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Die rechte und die linke Hand des Teufels (1970)

Kurz erklärt Die rechte und die linke Hand des Teufels (Lo chiamavano Trinità, englisch They Call Me Trinity) ist eine Westernkomödie von Enzo Barboni alias E. B. Clucher. Terence Hill spielt den faulen Revolverhelden Trinità, Bud Spencer seinen Bruder Bambino, der sich als Sheriff ausgibt, und beide schützen Mormonen vor einem Major, der ihr Land will. In Italien lief der Film ab dem 22. Dezember 1970, in der Bundesrepublik ab dem 2. März 1971.

Gusseiserne Pfanne mit Bohnen auf einem groben Holztisch vor einer verwitterten Station, dahinter eine grasige Hochebene und helle Kalkberge im Nachmittagslicht
Bild: KI-generiert

Worum geht es in Die rechte und die linke Hand des Teufels?

Trinità ist ein fauler, abgerissener Revolverheld, der sich liegend befördern lässt: Sein Pferd zieht ihn auf einer hölzernen Schleiftrage hinter sich her.[2, 7] Er kommt in eine Stadt, in der sein Bruder Bambino als Sheriff auftritt. Bambino ist eigentlich Pferdedieb und hat den echten Sheriff nach der Website von Terence Hill für tot liegen lassen.[5, 7] Der Filmdienst fasst das knapper: Einer der beiden etwas zwielichtigen Brüder sei auf recht seltsame Art an den Sheriffstern gekommen.[1] Roger Ebert nannte die beiden 1971 Gesetzlose, die sich als Gesetzeshüter ausgeben; das Pacific Film Archive führt sie als Halbbrüder.[4, 6]

In der Nähe der Stadt leben Mormonen, die das Land als Farmer bestellen.[5] Ihr Nachbar, Major Harriman, will sie mit seinen Männern einschüchtern und vertreiben, um ihr Land zu bekommen.[2, 4] Die Siedler müssen sich außerdem gegen eine Bande mexikanischer Banditen wehren.[6] Bambino schließt sich seinem Bruder gegen Harriman nur widerwillig an.[5] Dazu verlieben sich zwei junge Frauen aus der Siedlung in Trinità.[6] Laut Filmdienst werden die Brüder gegen ihren Willen zu Rettern der Mormonen-Siedlung.[1]

Wie endet Die rechte und die linke Hand des Teufels?

Achtung, Schluss: Dieser Abschnitt verrät, wie die Geschichte ausgeht.

Im Kampf gegen Major Harriman werfen Trinità und Bambino die Revolver weg und schlagen die Bösewichte mit den Fäusten nieder. Roger Ebert fand die Prügelei so stilisiert, dass sie ihn an eine große Tanznummer aus dem Musical Seven Brides for Seven Brothers und an einen Kurzfilm von Laurel und Hardy über eine Baukolonne erinnerte.[4]

Wer spielt in Die rechte und die linke Hand des Teufels mit?

Trinità spielt Terence Hill, Bambino Bud Spencer.[4, 5] Beide traten unter Künstlernamen auf: Hill heißt eigentlich Mario Girotti, Spencer hieß Carlo Pedersoli.[4] Als Paar standen sie laut Christopher Frayling in der Enciclopedia del Cinema zum ersten Mal 1967 in Dio perdona… io no! von Giuseppe Colizzi vor der Kamera.[3] In den Trinità-Filmen steht Hill nach Frayling für die List und Spencer für die Kraft.[3] Den Major Harriman spielt Farley Granger.[1, 4]

In der deutschen Fassung haben die Brüder andere Namen: Trinità heißt dort der müde Joe, Bambino der Kleine.[1]

Darsteller und Rollen laut Lexikon des internationalen Films und der Website von Terence Hill
DarstellerRolle in der deutschen Fassung (Filmdienst)Rolle laut Website von Terence Hill (englisch)
Terence HillDer müde Joe[1]Trinity[5]
Bud SpencerDer Kleine[1]Bambino[5]
Farley GrangerMajor Harriman[1]Major Harriman[5]
Steffen ZachariasJonathan[1]Jonathan[5]
Dan SturkieTobias[1]Tobias[5]
Gisela HahnSarah[1]Sarah[5]
Elena PedemonteJudith[1]Judith[5]
Remo CapitaniMezcal[1]Mezcal[5]
Luciano RossiWeasel[1]Timmy[5]

Bei Luciano Rossi weichen die Quellen ab: Der Filmdienst nennt die Rolle Weasel, die Website von Terence Hill Timmy und für Weasel Ezio Marano. Die Cineteca di Bologna führt Rossi als "il timido" und Marano als "Faina".[1, 5, 14]

Wie entstand Die rechte und die linke Hand des Teufels?

