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Indigene Völker im Western

Kurz erklärt Der Hollywood-Western zeigte indigene Menschen jahrzehntelang als "Bloodthirsty Savage" oder als "Noble Savage", oft gespielt von nicht-indigenen Darstellern in der Kleidung der Plains-Völker, schreibt Jacquelyn Kilpatrick in der Encyclopedia of the Great Plains. Seit den 1980er Jahren spielen häufiger indigene Darsteller. Smoke Signals von 1998 war laut Library of Congress der erste Spielfilm, den Native Americans schrieben, inszenierten und mitproduzierten.

Alte hölzerne Filmkamera auf einem Dreibein vor Tafelbergen aus rotem Sandstein in einer weiten Wüstenebene im späten Nachmittagslicht
Bild: KI-generiert

Wie zeigte der Western indigene Völker?

In mehr als hundert Jahren Filmgeschichte hat der "Hollywood Indian" nur selten den wirklichen Native Americans der Great Plains entsprochen. So fasst es Jacquelyn Kilpatrick (Governors State University) in der Encyclopedia of the Great Plains zusammen. Das amerikanische Publikum habe die Filmfigur meist für die Wirklichkeit gehalten, ob als "Noble Savage" oder als "Bloodthirsty Savage", als edlen oder als blutrünstigen Wilden.[1] David J. Wishart, der Herausgeber der Enzyklopädie, beschreibt den Wandel so: In fünfzig Jahren Kino seien die Plains-Völker vom "savage" zum "noble survivor" geworden, während General George Armstrong Custer vom Eroberer zum arroganten Narren wurde. Die Filme erzählten dabei ebenso viel über die Zeit, in der sie entstanden, wie über die Zeit, die sie zeigen.[2]

Über die Völker selbst sagen Western wenig.[1] Wie die Nationen leben und sich nennen, steht auf den Volksseiten, etwa bei den Lakota, den Comanche und den Navajo. Warum das Wort "Indianer" umstritten ist, erklärt die Seite Darf man "Indianer" sagen?

Wer spielte die indigenen Rollen im frühen Western?

In der Stummfilmzeit spielten nach Kilpatrick oft "members of the Sioux Nation" die indigenen Figuren. Statisten kamen mit dem Bus zum Dreh, und der Produzent und Regisseur Thomas Ince hatte an der Küste Kaliforniens eine eigene Siedlung von "Ince Indians". Die wichtigen Rollen spielten aber schon damals meist nicht-indigene Darsteller. Kleidung und Bräuche zeigten die Filme so, wie es Regie und Ausstattung gefiel, und nur selten so, wie sie bei der einzelnen Nation waren.[1]

1914 beschwerte sich Alanson Skinner, Assistenzkurator der Abteilung für Anthropologie am American Museum of Natural History, in der New York Times über diese Fehler. Er nannte die Filme "grotesque farces": Delaware (Lenape) seien wie "Sioux" gekleidet, und Völker aus dem Osten wohnten in Tipis aus Fell, wie es sie nur westlich des Mississippi gab.[1] Weil sich das Publikum an Federhauben und Brustschmuck der Plains gewöhnt hatte, sah die Hollywood-Figur von den 1920er bis in die 1980er Jahre meist wie ein Bewohner der Plains aus.[1] Was über Federhauben und Bemalung wirklich belegt ist, erklären die Seiten Federschmuck und Federhaube und Kriegsbemalung: was belegt ist.

Im selben Jahr drehte die Filmgesellschaft, die Buffalo Bill 1913 in Denver gegründet hatte, den Film The Indian Wars. Er sollte vier Kämpfe genau nachstellen, darunter Wounded Knee 1890, wurde an den Orten der Kämpfe gedreht und zeigte neben Cody und General Nelson A. Miles mehr als tausend Lakota.[2] Das Kriegsministerium stellte die Lakota aus Pine Ridge zur Verfügung.[1] Nach Vorführungen 1914 in Washington, Denver und Orten in Nebraska wurde der Film zurückgezogen. Native Americans lehnten laut Wishart ihre Darstellung als "savages" ab.[2]

