GeschichteEreignis

Die Texanische Revolution

Kurz erklärt Die Texanische Revolution war der Aufstand der Siedler und vieler Tejanos in der mexikanischen Provinz Texas gegen die zentralistische Regierung von Antonio López de Santa Anna. Laut Handbook of Texas begann sie im Oktober 1835 mit dem Gefecht von Gonzales und endete am 21. April 1836 mit der Schlacht von San Jacinto. Am 2. März 1836 erklärte Texas seine Unabhängigkeit; nach Angaben der Texas State Library erkannte Mexiko sie erst 1848 an.

Flache Küstenprärie mit hohem Gras, einem dunklen Bayou und Eichen mit ausladenden Kronen im goldenen Licht der späten Nachmittagssonne
Bild: KI-generiert

Wie kam es zur Texanischen Revolution?

Die Texanische Revolution begann nach dem Handbook of Texas, der Enzyklopädie der Texas State Historical Association, im Oktober 1835 mit dem Gefecht von Gonzales und endete am 21. April 1836 mit der Schlacht von San Jacinto. Weil es schon vorher Zusammenstöße zwischen Regierungstruppen und Siedlern gab, lassen sich ihre Grenzen nach dem Handbook nicht starr ziehen.[1] Gekämpft wurde in der mexikanischen Provinz Texas, die 1824 mit Coahuila zu einem gemeinsamen Staat Coahuila und Texas vereinigt worden war.[1]

Siedler aus den USA in Mexikanisch-Texas

In den letzten Jahren der spanischen Herrschaft wollten die Cortes, der regierende Rat Neuspaniens, die nördliche Grenze sichern und förderten die Einwanderung. Moses Austin bekam vom spanischen Gouverneur von Texas den Auftrag, 300 Familien anzusiedeln. Nach seinem Tod 1821 führte sein Sohn Stephen F. Austin den Plan aus und wurde der erste Empresario von Texas, ein Unternehmer, der im Auftrag der Regierung Siedler ins Land holte.[1] Die Verfassung des unabhängigen Mexiko vom 4. Oktober 1824 sah eine bundesstaatliche statt einer zentralistischen Ordnung vor, was den Siedlern gefiel. Das Siedlungsgesetz von Coahuila und Texas vom 24. März 1825 bot großzügige Bedingungen. Die meisten Einwanderer kamen aus dem Süden der USA, viele mit ihren Sklaven.[1]

Die mexikanische Führung fürchtete, die USA könnten die Siedler benutzen, um Texas durch Kauf oder Revolution zu gewinnen. Nach der Fredonian Rebellion, einem gescheiterten Aufstand in Osttexas von 1826, bereiste Manuel de Mier y Terán im Auftrag der Regierung die Provinz. Er fand östlich von San Antonio weit mehr Anglo-Amerikaner als Mexikaner, die Mexiko nur dem Namen nach treu waren.[1] Daraufhin erließ Mexiko das Gesetz vom 6. April 1830. Es verbot, weitere Sklaven einzuführen, und Artikel 11, den Außenminister Lucas Alamán vorgeschlagen hatte, sollte die Einwanderung aus den USA verbieten oder begrenzen.[10] Das Gesetz bremste die Einwanderung, hielt sie aber nicht auf. Austin erreichte, dass seine Kolonie und die von Green DeWitt davon ausgenommen wurden, und später die Aufhebung von Artikel 11.[1, 10]

Streit um Zölle, Landtitel und den Zentralismus

1831 und 1832 kam es in Anahuac und Velasco zu Zusammenstößen zwischen Truppen und Siedlern, um Zölle, Landtitel, die Macht des Militärs über Zivilisten und um entflohene Sklaven. Auf zwei Versammlungen 1832 und 1833 verlangten die Siedler einen eigenen Staat Texas, getrennt von Coahuila.[1] Austin brachte die Bitten nach Mexiko-Stadt, wo er am 13. Juli 1833 ankam. Als ein Brief von ihm bekannt wurde, der einen eigenen Staat auch ohne Zustimmung der Regierung empfahl, ließ ihn Vizepräsident Valentín Gómez Farías verhaften. Austin saß von Januar 1834 bis Juli 1835 in Mexiko-Stadt in Haft.[1] 1834 schätzte Juan Nepomuceno Almonte in einem Bericht die Bevölkerung ohne die indigenen Menschen auf 21.000 und fand keine Anzeichen von Unruhe.[1]

