WesternListe
DEFA-Indianerfilme in Reihenfolge
Kurz erklärt Die DEFA drehte nach der Zählung von Anett Werner-Burgmann 14 Indianerfilme, vom ersten, Die Söhne der großen Bärin (Premiere laut DEFA-Stiftung am 17. Februar 1966), bis Atkins (29. August 1985). In zwölf davon spielte Gojko Mitić die Hauptrolle. Andrea Dittgen kommt auf 13 Filme, weil sie Blauvogel (1979) nicht mitzählt.

Welche Filme stehen auf der Liste?
Die Liste enthält die 14 Spielfilme, die sich aus der Zählung von Anett Werner-Burgmann im Journal der DEFA-Stiftung von 2025 ergeben: zwölf mit Gojko Mitić in der Hauptrolle sowie Blauvogel und Atkins.[2] Das Lexikon des internationalen Films nennt im Eintrag zu Tödlicher Irrtum ebenfalls 14 Western der DEFA von neun verschiedenen Regisseuren, allerdings mit demselben Hauptdarsteller; welche Filme es meint, steht dort nicht.[5] Andrea Dittgen führt in ihrer Übersicht von 2003, die die DEFA-Stiftung veröffentlicht, nur 13 Filme von 1966 bis 1985; Blauvogel von Ulrich Weiß aus dem Jahr 1979 fehlt dort.[1, 18] Auch die DVD-Edition, über die Thomas Klein im Filmdienst schreibt, umfasst 14 Filme.[4]
Geordnet sind die Filme nach dem Premierendatum in der Filmdatenbank der DEFA-Stiftung. Regie und Hauptrolle stammen aus derselben Datenbank, ebenso die Angaben zu Schauplatz und Zeit, die aus ihren Inhaltsangaben übernommen sind.[7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 19, 20] Eine Rangfolge nach Qualität gibt es nicht. Sechs Filme haben auf wilder-westen.org eine eigene Seite und stehen weiter unten mit einem kurzen Steckbrief, die übrigen acht nur in der Tabelle.
Nicht aufgenommen ist die zweiteilige Fernsehserie Präriejäger in Mexiko von 1988 nach Romanen von Karl May, in der Gojko Mitić den Helden Bärenauge spielt.[3] Dittgen führt sie nicht auf, und die 14 Filme bei Werner-Burgmann kommen ohne sie aus.[1, 2]
In welcher Reihenfolge erschienen die DEFA-Indianerfilme?
| Nr. | Premiere | Film | Regie | Hauptrolle | Schauplatz und Zeit laut DEFA-Stiftung |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 17.02.1966 | Die Söhne der großen Bärin | Josef Mach | Gojko Mitić (Tokei-ihto) | Gold auf dem vertraglich zugesicherten Land der Dakota (laut Werner-Burgmann sind Lakota gemeint), Umsiedlung in eine Reservation; nach Werner-Burgmann in den Black Hills 1876/77 verankert, siehe Großer Sioux-Krieg[2, 7] |
| 2 | 25.06.1967 | Chingachgook, die große Schlange | Richard Groschopp | Gojko Mitić (Chingachgook) | 1740, Krieg zwischen Engländern und Franzosen, Delawaren und Huronen; nach Coopers Roman Der Wildtöter[8] |
| 3 | 22.06.1968 | Spur des Falken | Gottfried Kolditz | Gojko Mitić (Falke) | zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts, Goldfund in den Black Hills, Dakota[9] |
| 4 | 27.06.1969 | Weiße Wölfe | Konrad Petzold, Co-Regie Bosko Boskovic | Gojko Mitić (Weitspähender Falke) | Dakota suchen Zuflucht in den Black Hills, Bergwerksgesellschaft in der Stadt Tanglewood; Koproduktion mit Jugoslawien[10] |
| 5 | 27.06.1970 | Tödlicher Irrtum | Konrad Petzold | Gojko Mitić (Shave Head), Armin Mueller-Stahl (Chris Howard) | Ende des 19. Jahrhunderts, Ölbohrung im Reservat der Shoshone[11] |
