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Die Westexpansion der USA

Kurz erklärt Westexpansion nennt man die Ausdehnung der USA vom Mississippi bis zum Pazifik im 19. Jahrhundert. Zwischen 1803 und 1867 kamen der Louisiana Purchase, Florida, Texas, das Oregon-Gebiet, die Abtretung Mexikos von 1848, der Gadsden-Kauf und Alaska hinzu; insgesamt erwarb der Bund von 1781 bis 1867 laut Bureau of Land Management rund 1,8 Milliarden Acres. Die indigenen Nationen verloren dabei große Teile ihres Landes.

Tiefe Wagenspuren in einem hellen Sandsteinrücken, dahinter eine weite Ebene mit Beifuß und blaue Berge in der Ferne, goldenes Licht am späten Nachmittag
Bild: KI-generiert

Was war die Westexpansion?

Westexpansion heißt die Ausdehnung der Vereinigten Staaten nach Westen im 19. Jahrhundert. Die National Archives nennen den Louisiana Purchase von 1803 den ersten großen Landerwerb in einer langen Reihe von Erweiterungen, die das ganze Jahrhundert umspannten; binnen 50 Jahren standen mit dem Gadsden-Kauf die heutigen Grenzen des zusammenhängenden Staatsgebiets fest.[4] Um 1800 reichte die Westgrenze der USA nur bis zum Mississippi.[1] Das Land östlich davon hatte Großbritannien im Frieden von Paris 1783 an die unabhängigen Staaten abgetreten.[2]

Schon vorher entstand die public domain, das öffentliche Land der Bundesregierung. 1781 überließ New York ihr sein unbesiedeltes Gebiet bis zum Mississippi, andere Staaten folgten, und bis 1802 gehörte ihr alles Land zwischen den Appalachen und dem Mississippi. Von 1781 bis 1867 wuchs die public domain auf 1,8 Milliarden Acres; aus diesem Land gingen 30 Staaten hervor, die das Bureau of Land Management "public land states" nennt.[3] Wie aus einem solchen Gebiet ein Bundesstaat wurde, regelte die Northwest Ordinance vom 13. Juli 1787. Sie war der Plan, nach dem die USA bis zum Pazifik wuchsen (Wo war der Wilde Westen?).[15]

Mitte des 19. Jahrhunderts glaubten viele Amerikaner nach den Worten des National Park Service, ihr Land habe ein gottgegebenes Recht, sich auszudehnen, eine "manifest destiny". Die USA wollten nach Westen wachsen, mit Krieg oder mit Verträgen, und 1848 sah ihre Landkarte schon fast so aus wie heute (Manifest Destiny).[14]

Gänsekiel, Tintenfass aus Messing und ein gebrochenes rotes Wachssiegel auf einem dunklen Holztisch neben einem gefalteten leeren Pergament, warmes Fensterlicht
Kauf, Vertrag und Krieg: Zwischen 1803 und 1867 erwarben die USA das Land bis zum Pazifik und Alaska. Bild: KI-generiert

Wie kamen die USA zu ihrem Land im Westen?

Flächen, Anteile und Kosten des Landerwerbs nennen die Public Land Statistics des Bureau of Land Management (BLM). Sie stützen sich auf eine Aufstellung des Innenministeriums von 1992 und auf Kostenangaben des Geological Survey von 1939.[3]

Landerwerb der USA von 1781 bis 1867 laut Bureau of Land Management
ErwerbJahrFläche in Acresrund km² (umgerechnet)Anteil an der heutigen Fläche der USAKosten in Dollar
Abtretungen der Gründungsstaaten1781 bis 1802236.825.600958.0009,7 %6.200.000[3]
Louisiana Purchase1803529.911.6802.144.00021,8 %23.213.568[3]
Red River Basin1782 bis 181729.601.920120.0001,2 %0[3]
Abtretung durch Spanien181946.144.640187.0001,9 %6.674.057[3]
Oregon-Kompromiss1846183.386.240742.0007,5 %0[3]
Abtretung durch Mexiko1848338.680.9601.371.00013,9 %16.295.149[3]
Kauf von Texas185078.926.720319.0003,2 %15.496.448[3]
Gadsden-Kauf185318.988.80077.0000,8 %10.000.000[3]
Alaska-Kauf1867378.242.5601.531.00015,6 %7.200.000[3]
Zusammen1781 bis 18671.840.709.1207.449.00075,6 %85.079.222[3]