Antonio López de Santa Anna war 1833 als Liberaler zum Präsidenten gewählt worden. 1835 kehrte er an die Macht zurück und stellte sich auf die Seite der Gegner der Reformen. Mit den Siete Leyes (wörtlich: sieben Gesetze) ersetzte eine zentralistische Ordnung die Verfassung von 1824, und der Kongress löste die Parlamente der Staaten auf. Zacatecas erhob sich und wurde niedergeschlagen, Yucatán trennte sich bis 1846 von Mexiko.[1, 13] Im Juni 1835 zog William B. Travis mit Freiwilligen gegen die Garnison in Anahuac, die sich kampflos ergab. General Martín Perfecto de Cós verlangte die Auslieferung der Anführer, die Siedler weigerten sich. Anfang September 1835 war Austin aus der Haft zurück. Am 20. September landete Cós mit 500 Mann in der Copano Bay und zog nach San Antonio; auf die Nachricht davon schrieb Austin, Krieg sei das einzige Mittel.[1]

Warum gab es Krieg?

Die Ursachen sind unter Historikern umstritten, das Handbook of Texas stellt die Deutungen nebeneinander: wirtschaftliche Interessen der Siedler an billigem Land, ein Zusammenprall der Kulturen, die Verletzung der Bedingungen ihrer Landzuteilungen durch die Siedler selbst, die instabile Regierung Mexikos und Santa Annas Weg in die Diktatur, die Sorge der Sklavenhalter und eine Verschwörung der USA, für die es kaum Belege gibt. Neuere Arbeiten sehen den Aufstand als Teil eines Bürgerkriegs in Mexiko, in dem sich mehrere Staaten gegen den Zentralismus erhoben.[1] Die Sklaverei war nach dem Handbook keine unmittelbare Ursache, aber sie lag ständig im Hintergrund. 1836 lebten in Texas etwa 5.000 versklavte Menschen bei geschätzt 38.470 Einwohnern.[11]

Wer lebte in Texas?

In der Zeit der Revolution bewohnten und beherrschten indigene Gruppen Teile von Texas. Der Überblick des Handbook nennt etwa 20.000 indigene Menschen und schreibt, sie seien damit weit zahlreicher gewesen als die angloamerikanischen Siedler und die Tejanos, die in Texas geborenen Mexikaner.[1] Henry M. Morfit, ein Mitarbeiter des US-Außenministeriums, den Präsident Jackson im Sommer 1836 als Sonderagenten nach Texas schickte, schätzte im August dagegen 14.200 indigene Menschen, 30.000 Angloamerikaner und 3.478 Tejanos.[12] Die Siedlungen drangen in ihr Land vor, und Comanche und andere Gruppen unternahmen häufig Überfälle. Die Cherokee verhandelten mit Mexiko und mit den Siedlern und spielten nach dem Handbook beide Seiten gegeneinander aus. Die Tonkawa an Brazos und Colorado verbündeten sich mit den Texanern, die Wichita versuchten, sich herauszuhalten.[1]

Breiter, schlammiger Fluss zwischen Ufern mit Pappeln und Gras, am Ufer ein hölzerner Fährkahn an einem Pfahl, späte Nachmittagssonne
Ein Fluss in der Küstenebene von Texas. Am Guadalupe River bei Gonzales fielen im Oktober 1835 die ersten Schüsse. Bild: KI-generiert

Was geschah 1835 und 1836?

Gonzales: das erste Gefecht

Die Siedler von Gonzales am Guadalupe River besaßen eine kleine Kanone, die sie 1831 zur Abwehr indigener Angriffe bekommen hatten. Oberst Domingo de Ugartechea, der Befehlshaber in San Antonio, schickte Leutnant Francisco de Castañeda mit 100 Dragonern, um sie zu holen.[2] Am 29. September 1835 erreichten sie den Fluss, der Hochwasser führte; am anderen Ufer standen 18 Milizionäre.[2] Bald kamen Freiwillige dazu, nach dem Überblick des Handbook etwa 160, nach dem Eintrag zum Gefecht mindestens 140.[1, 2] Auf einer selbst gemachten weißen Fahne zeigten sie die Kanone und die Aufforderung "COME AND TAKE IT", die Mexikaner sollten sie sich doch holen.[1] Am Morgen des 2. Oktober griffen die Texaner unter John Henry Moore an, ein mexikanischer Soldat wurde getötet. Castañeda zog sich nach San Antonio zurück.[1, 2] Das Handbook nennt das Gefecht ein kurzes Scharmützel, mit dem es aber zum klaren Bruch zwischen den Siedlern und der mexikanischen Regierung kam.[2]

