GeschichteThema
Postkutschenüberfälle im Wilden Westen
Kurz erklärt Postkutschenräuber, im Westen "road agents" genannt, hatten es auf die Wertkisten der Expressfirmen und auf die Post abgesehen. Die Detektive von Wells Fargo zählten von 1870 bis 1884 347 Überfälle und Überfallversuche auf ihre Sendungen in Kutschen und Zügen. Nach American Heritage wurde Charles E. Boles, genannt Black Bart, der berühmteste Straßenräuber Kaliforniens: Er überfiel dort 27 oder 28 Kutschen und wurde im November 1883 gefasst.

Was war ein Postkutschenüberfall?
Ein Postkutschenüberfall war ein bewaffneter Raub an einer Kutsche, die nach Fahrplan Fahrgäste, Post und Wertsachen beförderte. Von den 1840er Jahren an schloss die Post der USA immer mehr Verträge mit Kutschenbetrieben, und in abgelegenen Gegenden wurden Kutschen ein fester Teil des Postnetzes. Weil sie jeden Tag Briefe, Bargeld, Postanweisungen und Briefmarken an Bord hatten, waren sie nach dem Smithsonian National Postal Museum ein bevorzugtes Ziel von Räubern.[10]
Ziel waren auch die Wertkisten der Expressfirmen. Wells Fargo schickte Gold, Silber und andere Wertsachen in festen Holzkisten mit, die im vorderen Gepäckfach (boot) lagen, oder in einem eisernen Tresor im Wagen (zu Bauart und Linien der Kutschen die Seite Postkutschen im Wilden Westen).[2]
Die Räuber hießen im Westen "road agents". Thomas J. Dimsdale, der 1866 in einem Buch die Vigilanten von Montana rechtfertigte, schrieb, die Bande in Bannack habe sich mit Hauptmann, Leutnants, Schreiber, Road Agents und Zuträgern organisiert. Ihre Leute hätten Pferde, Menschen und Kutschen, die sich zum Ausrauben lohnten, mit verabredeten Zeichen markiert.[4]
Wie viele Postkutschen wurden überfallen?
Eine Zählung für den ganzen Westen gibt es nicht; Zahlen liegen vor allem von Wells Fargo vor. Am 1. Januar 1885 legten der Chefdetektiv James B. Hume und der Spezialagent John N. Thacker einen Bericht über die Verluste der vergangenen 14 Jahre vor. Er beschrieb vor allem die Täter und sollte Gesetzeshütern helfen, Räuber zu erkennen, die noch frei waren.[3] Die Firmengeschichte von Wells Fargo nennt ihn "Robbers Record" und gibt die Zahlen anders an als die erweiterte Neuausgabe des Berichts bei McFarland.[2, 3]
| Herkunft der Zahl | Was gezählt wurde | Zahl |
|---|---|---|
| Wells Fargo, Firmengeschichte | Überfälle und Überfallversuche auf Sendungen in Kutschen und Zügen | 347[2] |
| Bericht Hume und Thacker, Ausgabe McFarland 2010 | Postkutschenüberfälle, Einbrüche, Zugüberfälle | 313, 23 und 4[3] |
| John Boessenecker nach HistoryNet | Überfälle und Überfallversuche auf Kutschen mit Sendungen von Wells Fargo | etwa 347[1] |
Nach Boessenecker starben bei diesen Überfällen sechs Wachen und Kutscher, zehn weitere wurden verwundet.[1] Die Firmengeschichte beziffert die Verluste durch Raub in diesen Jahren auf 415.312 Dollar. Für Spezialagenten, Detektive, Belohnungen und andere Vorkehrungen gab Wells Fargo nach eigener Angabe mehr aus, nämlich 512.414 Dollar. Der Bericht von 1885 beschrieb nach derselben Darstellung 205 verurteilte Räuber.[2]
Wie lief ein Überfall ab?
