Indigene Völker NordamerikasVolk
Lakota
Kurz erklärt Die Lakota sind eine indigene Nation der nördlichen Great Plains und die westlichste der drei Gruppen, die oft Sioux genannt werden. Ihre sieben Gruppen leben heute vor allem in fünf Nationen in South Dakota und North Dakota. Allein der Oglala Sioux Tribe in Pine Ridge zählt laut eigener Website (Seite von 2024) mehr als 52.000 Bürger.

Die Lakota sind eine indigene Nation der nördlichen Great Plains. Mit den Dakota und den Nakota bilden sie die Oceti Sakowin, die "Sieben Ratsfeuer".[1, 2] Oft werden die drei Völker zusammen Sioux genannt, die Lakota im Deutschen auch "Lakota-Indianer". Das Wort Sioux steht bis heute in den offiziellen Namen ihrer Nationen; die Lakota leben vor allem in fünf dieser Nationen mit eigener Regierung in South Dakota und North Dakota.[1, 2, 3, 4]
Zum Wort "Indianer" siehe Darf man "Indianer" sagen?, zum Sammelnamen die Seite Sioux.
Was bedeutet Lakota, und wer gehört dazu?
"Dakota" und "Lakota" bedeuten laut Standing Rock Sioux Tribe "Freunde" oder "Verbündete".[4] Der Name Sioux ist eine Fremdbezeichnung aus dem 17. Jahrhundert, als die Vorfahren noch im Gebiet der Großen Seen lebten. Er geht auf ein Wort der Ojibwe zurück, das französische Händler verkürzten, bis nur die letzte Silbe übrig blieb. Die Standing Rock Sioux Tribe übersetzt das Ausgangswort mit "Nattern", die Cheyenne River Sioux Tribe mit "kleine Schlangen" oder "Feinde".[1, 4] Lakota, Dakota und Nakota sprechen leicht verschiedene Dialekte; die Lakota sind die westlichste der drei Gruppen.[1] Britannica ordnet die drei Sprachen der Sioux-Sprachfamilie zu und führt die Lakota auch unter dem Namen Teton; der NPS nennt sie auch Westliche Sioux.[5, 9]
Die Lakota bestehen aus sieben Gruppen. Die Cheyenne River Sioux Tribe nennt sie die sieben bands der Titunwan und übersetzt Titunwan mit "Volk der Plains"; die Standing Rock Sioux Tribe spricht von Ti Sakowin, den "Sieben Zelten".[1, 4] Namen und Übersetzungen nach den Seiten der Nationen, dazu die Reservate, in denen die Gruppen heute vor allem leben:[1, 6]
- Oglala, "die das Ihre verstreuen" (Cheyenne River) oder "Staubverstreuer" (Rosebud), in Pine Ridge.[1, 6]
- Sicangu oder Brulé, "Verbrannte Schenkel", in Rosebud und Lower Brule.[1, 6]
- Hunkpapa, "die am Eingang lagern" (Cheyenne River) oder "Ende des Kreises" (Rosebud), in Standing Rock.[1, 6]
- Mnicoujou, auch Minneconjou geschrieben, "die am Wasser pflanzen", in Cheyenne River.[1, 6]
- Siha Sapa oder Sihasapa, "Schwarzfuß", in Cheyenne River und Standing Rock; nicht zu verwechseln mit der Blackfoot-Nation in Montana und Kanada.[1, 4]
- Itazipco, auch Sans Arcs, "ohne Bögen", in Cheyenne River.[1, 6]
- Oohenumpa, auch Two Kettle, "zwei Kessel", in Cheyenne River.[1, 6]
Mythos und Wahrheit
Mythos
Die sieben Ratsfeuer (Oceti Sakowin) seien die sieben Gruppen der Lakota.
Woher kommen die Lakota?
