Indigene Völker NordamerikasVolk
Blackfoot
Kurz erklärt Die Blackfoot sind ein Volk der nördlichen Plains, dessen Land vom North Saskatchewan River in Kanada bis zum Yellowstone River in Montana reichte. Heute bilden vier Nationen die Blackfoot Confederacy: Siksika, Kainai (Blood Tribe) und Piikani in Alberta sowie die Blackfeet Nation in Montana, die laut eigener Website 17.321 Mitglieder hat.

Die Blackfoot sind ein Volk der nördlichen Plains. Die Siksika Nation beschreibt ihr Land als ein Gebiet, das vom North Saskatchewan River im heutigen Alberta und Saskatchewan bis zum Yellowstone River in Montana reichte und von der Kontinentalen Wasserscheide im Westen bis Regina im Osten.[1] Heute bilden vier Nationen die Blackfoot Confederacy: Siksika, Kainai, Apatohsipiikani und Amskapi Piikani.[1] Drei davon liegen in der kanadischen Provinz Alberta, die vierte ist die Blackfeet Nation im Nordwesten Montanas.[1, 2, 3, 17]
Im Deutschen ist auch von "Schwarzfuß-Indianern" oder "Blackfoot-Indianern" die Rede. Zum Wort "Indianer" siehe Darf man "Indianer" sagen?, zum Kulturraum die Seite Plains.
Blackfoot oder Blackfeet: Woher kommen die Namen?
Die Siksika Nation nennt ihre Sprache Siksika und übersetzt das Wort mit "Blackfoot".[1] Woher der Name kommt, nennen die Quellen nur als Vermutung. Das Büro für indigene Angelegenheiten des Gouverneurs von Montana (Governor's Office of Indian Affairs) schreibt, man nehme gewöhnlich an, der Name gehe auf die schwarze Farbe der Mokassins zurück, die bemalt oder mit Asche dunkel gefärbt waren.[7]
Die Nation in Montana heißt Blackfeet Nation, und unter dem Namen "Blackfeet Tribe of the Blackfeet Indian Reservation of Montana" führt sie das Bureau of Indian Affairs in seiner Liste vom 30. Januar 2026.[3, 6] Die Nationen in Alberta schreiben Blackfoot: Die Siksika Nation und die Piikani Nation nennen ihren Bund Blackfoot Confederacy.[1, 2] In den Verträgen des 19. Jahrhunderts stehen beide Formen: Der Vertrag mit den USA von 1855 spricht von der "Blackfoot Nation", der kanadische Treaty 7 von 1877 von den "Blackfeet".[11, 12]
Eigene Namen für das ganze Volk schreiben die Nationen unterschiedlich. Die Siksika Nation nennt die Menschen Siksikaitsitapi, "Blackfoot People", die Piikani Nation Siksikatsiitapiwa.[1, 2] Das Blackfeet Community College, die Hochschule der Nation in Montana, verbindet seine Lehre mit der Welt der "Nii-tsi-ta-pi".[22] Das Büro des Gouverneurs von Montana schreibt den Namen Niitsitapi und übersetzt ihn mit "die wirklichen Menschen".[7]
Laut Siksika Nation gehören vier Nationen zur Blackfoot Confederacy, jede mit eigenem Namen:[1]
- Siksika, "Blackfoot", mit Sitz bei Gleichen, eine Autostunde östlich von Calgary.[1]
- Kainai, "Many Chiefs" (viele Anführer), heute Blood Tribe.[1, 17]
- Apatohsipiikani, Nord-Piikani, heute Piikani Nation in Alberta.[1, 2]
- Amskapi Piikani, Süd-Piikani, heute Blackfeet Nation in Montana.[1]
Die Piikani Nation schreibt dazu, die Piikani hätten ursprünglich in einem Gebiet gelebt; erst die internationale Grenze habe sie in zwei Gruppen geteilt, die Aapatohsipiikani in Kanada und die Amsskapipiikani in den USA.[2] In Verträgen und Berichten heißen die Piikani auch Piegan, Peigan oder Piikuni, die Kainai Bloods.[9, 12, 13] Nicht zu verwechseln sind sie mit den Siha Sapa, auf Englisch Black Foot, einer der sieben Gruppen der Lakota.[25]
Woher kommen die Blackfoot?