Herbst 1835: San Antonio und die Consultation

Freiwillige nahmen Goliad mit seinen Vorräten ein. Am 14. Oktober zog Austin mit etwa 300 Mann gegen San Antonio, wo Cós stand. Bei der Mission Concepción besiegten die Texaner unter James Bowie und James W. Fannin eine mexikanische Truppe, die 26 Mann verlor, die Texaner einen.[1] Am 5. Dezember begann der Sturm auf San Antonio de Béxar, nach drei Tagen Häuserkampf ergab sich Cós und zog mit seinen Männern über den Rio Grande ab. Unter den Angreifern war Juan N. Seguín mit einer Kompanie von Tejanos.[1]

Inzwischen tagte in San Felipe die Consultation, eine Versammlung von Vertretern der Siedlungen. Am 7. November 1835 beschloss sie mit 33 zu 14 Stimmen eine vorläufige Regierung "nach den Grundsätzen der Verfassung von 1824", erklärte aber zugleich, Santa Anna habe den Gesellschaftsvertrag schon aufgelöst.[6] Gouverneur wurde Henry Smith, Oberbefehlshaber einer erst noch aufzustellenden regulären Armee Sam Houston.[6] Die vorläufige Regierung zerstritt sich bald darüber, ob sie die Unabhängigkeit wollte oder die Verfassung von 1824 zurück.[1]

Santa Annas Feldzug und das Alamo

Am 30. Dezember 1835 ließ Santa Anna vom mexikanischen Kongress beschließen, dass Ausländer, die mit Waffen gegen die Regierung gefangen wurden, als Piraten zu behandeln und zu erschießen seien.[4] Bis Mitte Februar 1836 sammelte er mehr als 6.000 Mann. Zum Übergang über den Rio Grande nennt das Handbook für die Armee den 16. Februar, die Texas State Library and Archives Commission für Santa Anna den 12. Februar.[1, 17]

Am 23. Februar 1836 erreichte die Vorhut San Antonio, die Belagerung des Alamo, einer alten Mission, begann.[1] Travis, der dort zusammen mit Bowie kommandierte, schrieb am nächsten Tag seinen Hilferuf "an das Volk von Texas und alle Amerikaner in der Welt".[1, 17, 18]

Ich werde mich niemals ergeben oder zurückziehen.

William Barret Travis, Brief aus dem Alamo vom 24. Februar 1836, Seite 2, Texas State Library and Archives Commission Übersetzung der Redaktion[18]

Am 1. März kamen 32 Männer aus Gonzales durch die mexikanischen Linien, unter den Verteidigern war seit Februar auch David Crockett mit Freiwilligen.[1, 3] Im Morgengrauen des 6. März 1836 stürmten etwa 1.800 Mann die Mission. Alle Verteidiger kamen ums Leben; bis zu sieben überlebten den Kampf und wurden auf Befehl Santa Annas sofort hingerichtet.[3] Ob Crockett zu ihnen gehörte, ist bis heute umstritten.[1, 3] Auf der offiziellen Liste stehen 189 Verteidiger, nach dem Handbook kann die Zahl mit weiterer Forschung bis auf 257 steigen. Der Überblick des Handbook schreibt, die Angaben der Historiker reichten von 182 bis 189, manche bis 257.[1, 3] Francisco Antonio Ruiz, damals Alcalde (Bürgermeister) von San Antonio, gab 182 Tote an.[17] Die Verluste der Mexikaner an Toten und Verwundeten liegen nach den besten Schätzungen bei etwa 600; der Überblick spricht von etwa 600 Mann, die Santa Anna verlor, rund einem Drittel der Angreifer.[1, 3] Susanna Dickinson, ihre kleine Tochter Angelina, sechs Frauen aus Béxar und Joe, ein von Travis versklavter Mann, wurden verschont.[1]

