografie William F. Cody (Life, wfc.bio.00002). The William F. Cody Archive, Buffalo Bill Center of the West und University of Nebraska-Lincoln. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk William Frederick Cody (Kansapedia). Kansas Historical Society. Stand November 2011, geändert April 2013. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Buffalo Bill: Topics in Chronicling America. Library of Congress, Research Guides. Stand Last Updated 12.06.2025. abgerufen am 24.10.2026
- Museum Lakota Performers (Topics). The William F. Cody Archive, Buffalo Bill Center of the West und University of Nebraska-Lincoln. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Museum Buffalo Bill's Wild West in Germany (Topics). The William F. Cody Archive, Buffalo Bill Center of the West und University of Nebraska-Lincoln. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Primärquelle Buffalo Bills Wilder Westen (Zeitung und Anzeige, Dresden, 3. Juni 1890), Abschrift und Übersetzung im William F. Cody Archive, McCracken Research Library MS6.3776.08.02. The William F. Cody Archive, Buffalo Bill Center of the West und University of Nebraska-Lincoln. Stand 1890. abgerufen am 24.10.2026
- Primärquelle Wild West in Berlin! (Norddeutsche Allgemeine Zeitung, 24. Juli 1890), Abschrift und Übersetzung im William F. Cody Archive, McCracken Research Library MS6.3776.44.04. The William F. Cody Archive, Buffalo Bill Center of the West und University of Nebraska-Lincoln. Stand 1890. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Medal of Honor Recipients, Indian Wars Period. U.S. Army Center of Military History. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Museum Our History (Buffalo Bill's Grave). Buffalo Bill Museum and Grave, City and County of Denver. Stand 04.10.2022, geändert 19.01.2023. abgerufen am 24.10.2026
- Archiv Sitting Bull and Buffalo Bill (William Notman & Son, Montreal, August 1885), LC-DIG-ds-07833. Library of Congress, Prints and Photographs Division. Stand c1897. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Geographic Names Information System, Eintrag 1586861: Cody, Populated Place, Park County, Wyoming (Abfrage im Kartendienst geonames der National Map). U.S. Geological Survey. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Museum Buffalo Bill's Last Stand (Points West Online, Christine Houze, zuerst Spring 1998). Buffalo Bill Center of the West. Stand 31.05.2015. abgerufen am 24.10.2026
- Museum Wild West Shows: Buffalo Bill's Wild West (Western Essays, Paul Fees). Buffalo Bill Center of the West. Stand 15.09.2012, geändert 23.08.2024. abgerufen am 24.10.2026
- Museum Did William F. "Buffalo Bill" Cody ride for the Pony Express? (Museum Minute, Olivia Weitz). Buffalo Bill Center of the West. Stand 15.02.2024, geändert 13.06.2025. abgerufen am 24.10.2026
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Alexander Müller Gründer und Herausgeber von Wilder-Westen.org
Alexander Müller hat Wilder-Westen.org gegründet und gibt es heraus. Er lebt in Bertingen in Sachsen-Anhalt, führt dort SEO NW und verantwortet Redaktion, Technik und Gestaltung.
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