Indigene Völker NordamerikasThema
Glaube, Symbole und Zeremonien
Kurz erklärt Eine einheitliche Religion der indigenen Völker Nordamerikas gibt es nicht: Jede Nation hat eigene Überlieferungen und Zeremonien, und viele Zeremonien sind für Außenstehende geschlossen. Von 1883 an stellten Regeln des US-Innenministeriums den Sonnentanz und die Arbeit der Medizinleute unter Strafe. Seit dem 11. August 1978 schützt der American Indian Religious Freedom Act die Ausübung dieser Religionen.

Glaube und Zeremonien der indigenen Völker Nordamerikas lassen sich nicht in einer Religion zusammenfassen. Das Smithsonian National Museum of the American Indian (NMAI) schreibt, dass es keine einheitliche indigene Kultur oder Sprache gibt und dass die Kulturen sich immer verändert haben. In jeder Generation geben Älteste ihre Werte, Überlieferungen und ihren Glauben an die nächste weiter, in der eigenen Sprache, in Kunst, Musik und Zeremonien.[1] Wer über die Religion der Plains-Völker verallgemeinert, übergeht nach der Encyclopedia of the Great Plains die Eigenheiten der vielen einzelnen Gesellschaften.[3] Visionssuche, Sonnentanz und die Native American Church bestehen bis heute.[3, 4, 6]
Gibt es eine gemeinsame Religion der indigenen Völker?
Nein. Das NMAI zählt in ganz Amerika mehr als 2.000 Gruppen, jede mit eigener Kultur und Lebensweise. Als Beispiele für Aufgaben, auf die sich einzelne Familien spezialisierten, nennt das Museum Heiler und religiöse Führer.[1] Manches ist auch aufgeschrieben: Der Oglala Lakota Black Elk diktierte 1947 dem Anthropologen Joseph Epes Brown sieben Zeremonien seines Volkes mit der heiligen Pfeife.[10]
Über die Plains schreibt die Encyclopedia of the Great Plains, dass Visionssuchen, die einen Menschen mit übernatürlicher Kraft in Verbindung brachten, zu den Grundlagen von Glauben und Praxis gehörten. Am Beispiel der Lakota beschreibt sie, wie mit Pferd und Bisonjagd die Visionssuche wichtiger wurde und der Sonnentanz entstand, ein jährlicher Ritus, der den Kosmos erneuern und das Wohl des Volkes sichern sollte. Verändert haben das religiöse Leben auch die Politik der Regierung und die christliche Mission, von den spanischen Missionen bis zu katholischen und anglikanischen Missionaren im 19. Jahrhundert.[3]
Ein bekanntes Wort für eine solche Kraft ist Manitu. Der Duden erklärt es als allem innewohnende, unpersönliche, auch als Geist personifizierte Macht in der Glaubensvorstellung indigener Gruppen Nordamerikas; das Wort stammt aus dem Algonkin und hieß ursprünglich "geheimnisvoll, heilig".[21, 1]
Heilige Orte
Für viele Plains-Nationen sind bestimmte Landschaften heilig. Die Encyclopedia of the Great Plains nennt die Gegend um Mateo Tepee (Devils Tower), die Black Hills und die nördlichen Rocky Mountains als Orte, an denen Menschen in Zeiten des Übergangs ihre Visionssuche hielten.[4] Besonders wichtig für solche Visionssuchen waren und sind nach demselben Werk heilige Stätten wie Bear Butte im heutigen South Dakota.[3] Am Devils Tower bittet der National Park Service Kletterer, im Juni freiwillig auf das Klettern zu verzichten. Manche indigene Menschen sehen das Klettern dort als Entweihung, und der Juni ist eine Zeit, in der viele, aber nicht alle Zeremonien stattfinden.[24]
Den Zugang zu solchen Orten schützt seit 1978 ausdrücklich das Bundesrecht: Der American Indian Religious Freedom Act nennt "access to sites" neben dem Besitz heiliger Gegenstände und der Freiheit, in Zeremonien und überlieferten Riten zu beten.[14]

