Indigene Völker NordamerikasThema
Plains: die Völker der Great Plains
Kurz erklärt Die Plains sind das Kulturareal der Great Plains, des Graslands zwischen Mississippi und Rocky Mountains von Alberta und Saskatchewan bis Texas. Dort leben Nationen wie Lakota, Cheyenne, Comanche, Kiowa, Crow, Blackfoot, Pawnee, Mandan und Osage. Pferde waren dort laut Britannica vor 1650 selten und erst um 1750 verbreitet.

Die Plains sind in der Ethnologie das Kulturareal der Great Plains: das weite Grasland zwischen dem Mississippi und den Rocky Mountains, das von den kanadischen Provinzen Alberta und Saskatchewan bis nach Texas reicht.[1] Hier leben Nationen wie die Lakota, Cheyenne, Comanche, Kiowa, Crow, Blackfoot und Pawnee.[1] Britannica führte ihren Artikel über diese Völker früher unter dem Titel "Plains Indians"; wer im Deutschen nach "Prärie-Indianer" oder "Plains-Indianer" sucht, meint dieselben Nationen.[1]
Ihr Bild prägt bis heute, was viele für typisch "indianisch" halten. Britannica vermutet den Grund darin, dass sie zu den letzten indigenen Völkern Nordamerikas gehörten, die unterworfen wurden; einige Gruppen leisteten bis in die 1880er Jahre bewaffneten Widerstand. Verbreitet wurde das Bild laut Britannica durch Wanderausstellungen wie die Indian Gallery von George Catlin, die Wild-West-Shows von Buffalo Bill, Spielzeug, Groschenromane, Filme und Fernsehserien.[1] Die Encyclopedia of the Great Plains nennt den "Plains Indian" eine der wichtigsten Ikonen der amerikanischen Kultur. Die Menschen hinter diesem Bild betrieben neben der Bisonjagd auch Ackerbau, Handel, Diplomatie, Lohnarbeit, Klagen vor Gericht und Lobbyarbeit.[8]
Zum Wort "Indianer" siehe Darf man "Indianer" sagen?, zur Landschaft die Seite Great Plains und Prärie.
Was ist ein Kulturareal?
Ein Kulturareal (culture area) ist laut Britannica ein zusammenhängendes Gebiet, in dem die meisten Gesellschaften viele Merkmale gemeinsam haben. Der Begriff stammt aus der Ethnologie, die solche Gebiete um 1900 abgrenzte; er gehört bis heute zu den meistgenutzten Rahmen, um Kulturen zu beschreiben. Die nordamerikanischen Plains nennt Britannica als eines der bekanntesten Beispiele.[7] Das Wort "Plains" ist damit eine Einteilung von außen. Die Nationen selbst tragen ihre eigenen Namen.[7, 13]
Die Grenzen sind unscharf. Jede Sprachfamilie der Plains umfasste laut Britannica auch Völker in anderen Kulturarealen.[1] Britannica rechnet die Wind River Shoshone zu den Plains; die Encyclopedia of the Great Plains beschreibt, wie Shoshone im späten 17. Jahrhundert aus dem Great Basin bis ins östliche Montana zogen.[1, 8] Auch die Geistertanz-Bewegung begann im Great Basin und erreichte die Plains erst später.[6]
Siehe dazu Great Basin und Plateau.
Landschaft und Klima
Missouri und Mississippi entwässern den größten Teil der Plains. In den Tälern dieser Flüsse fanden die Menschen laut Britannica am sichersten Wasser, Holz und die meisten pflanzlichen Nahrungsmittel. Das Klima ist kontinental: Im Jahreslauf reichen die Temperaturen von unter minus 18 bis zu 43 Grad Celsius.[1]
Menschen leben seit sehr langer Zeit in den Plains. Funde an der Agate-Basin-Stätte im Osten Wyomings zeigen laut Encyclopedia of the Great Plains, dass dort spätestens um 8500 vor Christus Menschen lebten. An Abbruchkanten wie Head-Smashed-In im Südwesten Albertas trieben Jäger schon vor 5.500 Jahren Bisonherden über die Klippe.[8] Töpferei und feste Dörfer gibt es in den Plains seit mindestens 2.000 Jahren.[8]

Wie lebten die Völker der Plains?
