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Die Goldräusche im Wilden Westen

Kurz erklärt Goldräusche waren Anstürme von Goldsuchern auf neu entdeckte Goldfelder. In Nordamerika folgten sie im 19. Jahrhundert dicht aufeinander: Georgia 1829, Kalifornien ab 1848, Colorado 1858 und 1859, die Comstock Lode in Nevada 1859, Montana 1862, die Black Hills ab 1874, der Klondike ab 1896 und Nome 1898 bis 1900. Zum Klondike brachen nach dem National Park Service rund 100.000 Menschen auf.

Flacher Gebirgsbach über hellem Kies zwischen bewaldeten Hängen im warmen Licht der späten Nachmittagssonne
Bild: KI-generiert

Was waren die Goldräusche des Wilden Westens?

Ein Goldrausch begann mit einem Fund und dem Wettlauf um die besten Claims, also die Schürfrechte. Nach dem Fund am Klondike etwa strömten sofort die Goldsucher aus der Umgebung herbei, um die übrigen guten Claims abzustecken; fast ein Jahr später kaufte eine Welle von Goldsuchern in Seattle und anderen Häfen an der Westküste Vorräte und fuhr nach Norden.[14] Parks Canada beschreibt die großen Goldräusche als Kette, die mit Kalifornien 1849 begann und sich in den Gebirgen des Westens immer weiter nach Norden schob: zum Fraser River und Pend Oreille in den 1850er Jahren, nach Cariboo 1862 und 1863, nach Cassiar und Juneau Mitte der 1870er Jahre und zu kleineren Funden bei Forty Mile und Circle am Yukon, bis zum Klondike-Goldrausch von 1896 bis 1898, dem letzten der großen.[7]

Ein Fund allein reichte für einen Ansturm nicht. Für Colorado kam nach History Colorado die Wirtschaftskrise von 1857 hinzu, die den Mittleren Westen noch belastete: Ein unscheinbarer Fund galt als zweiter Kalifornischer Goldrausch.[18] Händler in den Städten am Missouri schmückten die Nachrichten aus und ließen sie im ganzen Land verbreiten, weil sie auf Geschäfte mit der Ausrüstung der Goldsucher hofften.[20] Auch dem Klondike-Goldrausch ging eine Wirtschaftskrise voraus, die Mitte der 1890er Jahre die USA erfasst hatte.[11] Fast zwei Jahrzehnte vor dem Fund in Kalifornien hatte 1829 in Georgia ein Goldrausch begonnen.[1, 2]

Georgia 1829: der Goldrausch im Land der Cherokee

Wer in Georgia als Erster Gold fand, weiß niemand sicher. Den ersten belegten Hinweis druckte die Zeitung Georgia Journal in Milledgeville am 1. August 1829: In Habersham County seien zwei Goldminen entdeckt worden.[2] Bis Ende 1829 strömten Tausende Goldsucher in den Norden Georgias, damals das Land der Cherokee Nation; im Frühjahr 1830 arbeiteten laut Niles' Register allein am Yahoola Creek 4.000 Bergleute.[2] Schon damals hieß der Zustrom Great Intrusion, das große Eindringen. In der Zeitung Cherokee Phoenix schrieb ein Autor, die Nachbarn achteten kein Gesetz, "wir sind ein misshandeltes Volk" (Übersetzung der Redaktion).[2]

Der Ort Dahlonega erhielt 1833 seinen Namen nach dem Cherokee-Wort talonega, golden oder gelb. Von 1838 bis 1861 prägte dort eine Münzstätte des Bundes fast 1,5 Millionen Goldmünzen mit einem Nennwert von mehr als 6 Millionen Dollar.[2] Im Winter 1838 bis 1839 trieb die US-Armee die Cherokee in das Indianer-Territorium im heutigen Oklahoma; nach der New Georgia Encyclopedia starben mindestens 4.000 Menschen, ein Fünftel der Nation, auf dem Trail of Tears.[2] Anfang der 1840er Jahre war das leicht erreichbare Gold erschöpft, und 1849 zogen viele Bergleute aus Georgia nach Kalifornien.[2]