Die Fläche des Louisiana Purchase steht in der Tabelle ohne die Gebiete, die 1819 im Vertrag mit Spanien wegfielen. Texas zählt nicht zu den 30 public land states; in der Tabelle steht nur das Land, das der Bund 1850 von Texas kaufte.[3] Die Kosten weichen teils von den Beträgen in den Verträgen ab: Für den Louisiana Purchase nennt die Tabelle 23.213.568 Dollar, der Vertrag 15 Millionen Dollar.[3, 4] Für die Abtretung durch Spanien 1819 nennt sie 6.674.057 Dollar, obwohl Spanien nach dem Office of the Historian keine Zahlung erhielt und die USA nur die Haftung für Schäden von 5 Millionen Dollar übernahmen.[3, 6] Die Tabelle erklärt diese Unterschiede nicht.[3]

1803: Louisiana Purchase

Am 30. April 1803 kauften die USA von Frankreich 828.000 Quadratmeilen Land westlich des Mississippi für 15 Millionen Dollar, rund 4 Cent je Acre, und verdoppelten damit ihre Fläche.[4] Spanien hatte das Gebiet seit 1762 besessen und 1800 an Frankreich abgetreten; es umfasste ganz oder teilweise 15 heutige Bundesstaaten zwischen dem Mississippi und den Rocky Mountains.[5] Eigentlich durften die Unterhändler Robert Livingston und James Monroe nur bis zu 10 Millionen Dollar für den Hafen New Orleans und Florida bieten, dann bot ihnen Napoleon Bonaparte das ganze Gebiet an (Louisiana Purchase).[4, 5] Im selben Jahr brach das Corps of Discovery unter Meriwether Lewis und William Clark auf und reiste bis 1806 an den Pazifik und zurück; laut National Park Service gehörte sie zu einem Plan der Regierung, das Oregon Country für Siedler zu öffnen (Lewis-und-Clark-Expedition).[16, 1]

1819: Vertrag mit Spanien

1818 besetzte General Andrew Jackson bei einem Feldzug gegen die Seminolen und entflohene Sklaven die spanischen Forts Pensacola und St. Marks in Florida.[6] Im Adams-Onís-Vertrag von 1819, der 1821 ratifiziert wurde, trat Spanien danach Ostflorida ab und verzichtete auf Westflorida. Beide Seiten legten die Westgrenze des Louisiana-Gebiets fest, Spanien gab seine Ansprüche im pazifischen Nordwesten auf, und die USA erkannten die spanische Herrschaft über Texas an. Eine Zahlung erhielt Spanien nicht; die USA übernahmen die Haftung für Schäden von 5 Millionen Dollar, die amerikanische Aufständische angerichtet hatten.[6]

1845: Texas

Texas hatte sich 1836 in einem Krieg von Mexiko gelöst und war seitdem eine unabhängige Republik (Texanische Revolution).[7, 8] Weil Mexiko mit Krieg drohte, verzichtete Präsident Martin Van Buren zunächst auf die Annexion, und ein Annexionsvertrag scheiterte im Juni 1844 im Senat. Am 1. März 1845 unterzeichnete Präsident John Tyler stattdessen einen gemeinsamen Beschluss beider Kammern des Kongresses.[7, 8] Am 29. Dezember 1845 wurde Texas als 28. Bundesstaat aufgenommen.[8] Strittig blieb die Grenze: Texas beanspruchte das Land bis zum Rio Grande, Mexiko sah sie am Nueces weiter nördlich.[7]

1846: Oregon

Das Oregon-Gebiet reichte von der Pazifikküste bis zu den Rocky Mountains und umfasste die heutigen Staaten Oregon und Washington und den größten Teil von British Columbia. Spanien, Großbritannien, Russland und die USA hatten es beansprucht; die USA beriefen sich auf die Erkundungen von Lewis und Clark und auf Handelsposten wie Astoria an der Mündung des Columbia River.[9] Im Frühjahr 1843 brach in Independence in Missouri ein Wagenzug mit fast 1.000 Menschen nach Oregon auf, bis 1846 folgten Tausende über den Oregon Trail.[1] Im Kongress kam die Parole "54 Grad 40 Minuten oder Kampf" auf. Präsident James K. Polk, ein Anhänger der Manifest Destiny, schlug Großbritannien den 49. Breitengrad als Grenze vor, und am 18. Juni 1846 billigte der Senat den Vertrag mit 41 zu 14 Stimmen; Vancouver Island blieb ganz bei Kanada.[9]

