Indigene Völker NordamerikasThema

Das Langhaus

Kurz erklärt Ein Langhaus ist ein langes, rechteckiges Haus aus einem Gerüst von Stangen, gedeckt mit Rinde, in dem bei den Haudenosaunee, früher Irokesen genannt, und den Wendat mehrere Familien lebten, die über die Mutter verwandt waren. Nach Britannica war es meist 6 bis 7 Meter breit und je nach Zahl der Familien 12 bis 122 Meter lang. Heute hält die Onondaga Nation ihre Zeremonien und Ratssitzungen im Langhaus ab.

Nachgebautes langes Haus aus Ulmenrinde mit gewölbtem Dach und einer Tür an der Stirnseite auf einer Lichtung in einem herbstlichen Laubwald im warmen Licht des späten Nachmittags
Bild: KI-generiert

Was ist ein Langhaus?

Ein Langhaus ist ein langes Wohnhaus aus Holz. Nach der Canadian Encyclopedia war es vor dem Kontakt mit Europäern der gewöhnliche Haustyp der nördlichen Völker mit irokesischen Sprachen, etwa der Wendat (auch Huronen genannt), der Haudenosaunee (früher Irokesen genannt), der Petun und der Neutral. Bis etwa ins 18. Jahrhundert bauten sie solche Häuser im Süden des heutigen Ontario und im Norden des Bundesstaats New York. In einem Langhaus lebten mehrere Familien, die über die weibliche Linie verwandt waren.[7] Britannica nennt das Langhaus die traditionelle Wohnung vieler Völker im Nordosten Nordamerikas.[10]

Andere Regionen hatten andere Häuser. Das National Museum of the American Indian (NMAI) nennt Tipis als traditionelle Wohnung der Plains-Völker, anderswo Hogans, Wigwams, Langhäuser und Iglus.[15] Die Haudenosaunee Confederacy schreibt dazu, nur die Nationen der Plains, die den Bisonherden folgten, hätten in Tipis gelebt; die Haudenosaunee, das Volk des Langhauses, lebten in langen, mit Rinde gedeckten Häusern.[4]

Volk des Langhauses: was Haudenosaunee bedeutet

Die Franzosen nannten den Bund Iroquois Confederacy, die Engländer League of Five Nations. Richtig heißt er nach eigener Darstellung Haudenosaunee Confederacy, übersetzt mit "People of the long house", also Volk des Langhauses.[1] Zum Bund gehören die Mohawk, Oneida, Onondaga, Cayuga und Seneca; die Tuscarora kamen nach Ganondagan 1714 aus dem heutigen North Carolina, um sich dem Bund anzuschließen; nach Britannica traten sie 1722 bei.[1, 5, 16]

Das Langhaus ist zugleich ein Bild für den ganzen Bund. Die Onondaga Nation schreibt, die Union der fünf Nationen werde als ein Langhaus gesehen, das sich quer durch den heutigen Bundesstaat New York zieht.[2] Ganondagan beschreibt die Plätze in diesem gedachten Haus: Die Seneca hüteten die westliche Tür, die Mohawk die östliche, und in der Mitte trafen sich die Nationen bei den Onondaga, den Hütern des zentralen Feuers.[5] In ihrer Sprache nennen die Onondaga das Langhaus Ganoñhsésgeh.[2] Die Canadian Encyclopedia spricht von einem Langhaus der fünf Feuer.[7]

Wie wurde ein Langhaus gebaut?

Ein Ganoñhsésgeh war nach der Onondaga Nation ganz aus Holz gebaut, meist aus Ulmen. Zuerst entstand ein Gerüst aus Stangen und jungen Bäumen, die sich biegen ließen, damit Regen und Schnee abliefen. Darauf kamen Platten aus Ulmenrinde wie Schindeln, und außen über die Rinde baute man ein zweites Gerüst. Es machte das Haus fest genug für die Winter im Nordosten und hielt die Rinde an ihrem Platz.[2]

