GeschichteEreignis
Das Mountain-Meadows-Massaker
Kurz erklärt Das Mountain-Meadows-Massaker geschah vom 7. bis 11. September 1857 im Südwesten des Utah-Territoriums. Milizionäre aus den Siedlungen der Mormonen um Cedar City belagerten einen Wagenzug aus Arkansas, lockten die Auswanderer unter einer Parlamentärsflagge aus der Wagenburg und töteten sie. Die Utah History Encyclopedia schätzt 100 bis 150 Tote, die Kirche nennt 120; nur 17 kleine Kinder überlebten.

Wie kam es zum Mountain-Meadows-Massaker?
Im April 1857 sammelte sich am Crooked Creek, etwa vier Meilen südlich des heutigen Harrison in Arkansas, ein Wagenzug nach Kalifornien. Die Utah History Encyclopedia schätzt ihn auf 40 Wagen mit 120 bis 150 Männern, Frauen und Kindern und bis zu 900 Rindern.[1] Die meisten waren Familien aus dem Nordwesten von Arkansas, laut der Encyclopedia of Arkansas aus den Countys Marion, Crawford, Carroll und Johnson; unterwegs schlossen sich einige Reisende aus anderen Staaten an.[1, 2] Der Zug hieß zuerst Baker-Zug, dann Perkins-Zug und in Utah Fancher-Zug.[1] Geführt wurde er nach Angaben der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage von Alexander Fancher und John Baker.[4]
Als die Auswanderer nach Utah kamen, drohte dort ein Krieg mit der Bundesregierung. Präsident James Buchanan wollte Brigham Young als Gouverneur des Territoriums ersetzen und schickte im Utah-Krieg eine Armee, die den Nachfolger begleiten sollte. Die Kirche nennt rund 1.500 Soldaten, weitere sollten folgen,[4, 5] die Utah History Encyclopedia eine Truppe von 2.500 Mann.[10] Die Mormonen fürchteten neue Vertreibungen wie in Missouri und Illinois.[4, 5] Young und andere Kirchenführer hatten in einer Zeit religiöser Erneuerung mit scharfen Worten gegen Abweichler und Gegner gepredigt.[4] Am 5. August 1857 verhängte Young nach der Utah History Encyclopedia und der Encyclopedia of Arkansas das Kriegsrecht; die Utah History Encyclopedia nennt eine Erneuerung am 15. September. Wer durch das Territorium reiste, brauchte einen Passierschein, und die Bewohner wurden angehalten, Auswanderern keine Lebensmittel zu verkaufen.[1, 2] Dazu kam die Nachricht, dass der Apostel Parley P. Pratt im Mai 1857 in Arkansas ermordet worden war; sie erreichte Utah Ende Juni.[2, 5]
Um den 10. August erreichte der Wagenzug Salt Lake City und nahm wegen der späten Jahreszeit die längere Südroute nach Kalifornien.[1] Die Territorialmiliz, die sogenannte Nauvoo Legion, umfasste jeden wehrfähigen Mann zwischen 18 und 45 Jahren. George A. Smith, Befehlshaber aller Milizeinheiten im Süden, traf am 8. August in Parowan ein und bereitete die Siedler mit Reden auf einen Krieg vor.[1] Auf dem Weg nach Süden stritten Auswanderer und Siedler über Weideland, und die Reisenden bekamen kaum Getreide. Nach Darstellung der Kirche drohten einige Auswanderer, sich der anrückenden Armee anzuschließen.[4, 5] Gerüchte, der Zug habe Brunnen vergiftet, verbreiteten sich nach der Encyclopedia of Arkansas schon damals; einen Beweis dafür gibt es nicht, vieles spricht dagegen.[2]

Was geschah vom 7. bis 11. September 1857?