Nach einer Überlieferung, die eine Zeitleiste der Schulbehörde von Montana an den Anfang stellt, schuf Napi, der "Old Man", die Rocky Mountains, die Sweetgrass Hills und andere Landschaften in Montana und Kanada.[8] Die Piikani Nation beschreibt das Land der Siksikatsiitapiwa mit Landmarken: im Norden der North Saskatchewan River, im Osten jenseits der Great Sand Hills, im Süden der Yellowstone River, im Westen die Kontinentale Wasserscheide.[2]
Der Historiker Hugh A. Dempsey schreibt in seinem Bericht für das kanadische Ministerium für indigene Angelegenheiten, die Blackfoot hätten zur Zeit der ersten Kontakte um die Mitte des 18. Jahrhunderts ungefähr dasselbe Gebiet bewohnt wie später. Vor den gut bewaffneten Cree seien sie allerdings vom North Saskatchewan nach Süden bis zum Red Deer River zurückgewichen. Die Siksika jagten im Norden, die Bloods südlich davon und die Peigans nahe den Bergen; Bloods und Peigans reichten mit ihren Jagdgebieten bis an den Missouri. Die Peigans waren laut Dempsey die größte der drei Gruppen und hatten sich Anfang des 19. Jahrhunderts in Nord- und Süd-Peigans geteilt.[13]
Als die ersten weißen Entdecker in die Gegend des heutigen Glacier-Nationalparks kamen, beherrschten die Blackfeet laut National Park Service die Prärie östlich der Berge; auf der bewaldeten Westseite lebten Salish, Pend d'Oreille und Kootenai.[21]
Gesellschaft und Familie
Vor dem 19. Jahrhundert war die Regierung der Siksika nach Angaben der Nation in 36 Clans gegliedert, die zusammen etwa 18.000 Menschen zählten. Die Clans bildeten drei Hauptgruppen mit je eigener Aufgabe an den Grenzen des Bundes: Die Nord-Blackfoot lagerten am North Saskatchewan River, die Süd-Blackfoot schützten das Land bis zum Missouri, die mittlere Gruppe das Gebiet zwischen den Rocky Mountains und den Cypress Hills.[1]
Das Wappen der Siksika Nation, das 1992 als erstes Wappen einer First Nation bei der kanadischen Heraldikbehörde eingetragen wurde, zeigt einen Pfeil in sieben Teilen. Er steht nach Angaben der Nation für die sieben traditionellen Gesellschaften: Horn, Crow, Black Soldier, Motoki, Prairie Chicken, Brave Dog und Ma'tsiyiiks.[1]
Die Piikani Nation nennt die Lebensweise der Piikani Piikanissini; sie umfasse die Werte der Akaa Piikani, der alten Piikani.[2] Das Blackfeet Community College stellt seine Grundwerte in Blackfoot voran, darunter Ini-yimm, "Respekt" vor sich selbst, vor allen anderen Menschen, vor allen Ideen und vor jedem Ding in der Natur.[22]
Wirtschaft und Ernährung
Pferd und Gewehr hatten die Blackfeet laut Zeitleiste der Schulbehörde von Montana um 1700.[8] Den Bison wählte die Siksika Nation als Tier ihres Wappens, weil er den Vorfahren Nahrung, Kleidung und Unterkunft gab.[1] Die Blood Tribe nennt die Bisons in ihren Mitteilungen Iinnii.[18]

Mit Pelzen handelten die Blackfoot zuerst bei britischen Kompanien. Laut Dempsey lag der Handel jahrzehntelang bei der Hudson's Bay Company und der North West Company. 1831 schlossen amerikanische Händler Frieden mit den Blackfoot, bald standen Handelsposten am ganzen oberen Missouri. Danach brachten die Gruppen ihre Waren dorthin, wo es die besten Waren und die niedrigsten Preise gab: Siksika und Sarcee meist zu den Briten, die Peigans zu den Amerikanern, die Bloods zu beiden.[13]
Mehr dazu auf der Seite Pelzhandel.
1869 gründeten Händler aus Montana nahe dem heutigen Lethbridge eine Station, die bald Fort Whoop-Up hieß. Whiskey und Repetiergewehre gehörten laut Dempsey zu ihren wichtigsten Waren; der Whiskey richtete unter den Blackfoot großen Schaden an, die Gewehre ermöglichten das massenhafte Töten von Bisons für ihre Häute. Nach der Zählung, die ein Offizier der kanadischen Miliz 1872 erhielt, waren die Blackfoot damals 10.092 Menschen.[13]
Heute ist die Landwirtschaft in Montana das wichtigste Standbein: Laut Büro des Gouverneurs wird das Land der Blackfeet Reservation vor allem für Viehzucht und Ackerbau genutzt, angebaut werden Weizen, Gerste und Heu.[7] Die Nation nennt Wälder, Erdöl und Erdgas, mehr als 518 Meilen Flüsse und Bäche und 180 Gewässer, darunter acht große Seen.[4]
Glaube
Die Siksika Nation erklärt die Pfeife in ihrem Wappen: Die Medizinpfeife steht für den Frieden und liegt über dem Tomahawk, der Waffe des Krieges, die für immer ruhen soll.[1] Das Blackfoot Resource Hub der Blood Tribe in Lethbridge vermittelt Familien, die außerhalb des Reservats leben, den Kontakt zu Ältesten und zu traditionellen Zeremonien wie dem Bemalen des Gesichts, der Schwitzhütte und dem Räuchern mit Gebet.[28]
Eine Zeremonie vieler Plains-Nationen stellt die Seite Sonnentanz vor.