Zwei Lebensweisen bestimmten die Plains: Dorfvölker mit Feldbau und Nomaden, die den Bisonherden folgten.[2] Um 850 betrieben laut Britannica erste Bewohner der zentralen Plains Feldbau, spätestens um 1250 lebten die meisten in Dörfern am Missouri und seinen Nebenflüssen. Zu diesen Dorfvölkern zählten von Norden nach Süden Hidatsa, Mandan, Arikara (bei Britannica Sahnish), Ponca, Omaha, Pawnee, Kaw, Osage und Wichita. Manche Dörfer zählten einige Tausend Menschen.[2] Die Frauen bauten Mais, Bohnen, Kürbisse und Sonnenblumen an, die Männer pflanzten Tabak und jagten Bisons, Wapitis und Hirsche.[2]
Vor dem Pferd waren Hunde die einzigen Haustiere. Sie zogen das Travois, ein Gestell aus zwei Stangen in V-Form, auf dem die Last lag.[2] Nomaden gab es trotzdem schon früh: Die Expedition von Francisco Vázquez de Coronado traf 1541 in den südlichen Plains auf Völker, die ganz von der Bisonjagd lebten und nur Hunde als Lasttiere hatten.[2]
Was änderte das Pferd?
Pferde hatte es in Amerika schon einmal gegeben, sie waren aber ausgestorben. Die Spanier brachten sie zurück, und über Handelsnetze mit den Pueblos und den Apache gelangten sie laut Encyclopedia of the Great Plains in die Plains.[8] Vor 1650 waren Pferde dort laut Britannica selten, um 1750 verbreitet. Viele Fachleute teilen die Geschichte der Plains deshalb in eine Zeit vor und eine Zeit nach dem Pferd.[1] Die Comanche erbeuteten Pferde bei Überfällen auf spanische und Apache-Siedlungen und handelten sie weiter, Ute, Cheyenne und Arapaho brachten sie nach Norden.[8] Gewehre kamen über den Pelzhandel mit Engländern und Franzosen, weil das spanische Recht den Verkauf von Feuerwaffen an indigene Menschen verbot.[8]
Zu Pferd konnten Jäger mit den großen Herden Schritt halten. Im späten Frühjahr und im Sommer, wenn sich die Bisons zum Kalben sammelten, kamen die größten Gruppen zusammen; den Rest des Jahres verteilten sich Tiere und Menschen auf kleinere Verbände.[2] Pferde wurden so wertvoll, dass Pferdediebstahl zu einem Hauptgrund für Überfälle wurde. In den Dörfern holte man die besten Tiere nachts sogar ins Erdhaus.[3] Wer viele Pferde und Gewehre hatte, gewann Macht: Die Osage beherrschten laut Encyclopedia of the Great Plains Mitte des 18. Jahrhunderts das Land zwischen dem unteren Missouri und dem unteren Red River, die Comanche gegen Ende des Jahrhunderts mit den Kiowa das Gebiet zwischen Arkansas und Red River.[8]
Mehr dazu auf der Seite Pferde im Wilden Westen.
Mit dem Handel kamen Krankheiten, oft bevor ein Europäer selbst die Plains betrat. Epidemien im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert verringerten die Zahl der Arikara laut Encyclopedia of the Great Plains um geschätzt 80 Prozent. Am schwersten traf es die Dorfvölker; die Nomaden lebten verstreut und litten weniger.[8]

Tipi und Erdhaus
Alle Plains-Völker nutzten laut Britannica Tipis, die meisten Dorfvölker wohnten den größten Teil des Jahres aber in Erdhäusern. Vor dem Pferd maß ein Tipi im Schnitt etwa 3 Meter im Durchmesser, danach etwa 4,5 Meter; die Hülle bestand aus gegerbten Bisonhäuten.[2] Erdhäuser waren mit 12 bis 18 Metern Durchmesser viel größer. Sie hatten eine Kuppel aus Erde, einen überdachten Eingang und beherbergten meist drei Generationen; die Häuser gehörten in der Regel den Frauen des Haushalts.[2] Bei den Cheyenne hatte jede Untergruppe ihren festen Platz im Lagerkreis, und bei vielen Nationen öffnete sich der Kreis zur aufgehenden Sonne.[2]

Welche Rolle spielte der Bison?
Für viele indigene Nationen ist der Bison laut National Park Service das wichtigste Tier. Über Jahrtausende nutzten sie jeden Teil für Nahrung, Kleidung, Unterkunft, Werkzeuge, Schmuck und Zeremonien. Auf Blackfoot heißt er iinniiwa, auf Lakota tatanka.[10] Felle der Bisons tauschten die Nomaden bei den Dorfvölkern gegen Mais, und mit dem Pelzhandel stieg der Wert dieser "buffalo robes" stark.[3, 5]
Wie Plains-Nationen jagten, beschreibt die Seite Die Büffeljagd.