Der Beschluss in Cedar City
In Cedar City und Parowan berieten Kirchen- und Milizführer, wie sie mit dem Wagenzug umgehen sollten. Laut Utah History Encyclopedia beschloss die Miliz, den Zug zu vernichten. Besonnenere Männer setzten durch, dass zunächst ein Eilbote Brigham Young in Salt Lake City um Rat fragen sollte; der Weg hin und zurück war mehr als 500 Meilen lang und dauerte sechs Tage.[1] Die Kirche beschreibt den Ablauf so: Isaac C. Haight, als Pfahlpräsident (englisch stake president) einer der örtlichen Kirchenführer und zugleich Milizführer in Cedar City, schickte den Milizmajor John D. Lee los, um einen Angriff zu führen. Als andere Führer widersprachen und den Boten durchsetzten, waren Haights Männer schon unterwegs und griffen an, bevor der Gegenbefehl sie erreichte.[4]
Der Zug lagerte inzwischen bei Mountain Meadows, einem bekannten Rastplatz am Old Spanish Trail, der Straße nach Kalifornien. Das Hochtal ist etwa sechs Meilen lang und anderthalb Meilen breit und hatte damals Gras und Quellen.[1]
Die Belagerung
Im Morgengrauen des 7. September 1857, einem Montag, griffen nach der Utah History Encyclopedia und der Encyclopedia of Arkansas Indigene und als Indigene verkleidete Milizionäre den Wagenzug an.[1, 2] Die Encyclopaedia Britannica nennt den 7. oder 8. September.[3] Die Auswanderer stellten die Wagen im Kreis auf, ketteten die Räder aneinander und hoben Schützengruben aus. Beim ersten Angriff starben sieben von ihnen, 16 wurden verwundet. Fünf Tage hielten sie stand, abgeschnitten von Wasser, Feuerholz und Hilfe.[1]
Der 11. September
Am Freitag, dem 11. September, war den Belagerten Wasser und Munition fast ausgegangen. Milizionäre näherten sich unter einer Parlamentärsflagge und gaben vor, die Auswanderer retten zu wollen. Sie sollten ihre Habe den Indigenen überlassen und würden dann sicher nach Cedar City gebracht. Die Auswanderer nahmen an.[1] In den Wagen saßen die 17 kleinsten Kinder, einige Mütter und die Verwundeten. Dahinter gingen die Frauen und älteren Kinder, am Ende die Männer neben ihren bewaffneten Begleitern aus der Miliz.[1]
Nach etwa anderthalb Meilen, als eine Bodenwelle und Gebüsch die Gruppen voneinander trennten, töteten nach der Utah History Encyclopedia Milizionäre und Indigene die Auswanderer.[1] Die Encyclopedia of Arkansas schreibt die Tat den Mormonen zu: Sie töteten zuerst die Männer, dann die Frauen und alle Kinder, die alt genug waren, um zu erzählen, was geschehen war.[2] Verschont blieben nur die kleinen Kinder; sie kamen in Familien der Mormonen.[1, 4] Die Toten wurden in flachen Senken und Rinnen notdürftig bedeckt.[1]
Zwei Tage nach dem Massaker kehrte der Eilbote zurück. Er brachte einen Brief von Brigham Young, die örtlichen Führer sollten sich nicht einmischen und die Auswanderer ziehen lassen.[1, 4]
Wie viele Menschen starben bei Mountain Meadows?
Nach der Encyclopedia of Arkansas herrscht über fast alles außer dem Grundgeschehen Streit, auch über die Zahl der Opfer, weil sich dem Zug unterwegs weitere Reisende anschlossen.[2]
| Angabe | Zahl | Quelle |
|---|---|---|
| Tote (Schätzung) | 100 bis 150 | Utah History Encyclopedia[1] |
| Tote | 120 Männer, Frauen und Kinder | Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage[4, 5] |
| Aufbruch in Arkansas | 120 bis 150 Menschen | Encyclopedia of Arkansas[2] |
| Gruppe auf dem Weg nach Cedar City | 137 Menschen | Encyclopaedia Britannica[3] |
| Tote beim ersten Angriff am 7. September | 7 Tote, 16 Verwundete | Utah History Encyclopedia[1] |
| Überlebende | 17 kleine Kinder | Utah History Encyclopedia, Kirche[1, 4] |
1999 fanden sich bei Arbeiten unter dem Denkmal Überreste von 28 Opfern.[2]
Wer war für das Massaker verantwortlich?
