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Waffen des Wilden Westens

Kurz erklärt Zu den Waffen des Wilden Westens zählen die Revolver von Colt, vor allem der Single Action Army von 1873, und die Repetiergewehre von Winchester. Die US-Armee kämpfte mit dem einschüssigen Springfield-Gewehr von 1873, Bisonjäger nutzten schwere Sharps-Gewehre, die Wachen von Wells Fargo Schrotflinten. In Tombstone war im Oktober 1881 das Tragen tödlicher Waffen ohne schriftliche Erlaubnis verboten.

Revolver mit Holzgriff und ein Repetiergewehr liegen seitlich nebeneinander auf einem abgenutzten Holztisch, daneben ein Patronengürtel aus Leder, warmes Nachmittagslicht
Bild: KI-generiert

Welche Waffen gab es im Wilden Westen?

Samuel Colt ließ seinen Revolver 1835 und 1836 patentieren, ganz alltagstauglich wurden Revolver laut Encyclopaedia Britannica aber erst um 1870, als es zuverlässige Metallpatronen gab.[1] Unter den vielen Herstellern ragen nach einem Beitrag der Zeitschrift Wild West zwei heraus: Colt mit seinen Revolvern und Winchester mit seinen Repetiergewehren mit Unterhebel (englisch lever-action).[7]

Daneben gab es Waffen für bestimmte Zwecke. Die US-Armee kämpfte jahrzehntelang mit einschüssigen Gewehren aus der Springfield Armory, Berufsjäger erlegten die Bisons mit schweren Gewehren von Sharps und Ballard, und die Wachen von Wells Fargo saßen mit der Schrotflinte auf den Postkutschen.[12, 15, 19]

Waffen gehörten auch zum Alltag der Auswanderer. Aus einer unbegründeten Angst vor den Völkern entlang der Trails war laut National Park Service fast jeder Planwagen ein rollendes Waffenlager. Unfälle mit Schusswaffen waren häufig, Morde selten; viele Auswanderer verletzten sich mit den eigenen Gewehren, andere mit billig gebauten Waffen, die versagten oder zersprangen.[25] Mehr dazu auf den Seiten über den Oregon Trail und den Alltag der Siedler.

Was ist ein Colt?

Ein Colt ist im Deutschen ein Revolver, eine Faustfeuerwaffe mit drehbarer Trommel für die Patronen. Das Wort geht auf den US-Industriellen Samuel Colt zurück. Laut Digitalem Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) ist es im Deutschen seit dem 20. Jahrhundert belegt und wurde durch die Westernfilme geläufig; allgemein bezeichnet es auch Kurzwaffen des Herstellers Colt.[3]

Samuel Colt kam am 19. Juli 1814 in Hartford in Connecticut zur Welt. Seinen Revolver ließ er 1835 in England und Frankreich patentieren, im Jahr darauf in den USA.[2] Pistolen mit drehbarer Trommel hatte es laut Britannica schon im 17. Jahrhundert gegeben; eine praktisch brauchbare Waffe entstand aus dem Prinzip erst mit Colts Patent.[1] Das Geschäft lief zunächst schlecht, und seine Firma in Paterson in New Jersey ging 1842 pleite.[2]

Bekannt wurden die Revolver in Texas. 1844 kämpften die Texas Rangers der Kompanie von John C. Hays am Walker's Creek mit den neuen Colt-Revolvern gegen etwa achtzig Comanche und besiegten sie, so das Handbook of Texas.[4] Weil sich herumsprach, dass die Paterson-Waffen in Texas gegen indigene Gegner wirksam gewesen waren, bestellte die Regierung im Krieg gegen Mexiko 1.000 Pistolen, und Colt nahm 1847 die Fertigung wieder auf.[2] Ranger Samuel H. Walker hatte Colt besucht und Verbesserungen vorgeschlagen, darunter einen festen Abzug mit Bügel; das neue Modell hieß Walker Colt.[4]

1855 baute Colt in Hartford die damals größte private Waffenfabrik der Welt. Mit austauschbaren Teilen und Maschinen trieb er die Massenfertigung weiter als jeder Unternehmer vor ihm. Als er am 10. Januar 1862 starb, hatte seine Firma laut Britannica rund 450.000 Waffen in 16 Modellen gebaut, und im Bürgerkrieg waren ihre Pistolen die meistbenutzten.[2] Das Fabrikviertel Coltsville in Hartford ist heute ein National Historical Park.[5]

