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Recht und Ordnung im Wilden Westen

Kurz erklärt Für Recht und Ordnung sorgten im Wilden Westen gewählte Sheriffs der Countys, Marshals der Städte und U.S. Marshals der Bundesgerichte, in Texas auch die Texas Rangers; das Bundesgericht in Fort Smith war von 1851 bis 1896 auch für das Indianer-Territorium zuständig. Daneben richteten Vigilanten und Lynchmobs ohne Urteil. Romane und Filme haben die Gewalt laut Robert R. Dykstra stark übertrieben: In den fünf großen Rinderstädten von Kansas starben von 1870 bis 1885 nur 45 Erwachsene gewaltsam.

Kleines Gerichtsgebäude aus rotem Backstein mit weißem Holzportal an einer staubigen Straße, davor ein Anbindebalken für Pferde im Licht der späten Nachmittagssonne
Bild: KI-generiert

Gab es im Wilden Westen Gesetze?

Ja. Für die Territorien, die Gebiete der USA vor der Aufnahme als Bundesstaat, galt der Plan der Northwest Ordinance vom 13. Juli 1787: In der ersten Stufe regierten ein vom Kongress eingesetzter Gouverneur, ein Sekretär und drei Richter, später kam eine gewählte Versammlung hinzu. Nach den National Archives diente dieser Plan als Vorbild, als sich das Land bis zum Pazifik ausdehnte.[1]

Wie das vor Ort aussah, beschreibt der Anwalt Fred Veil für das Territorium Arizona. Die Bürger wählten die Sheriffs der Countys, die Coroner, die verdächtige Todesfälle untersuchten, die Friedensrichter und die Staatsanwälte; nur die Richter des Territoriums wurden ernannt. Bürger saßen als Geschworene bei Leichenschauen, in Grand Jurys und in Strafprozessen.[21] Eine Grenze setzte der Bund am 18. Juni 1878: Seitdem darf die Armee nicht als Posse oder sonst zur Durchsetzung von Gesetzen eingesetzt werden, außer Verfassung oder Kongress erlauben es ausdrücklich.[14] Die New Mexico Historic Sites sehen in diesem Gesetz eine indirekte Verurteilung der Ereignisse im Lincoln-County-Krieg, in die Soldaten aus Fort Stanton eingegriffen hatten.[18]

Wer sorgte für Ordnung? Sheriff, Marshal und Ranger

Im County war der Sheriff zuständig. Er wird in den USA laut Encyclopaedia Britannica gewählt, meist für zwei bis vier Jahre, ernennt Deputies und darf Bürger als Posse comitatus aufbieten.[2] In den Städten sorgten Marshals und Polizisten für Ordnung. In den Rinderstädten von Kansas verlangten gemäßigte Reformer laut dem Historiker Robert R. Dykstra mehrere Polizisten, die strenge Waffengesetze durchsetzen sollten; die Gehälter der Polizei waren meist der größte Posten im Haushalt einer Stadt.[12]

Für die Bundesgerichte arbeiteten die U.S. Marshals. Das Amt schuf der Judiciary Act von 1789. Der Präsident ernannte die Marshals, die meiste Arbeit erledigten ihre Deputies.[3] Am Bundesgericht in Fort Smith in Arkansas bekam ein Deputy 2 Dollar je Festnahme und ein Meilengeld, ohne Festnahme nichts; die meisten kamen nicht über 500 Dollar im Jahr, und das Gebührensystem endete laut einer Seite des National Park Service erst um 1900; die Seite zu den Marshals nennt dafür 1898.[23, 3] In Richter Parkers Amtszeit wurden mehr als 65 Deputy Marshals im Dienst getötet (zu Gebühren und Belohnungen die Seite Kopfgeldjäger im Wilden Westen).[3]

Einer der ersten Deputies, die Parkers Gericht 1875 einstellte, war der frühere Sklave Bass Reeves aus Texas. Er arbeitete nach dem National Park Service als einziger belegter Deputy von 1875 bis zur Gründung des Staates Oklahoma 1907 für dieses Gericht, 32 Jahre lang. 1901 sagte er einer Zeitung, er habe mehr als 3.000 Männer und Frauen festgenommen.[4] Die Truppe in Fort Smith war nach dem National Park Service wohl die am stärksten gemischte an der Frontier, mit indigenen und afroamerikanischen Deputies.[3]