1848: Abtretung durch Mexiko

Polk ließ im Juli 1845 Truppen unter Zachary Taylor in das umstrittene Gebiet zwischen Nueces und Rio Grande vorrücken. Nach Gefechten dort erklärten die USA Mexiko am 13. Mai 1846 den Krieg (Mexikanisch-Amerikanischer Krieg), und nach der Einnahme von Mexiko-Stadt im September 1847 handelte Nicholas Trist vom Außenministerium den Frieden aus.[7, 10] Im Vertrag von Guadalupe Hidalgo vom 2. Februar 1848 trat Mexiko rund 525.000 Quadratmeilen ab, 55 Prozent seines Gebiets vor dem Krieg: das heutige Kalifornien, Nevada, Utah, New Mexico, den größten Teil von Arizona und Colorado und Teile von Oklahoma, Kansas und Wyoming. Den Rio Grande erkannte es als Grenze an.[10, 7] Die USA zahlten 15 Millionen Dollar und übernahmen Forderungen amerikanischer Bürger an Mexiko bis zu 3,25 Millionen Dollar.[7] Der Vertrag versprach den Mexikanern im neuen Staatsgebiet den Schutz ihres Eigentums und ihrer Bürgerrechte. Den Artikel X, der die mexikanischen Landzuteilungen (land grants) schützen sollte, strich der Senat aber, als er den Vertrag am 10. März 1848 ratifizierte.[10] Schon im Januar 1848 war in Kalifornien Gold gefunden worden (Kalifornischer Goldrausch).[17]

1853: Gadsden-Kauf

Auch nach dem Krieg stritten beide Staaten weiter, unter anderem über das Mesilla-Tal. Die USA suchten außerdem eine südliche Route für eine Eisenbahn zum Pazifik, und alle brauchbaren Strecken führten über mexikanisches Gebiet.[11] Am 30. Dezember 1853 unterzeichnete der US-Gesandte James Gadsden einen Vertrag über 45.000 Quadratmeilen für 15 Millionen Dollar. Nach dem Office of the Historian schloss er ihn mit Mexikos Präsident Antonio de Santa Anna; der Vertragstext nennt als mexikanischen Unterzeichner den Bevollmächtigten Manuel Diez de Bonilla.[11, 33] Der Senat billigte am 25. April 1854 eine geänderte Fassung: 29.670 Quadratmeilen für 10 Millionen Dollar. Das Land gehört heute zu Arizona und New Mexico.[11] Mit dem Gadsden-Kauf stand die Südgrenze der heutigen USA fest.[11, 10] Als letzte Territorien im zusammenhängenden Staatsgebiet wurden New Mexico und Arizona erst 1912 Bundesstaaten.[8]

1867: Alaska

Am 30. März 1867 einigten sich Außenminister William H. Seward und der russische Gesandte Edouard de Stoeckl auf den Kauf Alaskas für 7,2 Millionen Dollar. Für weniger als 2 Cent je Acre bekamen die USA fast 600.000 Quadratmeilen.[12, 13] Der Senat stimmte am 9. April zu, am 18. Oktober 1867 wurde Alaska übergeben. Kritiker spotteten über "Seward's Folly", bis 1896 Gold am Klondike im kanadischen Yukon gefunden wurde und Alaska zum Zugang zu den Goldfeldern wurde. Bundesstaat wurde Alaska am 3. Januar 1959 (Alaska-Kauf, Klondike-Goldrausch).[12, 13]

Wie wurde der Westen besiedelt?

