Indigene Völker NordamerikasThema

Das Tipi

Kurz erklärt Ein Tipi ist ein kegelförmiges Zelt aus langen Stangen und einer Decke aus Bisonhäuten, ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus Segeltuch. Fast alle Nationen der Great Plains von Texas bis ins südliche Kanada nutzten es, viele das ganze Jahr. Heute leben die meisten Native Americans in gewöhnlichen Häusern; Tipis stehen etwa bei der Crow Fair in Montana.

Mehrere schlichte, helle Tipis aus Segeltuch unter hohen Pappeln an einem Flussufer in der Prärie im warmen Licht des späten Nachmittags
Bild: KI-generiert

Was ist ein Tipi?

Ein Tipi ist ein kegelförmiges Zelt. Es besteht aus langen, dünnen Stangen, die oben zusammengebunden sind, aus einer Decke aus Häuten oder Segeltuch und aus Pflöcken, Steinen oder Grassoden, die die Decke am Boden halten. So beschreibt es die Encyclopedia of the Great Plains, und die Nationen der Plains nutzten es als ständige oder als jahreszeitliche Wohnung. Im 19. Jahrhundert lebten in einem Tipi im Schnitt acht bis zehn Erwachsene und Kinder.[1] Britannica spricht von einer Familie aus zwei oder drei Generationen.[4]

Das Wort kommt laut Duden aus dem Dakota.[2] Die Encyclopedia of the Great Plains nennt tipi ein "Sioux word" und übersetzt es wörtlich mit "used to live in", also etwa "zum Wohnen benutzt".[1] Im Deutschen wird das Tipi auch "Indianerzelt" genannt; das NMAI rät, bei indigenen Menschen so genau wie möglich die kulturelle Zugehörigkeit zu nennen.[3] Der Duden beschreibt das Tipi als Zelt indigener Bevölkerungsgruppen der nordamerikanischen Prärie, gedeckt mit Rinde, Matten, Fellen oder Stoff.[2]

Welche Völker lebten in Tipis?

Fast alle Nationen der Great Plains von Texas bis ins südliche Kanada nutzten Tipis. Die Dorfvölker im Osten der Plains, die in Erdhäusern wohnten, nahmen sie auf die Jagd mit; die jagenden und sammelnden Gruppen im Westen der Plains wohnten das ganze Jahr darin.[1] Über die Lakota schreibt der Standing Rock Sioux Tribe, sie seien im frühen 19. Jahrhundert ein Volk der nördlichen Plains geworden; ihr Leben drehte sich um Pferd und Bison, sie zogen umher und wohnten das ganze Jahr in Tipis.[7]

Auch außerhalb der Plains gab es Tipis. Frances Densmore beschrieb 1929 Tipis der Ojibwe, die sie wie viele Quellen ihrer Zeit Chippewa nannte: ein Gerüst aus Stangen, gedeckt mit Birkenrinde oder Stoff. Die Chippewa hatten das Tipi nach ihrer Vermutung von den "Sioux" übernommen, einem Sammelnamen für Dakota und Lakota, stellten es aber zum Teil anders auf.[7, 8]

Andere Regionen hatten andere Wohnformen. Das National Museum of the American Indian (NMAI) nennt Hogans, Wigwams, Langhäuser und Iglus.[3] Den Wigwam beschrieb Densmore als kuppelförmige Wohnung der Algonkin-Völker, die es früher von Kanada bis North Carolina gab; im Englischen ist das Wort seit 1634 belegt.[8] Das eine "Zelt der Native Americans" gab es also nicht, und zu den Wohnformen gehört etwa auch das Langhaus.[3]

Wie alt ist das Tipi?

