Indigene Völker NordamerikasThema

Great Basin und Plateau

Kurz erklärt Great Basin und Plateau sind zwei benachbarte Kulturareale im Inneren des amerikanischen Westens. Im trockenen Great Basin in Nevada, Utah und Teilen der Nachbarstaaten leben Shoshone, Paiute, Ute und Washoe, deren Nahrung typischerweise zu mehr als 70 Prozent aus Pflanzen bestand, bei den Gruppen ohne Pferde auch aus Pinienkernen. Auf dem Plateau an Columbia und Fraser leben Nez Perce, Yakama, Umatilla und Flathead, für die der Fischfang, auch der Lachs, die wichtigste Nahrung war.

Weites, mit Beifuß bewachsenes Becken zwischen trockenen Bergketten, in der Ferne eine helle Salzfläche, im warmen Licht der späten Nachmittagssonne
Bild: KI-generiert

Great Basin und Plateau heißen in der Ethnologie zwei Kulturareale im Inneren des amerikanischen Westens. Das Great Basin umfasst fast ganz Utah und Nevada und Teile der Nachbarstaaten, das Plateau das Land zwischen den Rocky Mountains und den Gebirgen an der Küste mit den Flusssystemen von Columbia und Fraser.[1, 4] Die beiden Räume gehen ohne scharfe Grenze ineinander über. Anthropologen fassen sie manchmal als intermontanes Kulturareal zusammen, als Kulturareal zwischen den Gebirgen.[1, 4]

Im Great Basin leben unter anderem Shoshone, Paiute, Ute, Bannock und Washoe, auf dem Plateau Nez Perce, Yakama, Cayuse, Umatilla, Walla Walla, Flathead, Spokan, Coeur d'Alene und Kutenai.[1, 4]

Wer im Deutschen nach "Great-Basin-Indianern" oder "Plateau-Indianern" sucht, meint diese Völker. Zum Wort selbst siehe Darf man "Indianer" sagen?

Was sind Great Basin und Plateau?

Ein Kulturareal (culture area) ist laut Britannica ein zusammenhängendes Gebiet, in dem die meisten Gesellschaften viele Merkmale teilen. Die Ethnologie grenzte solche Gebiete um 1900 ab.[7] Great Basin und Plateau sind also Einteilungen von außen; die Völker darin tragen eigene Namen und sprechen Sprachen aus mehreren Familien.[1, 4]

Das Great Basin umfasst laut Britannica fast ganz Utah und Nevada, große Teile von Oregon, Idaho, Wyoming und Colorado und kleinere Teile von Arizona, Montana und Kalifornien. Viele kleine Becken wechseln mit Gebirgsketten ab. Das Klima ist trocken bis halbtrocken: Im Death Valley fallen im Jahr im Schnitt 53 Millimeter Niederschlag (der National Park Service nennt dafür 54,6 Millimeter[24]), im Gebirge 500 bis 630 Millimeter, meist als Schnee. Wasser verlässt das Becken nur durch Verdunstung oder auf industriellem Weg; brackiges und sogar salziges Wasser ist auf den Beckenböden verbreitet, etwa am Großen Salzsee.[1]

Das Plateau reicht laut Britannica im Norden bis zu Ausläufern der Rocky Mountains wie den Cariboo Mountains, im Osten bis zu den Rocky Mountains, im Süden bis zu den Blue Mountains und zum Salmon River und im Westen bis zu den kanadischen Coast Mountains und zur Cascade Range. Die Temperaturen reichen von minus 34 Grad Celsius im Winter bis 38 Grad im Sommer. Am mittleren Columbia wachsen Beifuß und Büschelgras, am oberen Columbia Wald.[4] Dieses Plateau meint die Flusssysteme von Columbia und Fraser; das Colorado-Plateau, das die Seiten Ute und Paiute nennen, ist ein anderes Gebiet.[4] Nach Süden geht das Plateau allmählich in das Great Basin über, und genauso unscharf ist die Grenze zwischen den Kulturen.[1, 4]

Manche Völker gehören zu mehr als einem Kulturareal. Die Comanche stammen laut Britannica aus dem Great Basin, wurden aber nach dem Erwerb von Pferden Bisonjäger in Texas und gelten deshalb als Plains-Volk; auch Eastern Shoshone, Lemhi-Shoshone und Shoshone-Bannock richteten sich um 1800 zunehmend nach den Plains aus.[1]

Mehr dazu auf den Seiten Plains und Comanche.