Dempsey schreibt, die Blackfoot hätten geglaubt, dass nichts zufällig geschehe und gute und böse Geister das Schicksal lenkten. Als im Jahr nach Treaty 7 drei Unterzeichner starben, habe das viele beunruhigt.[13] Vor der Unterschrift soll Crowfoot nach einer Überlieferung der Blackfoot einen alten heiligen Mann namens Pemmican um Rat gefragt haben; erst beim dritten Besuch habe der ihm geantwortet.[13]
Die Blackfoot im 19. Jahrhundert
Krankheiten trafen die Blackfoot früh. Laut Zeitleiste der Schulbehörde von Montana überfiel eine Gruppe der Blackfeet 1780 ein Lager der Shoshone, ohne zu wissen, dass dort die Pocken herrschten; ein Drittel der Gruppe starb. 1837 folgte eine zweite Pockenepidemie.[8] Für 1864 bis 1870 nennt die Siksika Nation unbekannte Krankheiten, die ihr Volk verwüsteten.[1]
Im Juli 1806 kam es am Two Medicine River zur ersten Begegnung der Lewis-und-Clark-Expedition mit den Blackfeet. Meriwether Lewis war mit drei Männern unterwegs und traf auf eine Gruppe junger Blackfeet. Laut National Park Service versuchten diese am Abend des 26. Juli, Gewehre zu nehmen; zwei bis drei von ihnen wurden getötet.[20] Die Tagebücher der Expedition setzen den Vorfall auf den Morgen des 27. Juli, und ihre Herausgeber nennen einen oder zwei getötete Piegan.[29] Der Park Service nennt es den ersten militärischen Zusammenstoß zwischen den USA und einer Nation der Plains.[20] Dempsey schreibt, die Tötung eines Peigan durch die Expedition und das Eindringen amerikanischer Trapper hätten die Blackfoot gegen jeden aufgebracht, der den Missouri hinauffuhr.[13]
1818 wurde die Grenze zwischen den USA und dem späteren Kanada am 49. Breitengrad festgelegt; sie spielte laut Schulbehörde von Montana in der Geografie der Blackfeet eine große Rolle.[8] Beim Vertragsrat von Fort Laramie 1851 waren die Blackfeet nicht anwesend, doch Artikel 5 des Vertrags beschrieb ihr Gebiet mit Musselshell, Missouri, Yellowstone und den Rocky Mountains als Grenzen.[8] Am 17. Oktober 1855 schlossen sie an der Mündung des Judith River ihren ersten Vertrag mit den USA (Abschnitt Verträge).[11] Als in den 1860er Jahren in Montana Gold gefunden wurde, kamen viele Siedler, und laut Dempsey wurden die Beziehungen zwischen Amerikanern und Blackfoot feindselig.[13] Ein Vertrag von 1865 mit weiteren Landabtretungen wurde nie ratifiziert, trotzdem zogen Siedler in die Gebiete.[8]
Im Oktober 1870 kämpften Plains Cree und Blackfeet am Belly River nahe dem heutigen Lethbridge. Jerry Potts, später Dolmetscher der Polizei, sprach nach dem Dictionary of Canadian Biography von 200 bis 300 toten Cree und 40 toten Blackfeet.[13, 23] Nach Fort Whoop-Up entstanden weitere Whiskeyposten; einer stand laut Siksika Nation 1874 an der Blackfoot Crossing, im selben Jahr, in dem die North-West Mounted Police in das Gebiet der Confederacy kam.[1, 13] Die Polizei vertrieb die Whiskeyhändler, und ihr Kommandeur James Macleod versprach laut Dempsey, es werde nur ein Gesetz für Indigene und Weiße geben.[13]
Im Starvation Winter, dem Hungerwinter 1883 auf 1884, starben laut Schulbehörde von Montana mehr als 500 Blackfeet.[8] In Kanada war der Winter 1877 auf 1878 laut Dempsey fast ohne Schnee, Präriefeuer trieben die Bisons weit nach Montana, und schon im Frühjahr hungerten die Gruppen, die nicht nach Süden gezogen waren.[13]
- 1780Eine Gruppe der Blackfeet überfällt ein Lager der Shoshone, in dem die Pocken herrschen; ein Drittel der Gruppe stirbt.[8] Shoshone
- 26.07.1806Am Two Medicine River treffen Meriwether Lewis und drei Männer auf junge Blackfeet; laut National Park Service werden zwei bis drei von ihnen getötet.[20] Lewis-und-Clark-Expedition
- 1831Amerikanische Händler schließen Frieden mit den Blackfoot; am oberen Missouri entstehen Handelsposten.[13]
- 1837Eine zweite Pockenepidemie trifft die Blackfeet.[8]