| 6 | 26.06.1971 | Osceola | Konrad Petzold | Gojko Mitić (Osceola) | Florida, Seminolen im Konflikt mit weißen Pflanzern, die das Land wollen und deren Sklaven zu den Seminolen fliehen, bis zum Kriegsausbruch 1835; siehe Osceola[12] |
| 7 | 01.07.1972 | Tecumseh | Hans Kratzert | Gojko Mitić (Tecumseh) | Anfang des 19. Jahrhunderts, Bund der Nationen gegen den Landverkauf, Überfall von Gouverneur Harrison 1811[13] |
| 8 | 29.06.1973 | Apachen | Gottfried Kolditz | Gojko Mitić (Ulzana) | 1840er Jahre, Mimbreño-Apachen und eine Minengesellschaft, Massaker in Santa Rita[14] |
| 9 | 16.05.1974 | Ulzana | Gottfried Kolditz | Gojko Mitić (Ulzana) | Mitte des 19. Jahrhunderts, Bewässerungsanlage der Mimbreños, Geschäftsleute aus Tucson[15] |
| 10 | 26.06.1975 | Blutsbrüder | Werner Wolfgang Wallroth | Dean Reed (Harmonika), Gojko Mitić (Harter Felsen) | Massaker an einem Dorf der Cheyenne am Sand Creek 1864, siehe Sand-Creek-Massaker[16] |
| 11 | 30.06.1978 | Severino | Claus Dobberke | Gojko Mitić (Severino) | Dorf der Manzaneros in Südamerika, Streit mit weißen Siedlern; nach einem Roman von Eduard Klein[17] |
| 12 | 13.12.1979 | Blauvogel | Ulrich Weiß | Robin Jaeger und Gabriel Oseciuc (George als Kind und als Erwachsener) | Mitte des 18. Jahrhunderts, ein Siedlerjunge bei den Irokesen; nach einer Erzählung von Anna Jürgen[18] |
| 13 | 27.05.1983 | Der Scout | Konrad Petzold, Co-Regie Dshamjangijn Buntar | Gojko Mitić (Weiße Feder) | 1877, die Nez Perce werden in die Reservation getrieben, siehe Nez-Perce-Krieg; Koproduktion mit dem Studio Mongolkino in Ulan-Bator[19] |
| 14 | 29.08.1985 | Atkins | Helge Trimpert | Oleg Borissow (Atkins) | um die Jahrhundertwende, ein Aussteiger und aus dem Reservat geflohene Menschen in einem abgelegenen Tal[20] |
Von 1966 bis 1975 hatte jedes Jahr ein neuer Film Premiere, seit 1967 meist Ende Juni.[7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16] Werner-Burgmann schreibt, die Filme nach dem ersten seien in den Sommermonaten angelaufen, oft in Freilichtkinos und in Ferienlagern für Kinder.[2]
Zeitleiste
- 17.02.1966Premiere von Die Söhne der großen Bärin, dem ersten DEFA-Indianerfilm.[7] Die Söhne der großen Bärin
- 25.06.1967Premiere von Chingachgook, die große Schlange nach Coopers Roman Der Wildtöter.[8] Chingachgook, die große Schlange
- 22.06.1968Premiere von Spur des Falken.[9] Spur des Falken
- 27.06.1969Premiere von Weiße Wölfe, einer Koproduktion mit Bosna-Film aus Sarajevo.[10]
- 27.06.1970Premiere von Tödlicher Irrtum.[11] Tödlicher Irrtum
- 26.06.1971Premiere von Osceola.[12]
- 01.07.1972Premiere von Tecumseh.[13] Tecumseh
- 29.06.1973Premiere von Apachen.[14]
- 16.05.1974Premiere von Ulzana, der Fortsetzung von Apachen.[15] Ulzana
- 26.06.1975Premiere von Blutsbrüder mit Dean Reed und Gojko Mitić.[16]
- 30.06.1978Premiere von Severino.[17]
- 13.12.1979Premiere von Blauvogel, einem der zwei Filme ohne Gojko Mitić.[18, 2]
- 27.05.1983Premiere von Der Scout, einer Koproduktion mit dem Studio Mongolkino.[19]
- 29.08.1985Premiere von Atkins, dem letzten DEFA-Indianerfilm.[20]

Wie kam die DEFA zum Western?