Sprachen und Eigenbezeichnungen

Im Great Basin sprachen die Völker laut Britannica Sprachen aus zwei weit entfernten Familien. Die Washoe um den Lake Tahoe sprechen eine Hoka-Sprache, die übrigen Völker numische Sprachen, einen Zweig der uto-aztekischen Familie. Zu den westlichen numischen Sprachen gehören Owens Valley Paiute, Nördliches Paiute und Bannock, zu den mittleren Shoshone mit Goshute, Timbisha und Western Shoshone sowie Comanche, zu den südlichen Kawaiisu, Ute und Südliches Paiute. Ute und Südliche Paiute unterscheidet laut Britannica vor allem die Kultur: Als Ute gelten die Gruppen, die früh Pferde übernahmen.[1] Sprache und Archäologie deuten laut Britannica darauf hin, dass sich die numischen Völker in den letzten 2.000 Jahren vom Südosten Kaliforniens aus über das Great Basin ausbreiteten.[1]

Die numischen Völker nannten sich laut Britannica Numa, Nungwu oder Numu, "Menschen"; Namen wie Paiute und Shoshone gaben ihnen andere Völker.[1] Die Nationen selbst belegen das je für sich: Die Shoshone-Bannock Tribes sprechen von "our people (Newe)", die Pyramid Lake Paiute Tribe schreibt, die Paiute hätten sich Numu genannt, und die Mono Lake Kootzaduka'a Tribe nennt sich die südlichste Gruppe der Numu.[11, 10, 13] Die Washoe Tribe of Nevada and California nennt Washiw den ursprünglichen Namen, er bedeutet "die Menschen".[9]

Auf dem Plateau gehören die Sprachen laut Britannica vor allem zu vier Familien: Salish, Sahaptin, Kutenai sowie Modoc und Klamath. Salish sprechen unter anderem Shuswap, Lillooet und Ntlakapamux im Norden sowie Okanagan, Spokan, Kalispel, Pend d'Oreille, Coeur d'Alene und Flathead am oberen Columbia; zu den Sahaptin-Sprachen gehören Nez Perce, Cayuse, Yakama, Walla Walla, Tenino und Umatilla.[4] Die Nez Perce nennen sich selbst Nimiipuu.[12] Der Name Flathead führt in die Irre: Britannica schreibt, die Flathead hätten die Köpfe ihrer Kinder nicht verformt, und manche frühen Werke nannten fälschlich alle Salish-Gruppen so.[4, 5]

Wie lebten die Völker des Great Basin?

Die Völker des Great Basin folgten laut Britannica einem Jahreslauf durch mehrere Höhenstufen und nutzten Pflanzen und Tiere, sobald sie reif oder verfügbar waren. Typischerweise kamen mehr als 70 Prozent der Nahrung von Pflanzen, mehr als 200 Arten hatten einen Namen und eine Verwendung, vor allem Samen und Wurzeln. Jeden Herbst sammelten die Gruppen ohne Pferde in den Pinyon-Wäldern im Bergland Nevadas und Zentralutahs Pinienkerne und legten Vorräte für den Winter an; das frühe Frühjahr war oft eine Zeit des Mangels.[1] Einige Gruppen der Südlichen Paiute betrieben am Colorado und am Virgin River begrenzten Gartenbau, und einige Gruppen der Owens Valley Paiute, der Nördlichen Paiute und der Western Shoshone bewässerten Flächen mit wilden Samenpflanzen, um den Ertrag zu steigern.[1]

Bei den Washoe war die Ernte der Pinienkerne, tah gum, laut ihrer Nation der Höhepunkt des Sammeljahres. Wenn die Kerne reif waren, kamen alle zu einer Feier zusammen, die vier oder fünf Tage dauerte; die Ernte selbst dauerte einen Monat bis sechs Wochen. Pinienkerne und Eicheln lagerten sie in Höhlen, Steinbauten und mit Steinen oder Gras ausgelegten Gruben.[9]

Zapfen und Zweige einer Pinyon-Kiefer neben einem geflochtenen Tragkorb voller Pinienkerne auf einem Felsen, dahinter Wacholder und Beifuß im warmen Licht der späten Nachmittagssonne
Pinienkerne sammelten die Gruppen des Great Basin ohne Pferde jeden Herbst. Bild: KI-generiert