Die Täter gehörten zur Territorialmiliz der Siedlungen um Cedar City. Ihre Offiziere waren zugleich Kirchenführer und Beamte, und die Einheiten des 10. Regiments waren im August 1857 aufgeboten und gedrillt worden.[1] John D. Lee war Major des 4. Bataillons der Miliz in Harmony.[1] Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage schreibt, die Miliz habe ausschließlich aus Mitgliedern der Kirche bestanden.[4]
Am 11. September 2007, zum 150. Jahrestag, sprach Henry B. Eyring im Auftrag der Ersten Präsidentschaft der Kirche bei Mountain Meadows. Er nannte zwei Ergebnisse der Historiker Ronald W. Walker, Richard E. Turley Jr. und Glen M. Leonard: Youngs Botschaft, die Auswanderer nicht anzugreifen, sei zu spät gekommen, und die Verantwortung liege bei örtlichen Kirchenführern, die zugleich Ämter in Verwaltung und Miliz hatten, und bei Mitgliedern, die unter ihrer Leitung handelten.[6] Die drei Historiker sind Angestellte der Kirche; ihr Buch erschien 2008 bei Oxford University Press. Sie kamen zu dem Schluss, dass maßlose Predigten von Young, George A. Smith und anderen ein feindseliges Klima schufen, Young das Massaker aber nicht anordnete.[4, 6]
Die Encyclopedia of Arkansas stellt dem eine zweite These gegenüber: Danach geschah in Utah nichts ohne Youngs Wissen; er habe den Angriff befohlen und Lee danach als Sündenbock geopfert, um das Verbrechen zu verdecken.[2]
Welche Rolle spielten die Paiute?
Im Süden Utahs, im Land der Südlichen Paiute, gründeten Mormonen von 1851 an Siedlungen, bis Ende 1858 waren es elf. Mit den Siedlern kamen Epidemien, an denen einige Gruppen der Paiute im folgenden Jahrzehnt mehr als neun Zehntel ihrer Angehörigen verloren.[7]
Nach dem Massaker gaben die Beteiligten die ganze Schuld den Indigenen. Diese Darstellung hielten sie nach der Utah History Encyclopedia jahrelang aufrecht, auch gegen Untersuchungen von außen.[1, 2] Die Kirche schreibt heute, die Milizionäre hätten Paiute angeworben, die sich an Belagerung und Massaker beteiligten; einige dieser Paiute seien Mitglieder der Kirche gewesen.[4, 5] Die Encyclopaedia Britannica beschreibt den Angriff als Werk von Paiute und einigen Siedlern unter Lee.[3]
Die Sicht der Paiute fasst das Utah American Indian Digital Archive der University of Utah zusammen: Mehr als ein Jahrhundert lang habe die übliche Geschichte gelautet, Paiute hätten den Wagenzug zuerst angegriffen, und jahrelang hätten die Paiute die Hauptlast der Schuld getragen. Die mündliche Überlieferung der Paiute spreche aber stark dafür, dass sie weder am ersten Angriff noch am Massaker beteiligt waren.[7] Heute bilden fünf Gruppen der Paiute den Paiute Indian Tribe of Utah; 1980 stellte der Kongress ihre Anerkennung durch den Bund wieder her.[7]
Henry B. Eyring sagte 2007, den Paiute schulde die Kirche einen eigenen Ausdruck des Bedauerns, weil sie zu Unrecht und zu lange die Hauptschuld getragen hätten. Wie weit sie beteiligt waren, sei umstritten; ohne die Anleitung örtlicher Kirchenführer hätten sie wohl nicht mitgemacht.[6]

Welche Folgen hatte das Massaker?