Unabhängigkeit und Flucht nach Osten

Während der Belagerung trat am 1. März 1836 in Washington-on-the-Brazos ein Konvent zusammen. Am 2. März nahm er die Unabhängigkeitserklärung an, die im Wesentlichen George C. Childress geschrieben hatte.[7, 8, 16] Wie viele unterschrieben, geben die Einträge des Handbook verschieden an, mit 58 und 59; die Texas State Library spricht von 59 Delegierten.[8, 12, 16] Drei von ihnen waren nach dem Handbook Tejanos oder in Mexiko geboren: José Antonio Navarro, José Francisco Ruiz und Lorenzo de Zavala.[1, 12] Die Verfassung der Republik Texas, die die Sklaverei schützte, verabschiedete der Konvent nach dem Überblick des Handbook am 17. März, nach dem Eintrag zur Republik gegen Mitternacht am 16. März.[1, 12] David G. Burnet wurde vorläufiger Präsident, Zavala Vizepräsident, Houston Oberbefehlshaber.[1, 7, 12]

Als die Nachricht vom Fall des Alamo kam, begann der Runaway Scrape, die Flucht von Tausenden Menschen vor der mexikanischen Armee. Houston erfuhr in Gonzales am 11. März davon, zog sich zurück und befahl allen Bewohnern, ihm zu folgen.[9] Frauen, Kinder, Männer und Versklavte flohen nach Osten in Richtung Sabine River, viele starben unterwegs an Krankheiten, Kälte und Hunger.[1, 9]

Goliad

Südlich davon besiegte General José de Urrea mehrere texanische Truppen. Fannin verließ das Presidio La Bahía bei Goliad zu spät, wurde am Coleto Creek eingeschlossen und ergab sich am 20. März in dem Glauben, als Kriegsgefangener behandelt zu werden.[1, 4] Santa Anna befahl, die Gefangenen nach dem Dekret vom Dezember zu erschießen. Am Morgen des 27. März 1836, einem Palmsonntag, führten Soldaten sie in drei Gruppen aus Goliad und töteten sie.[4] Eine Untersuchung Mann für Mann zählt 342 Hingerichtete, der Überblick des Handbook etwa 350. 28 Männer entkamen, 20 weitere wurden als Ärzte, Dolmetscher oder Handwerker verschont.[1, 4] Das Massaker brachte der texanischen Sache nach dem Handbook viel Unterstützung in Texas und in den USA.[4]

Verwitterte Kalksteinmauer einer alten spanischen Festung mit einem schlichten Glockenturm, davor trockenes Gras und Mesquitebüsche, warmes Abendlicht
Mauern eines spanischen Presidio. Im Presidio La Bahía bei Goliad waren Fannins Männer gefangen. Bild: KI-generiert

San Jacinto

Houston zog sich bis zur Plantage von Jared E. Groce am Brazos River zurück und ließ seine Männer dort zwei Wochen lang üben. Präsident Burnet drängte ihn, den Rückzug zu beenden.[5] Santa Anna teilte seine Armee und jagte der Regierung nach, die über Harrisburg nach Galveston floh.[1, 5] Am 20. April standen sich beide Heere am Zusammenfluss von San Jacinto River und Buffalo Bayou gegenüber. Am Morgen des 21. April stieß Cós mit etwa 540 Mann zu Santa Anna.[5]

Am Nachmittag des 21. April 1836 hielt das mexikanische Lager Mittagsruhe. Gegen 15.30 Uhr stellte Houston seine Truppen auf, dann griffen sie mit den Rufen "Remember the Alamo!" und "Remember Goliad!" an. Der Kampf dauerte 18 Minuten.[5] Nach Houstons amtlichem Bericht starben 630 Mexikaner, 730 wurden gefangen; von 910 Texanern fielen neun oder starben an ihren Wunden, 30 wurden leichter verwundet.[5] Der Überblick des Handbook nennt dazu 280 verwundete Mexikaner und 34 verwundete Texaner und schreibt, das Töten sei bis zur Dämmerung weitergegangen, obwohl Houston befahl, Gefangene zu machen.[1] Wie stark die Heere waren, ist nur geschätzt: etwa 900 Texaner gegen etwa 1.300 Mexikaner nach dem Überblick, rund 1.200 Mexikaner nach dem Eintrag zur Schlacht.[1, 5] Santa Anna wurde am nächsten Tag in der Kleidung eines einfachen Soldaten gefunden. Auf Houstons Befehl wies er General Vicente Filisola an, alle Truppen aus Texas abzuziehen.[1, 5]