- 17.10.1855Vertrag an der Mündung des Judith River (Lame Bull Treaty) zwischen den USA, der Blackfoot Nation und weiteren Nationen.[11]
- 1869Händler aus Montana gründen nahe dem heutigen Lethbridge den Posten, der bald Fort Whoop-Up heißt.[13]
- 23.01.1870Massaker am Marias River: Soldaten unter Major Eugene Baker überfallen das Lager von Heavy Runner; die Armee meldet 173 Tote, Henderson nennt 217, Überlebende schätzen 150 bis fast 300; laut Montana Historical Society sind die meisten Opfer Frauen, Kinder und Alte.[8, 9, 10]
- Oktober 1870Plains Cree und Blackfeet kämpfen am Belly River nahe dem heutigen Lethbridge.[23] Cree
- 1874Die North-West Mounted Police kommt in das Gebiet der Blackfoot Confederacy.[1, 13]
- 22.09.1877Treaty 7 wird an der Blackfoot Crossing am Bow River geschlossen; als Erster unterschreibt Crowfoot.[12, 13]
- 1883Im Hungerwinter 1883 auf 1884 sterben mehr als 500 Blackfeet.[8]
- 1896Die Blackfeet treten einen 20 Meilen breiten Streifen ab, der heute zum Glacier-Nationalpark gehört.[8]
- 1935Die Blackfeet geben sich nach dem Indian Reorganization Act eine Verfassung.[8] Indian Reorganization Act
- Oktober 1974Der Blackfeet Tribal Business Council gründet das Blackfeet Community College.[22]
- 2016Das Gesetz über die Wasserrechte der Blackfeet wird unterzeichnet.[24]
Das Massaker am Marias River 1870
Den Siedler Malcolm Clarke töteten am 17. August 1869 Piikuni aus der Verwandtschaft seiner Frau; als Täter galt Owl Child, der sich danach in das Lager von Mountain Chief zurückzog.[8, 9] Die Armee plante darauf einen Schlag gegen dessen Gruppe. General Philip Sheridan ließ ausrichten: "Tell Baker to strike them hard", übersetzt: Sag Baker, er soll hart zuschlagen.[9] Philippe Régis de Trobriand, der Befehlshaber des Militärbezirks Montana, wies Baker im Januar 1870 laut dem Historiker Rodger C. Henderson an, die Gruppe von Mountain Chief oder seiner Söhne zu bestrafen; die Lager von Heavy Runner und Big Lake, den Anführern zweier "freundlicher" Gruppen, sollten unbehelligt bleiben.[9]
Am 23. Januar 1870 griffen Soldaten unter Major Eugene Baker, die aus Fort Ellis kamen, bei großer Kälte im Morgengrauen ein Lager am Marias River an. Es war das Lager von Heavy Runner, dessen Gruppe laut Montana Historical Society meist freundliche Beziehungen zu den Weißen hatte.[8, 10] Henderson schreibt, das Lager habe wegen der Pocken abseits gestanden, viele Männer seien auf der Jagd gewesen, und Baker habe die Hinweise seines Führers Joe Kipp auf die einzelnen Lager mehrmals übergangen. Soldaten erschossen Heavy Runner.[9]
Die Zahl der Toten ist umstritten. Baker meldete 173 getötete Menschen und über hundert gefangene Frauen und Kinder; in einer späteren Aufschlüsselung nannte er 120 kampffähige Männer und 53 Frauen und Kinder, und General Hancock sprach von weniger als 40 getöteten Frauen und Kindern.[9, 10] Die Unterrichtseinheit der Montana Historical Society beschreibt die Zählung von Bakers Leuten so: 173 Tote, meist Frauen und Kinder, dazu 140 gefangene Frauen und Kinder und ein toter Kavallerist, der vom Pferd gefallen war.[10] Der Indian Agent William B. Pease befragte Anfang Februar Überlebende und kam auf 18 alte Männer, 15 junge Männer, 90 Frauen und 50 Kinder.[9] Henderson und die Schulbehörde von Montana nennen 217 Tote; nach Henderson schätzten manche Überlebende mindestens 150 bis 170 Tote, andere fast 300.[8, 9] Das Massaker heißt auch Baker Massacre oder Marias Massacre, bei der Schulbehörde von Montana außerdem Bear River Massacre; Bear River ist dort ein anderer Name für den Marias.[8, 10] Nicht zu verwechseln ist es mit dem Bear River Massacre von 1863, bei dem Shoshone getötet wurden.[9]