Kalifornien 1848: der Goldfund bei Sutter's Mill

Am 24. Januar 1848 fand James Marshall an der Sägemühle, die er für John Sutter am South Fork des American River baute, ein Goldkorn.[1] Präsident James K. Polk bestätigte die Funde dem Kongress erst im Dezember 1848, zu spät für einen Aufbruch aus dem Osten im selben Jahr. Im Frühjahr 1849 lief dann nach dem National Park Service die größte Wanderung der amerikanischen Geschichte, allein in diesem Jahr 25.000 Menschen über den California Trail.[1] Von 1849 bis 1854 kamen auf diesem Weg geschätzt 140.000 Menschen nach Kalifornien.[1]

Unter den Forty-Niners, die über das Land zogen, litten nach dem National Park Service vor allem die indigenen Menschen: Die Neuankömmlinge verbrauchten ihre Nahrung, ihr Land und ihr Wasser (ausführlich auf den Seiten Der Kalifornische Goldrausch und San Francisco im Goldrausch).[1]

Hölzerne Waschrinne auf Böcken an einem Bach in einem Tal mit Eichen und Kiefern, daneben eine Schaufel im nassen Kies, warmes Seitenlicht
Waschrinne an einem Bach. Mit solchen Rinnen wuschen Goldsucher in Kalifornien und anderswo das Gold aus dem Kies. Bild: KI-generiert

Colorado und Nevada 1858 und 1859

Im Sommer 1858 führte William Greene Russell, der schon in Georgia und Kalifornien nach Gold gesucht hatte, eine Gruppe aus Georgia an den South Platte. Einige Cherokee, die vor ihrer Vertreibung in Georgia Gold gewaschen hatten, schlossen sich ihr an. Nach Wochen ohne Erfolg fanden sie am Dry Creek im heutigen Englewood Seifengold.[20] Die Funde blieben klein, doch bis Ende 1858 entstanden am Cherry Creek mehrere Orte: Russells Leute gründeten Auraria, William Larimer und seine Gefährten aus Leavenworth gründeten im November 1858 Denver City, dazu kam Golden City.[18, 20] Die Zahl der Menschen in den neuen Camps schätzte man auf bis zu 2.000.[20] Den eigentlichen Ansturm lösten Funde in den Bergen aus. Im Januar 1859 stieß John H. Gregory am Gregory Gulch am North Clear Creek auf ergiebiges Gold, und George A. Jackson fand Gold am Chicago Gulch nahe dem heutigen Idaho Springs. Mit diesen Funden als Beweis strömten 1859 Tausende in den Clear Creek Canyon.[20] Der Goldrausch heißt oft Pikes-Peak-Goldrausch, weil seit den 1850er Jahren Gerüchte über Gold am "Pike's Peak" umgingen, obwohl die Funde am Cherry Creek bei Denver lagen.[18] Die Fifty-Niners des Frühjahrs 1859 waren meist junge Männer, kaum älter als Anfang zwanzig, denen die Krise von 1857 den Start ins Berufsleben erschwert hatte.[20]

Mitte des Sommers 1859 setzte eine Rückwanderung ein, deren Teilnehmer go-backers hießen. Viele kehrten heim, weil Gold viel schwerer zu finden war, als die Reiseführer behauptet hatten.[20] Wie viele Menschen 1859 aufbrachen, ist nur geschätzt: Der National Park Service nennt mehr als 100.000 Auswanderer, History Colorado bis zu 100.000 Männer und das Bureau of Land Management möglicherweise 100.000 Menschen.[17, 19, 20] Die Funde in den Bergen bremsten die Rückkehr der Enttäuschten.[20] Im Februar 1861 unterzeichnete Präsident Buchanan das Gesetz zum Colorado-Territorium, wenige Tage vor Lincolns Amtsantritt.[19]