Im 19. Jahrhundert brachen die Herden zusammen. Eisenbahnen, Gewehre und ein internationaler Markt für Häute führten laut National Park Service zum "Great Slaughter" von etwa 1820 bis 1880. Die Zahl der Bisons fiel von 30 bis 60 Millionen, die Schätzungen schwanken, auf weniger als 1.000 Tiere in den 1890er Jahren; manche schätzten, dass nur 300 überlebten. Dazu trug auch die Weisung der Armee bei, Bisons zu vernichten, um die indigenen Nationen zu kontrollieren.[10] Als die Bisons verschwanden, hungerten die Plains-Völker, und bis Anfang der 1880er Jahre hatten sich laut Britannica die meisten Gruppen in Reservate fügen müssen.[5] Heute holen laut National Park Service mehr als 60 Nationen den Bison auf ihr Land zurück.[10]
Gesellschaft und Kriegergesellschaften
Politisch handelten die meisten Plains-Völker laut Britannica auf der Ebene der Gruppe, englisch band, die einige Dutzend bis einige Hundert Menschen zählte. Anführer mussten sich durch Leistung, Klugheit, Mut und Erfolg bewähren; Kriegergesellschaften hielten die Ordnung und setzten Beschlüsse durch.[3] Die Comanche verzichteten auf einen gemeinsamen Rat der Nation. Die Cheyenne waren dagegen laut Britannica die politisch am stärksten hierarchisch gegliederte Nation der Plains: Ihre zehn Gruppen schickten Vertreter in einen Rat von 44 Friedensführern, dessen Beschlüsse für die ganze Nation galten.[3]
Zum deutschen Wort für solche Anführer siehe Häuptling: Bedeutung und Geschichte des Begriffs.
Kriegergesellschaften
Die meisten Nationen hatten laut Britannica mehrere religiöse und weltliche Bünde. Militärische Gesellschaften wie die Dog Society der Hidatsa dienten meist als Polizei und wetteiferten um Kriegsehren. Bei den Crow standen sich die Lumpwoods und die Foxes als gleichrangige Gesellschaften gegenüber. Arapaho, A'aninin, Blackfoot, Mandan und Hidatsa ordneten ihre Gesellschaften nach Altersstufen; jede Altersgruppe kaufte Abzeichen und Rechte gemeinsam von der nächstälteren. Die Hidatsa hatten zeitweise bis zu zehn solcher Bünde.[4] Frauen hatten eigene Gesellschaften, die sich laut Britannica vor allem um die Fruchtbarkeit von Menschen, Tieren und Feldern und um den Lauf der Jahreszeiten kümmerten.[4]
Bei den Cheyenne nennt der National Park Service die Elkhorn Scrapers und die Dog Soldiers als Beispiele. Die Encyclopedia of the Great Plains zählt sieben bis zehn Kriegergesellschaften, die bis heute bestehen und Essen und Powwows für ihre Mitglieder ausrichten.[9, 18] Ansehen gewannen Männer durch Kriegstaten. Einen Gegner im Kampf zu berühren, englisch "counting coup", zählte laut Britannica meist mehr, als ihn zu töten; auch ein wertvolles Pferd zu stehlen, das am Zelt seines Besitzers angepflockt war, galt als Ruhmestat. Kämpfe zwischen Nationen führten meist kleine Gruppen, um einen Tod zu rächen, Pferde zu erbeuten und Ruhm zu gewinnen.[4]
Glaube und Zeremonien
Die Plains-Völker trennten laut Britannica Heiliges und Weltliches nicht scharf. Visionen hatten großes Gewicht, und viele Kulturen sahen in Tieren, Pflanzen, Sonne, Mond, Sternen und Donner Erscheinungsformen von Geistwesen. Heilige Bündel spielten überall in den Ritualen eine große Rolle; manche gehörten einem einzelnen Menschen, andere einer ganzen Nation. Als heilige Zahl galt bei den meisten Nationen die Vier.[4]
Einen Überblick gibt die Seite Glaube, Symbole und Zeremonien.
