WesternListe

Italowestern

Kurz erklärt Italowestern sind Western, die italienische Filmemacher ab den 1960er Jahren drehten, oft in Spanien. Christopher Frayling zählt von 1962 bis 1976 über 450 italienische Western und Koproduktionen, Britannica rund 500 Spaghettiwestern von 1964 bis 1973. Den Stil prägte laut BFI Sergio Leones Für eine Handvoll Dollar von 1964; laut Britannica stehen anders als im US-Western zynische Antihelden und viel Gewalt im Mittelpunkt.

Staubige Piste durch trockenes Hügelland mit hellen, zerfurchten Badlands, Agaven und Feigenkakteen, lange Schatten im Licht der späten Nachmittagssonne
Bild: KI-generiert

Welche Filme stehen auf der Liste?

Die Liste stellt die elf Italowestern vor, denen wilder-westen.org eine eigene Seite widmet. Die Auswahl folgt dem Seitenplan der Redaktion, der sich nach der Suchnachfrage richtet; eine Rangfolge nach Qualität ist damit nicht verbunden. Geordnet sind sie nach dem Jahr, unter dem die Filmseiten sie führen, und innerhalb eines Jahres nach der deutschen Erstaufführung laut Lexikon des internationalen Films.[5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15] Für zwei Filme nennt der Filmdienst ein früheres Produktionsjahr: 1969 für Die rechte und die linke Hand des Teufels, der am 22. Dezember 1970 in die italienischen Kinos kam, und 1970 für Todesmelodie, dessen Premiere am 29. Oktober 1971 war.[11, 13, 16, 17]

Die elf Italowestern mit eigener Seite, Angaben laut Lexikon des internationalen Films
JahrFilmRegieHauptrollenProduktionslandDeutsche Erstaufführung
1964Für eine Handvoll DollarSergio Leone (Filmdienst: Bob Robertson)Clint Eastwood, Marianne KochBR Deutschland, Spanien, Italien05.03.1965[5]
1965Für ein paar Dollar mehrSergio LeoneClint Eastwood, Lee Van CleefBR Deutschland, Italien, Spanien25.03.1966[6]
1966DjangoSergio CorbucciFranco Nero, Loredana NusciakItalien, Spanien02.11.1966[7]
1966Zwei glorreiche HalunkenSergio LeoneClint Eastwood, Eli Wallach, Lee Van CleefItalien15.12.1967[8]
1968Leichen pflastern seinen WegSergio CorbucciJean-Louis Trintignant, Klaus KinskiItalien, Frankreich21.02.1969[9]
1968Spiel mir das Lied vom TodSergio LeoneClaudia Cardinale, Henry Fonda, Charles BronsonItalien, USA14.08.1969[10]
1970Die rechte und die linke Hand des TeufelsEnzo Barboni (als E. B. Clucher)Terence Hill, Bud SpencerItalien02.03.1971[11]
1971Vier Fäuste für ein HallelujaEnzo Barboni (als E. B. Clucher)Terence Hill, Bud SpencerItalien25.02.1972[12]
1971TodesmelodieSergio LeoneRod Steiger, James CoburnItalien02.03.1972[13]
1973Mein Name ist NobodyTonino ValeriiTerence Hill, Henry FondaItalien, Frankreich, BR Deutschland13.12.1973[14]
1976KeomaEnzo G. CastellariFranco Nero, William BergerItalien27.01.1977[15]

Die Filme im Einzelnen

Für eine Handvoll Dollar (1964)

Für eine Handvoll Dollar von Sergio Leone, den der Filmdienst als Bob Robertson führt, entstand als Koproduktion der Bundesrepublik, Spaniens und Italiens. Clint Eastwood spielt einen Revolvermann, der in einem abgelegenen Ort in New Mexico zwei rivalisierende Gangsterfamilien gegeneinander ausspielt; angeregt war der Film von Akira Kurosawas Yojimbo.[5] Der Film wurde laut Filmdienst ein enormer Kassenerfolg und schuf mit dem Italowestern eine neue Gattung.[5] Das BFI schreibt, er habe den Stil festgelegt, von den Wüstenpanoramen bis zur Musik von Ennio Morricone.[3]

Für ein paar Dollar mehr (1965)