Der erste Film ging 1965 beim DEFA-Studio für Spielfilme in Produktion, im Jahr des 11. Plenums des Zentralkomitees der SED, auf dem fast eine ganze Jahresproduktion der DEFA verboten wurde.[2] Nach filmportal.de begann die Welle der DEFA-Western nach diesem Plenum.[3] 1962 hatte in der Bundesrepublik Der Schatz im Silbersee von Harald Reinl die Welle der westdeutschen Karl-May-Filme ausgelöst, vier Jahre später kam der erste Western der DEFA heraus.[3]
Nach Werner-Burgmann nannte die DEFA ihre Western selbst Indianerfilme, um sie von den Karl-May-Filmen der Bundesrepublik abzugrenzen. Diese liefen etwa in der Tschechoslowakei und zogen nach einem Aufsatz von Annette Deeken, den sie zitiert, auch das junge Publikum der DDR an. Mit dem Namen rückten die indigenen Nationen ins Zentrum der Handlung.[2] Der Filmdienst-Autor Thomas Klein sieht dahinter auch die Abgrenzung vom Kino aus Hollywood.[4] Laut filmportal.de wollte die DEFA, anders als die westdeutschen Produzenten, ausdrücklich historisch genau sein; heraus kamen Filme, die eher historische Abenteuerfilme im indigenen Milieu waren als Western.[3]
Klein nennt den Indianerfilm von der Mitte der 1960er Jahre an für mehr als zehn Jahre das erfolgreichste Genre im Kino der DDR. Wo und wann die Filme auch spielten, es ging immer um den Widerstand der indigenen Bevölkerung gegen Imperialismus und Kolonialismus, für Klein ein Spiegelbild des sozialistischen Kampfs gegen den Kapitalismus US-amerikanischer Prägung.[4] In den 1970er Jahren weitete sich der Blick auf Mexiko, Florida und Südamerika: Apachen spielt nach Klein in Mexiko, Osceola 1835 in Florida, Severino in der argentinischen Pampa.[4, 12, 17]
Gedreht wurde in mehreren Ländern des Ostblocks. Andrea Dittgen nennt unter anderem Jugoslawien, Usbekistan, Rumänien und die Mongolei, filmportal.de schreibt, oft seien es dieselben Gegenden Jugoslawiens gewesen wie bei den Winnetou-Filmen.[1, 3] Klein zieht den Vergleich mit dem Italowestern: Wie dieser sei der DEFA-Indianerfilm eher eine Koproduktion gewesen als nationales Kino, in seinem Fall eine osteuropäische.[4] Mehr über die Schauplätze zeigt die Seite Western-Drehorte im Überblick.
Die Filme mit eigener Seite
Die Söhne der großen Bärin (1966)
Die Söhne der großen Bärin ist der erste DEFA-Indianerfilm, gedreht von dem tschechischen Gastregisseur Josef Mach nach der Romanreihe von Liselotte Welskopf-Henrich, die auch das Drehbuch schrieb.[2, 3, 7] Gojko Mitić spielt Tokei-ihto, dessen Gruppe nach einem Goldfund auf ihrem Vertragsland in eine Reservation ziehen soll und schließlich nach Kanada flieht.[7] Der Film nennt das Volk Dakota. Werner-Burgmann hält das für einen Irrtum, denn die Oglala, als die sich Tokei-ihto vorstellt, gehören zu den Lakota.[2] Gedreht wurde unter anderem in der Region Trebinje im damaligen Jugoslawien, in der Sächsischen Schweiz und in Brandenburg.[2]
Chingachgook, die große Schlange (1967)
Chingachgook, die große Schlange von Richard Groschopp ist die Verfilmung von James Fenimore Coopers Roman Der Wildtöter.[8] Gojko Mitić spielt den Mohikaner Chingachgook, der mit seinem Freund Wildtöter seine Braut Wahtawah aus der Gewalt der Huronen befreien will. Die Handlung beginnt 1740, als englische Truppen den Franzosen die Kolonien in Nordamerika abjagen wollen.[8] Klein betont, wie verschieden die ersten beiden Filme sind: Der erste spielt in den Great Plains des 19. Jahrhunderts, der zweite im Osten und im 18. Jahrhundert.[4] Mehr über die Romanvorlage steht auf der Seite Lederstrumpf.