Eine Überlieferung der Lakota verbindet ihren Ursprung mit der Wind Cave, im heutigen Lakota Maka Oniye, "atmende Erde". Der National Park Service gibt eine Fassung wieder, die aus der Gemeinde Cheyenne Creek in der Pine Ridge Reservation stammt: Die ersten Menschen lebten unter der Erde in einer Geisterhütte, bis die Erde für sie bereit war. Wer vorzeitig einem Wolf an die Oberfläche folgte, wurde zur Strafe in die ersten Bisons verwandelt. Später führte Tokahe, "der Erste", die übrigen Menschen hinaus, und sie folgten den Spuren eines Bisons. Die Fassungen unterscheiden sich laut NPS von Gruppe zu Gruppe und von Familie zu Familie.[7]
Historische Quellen beschreiben eine Wanderung aus dem Osten. Laut Rosebud Sioux Tribe lebten die Vorfahren der Lakota im späten 16. und frühen 17. Jahrhundert am oberen Mississippi und im heutigen Minnesota; sie jagten Kleinwild und Hirsche und ernteten Wildreis. Kriege mit den Ojibwe drängten sie nach Westen, und im 18. Jahrhundert hatten sie Pferde.[6] Britannica beschreibt eine Kette der Verdrängung: Die Ojibwe drängten die Dakota ins südliche und westliche Minnesota, die Dakota wiederum die Lakota und die Nakota in die heutigen Bundesstaaten North Dakota und South Dakota. Dort gaben diese den Ackerbau auf und lebten von der Bisonjagd zu Pferd.[5] Bis zum späten 18. Jahrhundert brachten die Lakota laut NPS die Black Hills unter ihre Kontrolle, nachdem sie die Cheyenne besiegt hatten.[8]
Damit zählen die Lakota zum Kulturraum der Plains: Im frühen 19. Jahrhundert waren sie laut Standing Rock Sioux Tribe ein Volk der nördlichen Plains, das die Lebensweise der Waldländer fast ganz abgelegt hatte.[4]
Gesellschaft und Familie
Die Gruppen gliederten sich in Lagergemeinschaften, auf Lakota tiyospaye, englisch meist "bands". Der NPS beschreibt das Lager der Oglala am Little Bighorn 1876 als Verbund solcher tiyošpaye mit eigenen Anführern und nennt auch die tiyospaye der Sihasapa. Die Cheyenne River Sioux Tribe bezeichnet die vier Lakota-Gruppen ihres Reservats als Tiospaye.[1, 9, 10, 26]
In der traditionellen Gesellschaft hielten Männerbünde die Ordnung im Lager. Britannica nennt für Lakota, Dakota und Nakota militärische Gesellschaften der Männer, deren wichtigste Aufgabe die Aufsicht über die gemeinsame Bisonjagd war; Frauengesellschaften kümmerten sich um Fruchtbarkeit, Heilung und das Wohl der Gruppe. Ansehen gewannen Männer durch mutige Taten im Krieg, erbeutete Pferde und Skalpe galten als Beleg.[5] Im Lager der Oglala am Little Bighorn wachte 1876 laut NPS ein solcher Bund (akitcita), die Last Child Society.[9]
Wie sich ein Mensch in der Gemeinschaft verhält, fasst die Rosebud Sioux Tribe im Begriff Wolakota zusammen, einem Verhaltenskodex, der auf Respekt (waohola) beruht. Der Text des Sicangu-Ältesten Victor Douville von der Sinte Gleska University nennt unter anderem: Ältere ehren, Sprechende nicht unterbrechen, keine Gerüchte verbreiten. Anführer sollen zwischen den Seiten vermitteln und keine Partei ergreifen.[6]
Wirtschaft und Ernährung
Seit dem 18. Jahrhundert drehte sich das Leben der Lakota um Pferd und Bison.[6] Laut Standing Rock Sioux Tribe lebten sie im 19. Jahrhundert nomadisch und wohnten das ganze Jahr in Tipis. Die Cheyenne River Sioux Tribe nennt den Bison die wichtigste Nahrungsquelle ihrer Vorfahren, die auf der Suche nach den Herden oft weiterzogen.[1, 4]

Bisonprodukte tauschten die Lakota und ihre Nachbarn laut Britannica bei den Ackerbau treibenden Nationen der Plains gegen Mais. Zugleich überfielen sie diese Nationen häufig, vor allem die Mandan, Arikara, Hidatsa und Pawnee, die sich deshalb später mit der US-Armee verbündeten.[5] Im 19. Jahrhundert verarbeiteten die Frauen große Mengen Bisonhäute zu Fellen, den "buffalo robes", deren Handelswert stark stieg. Bekannt waren sie auch für Stickereien aus Stachelschweinborsten und Glasperlen mit geometrischen Mustern.[5]