In Texas gab es eine eigene Truppe. 1823 heuerte Stephen F. Austin zehn Männer als "Rangers" an, am 24. November 1835 schufen die Gesetzgeber die Texas Rangers als feste Einheit.[8] Das 1874 aufgestellte Frontier Battalion unter Major John B. Jones ging laut Handbook of Texas gegen mehr als 3.000 Gesetzlose vor, darunter den Bankräuber Sam Bass und den Revolvermann John Wesley Hardin, und war nach 1882 nicht mehr nötig.[8] Von 1914 bis 1919 töteten reguläre Rangers und Hunderte von Gouverneuren ernannte Hilfsrangers nach dem Handbook etwa 5.000 Hispanoamerikaner; die Texas State Library schreibt von einer Schätzung von bis zu 5.000. 1919 folgten eine Untersuchung und Reformen.[8, 25]

Private Ordnungshüter kamen hinzu. Allan Pinkerton gründete seine Detektei in den 1850er Jahren; sie hatte Büros im ganzen Land und beschäftigte Hunderte Agenten und Büroangestellte. Nach einer Fusion 1999 ging ihr Archiv an die Library of Congress (mehr auf der Seite Die Pinkerton-Detektei).[13]

Gesetzeshüter und Gerichte im Wilden Westen
Amt oder Einrichtungzuständig fürins Amt durch, seitBeispiel
Sheriffein CountyWahl durch die Bürger, meist für zwei bis vier Jahre[2]gewählte Sheriffs im Territorium Arizona[21]
FriedensrichterVorprüfung, ob ein Beschuldigter vor die Grand Jury kommt[21]Wahl oder Ernennung[21, 9]Roy Bean, ernannt am 2. August 1882 vom Pecos County[9]
U.S. Marshal und Deputieseinen Gerichtsbezirk des BundesErnennung durch den Präsidenten, seit 1789[3]Bass Reeves, Deputy in Fort Smith von 1875 bis 1907[4]
Bundesgericht Westliches Arkansas13 Countys in Arkansas und ganz oder teilweise das Indianer-Territoriumgeschaffen 1851, so zuständig bis 1896[3]Richter Isaac C. Parker, 21 Jahre im Amt[5]
Texas RangersTexasfeste Einheit seit dem 24. November 1835[8]Frontier Battalion unter John B. Jones ab 1874[8]
Pinkerton-DetekteiAufträge von Firmen im ganzen Landprivat, gegründet in den 1850er Jahren[13]Tom Horn, ab 1891 für sie auf Zugräuber angesetzt[22]
Vigilanzkomiteesselbst ernannt, ohne Amtaußerhalb der staatlichen Ordnung[11]San Francisco 1851 und 1856[10]
Holztisch eines kleinen Gerichtssaals mit Richterhammer, Tintenfass und einer Petroleumlampe aus Messing vor einer Bretterwand
Richtertisch in einem kleinen Gerichtssaal des Westens Bild: KI-generiert

Gerichte, Richter und Gefängnisse

Das Bundesgericht für den Westlichen Bezirk von Arkansas in Fort Smith entstand 1851. Bis 1896 war es für 13 Countys in Arkansas und für das Indianer-Territorium oder Teile davon zuständig, das heutige Oklahoma. Seine Deputies durften nach einer Seite des National Park Service in einem Gebiet von 74.000 Quadratmeilen Festnahmen vornehmen; eine andere Seite des National Park Service nennt über 75.000 Quadratmeilen.[3, 4] Die Cherokee, Choctaw, Chickasaw, Muscogee (Creek) und Seminole im Indianer-Territorium hatten eigene Regierungen, Gerichte und Polizei, durften aber Weiße und Schwarze, die nicht Bürger ihrer Nation waren, nicht festnehmen. Das übernahmen die Deputies aus Fort Smith.[4] Mehr als 120 Bundesbeamte kamen im Indianer-Territorium bis zur Gründung Oklahomas 1907 ums Leben.[4]

1875 kam Richter Isaac C. Parker nach Fort Smith und blieb 21 Jahre. Er verurteilte 160 Menschen zum Tod; die ersten 14 Jahre davon, bis 1889, hatten die Verurteilten kein Recht auf Berufung.[5] Von 1873 bis 1896 wurden in Fort Smith 86 Männer gehängt, alle wegen Mordes oder Vergewaltigung verurteilt; für beide Taten schrieb das Bundesrecht nach dem Bürgerkrieg die Todesstrafe zwingend vor.[6] Der National Park Service betont, dass Parker auch Straftäter auf den rechten Weg bringen wollte, das Strafrecht reformierte und sich für die Rechte der Nationen einsetzte.[5]