Die Gruppen waren klein und zogen oft weiter, weil das Land größere Gemeinschaften nur für wenige Tage ernährte. Größere Treffen gab es laut Britannica bei Treibjagden auf Kaninchen im Frühjahr und in der Zeit der Pinienkerne im Herbst, bei den Washoe am Lake Tahoe und bei Nördlichen Paiute und Ute an ihren Seen auch zur Laichzeit der Fische. Einem Anführer folgte man, solange er die Gruppe zu Nahrung oder im Krieg zum Erfolg führte.[2] Numu und Washoe bauten im Sommer halbrunde Windschirme aus Buschwerk und im Winter Kuppelhütten aus Buschwerk, Rinde, Gras oder Schilfmatten, die Wickiups.[1]

Pferde kamen sehr ungleich ins Great Basin. Southern Ute und Eastern Shoshone gehörten laut Britannica zu den ersten Völkern nördlich von New Mexico mit Pferden, vielleicht schon Mitte des 17. Jahrhunderts, und gaben sie weiter an die nördlichen Plains. Um 1800 hatten mehrere Ute- und Shoshone-Gruppen große Herden und jagten Bisons. Die Völker im Süden und Westen nutzten Pferde erst ab 1850 bis 1860, die Washoe kaum.[1]

Wie lebten die Völker des Plateaus?

Auf dem Plateau lebten die Menschen laut Britannica im Winter in festen Dörfern und den Rest des Jahres zum Teil in Lagern für Jagd und Sammeln. Ein Dorf zählte einige Hundert bis tausend Menschen und lag meist an einem Fluss, oft an Stromschnellen oder Engstellen mit vielen Fischen; die Fangplätze gehörten der Gemeinschaft.[4] Gewohnt wurde in halb unterirdischen Grubenhäusern, die 1 bis 2 Meter tief waren und 7,5 bis 12 Meter im Durchmesser maßen, und in Häusern aus Holzgerüsten, die mit Matten aus Binsen gedeckt waren. Große Winterhäuser dieser Art waren meist 7,5 bis 18 Meter lang.[4]

Fischfang war laut Britannica die wichtigste Nahrungsquelle: Lachs, Forelle und andere Fische wurden mit Speeren, Reusen, Netzen und Wehren gefangen und auf Gestellen getrocknet. Die wichtigste Stärkequelle war die Zwiebel der Camas-Pflanze, dazu kamen Bitterwurz, Beeren und Wild.[5] Die Yakama Nation beschreibt den Jahreslauf ihrer Vorfahren: Die kalten Monate verbrachten sie in Winterdörfern im Tal, im Frühjahr suchten sie zuerst essbares Grün und folgten dann dem schmelzenden Schnee bergauf zu den reifenden Wurzeln. Ein Teil der Menschen ging zum Fischfang an die Flüsse, andere zogen mit den reifenden Pflanzen bergauf und beendeten das Jahr mit der Ernte der Heidelbeeren (englisch huckleberries) im Herbst; danach kamen die Vorräte aus Bergen und Flüssen in die Winterdörfer.[16]

Die Columbia River Inter-Tribal Fish Commission (CRITFC), die gemeinsame Fischereikommission von Nez Perce Tribe, Umatilla, Warm Springs und Yakama Nation, schreibt, diese vier Nationen teilten ähnliche Sprachen, Kulturen, Religionen und Ernährung. Unter allen Lebewesen der Natur sei für sie keines wichtiger als der Lachs, und ihre Mitglieder äßen bis heute manchmal zehnmal so viel Lachs wie der Durchschnitt in den USA.[14] Einer der großen Handelsplätze war nach der CRITFC seit Jahrtausenden der Wasserfall Celilo Falls am Columbia, Wy-am genannt, wo sich bis zu 5.000 Menschen zum Handel, zu Festen, Spielen und Zeremonien trafen.[15]

Breiter Fluss zwischen dunklen Basaltklippen und trockenen, mit Beifuß bewachsenen Hängen im warmen Licht der tief stehenden Sonne
Nachempfundene Szene: ein Fluss zwischen Basaltwänden auf dem Columbia-Plateau. Die Winterdörfer lagen meist an Flüssen. Bild: KI-generiert

Pferde erreichten das Plateau laut Britannica Anfang des 18. Jahrhunderts, über die Shoshone. Händler berichteten, Nez Perce, Cayuse, Walla Walla und Flathead hätten vom frühen 19. Jahrhundert an mehr Pferde besessen als die Völker der nördlichen Plains.[4, 6] Mit den Pferden zogen manche Gruppen über die Rocky Mountains zur Bisonjagd und übernahmen das Tipi; Druck der Blackfoot drängte Flathead und Kutenai um 1800 aus den Ebenen im Westen Montanas in die Täler der Rocky Mountains zurück.[4, 6]