In Für ein paar Dollar mehr, dem zweiten Film von Leones Dollar-Trilogie, überrumpelt ein früherer Colonel mit einem zweiten Kopfgeldjäger eine Bande in Texas. Clint Eastwood spielt Monco, Lee Van Cleef den Colonel Mortimer, Gian Maria Volonté den Banditen Indio.[6] Christopher Frayling sieht hier zwei neue Bausteine der Gattung: das Paar aus einem älteren und einem jüngeren Revolvermann und eine Handlung um Rache.[1]

Django (1966)

Django von Sergio Corbucci spielt im Grenzgebiet zwischen Mexiko und den USA, wo sich zwei Banden bekämpfen. Franco Nero spielt den wortkargen Fremden, der einen Sarg mit einem Maschinengewehr hinter sich herzieht.[7] Der Erfolg löste laut Filmdienst eine "wahre Django-Flut" aus, in der auch fremde Filme umbenannt wurden; Frayling zählt 16 Filme mit Django, Il Post etwa 30 nicht genehmigte Nachfolger.[7, 1, 19] Das BFI nennt Django die Rachegeschichte des Genres schlechthin.[3]

Zwei glorreiche Halunken (1966)

Zwei glorreiche Halunken schließt die Dollar-Trilogie ab. Clint Eastwood, Eli Wallach als Tuco und Lee Van Cleef als Sentenza kämpfen mitten im amerikanischen Bürgerkrieg um 200.000 Dollar.[8] Der Filmdienst nennt den Film "nicht ohne Ironie" inszeniert.[8] Laut Britannica gelten die drei Dollar-Filme weithin als einige der besten Spaghettiwestern.[2]

Leichen pflastern seinen Weg (1968)

Leichen pflastern seinen Weg von Sergio Corbucci spielt 1898 in den verschneiten Bergen von Utah. Jean-Louis Trintignant spielt einen stummen Revolvermann, der sich gegen Kopfgeldjäger stellt, Klaus Kinski einen von ihnen, Loco.[3, 9] Gedreht wurde laut Britannica in den Dolomiten.[2] Der Filmdienst lobt die Inszenierung, sieht die sozialkritischen Bezüge aber durch die Brutalität in Frage gestellt.[9]

Spiel mir das Lied vom Tod (1968)

Spiel mir das Lied vom Tod ist Leones Western mit Claudia Cardinale, Henry Fonda, Charles Bronson und Jason Robards, eine Produktion aus Italien und den USA. Ein namenloser Mundharmonikaspieler greift in den Streit zwischen dem Chef einer Eisenbahngesellschaft und einer irischen Einwandererfamilie ein.[10] Mehr über den Bahnbau im Westen steht auf der Seite Die transkontinentale Eisenbahn. Das Lexikon des internationalen Films nennt den Film "Resümee, Höhepunkt und Apotheose des Italowesterns".[10]

Die rechte und die linke Hand des Teufels (1970)

Die rechte und die linke Hand des Teufels drehte Enzo Barboni unter dem Namen E. B. Clucher.[11, 1] Terence Hill und Bud Spencer spielen zwei Brüder, die wider Willen eine Siedlung von Mormonen retten; der Filmdienst nennt den Film eine Parodie auf den Italowestern.[11] Mehr über die Mormonen im Westen steht auf der Seite Mormon Trail. In Italien kam der Film laut Sky TG24 am 22. Dezember 1970 ins Kino.[17]

Vier Fäuste für ein Halleluja (1971)

Vier Fäuste für ein Halleluja ist die Fortsetzung, wieder von Enzo Barboni (als E. B. Clucher) mit Terence Hill und Bud Spencer. Die beiden Brüder sollen Viehdiebstahl und Postkutschenüberfall lernen und helfen stattdessen Armen gegen Ganoven.[12] Laut Britannica war der Film noch erfolgreicher als der erste Teil und wurde der Spaghettiwestern mit den höchsten Einnahmen überhaupt; das BFI schreibt dasselbe.[2, 3]

Todesmelodie (1971)

Todesmelodie, im Original Giù la testa, drehte Sergio Leone.[16] Rod Steiger spielt den mexikanischen Banditen Juan Miranda, James Coburn den irischen Sprengstoffexperten John-Sean Mallory.[13] Ihre Freundschaft spielt laut Filmdienst vor dem Hintergrund der Mexikanischen Revolution von 1911 bis 1914.[13]

Mein Name ist Nobody (1973)