Den Sonnentanz, englisch ungenau Sun Dance genannt, kannten laut Britannica rund 20 Nationen. Er fand im Sommer statt, wenn die ganze Nation zusammenkam.[4] Nach Britannica stellte 1883 der US-Innenminister den Sonnentanz und andere religiöse Bräuche unter Strafe; das Verbot wurde 1904 erneuert und 1934 aufgehoben.[14] Für die Lakota nennt die Chronologie des National Park Service schon den 10. April 1882, als die Regierung alle traditionellen Bräuche und religiösen Handlungen verbot; der Bericht des Commissioner of Indian Affairs nennt denselben Tag mit dem Jahr 1883.[22] (mehr dazu auf der Seite Großer Sioux-Krieg).[21] Ganz unterdrückt wurde die Zeremonie nie, und sie ist bis heute für viele Plains-Völker wichtig.[14] In Kanada verbot laut Encyclopedia of the Great Plains der Indian Act von 1876 mit späteren Änderungen den Sonnentanz und den Thirst Dance.[8]
Völker der Plains
VolkArapaho
VolkBlackfoot
VolkCheyenne
VolkComanche
VolkCree
VolkKiowa
VolkLakota
VolkMandan
VolkMétis
VolkOjibwe
VolkOsage
VolkPawnee
VolkShoshone
VolkSioux
In den Plains wurden Sprachen aus sechs Familien gesprochen. Wer dieselbe Sprache sprach, gilt meist als eine Nation, die aber oft aus mehreren politisch unabhängigen Gruppen bestand; die Blackfoot etwa gliederten sich in Piegan, Blood und die eigentlichen Blackfoot.[1] Die Tabelle nennt die Völker mit eigener Seite, ihre Sprachfamilie laut Britannica und heutige Nationen mit dem offiziellen Namen der Liste des Bureau of Indian Affairs vom 30. Januar 2026.[1, 13]
| Volk | Sprachfamilie | Heutige Nation (offizieller Name) |
|---|---|---|
| Lakota | Sioux | darunter Oglala Sioux Tribe und Rosebud Sioux Tribe of the Rosebud Indian Reservation, South Dakota[1, 13] |
| Dakota und Nakota | Sioux | darunter Assiniboine and Sioux Tribes of the Fort Peck Indian Reservation, Montana[1, 13] |
| Cheyenne | Algonkin | Northern Cheyenne Tribe of the Northern Cheyenne Indian Reservation, Montana; Cheyenne and Arapaho Tribes, Oklahoma[1, 13] |
| Arapaho | Algonkin | Northern Arapaho Tribe of the Wind River Reservation, Wyoming; Cheyenne and Arapaho Tribes, Oklahoma[1, 13] |
| Blackfoot | Algonkin | Blackfeet Tribe of the Blackfeet Indian Reservation of Montana[1, 13] |
| Cree (Plains Cree) | Algonkin | in Montana mit Anishinaabe: Chippewa Cree Indians of the Rocky Boy's Reservation, Montana[1, 8, 13] |
| Crow | Sioux | Crow Tribe of Montana[1, 13] |
| Mandan, Hidatsa, Arikara | Sioux (Mandan, Hidatsa), Caddo (Arikara) | Three Affiliated Tribes of the Fort Berthold Reservation, North Dakota[1, 13, 19] |
| Osage | Sioux | The Osage Nation[1, 13] |
| Pawnee | Caddo | Pawnee Nation of Oklahoma[1, 13] |
| Comanche | Uto-Aztekisch | Comanche Nation, Oklahoma[1, 13] |
| Shoshone (Wind River) | Uto-Aztekisch | Eastern Shoshone Tribe of the Wind River Reservation, Wyoming[1, 13] |
| Kiowa | Kiowa-Tano | Kiowa Tribe[1, 13] |
Die Arapaho nennen sich nach den Cheyenne and Arapaho Tribes Hinono'ei, die Cheyenne Tsistsistas.[16] Die Mandan, Hidatsa und Arikara bilden heute gemeinsam die MHA Nation, die sich auch Three Affiliated Tribes nennt.[19] Weitere Nationen der Plains ohne eigene Seite sind laut Britannica die Ponca, Omaha, Kaw, Iowa, Oto, Missouria und Wichita, im Norden die Assiniboine (Eigenname bei Britannica Nakoda), die A'aninin, die Saulteaux (Plains Ojibwe) und die Tsuut'ina.[1] In Kanada sprachen die Métis Michif, eine Mischsprache aus Plains Cree und Französisch, und viele Nationen verständigten sich über die Plains-Gebärdensprache.[1]
Geschichte: Kontakt, Verträge, Kriege, Reservate