1940 beantragte der Cherokee-Schauspieler Victor Daniels, bekannt als Chief Thunder Cloud, mit anderen Darstellern beim Bureau of Indian Affairs die Anerkennung der "De Mille Indians", einer neuen Nation nur aus Native Americans im Filmgeschäft. Der Antrag war als Scherz gemeint und sollte nach Kilpatrick zeigen, wie künstlich die Stereotype der Filme waren.[1] Unsicher ist auch die Herkunft mancher Darsteller. Iron Eyes Cody, dessen Rollen in Film und Fernsehen acht Jahrzehnte umfassen und der als "Crying Indian" einer Werbekampagne der 1970er Jahre bekannt wurde, gab an, 1907 in Oklahoma als Kind von Cree und Cherokee geboren zu sein. Geburtsort, Geburtsdatum und Herkunft sind nach Kilpatrick umstritten.[3]

Weite Prärie mit sanften Hügeln und einer staubigen Fahrspur, neben der ein hölzerner Karren steht, unter hohem Himmel im Abendlicht
Prärie mit Fahrspur und Holzkisten im Abendlicht Bild: KI-generiert

Welche Klischees prägte der Western?

Oft war die indigene Figur nach Kilpatrick ein Feind, der für einen anderen stand. Codys Film von 1914 sollte vermutlich auch Rekruten für den Ersten Weltkrieg werben. Filme wie Northwest Passage (1939) sollten im Zweiten Weltkrieg patriotische Gefühle wecken, und die Hollywood-Figur stand wieder für die deutschen Soldaten.[1] Die meisten Filme spielen nach Kilpatrick in der Vergangenheit, bei Nationen, die verschwinden oder schon verschwunden sind; dazu kam später ein neues Klischee, der indigene Mensch als naturverbundener Ökologe.[1]

Das National Museum of the American Indian rät, Wendungen wie "Indian Princess" zu meiden, weil sie Stereotype weitertragen. Es empfiehlt die Gegenwartsform und heutige Beispiele: Wer nur in der Vergangenheit schreibe, stütze den Mythos vom "Vanishing Indian".[19] Wie Frauen im Wilden Westen tatsächlich lebten, zeigt die Seite Frauen im Wilden Westen.

Der schwarze Falke und die Western der 1950er Jahre

In den 1950er Jahren zeigte Hollywood nach Kilpatrick eher den "Noble Savage". Unter dem Eindruck der McCarthy-Ära stand die indigene Figur für die Unterdrückten. Broken Arrow (1950) und später Cheyenne Autumn (1964) zeigen indigene Menschen würdevoll gegenüber der Unterdrückung durch die herrschende Kultur.[1]

John Fords Der schwarze Falke von 1956 zeigt die Comanche nach Unterrichtsmaterial der Bundeszentrale für politische Bildung nicht als Bewohner des Gebiets, sondern als scheinbar nomadische Bedrohung für den zivilisatorischen Fortschritt. Das Material stützt sich dabei auf die Analyse eines Filmausschnitts. Die Schülerinnen und Schüler sollen dort auch den Rassismus der Figur untersuchen, die John Wayne spielt.[5] Gedreht wurde im Monument Valley, wo Ford zusätzlich zum Filmteam 300 Navajo einstellte. Der Autor Glenn Frankel schreibt, Statisten der Navajo hätten Apachen, Comanche und Cheyenne gespielt, was Ford gerade brauchte; die "Comanche" des Films seien Navajo, deren eigene Geschichte eine ganz andere sei.[4]

Little Big Man und die Western um 1970

In Little Big Man von Arthur Penn aus dem Jahr 1970 wächst die Hauptfigur Jack Crabb bei den Cheyenne auf, die der Film als Opfer zeigt. Larry J. Zimmerman nennt die Bilder vom Alten Westen und von den indigenen Völkern in der Encyclopedia of the Great Plains in jeder Hinsicht übertrieben. Der Film stehe aber am Anfang einer Darstellung indigener Menschen als naturnah, spirituell und als Opfer der Weißen und gehöre zu den ersten, die sich in diesen Teilen um ethnografische Genauigkeit bemühten.[6] Little Big Man und Soldier Blue (1970) benutzen indigene Menschen nach Kilpatrick als Sinnbild für die Menschen in Vietnam, die in einem ungerechten Krieg starben.[1] Wishart sieht in beiden Filmen ebenso viel über Vietnam und My Lai wie über Native Americans.[2]

Den Cheyenne Old Lodge Skins spielt Chief Dan George von der Tsleil-Waututh Nation in British Columbia, der dafür für den Oscar als bester Nebendarsteller nominiert wurde.[7]