Spur des Falken (1968)
In Spur des Falken von Gottfried Kolditz spielt Gojko Mitić den Dakota Weitspähender Falke. Nach dem Goldfund in den Black Hills strömen Goldgräber und Spekulanten in das Land, das den Dakota durch einen Vertrag zugesichert ist; der Spekulant Bludgeon lässt Büffelherden abschlachten, um sie zu vertreiben.[9] Weitspähender Falke kehrt ein Jahr später in Weiße Wölfe zurück, das Konrad Petzold als Koproduktion mit Bosna-Film aus Sarajevo drehte.[10] Klein zählt die Figur zu den Rollen, in denen Mitić in der Rolle des "edlen Wilden" zwischen den Weißen und seinem Volk vermitteln will.[4]
Tödlicher Irrtum (1970)
Tödlicher Irrtum von Konrad Petzold spielt am Ende des 19. Jahrhunderts. Die Wyoming Oil Company bohrt ohne Erlaubnis in einem Reservat der Shoshone nach Öl, fünf Anführer werden ermordet.[11] Gojko Mitić spielt den Shoshone Shave Head, Armin Mueller-Stahl dessen Bruder Chris Howard, der als Hilfssheriff gegen die Gesellschaft ermittelt.[11] Das Lexikon des internationalen Films nennt den Film einen weitgehend spannenden, manchmal etwas unübersichtlichen Western mit gesellschaftskritischer Note.[5]
Tecumseh (1972)
Tecumseh von Hans Kratzert erzählt vom Shawnee Tecumseh, den Gojko Mitić spielt. Er gründet einen Bund der Nationen, der ihr Land zu unverkäuflichem Gemeineigentum erklärt, und kämpft nach dem Überfall von Gouverneur Harrison 1811 an der Seite der Engländer.[13] Nach Dittgen hatte jeder DEFA-Indianerfilm bis einschließlich Tecumseh mehr als drei Millionen Zuschauer.[1]
Ulzana (1974)
Ulzana von Gottfried Kolditz setzt den Film Apachen von 1973 fort; Gojko Mitić spielt in beiden den Mimbreño Ulzana.[14, 15] Die Mimbreños haben sich auf Ackerbau umgestellt und ihre Reservation mit einer Bewässerungsanlage fruchtbar gemacht, bis Geschäftsleute aus Tucson die Anlage sprengen lassen.[15] Für den Film, damals noch unter dem Arbeitstitel Apachen II, kaufte die DEFA laut Dittgen im Westen eine englische Postkutsche aus dem Jahr 1880 für 11.000 D-Mark, die bei den Dreharbeiten in eine Schlucht stürzte.[1]

Wie viele Zuschauer hatten die DEFA-Indianerfilme?
Für den ersten Film gibt es drei Zahlen. Laut filmportal.de lockte Die Söhne der großen Bärin über acht Millionen Menschen in die Kinos.[6] Werner-Burgmann nennt rund 8,9 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer in der DDR und stützt sich auf eine Filmografie von Ernst Quett aus dem Jahr 1983, deren Zahlen nur bis 1982 reichen.[2] Andrea Dittgen schreibt, der Film habe über neun Millionen Zuschauer angezogen.[1]
Die folgenden Filme bis Tecumseh kamen nach Dittgen auf jeweils über drei Millionen Zuschauer, mehr als jeder andere in der DDR produzierte Film. Für spätere Filme nennt sie nur zwei Zahlen: Der Scout erreichte nur noch eine halbe Million, Atkins, der erste Film ohne Gojko Mitić, nach ihrer Zählung 41.000 Besucher.[1] Dass Mitić schon in Blauvogel von 1979 nicht mitspielte, kommt bei ihr nicht vor, weil sie den Film nicht zur Reihe zählt.[1, 2, 18]
Welche Rolle spielte Gojko Mitić?
In zwölf der 14 Filme spielte Gojko Mitić die Hauptrolle; nur in Blauvogel und Atkins gehört er nicht zur Besetzung.[2] Vorher hatte er laut filmportal.de Nebenrollen in fünf Karl-May-Western gespielt. Anders als Pierre Brice spielte Mitić viele verschiedene Figuren, darunter Chingachgook, Severino, Osceola und zweimal Ulzana.[3] Dittgen schreibt, er habe Brice an Popularität weit übertroffen, weil er im ganzen Ostblock bekannt gewesen sei.[1]
Seine eigene Stimme ist in keinem der Filme zu hören: Laut Werner-Burgmann wurde Mitić in allen Indianerfilmen synchronisiert, obwohl es später kaum noch Sprachbarrieren gab.[2] Nach dem Ende der DEFA übernahm er laut filmportal.de bei den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg die Rolle des Winnetou von Pierre Brice.[3]
Wie zeigen die Filme die indigenen Völker?