Älterer Revolver mit Holzgriff auf einem Holztisch neben einem offenen Lederholster und einer Petroleumlampe, weiches Licht durch ein Fenster
Revolver und Lederholster auf einem Holztisch Bild: KI-generiert

Der Colt Single Action Army von 1873

1873 brachte Colts Firma den sechsschüssigen Single Action Army im Kaliber .45 heraus, den "Peacemaker". Britannica nennt ihn die bekannteste Faustfeuerwaffe des amerikanischen Westens.[2] Single Action heißt, dass sich die Trommel dreht, wenn der Hahn von Hand gespannt wird.[1] Bei Versuchen der Armee 1874 setzte sich der Colt gegen den Smith & Wesson Schofield durch, weil er nach dem Historiker Greg Michno bei den Schieß-, Sand- und Rosttests besser abschnitt und weniger, einfachere und stärkere Teile hatte.[6] Soldaten nannten ihn "thumb-buster" (Daumenbrecher), Gesetzeshüter "peacemaker" oder "equalizer".[6] Nach Lee A. Silva bot Colt ihn ab 1877, nach dem American Rifleman ab 1878 auch für die Patrone .44-40 an, die Winchester für sein Gewehr Modell 1873 entwickelt hatte.[7, 27] Mehr auf der Seite Colt Single Action Army.

Winchester und die Repetiergewehre

Oliver Fisher Winchester hatte mit Hemden in New Haven in Connecticut Geld verdient. 1857 kaufte er die Volcanic Repeating Arms Company, aus der die New Haven Arms Company und danach die Winchester Repeating Arms Company wurde, nach Britannica 1867, nach dem Buffalo Bill Center of the West 1866.[8, 30] Sein Werksleiter Benjamin Tyler Henry erhielt am 16. Oktober 1860 das US-Patent Nr. 30.446 für ein Mehrladegewehr und übertrug es an Winchester.[8, 9]

Das Henry-Gewehr war laut National Park Service die technisch fortschrittlichste Handfeuerwaffe des Bürgerkriegs. Sein Magazin fasste 15 Patronen. Von 1860 bis 1866 entstanden rund 14.000 Stück, die Waffenbehörde der Armee kaufte aber nur etwa 1.731; viele Soldaten kauften sich ihr Gewehr selbst.[10] Ein Henry von 1864, das Major George W. Fulton gehörte, später Sheriff im Knox County in Missouri und Bürgermeister von Kinsley in Kansas, kaufte 2020 eine Stiftung für das Museum des Wilson's Creek National Battlefield.[10]

Aus dem Henry gingen laut Britannica die Winchester-Modelle 1866 und 1873 hervor, die bei Siedlern im Westen besonders beliebt waren.[8] Vom Modell 1873 baute Winchester nach Angaben des National Park Service von 1873 bis 1916 genau 720.610 Stück.[11] Seine Geschichte erzählt die Seite Winchester 1873, den Vorläufer die Henry Rifle im Glossar.

Zeitweise machten sich Colt und Winchester Konkurrenz. Winchester ließ ab 1872 einen eigenen Revolver entwickeln, brachte ihn aber nie regulär auf den Markt. Colt baute von 1883 bis 1885 das Unterhebelgewehr Colt Burgess, von dem nur 6.403 Stück entstanden. Am 1. Juni 1884 trafen sich Winchester-Vizepräsident Thomas G. Bennett und Colt-Präsident William B. Franklin; Silva zitiert aus Bennetts Tagebuch, sie hätten vereinbart, sich nicht in die Märkte des anderen einzumischen.[7] Das Cody Firearms Museum schreibt dazu, eine solche Absprache sei nicht überliefert, viele nähmen sie aber an.[31]

Mit welchen Waffen kämpfte die Armee?