Die Canadian Encyclopedia beschreibt den Bau der Haudenosaunee so: Steife Wandpfosten wurden in den Boden getrieben, biegsame Stangen oben daran befestigt und zu Dachträgern gebogen. Waagerechte Stangen, mit Rindenstreifen oder Seilen aus Rinde festgebunden, verstärkten das Gerüst. Die Verkleidung des Gerüsts bestand bei den Haudenosaunee aus Ulmenrinde, bei den Wendat aus Zedernrinde.[7] Nach Britannica waren die jungen Stämme des Gerüsts 2 bis 3 Zoll (5 bis 7,5 Zentimeter) dick; das dicke Ende kam in ein Pfostenloch, und die Spitzen band man zu einem gewölbten Dach zusammen. Manchmal hatte ein Haus getrennte Türen für Männer und Frauen, je eine an jedem Ende.[10] Nach dem Kontakt mit Europäern änderte sich die Bauweise: Die Wände blieben nun senkrecht und bekamen ein Satteldach.[11]

Wie die Häuser aussahen, wissen Archäologen vor allem aus dem Boden. Wände und Dächer sind nicht erhalten, wohl aber die Spuren der Wandpfosten, dunkle Flecken im Erdreich. Dazu kommen Berichte von Entdeckern und Missionaren aus dem 17. und 18. Jahrhundert und die mündliche Überlieferung.[7]

Nahaufnahme einer Hauswand aus großen, sich überlappenden Platten von Ulmenrinde, festgebunden an waagerechte Stangen aus jungem Holz, im seitlichen Licht des späten Nachmittags
Wand aus Ulmenrinde an einem Gerüst aus jungen Stämmen Bild: KI-generiert

Wie groß war ein Langhaus?

Wie lang ein Langhaus wurde, hing von der Zahl der Familien ab, und die Quellen nennen verschiedene Spannen.[5, 10]

Maße von Langhäusern im Nordosten nach Quellen
QuelleBreiteLängeHerkunft der Angabe
Ganondagan (Friends of Ganondagan)[5]etwa 20 Fuß (rund 6 m)40 bis 200 Fuß (rund 12 bis 61 m)Langhaus der Haudenosaunee, je nach Zahl der Familien
Onondaga Nation[2]keine Angabebis 200 Fuß (rund 61 m)Ganoñhsésgeh der Onondaga; Höhe mindestens 20 Fuß (rund 6 m)
Britannica[10]22 bis 23 Fuß (6 bis 7 m)40 bis 400 Fuß (12 bis 122 m)Ausgrabungen im Bundesstaat New York
Canadian Encyclopedia, Artikel Longhouse[7]6 bis 9 mbis 93 mBreite nach dem Jesuiten Joseph-François Lafitau (18. Jahrhundert), Länge am Fundort Moyer in Ontario
Canadian Encyclopedia, Artikel Wendat (Huron)[8]etwa 7 mbis 90 mLanghäuser der Wendat, Länge aus archäologischen Arbeiten berichtet

Am Fundort Moyer im Süden Ontarios legten Archäologen 1970 bis 1972 ein Langhaus von 93 Metern Länge frei. Die Langhäuser, die frühe französische Entdecker und Jesuiten beschrieben, waren etwas kürzer; Größe und Form änderten sich nach der Canadian Encyclopedia im Lauf der Zeit. Vor 1300 lebten danach etwa 20 bis 30 Menschen in einem Langhaus, später bis zu 100, als die Häuser doppelt so groß wurden.[7]

Wie sah ein Langhaus innen aus?

Durch das ganze Haus lief ein offener Mittelgang. Quer zu den Längswänden teilten nach Britannica Zwischenwände in Abständen von etwa 7 Fuß (rund 2 Meter) das Innere in Abteile; jede Kernfamilie hatte vermutlich ein Abteil oder mehrere. Zum Gang hin waren die Abteile offen, für sich war man dort also kaum. Je vier Abteile, zwei auf jeder Seite, teilten sich ein Feuer im Gang; eine Öffnung im Dach diente als Kamin.[10] Im Durchschnitt hatte ein Langhaus nach Britannica wohl fünf Feuer und zehn Familien.[11]

An den Wänden standen nach Ganondagan Bänke in zwei Stockwerken. Unten schlief eine Familie, oben lagerte sie ihre Sachen, und je zwei Familien teilten sich ein Feuer in der Mitte.[5] Nach der Canadian Encyclopedia gab es oft etwa 4 bis 12 Feuerstellen je Haus, im Abstand von etwa 6 bis 13 Metern, und oft teilten sich zwei Kernfamilien mit fünf oder sechs Menschen eine Feuerstelle. Getrocknetes Fleisch und Mais lagen auf hohen Gestellen an den Wänden, Feuerholz an den beiden Eingängen, weitere Vorräte in abgedeckten Gruben im Boden. Die Eingänge waren oft mit Häuten verhängt.[7]

Wer lebte in einem Langhaus?