Das Bundesgericht in Fort Smith hatte sein Gefängnis im Keller. Es bestand aus zwei Räumen ohne Lüftung nach außen; im Juni 1885 saßen dort 109 Männer. Anna Dawes, die 1885 ihren Vater, Senator Henry Dawes, begleitete, nannte es in einem Artikel eine "wahre Hölle auf Erden" (Übersetzung der Redaktion). Im Februar 1886 bewilligte der Kongress Geld für ein neues Gefängnis, das im März 1888 bezogen wurde.[7] In Arizona nahm das Territorialgefängnis von Yuma am 1. Juli 1876 die ersten sieben Häftlinge auf. Es war 33 Jahre in Betrieb, bis die Häftlinge wegen Überfüllung nach Florence verlegt wurden.[16]

Leere Gefängniszelle mit Eisengitter und schlichter Holzpritsche, durch ein kleines vergittertes Fenster fällt warmes Licht auf eine gekalkte Steinwand
Zelle in einem Gefängnis des Westens Bild: KI-generiert

Am unteren Ende standen die Friedensrichter. Am 2. August 1882 ernannte das Pecos County in Texas Roy Bean zum Friedensrichter, damit die Texas Rangers ihre Gefangenen nicht 400 Meilen hin und zurück zum Countysitz bringen mussten. Bekannt wurde er als "Law West of the Pecos" (das Gesetz westlich des Pecos) und mit eigenwilligen Urteilen; laut Handbook of Texas schüchterte er Menschen ein und betrog sie, hängte aber nie jemanden (mehr auf der Seite Judge Roy Bean).[9]

Wie gewalttätig war der Wilde Westen?

Die Schießereien auf offener Straße, die man mit den Rinderstädten verbindet, haben laut Robert R. Dykstra Romanautoren, Drehbuchschreiber und Journalisten stark übertrieben. Von 1870 bis 1885 starben in den fünf großen Rinderstädten von Kansas, polizeiliche Tötungen eingeschlossen, 45 Erwachsene gewaltsam, im Schnitt 1,5 Tote je Saison der Viehtriebe. Niemand starb in einem Duell wie im Film, weniger als ein Drittel der Opfer schoss zurück, vier Tote gingen auf Unfälle zurück.[12] Dass so wenige starben, lag nach Dykstra zu einem großen Teil an den Geschäftsleuten, die Gewalt fürchteten, weil sie Schaden anrichtete und neue Bürger und Geld abschreckte.[12]

Berühmte Revolvermänner töteten laut Dykstra in diesen Städten nur wenige Menschen. Wild Bill Hickok tötete dort zwei Männer, einer von ihnen war ein Wachmann; Bat Masterson tötete nach Dykstra den Mörder seines Bruders; die Dodge City Times vom 13. April 1878 berichtet dagegen, Ed Masterson habe den Angreifer selbst getroffen.[12, 28] Das Wort gunfighter für Revolvermann gab es damals noch nicht.[12] In Tombstone kämpften am 26. Oktober 1881 die Brüder Earp am O.K. Corral gegen Cowboys, die die Library of Congress als Outlaws bezeichnet.[17]

Viehpferche aus Holz neben einem Bahngleis auf der offenen Prärie im Licht der späten Nachmittagssonne
Verladepferche einer Rinderstadt in Kansas am Bahngleis Bild: KI-generiert

Vigilanten und Lynchjustiz

Vigilanten rissen laut Montana Historical Society die Aufgaben von Polizei und Gericht an sich, wenn Bürger die Behörden für mangelhaft oder unzureichend hielten; nach Scheinprozessen hängten oder verbannten sie die Beschuldigten.[11] Die wohl bekanntesten Beispiele gab es laut Encyclopedia of the Great Plains 1851 und 1856 in San Francisco. Ob Vigilanzkomitees wirklich nötig waren, weil die Behörden versagten, ist laut Clare V. McKanna in der Encyclopedia of the Great Plains nie bewiesen worden.[10] In Montana werfen Historiker, die sich Revisionisten nennen, den Vigilanten von Bannack und Virginia City vor, ihre Macht gegen politische Feinde genutzt zu haben, und halten den von Vigilanten gehängten Sheriff Henry Plummer von Bannack für unschuldig; andere Historiker widersprechen.[11, 10]