Dimsdale beschrieb die Road Agents von Montana in den frühen 1860er Jahren so: Sie trugen ein Paar Revolver, eine doppelläufige Schrotflinte mit abgesägten Läufen und ein Messer, tarnten sich mit Decken und Masken und warteten im Hinterhalt. Dann sprangen sie mit vorgehaltenen Flinten hervor und riefen sinngemäß "Halt! Hände hoch!". Einer oder zwei hielten die Opfer in Schach, ein anderer stieg ab, nahm ihnen die Waffen und ließ sie ihre Geldbörsen ins Gras werfen.[4]
Ein Beispiel aus seinem Buch ist der Überfall auf die Kutsche von Peabody und Caldwell Ende Oktober 1863 auf dem Weg nach Bannack. Der Kutscher war William Rumsey, die Beute betrug nach Dimsdale etwa 2.800 Dollar. Frank Parish gestand später seinen Anteil, der zweite Täter war nach Dimsdale George Ives.[4] Dimsdale schrieb auch, der Sheriff selbst sei der Anführer der Road Agents gewesen; gemeint ist Henry Plummer, der Sheriff von Bannack.[4, 5] Das ist umstritten (mehr auf der Seite Lynchjustiz im Wilden Westen): Die Montana Historical Society nennt Historiker, die Plummer für unschuldig halten und den Vigilanten vorwerfen, sie hätten politische Gegner beseitigt; andere Historiker widersprechen ihnen.[5]
Bei einem Raub an der Post ermittelten die Spezialagenten der Post. Am 29. Juli 1883 verließ eine Kutsche mit zwölf Fahrgästen und mehreren Postsäcken Helena in Montana. Vor Deer Lodge hielten drei Bewaffnete sie an, nahmen den Fahrgästen etwa 180 Dollar und Schmuck ab und raubten alle Postsäcke. Weil sich die Räuber ständig beim Namen nannten, konnten die Fahrgäste die Namen an die Post Office Inspectors weitergeben. Am 1. August 1883 nahmen zwei Deputy Sheriffs Marion Gamble, Fred Wiley und Thomas Sheldon wegen eines früheren Postraubs fest; die Inspektoren stellten fest, dass es dieselben Männer waren. Im Dezember 1883 wurden alle drei angeklagt und zu Haft verurteilt.[10]

Black Bart: der Räuber, der Gedichte hinterließ
Hinter dem Namen Black Bart stand Charles E. Boles. Nach American Heritage wurde er zum berühmtesten Straßenräuber des alten Kalifornien.[6] Die Zeitschrift lässt ihn aus Jefferson County im Staat New York stammen.[6] Das Findbuch der Society of California Pioneers nennt dagegen Norfolk in England als Geburtsort; seine Eltern seien mit ihm ausgewandert, als er zwei Jahre alt war, und nach Jefferson County gezogen.[9] Nach American Heritage kam er 1850 im Goldrausch nach Kalifornien, nach dem Findbuch schon Ende 1849.[6, 9] Im Bürgerkrieg diente er drei Jahre als Sergeant in einem Infanterieregiment aus Illinois.[6] Das kalifornische Strafvollzugsministerium nennt nach vielen Berichten das 116. Regiment und den Rang.[7] Nach dem Krieg ging er allein nach Westen und ließ seine Frau und drei Töchter zurück.[6]
Seinen ersten Überfall verübte er nach American Heritage im Juli 1875 im Calaveras County an der Kutsche von Sonora nach Milton.[6] Die Firmengeschichte von Wells Fargo zeigt den Steckbrief dazu: 250 Dollar Belohnung für "einen Mann, maskiert und bewaffnet", den ersten von 27 Überfällen.[2] American Heritage zählt 27 gelungene Überfälle bei 28 Versuchen, das Strafvollzugsministerium nennt nach der Library of Congress 28 überfallene Kutschen.[6, 7] Boles arbeitete immer allein und zu Fuß, trug einen langen Staubmantel und über dem Kopf einen Mehlsack mit Augenlöchern. An die Kutscher richtete er stets denselben Satz: "Throw down the box", wirf die Kiste herunter.[6]
Den Namen Black Bart gab er sich beim vierten Überfall am 3. August 1877 an der Kutsche zwischen Fort Ross und dem Russian River. Er ließ auf einem Frachtbrief ein Gedicht zurück und unterschrieb es mit "Black Bart, the Po8", ein Wortspiel für poet.[6, 7] Ein zweites Gedicht folgte bei einem späteren Überfall, mehr schrieb er an Tatorten nicht.[6, 8] Den Namen hatte er nach dem Smithsonian Magazine wahrscheinlich aus einer Erzählung von William Henry Rhodes, in der ein Postkutschenräuber dieses Namens vorkommt.[8]
Ich habe lang und hart geschuftet für Brot, für Ehre und für Reichtum.