Die ersten Siedler zogen auf Trails nach Westen. 1836 fuhren die ersten Wagen von Missouri in Richtung Oregon, 1841 machte sich die erste Auswanderergruppe über Land nach Kalifornien auf (Trails des Wilden Westens, California Trail).[1, 17] Die Mormonen kamen 1847 nach Utah, bauten Salt Lake City und besiedelten von dort aus weite Teile des Westens in den Rocky Mountains (Mormon Trail).[18] Den großen Ansturm brachte der Goldfund in Kalifornien: Zehntausende "Forty-Niners" zogen zu den Goldfeldern, und 1850 wurde Kalifornien Bundesstaat.[17]

Die Great Plains kannten die meisten Amerikaner lange nur als "Great American Desert", als unwirtliches Land mit schlechtem Boden und wenig Wasser. Nach Britannica änderten das erst die Jahre nach dem Bürgerkrieg: der Homestead Act von 1862, die erste transkontinentale Eisenbahn von 1869 und der Stacheldraht (Britannica nennt 1873; Joseph F. Glidden meldete sein Patent am 27. Oktober 1873 an, erteilt wurde es am 24. November 1874[34]), dazu Fortschritte im Trockenfeldbau und in der Bewässerung und die Einweisung der indigenen Nationen in Reservate nach langen, brutalen Kriegen.[18]

Der Homestead Act vom 20. Mai 1862 versprach 160 Acres vermessenes Staatsland, wenn jemand fünf Jahre darauf lebte und es bewirtschaftete; außer einer kleinen Gebühr kostete das Land nichts.[19] Fast vier Millionen Homesteader ließen sich in 123 Jahren in 30 Staaten nieder, und 270 Millionen Acres, 10 Prozent der Fläche der USA, wurden nach dem Gesetz beansprucht und besiedelt. In Kraft blieb es bis 1976, in Alaska bis 1986.[20] Die National Archives schränken ein: Das meiste Land ging an Spekulanten, Viehzüchter, Bergbau, Holzfirmen und Eisenbahnen. Von rund 500 Millionen Acres, die das General Land Office von 1862 bis 1904 vergab, bekamen Homesteader nur 80 Millionen.[19]

Der Pacific Railway Act vom 1. Juli 1862 förderte mit Land und Krediten eine Eisenbahn- und Telegrafenlinie vom Missouri zum Pazifik. Die Union Pacific baute ab 1863 mit mehr als 8.000 irischen, deutschen und italienischen Einwanderern von Omaha nach Westen, die Central Pacific mit über 10.000 chinesischen Arbeitern von Sacramento nach Osten. Am 10. Mai 1869 trafen sich die Strecken in Promontory in Utah (Transkontinentale Eisenbahn, Chinesische Arbeiter beim Eisenbahnbau).[21] Insgesamt genehmigte der Kongress vier transkontinentale Bahnen und gab ihnen 174 Millionen Acres öffentliches Land für die Trassen.[21]

Wie weit die Besiedlung reichte, maß das Census Bureau an einer Siedlungsgrenze. 1890 fand es im Westen so viele besiedelte Inseln, dass sich keine durchgehende Frontier Line mehr ziehen ließ; was das für das Ende des Wilden Westens bedeutet, erklärt die Seite Wann war der Wilde Westen?[22]

Kleines Haus aus Grassoden mit begrüntem Dach auf offener Prärie, daneben ein hölzerner Pflug und ein Wasserfass, davor ein frisch umgepflügtes Feld unter weitem Wolkenhimmel
Homestead auf der Prärie: Der Homestead Act von 1862 versprach 160 Acres Land nach fünf Jahren Wohnsitz. Bild: KI-generiert

Wie hing die Westexpansion mit dem Bürgerkrieg zusammen?

Jeder Landgewinn verschärfte nach den National Archives den Streit zwischen Norden und Süden über die Sklaverei. Bei jedem neuen Territorium und Staat ging es um das Gleichgewicht zwischen "freien" Staaten und Sklavenstaaten, und dafür brauchte es brüchige Kompromisse wie den Missouri-Kompromiss und den Kompromiss von 1850.[4] Schon am 8. August 1846 beantragte der Abgeordnete David Wilmot, die Sklaverei in allen Gebieten zu verbieten, die die USA im Krieg gegen Mexiko erwarben; Senatoren der Südstaaten verhinderten diesen Wilmot Proviso.[7] Kalifornien kam 1850 im Rahmen des Kompromisses als freier Staat in die Union.[8]