Nach dem Bürgerkrieg besaß die Regierung über eine Million einschüssige Vorderlader. Die Waffenbehörde ließ sie zu Hinterladern umbauen. Beim Umbau nach Waffenmeister Allin von der Springfield Armory bekam der Lauf hinten einen Verschluss mit Scharnier, den man bald "trap door" (Falltür) nannte.[12] 1873 wurde das Kaliber auf .45 verkleinert, und die Armory fertigte die Waffe nun ganz aus neuen Teilen: als Gewehr für die Infanterie, als kürzeren Karabiner für berittene Truppen und als Kadettengewehr.[12] In 20 Jahren entstanden dort nach dem National Park Service fast eine halbe Million dieser Waffen im Kaliber .45-70. Gewehr und Karabiner dienten in den Indianerkriegen und im Spanisch-Amerikanischen Krieg.[13] Die Reihe endete 1892, als die Regierung das Repetiergewehr Krag-Jorgensen einführte.[12]

Repetiergewehre wie Spencer, Winchester und Henry gab es damals schon. Die Waffenbehörde entschied sich nach Greg Michno trotzdem für einen Einzellader, weil er billiger herzustellen, robust und zuverlässig war und sparsam mit der Munition umging.[6] In der Schlacht am Little Bighorn 1876 trugen die Soldaten der 7. Kavallerie den Springfield-Karabiner Modell 1873 und den Colt Single Action Army.[6]

Welche Waffen die Lakota und Cheyenne dort hatten, zeigten erst archäologische Grabungen in den 1980er Jahren. Nach dem Bericht von Douglas Scott für den National Park Service wiesen die Untersuchungen bei den Kriegern 47 Waffentypen und mehr als 300 einzelne Feuerwaffen nach; an anderer Stelle nennt der Bericht mindestens 371 einzelne Waffen unter diesen 47 Typen der Schlacht. Zu Beginn der Schlacht standen den Kriegern mindestens 45 Typen zur Verfügung.[29] Bei den Kriegern ließen sich nach Michno unter anderem Henry, Winchester, Sharps, Spencer, Remington und Enfield nachweisen.[6] Auf dem Feld, auf dem Custers fünf Kompanien fielen, fanden sich nach Michno Spuren von mindestens 134 Waffen der Krieger, darunter 62 Henry-Gewehre, und von 81 Waffen der Soldaten.[6] Private Charles Windolph schätzte, die Hälfte der Krieger habe Pfeil und Bogen getragen, ein Viertel alte Vorderlader und Einzellader, ein Viertel moderne Repetiergewehre.[6] Entschieden haben die Waffen die Schlacht nach Michno nicht; als wichtige Gründe nennt er die schlechte Schießausbildung der Soldaten und fehlende Feuerdisziplin.[6] Mehr über die Kriege auf der Seite Indianerkriege, über die Waffen der Nationen selbst auf Waffen der indigenen Völker.

Neu war in dieser Zeit auch die Gatling Gun, ein handbetriebenes Maschinengewehr, das Richard Jordan Gatling laut Britannica um 1862 erfand. Ein Bündel von Läufen drehte sich, von einer Kurbel bewegt, um eine Achse; Britannica beschreibt eine Ausführung mit zehn Läufen.[17] Custer verzichtete 1876 darauf, Gatlings mitzunehmen. General Nelson A. Miles wunderte sich darüber nach Michno nicht und hielt sie für wertlos im Kampf gegen indigene Gegner.[6]

Sharps-Gewehr und Bisonjagd

Das Sharps-Gewehr war in den 1850er Jahren eine Neuerung: ein Hinterlader, der schnell schoss und auf weite Entfernung traf, so die Kansas Historical Society. Im Streit um die Sklaverei in Kansas empfahl der Prediger Henry Ward Beecher am 8. Februar 1856 in der New York Tribune die Sharps als Mittel gegen die Sklavenhalter, mit mehr moralischer Kraft als hundert Bibeln. Seitdem hieß das Gewehr "Beecher's Bible", auch weil die Kisten als "Bücher" oder "Bibeln" beschriftet verschickt wurden.[14] Wie viele Sharps von 1854 bis 1858 nach Kansas kamen, ist nicht bekannt; nach lückenhaften Unterlagen wurden etwa 900 bis 1.000 für den Grenzkonflikt gekauft.[14]

Später nutzten die Bisonjäger schwere Sharps-Gewehre. Eisenbahnbau und neue Forts brauchten viel Fleisch, im Osten waren Bisonfelle gefragt. Berufsjäger mit schweren Gewehren von Sharps und Ballard töteten nach einem Handbuch des National Park Service von 1958 in den 20 Jahren von 1860 bis 1880 schätzungsweise mehr als 30 Millionen Bisons.[15] Der National Park Service nennt heute Eisenbahnen, Gewehre und den Weltmarkt für Häute als Ursachen des "Great Slaughter": Von 30 bis 60 Millionen Tieren blieben bis in die 1890er Jahre weniger als 1.000. Auch die Weisung der Armee, die Bisons zu vernichten, um die indigenen Nationen zu kontrollieren, trug dazu bei.[16] Mehr auf den Seiten über den Bison und die Büffeljagd.