Werner-Burgmann schreibt, der erste Film habe sich selbst als sachliche Richtigstellung bekannter Westerngeschichten verstanden, blicke aber aus einer eurozentrischen Perspektive auf die Native American Nations.[2] Welskopf-Henrich wollte die Lakota von indigenen Darstellern aus Kanada spielen lassen, die Produktionsgruppe zog das nach Werner-Burgmann nie in Erwägung. Stattdessen spielten weiße Schauspieler, deren sichtbare Haut rötlich gefärbt wurde. Werner-Burgmann nennt das "Redfacing", eine Praxis, die sich seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert auf Theaterbühnen und im Film etabliert hatte und teilweise auch zu den Wild-West-Shows von Buffalo Bill gehörte.[2]
Mitić spielte in dieser Maske mal einen Lakota, mal einen Seminolen oder einen Apachen. Evan Torner sieht darin laut Werner-Burgmann einen rassistischen Ansatz, weil ganz verschiedene Kulturen auf die Darstellung durch eine einzige Person verkürzt würden.[2, 21] Zum ersten Film schreibt sie, er denunziere die indigenen Menschen nicht, gebe ihnen aber keine Deutungshoheit über die eigene Geschichte und idealisiere sie in ihrem Widerstand; auch die folgenden Filme seien bei einem europäischen Blick geblieben.[2]
Ähnlich urteilen Klein und filmportal.de. Klein fallen beim Wiedersehen die Standardsituationen und Stereotype auf, die auch aus dem westlichen Genrekino bekannt sind, und eine Besetzung der indigenen Rollen nach Klischees, mit identischen schwarzen Perücken.[4] filmportal.de schreibt, wie in den westdeutschen Filmen hätten Stereotype geblüht, mit einem klaren Bild von Gut und Böse.[3] Wie andere Western indigene Menschen zeigen, behandelt die Seite Indigene Völker im Western.
Wie unterscheiden sie sich von den Karl-May-Filmen?
Dittgen stellt die beiden Reihen nebeneinander: In der Bundesrepublik entstanden von 1962 bis 1968 elf Indianerfilme, alle nach Karl May, in der DDR 13 Filme von 1966 bis 1985 nach Romanen verschiedener Autoren.[1] Die westdeutschen Karl-May-Filme stellten Winnetou einen gleich edlen weißen Blutsbruder zur Seite; die DEFA-Filme konzentrierten sich laut filmportal.de viel stärker auf die indigenen Hauptfiguren.[3]
Die Vorlage des ersten DEFA-Films wurde nach Klein bei ihrem Erscheinen als Alternative zu den in der DDR abgelehnten Geschichten Karl Mays gefeiert.[4] Ganz gelang die Abgrenzung nach Klein nicht: Man habe den Vorbildern aus Hollywood und Karl May etwas Eigenes entgegensetzen wollen und trotzdem die vertrauten Muster bedient.[4] In den letzten Jahren der DDR spielte Mitić noch einmal einen Stoff nach Karl May, in der Fernsehserie Präriejäger in Mexiko von 1988.[3]

Häufige Fragen
Wie viele DEFA-Indianerfilme gibt es?
Anett Werner-Burgmann im Journal der DEFA-Stiftung zählt 14 Filme, ebenso die DVD-Edition, über die Thomas Klein im Filmdienst schreibt. Das Lexikon des internationalen Films nennt ebenfalls 14 DEFA-Western, allerdings mit demselben Hauptdarsteller. Andrea Dittgen nennt in ihrer Übersicht von 2003 nur 13, ihr fehlt Blauvogel von 1979. Gojko Mitić spielte nach Werner-Burgmann in zwölf der 14 Filme die Hauptrolle.
Welcher war der erste DEFA-Indianerfilm?
Die Söhne der großen Bärin von Josef Mach nach der Romanreihe von Liselotte Welskopf-Henrich. Die Produktion begann 1965, die Premiere war laut DEFA-Stiftung am 17. Februar 1966.
Welcher war der letzte DEFA-Indianerfilm?