Als besonders deutliches Beispiel nennt Kilpatrick A Man Called Horse von Elliot Silverstein aus dem Jahr 1970, der als einfühlsame und genaue Darstellung der Lakota beworben wurde. Nach Ward Churchill, auf den sie sich beruft, sprachen die Figuren zwar Lakota, ihre Frisuren reichten aber von den Assiniboine über die Nez Perce bis zu den Comanche, die Tipis waren die der Crow und der Sonnentanz der der Mandan.[1] Wishart sieht Der mit dem Wolf tanzt in der Nachfolge dieses Films: Auch dort dienen indigene Darsteller und ihre Sprache als Kulisse für die Taten eines Weißen.[2]

Die DEFA-Indianerfilme

In der DDR war der DEFA-Indianerfilm nach Thomas Klein im Filmdienst ab Mitte der 1960er Jahre mehr als zehn Jahre lang das erfolgreichste Genre im Kino. Wo und wann die Filme auch spielten, es ging immer um den Widerstand der indigenen Bevölkerung gegen Imperialismus und Kolonialismus, für Klein ein Spiegelbild des sozialistischen Kampfs gegen den Kapitalismus US-amerikanischer Prägung.[8] Am Anfang stand Die Söhne der großen Bärin, Premiere laut DEFA-Stiftung am 17. Februar 1966.[8, 9] Die Autorin der Romanvorlage, Liselotte Welskopf-Henrich, hatte nach Klein in Kanada indigene Darsteller für den Film gesucht; das scheiterte am Geld.[8]

Die Hauptrolle spielte Gojko Mitić, der in einer ländlichen Gegend Serbiens aufgewachsen war. In vielen seiner Filme versucht er nach Klein in der Rolle des "edlen Wilden" zwischen den Weißen und seinem Volk zu vermitteln. Ähnliche Hürden muss Winnetou in den Karl-May-Filmen nehmen, ebenso die Helden von Broken Arrow (1950). Heute fällt Klein auf, wie stark die DEFA-Filme auf Standardsituationen und Stereotype zurückgreifen, die aus dem westlichen Genrekino bekannt sind.[8] Alle 14 Filme stellt die Seite DEFA-Indianerfilme in Reihenfolge vor, die Figur Winnetou die Seite Winnetou: Figur, Bücher, Filme. Um den Streit von 2022 geht es auf der Seite Die Winnetou-Debatte.

Der mit dem Wolf tanzt (1990)

Für Der mit dem Wolf tanzt bestand Kevin Costner darauf, dass ein Drittel der Dialoge auf Lakota mit englischen Untertiteln gesprochen wird; zwei große Studios lehnten das Projekt deshalb laut Los Angeles Times ab. Tausende indigene Darsteller wurden vorgesprochen, und keine indigene Rolle ging an einen weißen Schauspieler. Rund 150 Menschen aus der Rosebud Reservation in South Dakota spielten als Statisten mit.[10] Doris Leader Charge übersetzte das Drehbuch mit Albert White Hat vom Sinte Gleska College, der heutigen Sinte Gleska University,[22] ins Lakota; beide vereinfachten die Sätze, damit die Darsteller sie lernen konnten. Allen Lakota sprechenden Darstellern gab sie vor Drehbeginn einen Kurs von drei Wochen. Die Rosebud Sioux Tribe nahm Costner, Jim Wilson, Mary McDonnell und Michael Blake in einer Hunka-Zeremonie vor dem Kapitol in Washington auf, für ihre Darstellung der Lakota.[10]

Wishart nennt den Film trotzdem eine Verzerrung der Geschichte der Region und der Native Americans. Er romantisiere das Leben der Plains-Völker, und die Pawnee seien in ihren Kämpfen mit den Lakota kaum die Angreifer gewesen. Zugleich gehe er weiter als die meisten Western, weil er indigenen Darstellern wichtige Rollen gab und Lakota sprechen ließ.[2] Pekka Hämäläinen, Professor für amerikanische Geschichte in Oxford, schreibt, Costner und Blake hätten die Comanche aus Blakes Roman durch die Lakota ersetzt, ohne die Ereignisse anzupassen. So würden die Pawnee als blutrünstig gezeigt, obwohl sie in den langen Kämpfen meist die Unterlegenen waren. Hämäläinen sieht darin ein größeres Problem: Die Geschichte indigener Völker werde nicht ernst genommen und diene als Stoff für Unterhaltung.[11] Auch der Text am Ende des Films erzählt nach Kilpatrick von Völkern, die verschwinden.[1]