Der Kansas-Nebraska Act vom 30. Mai 1854 schuf die Territorien Kansas und Nebraska und hob den Missouri-Kompromiss auf, der die Sklaverei im Louisiana-Gebiet nördlich von 36 Grad 30 Minuten verboten hatte. Über die Sklaverei sollten nun die Siedler selbst entscheiden. In Kansas kämpften Gegner und Befürworter bald mit Gewalt um die Mehrheit, was dem Territorium den Namen "Bleeding Kansas" eintrug, und Gegner des Gesetzes halfen, die Republikanische Partei zu gründen. Nach den National Archives rückten die USA damit näher an den Bürgerkrieg heran (Der Bürgerkrieg und der Wilde Westen).[23]

Welche Folgen hatte die Westexpansion für die indigenen Nationen?

Die Verträge über den Louisiana Purchase und die späteren Gebiete schlossen die USA mit Frankreich, Spanien, Großbritannien, Mexiko und Russland.[4, 6, 9, 10, 13] Der Louisiana Purchase überging nach den National Archives die möglichen Folgen für die Tausenden Menschen aus Dutzenden Nationen, die in dem Gebiet lebten. Mit den neuen Territorien und Staaten kamen immer mehr Siedler aus dem Osten, und es kam zu Konflikten. Am Ende wurden die Menschen in Reservate gezwungen und verloren große Teile ihres Landes; die Regierung drängte sie, ihre Lebensweise aufzugeben, und versuchte, ihre Religionen und ihr kulturelles Erbe auszulöschen.[4] Selbst die Expedition von Lewis und Clark, die auf die Hilfe von mehr als 50 Nationen angewiesen war, nennt der National Park Service einen Wendepunkt, der gerade diesen Nationen unermessliche Verluste brachte.[16]

Östlich des Mississippi begann die Vertreibung schon früher. 1814 besiegte Andrew Jackson die Muscogee (Creek) in der Schlacht am Horseshoe Bend und zwang ihnen einen Vertrag auf, mit dem sie über 20 Millionen Acres abtraten, etwa die Hälfte des heutigen Alabama und ein Fünftel von Georgia (Muscogee).[24] Der Indian Removal Act, den Jackson als Präsident am 28. Mai 1830 unterzeichnete, erlaubte es dem Präsidenten, den Nationen Land westlich des Mississippi im Tausch gegen ihr Land in den bestehenden Staaten zu geben.[26] Bis zum Ende seiner Amtszeit unterzeichnete Jackson fast 70 Verträge zur Umsiedlung, und fast 50.000 Menschen aus dem Osten wurden in das Indianer-Territorium gebracht.[24]

Die Cherokee wehrten sich vor Gericht; die Mehrheit stand hinter ihrem Principal Chief John Ross.[24] Im Mai 1838 vertrieben Truppen der US-Armee und Milizen der Staaten mehr als 16.000 Cherokee aus Tennessee, Alabama, North Carolina und Georgia.[25] Wie viele auf dem Trail of Tears starben, geben die Quellen verschieden an. Das Office of the Historian nennt drei- bis viertausend Tote unter 15.000 bis 16.000 Cherokee, die Library of Congress etwa 4.000; der National Park Service schreibt von mehr als tausend Toten unterwegs und von vielleicht mehreren Tausend, die an den Folgen der Vertreibung starben.[24, 26, 25]

Westlich des Mississippi setzte sich der Landverlust fort. Verträge und Gesetze wie der Indian Appropriations Act von 1851 drängten nach dem National Park Service viele Nationen in Reservate. Der Homestead Act vergab Land in 30 Staaten, das traditionelles oder vertraglich zugesichertes Land vieler Nationen war, und mit den Siedlern gingen die Bisonherden zurück, Zäune wurden gebaut und Wasser umgeleitet.[27] Der Vertrag von Fort Laramie von 1868 schuf für die Lakota ein großes Reservat im Westen des heutigen South Dakota mit den Black Hills. Nachdem Geologen einer Armee-Expedition unter George Armstrong Custer 1874 dort Gold gefunden hatten, drangen Bergleute gegen den Vertrag in das Gebiet ein; nach der Schlacht am Little Bighorn 1876 nahm die Regierung den Lakota die Black Hills ohne Entschädigung (Verträge von Fort Laramie).[29]

