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Manifest Destiny

Kurz erklärt Manifest Destiny, wörtlich "offensichtliches Schicksal", war die Überzeugung, die Vorsehung habe den USA den Kontinent bis zum Pazifik zugedacht. Die Wendung stand zuerst im Juli/August-Heft 1845 der Zeitschrift Democratic Review, deren Herausgeber John L. O'Sullivan war. Befürworter rechtfertigten damit die Annexion von Texas und den Erwerb von Oregon, New Mexico und Kalifornien; Mexiko trat 1848 mehr als die Hälfte seines Gebiets ab.

Weite Prärie im Licht der späten Nachmittagssonne, schwache Wagenspuren führen nach Westen auf schneebedeckte Berge zu
Bild: KI-generiert

Was bedeutet Manifest Destiny?

Manifest Destiny steht in der Geschichte der USA für die Vorstellung, das Land werde sich unausweichlich nach Westen bis zum Pazifik und darüber hinaus ausdehnen. Nach dieser Idee hatten die Vereinigten Staaten ein von Gott verliehenes Recht, ihre Grenzen so weit zu verschieben.[2] Wörtlich übersetzt heißt die Wendung "offensichtliches Schicksal": manifest bedeutet offensichtlich, destiny Schicksal.[16, 17] Vor dem Bürgerkrieg diente die Idee als Begründung für den Erwerb des Oregon-Gebiets, von Texas, New Mexico und Kalifornien und begleitete damit die Westexpansion der USA.[2]

Wer prägte den Begriff Manifest Destiny?

Die Wendung erschien zuerst im Juli/August-Heft 1845 der Zeitschrift The United States Magazine, and Democratic Review. Der Aufsatz "Annexation" auf den Seiten 5 bis 10 trägt keinen Verfassernamen. Er verlangte, den Streit um die Aufnahme von Texas in die Union zu beenden, und stellte gleich zu Beginn fest: "Texas is now ours" (Texas gehört jetzt uns).[1] Den Vorwurf, die Annexion sei eine Eroberung gewesen, wies der Text zurück: Die Unabhängigkeit von Texas sei vollständig und rechtmäßig gewesen, die Loslösung gehe allein auf Handlungen und Schuld Mexikos zurück. Außerdem rechnete er damit, dass die Bevölkerung der USA bis 1945 auf 250 bis 300 Millionen Menschen wachsen werde.[1]

Die Encyclopaedia Britannica schreibt den Aufsatz John L. O'Sullivan zu, dem Herausgeber der Zeitschrift, die der Demokratischen Partei als Sprachrohr diente. Die Wendung stand dort mitten im dritten Absatz, in einer Klage über Frankreich und England, die sich in die Texas-Frage einmischten.[1, 2]

... die Erfüllung unserer offensichtlichen Bestimmung zu hemmen, uns über den Kontinent auszubreiten, den die Vorsehung uns für die freie Entwicklung unserer sich jährlich vermehrenden Millionen zugeteilt hat.

Aufsatz "Annexation", ohne Verfassernamen, meist John L. O'Sullivan zugeschrieben, The United States Magazine, and Democratic Review, Band 17, Nr. 85, Juli und August 1845, Seite 5 Übersetzung der Redaktion[1]

Ein breites Publikum griff die Idee erst auf, als O'Sullivan sie am 27. Dezember 1845 in einer Kolumne der Zeitung New York Morning News ausbaute. Es ging um den Streit mit Großbritannien über das Oregon-Gebiet, und er berief sich auf "the right of our manifest destiny": das Recht, den ganzen Kontinent zu besitzen, den die Vorsehung den USA für das große Experiment der Freiheit gegeben habe.[2] Die Whigs, die Gegenpartei der Demokraten, versuchten das Schlagwort als kriegerisch und aufgeblasen abzutun; der Abgeordnete Robert Winthrop aus Massachusetts nutzte es, um die Oregon-Politik von Präsident James K. Polk zu verspotten. Demokraten machten es dagegen zu ihrer Losung.[2]