Im selben Jahr 1859 begann in Nevada der Rush to Washoe zur Comstock Lode, dem ersten großen Silberfund der USA. Nach der Online Nevada Encyclopedia waren 57 Prozent des geförderten Erzes Silber und 42 Prozent Gold. Von 1859 bis 1882 wurden nach der Online Nevada Encyclopedia offiziell Metalle im Wert von 305.779.612 Dollar gefördert; Eliot Lord nennt in seiner Studie von 1883 dieselbe Summe für die Zeit von 1860 bis 30. Juni 1880.[3, 23] Zwanzig Jahre lang bestimmte die Comstock Lode die Geschichte Nevadas; ohne sie wäre Nevada nicht so früh Bundesstaat geworden.[3] Mittelpunkt war Virginia City, wo die Gruben 1880 bis zu 2.100 Fuß tief reichten.[3]

Montana 1862: Bannack

Am 28. Juli 1862 wurde bei Bannack der erste große Goldfund Montanas gemacht. Er löste einen Goldrausch aus, durch den der Ort bis 1863 auf mehr als 3.000 Einwohner wuchs; Bannack wurde die erste Hauptstadt des Montana-Territoriums.[4] Heute ist der verlassene Ort ein State Park und National Historic Landmark mit mehr als 50 Gebäuden an der Main Street (zum Weg nach Montana siehe Red Clouds Krieg und der Bozeman Trail).[4]

Die Black Hills ab 1874

1874 führte Lieutenant Colonel George Armstrong Custer eine Erkundung der Armee in die Black Hills, die innerhalb der Großen Sioux-Reservation lagen. Geologen der Expedition fanden Gold, und Bergleute und Unternehmer drangen in das Gebiet ein, gegen den Vertrag von Fort Laramie von 1868. Die Lakota lehnten den Kaufpreis ab, den die Regierung ihnen bot (mehr auf den Seiten Der Goldrausch in den Black Hills und Lakota).[5]

Im August 1875 kamen nach der Nominierung von Deadwood als National Historic Landmark die ersten Goldsucher um Frank Bryant und John B. Pearson an den Whitewood Creek; im November steckte Bryant dort seinen Discovery Claim ab.[6] Im Frühjahr 1876 entstand Deadwood; die Nominierung spricht von 7.000 Bergleuten. Die erste Zeitung, The Black Hills Pioneer, erschien am 8. Juni 1876 und meldete sechs Wochen später etwa 2.000 Einwohner. Das Stadtgebiet legten nach der Nominierung J. J. Williams und andere am 26. August 1876 an.[6] Das leicht gewinnbare Seifengold war Ende der 1870er Jahre erschöpft. Im Ort Lead entdeckten Moses und Fred Manuel 1876 die Homestake-Ader, die George Hearst aus San Francisco kaufte; die Homestake Mine wurde der größte Goldbergbau der westlichen Erdhalbkugel.[6] Deadwood blieb die Stadt der Läden, Saloons und Hotels für die Bergbauorte ringsum.[6]

Klondike 1896 und Nome 1898

Im August 1896 fanden Keish (Skookum Jim Mason) von der Tagish First Nation, Káa Goox (Dawson Charlie), Shaaw Tláa (Kate Carmack) und George Carmack am Rabbit Creek, später Bonanza Creek, im kanadischen Yukon Gold; Parks Canada nennt den 16. August.[9, 14] Als die Dampfer Excelsior und Portland im Juli 1897 Goldsucher mit ihrer Ausbeute nach San Francisco und Seattle brachten, begann der Ansturm.[7, 11] Rund 100.000 Menschen brachen nach Parks Canada zum Klondike auf, etwa 30.000 erreichten im Sommer 1898 Dawson City.[8] Die meisten gingen über die Pässe von Skagway und Dyea in Alaska. Ablauf und Zahlen stehen auf der Seite Der Klondike-Goldrausch.[14]