Die Spanier zogen laut Encyclopedia of the Great Plains zuerst von 1540 bis 1542 durch die Region, auf der Suche nach "Städten aus Gold". Die Franzosen kamen im frühen 18. Jahrhundert vom Mississippi her und schlossen Handels- und Militärabkommen, britische Pelzhändler stießen im späten 18. Jahrhundert aus Kanada in die Prärieprovinzen vor.[8] Viele Nationen kamen in dieser Zeit selbst erst in die Plains: Die Wanderungen nahmen nach 1700 zu, Cheyenne und Arapaho zogen aus dem Gebiet der Großen Seen nach Westen, Cree und Assiniboine allmählich in die kanadische Prärie.[8] Die 1830er Jahre sind laut Britannica besonders gut dokumentiert, durch Tagebücher und Bilder von Prinz Maximilian zu Wied und Karl Bodmer und von George Catlin.[5]
In den 1840er Jahren zogen große Trecks auf dem Oregon Trail und dem Santa Fe Trail durch die Plains. Laut Encyclopedia of the Great Plains vertrieben sie die Bisons, zertraten das Grasland, holzten die Flussauen ab und verschmutzten das Wasser, oft mit Krankheiten wie der Cholera.[8] Im September 1851 kamen mehr als 10.000 Menschen zum Vertragsrat bei Fort Laramie, den man an die Mündung des Horse Creek verlegte. Es kamen Lakota, Cheyenne, Arapaho, Crow, Assiniboine, Mandan und Hidatsa; Comanche, Kiowa und Apache waren eingeladen und blieben fern, die Pawnee kamen nicht, weil die Lakota ihnen drohten.[11]
Siehe Die Verträge von Fort Laramie 1851 und 1868.
Mit dem Homestead Act von 1862 kamen mehr Siedler, und die Spannungen nahmen zu.[5] Im Dakota-Krieg 1862 in Minnesota starben nach der Minnesota Historical Society mehr als 600 Weiße, darunter gut 70 Soldaten, und schätzungsweise 75 bis 100 Dakota-Kämpfer; Britannica nennt etwa 400 Siedler, 70 Soldaten und 30 Dakota.[20, 5] Mehr als 300 Dakota wurden zum Tod verurteilt, Präsident Abraham Lincoln wandelte die meisten Urteile später um.[5] Am 29. November 1864 töteten Soldaten aus Colorado beim Sand-Creek-Massaker nach dem National Park Service rund 230 Cheyenne und Arapaho, meist Frauen, Kinder und Alte; Britannica nennt 150 bis 500 Tote.[5, 17] 1867 handelten die USA am Medicine Lodge Creek in Kansas mit Cheyenne, Arapaho, Kiowa, Comanche und Apache einen Frieden aus, der nicht lange hielt.[12] Im November 1868 griff die 7. Kavallerie unter George Armstrong Custer am Washita ein Lager der Cheyenne an; Britannica nennt 103 getötete Cheyenne, der National Park Service auf seiner Seite zu den Cheyenne vierzig Menschen neben Black Kettle und seiner Frau.[5, 9]
Siehe Die Schlacht am Washita 1868.
Im Norden belagerten Lakota, Cheyenne und Arapaho die Forts am Bozeman Trail und zwangen die USA zu Verhandlungen. Im Vertrag von Fort Laramie 1868 sagten die USA zu, die Forts zu räumen, schufen die Große Sioux-Reservation und sicherten Jagdrechte zu.[8] 1874 fanden Amerikaner Gold in den Black Hills, 1876 kam es zum Krieg mit Lakota und Northern Cheyenne. Sie besiegten in der Schlacht am Little Bighorn Custers Truppe, doch der Winterfeldzug 1876 bis 1877 zwang die meisten in die Reservate oder nach Kanada.[8] In den südlichen Plains trieb die Armee Comanche und Kiowa nach erneuten Überfällen zurück ins Reservat am Red River, siehe Der Red-River-Krieg 1874 bis 1875.[8] Die Dorfvölker standen in diesen Kriegen meist auf der Seite der USA: Arikara, Hidatsa, Mandan und Pawnee dienten laut Britannica als Scouts der Armee.[5] Als Sitting Bull 1881 aus Kanada zurückkehrte, lebten laut Encyclopedia of the Great Plains alle Plains-Völker in Reservaten.[8]
Am 29. Dezember 1890 schossen US-Soldaten am Wounded Knee Creek in der Pine Ridge Reservation auf Lakota, die sie entwaffnen wollten.[15] Die Angaben zu den Toten gehen auseinander: Die Library of Congress schätzt 200, die Encyclopedia of the Great Plains nennt in ihrem Artikel zu den Native Americans 150 bis 250 Menschen, Britannica mehr als 200 Lakota.[15, 8, 6]
Siehe Das Massaker von Wounded Knee 1890.