Regie führte Enzo Barboni, der sich als Regisseur E. B. Clucher nannte; das Drehbuch schrieb er selbst.[1, 9] Barboni, 1922 in Rom geboren, arbeitete als Regisseur, Drehbuchautor und Kameramann.[9, 10] Laut dem British Film Institute hatte er zuvor die Kamera bei Sergio Corbuccis Django geführt.[13] Geplant war nach dem BFI ein ernster Western, unter Barbonis Händen wurde daraus reiner Slapstick.[13] Roger Ebert erzählt in seiner Kritik von 1971, Bud Spencer habe ihm zwei Jahre zuvor bei Dreharbeiten zu einem anderen Western außerhalb Roms gesagt, er wolle eines Tages eine Parodie auf die italienischen Western drehen.[4]

Einen Produzenten fand Barboni erst nach vielen Absagen, erzählte sein Sohn, der Autor Marco Tullio Barboni, 2020 der Zeitung il Giornale.[8] Produziert hat Italo Zingarelli mit der Firma West Film.[1, 5] Terence Hill berichtete laut Sky TG24, er und Spencer hätten gerade Arbeit gesucht, als Barboni bei einem Produzenten sein Drehbuch vorlegte; die beiden lasen es und boten sich für die Hauptrollen an.[7] Die Szene, in der Trinità eine ganze Pfanne Bohnen leert, wurde nach Hills Erinnerung nur einmal gedreht, nachdem er 24 Stunden gefastet hatte; andere sprechen nach Sky TG24 von 36 oder 48 Stunden.[7]

Die Kamera führte Aldo Giordani, den Schnitt besorgte Giampiero Giunti.[1] Die Musik schrieb Franco Micalizzi.[1, 5] Laut Sky TG24 griff Quentin Tarantino das Hauptthema für die Schlussszene von Django Unchained wieder auf.[7]

Wo wurde Die rechte und die linke Hand des Teufels gedreht?

Laut der offiziellen Website von Terence Hill entstand der Film in Italien, im Parco dei Monti Simbruini zwischen Latium und den Abruzzen.[5] Sky TG24 nennt als Drehgebiet das Grenzland der beiden Regionen und die Umgebung der spanischen Stadt Almería. Als Beispiele für solche Gegenden, die in vielen Italowestern zu sehen sind, zählt der Sender Campo Imperatore und den Park des Treja-Tals auf.[7] Einen Drehort in Spanien nennt keine der anderen Quellen der Seite.[5, 15]

Italy for Movies, das nationale Portal für Drehorte in Italien, das Cinecittà zusammen mit dem Verband der italienischen Film Commissions betreibt, führt nur Orte in Italien auf: Die Siedlung der Mormonen entstand auf dem Pianoro di Camposecco bei Camerata Nuova im Park der Monti Simbruini, die Wüste ist ein Tuffsteinbruch in einem Vorort von Rom, das Westerndorf wurde in den De Paolis Studios in Rom nachgebaut. Eine Badeszene entstand an den Wasserfällen von Monte Gelato, einen Fluss queren die Brüder mehrmals am Tiber bei Attigliano in der Provinz Terni.[15]

Drehorte laut der Website von Terence Hill, Sky TG24 und Italy for Movies
DrehortLandQuelle
Parco dei Monti Simbruini, zwischen Latium und AbruzzenItalienWebsite von Terence Hill[5]
Grenzgebiet von Latium und AbruzzenItalienSky TG24[7]
Umgebung von AlmeríaSpaniennur Sky TG24[7]
Pianoro di Camposecco bei Camerata Nuova, Parco dei Monti SimbruiniItalienItaly for Movies[15]
Tuffsteinbruch in einem Vorort von Rom (die Wüste)ItalienItaly for Movies[15]
De Paolis Studios in Rom (das Westerndorf)ItalienItaly for Movies[15]
Wasserfälle von Monte Gelato am TrejaItalienItaly for Movies[15]
Tiber bei Attigliano, Provinz TerniItalienItaly for Movies[15]
Weite Hochebene mit goldenem Gras und einem staubigen Weg, in der Ferne Pferde vor hellen, schroffen Kalkgipfeln
Hochebene mit Kalkbergen: Gedreht wurde laut der Website von Terence Hill im Parco dei Monti Simbruini zwischen Latium und den Abruzzen Bild: KI-generiert

Wie viel Wahrheit steckt in Die rechte und die linke Hand des Teufels?