Heute sind laut South Dakota Department of Tribal Relations die Nationen selbst die großen Arbeitgeber, daneben Bundesbehörden, Schulen, Colleges und Kasinos. In Lower Brule nennt die Behörde die Lower Brule Farm Corp., nach ihren Angaben der größte Popcorn-Erzeuger des Landes.[11, 12, 13]
Glaube
Die Cheyenne River Sioux Tribe übersetzt den Lakota-Begriff Wakan Tanka in der Erklärung ihrer Flagge mit "The Great Mystery", das große Geheimnis. Nach derselben Quelle sind die Menschen von Cheyenne River Hüter der heiligen Kalbspfeife (Sacred Calf Pipe), eines Geschenks der Weißen Büffelkalbfrau (White Buffalo Calf Maiden).[1] Britannica beschreibt für die Völker der Oceti Sakowin vier Mächte, die über das Universum walten, und eine feste Rolle des Bisons in allen Ritualen; das wichtigste religiöse Ereignis war der jährliche Sonnentanz.[5]
Als heilig gelten den Lakota die Black Hills, auf Lakota Pahá Sápa oder He Sapa (so schreiben es die Cheyenne River Sioux Tribe und die Oglala Sioux Tribe[31]; andere Quellen schreiben Paha Sapa), "Hügel aus Schwarz", nach dem dunklen Schatten der Nadelwälder.[8, 14] Dort fanden laut NPS früher jedes Jahr religiöse Zeremonien statt, und viele Nationen messen der Landschaft bis heute große kulturelle Bedeutung bei. Den Berg, in den später das Mount Rushmore National Memorial gehauen wurde, nannten die Lakota Six Grandfathers, "Sechs Großväter".[8]
Der Oglala Black Elk (1863 bis 1950), laut NPS ein heiliger Mann seines Volkes, sah als Kind in einer Vision einen Rat der Sechs Großväter, die für die vier Himmelsrichtungen, die Erde und den Himmel standen. Später nahm er an einem Geistertanz am Wounded Knee Creek teil. 1904 trat er zum katholischen Glauben über und blieb zugleich ein spiritueller Führer der Lakota; 1947 beschrieb er dem Anthropologen Joseph Epes Brown sieben traditionelle Zeremonien der Oglala, bei denen die heilige rote Pfeife eine Rolle spielt.[15]
Den höchsten Berg South Dakotas benannten die Behörden am 11. August 2016 nach Black Elk; zuvor trug er den Namen von General William S. Harney. Laut NPS steigen Angehörige der Nationen jedes Jahr zum Frühlingsanfang auf den Black Elk Peak, um die Donnerwesen zu begrüßen.[15]
Die Lakota im 19. Jahrhundert
Im September 1851 kamen laut NPS mehr als 10.000 Menschen aus Nationen der Plains zu einem Vertragsrat bei Fort Laramie im heutigen Wyoming. Weil das Fort die vielen Menschen und Pferde nicht fassen konnte, verlegte man den Rat an die Mündung des Horse Creek; für die Oglala und die Sicangu verhandelten sechs Anführer.[14, 16] Der Vertrag vom 17. September 1851 sollte den Siedlertrecks den Durchzug sichern und die Kriege zwischen den Nationen beenden. Er beschrieb zum ersten Mal auf Papier, welche Gebiete die Nationen beanspruchten.[16] Der Senat ratifizierte ihn mit einer Änderung: Die Zahlungen sollten zehn statt fünfzig Jahre laufen, wenn die Nationen zustimmten, und alle außer den Crow stimmten laut Kappler zu.[27] Von den versprochenen Jahreszahlungen kam laut NPS nur eine an.[16]
1854 kam es bei Fort Laramie zum ersten großen Zusammenstoß. Die Zahl der getöteten Soldaten geben die Quellen verschieden an: Laut Rosebud Sioux Tribe waren es 19, laut Lesley Wischmann bei WyoHistory starben Leutnant John Grattan, sein Dolmetscher und alle 29 Soldaten seiner Abteilung, laut Tom Rea Grattan und 30 Soldaten.[6, 28, 29] 1855 töteten US-Truppen als Vergeltung etwa 100 Menschen in einem Lager in Nebraska.[6] Der NPS erwähnt die Rolle von General William S. Harney bei einem Massaker an Lakota im Jahr 1855; nach Harney war später der höchste Berg South Dakotas benannt, und viele empfanden den Namen deshalb als anstößig.[15]