Völker des Great Basin und des Plateaus

Die Tabelle nennt Völker beider Kulturareale und heutige Nationen mit dem offiziellen Namen der Liste des Bureau of Indian Affairs (BIA) vom 30. Januar 2026; die Völker auf dem kanadischen Teil des Plateaus fehlen in dieser Liste.[1, 4, 8]

Great Basin und Plateau: Völker, Sprachfamilie laut Britannica und heutige Nationen laut BIA-Liste 2026 (Auswahl)
VolkKulturareal, SprachfamilieHeutige Nation (offizieller Name)
Shoshone und BannockGreat Basin, numischdarunter Shoshone-Bannock Tribes of the Fort Hall Reservation; Eastern Shoshone Tribe of the Wind River Reservation, Wyoming; Te-Moak Tribe of Western Shoshone Indians of Nevada; Timbisha Shoshone Tribe[1, 8]
PaiuteGreat Basin, numischdarunter Pyramid Lake Paiute Tribe of the Pyramid Lake Reservation, Nevada; Paiute Indian Tribe of Utah; Burns Paiute Tribe[1, 8]
UteGreat Basin, numischUte Indian Tribe of the Uintah & Ouray Reservation, Utah; Southern Ute Indian Tribe of the Southern Ute Reservation, Colorado; Ute Mountain Ute Tribe[1, 8]
GoshuteGreat Basin, numischConfederated Tribes of the Goshute Reservation, Nevada and Utah[1, 8]
WashoeGreat Basin, HokaWashoe Tribe of Nevada & California[1, 8]
Nez PercePlateau, SahaptinNez Perce Tribe[4, 8]
Yakama und verbündete GruppenPlateau, SahaptinConfederated Tribes and Bands of the Yakama Nation[4, 8]
Cayuse, Umatilla, Walla WallaPlateau, SahaptinConfederated Tribes of the Umatilla Indian Reservation[4, 8, 17]
Flathead (Salish), Kutenai, Pend d'OreillePlateau, Salish und KutenaiConfederated Salish and Kootenai Tribes of the Flathead Reservation[4, 8, 22]
Spokan, Coeur d'Alene, KalispelPlateau, SalishSpokane Tribe of the Spokane Reservation; Coeur D'Alene Tribe; Kalispel Indian Community of the Kalispel Reservation[4, 8]
Klamath und ModocPlateau, Modoc und KlamathKlamath Tribes; Modoc Nation[4, 8]

Die Confederated Tribes of the Warm Springs Reservation of Oregon vereinen nach eigener Darstellung Wasco, die eine Chinook-Sprache sprachen, Warm-Springs-Gruppen mit Sahaptin und Paiute aus dem Südosten Oregons, also Gruppen aus Plateau und Great Basin.[18, 1]

Mehr über Washoe und Kootzaduka'a an der Grenze zu Kalifornien steht auf der Seite Kalifornien.

Geschichte: Pelzhandel, Siedler und Verträge

Die Southern Ute hatten laut Britannica schon im 17. Jahrhundert ständigen Kontakt mit den Spaniern in New Mexico; die meisten anderen Völker des Great Basin trafen erst nach 1800 auf Europäer und Amerikaner. Zwischen 1810 und 1840 brachte der Pelzhandel neue Werkzeuge in den Osten der Region, in den 1840er Jahren begann die Besiedlung, und viele Auswanderer zogen auf dem Weg nach Oregon und Kalifornien hindurch.[3] Zwischen etwa 1800 und 1850 überfielen berittene Gruppen der Ute und Navajo Südliche Paiute, Western Shoshone und Goshute, um Frauen und Kinder als Sklaven zu fangen und zum Teil in die spanischen Siedlungen in New Mexico und Südkalifornien zu verkaufen.[1]

Bergbau, Ranches und Farmen nahmen den Völkern ab den 1840er Jahren ihre Sammelgebiete; Pinyon-Haine wurden für Brennholz, Zaunpfähle und Grubenholz gefällt.[3] Die Washoe Tribe schreibt, Siedler hätten sich gerade auf ihren fruchtbarsten Sammelplätzen niedergelassen, und der Silberrausch am Comstock habe viele Bergleute in ihr Land gebracht.[9] Ute, Shoshone, Shoshone-Bannock und Nördliche Paiute wehrten sich mit Angriffen auf Ranches und Wagenzüge; in den 1850er und 1860er Jahren kam es zu mehreren Kriegen und Massakern, und nach 1870 mussten die Völker in Reservate oder an den Rand der Siedlungen ziehen.[3]

Zwei Beispiele behandeln die Seiten Shoshone (Massaker am Bear River) und Paiute (Pyramid-Lake-Krieg).