Weite Grasprärie mit einer kleinen Bisonherde vor sanften Hügeln im späten Nachmittagslicht
Bisonherde auf der Prärie im Nachmittagslicht Bild: KI-generiert

Schrotflinte und Derringer

Eine Schrotflinte hat einen glatten Lauf und verschießt viele kleine Kugeln, die sich nach dem Austritt auffächern. Verbesserungen an Pulver, Patronen und Waffen machten im 19. Jahrhundert die doppelläufige Flinte möglich, Repetierflinten gab es laut Britannica ab den 1880er Jahren.[18]

Im Westen ist die Schrotflinte mit den Wachen von Wells Fargo verbunden. Der Historiker John Boessenecker hat die Laufbahnen von 20 dieser bewaffneten Begleiter von Wertsendungen beschrieben, den express messengers. Von 1870 bis 1884 gab es nach seiner Zählung etwa 347 Überfälle und Überfallversuche auf Postkutschen mit Sendungen von Wells Fargo, dabei starben sechs Wachen und Kutscher, zehn wurden verwundet.[19] Den Ausdruck "riding shotgun" für das Mitfahren mit der Flinte prägten laut der Rezension bei HistoryNet erst spätere Romanautoren.[19] Mehr auf der Seite Postkutschenüberfälle.

Der Derringer ist eine kleine Taschenpistole. Britannica führt den Derringer auf Henry Deringer zurück, einen Büchsenmacher in Philadelphia, der solche Taschenpistolen im frühen 19. Jahrhundert herstellte.[20] John Wilkes Booth erschoss Präsident Abraham Lincoln mit einer einschüssigen Pistole der Firma von Henry Deringer, deren Schaft aus Walnussholz mit Silber eingelegt ist. Nach dem FBI ist sie seit 1940 im Ford's Theatre in Washington ausgestellt;[21] der National Park Service zitiert dagegen einen Artikel der Washington Post, nach dem sie am 7. Juli 1942 öffentlich zu sehen war.[32] Als 1997 Zweifel an ihrer Echtheit aufkamen, bestätigte das Labor des FBI, dass es das Original ist.[21] Das Museum des Ford's Theatre National Historic Site führt sie in seiner Sammlung.[22]

Eisenbeschlagene Holzkiste und eine doppelläufige Flinte, seitlich auf dem Kutschbock einer leeren Postkutsche abgelegt, staubige Straße im Abendlicht
Wertkiste und Flinte auf dem Kutschbock einer Postkutsche Bild: KI-generiert

Durfte man in der Stadt Waffen tragen?

In Tombstone war im Oktober 1881 das Tragen einer tödlichen Waffe in der Stadt ohne schriftliche Erlaubnis durch eine städtische Verordnung verboten. Der Polizeichef hatte Verstöße mit Festnahme und Entwaffnung zu ahnden.[23] Am Vormittag des 26. Oktober 1881 zog Ike Clanton laut der Entscheidung von Richter Wells Spicer mit Revolver und Winchester-Gewehr durch die Stadt; ein Richter verhängte eine Geldstrafe, die Waffen kamen ins Grand Hotel.[23] Am Nachmittag folgte die Schießerei am O.K. Corral.[23]

In den Rinderstädten von Kansas wie Abilene und Dodge City befürworteten nach dem Historiker Robert R. Dykstra gemäßigte Reformer mehrere Polizisten, die strenge Waffengesetze durchsetzen sollten.[24] Von 1870 bis 1885 starben in den fünf großen Rinderstädten nach seiner Zählung 45 Erwachsene eines gewaltsamen Todes, Tötungen durch die Polizei eingeschlossen. Berühmte Revolvermänner waren für wenige dieser Toten verantwortlich, und das Wort "gunfighter" gab es noch nicht.[24] Wie selten echte Duelle waren, erklärt die Seite Gab es im Wilden Westen wirklich Duelle?, die bekannten Fälle stehen auf Die berühmtesten Schießereien.