Tipis gibt es nach der Encyclopedia of the Great Plains wahrscheinlich seit dem mittleren Archaikum, also seit etwa 4.000 Jahren. Die meisten archäologischen Funde stammen aus der Zeit vor 2.500 bis 500 Jahren.[1] John C. Ewers hielt es für sicher, dass die Plains-Nationen schon in Tipis lebten, als die ersten spanischen Entdecker sie 1541 trafen. Nach deren Berichten waren die Tipis klein, und Hunde zogen Stangen und Decken.[6] Britannica nennt die Expedition von Francisco Vázquez de Coronado, die 1541 auf den südlichen Plains Bisonjäger traf, die nur Hunde als Lasttiere hatten.[4]

Ein Tipi war schwer. Die Stangen eines durchschnittlichen Tipis wogen laut Encyclopedia of the Great Plains rund 400 Pfund (etwa 180 Kilogramm), eine Decke aus Häuten noch einmal 100 bis 150 Pfund (etwa 45 bis 68 Kilogramm). Mit Hunden schaffte eine Familie fünf bis sechs Meilen (etwa 8 bis 10 Kilometer) am Tag. Mit dem Pferd wurden die Stangen zum Travois, auf das man Teile der Decke lud, und die Lager kamen 10 bis 15 Meilen (etwa 16 bis 24 Kilometer) am Tag voran.[1] Nach Ewers wurden die Tipis mit dem Pferd größer.[6] Laut Britannica maß ein Tipi vor dem Pferd im Schnitt etwa 3 Meter im Durchmesser, danach etwa 4,5 Meter.[4]

Britannica datiert das Tipi als Wohnung für das ganze Jahr: Nur die Plains-Völker hätten es ganzjährig bewohnt, und erst ab dem 17. Jahrhundert, als Pferde, Gewehre und Metallgeräte der Spanier sie zu berittenen Nomaden machten.[5] Die Encyclopedia of the Great Plains nennt dafür kein Jahr. Sie beschreibt eine Nutzung, die über lange Zeit stetig zunahm und den Völkern wahrscheinlich half, die offenen Plains intensiver zu nutzen.[1]

Wie war ein Tipi gebaut?

Das Gerüst bestand aus geschälten Stangen ohne Äste und Knoten, unten verjüngt. Ein Tipi brauchte laut Encyclopedia of the Great Plains 15 bis 25 Stangen, zwei davon für die Rauchklappen. Ein Tipi von 18 bis 20 Fuß (etwa 5,5 bis 6 Meter) Durchmesser kam mit 16 bis 18 Stangen von je 22 bis 25 Fuß (etwa 6,7 bis 7,6 Meter) Länge aus. Die Crow nahmen gern längere Stangen, die höher über die Decke hinausragten. In den nördlichen Plains war die lodgepole pine, eine Kiefernart, das liebste Holz, weil sie hoch und gerade wächst; sonst nahm man Gelbkiefer, Lärche oder Zeder.[1]

Zuerst wurden drei oder vier Stangen zu einem Gestell zusammengebunden. Die meisten Gruppen mit Sprachen der Sioux-Sprachfamilie nahmen drei Stangen, Nationen im Westen der Plains wie die Crow und die Blackfeet vier. Die übrigen Stangen wurden angelegt und die Decke darüber gespannt. Vorn schnürte man sie vom Boden bis zu den Rauchklappen zusammen und ließ eine Öffnung für die Tür frei.[1] Britannica nennt zu den drei oder vier tragenden Stangen 20 bis 30 leichtere; ein Tipi war nach dieser Quelle meist 12 bis 20 Fuß (3,5 bis 6 Meter) hoch und hatte 15 bis 30 Fuß (4,5 bis 9 Meter) Durchmesser.[5]

Die Decke war ein Halbkreis aus zusammengesetzten Häuten oder Stoffbahnen, mit je einer Rauchklappe links und rechts der Mitte. Für ein Tipi von 15 bis 16 Fuß (etwa 4,6 bis 4,9 Meter) Durchmesser brauchte man laut Encyclopedia of the Great Plains 13 bis 16 Bisonhäute.[1] Ewers nennt für die Mitte des 19. Jahrhunderts 12 bis 14 Häute von Bisonkühen; genäht wurde die Decke in einem der wärmeren Monate von vielen Frauen gemeinsam, eine erfahrene ältere Frau legte die Häute aus.[6]