Visionen und Schutzgeister
Die Visionssuche ist nach der Encyclopedia of the Great Plains ein Übergangsritus. Wer sie unternahm, bereitete sich vor und blieb dann häufig drei oder vier Tage und Nächte allein, ohne Nahrung und Wasser. Ziel war eine Vision, die dem ganzen Volk nützen sollte; die Kraft, die ein Mensch dabei erhielt, heißt im Englischen "medicine". Den Brauch gab die Überlieferung von Medizinleuten an ihre Schüler weiter, und er wird in den Plains bis heute geübt.[4]
In der Vision konnte ein Schutzgeist erscheinen. Britannica beschreibt ihn als übernatürlichen Lehrer, oft in Tiergestalt, der einen Menschen mit Rat und Liedern durch alle wichtigen Tätigkeiten führt; der Glaube an solche Schutzgeister ist bei vielen Nationen Nordamerikas verbreitet. In manchen Überlieferungen zeigt er sich im Traum, in anderen sucht ihn der Mensch selbst in einer Visionssuche.[23]
Auch Schwitzhütten gehören bis heute zur Praxis vieler Plains-Nationen. Die Encyclopedia of the Great Plains beschreibt sie als Zeremonie alten Ursprungs, die seit Beginn des 20. Jahrhunderts deutlich häufiger geworden ist, in Reservaten ebenso wie in Städten; wie weit Außenstehende daran teilnehmen dürfen, ist umstritten.[25] Traditionelle spirituelle Anführer und Älteste der Lakota wandten sich 1993 gegen Organisationen, die für den Eintritt in falsche "sweatlodges" und "vision quest"-Programme Geld verlangten.[20]
Der Sonnentanz
Der Sonnentanz steht laut Encyclopedia of the Great Plains im Zentrum der religiösen Identität der Plains-Völker. Er entstand bei den berittenen Bisonjägern des 18. und 19. Jahrhunderts. Zum Kern gehörten Arapaho, Cheyenne, Blackfoot und die Völker der Lakota und Dakota; von dort verbreitete er sich zu fast allen anderen Plains-Nationen, darunter Kiowa, Comanche, Crow, Shoshone und Ute.[5]
Seine Hauptbedeutung sind Opfer, die die Beziehung zu den spirituellen Mächten pflegen und dem Wohl von Freunden, Familie und Volk dienen. Bei Arapaho, Cheyenne, Blackfoot, Lakota und Dakota gehört dazu das Durchbohren der Haut, bei Ute, Shoshone und Crow nicht; dort zeigen Fasten und Tanz die Hingabe. Der Name geht laut Encyclopedia auf die Bezeichnung "Wi wanyang wacipi" der Lakota und Dakota zurück, die sie mit "sun gazing dance" übersetzt.[5] Britannica nennt den Sonnentanz die wichtigste religiöse Zeremonie der Plains und schreibt, dass er im 21. Jahrhundert bei vielen Plains-Völkern weiterlebt.[6]
Die Southern Ute halten ihn einmal im Jahr im Hochsommer. Sie nennen ihn die wichtigste spirituelle Zeremonie der Ute-Überlieferung; 2026 war er für den 30. Juli bis 3. August angesetzt.[7]
Pfeife, Adlerfedern und heilige Gegenstände
Die Pfeife ist laut National Park Service das wichtigste Mittel der Verständigung zwischen den spirituellen Mächten und den Menschen. Black Elk, Heiler und Visionär der Oglala Lakota, nannte sieben Riten seines Volkes, in denen sie eine Rolle spielt. Das Wort "peace pipe" nennt der NPS eine Fehlbezeichnung: Siedler und Soldaten sahen die Pfeife bei Vertragsschlüssen und hielten sie deshalb für ein reines Friedenszeichen.[17]
Das Schutzgesetz für den Weißkopfseeadler stammt vom 8. Juni 1940; 1962 kam der Steinadler dazu. Seit dieser Änderung darf der Innenminister erlauben, dass Adler "for the religious purposes of Indian tribes" genommen, besessen und transportiert werden.[16]