Verschneites Flusstal mit Pappeln und Kiefern unter grauem Winterhimmel, im Vordergrund vom Wind geformte Schneewehen auf Grasland
Verschneites Flusstal mit Pappeln im Winterlicht Bild: KI-generiert

Indigene Filmschaffende und Berater

Seit den 1980er und 1990er Jahren ist eine indigene Filmfigur nach Kilpatrick häufiger mit einem indigenen Darsteller besetzt, und mehr Filme entstehen durch indigene Filmschaffende.[1] Smoke Signals von 1998 war nach der Library of Congress der erste Spielfilm, den American Indians schrieben, inszenierten und mitproduzierten. Am 12. Dezember 2018 nahm die Bibliothek ihn in das National Film Registry auf.[15]

Der Dokumentarfilm Reel Injun von 2009 ist eine Koproduktion des National Film Board of Canada und von Rezolution Pictures International. Regie führten der Cree-Filmemacher Neil Diamond und Catherine Bainbridge. Der Film verfolgt, wie sich der "Hollywood Indian" in hundert Jahren Kino entwickelte, und befragt unter anderen Clint Eastwood, Robbie Robertson und Jim Jarmusch; er gewann drei Gemini Awards und einen Peabody Award.[16]

Für Hostiles (2017) holte Regisseur Scott Cooper nach einer Mitteilung des National Congress of American Indians (NCAI) den indigenen Filmemacher Chris Eyre und die indigene Wissenschaftlerin Joely Proudfit als Berater. Ein großer Teil der Dialoge ist im selten gehörten Dialekt der Northern Cheyenne gesprochen; Eyre brachte dafür Chief Phillip Whiteman und Alana Buffalo Spirit zum Film. NCAI-Präsident Jefferson Keel lobte im Januar 2018 besonders, dass indigene Rollen mit indigenen Darstellern besetzt wurden.[12]

Indigene Schauspieler im Western

Chief Dan George

Dan George wurde am 24. Juli 1899 im Burrard Indian Reserve No. 3 in British Columbia geboren und starb am 23. September 1981 in North Vancouver. Von 1951 bis 1963 war er Chief der Tsleil-Waututh Nation, die zu den Coast Salish gehört. Seine Oscar-Nominierung für Little Big Man war nach der Canadian Encyclopedia die erste eines indigenen Schauspielers.[7]

Wes Studi

Wes Studi ist Cherokee. Er wurde in einem Tal namens Nofire Hollow in der Cherokee Nation im Osten Oklahomas geboren und wuchs dort auf. Bevor er Filmrollen bekam, meist als indigene Figur, war er Soldat in Vietnam und setzte sich für die Rechte indigener Menschen ein. Für Der mit dem Wolf tanzt, Der letzte Mohikaner und Geronimo wollten die Filmemacher nach seinen Worten indigene Darsteller, die echt wirken; früher seien Native Americans in vielen Filmen die Bedrohung gewesen.[13] In Hostiles spielt er den sterbenden Cheyenne-Anführer.[12] Bei den Governors Awards am 27. Oktober 2019 erhielt er einen Ehrenoscar.[14]

Gil Birmingham

Gil Birmingham hat nach der Television Academy Comanche-Vorfahren. Mit Taylor Sheridan drehte er Hell or High Water (2016) und Wind River (2017), danach spielte er in der Serie Yellowstone. Darstellungen von Native Americans seien sehr spärlich und verzerrt gewesen, sagt er; ihm sei wichtig geworden, sie echt und zeitgemäß zu spielen.[17]

Lily Gladstone

Lily Gladstone hat nach ABC News Siksikaitsitapi- und NiMíiPuu-Herkunft.[18] Die Siksika Nation übersetzt Siksikaitsitapi mit "Blackfoot People", und der Nez Perce Tribe spricht auf seiner Website von den Nimiipuu; die Völkerseiten dazu sind Blackfoot und Nez Perce.[20, 21] Für Killers of the Flower Moon (2023) wurde sie im Januar 2024 laut ABC News als erste Native American für den Oscar als beste Hauptdarstellerin nominiert. Sie war nicht die erste indigene Nominierte in dieser Kategorie, und bis dahin hatte noch kein indigener Darsteller einen Oscar für eine Rolle gewonnen.[18] Den Fall, von dem der Film erzählt, beschreibt die Seite Die Osage-Morde.