Mein Name ist Nobody, von Tonino Valerii nach einer Geschichte von Sergio Leone inszeniert, spielt 1898 in New Mexico.[3] Henry Fonda ist ein berühmter Revolvermann, der sich nach Europa absetzen will, Terence Hill ein junger Niemand, der ihn bewundert.[14] Frayling nennt den Film eine Betrachtung über das Verhältnis der Hollywood-Western, für die Fonda steht, zu ihren italienischen Vettern, für die Hill steht. Mit ihm und Keoma ging der Zyklus nach seiner Darstellung zu Ende.[1]

Keoma (1976)

Keoma von Enzo G. Castellari mit Franco Nero in der Titelrolle spielt nach dem Bürgerkrieg. Keoma, ein früherer Soldat der Nordstaaten mit indigenen Vorfahren, befreit seine von den Pocken befallene Heimatstadt von einer Bande, zu der seine drei Stiefbrüder gehören.[15] Frayling beschreibt ihn als antirassistischen Western in der Form einer Ballade.[1] Das Lexikon des internationalen Films nennt ihn einen späten Höhepunkt des Genres.[15]

Trockenes Wüstental mit hellen Sandsteinschluchten und vereinzelten Agaven, ein Feldweg führt zu einer Gruppe niedriger Lehmhäuser im Licht der späten Nachmittagssonne
Trockenes Tal mit Lehmhäusern: In der Provinz Almería entstanden viele Italowestern Bild: KI-generiert

Was bedeutet Italowestern?

Der Duden erklärt den Italowestern als Western mit besonderen, durch italienische Regisseure entwickelten Stilmerkmalen.[4] Das Wort ist im Deutschen üblich; das BFI schreibt, in Deutschland habe man die Filme Italowestern genannt.[3] In Italien hießen sie nach Christopher Frayling western all'italiana, in den USA spaghetti western, mal abwertend, mal liebevoll gemeint. Später verbreitete sich daneben das neutralere Wort Eurowestern.[1]

Als Urheber des Wortes Spaghettiwestern gilt laut Britannica allgemein der spanische Journalist Alfonso Sánchez.[2] Britannica beschreibt den Spaghettiwestern als Untergattung von Filmen, die im amerikanischen Westen des 19. Jahrhunderts spielen, von italienischen Filmemachern stammen und in den 1960er und frühen 1970er Jahren in ganz Europa gedreht wurden.[2]

Wann gab es Italowestern und wie viele?

Zeitraum und Zahl geben die Quellen verschieden an. Christopher Frayling setzt in der Enciclopedia del Cinema die Jahre 1962 bis 1976 an. In dieser Zeit seien in Italien über 450 Western produziert oder koproduziert worden, mit den deutschen, spanischen und französischen Western mehr als 500.[1] Britannica nennt rund 500 Spaghettiwestern aus den Jahren 1964 bis 1973.[2] Das BFI schreibt, Ende der 1960er Jahre sei fast die Hälfte der in Italien produzierten Filme ein Western gewesen; der Zyklus habe nur wenige Jahre gedauert und Ende der 1970er Jahre aufgehört.[3]

Italienische Western in den stärksten Jahren nach Christopher Frayling[1]
JahrFilme
196640[1]
196774[1]
196877[1]
196931[1]
197035[1]
197147[1]
197248[1]

Den Boden bereitete nach Frayling ein Rückgang in Hollywood. Der Anteil der Western an allen US-Filmen fiel von 34 Prozent im Jahr 1950 auf 9 Prozent im Jahr 1963, von etwa 150 auf etwa 15 Filme.[1] Dass es in Europa ein Publikum für eigene Western gab, hatten die westdeutschen Karl-May-Filme gezeigt: Jeder der drei Filme Der Schatz im Silbersee, Winnetou 1. Teil und Winnetou 2. Teil von Harald Reinl spielte nach Frayling allein in seinen drei Herkunftsländern mehr als zwei Millionen Dollar ein.[1] In den Jahren der Italowestern wurde die italienische Filmindustrie nach seinen Angaben zum zweitgrößten Exporteur von Spielfilmen nach der amerikanischen.[1]

Western aus Italien gab es schon früher. Frayling nennt Filme aus der Stummfilmzeit über Cowboys und über die butteri, die Viehhirten der Maremma, Britannica italienische Western seit den 1910er Jahren, meist Parodien.[1, 2] Bekannt wurde die Gattung erst 1964 mit Für eine Handvoll Dollar, den Britannica das Vorbild der späteren Spaghettiwestern nennt.[2]

Was unterscheidet den Italowestern vom US-Western?