Atkins von Helge Trimpert mit Oleg Borissow in der Titelrolle, Premiere am 29. August 1985. Gojko Mitić spielt darin nicht mit. Nach Andrea Dittgen sahen ihn nur 41.000 Menschen.
Wie viele Zuschauer hatte Die Söhne der großen Bärin?
Die Angaben gehen auseinander: filmportal.de nennt über acht Millionen, Anett Werner-Burgmann rund 8,9 Millionen nach einer Filmografie von 1983, Andrea Dittgen über neun Millionen. Alle Zahlen gelten für die Kinos der DDR.
Wann wurde Die Söhne der großen Bärin gedreht?
Der Film ging 1965 beim DEFA-Studio für Spielfilme in Produktion, gedreht wurde unter anderem in der Region Trebinje im damaligen Jugoslawien, in der Sächsischen Schweiz und in Brandenburg. Premiere war am 17. Februar 1966.
In welchen DEFA-Indianerfilmen spielt Gojko Mitić nicht mit?
In Blauvogel (1979) von Ulrich Weiß und in Atkins (1985) von Helge Trimpert. In den anderen zwölf Filmen spielte er die Hauptrolle, in Blutsbrüder (1975) neben Dean Reed.
Wo wurden die DEFA-Indianerfilme gedreht?
Andrea Dittgen nennt unter anderem Jugoslawien, Usbekistan, Rumänien und die Mongolei. filmportal.de schreibt, oft seien es dieselben Gegenden Jugoslawiens gewesen wie bei den westdeutschen Winnetou-Filmen.
Waren die DEFA-Indianerfilme eine Antwort auf Winnetou?
Nach Anett Werner-Burgmann nannte die DEFA ihre Western Indianerfilme, um sie von den westdeutschen Karl-May-Filmen abzugrenzen. filmportal.de sieht in ihnen Gegenstücke zu den Produktionen von Horst Wendlandt und Artur Brauner.
Quellen
- Fachaufsatz Andrea Dittgen: Indianerträume in Ost und West. Winnetou und sein roter Bruder in Frankfurt (zuerst filmdienst 7/2003). DEFA-Stiftung. Stand 2003. abgerufen am 26.10.2026
- Fachaufsatz Anett Werner-Burgmann: Mehr als rote Farbe. Die Söhne der großen Bärin (Josef Mach, 1965) aus diskriminierungskritischer Perspektive, in: Leuchtkraft 2025, Journal der DEFA-Stiftung Nr. 8, S. 24 bis 39. DEFA-Stiftung. Stand 2025. abgerufen am 26.10.2026
- Filmdatenbank The DEFA's Eastern Westerns (Indianerfilme). filmportal.de, DFF Deutsches Filminstitut und Filmmuseum. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Presse Thomas Klein: Filmklassiker: DEFA-Indianerfilme. Filmdienst. Stand 18.09.2024. abgerufen am 26.10.2026
- Filmdatenbank Tödlicher Irrtum (1970), Lexikon des internationalen Films. filmdienst.de. Stand Aktualisiert am 22.03.2001. abgerufen am 26.10.2026
- Filmdatenbank Gojko Mitić, Biografie. filmportal.de, DFF Deutsches Filminstitut und Filmmuseum. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Filmdatenbank Die Söhne der großen Bärin (Filmdatenbank). DEFA-Stiftung. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Filmdatenbank Chingachgook: Die große Schlange (Filmdatenbank). DEFA-Stiftung. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Filmdatenbank Spur des Falken, Filmdatenbank. DEFA-Stiftung. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Filmdatenbank Tödlicher Irrtum, Filmdatenbank. DEFA-Stiftung. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- News Summer 2015: Medienwissenschaftliches Doktoranden- und Forschungskolloquium an der Filmuniversität Babelsberg mit Dr. Evan Torner. EMW. Stand 2015. abgerufen am 27.10.2026
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Passt dazu
WesternGojko MitićGojko Mitić, geboren 1940 in Serbien, war der Star der DEFA-Indianerfilme und von 1992 bis 2006 Winnetou in Bad Segeberg.
WesternKarl-May-Filme in ReihenfolgeAlle 17 Karl-May-Kinofilme von 1962 bis 1968 nach Uraufführung, mit Produktion und Vorlage.