Der Bozeman Trail, den John Bozeman und John Jacobs 1863 aus einem alten Reiseweg der indigenen Völker zum Wagenweg ausbauten, führte durch die Jagdgebiete der Lakota zu den Goldfeldern im Montana-Territorium.[30] Der Oglala Red Cloud kämpfte mit Verbündeten unter den Northern Cheyenne und Arapaho dafür, ihn zu schließen.[17] Die Quellen datieren Red Clouds Krieg unterschiedlich: auf 1865 bis 1867 (Britannica), 1866 bis 1867 (Rosebud Sioux Tribe) oder 1866 bis 1868 (South Dakota Department of Tribal Relations).[5, 6, 18] Im Dezember 1866 lockten Kämpfer unter High Backbone bei Fort Phil Kearny eine Truppe von etwa 80 Soldaten unter Hauptmann William J. Fetterman in einen Hinterhalt, keiner der Soldaten überlebte. Den Lockvogel spielte laut Britannica Crazy Horse.[5] Der Vertrag von 1868 verpflichtete die USA, die Militärposten am Trail aufzugeben und die Straße zu schließen. Red Cloud unterzeichnete erst am 6. November 1868, als die Forts niedergebrannt waren.[14, 17]
Mit dem Vertrag von Fort Laramie vom 29. April 1868 entstand die Große Sioux-Reservation, die einen großen Teil der Westhälfte des heutigen South Dakota mit den Black Hills umfasste.[14] 1874 führte George A. Custer eine Expedition der Armee in die Black Hills. Als dort Gold gefunden wurde, strömten Goldsucher in das Reservat, obwohl der Vertrag das verbot.[14, 19] Im Winter 1875 verlangte der Commissioner of Indian Affairs, dass sich alle Lakota bis zum 31. Januar 1876 in einem Reservat meldeten; wer nicht kam, galt als "feindlich", und die Armee zog gegen die Gruppen außerhalb des Reservats.[19]
In der Schlacht am Little Bighorn am 25. und 26. Juni 1876 besiegten Lakota, Northern Cheyenne und Arapaho am Little Bighorn River im heutigen Montana das 7. Kavallerieregiment; die fünf Kompanien unter Custer mit 210 Mann kamen alle ums Leben.[19] Das Lager zählte laut NPS rund 7.000 bis 8.000 Menschen, die Zahl der Kämpfer schätzt der NPS auf 1.500 bis 1.800 (Schlachtbericht) beziehungsweise 1.500 bis 2.000 (Seite zum Lager).[19, 20] Von den etwa 4.180 Oglala waren rund 1.450 im Lager, die meisten anderen lebten an der Red Cloud Agency im Nordwesten Nebraskas.[9] Sitting Bull, ein Hunkpapa, lenkte laut NPS die Angriffe der Lakota und Cheyenne, ohne selbst zu kämpfen.[10]
Nach der Schlacht trennten sich die Gruppen wieder. Sitting Bull zog mit seinen Anhängern nach Kanada und ergab sich erst im Juli 1881 in Fort Buford im Dakota-Territorium.[10] Einige Lakota blieben in Kanada; die Cheyenne River Sioux Tribe nennt die Wood Mountain Reserve in Saskatchewan, wo sich ab 1876 Lakota niederließen.[1] Crazy Horse ergab sich im Frühjahr 1877 mit vielen Oglala in Fort Robinson in Nebraska und wurde dort im September 1877 laut NPS ermordet.[9] Am 28. Februar 1877 nahm der Kongress den Lakota per Gesetz die Black Hills.[21]
Ein Gesetz vom 2. März 1889 teilte die Große Sioux-Reservation in getrennte Reservate und verkleinerte ihr Land laut NPS um etwa die Hälfte; im selben Jahr entstand die Pine Ridge Reservation.[2, 4, 15] Die Geistertanz-Bewegung, die auf den Propheten Wovoka von den Paiute zurückging, beunruhigte die Behörden. Am 15. Dezember 1890 töteten Polizisten der Standing Rock Agency Sitting Bull.[10, 15] Am 29. Dezember 1890 eröffneten Soldaten der US-Armee am Wounded Knee Creek in der Pine Ridge Reservation das Feuer auf Lakota, die sie gerade entwaffneten. Beim Massaker von Wounded Knee starben nach Schätzung der Library of Congress 200 Menschen, laut Rosebud Sioux Tribe 150 bis 370 Männer, Frauen und Kinder.[6, 22]
- 17.09.1851Oglala und Sicangu unterzeichnen mit anderen Nationen der Plains am Horse Creek den ersten Vertrag von Fort Laramie.[16] Verträge von Fort Laramie
- 1866Im Dezember 1866 locken Kämpfer unter High Backbone bei Fort Phil Kearny etwa 80 Soldaten unter William J. Fetterman in einen Hinterhalt.[5] Red Clouds Krieg