Der Dawes Act vom 8. Februar 1887 teilte das gemeinsame Land der Reservate in einzelne Parzellen auf.[28] Was danach übrig blieb, wurde zum "Überschuss" erklärt und an Nicht-Indigene vergeben, zum Teil in den Landläufen in Oklahoma von 1891 bis 1895, bei denen zählte, wer zuerst kam. Der erste Oklahoma Land Run von 1889 öffnete dagegen Land, das keiner Nation zugewiesen war (Oklahoma Land Run).[32] Das Reservatsland schrumpfte nach dem National Park Service von 138 Millionen Acres im Jahr 1887 auf 48 Millionen Acres im Jahr 1934, um 65 Prozent (Die Indianerkriege, Reservate).[27]

Einige Bürger der Vereinigten Staaten besitzen Rechtstitel auf Land, das die Regierung meinen Vätern und meinem Volk gegeben hat. Wenn es mir gegeben wurde, welches Recht haben die Vereinigten Staaten, es mir zu nehmen, ohne mich vorher um meine Zustimmung zu bitten?

Chitto Harjo, Muscogee (Creek), zitiert vom National Park Service, Seite Native Americans and the Homestead Act, Abschnitt The Dawes Act and Homesteading Übersetzung der Redaktion[27]
Eine kleine Bisonherde grast aus der Ferne gesehen auf welliger Kurzgrasprärie unter bewölktem Himmel, dahinter ein Flusstal
Mit den Siedlern gingen die Bisonherden der Plains zurück. Bild: KI-generiert

Wie erinnern die USA heute an die Westexpansion?

In St. Louis steht der Gateway Arch National Park, früher Jefferson National Expansion Memorial. Den 630 Fuß (umgerechnet rund 192 Meter) hohen Bogen aus Edelstahl entwarf Eero Saarinen. Ein landesweiter Wettbewerb wählte den Entwurf 1947 und 1948 als Denkmal für den Geist der Pioniere des Westens aus, fertig war der Bogen am 28. Oktober 1965.[30] Das Museum darunter erzählt auch von den indigenen, französischen und kreolischen Kulturen von St. Louis vor dem Louisiana Purchase. Der mythische Westen, heißt es in der Abteilung New Frontiers, sei weltweit bekannter als die tatsächliche Geschichte.[30, 31]

Der National Park Service betreut außerdem National Historic Trails auf den Wegen der Expansion, darunter den 4.900 Meilen langen Lewis and Clark National Historic Trail, den Oregon und den California National Historic Trail und den Trail of Tears National Historic Trail.[16, 1, 17, 25] Im Homestead National Historical Park behandelt die Ausstellung "Opportunity and Displacement" (Chance und Vertreibung), wie die Landgesetze die indigenen Nationen trafen; Beratungen mit indigenen Menschen halfen bei ihrer Gestaltung.[27]