Ein Tipi ist kein genauer Kegel. Die hinteren Stangen stehen etwas näher an der Mitte, die Rückseite ist dadurch steiler. Sie steht gegen den Wind, die flachere Seite mit der Tür liegt im Windschatten; das macht das Tipi bei Sturm stabiler, und der Grundriss ist leicht eiförmig.[1] Bei den Blackfeet zeigten die Türen nach Ewers immer nach Osten zur aufgehenden Sonne, die steile Rückseite stemmte sich gegen die vorherrschenden Westwinde. Mit zwei langen Stangen verstellte man die Rauchklappen über der Tür und regelte so den Abzug des Feuers.[6] Britannica beschreibt eine Feuerstelle in der Mitte, die Rauchöffnung ließ sich bei Unwetter schließen, im Sommer rollte man die Seiten hoch. Frühe Reisende berichteten, dass man an der Zeltwand kratzte oder rieb, statt anzuklopfen.[4] Bei schlechtem Wetter bekam das Tipi Innenbehänge und eine Dämmung, und mit dem Feuer im Inneren schützte es auch vor starkem Wind und Frost.[1]

Gerüst aus langen, geschälten Kiefernstangen, oben zusammengebunden, ohne Decke auf einer Graswiese vor blauem Himmel im späten Nachmittagslicht
Tipigerüst aus Kiefernstangen, noch ohne Decke Bild: KI-generiert

Wie Plains-Nationen ihre Tipis Schritt für Schritt aufstellten, beschreibt die Seite Ein Tipi aufbauen.

Wer baute das Tipi auf?

Meist taten es die Frauen. Sie fertigten die Tipis, stellten sie auf, bauten sie ab und hielten sie instand, die Männer bemalten sie.[1] Auch Britannica schreibt Bau und Pflege den Frauen zu.[5] Erfahrene Frauen stellten ein Tipi nach Ewers in weniger als einer Stunde auf oder bauten es ab. Sie konnten es am Morgen abbauen, Decke und Stangen auf Packpferde laden, mit dem ganzen Hausrat 15 Meilen (etwa 24 Kilometer) oder mehr weiterziehen und das Tipi vor Einbruch der Nacht am neuen Ort wieder aufstellen.[6] Die Encyclopedia of the Great Plains rechnet für Auf- oder Abbau mit wenigen Stunden.[1]

Standen viele Tipis zusammen, bildeten sie meist einen Lagerkreis. Bei den Cheyenne und den A'aninin hatte jede Untergruppe ihren festen Platz darin, und bei vielen Nationen öffneten sich Tipis und Kreis zur aufgehenden Sonne.[4]

Bemalte Tipis

Manche Tipidecken wurden bemalt, bevor man das Tipi aufstellte. Die Motive reichten laut Encyclopedia of the Great Plains von geometrischen Formen über Tiere, die dem Maler heilig waren, bis zu Legenden und Kampfszenen; das ganze Muster gehörte allein dem Maler. Besonders bekannt für ihre bemalten Tipis waren die Kiowa in den südlichen und die Blackfeet in den nördlichen Plains.[1] Britannica nennt Darstellungen der Visionen oder Kriegstaten des ältesten Mannes im Tipi.[4] In den National Anthropological Archives der Smithsonian Institution liegen 65 handkolorierte Fotos von Schild- und Tipimodellen der Kiowa. Urheber ist laut Findbuch James Mooney (1861 bis 1921), bestimmt waren die Fotos für einen Aufsatz über die Heraldik der Kiowa.[12]