Angehörige in Arkansas verlangten eine Untersuchung. 18 Monate nach dem Massaker bestattete eine Abteilung der Armee die Überreste, die sie fand, und errichtete Steinhügel über den Massengräbern.[1] Soldaten aus Camp Floyd halfen, die 17 Kinder zu ihren Verwandten zurückzubringen; sie erreichten Carroll County in Arkansas am 15. September 1859.[1]
Eine Grand Jury, der auch Mitglieder der Kirche angehörten, klagte neun Männer an.[4] Verurteilt wurde nur John D. Lee. Sein erster Prozess 1875 in Beaver endete laut Britannica ohne Urteil, weil sich die Geschworenen nicht einigen konnten. Im zweiten Prozess 1876 wurde er des Mordes ersten Grades schuldig gesprochen.[2, 3] Am 23. März 1877 wurde er bei Mountain Meadows hingerichtet; manche halten das Urteil laut Utah History Encyclopedia für ungerecht.[1, 3] Aus der Kirche war Lee schon vorher ausgeschlossen worden; die Kirche nennt zwei ausgeschlossene Beteiligte, die Utah History Encyclopedia spricht von Lee und einigen anderen.[1, 4] Dass nur Lee bestraft wurde, nährte nach Darstellung der Kirche den Vorwurf, Young habe das Massaker befohlen; die Kirche hält ihn für falsch.[4]
Zeitleiste
- April 1857Ein Wagenzug mit 120 bis 150 Menschen bricht bei Harrison in Arkansas nach Kalifornien auf.[1, 2]
- Mai 1857Der Apostel Parley P. Pratt wird in Arkansas ermordet; die Nachricht erreicht Utah Ende Juni.[2, 5]
- August 1857Um den 10. August erreicht der Wagenzug Salt Lake City und nimmt die Südroute nach Kalifornien.[1] Mormon Trail
- 05.08.1857Brigham Young verhängt das Kriegsrecht über das Utah-Territorium.[1, 2]
- 07.09.1857Laut Utah History Encyclopedia beginnen Indigene und als Indigene verkleidete Milizionäre die Belagerung des Wagenzugs bei Mountain Meadows.[1, 2]
- 11.09.1857Milizionäre locken die Auswanderer unter einer Parlamentärsflagge aus der Wagenburg und töten sie; 17 kleine Kinder überleben.[1, 4]
- 15.09.1859Die 17 überlebenden Kinder erreichen ihre Verwandten in Carroll County in Arkansas.[1]
- 1875Der erste Prozess gegen John D. Lee in Beaver endet ohne Urteil.[3]
- 1876Im zweiten Prozess wird Lee des Mordes ersten Grades schuldig gesprochen.[2, 3]
- 23.03.1877John D. Lee wird bei Mountain Meadows hingerichtet.[1, 3]
- 1932Eine Mauer umschließt nun den Steinhügel von 1859 am Ort der Belagerung.[1]
- 15.09.1990Ein gemeinsam von Bewohnern Südutahs und Nachkommen der Auswanderer und John D. Lees errichtetes Granitdenkmal über dem Tal wird eingeweiht.[1]
- 1999Bei Arbeiten unter dem Denkmal bei Mountain Meadows finden sich Überreste von 28 Opfern; Präsident Gordon B. Hinckley weiht das Denkmal ein.[2, 6]
- 11.09.2007Zum 150. Jahrestag bedauert die Kirche das Massaker und die Schuldzuweisung an die Paiute.[6] Paiute
- 23.06.2011Die Mountain Meadows Massacre Site wird National Historic Landmark.[8]
Erinnerung heute
Lange gab es kein gepflegtes Denkmal. 1932 wurde um den Steinhügel von 1859 am Ort der Belagerung eine Mauer gebaut, die noch steht.[1] Nach einem Treffen am 23. Juli 1988 errichteten Bewohner Südutahs und Nachkommen der Auswanderer und John D. Lees gemeinsam ein Granitdenkmal über dem Tal; es wurde am 15. September 1990 eingeweiht.[1] An der Einweihung nahmen laut Kirche auch Vertreter der Paiute teil.[4]
1999 weihte Präsident Gordon B. Hinckley gemeinsam mit vielen Anwesenden das Denkmal ein, das bei Mountain Meadows steht.[6] Bei der Feier zum 150. Jahrestag am 11. September 2007 drückte Eyring das Bedauern der Kirche über das Massaker aus.[6] Am 23. Juni 2011 wurde der Ort als Mountain Meadows Massacre Site zum National Historic Landmark erklärt, die Grenzen wurden am 27. Februar 2015 angepasst.[8] Auch in Harrison in Arkansas erinnert ein Denkmal an die Toten.[2]

Wo liegt Mountain Meadows?