Die Lakota-Erklärung von 1993 beklagt, dass die heilige Pfeife durch den Verkauf von Pfeifen aus Pfeifenstein auf Flohmärkten, Powwows und in Esoterikläden entweiht werde.[20] Für Museen und Bundesbehörden in den USA regelt seit 1990 der Native American Graves Protection and Repatriation Act (NAGPRA), wie heilige Gegenstände, Grabbeigaben und menschliche Überreste an Nachfahren und Nationen zurückgehen.[2]

Medizinleute
Was der deutsche Begriff meint, wie er sich vom Schamanen unterscheidet und wer die Rolle heute ausfüllt, erklärt die Seite Medizinmann und Schamane. Der englische Begriff "medicine man" bezeichnet laut Britannica ein Mitglied einer indigenen Gesellschaft, das die Kräfte von Heilmitteln kennt und die Rituale beherrscht, in denen sie gegeben werden. Diese Aufgabe haben in vielen Gesellschaften auch Frauen. Medizinleute sollen körperliche und seelische Krankheiten verhüten und heilen, aber auch Brüche in der Gemeinschaft, etwa nach einem Mord.[26]
Geistertanz und Peyote: Bewegungen der Reservatszeit
In der Zeit der Reservate entstanden neue religiöse Bewegungen. Der Geistertanz begann laut Encyclopedia of the Great Plains als Wiederbelebung des Rundtanzes von Wodziwob aus dem Jahr 1870. Der Artikel derselben Enzyklopädie zum Geistertanz nennt für den ersten Propheten 1869 oder 1870.[27] Wovoka, ein Paiute aus der Walker River Reservation in Nevada, hatte eine Vision, aus der eine neue Bewegung wurde; sie erreichte im Winter 1888 bis 1889 die Plains und versprach die Wiederherstellung des Lebens der Nationen. Das Massaker am Wounded Knee Creek 1890 beendete diese Hoffnungen für viele Lakota jäh; bei Nationen in Oklahoma, in Kanada und im Great Basin lebte die Bewegung bis weit ins 20. Jahrhundert fort.[3]
Peyote ist ein Kaktus, der in Mexiko wächst und dort lange zur Religion gehörte; um 1870 wurden Peyote-Riten Teil des Lebens der Kiowa und Comanche. 1918 erhielt die Native American Church in Oklahoma ihre erste rechtliche Satzung.[3] Ihre Lehre ähnelt nach der Encyclopedia dem Christentum; Peyote gilt in ihr als Sakrament, und die Gottesdienste leitet ein Roadman genannter Pastor, Priester oder Ältester.[18] Seit dem 6. Oktober 1994 erlaubt das Bundesrecht ausdrücklich Gebrauch, Besitz und Transport von Peyote durch Native Americans "for bona fide traditional ceremonial purposes".[15]
Wie die USA indigene Religionen verboten
Am 2. Dezember 1882 schrieb Innenminister Henry M. Teller an Hiram Price, den Commissioner of Indian Affairs. Er nannte die "heathenish dances" wie Sonnentanz und Skalptanz und den Einfluss der Medizinleute große Hindernisse für die "Zivilisierung" und regte Regeln an, um diese Bräuche einzuschränken und schließlich abzuschaffen.[8]
Die "Rules Governing the Court of Indian Offenses" von Commissioner Hiram Price tragen das Datum 30. März 1883. An jeder Agentur, außer bei den "Five Civilized Tribes" im Indianer-Territorium, sollte ein Gericht aus drei indigenen Richtern entstehen, möglichst aus den ranghöchsten Agenturpolizisten. Regel 4 erklärte "the 'sun-dance,' the 'scalp-dance,' the 'war-dance'" und ähnliche Feste zu Straftaten: Beim ersten Mal wurden die Rationen bis zu zehn Tage entzogen, bei jedem weiteren Mal 15 bis 30 Tage, oder es drohten bis zu 30 Tage Haft. Regel 6 stellte die "usual practices" der Medizinleute unter Strafe, mit mindestens zehn Tagen Haft.[8] Laut Jahresbericht des Commissioner billigte der Innenminister die Regeln am 10. April 1883. Viele Agenten konnten die Gerichte zunächst nicht einrichten, die meisten, weil die Richter nur gegen Bezahlung dienen wollten.[9]
Diese Tänze oder Feste, wie sie manchmal genannt werden, sollten nach meinem Urteil eingestellt werden.