Aus dem Great Basin kamen zwei religiöse Bewegungen. 1870 begann laut Britannica bei den Nördlichen Paiute im Westen Nevadas ein Geistertanz unter dem Propheten Wodziwob, 1890 ein zweiter unter Wovoka, der sich bis in die Plains verbreitete. Der Britannica-Artikel zum Geistertanz nennt für die erste Bewegung dagegen 1869.[23] Beide Bewegungen waren laut Britannica friedlich. Im Great Basin blieb die ursprüngliche Botschaft erhalten, und Gemeinden des Geistertanzes bewahren dort bis ins 21. Jahrhundert alte Traditionen.[3]

Mehr dazu auf der Seite Der Geistertanz.

Auf dem Plateau versorgten Völker 1805 und 1806 die Lewis-und-Clark-Expedition mit Booten und Nahrung. Danach kamen Pelzhändler und von den 1820er bis in die 1850er Jahre Missionare. Ab den 1830er Jahren breitete sich die Bewegung des Prophet Dance aus, die Britannica auf die Verzweiflung über die Seuchen zurückführt. In den 1840er Jahren zogen Tausende Siedler in das Willamette-Tal und das spätere Oregon-Territorium, viele von ihnen durch das Land der Plateau-Völker.[6]

Siehe auch Der Oregon Trail.

Die Verträge von 1855

Am 29. Mai 1855 eröffneten Isaac I. Stevens, Gouverneur des Washington-Territoriums, und Joel Palmer, Superintendent für indigene Angelegenheiten im Oregon-Territorium, laut CTUIR am Mill Creek im Walla-Walla-Tal einen Rat mit Nez Perce, Cayuse, Walla Walla, Yakama und Palouse.[17] Daraus gingen drei Verträge hervor, wenige Wochen später folgte ein vierter im Bitterroot-Tal. Der Senat ratifizierte alle vier am 8. März 1859.[19, 20, 21, 22]

Die Verträge von 1855 auf dem Plateau nach Vertragstext und Angaben der Nationen
VertragDatum und OrtInhalt
Yakama9. Juni 1855, Camp Stevens im Walla-Walla-Tal14 Völker und Gruppen, darunter Yakama, Palouse und Klikatat, gelten als eine Nation "Yakama" mit Kamaiakun als oberstem Anführer[19]; abgetreten wurden laut Yakama Nation mehr als 12 Millionen Acres[16]
Walla Walla, Cayuse und Umatilla9. Juni 1855, Camp StevensUnterzeichnet von Stevens und Palmer[20]; laut CTUIR 6,4 Millionen Acres abgetreten und 510.000 Acres als Reservat behalten[17]
Nez Perce11. Juni 1855, Camp StevensReservat und dieselben Fischrechte wie im Vertrag der Yakama, siehe Nez Perce[21]
Flathead, Kutenai und Upper Pend d'Oreille16. Juli 1855, Hell Gate im Bitterroot-TalDie drei Völker bilden die "Flathead nation" mit Victor als oberstem Anführer und behalten ein Reservat[22]

Die Verträge mit den Yakama, den Nez Perce und den Flathead sicherten den Nationen das alleinige Fischrecht in den Flüssen der Reservate und das Recht, an allen "usual and accustomed places", den gewohnten Plätzen, gemeinsam mit den Bürgern des Territoriums zu fischen, dazu Jagd, das Sammeln von Wurzeln und Beeren und das Weiden von Pferden und Vieh auf offenem, nicht beanspruchtem Land.[19, 21, 22] Im Vertrag mit Walla Walla, Cayuse und Umatilla steht stattdessen "usual and accustomed stations", dazu dieselben Rechte zu Jagd, Sammeln und Weiden.[20] Nach der CRITFC hatten die Nationen diese Rechte schon vor den Verträgen und behielten sie sich darin vor.[14] Ebenfalls 1855 handelte Joel Palmer für Oregon einen Vertrag mit Warm Springs und Wasco aus, die laut ihrer Nation etwa zehn Millionen Acres abtraten.[18]

Einen Monat nach der Unterzeichnung erklärte Stevens laut Yakama Nation das abgetretene Land durch Zeitungen im Nordwesten für Siedler offen.[16] Es folgten langwierige Kriege; die CTUIR schreibt, bis 1858 hätten die überlegenen Truppen der Amerikaner die Oberhand gewonnen und die meisten kriegführenden Nationen seien im Frieden gewesen.[17]