Bei den Haudenosaunee ging eine Familie nach der Haudenosaunee Confederacy auf eine gemeinsame Ahnin zurück; alle, die in ihrem Langhaus wohnten, stammten von ihr ab. Diese Langhausfamilie führte die Clanmutter. Alle weiblichen Nachkommen, darunter ihre Schwestern und deren Töchter und Enkelinnen, lebten ihr ganzes Leben im Langhaus und brachten ihre Ehemänner mit. Die Söhne zogen bei der Heirat in das Haus ihrer Frau, blieben aber Mitglieder des Langhauses ihrer Mutter.[3] Kinder nannten auch die Schwestern ihrer Mutter "Mutter", Cousins und Cousinen Brüder und Schwestern.[3]

Auch die Onondaga Nation schreibt, jedes Ganoñhsésgeh sei das Haus einer Familie eines bestimmten Clans gewesen, und frisch verheiratete Männer seien in das Langhaus der Familie ihrer Frau gezogen.[2] Nach Ganondagan gehörten die Familien eines Langhauses alle demselben Clan an.[5] Bei den Wendat lebte nach der Canadian Encyclopedia eine Großfamilie aus mehreren Kernfamilien zusammen, deren Frauen von einer gemeinsamen Mutter oder Großmutter abstammten; diese Frau leitete den Alltag.[8]

Dörfer und Palisaden

Viele Langhäuser zusammen bildeten ein Dorf, das nach der Onondaga Nation von einem hohen Holzzaun, einer Palisade, geschützt war.[2] Große Dörfer irokesischsprachiger Völker hatten nach Britannica zur Zeit der ersten Kontakte mit Europäern bis zu drei Palisadenringe, und in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts war fast jedes Dorf im Nordosten von einer Palisade umgeben.[11] Die Wendat lebten nach der Canadian Encyclopedia in 18 bis 25 Dörfern, manche mit bis zu 3.500 Menschen. Alle 10 bis 15 Jahre, wenn Böden und Feuerholz erschöpft waren, zogen sie an einen neuen Ort.[8]

Ein solcher Ort ist Ganondagan im Bundesstaat New York, eine Stadt der Seneca aus dem 17. Jahrhundert.[6] Der französische Marquis de Denonville ließ sie 1687 zerstören.[5] Eine Meile vom Besucherzentrum entfernt liegt Fort Hill, ein großer, mit einer Palisade umgebener Kornspeicher.[6]

Warum verschwand das Langhaus als Wohnhaus?

Im 18. Jahrhundert ersetzten nach und nach Häuser für eine Familie nach europäischem Vorbild die Langhäuser als Wohnung.[7] Bei den Onondaga endete die Zeit der Langhäuser nach Darstellung der Nation mit einem Krieg. Im Unabhängigkeitskrieg der USA ließ General George Washington 1779 einen Feldzug gegen die Haudenosaunee führen. Im April 1779 griff die US-Armee zuerst die Onondaga an, tötete viele von ihnen und verbrannte ihre Vorräte und alle ihre Langhäuser. Seitdem, so die Nation, haben die Onondaga keine Langhäuser aus Ulmenrinde mehr gebaut oder bewohnt.[2]

Die Familien zogen in kleinere Häuser mit zwei Räumen, manche mit einem zweiten Stockwerk. Tanten und Großeltern halfen weiter bei der Erziehung, und das Haus gehörte nach wie vor der Frau und ihrem Clan.[2] Heute leben die Onondaga in ganz verschiedenen Häusern, vom Blockhaus bis zum Mobilheim.[2]

Langhäuser und Plankenhäuser anderer Regionen

Wendat und Wigwams im Osten

Die Langhäuser der Wendat waren nach der Canadian Encyclopedia mit Zedernrinde verkleidet, die der Haudenosaunee mit Ulmenrinde.[7] Im östlichen Waldland und im Osten der Subarktis bauten viele Völker Wigwams für eine oder zwei Familien. Manche Wigwams mit Kuppeldach waren nach der Canadian Encyclopedia lang gestreckt und ähnelten dadurch dem irokesischen Langhaus.[9]