Ein Gesetz des Kongresses gab es dafür nicht. Nach der National Indian Law Library des Native American Rights Fund beruhten der Code von 1883 und die späteren Vorschriften von 1884, 1894 und 1904 auf keiner Ermächtigung durch den Kongress.[13] Britannica schreibt, der Innenminister habe den Sonnentanz auf Rat von Mitarbeitern des Bureau of Indian Affairs verboten; nach Bundesrecht durfte er das entscheiden, ohne Kongress oder Betroffene zu fragen. 1904 wurde das Verbot erneuert.[6] Eine Seite des National Park Service über Black Elk sagt dagegen, der Kongress habe 1883 die indigenen Religionen und öffentlichen Zeremonien verboten.[10] Die Chronologie des NPS zum Little Bighorn nennt den 10. April 1882 als Tag, an dem die Regierung alle überlieferten Bräuche und religiösen Handlungen der Lakota verbot.[11] Der Tag stimmt mit der Billigung der Regeln überein, das Jahr nicht: Die Regeln tragen das Datum 30. März 1883, gebilligt hat sie der Innenminister am 10. April 1883.[8, 9]
Auch die kanadische Regierung unterdrückte den Sonnentanz. Einige Sonnentänze, etwa der Kiowa, Comanche und Crow, endeten im 19. Jahrhundert, andere überlebten im Verborgenen; die Crow nahmen ihn 1941 wieder auf und übernahmen dabei die Form der Shoshone.[5]
Von 1934 bis heute: der Weg zur Religionsfreiheit
1934 stellte Commissioner John Collier in einem Rundschreiben die Verbote überlieferter Zeremonien in Frage. Viele Bräuche waren laut National Library of Medicine im Verborgenen weitergeführt worden; Colliers Schreiben öffnete den Weg für eine Wiederbelebung, die vor allem Heilerinnen und Heiler trugen.[12] Britannica nennt 1934 als Jahr, in dem das Verbot des Sonnentanzes fiel.[6] Volle Freiheit, den Sonnentanz zu halten, gewannen die Nationen laut Encyclopedia of the Great Plains erst nach der Mitte des 20. Jahrhunderts.[5] Die National Indian Law Library schreibt, formell beseitigt habe die alten Regeln erst das Gesetz von 1978.[13]
Seit dem 11. August 1978 ist es nach dem American Indian Religious Freedom Act die Politik der USA, das "inherent right" der Native Americans, Alaska Natives und Native Hawaiians zu schützen, ihre überlieferten Religionen zu glauben, auszudrücken und auszuüben.[14] Die Nationen setzen auch eigene Regeln. Die Hopi verbieten in und um ihre Dörfer jede Aufnahme, ob Foto, Film, Ton, Zeichnung oder Notiz, besonders bei Zeremonien; nicht alle Zeremonien sind öffentlich.[19] Die Erklärung, die der Lakota Summit V am 10. Juni 1993 beschloss, wendet sich gegen alle, die heilige Überlieferungen der Lakota, Dakota und Nakota ausbeuten oder falsch darstellen.[20]
| Jahr | Regel oder Gesetz | Inhalt |
|---|---|---|
| 1883 | Rules Governing the Court of Indian Offenses | Sonnentanz, Skalptanz, Kriegstanz und die Praktiken der Medizinleute werden Straftaten.[8] |
| 1904 | Vorschriften des Indian Office | Das Verbot des Sonnentanzes wird erneuert.[6, 13] |
| 1934 | Rundschreiben von John Collier | Die Verbote überlieferter Zeremonien werden in Frage gestellt.[12] |
| 1962 | Änderung des Adlerschutzgesetzes | Der Innenminister darf erlauben, dass Adler für religiöse Zwecke der Nationen genommen werden.[16] |
| 1978 | American Indian Religious Freedom Act | Schutz von Glauben, Stätten, heiligen Gegenständen und Zeremonien.[14] |
| 1990 | NAGPRA | Rückgabe heiliger Gegenstände und menschlicher Überreste aus Museen.[2] |
| 1994 | American Indian Religious Freedom Act Amendments | Schutz des zeremoniellen Gebrauchs von Peyote.[15] |

Zeitleiste: Verbot und Schutz der Religionen
- 1870Laut Encyclopedia of the Great Plains entsteht der Rundtanz von Wodziwob; aus seiner Wiederbelebung geht später der Geistertanz hervor.[3] Geistertanz
- 1870Um diese Zeit werden Riten mit Peyote Teil des Lebens der Kiowa und Comanche.[3]
- 02.12.1882Innenminister Henry M. Teller fordert vom Commissioner of Indian Affairs Regeln gegen den Sonnentanz, andere Tänze und die Medizinleute.[8]
- 30.03.1883Die Rules Governing the Court of Indian Offenses von Commissioner Hiram Price tragen dieses Datum; sie erklären Sonnentanz, Skalptanz, Kriegstanz und die Praktiken der Medizinleute zu Straftaten.[8]