Die wahre Geschichte dahinter

Als Autor der Geschichte nennt die Website von Terence Hill Barboni selbst; eine literarische oder historische Vorlage führen weder sie noch der Filmdienst an.[1, 5] Der Filmdienst sieht in dem Film eine Parodie auf den Italowestern, Roger Ebert einen Spaß auf Kosten der Spaghettiwestern der 1960er Jahre.[1, 4] Das Pacific Film Archive beschreibt ihn als Parodie auf den Western Die glorreichen Sieben.[6]

Die Mormonen, Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, gab es im Westen wirklich.[12] Am 24. Juli 1847 erreichte ihr Anführer Brigham Young das Tal des Großen Salzsees. Bis 1868, als die transkontinentale Eisenbahn Utah erreichte, folgten nach Angaben des National Park Service fast 70.000 Mormonen diesem Weg, dem Mormon Trail.[11]

Zwischen 1847 und 1900 gründeten Mormonen nach einer Darstellung des Staates Utah etwa 500 Siedlungen in Utah und den Nachbarstaaten. Das Mormonendorf in Utah folgte zum Teil dem Plan einer Gemeinde von Farmern und Handwerkern, mit den Wohnhäusern in der Mitte und den Feldern und Höfen außen herum. Kleine Siedlungen waren oft Forts, in denen die Blockhütten zum Schutz ein Viereck bildeten.[12]

Kleine Siedlung aus Blockhütten um einen Platz, mit Holzzäunen, einem Bewässerungsgraben und jungen grünen Feldern in einem weiten Tal
Blockhütten um einen Platz: So legten Mormonen nach einer Darstellung des Staates Utah oft ihre kleinen Siedlungen an Bild: KI-generiert

Wie wurde Die rechte und die linke Hand des Teufels aufgenommen?

In Italien kam der Film laut Sky TG24 am 22. Dezember 1970 ins Kino.[7, 8] Nach Angaben des Senders sahen ihn dort fast 9 Millionen Menschen. Bei den Einnahmen der Saison 1970/71 lag er hinter Nino Manfredis Per grazia ricevuta auf Platz zwei, insgesamt spielte er über 3 Milliarden Lire ein. 1988 sahen ihn bei einer Wiederholung im Fernsehen 11 Millionen Zuschauer.[7] Das BFI nennt ihn einen großen Erfolg in Italien.[13]

Christopher Frayling schreibt in der Enciclopedia del Cinema, die Westernkomödien in Italien seien vom enormen Erfolg der beiden Trinità-Filme angeregt worden.[3] Der Filmdienst urteilt, das Duo Spencer und Hill habe mit diesem "recht grob gestrickten Filmspaß" endgültig den komischen Western durchgesetzt.[1] Roger Ebert schrieb am 25. November 1971, über Gewalt lache das Publikum der Italowestern ohnehin, in diesem Film sei sie einmal wirklich komisch.[4] Das Pacific Film Archive führt den Film unter dem Titel They Call Me Trinity mit dem Verleih Avco Embassy und dem Jahr 1971.[6]

In der Bundesrepublik lief der Film ab dem 2. März 1971. Das Fernsehen der DDR zeigte ihn am 4. Februar 1989 auf DFF 1, auf DVD erschien er am 26. April 2001. Freigegeben ist er ab 16 Jahren.[1] 1971 folgte die Fortsetzung Vier Fäuste für ein Halleluja, die laut Britannica noch erfolgreicher war.[2, 13]

Zeitleiste: Die rechte und die linke Hand des Teufels
  1. 22.12.1970Kinostart in Italien.[7]
  2. 02.03.1971Deutsche Erstaufführung.[1]
  3. 25.11.1971Roger Ebert veröffentlicht seine Kritik zu They Call Me Trinity.[4]
  4. 04.02.1989Erste Ausstrahlung im Fernsehen der DDR auf DFF 1.[1]
  5. 26.04.2001Erscheinen auf DVD in Deutschland.[1]

Häufige Fragen

Wo wurde Die rechte und die linke Hand des Teufels gedreht?

In Italien. Die offizielle Website von Terence Hill nennt den Parco dei Monti Simbruini zwischen Latium und den Abruzzen, das Portal Italy for Movies zusätzlich Orte in und bei Rom, die Wasserfälle von Monte Gelato und den Tiber bei Attigliano. Sky TG24 erwähnt außerdem die Gegend um Almería in Spanien, was keine der anderen Quellen bestätigt.