Baker nannte den Zug in seinem Bericht einen Streifzug gegen die "feindlichen" Piegans und Bloods. Nach Peases Bericht schickte der Board of Indian Commissioners eine Zusammenfassung, die die New York Times druckte und die im Kongress verlesen wurde; die Nachricht verbreitete sich im ganzen Land, und Kritik an Baker und Sheridan folgte.[9] Bestraft wurde laut Schulbehörde von Montana keiner der Soldaten.[8] Dempsey nennt das Massaker den Höhepunkt des "Blackfoot war" in Montana.[13]
Verträge und Reservate
Der erste Vertrag mit den USA wurde am 17. Oktober 1855 an der Mündung des Judith River geschlossen, damals im Nebraska-Territorium. Für die USA verhandelten A. Cumming und Isaac I. Stevens, auf der anderen Seite standen die "Blackfoot Nation" aus Piegan, Blood, Blackfoot und Gros Ventres sowie Flathead, Upper Pend d'Oreille, Kootenay und Nez Percé.[11] Unter den Piegan unterschrieb Nee-ti-nee, "the only chief", genannt Lame Bull; die Schulbehörde von Montana spricht deshalb vom Lame Bull Treaty.[8, 11]
Artikel 3 machte einen Teil des Gebiets, das der Vertrag von Laramie den Blackfoot zuschrieb, zwischen den Quellen des Musselshell, dem Yellowstone und den Rocky Mountains für 99 Jahre zum gemeinsamen Jagdgebiet. Artikel 4 beschrieb das Land der Blackfoot Nation: von den Pässen der Rocky Mountains zum Musselshell River, diesen und dann den Missouri hinab bis zur Mündung des Milk River, von dort nach Norden bis zum 49. Breitengrad und nach Westen bis zu den Rocky Mountains. Die USA durften Straßen, Telegrafen und Militärposten bauen. Dafür versprachen sie zehn Jahre lang 20.000 Dollar im Jahr in Waren und bis zu 15.000 Dollar im Jahr für Landwirtschaft und Schulen.[11] Der Senat ratifizierte den Vertrag am 15. April 1856.[11] Das erste Reservat von 1855 umfasste laut Blackfeet Nation den größten Teil der nördlichen Hälfte Montanas.[4]
Danach schrumpfte das Land. Präsident Grant verkleinerte es 1873 und 1874 per Verordnung, gab 1875 einen Teil zurück, und 1880 nahm Präsident Hayes ihn wieder weg.[8] 1896 traten die Blackfeet einen 20 Meilen breiten Streifen ab, den "ceded strip", der heute zum Glacier-Nationalpark gehört; nach Auffassung der Blackfeet war er nur für 99 Jahre verpachtet.[8] 1907 und 1908 wurde das Reservat aufgeteilt, rund 2.656 Mitglieder erhielten eigenes Land.[8]
Mehr dazu auf der Seite Dawes Act.

Für die Blackfoot in Kanada gilt Treaty 7. Er wurde am 22. September 1877 an der Blackfoot Crossing am Bow River geschlossen, zwischen der Krone, vertreten durch David Laird und James Farquharson MacLeod, und den "Blackfeet, Blood, Piegan, Sarcee, Stony and other Indians".[12] Als Erster unterschrieb Crowfoot, danach Anführer und Ratsmitglieder von fünf Nationen.[13] Die Siksika Nation erinnert an das Versprechen, der Vertrag gelte, solange die Sonne scheint, das Gras wächst und das Wasser fließt.[1] Am 4. Dezember 1877 traten in Fort Macleod 281 weitere Blackfoot unter Three Bulls bei, einem Pflegebruder von Crowfoot.[12, 13]
Nach dem Vertragstext erhielt jede Person im ersten Jahr 12 Dollar, danach jedes Jahr 5 Dollar, jeder Anführer 25 Dollar und jeder Unteranführer oder Ratsmitglied 15 Dollar; die Reservate sollten eine Quadratmeile je Familie von fünf Personen umfassen.[12] Dazu kamen nach Dempsey 2.000 Dollar im Jahr für Munition, Lehrer für die Kinder, Vieh für jede Familie und Kleidung und Gewehre für die Anführer; im Gegenzug traten die Nationen ihre Rechte an den Jagdgebieten an die Regierung ab.[13] Dempsey bezweifelt, dass die Anführer den Vertrag als endgültige Abtretung ihres Landes verstanden; sie hätten ihn eher als Friedensbund mit der Polizei gesehen, und die Dolmetscher hätten vieles nicht übersetzen können.[13] Die Peigans wählten Land bei den Porcupine Hills, die Siksika bei der Blackfoot Crossing; Bloods und Sarcee hatten keinen eigenen Wunsch und sollten auf Vorschlag von Crowfoot Land neben den Siksika am Bow River nehmen.[13]
Mehr zu den Verträgen in Kanada auf der Seite First Nations, Inuit und Métis.