Zeitleiste der Westexpansion

Zeitleiste: Westexpansion der USA
  1. 1783Im Frieden von Paris tritt Großbritannien das Land östlich des Mississippi an die unabhängigen USA ab.[2]
  2. 13.07.1787Die Northwest Ordinance legt fest, wie aus Territorien neue Bundesstaaten werden.[15]
  3. 1803Das Corps of Discovery unter Lewis und Clark bricht auf; die Reise an den Pazifik und zurück dauert bis 1806.[16] Lewis-und-Clark-Expedition
  4. 30.04.1803Die USA kaufen von Frankreich 828.000 Quadratmeilen Land westlich des Mississippi für 15 Millionen Dollar (Louisiana Purchase).[4] Louisiana Purchase
  5. 1819Im Adams-Onís-Vertrag tritt Spanien Ostflorida ab und gibt seine Ansprüche im pazifischen Nordwesten auf; ratifiziert wird er 1821.[6]
  6. 28.05.1830Präsident Andrew Jackson unterzeichnet den Indian Removal Act.[26] Indian Removal Act
  7. Mai 1838Die US-Armee und Milizen der Staaten beginnen, mehr als 16.000 Cherokee aus ihrer Heimat zu vertreiben (Trail of Tears).[25] Trail of Tears
  8. 1843In Independence in Missouri bricht ein Wagenzug mit fast 1.000 Menschen nach Oregon auf.[1] Oregon Trail
  9. 29.12.1845Texas wird als 28. Bundesstaat aufgenommen.[8, 7]
  10. 13.05.1846Die USA erklären Mexiko den Krieg.[7] Mexikanisch-Amerikanischer Krieg
  11. 18.06.1846Der Senat billigt den Oregon-Vertrag mit Großbritannien, die Grenze folgt dem 49. Breitengrad.[9]
  12. Januar 1848In Kalifornien wird Gold gefunden.[17] Kalifornischer Goldrausch
  13. 02.02.1848Im Vertrag von Guadalupe Hidalgo tritt Mexiko 55 Prozent seines Gebiets an die USA ab.[10, 7] Vertrag von Guadalupe Hidalgo
  14. 30.12.1853James Gadsden unterzeichnet in Mexiko-Stadt den Vertrag über den Gadsden-Kauf; 1854 billigt der Senat eine geänderte Fassung über 29.670 Quadratmeilen für 10 Millionen Dollar.[11]
  15. 30.05.1854Der Kansas-Nebraska Act schafft die Territorien Kansas und Nebraska und hebt den Missouri-Kompromiss auf.[23]
  16. 20.05.1862Der Homestead Act verspricht 160 Acres Staatsland nach fünf Jahren Wohnsitz.[19] Homestead Act
  17. 01.07.1862Der Pacific Railway Act fördert eine Eisenbahn- und Telegrafenlinie vom Missouri an den Pazifik.[21] Die erste transkontinentale Eisenbahn
  18. 30.03.1867Die USA kaufen Alaska von Russland für 7,2 Millionen Dollar.[12, 13] Alaska-Kauf
  19. 1868Der Vertrag von Fort Laramie schafft für die Lakota ein großes Reservat mit den Black Hills.[29] Verträge von Fort Laramie
  20. 10.05.1869In Promontory in Utah wird die erste transkontinentale Eisenbahn fertig.[21] Die erste transkontinentale Eisenbahn
  21. 08.02.1887Der Dawes Act teilt das gemeinsame Land der Reservate in einzelne Parzellen auf.[28] Dawes Act
  22. 1890Nach der Volkszählung findet das Census Bureau keine durchgehende Siedlungsgrenze mehr.[22]
  23. 14.02.1912Mit Arizona sind die 48 zusammenhängenden Bundesstaaten vollständig.[8]

Karte: Landerwerb der USA

Karte: Landerwerb der USA von 1803 bis 1867170° W165° W160° W155° W150° W145° W140° W135° W130° W125° W120° W115° W110° W105° W100° W95° W90° W85° W80° W75° W70° W65° W60° W55° W25° N30° N35° N40° N45° N50° N55° N60° N65° N70° N1Louisiana Purchase2Texanische Revolution3Mexikanisch-Amerikanischer…5Alaska-Kauf
Karte: Landerwerb der USA von 1803 bis 1867
  1. 1Louisiana Purchase (St. Louis, Ort der Übergabe vom 9. und 10. März 1804) 38,64° N, 90,24° W[35]
  2. 2Texanische Revolution (La Porte, beim Schlachtfeld von San Jacinto) 29,67° N, 95,05° W[36]
  3. 3Mexikanisch-Amerikanischer Krieg (Palo Alto Battlefield National Historical Park, Ort der ersten großen Schlacht) 26,02° N, 97,47° W[37]
  4. 4Vertrag von Guadalupe Hidalgo (Gustavo A. Madero, Mexiko-Stadt (Stadtbezirk der Villa de Guadalupe, Ort der Unterzeichnung; Punkt: Koordinate des Stadtbezirks laut INEGI)) 19,48° N, 99,11° W[38, 39], außerhalb des Ausschnitts
  5. 5Alaska-Kauf (Sitka, Alaska (Ort der Übergabe; Punkt: Mittelpunkt von City and Borough laut U.S. Census Bureau)) 57,19° N, 135,37° W[40]
Umrisse: Natural Earth (gemeinfrei). Eigene Darstellung ohne Kartendienst.

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Häufige Fragen

Was ist die Westexpansion der USA?

So heißt die Ausdehnung der Vereinigten Staaten nach Westen im 19. Jahrhundert: der Erwerb von Land vom Mississippi bis zum Pazifik und die Besiedlung dieser Gebiete. Die National Archives nennen den Louisiana Purchase von 1803 den ersten großen Landerwerb in dieser Reihe.