- 29.04.1868Der Vertrag von Fort Laramie schafft die Große Sioux-Reservation mit den Black Hills.[14] Verträge von Fort Laramie
- 06.11.1868Red Cloud unterzeichnet den Vertrag, nachdem die Forts am Bozeman Trail niedergebrannt sind.[17] Red Cloud
- 1874Eine Expedition der Armee unter George A. Custer findet Gold in den Black Hills; Goldsucher dringen in das Reservat ein.[14, 19] Goldrausch in den Black Hills
- 25.06.1876Lakota, Northern Cheyenne und Arapaho besiegen am Little Bighorn das 7. Kavallerieregiment (25. bis 26. Juni).[19] Schlacht am Little Bighorn
- 1877Crazy Horse ergibt sich im Frühjahr in Fort Robinson und wird dort im September ermordet.[9] Crazy Horse
- 28.02.1877Ein Gesetz des Kongresses nimmt den Lakota die Black Hills, ohne die im Vertrag verlangte Zustimmung.[21] Black Hills
- Juli 1881Sitting Bull kehrt aus Kanada zurück und ergibt sich in Fort Buford.[10] Sitting Bull
- 02.03.1889Ein Gesetz teilt die Große Sioux-Reservation in getrennte Reservate.[4]
- 15.12.1890Polizisten der Standing Rock Agency töten Sitting Bull.[10] Sitting Bull
- 29.12.1890Massaker von Wounded Knee: Soldaten der US-Armee eröffnen das Feuer auf Lakota; die Library of Congress schätzt 200 Tote, die Rosebud Sioux Tribe nennt 150 bis 370.[6, 22] Massaker von Wounded Knee
- 15.01.1936Die Verfassung des Oglala Sioux Tribe nach dem Indian Reorganization Act wird genehmigt.[18] Indian Reorganization Act
- 30.06.1980Der Supreme Court bestätigt, dass die USA die Lakota und die anderen beteiligten Nationen für die Black Hills entschädigen müssen.[21] Black Hills
- 11.08.2016Der höchste Berg South Dakotas wird nach Black Elk benannt.[15]
Verträge und Reservat
Die Standing Rock Sioux Tribe erklärt, ihre Rechte aus den Verträgen von Fort Laramie von 1851 und 1868 gälten heute so wie am Tag der Unterzeichnung.[4] Den Vertrag vom 29. April 1868 schlossen die USA mit Brulé, Oglala, Miniconjou, Yanktonai, Hunkpapa, Blackfeet, Cuthead, Two Kettle, Sans Arcs und Santee sowie den Arapaho. Artikel 2 beschreibt die Grenzen der Großen Sioux-Reservation: vom Ostufer des Missouri am 46. Breitengrad nach Süden bis zur Nordgrenze Nebraskas, dann nach Westen bis zum 104. Längengrad. Das Land war den beteiligten Nationen vorbehalten und befreundeten Gruppen, die sie mit Zustimmung der USA aufnahmen.[14]

Artikel 11 sicherte das Recht, nördlich des North Platte und am Republican Fork zu jagen, solange es dort genug Bisons gab. Artikel 12 verlangte für jede Abtretung von Land die Unterschrift von mindestens drei Vierteln der erwachsenen Männer. Artikel 16 erklärte das Land nördlich des North Platte und östlich der Bighorn Mountains zu nicht abgetretenem Gebiet, in dem sich keine Weißen ansiedeln durften.[14]
Diese Zusagen hob der Kongress 1877 auf. Eine Kommission hatte 1876 eine "Vereinbarung" über die Abtretung der Black Hills vorgelegt, die laut Supreme Court nur 10 Prozent der erwachsenen Männer unterschrieben; der Kongress setzte sie am 28. Februar 1877 trotzdem als Gesetz in Kraft.[21] Das Gesetz vom 2. März 1889 teilte das verbliebene Land in getrennte Reservate, darunter Pine Ridge, Rosebud, Cheyenne River, Lower Brule und Standing Rock. Weil Teile der Reservate danach für Siedler geöffnet wurden, wechselt sich laut Standing Rock Sioux Tribe in ihrem Reservat bis heute Land in indigenem und nicht indigenem Besitz ab.[2, 4]
Die Nationen klagten über Jahrzehnte. Am 30. Juni 1980 bestätigte der Supreme Court im Fall United States v. Sioux Nation of Indians, dass das Gesetz von 1877 eine Enteignung war, für die die Vereinigten Staaten entschädigen müssen: 17,1 Millionen Dollar für das Land, verzinst mit 5 Prozent im Jahr seit 1877. Der Court of Claims hatte schon 1975 geschrieben:[21]
Ein reiferer und krasserer Fall unehrenhaften Handelns wird sich in unserer Geschichte aller Wahrscheinlichkeit nach nie finden.