Plankenhäuser der Nordwestküste

An der Nordwestküste bauten die Nationen Häuser aus Holzplanken. Nach Kenneth Ames in der Oregon Encyclopedia der Oregon Historical Society reichte diese Bauweise im 19. Jahrhundert von Südost-Alaska bis Nordkalifornien. Die Chinookan-Völker am unteren Columbia River, zu denen die Chinook gehören, errichteten Bauten aus Pfosten und Balken, mit Pfosten und Planken aus Riesen-Lebensbaum (Western red cedar) für Wände, Dächer und manchmal Böden. Die Planken wurden von Hand aus Stämmen oder stehenden Bäumen gespalten.[14] Britannica beschreibt in der Wakash-Provinz der Nordwestküste ein festes Gerüst aus großen Zedernpfosten, an dem Wand- und Dachplanken hingen, die man abnehmen, im Kanu verladen und an einen anderen Ort bringen konnte. An der Nordwestküste bildeten nach Britannica oft einige Dutzend bis über 100 verwandte Menschen eine Hausgemeinschaft, die meist in einem Gebäude zusammenlebte.[12] Die Canadian Encyclopedia nennt Haida, Kwakwaka'wakw und Nuu-chah-nulth unter den Nationen, die Plankenhäuser bauten, auch für Feste wie den Potlatch.[9]

Meriwether Lewis beschrieb am 18. Januar 1806 im Tagebuch der Expedition von Lewis und Clark die Häuser der Clatsop und Chinook. Sie waren nach seinen Angaben 14 bis 20 Fuß (rund 4,3 bis 6,1 Meter) breit und 20 bis 60 Fuß (rund 6 bis 18 Meter) lang, ganz aus Holz, für eine oder mehrere Familien. Pfosten aus gespaltenem Holz trugen einen Firstbalken, die Wandbretter standen in der Erde und waren mit Schnüren aus Zedernbast festgebunden, das Dach deckte eine doppelte Lage dünner Bretter mit einer Öffnung für den Rauch. Manche Häuser lagen 4 bis 5 Fuß tief im Boden, an zwei oder drei Seiten trugen Pfosten, etwa 4 Fuß (rund 1,2 Meter) von der Wand entfernt, Bretter, die als Betten oder als Regale für die Habe dienten, und über dem Feuer hing Fisch im Rauch.[13]

Ames nennt für die Häuser am unteren Columbia viel größere Maße: 30 bis 400 Fuß (rund 9 bis 122 Meter) und mehr in der Länge, meist 15 bis 30 Fuß (rund 4,6 bis 9 Meter) in der Breite. Die ältesten ausgegrabenen Häuser dort sind 2.200 bis 2.500 Jahre alt, und manche Häuser standen in täglichem Gebrauch 400 Jahre oder länger. Manche Haushalte besaßen mehr als ein Gerüst, meist im Sommer- und im Winterdorf, und nahmen die festgebundenen Planken von einem zum anderen mit.[14]

Wand eines Plankenhauses aus senkrecht stehenden, grob gespaltenen Zedernplanken unter einem flachen Satteldach am Ufer eines breiten Flusses, Nebel über dem Wasser im Abendlicht
Wand aus gespaltenen Zedernplanken an einem Fluss der Nordwestküste Bild: KI-generiert

Das Langhaus heute

Heute ist das Langhaus ein Versammlungshaus. Die Onondaga Nation schreibt, alle ihre Zeremonien fänden noch im Langhaus statt, die Clanfamilien säßen dabei zusammen, und auch die traditionelle Regierung halte dort ihre Ratssitzungen ab.[2] Nach der Canadian Encyclopedia dienen Langhäuser manchen indigenen Gemeinschaften für Zeremonien, politische Treffen und andere Zusammenkünfte; die Anhänger der Handsome-Lake-Religion nennen die Gebäude ihrer Zeremonien weiterhin Langhäuser.[7] Britannica beschreibt solche heutigen Versammlungshäuser mit Wänden aus Schalbrettern und ohne Abteile im Innern, manchmal noch mit getrennten Türen für Männer und Frauen.[10]