Die Verträge von Velasco

Am 14. Mai 1836 unterschrieb der gefangene Santa Anna mit Burnet zwei Verträge. Der öffentliche mit zehn Artikeln beendete die Kämpfe: Die mexikanischen Truppen sollten hinter den Rio Grande abziehen, beschlagnahmtes Eigentum zurückgegeben und Gefangene ausgetauscht werden. Im geheimen Vertrag mit sechs Artikeln versprach Santa Anna für seine Freilassung, sich für die Anerkennung der Unabhängigkeit einzusetzen, mit dem Rio Grande als Grenze.[15] Am 26. Mai begann Filisola den Abzug. Die mexikanische Regierung lehnte die Verträge ab, weil Santa Anna sie als Gefangener unterschrieben hatte, und weil beide Seiten sie brachen, traten sie nie in Kraft.[15] Santa Anna kam über Washington zurück nach Mexiko.[13]

Welche Folgen hatte die Texanische Revolution?

Aus dem Aufstand entstand die Republik Texas. Mexiko erkannte ihre Unabhängigkeit nach Angaben der Texas State Library erst an, als der Vertrag von Guadalupe Hidalgo 1848 den Krieg mit den USA beendete.[15] Der National Park Service schreibt dagegen, mexikanische Führer hätten die Souveränität von Texas nie anerkannt.[21] Die USA erkannten Texas diplomatisch an. Präsident Martin Van Buren verzichtete aber auf eine Annexion, weil Mexiko mit Krieg drohte. Nach dem gemeinsamen Beschluss beider Kammern des Kongresses vom 1. März 1845 wurde Texas am 29. Dezember 1845 in die USA aufgenommen.[19] Strittig blieb die Grenze, denn die Texaner beanspruchten das Land bis zum Rio Grande.[19] Nach dem Handbook führte die Revolution auf längere Sicht zum Mexikanisch-Amerikanischen Krieg, zur Annexion durch die USA und zum Erwerb von fast einem Drittel des Gebiets im amerikanischen Südwesten (Westexpansion der USA).[1]

Die Verfassung der Republik erlaubte die Sklaverei und verbot nur den Sklavenhandel aus dem Ausland. Einwanderer aus den USA durften Sklaven mitbringen, freie Schwarze durften nur mit Zustimmung des Kongresses in Texas leben.[12] Nach dem Handbook machte die Revolution die Sklaverei in Texas sicherer als je zuvor.[11]

Weil der Aufstand nur etwa sieben Monate dauerte, veränderte er die politische und gesellschaftliche Ordnung kaum. Manche Historiker fragen deshalb, ob er überhaupt eine Revolution war, besonders für Menschen hispanischer oder afrikanischer Herkunft und für Frauen.[1] Eine beträchtliche Zahl von Tejanos kämpfte mit den Texanern; Juan Seguín führte die Reiter der Tejanos bei San Jacinto.[1] Nicht alle Siedler unterstützten den Aufstand, manche mit Verbindungen nach Mexiko hofften auf eine friedliche Lösung und wurden "Tories" genannt.[1] Santa Anna wurde später noch mehrmals Präsident; 1853 verkaufte er den USA das Mesilla-Tal im Gadsden-Kauf.[13]