Wie die Nez Perce Land abtreten mussten und 1877 vor der Armee flohen, steht auf den Seiten Nez Perce und Nez-Perce-Krieg; zum Krieg der Modoc 1872 und 1873 siehe Modoc-Krieg.[6]

Great Basin und Plateau heute

Nach dem Indian Reorganization Act von 1934 gaben sich viele Nationen gewählte Räte; die Confederated Tribes of the Warm Springs Reservation of Oregon etwa beschlossen 1937 ihre Verfassung.[3, 18] In den 1950er Jahren verloren laut Britannica mehrere Gruppen der Ute und Südlichen Paiute ihre Anerkennung durch den Bund (Termination), manche erhielten sie erst in den 1980er Jahren zurück. Den Bewohnern des Reservats der Klamath und Modoc entzog der Bund 1954 die Anerkennung, 1986 bekamen sie sie zurück, ihr Land aber nicht.[3, 6] Die Western Shoshone riefen im Streit um ihr Land internationale Rechtsinstanzen an.[3]

Am 10. März 1957 schloss das Army Corps of Engineers, die Baubehörde der Armee, die Tore des Damms von The Dalles am Columbia; viereinhalb Stunden später lagen die Celilo Falls unter Wasser. Die Regierung entschädigte die Nationen für die überfluteten Fangplätze, die Fischrechte aus den Verträgen von 1855 blieben nach der CRITFC im Grundsatz bestehen.[15] Die Shoshone-Bannock Tribes arbeiten nach eigener Angabe seit fünf Jahrzehnten daran, den Snake River und seine Lachszüge wiederherzustellen, und fordern, die vier unteren Staudämme am Snake River zu entfernen.[11]

Feuchte Bergwiese voller blau blühender Camas-Pflanzen vor bewaldeten Hängen und einem fernen Bergkamm im weichen Licht des späten Nachmittags
Blühende Camas auf einer Bergwiese. Die Zwiebeln waren auf dem Plateau die wichtigste Stärkequelle. Bild: KI-generiert

Die Washoe bekamen erst 1917 wieder eigenes Land, 156,33 Acres bei Carson City; dazu kamen die Kolonie Dresslerville und 1970 die Woodfords Community. Ihre Klage von 1951 vor der Indian Claims Commission endete 1970 mit fünf Millionen Dollar. Die Washoe Tribe zählt nach ihrem Heft von 2021 etwa 1.550 Mitglieder.[9] Der Nez Perce Tribe hat nach eigener Angabe mehr als 3.500 Bürger.[12]

Mehr zu Regierungen, Land und Zahlen einzelner Nationen steht auf den Seiten Shoshone, Paiute, Ute und Nez Perce.

Zeitleiste: Great Basin und Plateau

Zeitleiste: Great Basin und Plateau: Geschichte 1805 bis 1970
  1. 1805Völker des Plateaus versorgen die Lewis-und-Clark-Expedition mit Booten und Nahrung; die Expedition durchquert die Region 1805 und noch einmal 1806.[6] Lewis-und-Clark-Expedition
  2. 1810Bis 1840 bringt der Pelzhandel neue Werkzeuge in den Osten des Great Basin.[3]
  3. 29.05.1855Isaac I. Stevens und Joel Palmer eröffnen im Walla-Walla-Tal einen Rat mit Nez Perce, Cayuse, Walla Walla, Yakama und Palouse.[17]
  4. 09.06.1855Verträge mit der Yakama Nation und mit Walla Walla, Cayuse und Umatilla in Camp Stevens.[19, 20]
  5. 11.06.1855Vertrag mit den Nez Perce in Camp Stevens.[21] Nez Perce
  6. 16.07.1855Vertrag von Hell Gate mit Flathead, Kutenai und Upper Pend d'Oreille.[22]
  7. 08.03.1859Der US-Senat ratifiziert die Verträge von 1855 mit den Völkern des Plateaus.[19, 20, 21, 22]
  8. 1870Laut Britannica beginnt unter dem Propheten Wodziwob bei den Nördlichen Paiute im Westen Nevadas ein Geistertanz.[3] Geistertanz
  9. 1890Der Geistertanz unter Wovoka, einem Nördlichen Paiute, verbreitet sich im Westen der USA.[3] Geistertanz
  10. 1917Die Washoe erhalten mit 156,33 Acres bei Carson City wieder eigenes Land.[9]
  11. 1937Wasco, Warm Springs und Paiute beschließen die Verfassung der Confederated Tribes of the Warm Springs Reservation of Oregon.[18]
  12. 1954Der Bund entzieht den Bewohnern des Reservats der Klamath und Modoc die Anerkennung; 1986 erhalten sie sie zurück.[6]
  13. 10.03.1957Der Damm von The Dalles staut den Columbia; die Celilo Falls verschwinden unter Wasser.[15]
  14. 1970Die Klage der Washoe vor der Indian Claims Commission endet mit fünf Millionen Dollar.[9]