Mountain Meadows liegt in der Südwestecke von Utah im Washington County, etwa 35 Meilen südwestlich von Cedar City auf dem alten Pionierweg und 32 Meilen nordwestlich von St. George.[1, 9] Ein kaum sichtbarer Rücken teilt das Tal; John C. Frémont bestimmte ihn als Südrand des Großen Beckens. Das Wasser der Südhälfte fließt über den Colorado River zum Pazifik.[1]
- 1Mountain-Meadows-Massaker (Mountain Meadow, Washington County, Utah) 37,52° N, 113,62° W[9]
Mythos und Wahrheit
Mythos und Wahrheit
Mythos
Paiute griffen den Wagenzug an und baten erst danach die Siedler um Hilfe.
Was belegt ist
So lautete mehr als ein Jahrhundert lang die übliche Geschichte; die Täter selbst schoben die Schuld ganz auf die Indigenen. Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage schreibt heute, Milizionäre aus ihren Mitgliedern hätten das Massaker geplant und ausgeführt. Nach der mündlichen Überlieferung der Paiute, wie sie das Utah American Indian Digital Archive wiedergibt, waren sie weder am ersten Angriff noch am Massaker beteiligt.[1, 4, 7]
Mythos und Wahrheit
Mythos
Die Auswanderer hatten Brunnen vergiftet und die Siedler gereizt.
Was belegt ist
Solche Geschichten waren schon 1857 im Umlauf und wurden geglaubt. Laut Encyclopedia of Arkansas gibt es keinen schlüssigen Beweis dafür, aber viele Belege dagegen. Die Kirche nennt Streit um Weideland und Getreide und die Drohung einiger Auswanderer, sich der Armee anzuschließen.[2, 4]
Das Mountain-Meadows-Massaker im Film
Im Film
SerieAmerican Primeval
Häufige Fragen
Wann war das Mountain-Meadows-Massaker?
Die Belagerung des Wagenzugs begann am 7. September 1857, die Encyclopaedia Britannica nennt den 7. oder 8. September. Am 11. September 1857 wurden die Auswanderer getötet, nachdem man sie aus ihrer Wagenburg gelockt hatte.
Wie viele Menschen starben bei Mountain Meadows?
Die genaue Zahl ist nicht bekannt. Die Utah History Encyclopedia schätzt 100 bis 150 Tote, die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage nennt 120. Überlebt haben nur 17 kleine Kinder.
Wer war für das Massaker verantwortlich?
Die Täter waren Milizionäre der Territorialmiliz aus den Siedlungen um Cedar City. Die Kirche sieht die Verantwortung bei örtlichen Kirchenführern, die zugleich Ämter in Verwaltung und Miliz hatten. Ob Brigham Young das Massaker anordnete, ist umstritten: Historiker im Dienst der Kirche verneinen es, eine andere These sieht ihn verantwortlich.