Viele zogen 1899 weiter nach Nome an der Küste Alaskas.[9] Dort wurde am 20. September 1898 am Anvil Creek Gold gefunden, nach dem National Park Service der erste große Seifengoldfund in Alaska selbst; 1899 entdeckten Bergleute Gold im Sand des Strandes. 1900 kamen mehr als 20.000 Goldsucher nach Nome.[10] Von 1898 bis 1907 wurde auf der Seward-Halbinsel Gold im Wert von fast 50 Millionen Dollar gewonnen, rund 75 Prozent davon in der Gegend von Nome.[10] Mit Nome endete nach dem National Park Service der Weg der amerikanischen Goldräusche nach Nordwesten.[10]

Weiter Strand an einer kalten nördlichen Küste mit grauem Sand und Treibholz unter hellem Himmel
Strand an der Küste Alaskas. Bei Nome wuschen Goldsucher ab 1899 Gold aus dem Sand am Meer. Bild: KI-generiert

Die Goldräusche im Vergleich

Goldräusche in Nordamerika nach Quellen
GoldrauschZeitOrtZahl laut Quelle
Georgiaab 1829, Höhepunkt bis Anfang der 1840er Jahre[2]Norden Georgias, Land der Cherokee Nation[2]4.000 Bergleute am Yahoola Creek im Frühjahr 1830 laut Niles' Register[2]
Kalifornienab 24. Januar 1848[1]South Fork des American River, westliche Sierra Nevada[1]geschätzt 140.000 über den California Trail von 1849 bis 1854 (NPS)[1]
Colorado (Pikes Peak)1858 bis 1859[17]Cherry Creek und South Platte bei Denver, Clear Creek[18]mehr als 100.000 Auswanderer auf den Plains laut NPS, bis zu 100.000 Männer laut History Colorado[17, 19]
Comstock Lodeab 1859, rund zwanzig Jahre lang bestimmend[3]Virginia City, Nevada[3]305.779.612 Dollar Fördermenge von 1859 bis 1882 (Online Nevada Encyclopedia[3]; Lord nennt dieselbe Summe für 1860 bis 30. Juni 1880[23])
Montana (Bannack)ab 28. Juli 1862[4]Bannack, Montana[4]mehr als 3.000 Einwohner 1863[4]
Black Hillsab 1874, Seifengold bis Ende der 1870er Jahre[5, 6]Große Sioux-Reservation, Deadwood[5, 6]7.000 Bergleute in Deadwood im Frühjahr 1876[6]
KlondikeFund August 1896, Ansturm 1897 bis 1899[9, 16]Bonanza Creek bei Dawson City, Yukon[9]rund 100.000 aufgebrochen, etwa 30.000 in Dawson (Parks Canada)[8]
Nome1898 bis 1900[10]Seward-Halbinsel, Alaska[10]mehr als 20.000 Goldsucher 1900[10]

Wie gewannen die Goldsucher das Gold?

Am Anfang der Goldräusche in Georgia und Colorado stand Seifengold (englisch placer gold): Gold, das aus den Hängen ausgewaschen worden war und sich in Bächen und Flussbetten gesammelt hatte.[2, 18] Es ließ sich mit Pfanne und Schaufel gewinnen und verlangte kaum Kapital.[2] Das US-Bergrecht unterscheidet bis heute Placer Claims für solche Lagerstätten von Lode Claims auf Erzgänge im Fels, etwa Quarzadern mit Gold (zur Arbeit mit Pfanne und Waschrinne siehe Goldsucher).[13]

War das Seifengold erschöpft, folgte der Abbau im Fels. In Georgia brachen Pochwerke, von einem einzelnen Stampfer bis zu zehn mit Wasserrad, das Erz aus den Stollen; in den 1850er Jahren brachten Rückkehrer aus Kalifornien den hydraulischen Abbau mit.[2] An der Comstock Lode stützten die Bergleute ihre tiefen Gruben mit der Kastenzimmerung (square-set timbering) von Philipp Deidesheimer, deren Holz vom Lake Tahoe kam.[3] Am Klondike tauten die Goldsucher den gefrorenen Boden mit Feuern in den Schächten auf und zogen den Kies mit Handwinden herauf; ab Herbst 1899 kamen Schwimmbagger, die ganze Täler umgruben.[9, 15]

Was bedeuteten die Goldräusche für die indigenen Nationen?