Einen Überblick über alle Kriege gibt die Seite Die Indianerkriege: Überblick.
In Kanada verkaufte die Hudson's Bay Company 1870 das Rupert's Land an das Dominion Kanada. Von 1871 bis 1877 schloss die Regierung laut Encyclopedia of the Great Plains sieben nummerierte Verträge mit Nationen der Prärie, darunter Plains Cree, Plains Anishinaabe, Siksika (Northern Blackfoot), Blood, Northern Piegan und Sarcee. 1885 schlugen Regierungstruppen den Aufstand der Métis unter Louis Riel bei Batoche nieder; Riel und acht weitere Männer wurden gehängt.[8]
Mehr dazu auf der Seite First Nations, Inuit und Métis in Kanada.
In den Reservaten sollten die Nationen ihre Lebensweise aufgeben. Der General Allotment Act von 1887, der Dawes Act, teilte gemeinsames Land in einzelne Parzellen; bis 1934 schrumpfte das Land indigener Menschen in den USA laut Encyclopedia of the Great Plains um zwei Drittel, von 138 auf 52 Millionen Acres.[8] Staatliche Internatsschulen in den USA und Kanada verboten den Kindern ihre Sprachen und Religionen.[6, 8] Der Indian Reorganization Act von 1934 beendete die Aufteilung und erlaubte den Nationen, Verfassungen und eigene Regierungen zu bilden.[8]
| Jahr | Ereignis | Beteiligte Nationen laut Quelle |
|---|---|---|
| 1851 | Vertrag von Fort Laramie (Horse Creek) | Lakota, Cheyenne, Arapaho, Crow, Assiniboine, Mandan, Hidatsa[11] |
| 1862 | Dakota-Krieg in Minnesota | Dakota[5] |
| 1864 | Sand-Creek-Massaker | Cheyenne, Arapaho[17] |
| 1867 | Vertrag von Medicine Lodge | Cheyenne, Arapaho, Kiowa, Comanche, Apache[12] |
| 1868 | Vertrag von Fort Laramie, Große Sioux-Reservation | Lakota und Verbündete[8] |
| 1868 | Angriff am Washita | Cheyenne[5] |
| 1871 bis 1877 | sieben nummerierte Verträge in Kanada | Plains Cree, Siksika, Blood, Northern Piegan, Sarcee und andere[8] |
| 1876 | Schlacht am Little Bighorn | Lakota, Cheyenne[8] |
| 1890 | Massaker von Wounded Knee | Lakota[15] |
Die Völker der Plains heute
Die Liste des Bureau of Indian Affairs vom 30. Januar 2026 führt 575 von den USA anerkannte Nationen, darunter alle in der Tabelle genannten.[13] Seit dem 20. Jahrhundert ist die Selbstbestimmung laut Britannica das wichtigste Ziel der Plains-Nationen. Schwer getroffen wurden viele vom Pick-Sloan-Plan nach dem Zweiten Weltkrieg: Staudämme am Missouri überfluteten Hunderte Quadratmeilen des besten Landes, rund 1.000 Großfamilien mussten umziehen.[6]
Mehr dazu auf den Seiten Reservate in den USA: Geschichte und Leben heute und Indigene Völker heute.