Waren die Paiute am Massaker beteiligt?
Die Täter schoben die Schuld nach der Tat ganz auf die Paiute. Die Kirche schreibt, die Milizionäre hätten Paiute angeworben. Nach der mündlichen Überlieferung der Paiute, die das Utah American Indian Digital Archive der University of Utah wiedergibt, nahmen sie weder am ersten Angriff noch am Massaker teil. 2007 sagte ein Vertreter der Kirche, die Paiute hätten zu Unrecht und zu lange die Hauptschuld getragen.
Was geschah mit John D. Lee?
John D. Lee, Major der Miliz, war der Einzige, der verurteilt wurde. Sein erster Prozess 1875 in Beaver endete ohne Urteil, 1876 wurde er schuldig gesprochen. Am 23. März 1877 wurde er bei Mountain Meadows hingerichtet.
Was wurde aus den überlebenden Kindern?
Die 17 Kinder kamen zunächst in Familien der Mormonen. Mit Hilfe der Armee kehrten sie zu Verwandten in Arkansas zurück und erreichten Carroll County am 15. September 1859.
Wo liegt Mountain Meadows?
Im Südwesten von Utah, etwa 35 Meilen südwestlich von Cedar City auf dem alten Pionierweg und 32 Meilen nordwestlich von St. George. Das Hochtal war ein Lagerplatz am Old Spanish Trail und ist seit 2011 National Historic Landmark.
Quellen
- Nachschlagewerk Morris A. Shirts: Mountain Meadows Massacre (Utah History Encyclopedia). Utah Department of Cultural and Community Engagement, History to Go. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk James Finck: Mountain Meadows Massacre (CALS Encyclopedia of Arkansas). Central Arkansas Library System. Stand 08.10.2025. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Mountain Meadows Massacre. Encyclopaedia Britannica. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Mountain Meadows Massacre (Church History Topics). The Church of Jesus Christ of Latter-day Saints. Stand 2019. abgerufen am 25.10.2026
- Peace and Violence among 19th-Century Latter-day Saints (Gospel Topics Essays). The Church of Jesus Christ of Latter-day Saints. Stand 2016. abgerufen am 25.10.2026
- Primärquelle Henry B. Eyring: 150th Anniversary of Mountain Meadows Massacre (Rede vom 11.09.2007). The Church of Jesus Christ of Latter-day Saints, Newsroom. Stand 11.09.2007. abgerufen am 25.10.2026
- Archiv History: The Paiutes. Utah American Indian Digital Archive, University of Utah (American West Center und J. Willard Marriott Library). Stand 2008. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle List of NHLs by State. National Park Service, National Historic Landmarks Program. Stand 28.09.2026. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Geographic Names Information System, Eintrag 1438093: Mountain Meadow, Flat, Washington County, Utah (Abfrage im Kartendienst geonames der National Map). U.S. Geological Survey. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Richard D. Poll: Utah War (Utah History Encyclopedia). Utah Department of Cultural and Community Engagement, History to Go. Stand 1994. abgerufen am 27.10.2026
Fehler entdeckt? Hinweis an die Redaktion. Jeder Hinweis wird an der Quelle geprüft.
Alexander Müller Gründer und Herausgeber von Wilder-Westen.org
Alexander Müller hat Wilder-Westen.org gegründet und gibt es heraus. Er lebt in Bertingen in Sachsen-Anhalt, führt dort SEO NW und verantwortet Redaktion, Technik und Gestaltung.
Passt dazu
GeschichteMormon Trail und die Mormonen im WestenDer Mormon Trail führte 1846 und 1847 rund 1.300 Meilen von Nauvoo zum Großen Salzsee.


GeschichteRecht und Ordnung im Wilden WestenIm Wilden Westen sorgten Sheriffs, Marshals und Bundesgerichte für Ordnung.