Mit den Jahren geriet in Vergessenheit, wer die Wendung erfunden hatte. Erst 1927 nannte der Historiker Julius W. Pratt in der American Historical Review O'Sullivan als Urheber, und laut Britannica wurde das allgemein übernommen.[2] In ihrer Biografie von Jane McManus Storm Cazneau, erschienen 2001, schrieb die Historikerin Linda S. Hudson die Wendung dieser Journalistin zu, die für O'Sullivan bei der Democratic Review schrieb und oft ohne Namen veröffentlichte.[12] Der Aufsatz von 1845 selbst nennt keinen Verfasser.[1]

Schreibpult aus dem 19. Jahrhundert mit Federkiel in einem Tintenfass aus Messing, leeren Blättern und einer Öllampe
Schreibpult einer Redaktion der 1840er Jahre als Stillleben. Die Wendung Manifest Destiny stand 1845 in einem Aufsatz ohne Verfassernamen. Bild: KI-generiert

Wie kam es zur Idee der Manifest Destiny?

Die Haltung hinter dem Schlagwort war laut Britannica viel älter als der Name. Mit dem Louisiana Purchase von 1803 verdoppelte Präsident Thomas Jefferson die Fläche des Landes.[2] 1819 trat Spanien im Transkontinentalen Vertrag, auch Adams-Onís-Vertrag genannt, seine Ansprüche auf das Oregon-Gebiet an die USA ab.[2, 4]

Für die Nationen im Südosten bedeutete die Ausdehnung schon vor 1845 Landverlust und Vertreibung.[2] Die Regierung nutzte Verträge, um sie von ihrem Land zu verdrängen, und der Indian Removal Act von 1830 verstärkte dieses Mittel. Wo das nicht genügte, verletzte sie laut dem Office of the Historian des US-Außenministeriums mitunter Verträge und Urteile des Obersten Gerichtshofs.[13] 1838 trieben Truppen unter General Winfield Scott die Cherokee in Lager und von dort nach Westen. Nach Angaben der Cherokee Nation starben etwa 4.000 Menschen, rund ein Viertel der Bevölkerung, in den Lagern oder auf dem Trail of Tears.[14]

Texas, Oregon und Mexiko: Was geschah von 1845 bis 1854?

Die Annexion von Texas

Texas hatte sich 1836 in einem Krieg von Mexiko gelöst (Texanische Revolution).[3] Präsident Martin Van Buren verzichtete auf eine Annexion, weil Mexiko mit Krieg drohte. Ein Annexionsvertrag von Präsident John Tyler scheiterte im Juni 1844 im Senat. Kurz vor dem Ende seiner Amtszeit setzte Tyler mit Unterstützung des gewählten Nachfolgers Polk stattdessen eine gemeinsame Resolution beider Kammern des Kongresses durch, laut Office of the Historian am 1. März 1845. Am 29. Dezember 1845 wurde Texas ein Bundesstaat.[3] Mexiko erkannte Texas nicht als Gebiet der USA an.[7]

Der Krieg gegen Mexiko

Präsident James K. Polk war mit einem Programm der Ausdehnung gewählt worden. Er schickte Truppen unter Zachary Taylor in das Gebiet zwischen den Flüssen Nueces und Rio Grande, das Texas und Mexiko beide beanspruchten.[3] Polk habe Mexiko absichtlich zum Krieg gereizt, schreibt der National Park Service. Er zitiert Oberst Hitchcock aus Taylors Armee mit dem Satz "We have not one particle of right to be here" (Wir haben nicht das geringste Recht, hier zu sein).[7] Nach Gefechten im umstrittenen Gebiet erklärten die USA Mexiko am 13. Mai 1846 den Krieg.[3, 7]

Im September 1847 nahmen US-Truppen Mexiko-Stadt ein.[3] Am 2. Februar 1848 wurde der Vertrag von Guadalupe Hidalgo unterzeichnet. Mexiko trat 55 Prozent seines Gebiets ab und erkannte den Rio Grande als Grenze zu den USA an.[3, 6] Expansionistische Demokraten hatten sogar die Annexion ganz Mexikos verlangt.[3] Der Senat stimmte am 10. März 1848 zu, laut Office of the Historian und laut U.S. Capitol Visitor Center mit 38 zu 14, laut National Archives mit 34 zu 14 Stimmen, und strich den Artikel X, der mexikanische Landzuteilungen schützen sollte.[3, 6, 20] Der Sieg im Mexikanisch-Amerikanischen Krieg festigte laut National Park Service den Glauben an die Manifest Destiny.[7]