Die wichtigsten Waffen im Überblick

Waffen des Wilden Westens mit Jahr und Herkunft
WaffeJahrHerstellerBekannt durch
Colt PatersonPatente 1835 und 1836Samuel Colt, Paterson (New Jersey)Texas Rangers 1844[2, 4]
Sharps-Gewehr1850er JahreSharps"Beecher's Bible" in Kansas, Bisonjagd[14, 15]
Henry-GewehrPatent 1860New Haven Arms CompanyBürgerkrieg, Magazin für 15 Patronen[9, 10]
Gatling Gunum 1862Richard Jordan Gatlinghandbetriebenes Maschinengewehr[17]
Springfield Model 18731873Springfield ArmoryEinzellader der US-Armee bis 1892[12]
Colt Single Action Army1873Colt, Hartford (Connecticut)"Peacemaker", 7. Kavallerie[2, 6]
Winchester 18731873Winchester Repeating Arms Company, New Haven720.610 Stück bis 1916[11]
Derringerfrühes 19. JahrhundertHenry Deringer, PhiladelphiaAttentat von John Wilkes Booth[20, 21]
Schrotflintedoppelläufig im 19. JahrhundertverschiedeneWachen von Wells Fargo[18, 19]

Zeitleiste der Waffentechnik

Zeitleiste: Waffentechnik im Wilden Westen
  1. 1835Samuel Colt lässt seinen Revolver in England und Frankreich patentieren, im Jahr darauf in den USA.[2]
  2. 1842Colts erste Firma in Paterson (New Jersey) geht pleite.[2]
  3. 1844Texas Rangers unter John C. Hays kämpfen am Walker's Creek mit den neuen Colt-Revolvern gegen etwa achtzig Comanche.[4]
  4. 1847Nach einer Bestellung der Regierung über 1.000 Pistolen nimmt Colt die Fertigung wieder auf.[2]
  5. 1855Colt baut in Hartford (Connecticut) die damals größte private Waffenfabrik der Welt.[2]
  6. 08.02.1856Henry Ward Beecher empfiehlt in der New York Tribune das Sharps-Gewehr gegen die Sklaverei in Kansas; es heißt bald "Beecher's Bible".[14]
  7. 1857Oliver Winchester kauft die Volcanic Repeating Arms Company in New Haven.[8]
  8. 16.10.1860Benjamin Tyler Henry erhält das US-Patent Nr. 30.446 für sein Mehrladegewehr und überträgt es an Oliver F. Winchester.[9]
  9. 1862Richard Jordan Gatling erfindet um diese Zeit sein handbetriebenes Maschinengewehr.[17]
  10. 1873Colt bringt den Single Action Army heraus, den "Peacemaker".[2]
  11. 1873Die Springfield Armory fertigt das neue Armeegewehr Model 1873 im Kaliber .45.[12]
  12. 1873Winchester beginnt mit dem Bau des Modells 1873.[11]
  13. 1874Versuche der Armee: Der Colt Single Action Army setzt sich gegen den Smith & Wesson Schofield durch.[6]
  14. 25.06.1876Am Little Bighorn kämpft die 7. Kavallerie mit Springfield-Karabinern und Colt-Revolvern, Lakota und Cheyenne unter anderem mit Henry-Gewehren.[6] Schlacht am Little Bighorn
  15. 1877Colt bietet den Single Action Army auch für die Winchester-Patrone .44-40 an, nach American Rifleman erst 1878.[7, 27]
  16. 26.10.1881In Tombstone gilt eine Verordnung gegen das Waffentragen ohne Erlaubnis; am selben Tag kommt es zur Schießerei am O.K. Corral.[23] Schießerei am O.K. Corral
  17. 1884Winchester-Vizepräsident Bennett trifft Colt-Präsident Franklin; laut Bennetts Tagebuch (nach Silva) einigen sie sich, sich nicht in die Märkte des anderen einzumischen.[7]
  18. 1892Die Armee führt das Repetiergewehr Krag-Jorgensen ein; die Zeit der Springfield-Einzellader endet.[12]
  19. 1916Die Fertigung der Winchester 1873 endet nach 720.610 Stück.[11]

Mythos und Wahrheit

Ob eher der Colt-Revolver oder das Winchester-Gewehr den Titel "The Gun That Won the West" verdient, darüber lässt sich nach Lee A. Silva bis heute heftig streiten.[7]

Colt und Winchester im Western

Das Wort Colt wurde im Deutschen laut DWDS unter dem Einfluss der Westernfilme geläufig.[3] Um ein einzelnes Gewehr dreht sich der Film "Winchester '73": In dem Western von Anthony Mann (USA 1950) mit James Stewart wechselt eine Winchester, der Preis eines Wettschießens, mehrmals den Besitzer.[28] Mehr zum Film auf der Seite Winchester '73 (1950), zu Western mit Revolverhelden auf Clint Eastwood, Italowestern und Rauchende Colts.