Geschossen hat Boles bei seinen Überfällen nicht. Nach American Heritage war seine Flinte leer, und er sagte nach der Festnahme, die "moralische Wirkung" einer Schrotflinte genüge ihm; nach dem kalifornischen Strafvollzugsministerium gab er zu, nie geladene Waffen getragen zu haben.[6, 7] Am 13. Juli 1882 schoss ein Wachmann auf ihn, und die anfahrende Kutsche stieß ihn zur Seite; American Heritage nennt es seinen einzigen völligen Fehlschlag.[6] Der Gouverneur von Kalifornien, Wells Fargo und die Post setzten zusammen 800 Dollar auf seine Ergreifung aus.[6]
Wie wurde Black Bart gefasst?
Am 3. November 1883 überfiel Boles wieder die Kutsche zwischen Sonora und Milton. Diesmal schossen der Kutscher und ein junger Jäger, der unterwegs ausgestiegen war, auf den fliehenden Räuber und trafen ihn. Er verlor Hut, Vorräte und ein Taschentuch mit dem Wäschereizeichen F.X.O.7.[6] Die Beute an Goldamalgam aus der Patterson-Mine bezifferte der San Francisco Bulletin damals auf 4.100 Dollar, dazu 550 Dollar in Münzen; American Heritage nennt 4.200 Dollar.[7, 6]
Harry N. Morse, den Hume eigens auf Black Bart angesetzt hatte, fand über das Zeichen eine Wäscherei in San Francisco. Sie führte zu einem Mann namens C. E. Bolton, der in der Stadt als wohlhabender Bergbaumann galt.[6, 7] Nach dem Strafvollzugsministerium wurde er am 12. November 1883 festgenommen und bekannte sich am 16. November schuldig; er erhielt sechs Jahre Haft in San Quentin.[7] Nach American Heritage kam er am 21. November 1883 ins Gefängnis und wurde am 21. Januar 1888 wegen guter Führung entlassen, nach vier Jahren und zwei Monaten; das Ministerium nennt den Neujahrstag 1888.[6, 7] Um die Belohnung von 300 Dollar stritten danach Morse und Sheriff B. K. Thorn vom Calaveras County in Briefen, die heute die Society of California Pioneers verwahrt.[9] Nach seiner Entlassung verliert sich die Spur von Boles.[8]
Wer verfolgte die Räuber?