Laut Smithsonian Magazine belief sich die Entschädigung auf mehr als 100 Millionen Dollar. Die Nationen lehnten das Geld ab, weil das Land nie zum Verkauf gestanden habe; 2018 war die Summe nach derselben Quelle mehr als eine Milliarde Dollar wert.[17] Laut National Archives ist der Besitz der Black Hills bis heute Gegenstand eines Rechtsstreits zwischen der US-Regierung und den Nationen.[14]
Die Lakota heute
Die Lakota gehören heute vor allem zu fünf Nationen, die die Vereinigten Staaten anerkennen. Die Liste des Bureau of Indian Affairs vom 30. Januar 2026 führt sie mit offiziellen Namen, in denen das Wort Sioux steht.[2, 3] Jede Nation hat eine eigene Verfassung und einen gewählten Rat. Die Verfassungen von Oglala, Rosebud, Cheyenne River und Lower Brule entstanden 1935 und 1936 nach dem Indian Reorganization Act von 1934, die der Standing Rock Sioux Tribe am 24. April 1959.[2, 4, 11, 12, 18, 23]
| Offizieller Name | Sitz der Regierung | Lakota-Gruppen | Eingetragene Bürger (geschätzt) |
|---|---|---|---|
| Oglala Sioux Tribe | Pine Ridge, South Dakota | Oglala | 46.855 (laut Nation mehr als 52.000)[2, 3, 18] |
| Rosebud Sioux Tribe of the Rosebud Indian Reservation, South Dakota | Rosebud, South Dakota | Sicangu | 33.210[3, 11] |
| Cheyenne River Sioux Tribe of the Cheyenne River Reservation, South Dakota | Eagle Butte, South Dakota | Mnicoujou, Oohenumpa, Itazipco, Siha Sapa | 15.993[3, 23] |
| Standing Rock Sioux Tribe of North & South Dakota | Fort Yates, North Dakota | Hunkpapa, Sihasapa; dazu Dakota | 16.102[3, 13] |
| Lower Brule Sioux Tribe of the Lower Brule Reservation, South Dakota | Lower Brule, South Dakota | Sicangu | 3.410[3, 12] |
Die Zahlen der Landesbehörde sind meist Schätzungen ohne Jahresangabe; die Oglala Sioux Tribe nennt auf ihrer Website (Seite von Juli 2024) mehr als 52.000 eingetragene Bürger, von denen nicht alle in der Reservation leben.[2, 18] Für alle Lakota zusammen nennt die Rosebud Sioux Tribe rund 70.000 Menschen, von denen etwa ein Drittel die Sprache der Vorfahren spreche; um die Mitte des 18. Jahrhunderts seien es etwa 20.000 gewesen.[6]
Die Pine Ridge Reservation im Südwesten South Dakotas und im Nordwesten Nebraskas umfasst laut Oglala Sioux Tribe rund 3.500 Quadratmeilen mit neun Bezirken und mehr als 50 Gemeinden. Der Rat hat 21 Mitglieder, die alle zwei Jahre gewählt werden; auf je 1.000 Bürger kommt ein Sitz.[2] In Kyle liegt das Oglala Lakota College, in Porcupine sendet der Radiosender KILI auf 90,1 MHz.[18]
Die Rosebud Sioux Tribe nennt sich auch Sicangu Lakota Oyate. Ihr Reservat hat laut eigener Beschreibung Grasland mit Wäldern aus Ponderosa-Kiefern, tiefe Täler und Seen sowie 20 Gemeinden; der Sitz der Regierung ist der Ort Rosebud.[6] Die Lower Brule Sioux Tribe nennt sich Kul Wicasa Oyate, ihr Land liegt am Westufer des Missouri im Gebiet der Big Bend in der Mitte South Dakotas.[24]

In der Standing Rock Reservation leben Lakota und Dakota: Die Lakota wohnen laut Standing Rock Sioux Tribe vor allem im Teil in South Dakota, die Dakota (Yanktonai) vor allem im Teil in North Dakota.[4] Als traditionelle Sprache nennt die Landesbehörde für Rosebud, Cheyenne River und Lower Brule Lakota, für Standing Rock Dakota und Lakota; zu den Colleges der Nationen gehören die Sinte Gleska University in Rosebud und das Sitting Bull College in Standing Rock.[11, 12, 13, 23]
Offizielle Websites der Nationen: Oglala Sioux Tribe, Rosebud Sioux Tribe, Cheyenne River Sioux Tribe, Standing Rock Sioux Tribe, Lower Brule Sioux Tribe.