Wann fand die Westexpansion statt?

Der Landerwerb reichte vom Louisiana Purchase 1803 bis zum Kauf Alaskas 1867; die Grenzen des zusammenhängenden Staatsgebiets standen mit dem Gadsden-Kauf fest, den die USA und Mexiko 1853 unterzeichneten und 1854 in geänderter Fassung abschlossen. Als letzte Territorien im Kernland wurden New Mexico und Arizona 1912 Bundesstaaten.

Welche Gebiete erwarben die USA im Westen?

Den Louisiana Purchase von Frankreich 1803, Florida und Grenzansprüche von Spanien 1819, Texas durch die Annexion von 1845, das Oregon-Gebiet durch den Vertrag mit Großbritannien 1846, die Abtretung durch Mexiko 1848, den Gadsden-Kauf 1853 und Alaska von Russland 1867.

Wie viel kostete der Louisiana Purchase?

Der Kaufpreis betrug 15 Millionen Dollar für 828.000 Quadratmeilen, rund 4 Cent je Acre. Die Statistik des Bureau of Land Management nennt Kosten von 23.213.568 Dollar.

Was war der Gadsden-Kauf?

Ein Vertrag mit Mexiko, den James Gadsden am 30. Dezember 1853 unterzeichnete. Der Senat billigte 1854 eine geänderte Fassung: 29.670 Quadratmeilen für 10 Millionen Dollar. Das Land gehört heute zu Arizona und New Mexico, und mit ihm stand die Südgrenze der USA fest.

Was hat Manifest Destiny mit der Westexpansion zu tun?

Mitte des 19. Jahrhunderts glaubten viele Amerikaner, ihr Land habe ein gottgegebenes Recht, sich auszudehnen, eine "manifest destiny". Präsident James K. Polk, der das Oregon-Gebiet und den Südwesten gewann, war ein Anhänger dieser Idee. Mehr dazu auf der Seite Manifest Destiny.

Welche Folgen hatte die Westexpansion für die indigenen Völker?

Die Nationen verloren große Teile ihres Landes durch Verträge, Vertreibung und Reservate. Nach dem Indian Removal Act von 1830 wurden die Nationen des Südostens nach Westen vertrieben, Siedler drängten in ihr Land, und nach dem Dawes Act schrumpfte das Reservatsland von 138 Millionen Acres 1887 auf 48 Millionen Acres 1934.

Wie hing die Westexpansion mit dem Bürgerkrieg zusammen?

Mit jedem neuen Territorium stellte sich die Frage, ob dort Sklaverei erlaubt sein sollte. Der Kansas-Nebraska Act von 1854 hob den Missouri-Kompromiss auf und führte zu Gewalt in Kansas. Nach den National Archives rückten die USA damit näher an den Bürgerkrieg heran.

Quellen

  1. Amtliche Stelle History and Culture. National Park Service, Oregon National Historic Trail. Stand Last updated 23.04.2025. abgerufen am 24.10.2026
  2. Nachschlagewerk American frontier. Encyclopaedia Britannica, Britannica Editors. Stand 26.08.2026. abgerufen am 24.10.2026
  3. Amtliche Stelle Public Land Statistics 2024, Teil 1, Tabelle 1-1 Acquisition of the Public Domain, 1781 to 1867, mit Karte Acquisitions. U.S. Department of the Interior, Bureau of Land Management. Stand Ausgabe 2024. abgerufen am 24.10.2026
  4. Amtliche Stelle Louisiana Purchase Treaty (1803), Milestone Documents. National Archives. Stand Last reviewed 10.05.2022. abgerufen am 24.10.2026
  5. Amtliche Stelle Louisiana Purchase, 1803 (Milestones in the History of U.S. Foreign Relations). U.S. Department of State, Office of the Historian. Stand ohne Datum, Reihe nicht mehr gepflegt. abgerufen am 24.10.2026
  6. Amtliche Stelle Acquisition of Florida: Treaty of Adams-Onis (1819) and Transcontinental Treaty (1821) (Milestones in the History of U.S. Foreign Relations). U.S. Department of State, Office of the Historian. Stand ohne Datum, Reihe nicht mehr gepflegt. abgerufen am 24.10.2026
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