Zeitleiste

Zeitleiste: Texanische Revolution
  1. 04.10.1824Die mexikanische Verfassung sieht eine bundesstaatliche Ordnung vor; Coahuila und Texas werden zu einem gemeinsamen Staat vereinigt.[1]
  2. 06.04.1830Ein Gesetz verbietet die Einfuhr weiterer Sklaven und soll die Einwanderung aus den USA begrenzen.[10]
  3. 1835Santa Anna stellt sich gegen die Reformen; die Siete Leyes ersetzen die Verfassung von 1824.[1]
  4. 02.10.1835Gefecht von Gonzales um eine Kanone, der Beginn der Revolution.[1, 2]
  5. 07.11.1835Die Consultation beschließt eine vorläufige Regierung nach den Grundsätzen der Verfassung von 1824.[6]
  6. Dezember 1835Nach Häuserkämpfen in San Antonio ergibt sich General Cós und zieht über den Rio Grande ab.[1]
  7. 30.12.1835Ein Dekret erklärt bewaffnete Ausländer zu Piraten, die zu erschießen sind.[4]
  8. 23.02.1836Die Belagerung des Alamo beginnt.[1] Alamo
  9. 02.03.1836Der Konvent in Washington-on-the-Brazos erklärt die Unabhängigkeit von Texas.[7, 16]
  10. 06.03.1836Die mexikanische Armee erstürmt das Alamo; alle Verteidiger kommen ums Leben.[3] Alamo
  11. 17.03.1836Der Konvent verabschiedet die Verfassung der Republik Texas (nach anderer Angabe um Mitternacht am 16. März).[1, 12]
  12. 27.03.1836In Goliad werden die Gefangenen unter James W. Fannin erschossen.[4]
  13. 21.04.1836Die Texaner unter Sam Houston siegen in 18 Minuten bei San Jacinto.[5]
  14. 14.05.1836Santa Anna unterschreibt die Verträge von Velasco, die nie in Kraft treten.[15]
  15. 29.12.1845Texas wird in die USA aufgenommen.[19]
  16. 1848Mit dem Vertrag von Guadalupe Hidalgo erkennt Mexiko nach Angaben der Texas State Library die Unabhängigkeit von Texas an.[15] Vertrag von Guadalupe Hidalgo

Erinnerung heute

Am 23. April 1883 beschloss das Parlament von Texas, das Alamo zu kaufen.[17] Wie das Alamo heute als Gedenkstätte aussieht, steht auf seiner eigenen Seite. Bei La Porte, etwa 20 Meilen östlich von Houston, steht auf dem San Jacinto Battleground State Historic Site das San Jacinto Monument. Es wurde von 1936 bis 1939 für 1,5 Millionen Dollar gebaut, ist etwa 567 Fuß hoch, umgerechnet rund 173 Meter, und trägt einen Stern von 34 Fuß; das Museum im Sockel öffnete am 20. April 1939.[14] Eine der Inschriften am Sockel nennt San Jacinto eine der entscheidenden Schlachten der Welt.[5] In Goliad wurde zur Hundertjahrfeier ein Denkmal aus rosa Granit gebaut und am 4. Juni 1938 eingeweiht.[4] Die handschriftliche Unabhängigkeitserklärung lag lange im Außenministerium in Washington; im Kapitol von Texas wurde sie am 2. März 1930 enthüllt.[8] Den Brief von Travis nennt die Texas State Library and Archives Commission das wohl bekannteste Dokument von Texas.[17]

Weite Wiese mit einem langen stillen Wasserbecken unter hohem Himmel, am Horizont ein schlanker heller Steinturm im Dunst, warmes Abendlicht
Gedenkstätte mit Wasserbecken unter weitem Himmel. Bei La Porte erinnert das San Jacinto Monument an die Schlacht vom 21. April 1836. Bild: KI-generiert

Karte

Karte: Schauplätze der Texanischen Revolution125° W120° W115° W110° W105° W100° W95° W90° W25° N30° N35° N40° N45° N50° N1Texanische Revolution2Alamo
Karte: Schauplätze der Texanischen Revolution
  1. 1Texanische Revolution (La Porte, beim Schlachtfeld von San Jacinto) 29,67° N, 95,05° W[20]
  2. 2Alamo (The Alamo, San Antonio) 29,43° N, 98,49° W[22]
Umrisse: Natural Earth (gemeinfrei). Eigene Darstellung ohne Kartendienst.

Mythos und Wahrheit

Die Texanische Revolution im Film

Im Film

Häufige Fragen

Wann war die Texanische Revolution?

Nach dem Handbook of Texas begann sie im Oktober 1835 mit dem Gefecht von Gonzales und endete am 21. April 1836 mit der Schlacht von San Jacinto. Ältere Zusammenstöße zwischen Siedlern und Regierungstruppen gab es schon 1831 und 1832, deshalb lassen sich die Grenzen nicht ganz scharf ziehen.