Nachbauten zeigen, wie die alten Wohnhäuser aussahen. In Ganondagan bei Victor im Bundesstaat New York begann im Frühjahr 1997 der Bau eines Langhauses: Vier große Eckpfosten kamen in den Boden, dann ein Gerüst aus jungen Ulmen, darauf Streifen aus Ulmenrinde, festgebunden mit Seilen aus Rindenfasern. Öffnungen hat es nur zwei, die Türen an beiden Enden, und Rauchlöcher über den Feuern. Eingeweiht wurde das Seneca Bark Longhouse am 25. Juli 1998; eingerichtet ist es so weit wie möglich wie ein Langhaus von 1670.[5] Der Staat New York nennt Ganondagan seine einzige State Historic Site mit einem indigenen Thema und die einzige Stadt der Seneca, die in den USA erschlossen und erklärt wird; das Langhaus ist nach seinen Angaben vom 1. Mai bis 31. Oktober geöffnet (Stand Oktober 2025).[6] Die Friends of Ganondagan geben für das Langhaus ebenfalls Mai bis Oktober an.[5] In Ontario stehen nach der Canadian Encyclopedia Nachbauten im Museum of Ontario Archaeology und in Sainte-Marie among the Hurons.[7]

Zeitleiste: das Langhaus in den Quellen

Zeitleiste: Das Langhaus in den Quellen
  1. 1300Vor 1300 wohnen in einem Langhaus nach der Canadian Encyclopedia etwa 20 bis 30 Menschen, später bis zu 100, als die Häuser doppelt so groß werden.[7]
  2. 1687Der französische Marquis de Denonville lässt die Stadt der Seneca in Ganondagan zerstören.[5] Seneca
  3. 1714Nach Ganondagan kommen die Tuscarora aus dem heutigen North Carolina, um sich dem Bund der Haudenosaunee anzuschließen; Britannica nennt 1722 als Jahr des Beitritts.[5, 16] Haudenosaunee
  4. April 1779Die US-Armee greift die Onondaga an und verbrennt alle ihre Langhäuser; danach bauen die Onondaga keine Wohnhäuser aus Ulmenrinde mehr.[2] Haudenosaunee
  5. 18.01.1806Meriwether Lewis beschreibt die Plankenhäuser der Clatsop und Chinook: 14 bis 20 Fuß breit und 20 bis 60 Fuß lang.[13] Lewis-und-Clark-Expedition
  6. 1970Am Fundort Moyer in Ontario legen Archäologen von 1970 bis 1972 ein Langhaus von 93 Metern Länge frei.[7]
  7. 1997In Ganondagan beginnt im Frühjahr der Bau eines Langhauses aus Ulmenrinde nach altem Vorbild.[5] Seneca
  8. 25.07.1998Das Seneca Bark Longhouse in Ganondagan wird eingeweiht.[5] Seneca

Mythos und Wahrheit

Mehr zu den Völkern des Nordostens

Häufige Fragen

Was ist ein Langhaus?

Ein Langhaus ist ein langes Wohnhaus aus einem Holzgerüst, gedeckt mit Rinde. Nach der Canadian Encyclopedia war es vor dem Kontakt mit Europäern der gewöhnliche Haustyp der nördlichen irokesischsprachigen Völker wie Wendat, Haudenosaunee, Petun und Neutral. Darin lebten mehrere Familien, die über die Mutter miteinander verwandt waren.

Was bedeutet Haudenosaunee?

Die Haudenosaunee Confederacy übersetzt den Namen mit "People of the long house", also Volk des Langhauses. Die Franzosen nannten den Bund Iroquois Confederacy, die Engländer League of Five Nations. Im Deutschen hießen die Haudenosaunee früher Irokesen. Die Nationen sahen ihren Bund als ein Langhaus, das sich quer durch den heutigen Bundesstaat New York zog.

Wie groß war ein Langhaus?

Die Angaben gehen auseinander. Ganondagan nennt etwa 20 Fuß (rund 6 Meter) Breite und 40 bis 200 Fuß (rund 12 bis 61 Meter) Länge, Britannica 6 bis 7 Meter Breite und 12 bis 122 Meter Länge. Ein Langhaus am Fundort Moyer in Ontario war nach der Canadian Encyclopedia 93 Meter lang.