Karte: Nationen des Great Basin und des Plateaus

Karte: Sitze der Nationen des Great Basin und des Plateaus125° W120° W115° W110° W105° W100° W95° W90° W25° N30° N35° N40° N45° N50° N1Shoshone2Nez Perce3Ute4Paiute
Karte: Sitze der Nationen des Great Basin und des Plateaus
  1. 1Shoshone (Fort Washakie, Sitz des Eastern Shoshone Tribe) 43,01° N, 108,92° W[25]
  2. 2Nez Perce (Lapwai, Sitz des Nez Perce Tribe) 46,40° N, 116,80° W[26]
  3. 3Ute (Fort Duchesne, Utah, Sitz der Ute Indian Tribe) 40,28° N, 109,88° W[27]
  4. 4Paiute (Nixon, Nevada, am Pyramid Lake (Museum und Besucherzentrum der Pyramid Lake Paiute Tribe)) 39,83° N, 119,36° W[28]
Umrisse: Natural Earth (gemeinfrei). Eigene Darstellung ohne Kartendienst.

Mehr zu Great Basin und Plateau

Häufige Fragen

Was ist das Great Basin?

Das Great Basin ist ein trockenes Gebiet mit vielen kleinen Becken und Bergketten, das fast ganz Nevada und Utah und Teile der Nachbarstaaten umfasst. Wasser verlässt es laut Britannica nur durch Verdunstung oder auf industriellem Weg. In der Ethnologie ist es zugleich ein Kulturareal, also eine Einteilung von außen.

Was ist das Plateau?

Das Plateau liegt zwischen den Rocky Mountains und den Gebirgen an der Küste und umfasst die Flusssysteme von Columbia und Fraser. Es geht nach Süden ohne scharfe Grenze in das Great Basin über; Anthropologen fassen beide manchmal als intermontanes Kulturareal zusammen.

Welche Völker leben im Great Basin?

Vor allem Shoshone, Bannock, Paiute, Ute und Goshute mit numischen Sprachen und die Washoe am Lake Tahoe mit einer Hoka-Sprache. Die Comanche stammen aus dem Great Basin, gelten aber als Plains-Volk.

Welche Völker leben auf dem Plateau?

Unter anderem Nez Perce, Yakama, Cayuse, Umatilla und Walla Walla mit Sahaptin-Sprachen, Flathead, Spokan, Coeur d'Alene und Kalispel mit Salish-Sprachen sowie Kutenai. Auch Klamath und Modoc zählt Britannica zum Plateau. Heute leben sie in Nationen wie dem Nez Perce Tribe oder der Yakama Nation.

Was waren die Verträge von 1855 auf dem Plateau?

Isaac I. Stevens, Gouverneur des Washington-Territoriums, schloss 1855, zum Teil gemeinsam mit Joel Palmer, im Walla-Walla-Tal und bei Hell Gate vier Verträge mit den Nationen. Die Nationen traten Millionen Acres ab, behielten Reservate und das Recht, an ihren gewohnten Plätzen zu fischen, zu jagen und zu sammeln. Der Senat ratifizierte sie am 8. März 1859.

Wie nennen sich die Völker des Great Basin selbst?

Die numischen Völker nannten sich laut Britannica Numa, Nungwu oder Numu, "Menschen". Die Shoshone-Bannock Tribes schreiben Newe, die Pyramid Lake Paiute Tribe Numu, und die Washoe nennen Washiw ihren ursprünglichen Namen, "die Menschen".

Warum ist der Lachs auf dem Plateau so wichtig?

Fischfang war laut Britannica die wichtigste Nahrungsquelle der Plateau-Völker. Für die vier Nationen der Columbia River Inter-Tribal Fish Commission ist nach eigener Darstellung kein Lebewesen wichtiger als der Lachs, und ihre Mitglieder essen manchmal zehnmal so viel Lachs wie der Durchschnitt in den USA.