Die Blackfoot heute
Die Blackfeet Nation in Montana hat laut eigener Website 17.321 Mitglieder.[3] Das Büro des Gouverneurs von Montana nennt rund 15.560 Mitglieder, von denen etwa 7.000 im Reservat oder in seiner Nähe leben; der National Park Service schreibt von etwa 8.600 Mitgliedern, die im Reservat leben.[7, 21] Die Blackfeet Indian Reservation im Nordwesten Montanas umfasst 1,5 Millionen Acres; sie grenzt im Westen an den Glacier-Nationalpark und im Norden an Kanada.[4] Sitz der Regierung ist Browning.[7]
Regiert wird die Nation vom Blackfeet Tribal Business Council. Seine neun Mitglieder kommen aus vier Bezirken, Browning, Heart Butte, Seville und Old Agency, und werden für vier Jahre gewählt; gewählt wird gestaffelt im Juni jedes geraden Jahres.[5, 7] Die Verfassung entstand 1935 nach dem Indian Reorganization Act; 1934 hatten 994 von 1.785 Wahlberechtigten zugestimmt.[8] 2016 unterschrieb Präsident Obama das Gesetz über die Wasserrechte der Blackfeet, 2017 stimmten die Mitglieder dem Wasservertrag zu.[24] Im Oktober 1974 gründete der Rat das Blackfeet Community College.[22] Jedes Jahr feiert die Nation die North American Indian Days.[7]

In Alberta liegen die drei kanadischen Nationen. Ihre Mitgliederzahlen führt die Regierung Kanadas im Register der Status-Indians (Stand September 2026):[14, 15, 16]
| Offizieller Name | Eigener Name laut Nation | Lage | Registrierte Mitglieder | davon im eigenen Reservat |
|---|---|---|---|---|
| Blood | Kainai, Blood Tribe[1, 17] | Blood Indian Reserve No. 148, Verwaltung in Standoff[17, 18] | 13.057[15] | 8.697[15] |
| Siksika Nation | Siksika[1] | bei Gleichen, östlich von Calgary[1] | 8.098[14] | 4.371[14] |
| Piikani Nation | Aapatohsipiikani[2] | Peigan Indian Reserve am Old Man River, Verwaltung in Brocket[2] | 3.928[16] | 2.375[16] |
Die Siksika Nation selbst nennt etwa 7.800 Mitglieder.[1] Die Blood Tribe wird von Chief Traveller Plaited Hair und einem Rat geführt, die Piikani Nation von Chief Troy Knowlton.[2, 17] Laut Piikani Nation liegt ihr Reservat an Crowlodge Creek, Old Man River und den Porcupine Hills, dem Land, das Sits Behind the Eagle Tail bei Treaty 7 als wichtig für die Piikani bezeichnete.[2]
Blackfoot spricht man vor allem in Alberta. Bei der Volkszählung 2021 konnten sich dort 6.440 Menschen aus den First Nations in der Sprache unterhalten. In den Prärieprovinzen wuchs keine Sprache der First Nations so schnell: Seit 2016 kamen 1.025 Sprecher hinzu, ein Plus von 18,9 Prozent.[27] In Montana entstand 1983 das Piegan Institute.[8]
In Alberta holen Nationen den Bison zurück. Die Piikani Nation gehört zu den ersten Unterzeichnern des Buffalo Treaty und erneuerte ihre Zusage am 22. Oktober 2026 am Chief Crazy Horse Memorial, beim Treffen zum zwölften Jahrestag des Vertrags.[19] Die Blood Tribe beschloss am 24. September 2026, die Einfuhr einer Herde von 25 Bisons vorzubereiten, einem Geschenk der Fort Peck Tribes aus Montana; die Tiere sollen im Januar 2027 auf das Blood Indian Reserve No. 148 kommen.[18]
Mehr zur Geschichte der Tiere auf der Seite Der Bison.