In Georgia, Colorado, den Black Hills und am Klondike drangen die Goldsucher in Land ein, das indigenen Nationen gehörte oder ihnen zugesichert war.[2, 5, 12, 17] In Georgia verloste der Staat zwischen 1805 und 1832 Land, das er den Cherokee und den Muscogee (Creek) genommen hatte, und 1838 und 1839 folgte die Vertreibung.[2] In Kalifornien verbrauchten die Neuankömmlinge Nahrung, Land und Wasser der indigenen Menschen.[1]

In Colorado blieben viele Goldsucher und gründeten Siedlungen auf Land, das nach dem Vertrag von Fort Laramie von 1851 den Cheyenne und Arapaho gehörte. Der Druck auf die Regierung, das Land zu erwerben und die Nationen zu vertreiben, wuchs.[17] Auf den Wegen nach Colorado wurden Wild und Futter knapp, und als die Nahrungsquellen der Einheimischen erschöpft waren, wurden die Trails immer breiter.[20] Der Vertrag von Fort Wise, am 18. Februar 1861 unterzeichnet, verkleinerte das Land der Cheyenne und Arapaho drastisch. An den Verhandlungen nahmen nur wenige Häuptlinge teil, die nur für ihre eigenen Bands sprachen, und eine Mehrheit der Häuptlinge unterschrieb nicht; nach der Ratifizierung im Dezember 1861 galt der Vertrag trotzdem für alle Cheyenne und Arapaho.[17] Er versprach Hilfe beim Ackerbau, doch Lehrer schickte die Regierung nie, und wer ins Reservat zog, lebte von Jahreszahlungen, die nur einmal im Jahr eintrafen (zum weiteren Konflikt mit den Cheyenne und Arapaho siehe Sand-Creek-Massaker).[21] Die Ute verloren ihr Land in mehreren Schritten: Der Vertrag von 1868 wies ihnen das westliche Drittel Colorados zu, 1873 gaben sie im Brunot-Abkommen rund 4 Millionen Acres in den San Juan Mountains auf, und nach dem Meeker-Zwischenfall von 1879 mussten die White-River- und die Uncompahgre-Ute Colorado verlassen und nach Utah ziehen.[22]

In den Black Hills verstießen die Goldsucher gegen den Vertrag von 1868, der das Gebiet der Großen Sioux-Reservation zusprach.[5] Am Klondike verdrängten Bergleute und Siedler die Tr'ondëk Hwëch'in aus ihrem Fischlager Tr'ochëk; Chief Isaac führte sie nach Moosehide, wo 1900 ein Reservat entstand.[12] Etwa 30.000 Neuankömmlinge veränderten nach den Worten der Nation das Gleichgewicht des Landes grundlegend.[12]

Verlassene Holzhäuser mit verwitterten Scheinfassaden an einer staubigen Straße in einem Gebirgstal, Gras zwischen den Planken, warmes Abendlicht
Verlassene Häuser einer früheren Goldgräberstadt. Viele Orte der Goldräusche leerten sich, als das Gold erschöpft war. Bild: KI-generiert

Wer wurde durch die Goldräusche reich?