Spanier berichteten nach Ewers schon 1599 von rot und weiß bemalten Tipis. Der Händler Alexander Henry sah 1809 bei den Blackfeet am Saskatchewan River Zelte mit Bisons, Bären und Vögeln. Maximilian zu Wied, der 1833 das große Lager der Piegan bei Fort McKenzie am oberen Missouri besuchte, fand bemalte Zelte dagegen selten und nur bei wenigen Anführern. Ewers hielt es für wahrscheinlich, dass bemalte Tipis bei den Blackfeet in der Zeit der Bisonjagd nicht häufig waren und vor allem Anführern in Politik, Krieg und Religion gehörten; in den großen Lagern zum Sonnentanz waren wohl nicht mehr als zehn Prozent bemalt. Die Gewährsleute von Clark Wissler erinnerten sich im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts an 57 bemalte Tipis bei den Gruppen der Blackfeet.[6]

Für die Blackfeet waren bemalte Tipis heilige Gegenstände. Nach ihren Überlieferungen erhielten die ersten Besitzer viele dieser Tipis in Träumen oder Visionen, und wer ein bemaltes Tipi verkaufte, musste es in einem festen Ritual übergeben.[6] Muster, das Wissen um das Aufstellen und das Recht, ein Tipi zu bemalen, gelten nach der Encyclopedia of the Great Plains bis heute als wertvolles Erbe der Plains-Nationen.[1]

Vom Bisonfell zur Segeltuchplane

Bisonhäute dienten bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts als Decke, dann ersetzte sie nach und nach Segeltuch. Für ein heutiges Tipi von 18 Fuß (etwa 5,5 Meter) Durchmesser rechnet die Encyclopedia of the Great Plains mit 68 Quadratyard Stoff (etwa 57 Quadratmeter).[1] Nach Ewers wurden die Bisonherden in den 1870er und frühen 1880er Jahren ausgerottet. Bemalte Tipis kannten bis dahin wohl alle Nomadenvölker der Plains, aber nur bei den Blackfeet überstanden mehr als einige wenige Muster den Wechsel von der Haut zum Segeltuch.[6] Zum Ende der Herden steht mehr auf der Seite über den Bison.

Tipi-Ringe: Spuren in der Prärie

Früher hielten Steine oder Grassoden den Rand der Decke am Boden, heute sind es Zeltpflöcke. Beim Abbau rollte man die Steine herunter, und sie blieben als Kreise liegen. Diese Tipi-Ringe sind laut Encyclopedia of the Great Plains der wichtigste archäologische Beleg für die frühe Nutzung von Tipis.[1]

Im Bighorn Canyon an der Grenze von Montana und Wyoming gehören solche Steinkreise nach den Archäologen Judson B. Finley und Laura L. Scheiber zu den größten archäologischen Schätzen, die die Bighorn Canyon National Recreation Area verwaltet. Von 1968 bis 1974 wurden in der Bighorn Canyon National Recreation Area und ihrer Umgebung fast 120 Fundstellen erfasst, mit 1 bis 230 Kreisen je Fundstelle; eine Studie von 1983 schätzte bis zu 1.795 Steinkreise im Park. Finley und Scheiber, die 2006 dort forschten, verweisen auf eine umfangreiche mündliche Überlieferung, die die heutigen Crow mit ihrer eigenen Geschichte und Weltsicht verbindet. Viele Fundstellen sind schwer zu datieren: Von 2.785 Steinkreis-Fundstellen in Wyoming waren nach einer Erhebung von 1993 nur 1,2 Prozent sicher datiert.[9]

Kreis aus flechtenbewachsenen Feldsteinen im kurzen Gras einer Hügelkuppe, dahinter weite Prärie und ferne Berge im goldenen Abendlicht
Steinkreis auf einer Anhöhe in der Prärie Bild: KI-generiert

Leben Native Americans heute noch in Tipis?