Britannica sieht den Unterschied vor allem in der Haltung. Hollywood habe den Wilden Westen meist als Zeit tugendhafter, rauer Einzelkämpfer und der heldenhaften Gründung amerikanischer Einrichtungen gezeigt. Die Italiener hätten moralisch zweideutiger erzählt, mit zynischen Antihelden, Brutalität und Korruption, mit Schießereien und Blut, wie sie der US-Western kaum zeigte, besonders solange der Production Code von 1934 bis 1968 galt.[2] Das BFI spricht von einem stärkeren Sinn für opernhafte Gewalt als bei den amerikanischen Vettern.[3]

Der Held des Italowesterns überwindet nach Frayling Hindernisse mit List, Technik und Geschick an der Waffe, und sein Ziel ist es, die Ungerechtigkeit, die er vorfindet, zum eigenen Vorteil zu nutzen. An die Stelle amerikanischer Rauheit treten Machismo und Stil des Mittelmeerraums.[1] Typisch sei ein Revolvermann, der in ein abgelegenes Dorf im Südwesten reitet, wo zwei verfeindete Clans herrschen, meist ein mexikanischer und einer von Gringos.[1] Nach Frayling dehnt die Kamera die Zeit und behandelt die Bilder des Hollywood-Westerns wie eine Liturgie; die Handlung spielt eher im Grenzland des Südwestens als an der Frontier des Mittleren Westens.[1] Britannica nennt dazu billige Kulissen und Kostüme, Großaufnahmen von Gesichtern und farbige Grafik im Vorspann.[2]

Die Musik

Zur Musik der Italowestern zählt Frayling schnelle Tempi, ungewöhnliche Instrumente, Echoeffekte, Chöre, E-Gitarren vom Typ Fender Stratocaster, eingängige Melodien und verstärkte natürliche Geräusche; vor den Duellen erklangen oft Trompeten oder spanische Gitarren.[1] Britannica verbindet die Gattung vor allem mit Ennio Morricone und seinen von der E-Gitarre geprägten Partituren.[2] Frayling zählt, wie viele Italowestern einzelne Komponisten vertonten:[1]

  • Ennio Morricone und Francesco De Masi je 35[1]
  • Gianni Ferrio und Angelo Francesco Lavagnino je 23[1]
  • Carlo Rustichelli 18, Riz Ortolani 15[1]
  • Luis Enrique Bacalov 14, Guido und Maurizio De Angelis 10[1]

Wo wurden Italowestern gedreht?

Schon seit den späten 1950er Jahren nutzten spanische und britische Produzenten nach Frayling die Wüsten und die Dörfer aus Lehmziegeln um Almería in Südspanien, weil sie an Arizona und New Mexico erinnerten.[1] Spanien bot außerdem Ateliers und Werkstätten um Madrid, Stuntleute, Pferde und Kulissen, die für Zorro-Filme gebaut worden waren. Noch billigere Western drehte man in der Umgebung von Rom.[1] Britannica schreibt, viele Filme seien in der trockenen Provinz Almería entstanden, als Ersatz für die Chihuahua-, Sonora- und Mojave-Wüste.[2] Mehr dazu steht auf den Seiten Almería und Tabernas und Western-Drehorte im Überblick.

Hölzerner Pferdewagen mit Speichenrädern vor einer weißgekalkten Lehmhütte in einer Wüste mit Kakteen und Agaven, harte Schatten im Licht der späten Nachmittagssonne
Lehmhütte und Wagen in der Wüste: Kulissen dieser Art standen um Almería Bild: KI-generiert

Wie entwickelte sich der Italowestern?

Die ersten italienischen Western waren nach Frayling billige Nachahmungen der Winnetou-Filme oder alter Hollywood-Abenteuer. Viele Mitwirkende versteckten sich hinter englisch klingenden Künstlernamen, damit das Publikum an amerikanische Filme glaubte.[1] Nach den beiden ersten Dollar-Filmen bildeten sich eigene Merkmale heraus: einsame Revolvermänner, deren Namen groß im Titel standen. Frayling zählt 16 Filme mit Django, 14 mit Ringo und 14 mit Sartana.[1]