Bekannte Persönlichkeiten
- Sitting Bull (Hunkpapa) lenkte laut NPS 1876 am Little Bighorn die Angriffe, ohne selbst zu kämpfen, lebte bis 1881 in Kanada und wurde 1890 an der Standing Rock Agency getötet.[10]
- Crazy Horse (Oglala) gilt dem NPS als der wohl bekannteste Teilnehmer der Schlacht am Little Bighorn; er wurde 1877 in Fort Robinson ermordet.[9]
- Red Cloud (Oglala) kämpfte laut South Dakota Department of Tribal Relations von 1866 bis 1868 für die Schließung des Bozeman Trail und setzte sich später in Pine Ridge für eine von Jesuiten geführte Schule ein; die Red Cloud Indian School trägt seinen Namen.[18]
- Spotted Tail (Sinte Gleska, um 1823 bis 1881), ein Anführer der Sicangu, verhandelte mit der US-Regierung und hielt seine Leute aus den Kämpfen von 1876 heraus; 1881 wurde er von Crow Dog getötet.[6]
- Black Elk (1863 bis 1950), Oglala und heiliger Mann; seine Gespräche mit dem Dichter John G. Neihardt erschienen 1932 als Buch "Black Elk Speaks".[15]
- Billy Mills, Oglala aus der Pine Ridge Reservation, gewann 1964 in Tokio als erster US-Amerikaner das olympische Rennen über 10.000 Meter.[18]
Weitere Lebensläufe stehen in der Liste Bekannte indigene Persönlichkeiten.
Häufige Fragen
Wie nennen sich die Lakota selbst?
Lakota, manchmal auch Lakhota geschrieben. Als eines der sieben Ratsfeuer der Oceti Sakowin heißen die Lakota Titunwan, laut Cheyenne River Sioux Tribe "Volk der Plains". Einzelne Nationen tragen eigene Namen, etwa Sicangu Lakota Oyate in Rosebud oder Kul Wicasa Oyate in Lower Brule.
Sind Lakota und Sioux dasselbe?
Nicht ganz. Sioux ist ein Sammelname aus dem 17. Jahrhundert für Lakota, Dakota und Nakota, abgeleitet von einem Wort der Ojibwe. Die Lakota sind die westlichste der drei Gruppen. In offiziellen Namen wie Oglala Sioux Tribe steht das Wort bis heute.
Was bedeutet das Wort Lakota?
Laut Standing Rock Sioux Tribe bedeuten Lakota und Dakota "Freunde" oder "Verbündete". Der Name Sioux ist dagegen eine Fremdbezeichnung aus der Sprache der Ojibwe.
Welche sieben Gruppen gehören zu den Lakota?
Oglala, Sicangu (Brulé), Hunkpapa, Mnicoujou (Minneconjou), Siha Sapa (Sihasapa), Itazipco (Sans Arcs) und Oohenumpa (Two Kettle). Sie leben heute vor allem in den Reservaten Pine Ridge, Rosebud, Lower Brule, Cheyenne River und Standing Rock.
Was bedeutet Oglala?
Nach der Cheyenne River Sioux Tribe "die das Ihre verstreuen", nach der Rosebud Sioux Tribe auch "Staubverstreuer". Die Oglala sind eine der sieben Lakota-Gruppen; ihre Nation ist der Oglala Sioux Tribe mit Sitz in Pine Ridge, South Dakota.
Wo leben die Lakota heute?
Vor allem in den fünf Reservaten Pine Ridge, Rosebud, Cheyenne River, Lower Brule und Standing Rock in South Dakota und North Dakota. Nicht alle Bürger leben in den Reservaten. Seit 1876 leben Lakota auch in Kanada, etwa in Wood Mountain in Saskatchewan.
Wie viele Lakota gibt es heute?
Die Rosebud Sioux Tribe nennt rund 70.000 Lakota, ohne Jahresangabe. Allein der Oglala Sioux Tribe hat laut eigener Website (Seite von 2024) mehr als 52.000 eingetragene Bürger; das South Dakota Department of Tribal Relations schätzt 46.855.
Wem gehören die Black Hills?
Der Vertrag von Fort Laramie von 1868 sprach die Black Hills der Großen Sioux-Reservation zu, 1877 nahm der Kongress sie per Gesetz. 1980 entschied der Supreme Court, dass die USA entschädigen müssen. Die Nationen lehnen das Geld ab; der Streit ist laut National Archives nicht beendet.