Reich wurden nur wenige. An der Comstock Lode zahlten nach der Online Nevada Encyclopedia von 103 Bergbaugesellschaften 97 nie eine Dividende, nur sechs zahlten mehr aus, als sie von ihren Aktionären eingefordert hatten.[3] Am Klondike wurde von 1897 bis 1899 Gold im Wert von fast 29 Millionen Dollar (nicht inflationsbereinigt) gewonnen; geteilt durch alle Teilnehmer wäre das nach The Canadian Encyclopedia weit weniger gewesen, als sie an Zeit und Geld in die Reise zum Klondike gesteckt hatten.[16] Im August 1898 machten sich viele Goldsucher aus Dawson auf den Heimweg, die meisten ohne Geld.[14]

Erfolgreich waren oft andere: Nach dem National Park Service waren die Händler, ehrliche wie betrügerische, die Goldsucher ausrüsteten, die eigentlichen Gewinner des Goldrauschs in Alaska und am Klondike.[11] Am Klondike machte Joseph Ladue ein Vermögen, weil er an der Mündung des Flusses Bauland für Dawson City absteckte und Grundstücke und Holz verkaufte.[16] Bannack wurde zu einer der Geisterstädte Montanas und ist heute ein verlassener Ort. Die Bevölkerung von Storey County mit der Comstock Lode sank von vielleicht 25.000 auf 3.560 im Jahr 1900.[3, 4]

Zeitleiste der Goldräusche

Zeitleiste: Goldräusche in Nordamerika
  1. 01.08.1829Die Zeitung Georgia Journal meldet zwei Goldminen in Habersham County; der Goldrausch im Land der Cherokee beginnt.[2] Cherokee
  2. 1838In Dahlonega nimmt eine Münzstätte des Bundes den Betrieb auf; im Winter 1838 bis 1839 vertreibt die Armee die Cherokee.[2] Trail of Tears
  3. 24.01.1848James Marshall findet an der Sägemühle für John Sutter am South Fork des American River Gold.[1] Kalifornischer Goldrausch
  4. 184925.000 Menschen ziehen über den California Trail nach Kalifornien.[1] Kalifornischer Goldrausch
  5. 1858Die Gruppe um William Greene Russell findet am Dry Creek im heutigen Englewood Seifengold; Auraria und Denver City entstehen.[20]
  6. 1859John H. Gregory findet im Januar am Gregory Gulch Gold; bis zu 100.000 Menschen brechen zu den Goldfeldern in Colorado auf.[19, 20]
  7. 1859Mit dem Fund der Comstock Lode beginnt in Nevada der Rush to Washoe.[3] Comstock Lode
  8. 28.07.1862Bei Bannack wird der erste große Goldfund Montanas gemacht.[4]
  9. 1874Geologen einer Armee-Expedition unter Custer finden in den Black Hills Gold, Goldsucher dringen in die Große Sioux-Reservation ein.[5] Goldrausch in den Black Hills
  10. 1876Moses und Fred Manuel entdecken bei Lead die Homestake-Ader.[6]
  11. 26.08.1876Nach der NHL-Nominierung legen J. J. Williams und andere das Stadtgebiet von Deadwood an.[6] Deadwood
  12. 16.08.1896Am Rabbit Creek, später Bonanza Creek, im Yukon wird Gold gefunden.[9] Klondike-Goldrausch
  13. 17.07.1897Die Portland erreicht Seattle mit Gold vom Klondike; der Ansturm nach Norden beginnt.[11] Klondike-Goldrausch
  14. 20.09.1898Am Anvil Creek bei Nome wird Gold gefunden.[10]
  15. 1899Bergleute finden Gold im Strandsand von Nome; viele verlassen den Klondike.[9, 10]
  16. 1900Mehr als 20.000 Goldsucher kommen nach Nome.[10]