Offizielle Websites der Nationen: Blackfeet Nation, Siksika Nation, Blood Tribe (Kainai), Piikani Nation.
Bekannte Persönlichkeiten
- Isapo-muxika, bekannt als Crowfoot (geboren 1830), Siksika. Laut Siksika Nation stammte seine Familie von den Kainai; nach dem Tod des Vaters heiratete die Mutter einen Siksika, und der Junge wurde bei den Siksika aufgenommen. Er verhandelte Treaty 7 und unterschrieb ihn als Erster.[1, 13] Den Cree Poundmaker nahm er als Sohn an.[26]
- Red Crow, Sprecher der Bloods bei Treaty 7.[13]
- Medicine Calf, auch Button Chief, Anführer der Bloods im Krieg; er unterschrieb 1855 den Vertrag mit den USA und 1877 Treaty 7.[13]
- Nee-ti-nee, genannt Lame Bull, Piegan, unterschrieb 1855 den Vertrag am Judith River.[11]
- Heavy Runner, Anführer einer Gruppe der Piikuni, getötet beim Massaker am Marias River 1870.[9, 10]
- Earl Old Person wurde 1978 Chief der Blackfeet.[8]
Weitere Lebensläufe stehen in der Liste Bekannte indigene Persönlichkeiten.
Die Blackfoot im Film
Im Film
Häufige Fragen
Wie nennen sich die Blackfoot selbst?
Die Siksika Nation schreibt Siksikaitsitapi, "Blackfoot People", die Piikani Nation Siksikatsiitapiwa. Das Blackfeet Community College in Montana spricht von der Welt der Nii-tsi-ta-pi. Jede der vier Nationen trägt außerdem einen eigenen Namen.
Was ist richtig: Blackfoot oder Blackfeet?
Beides ist gebräuchlich. Die Nationen in Alberta nennen ihren Bund Blackfoot Confederacy, die Nation in Montana heißt Blackfeet Nation, und so steht sie auch in der Liste des Bureau of Indian Affairs. Schon die Verträge des 19. Jahrhunderts schrieben einmal Blackfoot, einmal Blackfeet.
Woher kommt der Name Blackfoot?
Laut Büro für indigene Angelegenheiten des Gouverneurs von Montana geht der Name wohl auf schwarz gefärbte Mokassins zurück, bemalt oder mit Asche dunkel gemacht. Die Siksika Nation übersetzt ihren eigenen Namen Siksika mit "Blackfoot".
Welche Nationen gehören zu den Blackfoot?
Laut Siksika Nation besteht die Blackfoot Confederacy aus vier Nationen: Siksika, Kainai (Blood Tribe), Apatohsipiikani (Piikani Nation, Nord-Piikani) in Alberta und Amskapi Piikani, der Blackfeet Nation in Montana.
Wo leben die Blackfoot heute?
In drei Reservaten im Süden Albertas und in der Blackfeet Indian Reservation im Nordwesten Montanas. Das Reservat in Montana umfasst laut Nation 1,5 Millionen Acres und grenzt im Westen an den Glacier-Nationalpark, im Norden an Kanada. Viele Mitglieder leben außerhalb der Reservate.
Wie viele Blackfoot gibt es?
Die Blackfeet Nation nennt 17.321 Mitglieder. In Kanada zählte die Regierung im September 2026 bei der Blood Tribe 13.057, bei der Siksika Nation 8.098 und bei der Piikani Nation 3.928 registrierte Mitglieder.
Was geschah 1870 am Marias River?
Am 23. Januar 1870 griffen Soldaten unter Major Eugene Baker im Montana-Territorium das Lager von Heavy Runner an, einem Anführer der Piikuni, der als friedlich galt. Baker meldete 173 Tote, die er überwiegend zu den Kämpfern zählte. Die Montana Historical Society und der Historiker Rodger C. Henderson beschreiben die Toten als überwiegend Frauen, Kinder und Alte; Henderson nennt 217, Überlebende schätzten 150 bis fast 300.
Was ist Treaty 7?
Der Vertrag, den die Blackfoot, Bloods, Peigans, Sarcees und Stoneys am 22. September 1877 an der Blackfoot Crossing am Bow River mit der kanadischen Krone schlossen. Für die Krone verhandelten David Laird und James Macleod, als Erster unterschrieb Crowfoot von den Siksika.