Unter den Opfern von Vigilanten und Lynchmobs nennt die Encyclopedia of the Great Plains neben Plummer auch Ellen Watson in Wyoming (Cattle Kate genannt, ein Name, den WyoHistory aus ihrer Lebenszeit nicht belegt), Frank Blackhawk vom Standing Rock Sioux Tribe und namenlose indigene, chinesische und hispanoamerikanische Opfer auf einsamen Landstraßen.[10, 20] In Los Angeles tötete im Oktober 1871 nach einem Streit zwischen zwei chinesischen Vereinigungen eine Menge von rund 500 Menschen mindestens 18 Chinesen. Nach Britannica gab es 25 Mordanklagen, weniger als zehn Männer wurden wegen Totschlags verurteilt, und die Urteile wurden aus formalen Gründen aufgehoben; WyoHistory nennt 23 Opfer und keine Anklage.[24, 15] Am 2. September 1885 griff in Rock Springs im Territorium Wyoming eine bewaffnete Menge weißer Bergleute das Viertel der chinesischen Bergleute an: 28 Chinesen wurden getötet, 15 verwundet und alle 79 Häuser geplündert und verbrannt. Eine Grand Jury fand niemanden, der die Taten bezeugen wollte, und erhob keine Anklage (mehr auf den Seiten Lynchjustiz im Wilden Westen und Chinesische Einwanderer im Westen).[15]

Getötete durch Vigilanten im 19. Jahrhundert nach Richard Maxwell Brown, zitiert in der Encyclopedia of the Great Plains; die rechte Spalte addiert laut Encyclopedia die Opfer von Lynchmobs
Staatdurch Vigilantendurch Vigilanten und Lynchmobs
Texas140475[10]
Montana101122[10]
Oklahoma298[10]
Wyoming3165[10]
Colorado2341[10]
Kansas1840[10]
Nebraska2138[10]
South Dakota1023[10]
North Dakota010[10]
Kalifornien109mindestens 380[10]

Fehden, Weidekriege und Massaker

Am 11. September 1857 töteten Milizionäre des Territoriums Utah bei Mountain Meadows im Südwesten Utahs die Auswanderer eines Wagenzugs aus Arkansas. Die Rolle der Paiute beschreiben die Quellen verschieden: Die Utah History Encyclopedia nennt Indigene und Milizionäre als Täter, die Kirche schreibt, die Milizionäre hätten Paiute angeworben, und nach der mündlichen Überlieferung der Paiute waren sie weder am ersten Angriff noch am Massaker beteiligt.[19, 26, 27] Nach der Utah History Encyclopedia waren es schätzungsweise 100 bis 150 Opfer; nur 17 kleine Kinder überlebten. Eine Grand Jury klagte neun Männer an, verurteilt wurde nur John D. Lee, der am 23. März 1877 am Ort der Belagerung hingerichtet wurde (mehr auf der Seite Das Mountain-Meadows-Massaker 1857).[19, 26]

Im Lincoln-County-Krieg in New Mexico stritten von 1876 bis 1878 zwei Kaufmannsgruppen um Geschäfte, der Krieg endete laut New Mexico Historic Sites ohne Sieger.[18] In Wyoming zogen im April 1892 bewaffnete Männer im Auftrag großer Viehzüchter mit einer Liste von 70 Namen in das Johnson County; verurteilt wurde keiner von ihnen (mehr zu diesen Streitigkeiten um das offene Weideland auf der Seite Die Weidekriege).[20]