Karte der Goldräusche

Karte: Goldräusche in Nordamerika170° W165° W160° W155° W150° W145° W140° W135° W130° W125° W120° W115° W110° W105° W100° W95° W90° W85° W80° W75° W70° W65° W60° W55° W25° N30° N35° N40° N45° N50° N55° N60° N65° N70° N1Kalifornischer Goldrausch2Klondike-Goldrausch3Comstock Lode4Goldrausch in den Black Hills
Karte: Goldräusche in Nordamerika
  1. 1Kalifornischer Goldrausch (Coloma, Ort des Goldfunds) 38,80° N, 120,89° W[24]
  2. 2Klondike-Goldrausch (Bonanza Creek bei Dawson City, Klondike-Goldfelder) 64,04° N, 139,42° W[25]
  3. 3Comstock Lode (Mount Davidson über Virginia City, Nevada) 39,31° N, 119,66° W[26]
  4. 4Goldrausch in den Black Hills (Custer, South Dakota, nahe der Fundstelle am French Creek) 43,77° N, 103,60° W[27]
Umrisse: Natural Earth (gemeinfrei). Eigene Darstellung ohne Kartendienst.

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Häufige Fragen

Wann war der Goldrausch in Amerika?

Es gab mehrere. In Georgia begann der Goldrausch 1829, in Kalifornien 1848. Es folgten Colorado und Nevada 1859, Montana 1862, die Black Hills ab 1874, der Klondike in Kanada ab 1896 und Nome in Alaska 1898 bis 1900.

Welcher Goldrausch war der größte?

Eine einheitliche Zählung gibt es nicht. Über den California Trail kamen von 1849 bis 1854 nach dem National Park Service geschätzt 140.000 Menschen nach Kalifornien. Zum Klondike brachen rund 100.000 Menschen auf, von denen etwa 30.000 Dawson City erreichten.

Was ist der Unterschied zwischen Seifengold und Ganggold?

Seifengold (placer gold) ist Gold, das aus den Hängen ausgewaschen wurde und sich in Bächen und Flussbetten sammelte; es ließ sich mit Pfanne und Schaufel gewinnen. Ganggold sitzt in Quarzadern im Fels und musste mit Stollen, Pochwerken und viel Kapital abgebaut werden.

Warum heißt der Goldrausch in Colorado Pikes-Peak-Goldrausch?

Der Name Pikes Peak stand seit den 1850er Jahren für Gerüchte über Gold in den Rocky Mountains. Die Funde von 1858 und 1859 lagen aber bei Denver und am Clear Creek. Der erste große Goldfund im Gebiet von Cripple Creek und Victor folgte erst 1891.

Wurden die Goldsucher reich?

Die meisten nicht. Aus Colorado kehrten 1859 schon im Sommer viele enttäuschte Goldsucher heim, und von 103 Bergbaugesellschaften der Comstock Lode zahlten 97 nie eine Dividende. Gut verdienten oft Händler, die Goldsucher ausrüsteten.

Was bedeuteten die Goldräusche für die indigenen Nationen?

Goldsucher drangen in ihr Land ein, in den Black Hills gegen den Vertrag von Fort Laramie von 1868. In Georgia hieß der Zustrom schon damals Great Intrusion, die Cherokee wurden 1838 und 1839 vertrieben, die Lakota verloren die Black Hills, und die Tr'ondëk Hwëch'in am Klondike mussten ihr Fischlager Tr'ochëk verlassen.