War die Texanische Revolution 1848?

Nein, gekämpft wurde 1835 und 1836. Mit dem Jahr 1848 hat sie trotzdem zu tun: Nach Angaben der Texas State Library erkannte Mexiko die Unabhängigkeit von Texas erst mit dem Vertrag von Guadalupe Hidalgo nach dem Mexikanisch-Amerikanischen Krieg an.

Warum kam es zur Texanischen Revolution?

Die Gründe sind umstritten. Genannt werden das Gesetz vom 6. April 1830 gegen weitere Einwanderung aus den USA, Streit um Zölle und Landtitel, die Wende Santa Annas zum Zentralismus 1835, Sorgen der Sklavenhalter und der Bürgerkrieg in mehreren mexikanischen Staaten. Für eine Verschwörung der US-Regierung gibt es laut Handbook of Texas kaum Belege.

Wie viele Menschen starben am Alamo?

Alle Verteidiger kamen ums Leben. Auf der offiziellen Liste stehen 189, nach dem Handbook of Texas kann die Zahl durch weitere Forschung auf bis zu 257 steigen. Die Mexikaner hatten nach den besten Schätzungen etwa 600 Tote und Verwundete. Mehr dazu auf der Seite Das Alamo.

Was geschah in Goliad?

Am 27. März 1836, einem Palmsonntag, ließ die mexikanische Armee auf Befehl Santa Annas die Gefangenen von James W. Fannin erschießen, die sich am 20. März ergeben hatten. Eine Untersuchung Mann für Mann zählt 342 Hingerichtete, der Überblick des Handbook of Texas etwa 350. 28 Männer entkamen.

Wer gewann die Texanische Revolution?

Die Texaner unter Sam Houston siegten am 21. April 1836 bei San Jacinto in einem Kampf von 18 Minuten und nahmen Santa Anna am nächsten Tag gefangen. In den Verträgen von Velasco vom 14. Mai 1836 versprach er den Abzug der mexikanischen Truppen; die mexikanische Regierung erkannte die Verträge nicht an.

Welche Rolle spielte die Sklaverei?

Nach dem Handbook of Texas war sie keine unmittelbare Ursache, lag aber immer im Hintergrund. 1836 lebten in Texas etwa 5.000 versklavte Menschen. Die Verfassung der Republik Texas schützte die Sklaverei, und die Revolution machte sie sicherer als je zuvor.