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Häufige Fragen

Was ist ein Colt?

Im Deutschen ist ein Colt ein Revolver, also eine Faustfeuerwaffe mit drehbarer Trommel. Das Wort geht auf den US-Waffenfabrikanten Samuel Colt zurück und wurde laut DWDS durch Westernfilme geläufig.

Welche Waffen hatte die US-Armee im Wilden Westen?

Nach dem Bürgerkrieg ließ die Armee ihre Vorderlader zu einschüssigen Hinterladern umbauen, ab 1873 baute die Springfield Armory sie neu im Kaliber .45, als Gewehr für die Infanterie und als Karabiner für die Kavallerie. Dazu kam der Revolver Colt Single Action Army. 1892 führte die Armee das Repetiergewehr Krag-Jorgensen ein.

Woher kommt der Spruch "The Gun That Won the West"?

Der Spruch ist ein Werbeslogan von Winchester. Laut der Zeitschrift American Rifleman schrieb ihn der Ingenieur Edwin Pugsley 1919 für eine Werbekampagne; mit der Zeit wurde er vor allem mit der Winchester 1873 verbunden.

Durfte man im Wilden Westen überall Waffen tragen?

Nicht überall. Im Oktober 1881 war in Tombstone das Tragen einer tödlichen Waffe ohne schriftliche Erlaubnis verboten. In den Rinderstädten von Kansas befürworteten gemäßigte Reformer nach dem Historiker Robert R. Dykstra mehrere Polizisten, die strenge Waffengesetze durchsetzen sollten.

Welche Waffen hatten Lakota und Cheyenne am Little Bighorn?

Funde auf dem Schlachtfeld zeigen laut HistoryNet viele verschiedene Waffen, darunter Henry-Gewehre, Winchester und Sharps. Private Charles Windolph schätzte, die Hälfte der Krieger habe mit Pfeil und Bogen gekämpft, ein Viertel mit alten Vorderladern und Einzelladern, ein Viertel mit modernen Repetiergewehren.

Was ist ein Derringer?

Ein Derringer ist eine kleine Taschenpistole. Die Waffe geht laut Britannica auf den Büchsenmacher Henry Deringer aus Philadelphia zurück. Mit einer einschüssigen Pistole seiner Firma erschoss John Wilkes Booth Präsident Abraham Lincoln.

Mit welchen Gewehren wurden die Bisons gejagt?

Berufsjäger nutzten laut einem Handbuch des National Park Service schwere Gewehre von Sharps und Ballard. Bis in die 1890er Jahre fiel die Zahl der Bisons von 30 bis 60 Millionen auf weniger als 1.000 Tiere.