Western der Mexikanischen Revolution

Aus der Rachegeschichte von Für ein paar Dollar mehr entwickelte sich nach Frayling eine Phase von Western über die Mexikanische Revolution. In ihrer Mitte steht meist ein armer Bauer, der sich zwischen dem Leben als Bandit und als Revolutionär entscheiden muss, dazu ein zynischer, entschlossener Fremder. Frayling lässt diese Phase mit Quien sabe? (1966) von Damiano Damiani beginnen und nennt weitere Filme von Sergio Sollima, Giulio Petroni und Sergio Corbucci.[1]

Das BFI nennt diese Filme Zapata-Western. Den frühesten sieht es in Damianis A Bullet for the General, der davon erzählt, wie soziale Ungerechtigkeit mexikanische Banditen zu Revolutionären macht. Sergio Sollima sei der politischste der drei Regisseure mit dem Vornamen Sergio gewesen.[3] Frayling und das BFI meinen denselben Film: Der Filmdienst führt Quien sabe? als Originaltitel von Töte Amigo (Italien 1966, Regie Damiano Damiani, mit Gian Maria Volonté und Lou Castel), und das BFI nennt für A Bullet for the General dieselbe Regie und dieselben beiden Darsteller. Das BFI datiert den Film auf 1967, der Filmdienst auf 1966.[18, 3] In der Revolution spielt auch Leones Todesmelodie.[13]

Die Wende zur Komödie

Gegen Ende des Zyklus kamen nach Frayling Horror- und Musikwestern dazu, Zirkuswestern wie Ehi amico… c'è Sabata, hai chiuso! von 1969 und vor allem Westernkomödien. Diese seien angeregt worden vom enormen Erfolg der beiden Trinità-Filme von E. B. Clucher mit Terence Hill und Bud Spencer.[1] Das BFI schreibt, in den frühen 1970er Jahren hätten die Komödienwestern, auf Italienisch fagioli genannt, die anderen in der Beliebtheit überholt; Die rechte und die linke Hand des Teufels sei der erste von ihnen gewesen.[3] Britannica schreibt Barboni zu, mit diesem Film die Slapstick-Form des Spaghettiwesterns populär gemacht zu haben.[2] Der Filmdienst urteilt, das Duo Spencer und Hill habe damit endgültig den komischen Western durchgesetzt.[11]

Abgeschlossen wurde der Zyklus nach Frayling mit Mein Name ist Nobody (1973) und Keoma (1976); danach lösten Kriminal- und Polizeifilme die Western ab. Die Kritik habe meist nur Leones Filme gelobt und die Arbeiten anderer Regisseure wie Corbucci, Damiani, Sollima und Valerii zu Unrecht übergangen.[1]

Leerer Platz einer kleinen Westernstadt aus Holz mit Brunnen und Pferdetränke, im Hintergrund kahle Berge, ein einzelner Sattel auf einem Holzgeländer im Licht der späten Nachmittagssonne
Leerer Platz einer Westernkulisse mit Brunnen und Sattel Bild: KI-generiert

Häufige Fragen

Was ist ein Italowestern?

Der Duden erklärt den Italowestern als Western mit besonderen Stilmerkmalen, die italienische Regisseure entwickelt haben. In Italien hießen die Filme western all'italiana, in den USA spaghetti western. Den Stil legte laut BFI Für eine Handvoll Dollar von 1964 fest.

Warum heißen Italowestern auch Spaghettiwestern?

Spaghetti western war der Name, den die Filme in den USA bekamen, nach Christopher Frayling mal abwertend, mal liebevoll gemeint. Als Urheber des Wortes gilt laut Britannica der spanische Journalist Alfonso Sánchez. In Deutschland hießen sie laut BFI Italowestern.

Wie viele Italowestern gibt es?

Christopher Frayling zählt von 1962 bis 1976 über 450 italienische Western und Koproduktionen, mit den deutschen, spanischen und französischen Western über 500. Britannica nennt rund 500 Spaghettiwestern aus den Jahren 1964 bis 1973. Die meisten entstanden 1968, nach Frayling 77.

Was unterscheidet den Italowestern vom US-Western?

Laut Britannica die zynische und gewalttätige Sicht mit Antihelden, während Hollywood den Westen meist als Zeit tugendhafter, rauer Einzelkämpfer zeigte. Frayling nennt dazu eine Kamera, die die Zeit dehnt, Schauplätze im Grenzland des Südwestens und eine Musik mit ungewöhnlichen Klängen.

Was ist ein Zapata-Western?