Nach einem Überfall meldete der Agent von Wells Fargo im nächsten Ort die Tat, setzte die Verfolgung in Gang und ließ Belohnungsplakate drucken. Üblich waren nach der Firmengeschichte 250 Dollar für Festnahme und Verurteilung eines Räubers und ein Viertel der wiedergefundenen Beute.[2] 1873 stellte die Firma James B. Hume ein, den früheren Sheriff des El Dorado County, als ersten Chef ihrer Spezialagenten; er blieb bis zu seinem Tod 1904. Hume und Agenten wie John N. Thacker durften selbst niemanden festnehmen und arbeiteten deshalb mit den Sheriffs zusammen. Hume führte ein Buch mit Fotos und Beschreibungen bekannter Räuber.[2] Nach eigener Angabe wurden von 1870 bis 1884 70 Prozent der Postkutschen- und Zugräuber verurteilt, die Wells Fargo verfolgte.[2]
Für die Post ermittelten Spezialagenten, die ab 1880 Post Office Inspectors hießen. Im März 1877 überfielen Ham White und John Vaughn eine Kutsche mit Post und Fahrgästen zwischen McDade und Bastrop in Texas. Sie nahmen den Fahrgästen 12 Dollar ab und zwangen den Kutscher, die Postsäcke zu öffnen. Das Postmuseum nennt den 3. März, der Postinspektionsdienst den 23. März 1877.[10, 11] Ein Fahrgast erkannte White. Nach etwa einer Woche wurden beide bei Austin gefasst, und bei White fanden die Ermittler ein Tagebuch, in dem er den Überfall geplant hatte. White kam 1878 ins Gefängnis, Vaughn wurde mangels Beweisen freigelassen. Tagebuch und Maske liegen heute in den National Archives.[10, 11]
Manche Räuber gingen von Kutschen zu Zügen über (mehr bei den Zugüberfällen im Wilden Westen). Sam Bass und Joel Collins verspielten nach einem Viehtrieb 1876 das Geld für die Herde in Ogallala und Deadwood. 1877 überfielen sie mit einigen Männern sieben Kutschen, ohne dass es sich lohnte, und am 18. September 1877 bei Big Springs in Nebraska einen Zug der Union Pacific.[12] Zurück in Texas raubte Bass mit einer neuen Bande zwei Kutschen und im Frühjahr 1878 vier Züge bei Dallas. Ihn jagten Posses und eine Kompanie der Texas Rangers; nach einem Feuergefecht in Round Rock starb er dort am 21. Juli 1878.[12]
Wann endeten die Postkutschenüberfälle?
Mit der Eisenbahn zogen die Räuber zu den Zügen. Für die Jahre 1890 bis 1903 zählt Boessenecker 341 Überfälle und Versuche auf Züge, bei denen 99 Menschen starben.[1] Kutschen fuhren aber auch nach dem Bau der großen Bahnen weiter, vor allem auf dem Land; Zugüberfälle wurden für die Post Office Inspectors nach dem Postmuseum erst ab den 1890er Jahren ein wachsendes Problem.[10]
Die späten Überfälle trafen Touristen. Im Yellowstone-Nationalpark, den Besucher lange nur mit Kutschen bereisen konnten, gab es Überfälle in den Jahren 1887, 1897, 1908, 1914 und 1915. Am 29. Juli 1914 hielten Bewaffnete bei Shoshone Point östlich von Old Faithful 25 Kutschen mit mehr als 165 Fahrgästen an und erbeuteten fast 1.000 Dollar in Geld und Schmuck. Ein Fahrgast, W. I. Allinder, fotografierte heimlich den Räuber. Das Foto und Zeugenaussagen führten zur Verurteilung von Edward B. Trafton.[13] Die Akten im Archiv des Parks zeigen auch, dass Hinweise aus der Bevölkerung damals Parkbeamte dazu brachten, die Festnahme mehrerer Unschuldiger anzuordnen. Nach diesem Archivbeitrag ließ der Park 1916 Autos zu und verbot die öffentliche Nutzung der Kutschen; die Zeittafel des National Park Service nennt 1915 für die Zulassung privater Autos und 1917 für das Verbot von Pferdefuhrwerken auf den Parkstraßen.[13, 14]

Mythos und Wahrheit