Quellen

  1. Nachschlagewerk Revolver (Richard C. Rattenbury). Encyclopaedia Britannica. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  2. Nachschlagewerk Samuel Colt (Richard C. Rattenbury). Encyclopaedia Britannica. Stand 06.01.2026. abgerufen am 24.10.2026
  3. Nachschlagewerk Colt (Bedeutung; Etymologie nach Wolfgang Pfeifer). Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS). Stand letzte Änderung 17.02.2016. abgerufen am 24.10.2026
  4. Nachschlagewerk Charles Spurlin: Walker, Samuel Hamilton (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1976, überarbeitet 16.02.2019. abgerufen am 24.10.2026
  5. Amtliche Stelle Coltsville Self-Guided Tours (Colt Armory Complex). National Park Service, Coltsville National Historical Park. Stand 08.06.2026. abgerufen am 24.10.2026
  6. Presse Greg Michno: Battle of Little Bighorn: Were the Weapons the Deciding Factor?. HistoryNet (zuerst in Wild West). Stand 12.06.2006, geändert 20.05.2022. abgerufen am 24.10.2026
  7. Presse Lee A. Silva: Colt Revolvers and Winchester Repeaters Are the West's Most Legendary Firearms. HistoryNet (zuerst in Wild West, August 2012). Stand 16.08.2017. abgerufen am 24.10.2026
  8. Nachschlagewerk Oliver Fisher Winchester (Richard C. Rattenbury). Encyclopaedia Britannica. Stand 07.12.2025. abgerufen am 24.10.2026
  9. Primärquelle B. Tyler Henry: Improvement in Magazine Fire-Arms, US-Patent Nr. 30.446. United States Patent Office; Ausgabe Google Patents. Stand 16.10.1860. abgerufen am 24.10.2026
  10. Amtliche Stelle Wilson's Creek National Battlefield Foundation Purchases Rare Henry Repeating Rifle for Museum Collection. National Park Service, Wilson's Creek National Battlefield. Stand 18.06.2020. abgerufen am 24.10.2026
  11. Amtliche Stelle Winchester Model 1873 Rifle Found and Preserved (zuerst in The Midden, Bd. 16, Nr. 1, Sommer 2016). National Park Service, Great Basin National Park. Stand 13.03.2024. abgerufen am 24.10.2026
  12. Amtliche Stelle Trapdoor rifle. National Park Service, Springfield Armory National Historic Site. Stand 25.03.2023. abgerufen am 24.10.2026
  13. Amtliche Stelle Production Trapdoors. National Park Service, Springfield Armory National Historic Site. Stand 26.02.2015. abgerufen am 24.10.2026
  14. Nachschlagewerk Beecher Bibles (Kansapedia). Kansas Historical Society. Stand Dezember 2004, geändert Januar 2013. abgerufen am 24.10.2026
  15. Amtliche Stelle People and Bison. National Park Service. Stand 04.03.2024. abgerufen am 24.10.2026
  16. Nachschlagewerk Gatling gun (Britannica Editors). Encyclopaedia Britannica. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  17. Nachschlagewerk Shotgun. Encyclopaedia Britannica. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  18. Presse Book Review: Shotguns and Stagecoaches (zu John Boessenecker: Shotguns and Stagecoaches). HistoryNet. Stand 27.09.2018. abgerufen am 24.10.2026
  19. Nachschlagewerk Derringer (zuletzt bearbeitet von Amy Tikkanen). Encyclopaedia Britannica. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  20. Amtliche Stelle The Case of Abraham Lincoln's Assassination Pistol (archivierter Inhalt der FBI-Website). Federal Bureau of Investigation. Stand März 2004. abgerufen am 24.10.2026
  21. Amtliche Stelle History and Culture. National Park Service, Ford's Theatre National Historic Site. Stand 15.04.2015. abgerufen am 24.10.2026
  22. Primärquelle Decision of Judge Wells Spicer after the Preliminary Hearing in the Earp-Holliday Case, 30. November 1881 (Abschrift in Famous Trials von Douglas O. Linder). Famous Trials, Douglas O. Linder (früher University of Missouri-Kansas City School of Law). Stand 1881, Onlinefassung ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  23. Nachschlagewerk Robert R. Dykstra: Cattle Towns. Encyclopedia of the Great Plains, University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 24.10.2026
  24. Amtliche Stelle Death and Danger on the Emigrant Trails (Reihe The Emigrant Experience). National Park Service. Stand 29. Dezember 2020. abgerufen am 24.10.2026
  25. Museum Nancy McClure: Forgotten Winchester now on display at Buffalo Bill Center of the West. Buffalo Bill Center of the West. Stand 02.07.2015, geändert 29.03.2024. abgerufen am 24.10.2026
  26. Presse Rick Hacker: The Winchester 1873: Winning The West For 150 Years. American Rifleman, National Rifle Association. Stand 23.10.2023. abgerufen am 24.10.2026
  27. Museum Winchester '73, USA 1950 (Filmblatt des Zeughauskinos, Reihe Western 1939 bis 1962). Deutsches Historisches Museum, Zeughauskino. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  28. Museum Danny Michael: Role Reversal: Colt's Rifle and Winchester's Revolver. Buffalo Bill Center of the West, Cody Firearms Museum. Stand 02.12.2016. abgerufen am 24.10.2026
  29. Amtliche Stelle Ford's Theatre History. National Park Service, Ford's Theatre National Historic Site. Stand 14.05.2026. abgerufen am 27.10.2026

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    Der Colt Single Action Army von 1873, genannt Peacemaker, war Dienstrevolver der US-Armee.

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    Die Winchester 1873 war ein Repetiergewehr für die Patrone .44-40.

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    Westernstädte wuchsen an Bahn, Viehtrail und Mine.

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    Begriffe des Wilden Westens von A bis Z, kurz erklärt mit Herkunft des Wortes.