Zeitleiste: indigene Völker im Western

Zeitleiste: Indigene Völker im Western
  1. 1914Die Filmgesellschaft von Buffalo Bill dreht The Indian Wars mit mehr als tausend Lakota an den Orten früherer Kämpfe; nach den ersten Vorführungen wird der Film zurückgezogen.[2] Buffalo Bill
  2. 1914Alanson Skinner vom American Museum of Natural History kritisiert in der New York Times die falschen Kostüme indigener Filmfiguren.[1]
  3. 1940Der Cherokee-Schauspieler Victor Daniels beantragt mit anderen Darstellern die Anerkennung der "De Mille Indians", um die Stereotype des Films vorzuführen.[1]
  4. 1950Broken Arrow zeigt indigene Menschen würdevoll gegenüber der Unterdrückung.[1]
  5. 1956In John Fords Der schwarze Falke spielen laut Glenn Frankel Navajo die Comanche.[4] Der schwarze Falke
  6. 17.02.1966Premiere von Die Söhne der großen Bärin, dem Beginn der DEFA-Indianerfilme.[8, 9] Die Söhne der großen Bärin
  7. 1970Little Big Man zeigt die Cheyenne als Opfer und bemüht sich als einer der ersten Filme um ethnografische Genauigkeit.[6] Little Big Man
  8. 1990Der mit dem Wolf tanzt kommt mit Dialogen auf Lakota ins Kino; keine indigene Rolle ist mit einem weißen Schauspieler besetzt.[10] Der mit dem Wolf tanzt
  9. 1998Smoke Signals erscheint, laut Library of Congress der erste Spielfilm, den American Indians schrieben, inszenierten und mitproduzierten.[15]
  10. 2009Der Dokumentarfilm Reel Injun von Neil Diamond und Catherine Bainbridge verfolgt den "Hollywood Indian" durch hundert Jahre Kino.[16]
  11. 08.01.2018Der National Congress of American Indians lobt Hostiles für die Darstellung indigener Völker, besonders für die Besetzung indigener Rollen mit indigenen Darstellern.[12] Hostiles
  12. 12.12.2018Die Library of Congress nimmt Smoke Signals in das National Film Registry auf.[15]
  13. 27.10.2019Wes Studi erhält bei den Governors Awards einen Ehrenoscar.[14]
  14. Januar 2024Lily Gladstone wird laut ABC News als erste Native American für den Oscar als beste Hauptdarstellerin nominiert.[18] Killers of the Flower Moon

Mehr zu Film und indigenen Völkern

Häufige Fragen

Wie wurden Indianer im Western dargestellt?

Nach Jacquelyn Kilpatrick in der Encyclopedia of the Great Plains meist als "Bloodthirsty Savage" oder als "Noble Savage", und das Publikum hielt diese Filmfigur oft für die Wirklichkeit. Kostüme und Bräuche richteten sich nach dem Geschmack von Regie und Ausstattung und selten nach der einzelnen Nation. Mehr dazu auf der Seite Darf man "Indianer" sagen?

Wer spielte die indigenen Rollen in alten Western?

Statisten kamen in der Stummfilmzeit oft aus indigenen Nationen, die wichtigen Rollen spielten aber meist nicht-indigene Darsteller. Erst seit den 1980er und 1990er Jahren ist eine indigene Filmfigur häufiger mit einem indigenen Schauspieler besetzt.

Seit wann zeigt der Western indigene Figuren freundlicher?

Jacquelyn Kilpatrick nennt für die 1950er Jahre Broken Arrow (1950), später Cheyenne Autumn (1964): Beide zeigen indigene Menschen würdevoll gegenüber Unterdrückung. Little Big Man (1970) zeigt die Cheyenne als Opfer und gehört zu den ersten Filmen, die sich in diesen Teilen um ethnografische Genauigkeit bemühten.

Sprechen die Lakota in Der mit dem Wolf tanzt echtes Lakota?

Ja, in vereinfachter Form und mit Untertiteln. Kevin Costner bestand darauf, dass ein Drittel der Dialoge auf Lakota gesprochen wird. Doris Leader Charge und Albert White Hat vom Sinte Gleska College, der heutigen Sinte Gleska University, übersetzten das Drehbuch und vereinfachten die Sätze, damit die Darsteller sie lernen konnten; Leader Charge gab allen Lakota sprechenden Darstellern vor Drehbeginn einen Kurs von drei Wochen.

Welcher Spielfilm wurde zuerst von Native Americans gemacht?

Smoke Signals von 1998 war nach der Library of Congress der erste Spielfilm, den American Indians schrieben, inszenierten und mitproduzierten. Am 12. Dezember 2018 nahm die Bibliothek ihn in das National Film Registry auf.