Quellen

  1. Amtliche Stelle The California Gold Rush. National Park Service, California National Historic Trail. Stand 23.04.2025. abgerufen am 24.10.2026
  2. Nachschlagewerk David Williams: Gold Rush. New Georgia Encyclopedia, Georgia Humanities und University of Georgia Press. Stand 2003, zuletzt bearbeitet 12.09.2018. abgerufen am 24.10.2026
  3. Nachschlagewerk Jerome Edwards: Comstock Lode. Online Nevada Encyclopedia, Nevada Humanities. Stand 03.05.2011. abgerufen am 24.10.2026
  4. Amtliche Stelle Bannack State Park. Montana Fish, Wildlife and Parks, Montana State Parks. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  5. Amtliche Stelle Story of the Battle. National Park Service, Little Bighorn Battlefield National Monument. Stand 23.04.2025. abgerufen am 24.10.2026
  6. Amtliche Stelle National Register of Historic Places Inventory, Nomination Form: Deadwood Historic District (National Historic Landmark), mit Nachtrag zur Abgrenzung. National Park Service, Historic Sites Survey (Stephen Lissandrello). Stand 1976. abgerufen am 24.10.2026
  7. Amtliche Stelle Klondike Gold Rush International Historical Park. Parks Canada, Klondike National Historic Sites. Stand 17.10.2022. abgerufen am 24.10.2026
  8. Amtliche Stelle Dawson Historical Complex National Historic Site. Parks Canada, Klondike National Historic Sites. Stand 18.04.2024. abgerufen am 24.10.2026
  9. Amtliche Stelle Discovery Claim National Historic Site. Parks Canada, Klondike National Historic Sites. Stand 18.04.2024. abgerufen am 24.10.2026
  10. Amtliche Stelle Cape Nome Mining District Discovery Sites National Historic Landmark. National Park Service. Stand 20.03.2024. abgerufen am 24.10.2026
  11. Amtliche Stelle The Stampede North: The Alaska Gold Rushes, 1897 bis 1904. National Park Service. Stand 29.12.2016. abgerufen am 24.10.2026
  12. Tribal Nation Our Story. Tr'ondëk Hwëch'in Government. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  13. Amtliche Stelle Mining Claims. Bureau of Land Management. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  14. Amtliche Stelle What Was the Klondike Gold Rush?. National Park Service, Klondike Gold Rush National Historical Park. Stand 06.08.2024. abgerufen am 24.10.2026
  15. Amtliche Stelle Culture and history, Klondike National Historic Sites. Parks Canada. Stand 20.05.2026. abgerufen am 24.10.2026
  16. Nachschlagewerk Michael Gates: Klondike Gold Rush. The Canadian Encyclopedia, Historica Canada. Stand 2009, zuletzt bearbeitet 04.03.2015. abgerufen am 24.10.2026
  17. Amtliche Stelle Timeline. National Park Service, Sand Creek Massacre National Historic Site. Stand 22.04.2024. abgerufen am 25.10.2026
  18. Amtliche Stelle Lisa Alder: Mining-Related Properties in the Colorado State Register of Historic Properties (3. Auflage, Stand 01.12.2006). History Colorado (Colorado Historical Society), Office of Archaeology and Historic Preservation. Stand 2006. abgerufen am 25.10.2026
  19. Fachaufsatz Susan Schulten: How Did Colorado Become a Territory? The Story in Eight Maps. History Colorado. Stand 31.07.2026. abgerufen am 25.10.2026
  20. Amtliche Stelle Steven F. Mehls: The New Empire of the Rockies, A History of Northeast Colorado, Kapitel III The Pike's Peak Gold Rush and After (BLM Cultural Resources Series Colorado Nr. 16). Bureau of Land Management, Colorado (online beim National Park Service). Stand 1984. abgerufen am 25.10.2026
  21. Amtliche Stelle Wayside: Fort Lyon Reservation. National Park Service, Sand Creek Massacre National Historic Site. Stand 29.06.2024. abgerufen am 25.10.2026
  22. Fachbuch Clifford Duncan: The Northern Utes of Utah (A History of Utah's American Indians, Kapitel 5). Utah Division of State History, History to Go. Stand 2000. abgerufen am 25.10.2026
  23. Primärquelle Eliot Lord: Comstock Mining and Miners. Monographs of the United States Geological Survey, Band 4. U.S. Geological Survey, Government Printing Office, Washington. Stand 1883. abgerufen am 25.10.2026
  24. Amtliche Stelle 2023 Gazetteer Files: Places, California (Coloma CDP). U.S. Census Bureau. Stand 2023. abgerufen am 24.10.2026
  25. Amtliche Stelle Canadian Geographical Names Database: Bonanza Creek (KAARL). Natural Resources Canada. Stand 30.03.1981. abgerufen am 24.10.2026

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