Wer lebte in einem Langhaus?

Bei den Haudenosaunee eine Großfamilie, die auf eine gemeinsame Ahnin zurückging, mit der Clanmutter an der Spitze. Die Töchter blieben ihr Leben lang im Haus und brachten ihre Ehemänner mit, die Söhne zogen bei der Heirat in das Langhaus ihrer Frau.

Woraus wurde ein Langhaus gebaut?

Aus Holz, bei den Onondaga meist aus Ulmen. Auf ein Gerüst aus biegsamen Stangen kamen Platten aus Ulmenrinde, darüber ein zweites Gerüst, das die Rinde hielt. Die Wendat deckten ihre Langhäuser nach der Canadian Encyclopedia mit Zedernrinde.

Gibt es heute noch Langhäuser?

Ja, als Versammlungsorte. Die Onondaga Nation hält nach eigener Darstellung alle ihre Zeremonien im Langhaus ab, und auch ihr traditioneller Rat tagt dort. Nachbauten zeigen etwa Ganondagan im Bundesstaat New York und Sainte-Marie among the Hurons in Ontario.

Was ist der Unterschied zwischen Langhaus und Plankenhaus?

Das Langhaus des Nordostens hatte ein Gerüst aus Stangen und eine Decke aus Rinde. Die Plankenhäuser der Nordwestküste waren Bauten aus Pfosten und Balken mit Wänden und Dach aus gespaltenen Zedernplanken, an der Küste von Südost-Alaska bis Nordkalifornien.

Quellen

  1. Tribal Nation Who We Are. Haudenosaunee Confederacy. Stand 24.06.2021. abgerufen am 26.10.2026
  2. Tribal Nation Homes. Onondaga Nation. Stand 27.01.2021. abgerufen am 26.10.2026
  3. Tribal Nation Family Structure. Haudenosaunee Confederacy. Stand 09.06.2021. abgerufen am 26.10.2026
  4. Tribal Nation Cultural Misconceptions. Haudenosaunee Confederacy. Stand 09.06.2021. abgerufen am 26.10.2026
  5. Museum Seneca Bark Longhouse (Ganondagan State Historic Site). Friends of Ganondagan. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  6. Amtliche Stelle Ganondagan State Historic Site. New York State Office of Parks, Recreation and Historic Preservation. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  7. Nachschlagewerk René R. Gadacz: Longhouse. The Canadian Encyclopedia, Historica Canada. Stand 08.01.2019. abgerufen am 26.10.2026
  8. Nachschlagewerk C. E. Heidenreich: Wendat (Huron). The Canadian Encyclopedia, Historica Canada. Stand 16.05.2024. abgerufen am 26.10.2026
  9. Nachschlagewerk Edward Mills, Harold D. Kalman: Architectural History of Indigenous Peoples in Canada. The Canadian Encyclopedia, Historica Canada. Stand 27.04.2020. abgerufen am 26.10.2026
  10. Nachschlagewerk longhouse (Britannica Editors, überarbeitet von Elizabeth Prine Pauls). Encyclopaedia Britannica. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  11. Nachschlagewerk Elisabeth Tooker: Northeast Indian, Abschnitt Subsistence, settlement patterns, and housing. Encyclopaedia Britannica. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  12. Nachschlagewerk Northwest Coast Indian. Encyclopaedia Britannica. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  13. Primärquelle Meriwether Lewis, William Clark: Journal, 18. Januar 1806 (The Journals of the Lewis and Clark Expedition, hrsg. von Gary E. Moulton). University of Nebraska-Lincoln. Stand 18.01.1806. abgerufen am 26.10.2026
  14. Nachschlagewerk Kenneth Ames: Chinookan Plankhouses (The Oregon Encyclopedia). Oregon Historical Society und Portland State University. Stand 21.09.2022. abgerufen am 26.10.2026
  15. Museum Excerpts from Do All Indians Live in Tipis? (Native Knowledge 360). Smithsonian, National Museum of the American Indian. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  16. Nachschlagewerk Iroquois Confederacy (Britannica Editors). Encyclopaedia Britannica. Stand 15.02.2025. abgerufen am 26.10.2026

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