Quellen
- Tribal Nation Piikanissini: About Piikani Nation. Piikani Nation. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Tribal Nation Blackfeet Nation (Startseite). Blackfeet Nation. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Indian Entities Recognized by and Eligible To Receive Services From the United States Bureau of Indian Affairs, 91 FR 4102. Bureau of Indian Affairs, U.S. Department of the Interior (Federal Register). Stand 30.01.2026. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Blackfeet Nation (Verzeichnis der Reservate). Governor's Office of Indian Affairs, State of Montana. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Blackfeet Reservation Timeline (Montana Tribal Histories). Montana Office of Public Instruction, Indian Education. Stand 2017. abgerufen am 25.10.2026
- Fachaufsatz Rodger C. Henderson: The Piikuni and the U.S. Army's Piegan Expedition. Competing Narratives of the 1870 Massacre on the Marias River, in: Montana The Magazine of Western History, Frühjahr 2018, S. 48 ff.. Montana Historical Society. Stand 2018. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Understanding Different Points of View Related to the Baker Massacre of 1870 (Unterrichtseinheit). Montana Historical Society. Stand überarbeitet 15.06.2026. abgerufen am 25.10.2026
- Gesetz und Vertrag Treaty with the Blackfeet, 1855 (11 Stat. 657), Text nach Kappler. Oklahoma State University Libraries, Tribal Treaties Database. Stand 17.10.1855. abgerufen am 25.10.2026
- Gesetz und Vertrag Treaty Texts: Treaty and Supplementary Treaty no. 7. Crown-Indigenous Relations and Northern Affairs Canada, Regierung Kanadas. Stand 1877 (Seite geändert 30.08.2013). abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Hugh A. Dempsey: Treaty Research Report, Treaty Seven (1877). Indian and Northern Affairs Canada, Treaties and Historical Research Centre; Crown-Indigenous Relations and Northern Affairs Canada. Stand 1987 (Seite geändert 15.09.2010). abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle First Nation Profiles: Registered Population, Siksika Nation (Nr. 430). Crown-Indigenous Relations and Northern Affairs Canada, Regierung Kanadas. Stand September 2026. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle First Nation Profiles: Registered Population, Blood (Nr. 435). Crown-Indigenous Relations and Northern Affairs Canada, Regierung Kanadas. Stand September 2026. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle First Nation Profiles: Registered Population, Piikani Nation (Nr. 436). Crown-Indigenous Relations and Northern Affairs Canada, Regierung Kanadas. Stand September 2026. abgerufen am 25.10.2026
- Tribal Nation Blood Tribe Chief & Council. Blood Tribe (Kainai). Stand 19.10.2026. abgerufen am 25.10.2026
- Tribal Nation Public Notice: Blood Tribe to Welcome Iiinnii from Fort Peck in Early 2027. Blood Tribe (Kainai). Stand 13.10.2026. abgerufen am 25.10.2026
- Tribal Nation Buffalo Treaty Signing at Chief Crazy Horse Memorial. Piikani Nation. Stand 23.10.2026. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Two Medicine Fight Site. National Park Service, Lewis and Clark National Historic Trail. Stand 17.06.2021. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle American Indian Tribes. National Park Service, Glacier National Park. Stand 17.12.2020. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Rudy Wiebe: MISTAHIMASKWA (Big Bear, Gros Ours). Dictionary of Canadian Biography, Bd. 11, University of Toronto/Université Laval. Stand 1982. abgerufen am 25.10.2026
- Tribal Nation Water Compact: Chronology. Blackfeet Nation. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Hugh A. Dempsey: PĪTIKWAHANAPIWĪYIN (Poundmaker). Dictionary of Canadian Biography, Bd. 11, University of Toronto/Université Laval. Stand 1982, überarbeitet 2019. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Indigenous languages across Canada (Census in Brief, Volkszählung 2021). Statistics Canada. Stand 29.03.2023. abgerufen am 25.10.2026
- Tribal Nation Blackfoot Resource Hub. Blood Tribe (Kainai). Stand 15.06.2026. abgerufen am 25.10.2026
- Primärquelle Journals of the Lewis and Clark Expedition: July 27, 1806 (Eintrag von Meriwether Lewis, mit Anmerkung 2 der Herausgeber). Center for Digital Research in the Humanities, University of Nebraska-Lincoln, mit University of Nebraska Press. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
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Alexander Müller Gründer und Herausgeber von Wilder-Westen.org
Alexander Müller hat Wilder-Westen.org gegründet und gibt es heraus. Er lebt in Bertingen in Sachsen-Anhalt, führt dort SEO NW und verantwortet Redaktion, Technik und Gestaltung.
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GeschichteLewis-und-Clark-ExpeditionVon 1803 bis 1806 zogen Lewis und Clark mit dem Corps of Discovery an den Pazifik und zurück.