Quellen

  1. Nachschlagewerk Great Basin Indian. Encyclopaedia Britannica, Catherine S. Fowler und Don D. Fowler. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  2. Nachschlagewerk Great Basin Indian: Social organization. Encyclopaedia Britannica, Catherine S. Fowler und Don D. Fowler. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  3. Nachschlagewerk Great Basin Indian: Religion and ritual. Encyclopaedia Britannica, Catherine S. Fowler und Don D. Fowler. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  4. Nachschlagewerk Plateau Indian. Encyclopaedia Britannica, Elizabeth Prine Pauls. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  5. Nachschlagewerk Plateau Indian: Subsistence and material culture. Encyclopaedia Britannica, Elizabeth Prine Pauls. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  6. Nachschlagewerk Plateau Indian: Cultural continuity and change. Encyclopaedia Britannica, Elizabeth Prine Pauls. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  7. Nachschlagewerk culture area. Encyclopaedia Britannica, Elizabeth Prine Pauls. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  8. Amtliche Stelle Indian Entities Recognized by and Eligible To Receive Services From the United States Bureau of Indian Affairs, 91 FR 4102. Bureau of Indian Affairs, U.S. Department of the Interior (Federal Register). Stand 30.01.2026. abgerufen am 26.10.2026
  9. Tribal Nation Hunga mi' heshi! (Hello!), Heft über Geschichte und Gegenwart des Stammes. Washoe Tribe of Nevada and California. Stand 2021. abgerufen am 26.10.2026
  10. Tribal Nation The People. Pyramid Lake Paiute Tribe. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  11. Tribal Nation Shoshone-Bannock Tribes (Startseite). Shoshone-Bannock Tribes. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  12. Tribal Nation Nez Perce Tribe (Startseite). Nez Perce Tribe. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  13. Tribal Nation Mono Lake Kootzaduka'a Tribe (Startseite). Mono Lake Kootzaduka'a Tribe of California and Nevada. Stand ohne Datum (Termine bis Juni 2026). abgerufen am 26.10.2026
  14. Tribal Nation Member Tribes Overview. Columbia River Inter-Tribal Fish Commission. Stand 05.11.2021. abgerufen am 26.10.2026
  15. Tribal Nation Celilo Falls. Columbia River Inter-Tribal Fish Commission. Stand 09.03.2022. abgerufen am 26.10.2026
  16. Tribal Nation Yakama Nation History and Treaties. Confederated Tribes and Bands of the Yakama Nation. Stand 20.10.2025. abgerufen am 26.10.2026
  17. Tribal Nation Brief History of CTUIR. Confederated Tribes of the Umatilla Indian Reservation. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  18. Tribal Nation History. Confederated Tribes of the Warm Springs Reservation of Oregon. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  19. Gesetz und Vertrag Treaty with the Yakamas, 9. Juni 1855 (12 Stat. 951). U.S. Government Publishing Office, govinfo, United States Statutes at Large. Stand 09.06.1855. abgerufen am 26.10.2026
  20. Gesetz und Vertrag Treaty with the Walla-Wallas, Cayuses and Umatilla, 9. Juni 1855 (12 Stat. 945). U.S. Government Publishing Office, govinfo, United States Statutes at Large. Stand 09.06.1855. abgerufen am 26.10.2026
  21. Gesetz und Vertrag Treaty with the Nez Perces, 11. Juni 1855 (12 Stat. 957). U.S. Government Publishing Office, govinfo, United States Statutes at Large. Stand 11.06.1855. abgerufen am 26.10.2026
  22. Gesetz und Vertrag Treaty with the Flatheads, Kootenay and Upper Pend d'Oreilles, 16. Juli 1855 (12 Stat. 975). U.S. Government Publishing Office, govinfo, United States Statutes at Large. Stand 16.07.1855. abgerufen am 26.10.2026
  23. Nachschlagewerk Ghost Dance. Encyclopaedia Britannica, The Editors of Encyclopaedia Britannica. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  24. Amtliche Stelle Death Valley Summer Guide. National Park Service, Death Valley National Park. Stand 01.07.2026. abgerufen am 26.10.2026
  25. Amtliche Stelle 2023 Gazetteer Files: Places, Wyoming (Fort Washakie CDP). U.S. Census Bureau. Stand 2023. abgerufen am 25.10.2026
  26. Amtliche Stelle 2023 Gazetteer Files: Places, Idaho (Lapwai city). U.S. Census Bureau. Stand 2023. abgerufen am 25.10.2026
  27. Amtliche Stelle 2023 Gazetteer Files, Places: Utah. U.S. Census Bureau. Stand 2023. abgerufen am 25.10.2026
  28. Amtliche Stelle 2023 Gazetteer Files, Places: Nevada. U.S. Census Bureau. Stand 2023. abgerufen am 25.10.2026

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