So nennt das BFI die revolutionären Italowestern. Als frühesten führt es A Bullet for the General von Damiano Damiani auf (Jahr laut BFI: 1967), in dem soziale Ungerechtigkeit mexikanische Banditen zu Revolutionären macht.

Welcher war der erste Italowestern?

Einen ersten Italowestern nennt keine der Quellen. Western drehten Italiener nach Frayling schon zur Stummfilmzeit, laut Britannica seit den 1910er Jahren. Bekannt wurde die Gattung erst 1964 mit Für eine Handvoll Dollar von Sergio Leone, der zum Vorbild für die späteren Filme wurde.

Welcher Italowestern war am erfolgreichsten?

Britannica und das BFI nennen Vier Fäuste für ein Halleluja von 1971 den Italowestern mit den höchsten Einnahmen überhaupt. Es ist die Fortsetzung von Die rechte und die linke Hand des Teufels mit Terence Hill und Bud Spencer.

Wo wurden Italowestern gedreht?

Viele in der Provinz Almería in Spanien, deren Wüsten für Arizona und New Mexico standen, dazu in Ateliers bei Madrid. Billigere Filme entstanden nach Frayling in der Umgebung von Rom.

Quellen

  1. Nachschlagewerk Christopher Frayling: Western all'italiana (Enciclopedia del Cinema). Istituto della Enciclopedia Italiana Treccani. Stand 2004. abgerufen am 26.10.2026
  2. Nachschlagewerk Spaghetti western, Artikel von Laura Payne. Encyclopaedia Britannica. Stand 29. April 2025. abgerufen am 26.10.2026
  3. Presse Jon Towlson: 10 great spaghetti westerns. British Film Institute. Stand 3. April 2018. abgerufen am 26.10.2026
  4. Nachschlagewerk Italowestern, Rechtschreibung, Bedeutung, Definition. Duden. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  5. Filmdatenbank Für eine Handvoll Dollar, Lexikon des internationalen Films. filmdienst.de. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  6. Filmdatenbank Für ein paar Dollar mehr, Lexikon des internationalen Films. filmdienst.de. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  7. Filmdatenbank Django, Lexikon des internationalen Films. filmdienst.de. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  8. Filmdatenbank Zwei glorreiche Halunken, Lexikon des internationalen Films. filmdienst.de. Stand Aktualisiert am 28.08.2019. abgerufen am 26.10.2026
  9. Filmdatenbank Leichen pflastern seinen Weg, Lexikon des internationalen Films. filmdienst.de. Stand Aktualisiert am 13.12.2023. abgerufen am 26.10.2026
  10. Filmdatenbank Spiel mir das Lied vom Tod, Lexikon des internationalen Films. filmdienst.de. Stand Aktualisiert am 04.06.2020. abgerufen am 26.10.2026
  11. Filmdatenbank Die rechte und die linke Hand des Teufels, Lexikon des internationalen Films. filmdienst.de. Stand Aktualisiert am 25.06.2025. abgerufen am 26.10.2026
  12. Filmdatenbank Vier Fäuste für ein Halleluja, Lexikon des internationalen Films. filmdienst.de. Stand Aktualisiert am 07.07.2025. abgerufen am 26.10.2026
  13. Filmdatenbank Todesmelodie, Lexikon des internationalen Films. filmdienst.de. Stand Aktualisiert am 09.07.2020. abgerufen am 26.10.2026
  14. Filmdatenbank Mein Name ist Nobody, Lexikon des internationalen Films. filmdienst.de. Stand Aktualisiert am 28.04.2026. abgerufen am 26.10.2026
  15. Filmdatenbank Keoma: Das Lied des Todes, Lexikon des internationalen Films. filmdienst.de. Stand Aktualisiert am 18.07.2007. abgerufen am 26.10.2026
  16. Filmdatenbank Giù la testa, Filmdatenbank des Festivals Il Cinema Ritrovato. Cineteca di Bologna, Il Cinema Ritrovato. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  17. Presse Lo chiamavano Trinità, 50 anni fa usciva al cinema il film con Bud Spencer e Terence Hill (Bildstrecke). Sky TG24. Stand Aktualisiert am 23.09.2024. abgerufen am 26.10.2026
  18. Filmdatenbank Töte Amigo, Lexikon des internationalen Films. filmdienst.de. Stand Aktualisiert am 23.09.2024. abgerufen am 27.10.2026
  19. Presse Django, 1966. Il Post. Stand 20. Januar 2013. abgerufen am 27.10.2026

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