Quellen
- Tribal Nation Oglala Sioux Tribe (Startseite, Überschrift The Pine Ridge Indian Reservation). Oglala Sioux Tribe. Stand 16.07.2024. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Indian Entities Recognized by and Eligible To Receive Services From the United States Bureau of Indian Affairs, 91 FR 4102. Bureau of Indian Affairs, U.S. Department of the Interior (Federal Register). Stand 30.01.2026. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk Oceti Sakowin. Encyclopaedia Britannica, The Editors of Encyclopaedia Britannica. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Tribal Nation History and Culture: Wolakota, Heritage, Lakota Chiefs. Rosebud Sioux Tribe. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle The Lakota Emergence Story. National Park Service, Wind Cave National Park. Stand 11.09.2024. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Mount Rushmore National Memorial Cultural Landscape. National Park Service. Stand 13.08.2021. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Oglala. National Park Service, Little Bighorn Battlefield National Monument. Stand 23.04.2025. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Hunkpapa and Sihasapa. National Park Service, Little Bighorn Battlefield National Monument. Stand 23.04.2025. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Rosebud Sioux Tribe. South Dakota Department of Tribal Relations. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Lower Brule Sioux Tribe. South Dakota Department of Tribal Relations. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Standing Rock Sioux Tribe. South Dakota Department of Tribal Relations. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Gesetz und Vertrag Treaty of Fort Laramie (1868), Milestone Documents, mit Abschrift des Vertrags vom 29.04.1868. National Archives. Stand 30.06.2025. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Fort Laramie Treaty of 1851 (Horse Creek Treaty). National Park Service. Stand 19.11.2025. abgerufen am 24.10.2026
- Presse In 1868, Two Nations Made a Treaty. The U.S. Broke It, and Plains Indian Tribes Are Still Seeking Justice. Smithsonian Magazine, Kimbra Cutlip. Stand 07.11.2018. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Oglala Sioux Tribe. South Dakota Department of Tribal Relations. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Story of the Battle. National Park Service, Little Bighorn Battlefield National Monument. Stand 23.04.2025. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Indian Village. National Park Service, Little Bighorn Battlefield National Monument. Stand 19.08.2025. abgerufen am 24.10.2026
- Gesetz und Vertrag United States v. Sioux Nation of Indians, 448 U.S. 371 (1980). Supreme Court of the United States, Text beim Legal Information Institute der Cornell Law School. Stand 30.06.1980. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Wounded Knee Massacre: Topics in Chronicling America. Library of Congress, Research Guides. Stand 12.06.2025. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Cheyenne River Sioux Tribe. South Dakota Department of Tribal Relations. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Tribal Nation Official Site of the Kul Wicasa Oyate (Startseite). Lower Brule Sioux Tribe. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Lakota Language Consortium (Startseite). Lakota Language Consortium. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Tribal Nation Cheyenne River Sioux Tribe (Startseite). Cheyenne River Sioux Tribe. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Gesetz und Vertrag Treaty of Fort Laramie with Sioux, etc., 1851 (Horse Creek Treaty), in: Charles J. Kappler, Indian Affairs: Laws and Treaties, Bd. 2, S. 594 (Anmerkung a zur Ratifizierung). Smithsonian National Museum of the American Indian (PDF der Kappler-Seiten, Government Printing Office). Stand 1904. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk Lesley Wischmann: Separate Lands for Separate Tribes. The Horse Creek Treaty of 1851. WyoHistory.org, Wyoming State Historical Society. Stand 08.11.2014. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk Tom Rea: Peace, War, Land and a Funeral. The Fort Laramie Treaty of 1868. WyoHistory.org, Wyoming State Historical Society. Stand 08.11.2014. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Bozeman Trail. National Park Service, Bighorn Canyon National Recreation Area. Stand 24.02.2015. abgerufen am 24.10.2026
- Tribal Nation Brief of Cheyenne River Sioux Tribe and Oglala Sioux Tribe on Admissibility and Relevance of Evidence Relating to Treaties (Verfahren EXNI 453 vor dem Board of Minerals and Environment). Cheyenne River Sioux Tribe und Oglala Sioux Tribe, veröffentlicht vom South Dakota Department of Agriculture and Natural Resources. Stand 10.02.2026. abgerufen am 25.10.2026
Fehler entdeckt? Hinweis an die Redaktion. Jeder Hinweis wird an der Quelle geprüft.
Alexander Müller Gründer und Herausgeber von Wilder-Westen.org
Alexander Müller hat Wilder-Westen.org gegründet und gibt es heraus. Er lebt in Bertingen in Sachsen-Anhalt, führt dort SEO NW und verantwortet Redaktion, Technik und Gestaltung.
Passt dazu
Indigene Völker NordamerikasSiouxSioux, oft Sioux-Indianer genannt, ist ein Fremdname für die Oceti Sakowin.
Indigene Völker NordamerikasPlainsDie Völker der Plains, oft Prärie-Indianer genannt, lebten zwischen Mississippi und Rocky Mountains.

PersonenCrazy HorseCrazy Horse, ein Anführer der Oglala-Lakota, starb 1877 an einem Bajonettstich in Camp Robinson.