Welche indigenen Schauspieler sind aus Western bekannt?

Chief Dan George von der Tsleil-Waututh Nation, Wes Studi aus der Cherokee Nation, Gil Birmingham, der Comanche-Vorfahren hat, und Lily Gladstone, die Blackfoot- und Nez-Perce-Herkunft hat. Chief Dan George wurde laut The Canadian Encyclopedia als erster indigener Schauspieler für einen Oscar nominiert, Wes Studi erhielt 2019 einen Ehrenoscar.

Wie zeigen die DEFA-Indianerfilme indigene Völker?

Sie erzählen nach Thomas Klein im Filmdienst immer vom Widerstand indigener Völker gegen Kolonialismus, als Spiegel des sozialistischen Kampfs gegen den Kapitalismus. Zugleich greifen sie auf Standardsituationen und Stereotype zurück, die auch aus dem westlichen Genrekino bekannt sind.

Quellen

  1. Nachschlagewerk Jacquelyn Kilpatrick: Hollywood Indians (Encyclopedia of the Great Plains). University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 27.10.2026
  2. Nachschlagewerk David J. Wishart: Film (Encyclopedia of the Great Plains). University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 27.10.2026
  3. Nachschlagewerk Jacquelyn Kilpatrick: Cody, Iron Eyes (Encyclopedia of the Great Plains). University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 27.10.2026
  4. Presse Glenn Frankel: John Ford's Monument (Reportage aus dem Monument Valley). Glenn Frankel, Website des Autors. Stand September 2008. abgerufen am 27.10.2026
  5. Amtliche Stelle DER SCHWARZE FALKE: Hinweise für Lehrende (Klassiker sehen, Filme verstehen). Bundeszentrale für politische Bildung. Stand 14.05.2020. abgerufen am 27.10.2026
  6. Nachschlagewerk Larry J. Zimmerman: Little Big Man (Encyclopedia of the Great Plains). University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 27.10.2026
  7. Nachschlagewerk Bennett McCardle, aktualisiert von Michelle Filice: Dan George (The Canadian Encyclopedia). Historica Canada. Stand 12.08.2007, geändert 07.07.2017. abgerufen am 27.10.2026
  8. Presse Thomas Klein: Filmklassiker: DEFA-Indianerfilme. Filmdienst. Stand 18.09.2024. abgerufen am 27.10.2026
  9. Filmdatenbank Die Söhne der großen Bärin (Filmdatenbank). DEFA-Stiftung. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  10. Filmdatenbank Dances with Wolves (1990), AFI Catalog of Feature Films. American Film Institute. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  11. Fachaufsatz Pekka Hämäläinen: Dances with Wolves and the Many Abuses of Lakota History. Yale University Press, Blog. Stand 07.01.2020. abgerufen am 27.10.2026
  12. Presse Wes Studi On His Cherokee Nation Childhood And How He Discovered Acting. NPR. Stand 18.01.2018. abgerufen am 27.10.2026
  13. The 2019 Governors Awards. Academy of Motion Picture Arts and Sciences. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  14. Amtliche Stelle National Film Registry Turns 30 (Pressemitteilung). Library of Congress. Stand 12.12.2018. abgerufen am 27.10.2026
  15. Amtliche Stelle National Film Board of Canada acquires global distribution rights for acclaimed Rezolution/NFB co-pro Reel Injun (Pressemitteilung). National Film Board of Canada, Regierung Kanadas. Stand 02.09.2021. abgerufen am 27.10.2026
  16. Hillary Atkin: Gil Birmingham, Man of the West. Television Academy. Stand 11.11.2022. abgerufen am 27.10.2026
  17. Presse Carson Blackwelder: Lily Gladstone makes Oscar history as 1st Native American nominated for best actress. ABC News (Good Morning America), ABC7 News. Stand 24.01.2024. abgerufen am 27.10.2026
  18. Museum The Impact of Words and Tips for Using Appropriate Terminology (Native Knowledge 360). Smithsonian, National Museum of the American Indian. Stand 20.08.2020. abgerufen am 27.10.2026
  19. Tribal Nation About. Siksika Nation. Stand 13.05.2026. abgerufen am 27.10.2026
  20. Tribal Nation History. Nez Perce Tribe. Stand 12.06.2026. abgerufen am 27.10.2026
  21. Sinte Gleska University of the Sicangu Oyate (Startseite). Sinte Gleska University. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026

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