Oregon und der Gadsden-Kauf

Zur selben Zeit stritten die USA mit Großbritannien um das Oregon-Gebiet zwischen Pazifik und Rocky Mountains. Bis 1843 hatten die vielen Siedler auf dem Oregon Trail die Grenzfrage im Kongress dringlich gemacht, und Scharfmacher forderten mit der Losung "54 Grad 40 Minuten oder Kampf" das ganze Gebiet.[4] Polk, laut Office of the Historian ein Anhänger der Manifest Destiny, schlug London den 49. Breitengrad als Grenze vor. Großbritannien stimmte zu, und der Senat billigte den Vertrag am 18. Juni 1846 mit 41 zu 14 Stimmen.[4]

Die heutige Südgrenze zog erst der Gadsden-Kauf. Am 30. Dezember 1853 unterzeichnete der Gesandte James Gadsden einen Vertrag mit Mexiko, den der Senat am 25. April 1854 in geänderter Fassung billigte. Das Office of the Historian nennt als Vertragspartner Präsident Santa Anna, der Vertragstext als mexikanischen Unterzeichner den Bevollmächtigten Manuel Diez de Bonilla.[5, 21] Das Land, später Teil von Arizona und New Mexico, bot Platz für eine südliche Eisenbahn zum Pazifik.[5]

Landgewinne der USA von 1845 bis 1854
GebietJahrWegFläche und Preis laut Quelle
Texas1845gemeinsame Resolution des Kongresses, Bundesstaat ab 29. Dezember[3]Grenze zu Mexiko umstritten: Nueces oder Rio Grande[3]
Oregon-Gebiet1846Vertrag mit Großbritannien[4]Grenze am 49. Breitengrad[4]
Abtretung Mexikos1848Friedensvertrag nach dem Krieg[6]rund 525.000 Quadratmeilen (rund 1,36 Millionen Quadratkilometer) für 15 Millionen Dollar[2, 3, 6]
Gadsden-Kauf1853 bis 1854Kaufvertrag mit Mexiko[5]29.670 Quadratmeilen (rund 76.800 Quadratkilometer) für 10 Millionen Dollar[5]

American Progress: das Bild zur Manifest Destiny

Die Library of Congress führt "Manifest Destiny" als Nebentitel des Farbdrucks, das Smithsonian American Art Museum als weiteren Titel des Gemäldes, das John Gast 1872 unter dem Titel American Progress malte; das Autry Museum, dem das Original gehört, nennt diesen Titel einen gelegentlichen Fehltitel.[9, 10, 11] Der Maler, 1842 in Berlin geboren, kam als Sechsjähriger in die USA und arbeitete als Maler, Lithograf und Drucker; er starb 1896.[18] Den Auftrag gab George A. Crofutt, der Reiseführer über den Westen verlegte.[10] Das Ölbild misst 11,5 mal 15,75 Zoll, rund 29 mal 40 Zentimeter, und gehört heute dem Autry Museum of the American West in Los Angeles.[10, 11] Um 1873 brachte Crofutt das Bild als Farbdruck (Chromolithografie) heraus; laut einer Anzeige aus Crofutt's Western World auf der Rückseite des Drucks bekam ihn jeder Abonnent kostenlos.[9]

Über der Prärie schwebt eine Frau in weißem Gewand nach Westen, auf der Stirn einen Stern, den Crofutt "Star of Empire" nannte. In der einen Hand trägt sie ein Buch, mit der anderen spannt sie einen Telegrafendraht.[10, 11] Unter ihr ziehen Goldsucher, ein Planwagen, ein Reiter des Pony Express, eine Postkutsche und drei Eisenbahnzüge nach Westen, Farmer pflügen ein Feld. Am linken Bildrand weichen indigene Menschen und Bisons vor ihr zurück.[10, 11]

Ein einzelnes Gleis und eine Reihe hölzerner Telegrafenmasten ziehen über eine offene Prärie nach Westen, in der Ferne Bisons und schneebedeckte Berge
Eisenbahn, Telegraf und Bisons auf der Prärie: Motive, die John Gast 1872 in American Progress zusammenstellte. Bild: KI-generiert

Stephen Aron, Direktor des Autry Museum, liest das Bild als Ausdruck dessen, wie sich weiße Amerikaner des 19. Jahrhunderts die Westexpansion vorstellen wollten. Er kenne kein heutiges Geschichtsbuch, das American Progress als zutreffende Darstellung zeige. Wie viele Landschaftsbilder dieser Art romantisiere es den Westen, lasse die indigenen Völker aus der Szenerie verschwinden und unterstelle, die Ausdehnung sei friedlich verlaufen.[10]

Wer kritisierte die Manifest Destiny?