Zeitleiste: Recht und Ordnung im Westen

Zeitleiste: Recht und Ordnung im Westen 1787 bis 1907
  1. 13.07.1787Die Northwest Ordinance legt fest, wie Territorien regiert werden: zuerst durch Gouverneur und Richter vom Kongress.[1]
  2. 1823Stephen F. Austin heuert in Texas zehn Männer als Rangers an.[8]
  3. 24.11.1835Die Gesetzgeber in Texas schaffen die Texas Rangers als feste Einheit.[8]
  4. 1851Das Bundesgericht für den Westlichen Bezirk von Arkansas entsteht; bis 1896 ist es auch für das Indianer-Territorium zuständig.[3]
  5. 1851In San Francisco bildet sich ein Vigilanzkomitee, 1856 ein zweites.[10]
  6. 11.09.1857Mountain-Meadows-Massaker: Milizionäre und Indigene töten die Auswanderer eines Wagenzugs aus Arkansas.[19] Mountain-Meadows-Massaker
  7. Oktober 1871In Los Angeles töten Weiße mindestens 18 Chinesen; Verurteilungen wegen Totschlags werden später aus formalen Gründen aufgehoben.[24]
  8. 1874Texas stellt das Frontier Battalion der Rangers unter Major John B. Jones auf.[8]
  9. 1875Richter Isaac C. Parker kommt nach Fort Smith; Bass Reeves wird Deputy U.S. Marshal.[3, 4] Isaac Parker
  10. 01.07.1876Das Territorialgefängnis von Yuma nimmt die ersten sieben Häftlinge auf.[16]
  11. 18.06.1878Ein Bundesgesetz verbietet, die Armee ohne ausdrückliche Erlaubnis als Posse einzusetzen.[14]
  12. 26.10.1881Schießerei am O.K. Corral in Tombstone.[17] Schießerei am O.K. Corral
  13. 02.08.1882Das Pecos County ernennt Roy Bean zum Friedensrichter.[9] Judge Roy Bean
  14. 02.09.1885In Rock Springs töten weiße Bergleute 28 chinesische Bergleute.[15]
  15. 1888Das Bundesgericht in Fort Smith bekommt im März ein neues Gefängnis.[7]
  16. April 1892Johnson-County-Krieg: Bewaffnete im Auftrag großer Viehzüchter überfallen das Johnson County in Wyoming.[20] Johnson-County-Krieg
  17. 1898Nach einer Seite des National Park Service wird das Gebührensystem der Deputy Marshals reformiert; eine andere Seite nennt die Jahrhundertwende.[3, 23]
  18. 1907Oklahoma wird Bundesstaat; Bass Reeves verlässt nach 32 Jahren den Dienst als Deputy U.S. Marshal.[4] Bass Reeves

Karte: Schauplätze von Recht und Verbrechen

Karte: Schauplätze von Recht und Verbrechen125° W120° W115° W110° W105° W100° W95° W90° W25° N30° N35° N40° N45° N50° N1Schießerei am O.K. Corral2Lincoln-County-Krieg3Weidekriege4Johnson-County-Krieg5Mountain-Meadows-Massaker6Osage-Morde
Karte: Schauplätze von Recht und Verbrechen
  1. 1Schießerei am O.K. Corral (Tombstone, Arizona) 31,71° N, 110,07° W[29]
  2. 2Lincoln-County-Krieg (Lincoln, New Mexico) 33,49° N, 105,38° W[30]
  3. 3Weidekriege (Ten Sleep, Wyoming (Spring Creek)) 44,03° N, 107,45° W[31]
  4. 4Johnson-County-Krieg (Kaycee, Wyoming (bei der Stelle der KC Ranch)) 43,71° N, 106,64° W[32]
  5. 5Mountain-Meadows-Massaker (Mountain Meadow, Washington County, Utah) 37,52° N, 113,62° W[33]
  6. 6Osage-Morde (Fairfax, Oklahoma) 36,57° N, 96,71° W[34]
Umrisse: Natural Earth (gemeinfrei). Eigene Darstellung ohne Kartendienst.

Mythos und Wahrheit

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Personen: Berühmte Sheriffs und Marshals mit Wyatt Earp, Pat Garrett, Wild Bill Hickok, Bass Reeves, Bat Masterson, Judge Roy Bean und Isaac Parker, dazu die bekanntesten Outlaws. Im Glossar: Sheriff, US Marshal, Deputy, Vigilanten, Rustling, Revolverheld und Recht und Ordnung von A bis Z.