Die Legenden um Black Bart entstanden schon zu seinen Lebzeiten. Nach American Heritage machten seine Opfer aus ihm einen Übermenschen, der aus dem Nichts erschien, und erzählten von einem Geisterpferd. Ein Zeitungsmann schrieb ein Gedicht und gab es als eines von Black Bart aus.[6] Umstritten ist auch der Ausdruck "riding shotgun". Die Firmengeschichte von Wells Fargo schreibt, die bewaffneten Begleiter hätten "shotgun" geritten; nach der Rezension bei HistoryNet prägten ihn erst spätere Romanautoren.[2, 1]
Zeitleiste der Postkutschenüberfälle
- Oktober 1863Road Agents überfallen auf dem Weg nach Bannack (Montana) die Kutsche von Peabody und Caldwell und erbeuten nach Thomas J. Dimsdale etwa 2.800 Dollar.[4]
- 1873Wells Fargo stellt James B. Hume, den früheren Sheriff des El Dorado County, als ersten Chef seiner Spezialagenten ein.[2]
- Juli 1875Charles E. Boles, später Black Bart genannt, überfällt im Calaveras County die Kutsche von Sonora nach Milton.[6]
- März 1877Ham White und John Vaughn rauben zwischen McDade und Bastrop (Texas) eine Kutsche mit Post aus.[10, 11]
- 03.08.1877Boles hinterlässt nach einem Überfall am Russian River ein Gedicht und unterschreibt als "Black Bart, the Po8".[6, 7]
- 18.09.1877Eine Bande um Joel Collins und Sam Bass überfällt bei Big Springs (Nebraska) einen Zug der Union Pacific.[12]
- 21.07.1878Sam Bass stirbt in Round Rock, zwei Tage nach einem Feuergefecht, bei dem er verwundet wurde.[12]
- 1880Die Spezialagenten der Post heißen nun Post Office Inspectors.[10]
- 13.07.1882Ein Wachmann schießt auf Black Bart; der Überfall scheitert.[6]
- 29.07.1883Drei Räuber überfallen bei Deer Lodge (Montana) eine Kutsche aus Helena mit zwölf Fahrgästen und Post.[10]
- 03.11.1883Black Bart überfällt die Kutsche zwischen Sonora und Milton; ein Taschentuch mit Wäschereizeichen führt zu ihm.[6, 7]
- 16.11.1883Charles E. Boles bekennt sich schuldig und erhält sechs Jahre Haft in San Quentin.[7]
- 01.01.1885James B. Hume und John N. Thacker legen ihren Bericht über 14 Jahre Überfälle auf Wells Fargo vor.[3]
- Januar 1888Boles wird aus San Quentin entlassen (nach American Heritage am 21. Januar, nach dem Strafvollzugsministerium am Neujahrstag); danach verliert sich seine Spur.[6, 7, 8]
- 29.07.1914Im Yellowstone-Nationalpark halten Bewaffnete bei Shoshone Point 25 Kutschen mit mehr als 165 Fahrgästen an.[13]
- 1916Der Yellowstone-Nationalpark lässt Autos zu und verbietet die öffentliche Nutzung der Kutschen.[13]
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Häufige Fragen
Wer war Black Bart?
Black Bart war der Räubername von Charles E. Boles. Er überfiel von 1875 bis 1883 in Nordkalifornien allein und zu Fuß Postkutschen mit Sendungen von Wells Fargo; die Firma selbst zählt 27 Überfälle, andere Darstellungen 28. Nach seinem letzten Überfall am 3. November 1883 führte ein Taschentuch mit Wäschereizeichen zu ihm, und er kam für sechs Jahre nach San Quentin.
Wie viele Postkutschen wurden im Wilden Westen überfallen?
Eine Gesamtzahl gibt es nicht, nur Zählungen einzelner Firmen. Für die Sendungen von Wells Fargo nennt die Firmengeschichte für 1870 bis 1884 347 Überfälle und Überfallversuche auf Kutschen und Züge. Die Ausgabe des Berichts von 1885 bei McFarland zählt 313 Postkutschenüberfälle, 23 Einbrüche und vier Zugüberfälle.
Was war ein Road Agent?
So hießen im Westen der USA die Straßenräuber, die Kutschen und Reisende überfielen. Thomas J. Dimsdale beschrieb 1866 die Road Agents in Montana mit Revolvern, abgesägten Schrotflinten, Decken und Masken.
Was raubten Postkutschenräuber?