- 10.04.1883Der Innenminister billigt die Regeln für die Courts of Indian Offenses.[9]
- 1888Der Geistertanz nach der Vision Wovokas erreicht im Winter 1888 bis 1889 die Plains.[3] Geistertanz
- 1890Das Massaker am Wounded Knee Creek beendet für viele Lakota die Hoffnungen des Geistertanzes.[3] Massaker von Wounded Knee
- 1904Das Verbot des Sonnentanzes wird erneuert.[6]
- 1918Die Native American Church erhält in Oklahoma ihre erste rechtliche Satzung.[3]
- 1934Commissioner John Collier stellt in einem Rundschreiben die Verbote überlieferter Zeremonien in Frage.[12]
- 08.06.1940Das Gesetz zum Schutz des Weißkopfseeadlers wird erlassen; 1962 kommt der Steinadler dazu.[16]
- 24.10.1962Eine Gesetzesänderung erlaubt dem Innenminister, die Entnahme von Adlern für religiöse Zwecke der Nationen zu genehmigen.[16]
- 11.08.1978Der American Indian Religious Freedom Act wird Gesetz.[14]
- 1990NAGPRA regelt die Rückgabe heiliger Gegenstände und menschlicher Überreste aus Museen und Bundesbehörden.[2]
- 10.06.1993Der Lakota Summit V beschließt die Erklärung gegen die Ausbeuter der Spiritualität der Lakota.[20]
- 06.10.1994Die American Indian Religious Freedom Act Amendments schützen den zeremoniellen Gebrauch von Peyote.[15]
Mythos und Wahrheit
Alle Seiten zum Thema Religion und Zeremonien
EreignisGeistertanz
- Manitu: Bedeutung und Herkunft: was das Algonkin-Wort bedeutet und wie es in Bücher und Filme kam
- Medizinmann und Schamane: Begriffe, Aufgaben und traditionelle Heiler heute
- Der Sonnentanz: Bedeutung, Verbot und heutige Feiern der Plains-Nationen
- Visionssuche, Träume und Visionen: was die Nationen und die Fachliteratur über die Visionssuche sagen
- Adlerfedern: Bedeutung für indigene Völker und Recht: Adlerschutz und religiöse Ausnahmen
- Die Friedenspfeife (Kalumet): die Pfeife und ein verbreitetes Missverständnis
- Peyote und die Native American Church: Geschichte und Rechtslage einer Kirche
- Das Medizinrad: was der Begriff meint und woher er kommt
- Heilige Pflanzen: Tabak, Salbei, Süßgras und Zeder: Pflanzen in Zeremonien einzelner Nationen
- Der Geistertanz: die Bewegung um Wovoka und ihr Ende am Wounded Knee
- Verwandte Seiten: Powwow, Heilkunde der indigenen Völker, Häuptling: Bedeutung und Geschichte des Begriffs, Plains: die Völker der Great Plains, Lakota, Hopi und im Glossar Kultur indigener Völker von A bis Z
Häufige Fragen
Woran glaubten und glauben die indigenen Völker Nordamerikas?
Das lässt sich nicht für alle zugleich beantworten. Laut Smithsonian gibt es keine einheitliche indigene Kultur oder Sprache, und jede Nation hat eigene Überlieferungen und Zeremonien. Für die Plains nennt die Encyclopedia of the Great Plains Visionssuchen und den Sonnentanz als Grundlagen des religiösen Lebens.
Waren indigene Zeremonien in den USA verboten?
Ja. Die Regeln für die Courts of Indian Offenses, datiert auf den 30. März 1883 und am 10. April 1883 vom Innenminister gebilligt, erklärten den Sonnentanz, andere Tänze und die Praktiken der Medizinleute zu Straftaten. Strafen waren Entzug der Lebensmittelrationen und Haft. Ein Gesetz des Kongresses gab es dafür laut National Indian Law Library nicht; nach Britannica durfte der Innenminister das ohne Kongress entscheiden.
Wann wurde das Verbot aufgehoben?
Britannica nennt 1934 als Jahr, in dem das Verbot des Sonnentanzes fiel. Im selben Jahr stellte Commissioner John Collier laut National Library of Medicine in einem Rundschreiben die Verbote überlieferter Zeremonien in Frage. Volle Freiheit beim Sonnentanz kam laut Encyclopedia of the Great Plains erst nach der Mitte des 20. Jahrhunderts. Gesetzlich schützt der American Indian Religious Freedom Act die Religionen seit dem 11. August 1978.
Darf man indigene Zeremonien besuchen oder fotografieren?
Viele Zeremonien sind laut Smithsonian für Außenstehende geschlossen. Powwows sind dagegen offen für alle. Die Hopi verbieten Fotos, Filme, Tonaufnahmen, Zeichnungen und Notizen in und um ihre Dörfer, besonders bei Zeremonien.