Schon die Zeitgenossen waren gespalten. Der New-Hampshire Statesman, eine Zeitung der Whigs, spottete am 6. Februar 1846 über einen "windy orator", einen Schwätzer im Repräsentantenhaus, der eine Rede über die "manifest destiny" schwang.[2] Gegen den Krieg mit Mexiko verlangte der damalige Kongressabgeordnete Abraham Lincoln einen Beweis dafür, dass der Ort, an dem der Krieg begonnen hatte, auf US-Boden lag. Henry David Thoreau ging ins Gefängnis, weil er keine Bundessteuern zahlen wollte, die den Krieg finanzierten. Die meisten Amerikaner stellten sich laut National Park Service trotzdem hinter die Regierung.[7]

Ulysses S. Grant diente damals als Leutnant im 4. Infanterieregiment. In seinen Erinnerungen, deren Vorwort vom 1. Juli 1885 stammt, schrieb er, er sei gegen die Annexion von Texas gewesen und halte den folgenden Krieg für "einen der ungerechtesten, die je von einer stärkeren gegen eine schwächere Nation geführt wurden" (Übersetzung der Redaktion).[8] Die Rebellion des Südens sei zum großen Teil aus dem Krieg gegen Mexiko hervorgegangen.[8]

Welche Folgen hatte die Manifest Destiny?

Der Vertrag von Guadalupe Hidalgo dehnte die Grenzen der USA laut National Archives bis an den Pazifik aus, und zusammen mit dem Gadsden-Kauf schuf er ihre heutige Südgrenze.[6] Den mexikanischen Staatsbürgern in den abgetretenen Gebieten sicherte der Vertrag Schutz von Eigentum und Bürgerrechten zu, den Artikel über ihre Landtitel strich der Senat jedoch.[6] Für die indigenen Nationen ebnete der Krieg laut National Park Service den Weg zu weiterer Ausdehnung und Enteignung.[7] Im Gateway Arch National Park fasst der National Park Service die Zeit so zusammen: Die USA wollten nach Westen, durch Krieg oder durch Vertrag, und Siedler lebten mit indigenen Menschen zusammen und gerieten mit ihnen in Konflikt.[15]

Die neuen Gebiete verschärften den Streit um die Sklaverei. Am 8. August 1846 beantragte der Abgeordnete David Wilmot, in allen im Krieg gewonnenen Gebieten Sklaverei und Zwangsarbeit zu verbieten. Senatoren aus dem Süden verhinderten den Zusatz, doch die Frage blieb laut Office of the Historian bis zur Niederlage der Konföderation 1865 offen.[3] 1854 hob der Kansas-Nebraska Act die Grenzlinie des Missouri-Kompromisses von 1820 auf und überließ den Siedlern die Entscheidung über die Sklaverei. Der Streit in Kansas wurde gewalttätig und brachte die USA dem Bürgerkrieg näher.[19]

Weite Flussbiegung des Rio Grande mit Pappeln am sandigen Ufer und trockenen Hügeln unter klarem Himmel am späten Nachmittag
Der Rio Grande: Im Vertrag von Guadalupe Hidalgo erkannte Mexiko 1848 den Fluss als Grenze zu den USA an. Bild: KI-generiert

Nach dem Bürgerkrieg lebte die Idee laut Britannica beim Kauf von Alaska kurz wieder auf. In den 1890er Jahren wurde sie erneut zu einer Kraft der Außenpolitik, als die USA Krieg gegen Spanien führten, Hawaii annektierten und einen Kanal durch Mittelamerika planten.[2]