  • PersonBass Reeves

    Deputy U.S. Marshal von 1875 bis 1907 im Indianer-Territorium; nach eigener Angabe von 1901 mehr als 3.000 Festnahmen

  • PersonBat Masterson

    Sheriff des Ford County in Kansas (gewählt 1877, abgewählt 1879), Freund von Wyatt Earp, Sportjournalist in New York

  • PersonIsaac Parker

    Bundesrichter am Gericht für den Westbezirk von Arkansas in Fort Smith 1875 bis 1896, zuständig auch für das Indianer-Territorium; 160 Todesurteile laut National Park Service, 161 laut Oklahoma Historical Society, 79 Gehängte; Beiname "Hängerichter"

  • PersonJudge Roy Bean

    Friedensrichter westlich des Pecos, der in seinem Saloon Jersey Lilly in Langtry Gericht hielt; "Law West of the Pecos"

  • PersonPat Garrett

    Sheriff von Lincoln County, der am 14. Juli 1881 in Fort Sumner Billy the Kid erschoss

  • PersonWild Bill Hickok

    Kundschafter, Revolverheld und Gesetzeshüter; Schießereien in Rock Creek 1861, Springfield 1865 und Abilene 1871; "Dead Man's Hand"

  • PersonWyatt Earp

    Beteiligter der Schießerei am O.K. Corral in Tombstone am 26. Oktober 1881 und des Rachefeldzugs nach dem Mord an seinem Bruder Morgan

Häufige Fragen

Gab es im Wilden Westen Gesetze?

Ja. In den Territorien setzte der Kongress nach dem Vorbild der Northwest Ordinance von 1787 Gouverneur und Richter ein. Im Territorium Arizona wählten die Bürger laut dem Anwalt Fred Veil Sheriffs, Friedensrichter und Staatsanwälte. Ein Bundesgesetz von 1878 verbot zudem, die Armee ohne ausdrückliche Erlaubnis als Posse einzusetzen.

Was ist der Unterschied zwischen Sheriff und Marshal?

Den Sheriff wählten die Bürger eines County. Ein U.S. Marshal wurde vom Präsidenten ernannt und diente einem Bundesgericht; die meiste Arbeit erledigten seine Deputies. Daneben hatten Städte eigene Marshals und Polizisten. Mehr dazu auf der Seite Sheriff im Wilden Westen.

Wie gefährlich war der Wilde Westen wirklich?

Weniger, als Filme zeigen, aber nicht überall gleich. In den fünf großen Rinderstädten von Kansas starben laut Robert R. Dykstra von 1870 bis 1885 nur 45 Erwachsene gewaltsam, keiner in einem Duell wie im Film. Für Bundesbeamte war das Indianer-Territorium gefährlich: Dort kamen laut National Park Service bis 1907 mehr als 120 von ihnen ums Leben.

Wer war der Hängerichter?

So nannten Romane und Filme Isaac C. Parker, der von 1875 an 21 Jahre lang Bundesrichter in Fort Smith war. Er verurteilte 160 Menschen zum Tod. Von 1873 bis 1896 wurden in Fort Smith 86 Männer gehängt, alle wegen Mordes oder Vergewaltigung verurteilt.

Was waren Vigilanten?

Selbst ernannte Gruppen, die Aufgaben von Polizei und Gericht an sich rissen, oft nach kurzen Scheinprozessen. Die bekanntesten bildeten sich 1851 und 1856 in San Francisco. Nach Zahlen des Historikers Richard Maxwell Brown töteten Vigilanten im 19. Jahrhundert in Texas 140 und in Montana 101 Menschen.

Wie gerecht war die Justiz im Wilden Westen?

Mehrere schwere Verbrechen blieben ohne Strafe. Nach dem Massaker an chinesischen Bergleuten in Rock Springs 1885 mit 28 Toten wurde niemand angeklagt. Nach dem Massaker in Los Angeles 1871 mit mindestens 18 toten Chinesen hoben Gerichte die Verurteilungen einiger Männer wegen Totschlags aus formalen Gründen auf. Nach dem Mountain-Meadows-Massaker von 1857 wurde nur ein Mann verurteilt, John D. Lee.

Gab es im Wilden Westen Gefängnisse?

Ja. Die Countys hatten Gefängnisse, das Bundesgericht in Fort Smith ein Gefängnis im Keller des Gerichts, in dem im Juni 1885 109 Männer saßen. Das Territorialgefängnis von Yuma in Arizona nahm am 1. Juli 1876 die ersten sieben Häftlinge auf und war 33 Jahre in Betrieb.