Vor allem die Wertkisten der Expressfirmen mit Gold, Münzen und anderen Wertsachen, außerdem Postsäcke, in denen Geld, Postanweisungen und Briefmarken stecken konnten. Manche nahmen auch den Fahrgästen Geld und Schmuck ab.
Wer verfolgte die Postkutschenräuber?
Sheriffs und ihre Posses, bei Postraub Spezialagenten der Post, ab 1880 Post Office Inspectors genannt, und die Detektive der Expressfirmen. Wells Fargo stellte 1873 James B. Hume als ersten Chef seiner Spezialagenten ein; die Agenten durften selbst niemanden festnehmen.
Wann gab es noch Postkutschenüberfälle?
Noch im 20. Jahrhundert. Im Yellowstone-Nationalpark wurden noch 1908, 1914 und 1915 Kutschen mit Touristen überfallen; am 29. Juli 1914 hielten Bewaffnete 25 Kutschen mit mehr als 165 Fahrgästen an.
Was bedeutet "riding shotgun"?
Gemeint ist die bewaffnete Wache neben dem Kutscher, bei Wells Fargo der express messenger mit Schrotflinte. Die Firmengeschichte von Wells Fargo benutzt den Ausdruck; nach einer Rezension bei HistoryNet prägten ihn erst spätere Romanautoren.
Quellen
- Presse Johnny D. Boggs: Book Review. Shotguns and Stagecoaches (John Boessenecker, 2018). HistoryNet. Stand 27.09.2018. abgerufen am 25.10.2026
- Marianne Babal: Outwitting outlaws (Firmengeschichte). Wells Fargo History. Stand 21.11.2018, aktualisiert 01.11.2023. abgerufen am 25.10.2026
- Fachbuch James B. Hume, John N. Thacker: Wells, Fargo and Co. Stagecoach and Train Robberies, 1870 bis 1884, hrsg. und erweitert von R. Michael Wilson, ISBN 978-0-7864-4855-5 (Verlagsbeschreibung). McFarland, Jefferson. Stand 2010. abgerufen am 25.10.2026
- Primärquelle Thomas J. Dimsdale: The Vigilantes of Montana, or Popular Justice in the Rocky Mountains, Kapitel 4 und 11. Montana Post Press, D. W. Tilton and Co.; Ausgabe Project Gutenberg, eBook 68146. Stand 1866, eingetragen 1865. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle More on Vigilantes and Vigilantism (Montana: Stories of the Land, Kapitel 6, Seite für Lehrkräfte). Montana Historical Society. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Presse Pat Kraft: The Case of the Plodding Highwayman or the Po8 of Crime. American Heritage, Bd. 18, Nr. 1. Stand Dezember 1966. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Unlocking History: 1870s stagecoach bandit Black Bart reforms, learns job skills. California Department of Corrections and Rehabilitation, Inside CDCR. Stand 24.05.2018. abgerufen am 25.10.2026
- Presse Kat Eschner: The Poetic Tale of Literary Outlaw Black Bart. Smithsonian Magazine. Stand 03.11.2017. abgerufen am 25.10.2026
- Archiv Black Bart Letters, 1884 (Findbuch). The Society of California Pioneers; Online Archive of California. Stand 26.07.2012. abgerufen am 25.10.2026
- Museum Melissa Queen: Dangers on the Stagecoach Routes (Blog). Smithsonian National Postal Museum. Stand 23.09.2025. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Stagecoach Robber Implicated by His Own Diary (History Spotlight). United States Postal Inspection Service. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Wayne Gard: Bass, Sam (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1952, überarbeitet 07.01.2026. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Suzie Catharine, Hailey Galper: Stagecoach Robberies: Yellowstone's Archival Records to tell an Alternative History. National Park Service, Yellowstone National Park. Stand 14.10.2016, aktualisiert 17.04.2025. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Timeline of Human History in Yellowstone. National Park Service, Yellowstone National Park. Stand 02.03.2026. abgerufen am 26.10.2026
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