Erinnerung heute

Im Gateway Arch National Park in St. Louis trägt eine Ausstellungsgalerie des National Park Service den Titel "Manifest Destiny"; dort steht unter anderem eine Postkutsche, und Friedensmedaillen erinnern an die Diplomatie zwischen den USA und den indigenen Nationen.[15] Das Gemälde American Progress hängt im Autry Museum in Los Angeles an einer Wand mit Landschaftsbildern des 19. und 20. Jahrhunderts. Im selben Saal zeigt das Museum Werke indigener Künstlerinnen und Künstler, die das Land und seine Enteignung ganz anders sehen.[10]

Karte

Karte: Schauplätze der Ausdehnung nach Westen170° W165° W160° W155° W150° W145° W140° W135° W130° W125° W120° W115° W110° W105° W100° W95° W90° W85° W80° W75° W70° W65° W60° W55° W25° N30° N35° N40° N45° N50° N55° N60° N65° N70° N1Louisiana Purchase2Texanische Revolution3Mexikanisch-Amerikanischer…5Oregon Trail6Alaska-Kauf
Karte: Schauplätze der Ausdehnung nach Westen
  1. 1Louisiana Purchase (St. Louis, Ort der Übergabe vom 9. und 10. März 1804) 38,64° N, 90,24° W[22]
  2. 2Texanische Revolution (La Porte, beim Schlachtfeld von San Jacinto) 29,67° N, 95,05° W[23]
  3. 3Mexikanisch-Amerikanischer Krieg (Palo Alto Battlefield National Historical Park, Ort der ersten großen Schlacht) 26,02° N, 97,47° W[24]
  4. 4Vertrag von Guadalupe Hidalgo (Gustavo A. Madero, Mexiko-Stadt (Stadtbezirk der Villa de Guadalupe, Ort der Unterzeichnung; Punkt: Koordinate des Stadtbezirks laut INEGI)) 19,48° N, 99,11° W[25, 26], außerhalb des Ausschnitts
  5. 5Oregon Trail (Independence, Missouri, Sammelort der ersten Wagenzüge) 39,09° N, 94,35° W[22]
  6. 6Alaska-Kauf (Sitka, Alaska (Ort der Übergabe; Punkt: Mittelpunkt von City and Borough laut U.S. Census Bureau)) 57,19° N, 135,37° W[27]
Umrisse: Natural Earth (gemeinfrei). Eigene Darstellung ohne Kartendienst.

Zeitleiste

Zeitleiste: Manifest Destiny
  1. 1803Mit dem Louisiana Purchase verdoppeln die USA ihre Fläche.[2] Louisiana Purchase
  2. 1819Im Transkontinentalen Vertrag tritt Spanien seine Ansprüche auf das Oregon-Gebiet an die USA ab.[4]
  3. 1830Der Indian Removal Act verstärkt die Vertreibung der Nationen im Südosten.[13] Indian Removal Act
  4. 01.03.1845Präsident John Tyler setzt die Annexion von Texas mit einer gemeinsamen Resolution beider Kammern des Kongresses durch.[3]
  5. Juli 1845Der Aufsatz "Annexation" in der Democratic Review spricht von "manifest destiny".[1]
  6. 27.12.1845In der New York Morning News beruft sich O'Sullivan im Oregon-Streit auf "the right of our manifest destiny".[2]
  7. 29.12.1845Texas wird Bundesstaat der USA.[3] Texanische Revolution
  8. 13.05.1846Die USA erklären Mexiko den Krieg.[3, 7] Mexikanisch-Amerikanischer Krieg
  9. 18.06.1846Der Senat billigt den Oregon-Vertrag mit Großbritannien, Grenze am 49. Breitengrad.[4] Oregon Trail
  10. 08.08.1846David Wilmot beantragt ein Verbot der Sklaverei in allen im Krieg gewonnenen Gebieten.[3]
  11. 02.02.1848Im Vertrag von Guadalupe Hidalgo tritt Mexiko 55 Prozent seines Gebiets ab.[6] Vertrag von Guadalupe Hidalgo
  12. 25.04.1854Der Senat billigt den geänderten Gadsden-Vertrag über 29.670 Quadratmeilen für 10 Millionen Dollar.[5]
  13. 1872John Gast malt American Progress im Auftrag des Verlegers George A. Crofutt.[10, 11]
  14. 1927Der Historiker Julius W. Pratt nennt O'Sullivan als Urheber der Wendung.[2]
  15. 2001Linda S. Hudson schreibt die Wendung in einer Biografie Jane McManus Storm Cazneau zu.[12]

Mythos und Wahrheit

Häufige Fragen

Was bedeutet Manifest Destiny auf Deutsch?