Viele Nationen haben eigene Schulen, an denen Älteste die Sprachen unterrichten. Mehrere Nationen halten Bisonherden, auch um das Ökosystem der Plains wiederherzustellen; manche betreiben Kasinos und Hotels, Fertigung, Transport- und Baufirmen.[6] Die Cheyenne and Arapaho Tribes zum Beispiel bieten Sprachkurse an, auch online und für Erwachsene als Programm, das fließend Sprechende ausbilden soll.[16] Laut US-Volkszählung, die die Encyclopedia of the Great Plains auswertet, wuchs die indigene Bevölkerung von 1990 bis 2000 in North Dakota um 20, in South Dakota um 23 und in Montana um 18 Prozent, während die meisten Landkreise der Plains Einwohner verloren.[8] Treffen wie der Powwow verbinden Nationen; der Grass Dance, der laut Encyclopedia of the Great Plains von den Pawnee stammt, wurde zu einem festen Teil solcher Treffen in den Plains.[8]
Zeitleiste der Plains
- 1541Die Expedition von Francisco Vázquez de Coronado trifft in den südlichen Plains auf Bisonjäger, die nur Hunde als Lasttiere haben.[2]
- 1650Bis um 1650 sind Pferde in den Plains selten.[1]
- 1750Um 1750 sind Pferde in den Plains verbreitet.[1]
- 17.09.1851Vertrag von Fort Laramie (Horse Creek): mehr als 10.000 Menschen aus Nationen der Plains kommen zum Vertragsrat.[11] Verträge von Fort Laramie
- 1862Dakota-Krieg in Minnesota.[5] Dakota-Krieg 1862
- 29.11.1864Sand-Creek-Massaker: Soldaten aus Colorado töten nach Schätzung des National Park Service rund 230 Cheyenne und Arapaho.[17] Sand-Creek-Massaker
- Oktober 1867Vertragsrat am Medicine Lodge Creek mit Cheyenne, Arapaho, Kiowa, Comanche und Apache.[12]
- 1868Zweiter Vertrag von Fort Laramie; die USA räumen die Forts am Bozeman Trail und schaffen die Große Sioux-Reservation.[8] Verträge von Fort Laramie
- 1871Bis 1877 schließt Kanada sieben nummerierte Verträge mit Nationen der Prärie.[8]
- 1876Lakota und Cheyenne besiegen am Little Bighorn die Truppe von George Armstrong Custer.[8] Schlacht am Little Bighorn
- 1881Mit der Rückkehr von Sitting Bull aus Kanada leben alle Plains-Völker in Reservaten.[8] Sitting Bull
- 1883Der US-Innenminister stellt den Sonnentanz und andere religiöse Bräuche unter Strafe.[14]
- 1885Regierungstruppen schlagen den Aufstand der Métis unter Louis Riel bei Batoche nieder.[8]
- 1887Der General Allotment Act (Dawes Act) teilt Reservatsland in Parzellen.[8] Dawes Act
- 29.12.1890Massaker von Wounded Knee; die Library of Congress schätzt 200 Tote, die Encyclopedia of the Great Plains nennt im Artikel zu den Native Americans 150 bis 250.[8, 15] Massaker von Wounded Knee
- 1934Indian Reorganization Act; laut Britannica endet im selben Jahr das Verbot des Sonnentanzes.[8, 14] Indian Reorganization Act
Karte: Nationen der Plains
- 1Lakota (Pine Ridge, Sitz des Oglala Sioux Tribe) 43,03° N, 102,55° W[23]
- 2Cheyenne (Lame Deer, Sitz des Northern Cheyenne Tribe) 45,62° N, 106,61° W[24]
- 3Comanche (Lawton, Oklahoma, Stadtmitte; der Hauptsitz der Comanche Nation liegt laut eigener Website neun Meilen nördlich der Stadt) 34,60° N, 98,40° W[25]
- 4Osage (Pawhuska, Oklahoma (Sitz der Osage Nation)) 36,67° N, 96,33° W[26]
- 5Kiowa (Carnegie, Sitz des Kiowa Tribe) 35,10° N, 98,60° W[27]
- 6Arapaho (Arapahoe in der Wind River Reservation, Wyoming) 42,99° N, 108,45° W[28]
- 7Crow (Apsáalooke) (Crow Agency, Sitz der Regierung der Crow) 45,60° N, 107,46° W[29, 30]
- 8Blackfoot (Browning, Sitz der Blackfeet Nation) 48,56° N, 113,02° W[31]
- 9Cree (Fort Carlton (Saskatchewan), Ort der Verhandlungen über Treaty 6) 52,87° N, 106,53° W[32], außerhalb des Ausschnitts
- 10Mandan (New Town, North Dakota (Regierungssitz der MHA Nation vier Meilen westlich)) 47,99° N, 102,49° W[33]
- 11Pawnee (Pawnee, Oklahoma (Sitz der Pawnee Nation of Oklahoma)) 36,35° N, 96,80° W[27]
- 12Shoshone (Fort Washakie, Sitz des Eastern Shoshone Tribe) 43,01° N, 108,92° W[34]
- 13Ojibwe (Sault Ste. Marie (Michigan), Sitz des Sault Ste. Marie Tribe of Chippewa Indians) 46,48° N, 84,37° W[35]
- 14Métis (Winnipeg, früher Red River Settlement) 49,88° N, 97,15° W[36, 37]
Mythos und Wahrheit
Alle Seiten zu den Plains
Völker
- Lakota
- Sioux
- Cheyenne (Tsistsistas)
- Arapaho
- Comanche
- Kiowa
- Crow
- Blackfoot
- Pawnee
- Mandan
- Osage
- Shoshone
- Cree
- Métis
Leben, Kultur und Geschichte
- Das Tipi
- Die Büffeljagd
- Der Sonnentanz
- Der Geistertanz
- Die Verträge von Fort Laramie 1851 und 1868
- Red Clouds Krieg und der Bozeman Trail
- Der Große Sioux-Krieg 1876 bis 1877
- Great Plains und Prärie
Weitere Kulturräume
- Südwesten: Pueblo-Völker, Navajo, Apachen und O'odham
- Nordwestküste
- Nordöstliches Waldland und Große Seen
- Südosten
- Kalifornien
- Great Basin und Plateau
- Arktis und Subarktis
Häufige Fragen
Was sind die Plains?