Wer spielt in Die rechte und die linke Hand des Teufels mit?

Terence Hill spielt Trinità, in der deutschen Fassung der müde Joe, Bud Spencer seinen Bruder Bambino, deutsch der Kleine. Farley Granger ist Major Harriman, der den Mormonen ihr Land nehmen will.

Wie heißt der Film im Original und auf Englisch?

Der italienische Titel lautet Lo chiamavano Trinità, auf Deutsch etwa Man nannte ihn Trinità. In den USA lief der Film als They Call Me Trinity.

Gibt es einen zweiten Teil?

Ja. 1971 folgte Vier Fäuste für ein Halleluja (...continuavano a chiamarlo Trinità), wieder von Enzo Barboni mit Terence Hill und Bud Spencer. Britannica und das British Film Institute nennen die Fortsetzung noch erfolgreicher als den ersten Teil.

Wer hat die Musik zu Die rechte und die linke Hand des Teufels geschrieben?

Franco Micalizzi. Laut Sky TG24 nahm Quentin Tarantino das Hauptthema in die Schlussszene von Django Unchained auf.

Wie lang ist Die rechte und die linke Hand des Teufels?

Der Filmdienst gibt 114 Minuten an und für die Originalfassung 104 Minuten. Die Seite von Roger Ebert nennt 106 Minuten, die restaurierte Fassung der Cineteca di Bologna 113 Minuten und die Kopie im Pacific Film Archive 103 Minuten. Freigegeben ist der Film ab 16 Jahren.

Beruht der Film auf einer wahren Geschichte?

Nach den Quellen nicht. Die Geschichte stammt laut der Website von Terence Hill von Enzo Barboni, und der Filmdienst nennt den Film eine Parodie auf den Italowestern. Historisch ist nur, dass Mormonen im Westen Farmersiedlungen gründeten, nach einer Darstellung des Staates Utah zwischen 1847 und 1900 etwa 500.

Quellen

  1. Filmdatenbank Die rechte und die linke Hand des Teufels, Lexikon des internationalen Films. filmdienst.de. Stand Aktualisiert am 25.06.2025. abgerufen am 26.10.2026
  2. Nachschlagewerk Spaghetti western, Artikel von Laura Payne. Encyclopaedia Britannica. Stand 29. April 2025. abgerufen am 26.10.2026
  3. Nachschlagewerk Christopher Frayling: Western all'italiana, Enciclopedia del Cinema. Istituto della Enciclopedia Italiana Treccani. Stand 2004. abgerufen am 26.10.2026
  4. Presse Roger Ebert: They Call Me Trinity (Filmkritik). RogerEbert.com. Stand 25. November 1971. abgerufen am 26.10.2026
  5. They Call Me Trinity, Lo chiamavano Trinità (Filmseite mit Besetzung, Stab und Drehort). Terence Hill Official Website. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  6. Archiv They call me Trinity (Katalogeintrag der Filmsammlung). Berkeley Art Museum and Pacific Film Archive, University of California. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  7. Presse Lo chiamavano Trinità, 50 anni fa usciva al cinema il film con Bud Spencer e Terence Hill (Bildstrecke). Sky TG24. Stand 22. Dezember 2020 (sichtbares Datum der Seite; Metadaten 21. September 2023). abgerufen am 26.10.2026
  8. Presse Roberta Damiata: Lo chiamavano Trinità compie 50 anni. il Giornale. Stand 9. April 2020. abgerufen am 26.10.2026
  9. Filmdatenbank Enzo Barboni (Personenseite). filmportal.de, DFF Deutsches Filminstitut und Filmmuseum. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  10. Filmdatenbank Filme mit Enzo Barboni (Personenseite). filmdienst.de. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  11. Amtliche Stelle The 1847 Trek. National Park Service, Mormon Pioneer National Historic Trail. Stand 23. April 2025. abgerufen am 26.10.2026
  12. Amtliche Stelle Ron Rood, Linda Thatcher: Mormon Settlement (Brief History of Utah). Utah Department of Cultural and Community Engagement, History to Go. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  13. Presse Jon Towlson: 10 great spaghetti westerns. British Film Institute. Stand 3. April 2018. abgerufen am 26.10.2026
  14. Filmdatenbank Lo chiamavano Trinità… (Filmseite mit Besetzung, Stab und Länge der restaurierten Fassung). Cineteca di Bologna, Distribuzione. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  15. Amtliche Stelle They call me Trinity: Where it was filmed (Drehorte des Films). Italy for Movies, nationales Portal für Drehorte (Cinecittà, Italian Film Commissions Association). Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026

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