Quellen

  1. Nachschlagewerk Eugene C. Barker und James W. Pohl, überarbeitet von Mary L. Scheer: Texas Revolution. Texas State Historical Association, Handbook of Texas Online. Stand 1952, überarbeitet 21.05.2025. abgerufen am 24.10.2026
  2. Nachschlagewerk Stephen L. Hardin: Gonzales, Battle of. Texas State Historical Association, Handbook of Texas Online. Stand 1952, überarbeitet 02.08.2020. abgerufen am 24.10.2026
  3. Nachschlagewerk Stephen L. Hardin: Alamo, Battle of the. Handbook of Texas Online. Texas State Historical Association. Stand 1952, überarbeitet 29.07.2020. abgerufen am 24.10.2026
  4. Nachschlagewerk Harbert Davenport und Craig H. Roell: Goliad Massacre. Texas State Historical Association, Handbook of Texas Online. Stand 1952, überarbeitet 22.03.2018. abgerufen am 24.10.2026
  5. Nachschlagewerk L. W. Kemp: San Jacinto, Battle of. Texas State Historical Association, Handbook of Texas Online. Stand 1952, überarbeitet 04.08.2020. abgerufen am 24.10.2026
  6. Nachschlagewerk Paul D. Lack: Consultation. Texas State Historical Association, Handbook of Texas Online. Stand 1952, überarbeitet 15.12.2025. abgerufen am 24.10.2026
  7. Nachschlagewerk Ralph W. Steen: Convention of 1836. Texas State Historical Association, Handbook of Texas Online. Stand 1952, überarbeitet 18.11.2025. abgerufen am 24.10.2026
  8. Nachschlagewerk Ralph W. Steen: Texas Declaration of Independence. Texas State Historical Association, Handbook of Texas Online. Stand 1952, überarbeitet 05.08.2020. abgerufen am 24.10.2026
  9. Nachschlagewerk Carolyn Callaway Covington: Runaway Scrape. Texas State Historical Association, Handbook of Texas Online. Stand 1952, überarbeitet 25.07.2016. abgerufen am 24.10.2026
  10. Nachschlagewerk Curtis Bishop: Law of April 6, 1830. Texas State Historical Association, Handbook of Texas Online. Stand 1952, überarbeitet 04.05.2016. abgerufen am 24.10.2026
  11. Nachschlagewerk Randolph B. Campbell: Slavery. Texas State Historical Association, Handbook of Texas Online. Stand 1996, überarbeitet 27.07.2023. abgerufen am 24.10.2026
  12. Nachschlagewerk Joseph M. Nance: Republic of Texas. Texas State Historical Association, Handbook of Texas Online. Stand 1952, überarbeitet 28.05.2026. abgerufen am 24.10.2026
  13. Nachschlagewerk Wilfred H. Callcott: Santa Anna, Antonio Lopez de. Texas State Historical Association, Handbook of Texas Online. Stand 1952, überarbeitet 09.05.2022. abgerufen am 24.10.2026
  14. Nachschlagewerk Dorothy Estis Knepper, überarbeitet von Laurie E. Jasinski: San Jacinto Monument and Museum. Texas State Historical Association, Handbook of Texas Online. Stand 1976, überarbeitet 16.09.2026. abgerufen am 24.10.2026
  15. Amtliche Stelle The Treaties of Velasco (Ausstellung Texas Treasures). Texas State Library and Archives Commission. Stand Page last modified 05.12.2017. abgerufen am 24.10.2026
  16. Amtliche Stelle Texas Declaration of Independence (Ausstellung Texas Treasures). Texas State Library and Archives Commission. Stand Page last modified 05.12.2017. abgerufen am 24.10.2026
  17. Amtliche Stelle The Battle of the Alamo (Ausstellung Texas Treasures). Texas State Library and Archives Commission. Stand Page last modified 25.03.2026. abgerufen am 24.10.2026
  18. Primärquelle William Barret Travis' Letter from the Alamo, 1836, Full Text (Brief vom 24. Februar 1836). Texas State Library and Archives Commission. Stand Page last modified 13.01.2022. abgerufen am 24.10.2026
  19. Amtliche Stelle The Annexation of Texas, the Mexican-American War, and the Treaty of Guadalupe-Hidalgo, 1845 bis 1848 (Milestones in the History of U.S. Foreign Relations). U.S. Department of State, Office of the Historian. Stand ohne Datum, Reihe nicht mehr gepflegt. abgerufen am 24.10.2026
  20. Amtliche Stelle 2023 Gazetteer Files: Places, Texas (Gonzales city, Goliad city, La Porte city). U.S. Census Bureau. Stand 2023. abgerufen am 24.10.2026
  21. Amtliche Stelle A Fight for Texas. National Park Service, Palo Alto Battlefield National Historical Park. Stand 18.05.2023. abgerufen am 24.10.2026
  22. Amtliche Stelle Mission San Antonio de Valero, The Alamo (Spanish Colonial Missions of the Southwest Travel Itinerary). National Park Service. Stand 15.04.2016. abgerufen am 24.10.2026

Fehler entdeckt? Hinweis an die Redaktion. Jeder Hinweis wird an der Quelle geprüft.

Passt dazu

  • GeschichteMexikanisch-Amerikanischer Krieg 1846 bis 1848

    Von 1846 bis 1848 kämpften die USA und Mexiko um Texas und den Westen, danach trat Mexiko 55 Prozent seines Gebiets ab.

  • GeschichteVertrag von Guadalupe Hidalgo 1848

    Am 2. Februar 1848 beendete der Vertrag von Guadalupe Hidalgo den Krieg mit Mexiko.

  • GeschichteAlaska-Kauf 1867

    1867 kauften die USA Alaska für 7,2 Millionen Dollar von Russland.

  • Indigene Völker NordamerikasNordwestküste

    Die Völker der Nordwestküste, oft Nordwestküsten-Indianer genannt, leben zwischen Alaska und Kalifornien.