Nein. Die meisten Native Americans wohnen laut NMAI in Häusern, Wohnungen und Eigentumswohnungen wie alle anderen Bürger im 21. Jahrhundert, über 70 Prozent in Städten oder Vororten.[3] Tipis sind nach der Encyclopedia of the Great Plains heute wichtige Zeichen ethnischer und nationaler Identität und stehen für die Treue zu alten Lebensweisen.[1]

Zu sehen sind sie bei großen Festen. Die Crow Fair im Reservat der Crow in Montana wird "Tipi Capital of the World" genannt. Sie findet jedes Jahr am dritten Augustwochenende statt, ein Komitee der Crow richtet sie aus, und nach der Encyclopedia of the Great Plains können dort 1.000 Tipis stehen, neben Wohnwagen und Zelten. Die Fair begann nach der Encyclopedia of the Great Plains 1904 als Landwirtschaftsschau, auf die sich der Agent des Bureau of Indian Affairs und Anführer der Crow geeinigt hatten; die Zeitleiste der Crow aus Montana nennt 1903.[10, 13] Schon damals gab es Preise für die am besten aufgestellten und geschmückten Tipis und Wettrennen im Tipi-Aufstellen.[10] Die Crow nennen sich selbst Apsáalooke, ihre Regierung tritt im Netz als "Apsáalooke Nation" auf.[11] Mehr zu solchen Treffen steht auf der Seite über das Powwow.

Zeitleiste: das Tipi in den Quellen

Zeitleiste: Das Tipi in den Quellen
  1. 1541Spanische Entdecker unter Francisco Vázquez de Coronado treffen in den südlichen Plains Bisonjäger mit kleinen Tipis, deren Lasten Hunde ziehen.[4, 6]
  2. 1599Spanier berichten von rot und weiß bemalten Tipis.[6]
  3. 1809Der Händler Alexander Henry sieht bei den Blackfeet am Saskatchewan River Zelte, die mit Bisons, Bären und Vögeln bemalt sind.[6] Blackfoot
  4. 1833Maximilian zu Wied findet im Lager der Piegan bei Fort McKenzie nur wenige bemalte Zelte.[6] Blackfoot
  5. 1870er JahreDie Bisonherden werden in den 1870er und frühen 1880er Jahren ausgerottet; Segeltuch ersetzt nach und nach die Häute der Tipidecken.[1, 6]
  6. 1904Die erste Crow Fair im Reservat der Crow in Montana vergibt Preise für die am besten aufgestellten und geschmückten Tipis.[10] Crow (Apsáalooke)
  7. 1968Von 1968 bis 1974 erfassen Archäologen fast 120 Fundstellen mit Steinkreisen im Bighorn Canyon und seiner Umgebung.[9]
  8. 1983Eine Studie schätzt bis zu 1.795 Steinkreise in der Bighorn Canyon National Recreation Area.[9]
  9. 2006Judson B. Finley und Laura L. Scheiber untersuchen Steinkreise der Crow im Bighorn Canyon.[9]

Mythos und Wahrheit

Mehr zu Wohnen und Leben der Plains-Nationen

Häufige Fragen

Was ist ein Tipi?

Ein Tipi ist ein kegelförmiges Zelt aus langen, dünnen Stangen und einer Decke aus Häuten oder Segeltuch. Es war die Wohnung der Nationen der Great Plains, die mit ihm von Lager zu Lager zogen. Die Encyclopedia of the Great Plains nennt im Schnitt acht bis zehn Bewohner je Tipi im 19. Jahrhundert.

Woher kommt das Wort Tipi?

Laut Duden kommt das Wort aus dem Dakota. Die Encyclopedia of the Great Plains nennt tipi ein "Sioux word" und übersetzt es wörtlich mit "used to live in", also etwa "zum Wohnen benutzt".

Wer hat das Tipi aufgebaut?

Meist die Frauen. Sie nähten die Decke, stellten das Tipi auf, bauten es ab und hielten es instand; die Männer bemalten es. Erfahrene Frauen schafften den Auf- oder Abbau nach John C. Ewers in weniger als einer Stunde, nach der Encyclopedia of the Great Plains dauerte er wenige Stunden.