Die Plains sind ein Kulturareal, also eine Einteilung der Ethnologie: das Grasland zwischen Mississippi und Rocky Mountains, von Alberta und Saskatchewan in Kanada bis Texas. Die Nationen dort teilten viele Merkmale, unterscheiden sich aber in Sprache und Geschichte stark.
Welche Völker gehören zu den Plains?
Britannica nennt unter anderem Lakota, Dakota und Nakota, Cheyenne, Arapaho, Blackfoot, Plains Cree, Crow, Mandan, Hidatsa, Arikara, Pawnee, Wichita, Osage, Omaha, Ponca, Kaw, Iowa, Oto, Missouria, Comanche, Wind River Shoshone, Kiowa und Tsuut'ina. Sie sprachen Sprachen aus sechs verschiedenen Familien.
Was ist mit "Prärie-Indianer" gemeint?
So werden im Deutschen oft die indigenen Völker der Great Plains genannt, im Englischen hießen sie früher Plains Indians. Das Wort "Indianer" ist eine Fremdbezeichnung; diese Seite nennt die Nationen bei ihren Namen.
Seit wann gab es Pferde in den Plains?
Laut Britannica waren Pferde vor 1650 selten und um 1750 verbreitet. Sie kamen über den Handel mit Spaniern, Pueblos und Apache aus dem Südwesten und veränderten Jagd, Reisen und Krieg.
Wie viele Bisons gab es in den Plains?
Der National Park Service schätzt den Bestand vor dem großen Abschlachten auf 30 bis 60 Millionen Tiere. In den 1890er Jahren lebten weniger als 1.000, nach manchen Schätzungen nur 300. Heute holen mehr als 60 Nationen den Bison auf ihr Land zurück.
Was waren die Kriegergesellschaften der Plains?
Bünde von Männern, die meist als Polizei dienten, Beschlüsse der Anführer durchsetzten und um Kriegsehren wetteiferten, etwa die Dog Society der Hidatsa oder die Dog Soldiers der Cheyenne. Bei den Cheyenne bestehen solche Gesellschaften bis heute. Frauen hatten eigene Gesellschaften.
Gibt es die Völker der Plains heute noch?
Ja. Ihre Nationen haben in den USA eigene Regierungen und stehen auf der Liste des Bureau of Indian Affairs; zu Kanada siehe First Nations, Inuit und Métis in Kanada. Viele Nationen haben eigene Schulen, an denen Älteste die Sprachen unterrichten, der Sonnentanz ist für viele bis heute wichtig, und mehrere Nationen halten wieder Bisonherden.
Quellen
- Nachschlagewerk Elizabeth Prine Pauls: Indigenous peoples of the Great Plains. Encyclopaedia Britannica. Stand 11.09.2026. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk Elizabeth Prine Pauls: Indigenous peoples of the Great Plains, Abschnitte Plains life before the horse, Plains life after the horse, Settlement patterns and housing. Encyclopaedia Britannica. Stand 02.07.2025. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk Elizabeth Prine Pauls: Indigenous peoples of the Great Plains, Abschnitte Material culture and trade, Political organization. Encyclopaedia Britannica. Stand 11.09.2026. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk Elizabeth Prine Pauls: Indigenous peoples of the Great Plains, Abschnitte Social rank and warfare, Belief systems. Encyclopaedia Britannica. Stand 02.07.2025. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk Elizabeth Prine Pauls: Indigenous peoples of the Great Plains, Abschnitte Intercultural contact, The Plains Wars. Encyclopaedia Britannica. Stand 29.08.2025. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk Elizabeth Prine Pauls: Indigenous peoples of the Great Plains, Abschnitte Syncretism, assimilation, and self-determination, Sovereignty, economic development, and cultural revitalization. Encyclopaedia Britannica. Stand 11.09.2026. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk Elizabeth Prine Pauls: culture area. Encyclopaedia Britannica. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
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- Amtliche Stelle Cheyenne. National Park Service, Little Bighorn Battlefield National Monument. Stand 28.08.2025. abgerufen am 24.10.2026
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