Wörtlich heißt Manifest Destiny "offensichtliches Schicksal". Gemeint war die Vorstellung, die Vorsehung habe den USA den Kontinent zugeteilt und ihre Ausdehnung nach Westen bis zum Pazifik sei unausweichlich.

Wer hat den Begriff Manifest Destiny geprägt?

Die Wendung stand zuerst in einem Aufsatz ohne Verfassernamen im Juli/August-Heft 1845 der Democratic Review. Die Encyclopaedia Britannica schreibt ihn dem Herausgeber John L. O'Sullivan zu, der die Wendung im Dezember 1845 in der New York Morning News wieder aufgriff. Die Historikerin Linda S. Hudson nennt dagegen Jane McManus Storm Cazneau, die für O'Sullivan schrieb.

Was zeigt das Bild American Progress?

Das Gemälde von John Gast aus dem Jahr 1872 zeigt eine schwebende Frauengestalt, die mit Buch und Telegrafendraht nach Westen zieht. Unter ihr folgen Goldsucher, Planwagen, Postkutsche und Eisenbahnen, am linken Rand weichen indigene Menschen und Bisons zurück. Das Original gehört dem Autry Museum of the American West in Los Angeles.

Welche Gebiete erwarben die USA im Zeichen der Manifest Destiny?

1845 wurde Texas aufgenommen, 1846 teilte der Oregon-Vertrag das Oregon-Gebiet am 49. Breitengrad, 1848 trat Mexiko unter anderem Kalifornien, Nevada, Utah und New Mexico ab. Mit dem Gadsden-Kauf kam 1854 Land hinzu, das später zu Arizona und New Mexico gehörte.

Wer kritisierte die Manifest Destiny?

Die Whigs verspotteten das Schlagwort als kriegerisch und aufgeblasen. Gegen den Krieg mit Mexiko protestierten unter anderen der Abgeordnete Abraham Lincoln und der Schriftsteller Henry David Thoreau. Ulysses S. Grant nannte den Krieg 1885 einen der ungerechtesten, die je eine stärkere gegen eine schwächere Nation geführt habe.

Was hat Manifest Destiny mit dem Bürgerkrieg zu tun?

Mit den neuen Gebieten stellte sich die Frage, ob sich die Sklaverei nach Westen ausbreiten dürfe, vom Antrag des Abgeordneten David Wilmot 1846 bis zum Kansas-Nebraska Act 1854. Grant sah die Rebellion des Südens zum großen Teil als Folge des Krieges gegen Mexiko. Wie der Krieg dann im Westen geführt wurde, steht auf der Seite Der Bürgerkrieg und der Wilde Westen.