Quellen

  1. Archiv Northwest Ordinance (1787), Milestone Documents. National Archives. Stand 10.05.2022. abgerufen am 24.10.2026
  2. Nachschlagewerk sheriff. Encyclopaedia Britannica. Stand 20.09.2026. abgerufen am 24.10.2026
  3. Amtliche Stelle U.S. Marshals and Deputy Marshals for the Western District of Arkansas. National Park Service, Fort Smith National Historic Site. Stand 10.04.2015. abgerufen am 24.10.2026
  4. Amtliche Stelle Art T. Burton: Bass Reeves. National Park Service, Fort Smith National Historic Site. Stand 13.07.2024. abgerufen am 24.10.2026
  5. Amtliche Stelle Judge Isaac C. Parker. National Park Service, Fort Smith National Historic Site. Stand 30.09.2024. abgerufen am 24.10.2026
  6. Amtliche Stelle Men Executed at Fort Smith: 1873 to 1896. National Park Service, Fort Smith National Historic Site. Stand 31.05.2024. abgerufen am 24.10.2026
  7. Amtliche Stelle Hell on the Border Jail. National Park Service, Fort Smith National Historic Site. Stand 25.09.2017. abgerufen am 24.10.2026
  8. Nachschlagewerk Ben H. Procter: Texas Rangers (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1976, überarbeitet 11. Januar 2023. abgerufen am 24.10.2026
  9. Nachschlagewerk C. L. Sonnichsen: Bean, Roy (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1952, überarbeitet 22. Juli 2015. abgerufen am 24.10.2026
  10. Nachschlagewerk Clare V. McKanna Jr.: Vigilantes. Encyclopedia of the Great Plains, University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 24.10.2026
  11. Amtliche Stelle More on Vigilantes and Vigilantism (Montana: Stories of the Land, Kapitel 6, Seite für Lehrkräfte). Montana Historical Society. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  12. Nachschlagewerk Robert R. Dykstra: Cattle Towns. Encyclopedia of the Great Plains, University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 24.10.2026
  13. Archiv The Eye That Never Sleeps: Pinkerton's National Detective Agency Records (Michelle Krowl, Blog Unfolding History). Library of Congress, Manuscript Division. Stand 05.10.2023. abgerufen am 24.10.2026
  14. Nachschlagewerk The Rock Springs Massacre (Tom Rea). WyoHistory.org, Wyoming State Historical Society. Stand 08.11.2014. abgerufen am 24.10.2026
  15. Amtliche Stelle Park History (Yuma Territorial Prison State Historic Park). Arizona State Parks and Trails. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  16. Archiv Wyatt Earp: Topics in Chronicling America. Library of Congress, Research Guides. Stand 12.06.2025. abgerufen am 24.10.2026
  17. Amtliche Stelle Fort Stanton: History. New Mexico Historic Sites, New Mexico Department of Cultural Affairs. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  18. Nachschlagewerk Morris A. Shirts: Mountain Meadows Massacre (Utah History Encyclopedia). Utah Department of Cultural and Community Engagement, History to Go. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  19. Nachschlagewerk The Johnson County War: 1892 Invasion of Northern Wyoming (John W. Davis). WyoHistory.org, Wyoming State Historical Society. Stand 08.11.2014. abgerufen am 24.10.2026
  20. Museum Fred Veil: Pleasant Valley: A Historic and Legal Perspective (Days Past). Sharlot Hall Museum, Prescott. Stand 13.10.2007. abgerufen am 24.10.2026
  21. Nachschlagewerk Tom Horn: Wyoming Enigma (Chip Carlson). WyoHistory.org, Wyoming State Historical Society. Stand 08.11.2014. abgerufen am 24.10.2026
  22. Amtliche Stelle Payment of Deputy Marshals. National Park Service, Fort Smith National Historic Site. Stand 05.12.2024. abgerufen am 24.10.2026
  23. Nachschlagewerk Los Angeles Chinese Massacre of 1871. Encyclopaedia Britannica. Stand 17.06.2025. abgerufen am 24.10.2026
  24. Amtliche Stelle Rangers and Outlaws. Texas State Library and Archives Commission. Stand 02.04.2026. abgerufen am 24.10.2026
  25. Mountain Meadows Massacre (Church History Topics). The Church of Jesus Christ of Latter-day Saints. Stand 2019. abgerufen am 25.10.2026
  26. Archiv History: The Paiutes. Utah American Indian Digital Archive, University of Utah (American West Center und J. Willard Marriott Library). Stand 2008. abgerufen am 25.10.2026
  27. Amtliche Stelle 2025 Gazetteer Files, Places, Oklahoma. U.S. Census Bureau. Stand 2025. abgerufen am 26.10.2026

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