Wie viele Bisonhäute brauchte ein Tipi?

Für ein Tipi von 15 bis 16 Fuß (etwa 4,6 bis 4,9 Meter) Durchmesser nennt die Encyclopedia of the Great Plains 13 bis 16 Bisonhäute. John C. Ewers spricht für die Mitte des 19. Jahrhunderts von 12 bis 14 Häuten von Bisonkühen.

Leben Native Americans heute noch in Tipis?

Nein. Die meisten wohnen laut National Museum of the American Indian in Häusern und Wohnungen wie alle anderen Bürger, über 70 Prozent in Städten oder Vororten. Tipis werden für Feste aufgestellt, bei der Crow Fair in Montana können nach der Encyclopedia of the Great Plains etwa 1.000 stehen.

Was ist der Unterschied zwischen Tipi und Wigwam?

Das Tipi ist ein Kegelzelt aus Stangen, typisch für die Plains. Der Wigwam ist nach Frances Densmore die kuppelförmige Wohnung der Algonkin-Völker, die es früher von Kanada bis North Carolina gab. Das Wort wigwam ist im Englischen seit 1634 belegt.

Was sind Tipi-Ringe?

Früher hielten Steine den Rand der Tipidecke am Boden. Beim Abbau rollte man sie herunter, und sie blieben als Kreise liegen. Diese Steinkreise sind der wichtigste archäologische Beleg für frühe Tipis.

Quellen

  1. Nachschlagewerk Ken Deaver, Sherri Deaver: Tipis (Encyclopedia of the Great Plains, hrsg. von David J. Wishart). University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 24.10.2026
  2. Nachschlagewerk Tipi. Duden online. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  3. Museum Excerpts from Do All Indians Live in Tipis? (Native Knowledge 360). Smithsonian, National Museum of the American Indian. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  4. Nachschlagewerk tepee (überarbeitet von Elizabeth Prine Pauls). Encyclopaedia Britannica. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  5. Fachbuch John C. Ewers: Painted Tipis of the Blackfeet Indians (aus: Blackfeet Indian Tipis: Design and Legend, Museum of the Rockies). Montana State University Library, Indian Peoples of the Northern Great Plains. Stand 1975. abgerufen am 24.10.2026
  6. Tribal Nation History. Standing Rock Sioux Tribe. Stand 23.09.2021. abgerufen am 24.10.2026
  7. Primärquelle Frances Densmore: Chippewa Customs (Bulletin 86 des Bureau of American Ethnology), Abschnitt Dwellings, S. 22 bis 28. Smithsonian Institution, Government Printing Office; Digitalisat im Internet Archive (Princeton Theological Seminary Library). Stand 1929. abgerufen am 24.10.2026
  8. Fachaufsatz Judson B. Finley, Laura L. Scheiber: Documenting Domestic Landscapes at Crow Stone Circle Sites in Bighorn Canyon, Southern Montana and Northern Wyoming (Bericht zu Grant 81927). Bighorn Canyon National Recreation Area und Western National Parks Association. Stand 01.04.2007. abgerufen am 24.10.2026
  9. Nachschlagewerk C. Adrian Heidenreich: Crow Fair (Encyclopedia of the Great Plains, hrsg. von David J. Wishart). University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 24.10.2026
  10. Tribal Nation Official Site of the Crow Tribe Executive Branch (Startseite, Apsáalooke Nation). Crow Tribe of Montana. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  11. Archiv MS 1871 Hand-colored photographs of shield and tipi models for article on Kiowa heraldry (Findbuch). Smithsonian Institution, National Anthropological Archives. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  12. Amtliche Stelle Crow Reservation Timeline (Montana Tribal Histories Reservation Timelines). Montana Office of Public Instruction, Indian Education. Stand 2017. abgerufen am 26.10.2026

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