Was ist der Sonnentanz?
Eine Zeremonie, die laut Encyclopedia of the Great Plains im Zentrum der religiösen Identität vieler Plains-Nationen steht. Ihr Kern sind Opfer zum Wohl von Familie und Volk. Mehr dazu auf der Seite Der Sonnentanz.
Gibt es die "Ewigen Jagdgründe" wirklich?
Belegt ist vor allem die deutsche Redewendung "in die ewigen Jagdgründe eingehen", die der Duden als verhüllend ironisch für sterben erklärt; er führt sie auf ein englisch happy hunting grounds genanntes Jenseits zurück. Welche Nationen eine solche Vorstellung hatten, sagt der Duden nicht.
Ist "Friedenspfeife" das richtige Wort?
Laut National Park Service ist "peace pipe" eine Fehlbezeichnung. Siedler und Soldaten sahen die Pfeife bei Vertragsschlüssen und hielten sie deshalb für ein reines Friedenszeichen; ihre Rolle war viel größer. Mehr dazu unter Die Friedenspfeife (Kalumet).
Quellen
- Museum Native Knowledge 360°: Framework for Essential Understandings about American Indians. Smithsonian, National Museum of the American Indian. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Museum Excerpts from Do All Indians Live in Tipis? (Native Knowledge 360°). Smithsonian, National Museum of the American Indian. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Charles H. Lippy: Religion (Encyclopedia of the Great Plains, hrsg. von David J. Wishart). University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Steven Foster: Vision Quest (Encyclopedia of the Great Plains, hrsg. von David J. Wishart). University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Dale Stover: Sun Dance (Encyclopedia of the Great Plains, hrsg. von David J. Wishart). University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Sun Dance. Encyclopaedia Britannica, Britannica Editors. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Primärquelle Hiram Price: Rules Governing the Court of Indian Offenses, mit dem Schreiben von Henry M. Teller vom 2. Dezember 1882 (Transkription). Department of the Interior, Office of Indian Affairs; University of North Dakota Scholarly Commons. Stand 30. März 1883. abgerufen am 25.10.2026
- Primärquelle Report of the Commissioner of Indian Affairs 1883, S. 10 bis 11 (Auszug, H.Ex.Doc. 1, Pt. 5, Vol. 2, Serial Set 2191). Government Printing Office; Abschrift University of Idaho Library. Stand 1883. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle A Chronology of the Battle of the Little Bighorn and Aftermath. National Park Service, Little Bighorn Battlefield National Monument. Stand 03.07.2025. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle 1934: Commissioner calls for religious freedom for American Indians (Ausstellung Native Voices, Zeitleiste). National Library of Medicine, National Institutes of Health. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
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- Gesetz und Vertrag 42 U.S. Code § 1996a, Traditional Indian religious use of peyote (Pub. L. 103-344). Legal Information Institute, Cornell Law School. Stand 06.10.1994. abgerufen am 25.10.2026
- Gesetz und Vertrag 16 U.S. Code § 668a, Taking and using of the bald and golden eagle for scientific, exhibition, and religious purposes. Legal Information Institute, Cornell Law School. Stand 08.06.1940, geändert 1962, 1972 und 1979. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle The Power of the Pipe. National Park Service, Pipestone National Monument. Stand 29.08.2020. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Wynema Morris: Native American Church (Encyclopedia of the Great Plains, hrsg. von David J. Wishart). University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 25.10.2026
- Tribal Nation Visitor Etiquette. Hopi Cultural Preservation Office, The Hopi Tribe. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Primärquelle Declaration of War Against Exploiters of Lakota Spirituality (Lakota Summit V, 10. Juni 1993), Abschrift mit Anmerkungen. Creighton University, Department of Sociology and Anthropology. Stand 25.04.2012. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Manitu (Rechtschreibung, Bedeutung, Herkunft). Duden online. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk guardian spirit. Encyclopaedia Britannica, Britannica Editors. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Climbing Information (June Voluntary Climbing Closure). National Park Service, Devils Tower National Monument. Stand 27.04.2026. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Raymond A. Bucko: Sweat Lodge (Encyclopedia of the Great Plains, hrsg. von David J. Wishart). University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk medicine man. Encyclopaedia Britannica, Britannica Editors. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Todd M. Kerstetter: Ghost Dance. Encyclopedia of the Great Plains, University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 26.10.2026
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