Quellen

  1. Primärquelle Annexation. The United States Magazine, and Democratic Review, Band 17, Nr. 85, S. 5 bis 10 (Scan der Ausgabe). The United States Magazine, and Democratic Review; Internet Archive. Stand Juli und August 1845. abgerufen am 24.10.2026
  2. Nachschlagewerk David S. Heidler, Jeanne T. Heidler: Manifest Destiny. Encyclopaedia Britannica. Stand 19.09.2026. abgerufen am 24.10.2026
  3. Amtliche Stelle The Annexation of Texas, the Mexican-American War, and the Treaty of Guadalupe-Hidalgo, 1845 bis 1848 (Milestones in the History of U.S. Foreign Relations). U.S. Department of State, Office of the Historian. Stand ohne Datum, Reihe nicht mehr gepflegt. abgerufen am 24.10.2026
  4. Amtliche Stelle The Oregon Territory, 1846 (Milestones in the History of U.S. Foreign Relations). U.S. Department of State, Office of the Historian. Stand ohne Datum, Reihe nicht mehr gepflegt. abgerufen am 24.10.2026
  5. Amtliche Stelle Gadsden Purchase, 1853 bis 1854 (Milestones in the History of U.S. Foreign Relations). U.S. Department of State, Office of the Historian. Stand ohne Datum, Reihe nicht mehr gepflegt. abgerufen am 24.10.2026
  6. Gesetz und Vertrag Treaty of Guadalupe Hidalgo (1848), Milestone Documents. National Archives. Stand 20.09.2022. abgerufen am 24.10.2026
  7. Amtliche Stelle The Mexican-American War. National Park Service, San Juan Island National Historical Park. Stand 04.08.2022. abgerufen am 24.10.2026
  8. Primärquelle Ulysses S. Grant: Personal Memoirs of U. S. Grant, Kapitel III. Project Gutenberg, eBook 4367. Stand Vorwort vom 1. Juli 1885. abgerufen am 24.10.2026
  9. Archiv American progress, Chromolithografie nach dem Gemälde von John Gast, LC-DIG-ppmsca-09855. Library of Congress, Prints and Photographs Division. Stand um 1873. abgerufen am 24.10.2026
  10. Museum Stephen Aron: American Progress?. Autry Museum of the American West. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  11. Museum American Progress, (painting). Art Inventories Catalog. Smithsonian American Art Museum. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  12. Presse Woman who coined phrase "Manifest Destiny" described in new TSHA book. The University of Texas at Austin, UT News. Stand 01.02.2001. abgerufen am 24.10.2026
  13. Amtliche Stelle Indian Treaties and the Removal Act of 1830 (Milestones in the History of U.S. Foreign Relations). U.S. Department of State, Office of the Historian. Stand ohne Datum, Reihe nicht mehr gepflegt. abgerufen am 24.10.2026
  14. Tribal Nation Cherokee Nation: History. Cherokee Nation. Stand 23.08.2026. abgerufen am 24.10.2026
  15. Amtliche Stelle Manifest Destiny Gallery. National Park Service, Gateway Arch National Park. Stand 17.09.2025. abgerufen am 24.10.2026
  16. Nachschlagewerk manifest, Englisch-Deutsch (PASSWORD English-German Dictionary). Cambridge Dictionary, K Dictionaries. Stand 2014. abgerufen am 24.10.2026
  17. Nachschlagewerk destiny, Englisch-Deutsch (PASSWORD English-German Dictionary). Cambridge Dictionary, K Dictionaries. Stand 2014. abgerufen am 24.10.2026
  18. Archiv Julie Mellby: The Forgotten John Gast. Princeton University Library, Graphic Arts Collection. Stand 09.08.2021. abgerufen am 24.10.2026
  19. Gesetz und Vertrag Kansas-Nebraska Act (1854), Milestone Documents, mit Gesetzestext. National Archives. Stand 14.06.2024. abgerufen am 24.10.2026
  20. Amtliche Stelle Treaty of Guadalupe Hidalgo, printed treaty with handwritten notations, March 10, 1848. U.S. Capitol Visitor Center (Records of the U.S. Senate, National Archives and Records Administration). Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  21. Gesetz und Vertrag Gadsden Purchase Treaty : December 30, 1853. The Avalon Project, Lillian Goldman Law Library, Yale Law School. Stand 30.12.1853. abgerufen am 25.10.2026
  22. Amtliche Stelle 2023 Gazetteer Files: Places, Missouri (St. Louis city). U.S. Census Bureau. Stand 2023. abgerufen am 24.10.2026
  23. Amtliche Stelle 2023 Gazetteer Files: Places, Texas (Gonzales city, Goliad city, La Porte city). U.S. Census Bureau. Stand 2023. abgerufen am 24.10.2026
  24. Amtliche Stelle Palo Alto Battlefield Overlook. National Park Service, Palo Alto Battlefield National Historical Park. Stand 23.09.2020. abgerufen am 24.10.2026
  25. Amtliche Stelle División geoestadística, coordenadas geográficas y altitud de las demarcaciones territoriales (Ciudad de México), Cuadro 1.2. Instituto Nacional de Estadística y Geografía (INEGI). Stand 31.12.2022. abgerufen am 25.10.2026
  26. Amtliche Stelle Compendio de información geográfica municipal 2010: Gustavo A. Madero, Distrito Federal. Instituto Nacional de Estadística y Geografía (INEGI). Stand 2010. abgerufen am 25.10.2026
  27. Amtliche Stelle 2023 Gazetteer Files, Places: Alaska (Sitka city and borough). U.S. Census Bureau. Stand 2023. abgerufen am 25.10.2026

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