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Die Schießerei am O.K. Corral

Kurz erklärt Die Schießerei am O.K. Corral fand am 26. Oktober 1881 in Tombstone im Arizona-Territorium statt. Virgil, Wyatt und Morgan Earp und Doc Holliday trafen auf einem Grundstück an der Fremont Street auf Ike und Billy Clanton und Tom und Frank McLaury. Nach weniger als 30 Sekunden, laut National Park Service nach 30 bis 60, waren Billy Clanton und die beiden McLaurys tödlich getroffen; Virgil und Morgan Earp und Holliday wurden verwundet.

Leere, staubige Straße einer kleinen Bergbaustadt in der Wüste mit flachen Häusern aus Lehmziegeln und Holz, davor ein Holzsteg, im Hintergrund Berge im Licht der späten Nachmittagssonne
Bild: KI-generiert

Wie kam es zur Schießerei am O.K. Corral?

Tombstone war nach dem Silberfund von Ed Schieffelin 1877 zur Boomtown des Arizona-Territoriums geworden.[1] Die Stadt lag nah genug an der mexikanischen Grenze, um ein Umschlagplatz für gestohlenes Vieh zu werden.[1] So steht es in der Beschreibung des Denkmalbezirks, die der National Park Service 1978 verfasste (im Folgenden NPS-Nomination). Danach führte N. H. Clanton, genannt Old Man Clanton, mit seinen Söhnen Ike, Phin und Billy die Viehdiebe an. Die Familie hatte eine Ranch bei Lewis Springs, die Brüder McLaury saßen im Sulphur Springs Valley.[1] In Tombstone nannte man solche Leute "Cowboys"; das Bundesberufungsgericht für den Second Circuit beschreibt sie als Bande berüchtigter Viehdiebe.[2]

Wyatt Earp zog 1879 nach Tombstone, wo sich der größte Teil seiner Familie niedergelassen hatte.[8] In Kansas war er Polizist in Wichita und Assistant Marshal, also stellvertretender Stadtmarschall, in Dodge City gewesen.[17] In Tombstone wurde sein Bruder Virgil Stadtmarschall.[1, 8] Wyatt selbst war laut NPS-Nomination Deputy U.S. Marshal, ein Hilfsbeamter des US Marshal. Die beiden Brüder stellten sich nach dieser Darstellung den Viehdieben in den Weg.[1] Wyatt Earp warf John Behan, dem Sheriff des Cochise County, vor, er schütze die Viehdiebe und Postkutschenräuber; nach der NPS-Nomination sprechen die Belege dafür.[1] Der Tombstone Epitaph schrieb am Tag nach der Schießerei, die Earps hätten Postkutschenräuber verfolgt und deshalb immer wieder Drohungen aus dem Lager der Cowboys erhalten.[5]

Am 25. Oktober 1881 kam Ike Clanton in die Stadt, betrank sich und drohte von Bar zu Bar, die Earps und ihren Freund Doc Holliday zu töten.[1] Holliday war ein Zahnarzt aus Georgia und an Tuberkulose erkrankt.[1, 3]

Was geschah am 26. Oktober 1881?

Der Vormittag

Was vor der Schießerei geschah, fasste Richter Wells Spicer am 30. November 1881 in seiner Entscheidung zusammen. Er stützte sich dabei nach eigenen Worten nur auf Tatsachen, die beide Seiten einräumten oder die die Aussagen weit überwiegend bestätigten.[4] Danach zog Ike Clanton am Vormittag des 26. Oktober mit Revolver und Winchester-Gewehr durch Straßen und Saloons und kündigte an, die Earps und Holliday beim ersten Anblick zu erschießen oder zu bekämpfen.[4] Kurz nach Mittag nahm Virgil Earp als Polizeichef ihn fest, unterstützt von seinem Bruder Morgan, der als Hilfspolizist der Stadt eine Dienstmarke trug. Beim Entwaffnen schlug Virgil Clanton mit der Pistole an den Kopf.[4, 5] Ein Richter verurteilte Clanton zu einer Geldstrafe, laut Epitaph 25 Dollar und Kosten, zusammen 27,50 Dollar. Kurz darauf schlug Wyatt Earp vor dem Gericht Tom McLaury mit einer Pistole nieder.[4, 5]

Eine Verordnung der Stadt verbot, ohne schriftliche Erlaubnis eine tödliche Waffe bei sich zu tragen; der Polizeichef sollte Verstöße mit Festnahme und Entwaffnung ahnden.[4] Bald darauf stießen Billy Clanton und Frank McLaury, die gerade in die Stadt gekommen waren, zu Ike und Tom. Wyatt Earp beobachtete, wie sich die Männer in einem Waffengeschäft mit Munition versorgten, und meldete es seinem Bruder. Bürger drängten Virgil Earp, die Cowboys festzunehmen und zu entwaffnen.[4]

Der Weg zur Fremont Street

Laut NPS-Nomination verließen Wyatt, Virgil und Morgan Earp kurz nach zwei Uhr Hafford's Saloon an der Ecke Fourth und Allen Street, um die Clantons und ihre Freunde wegen Waffentragens in der Stadt festzunehmen. Unterwegs schloss sich Holliday an.[1] Der Augenzeuge R. F. Coleman, den der Epitaph am nächsten Tag zitierte, sah die Clantons und McLaurys um 14.30 Uhr im Dunbar's Corral und verständigte zuerst Sheriff Behan, dann Virgil Earp.[5] Behan kam den Earps entgegen und erklärte, er habe die Männer entwaffnet. Als sich das als falsch herausstellte, schoben die Earps und Holliday ihn beiseite und gingen die Fremont Street hinunter.[1] Vor Gericht sagte Behan später aus, die Gruppe habe ihm die Waffen verweigert; Frank McLaury habe verlangt, zuerst müssten der Polizeichef und seine Helfer entwaffnet werden.[4]

Schmales, staubiges Grundstück zwischen zwei niedrigen Lehmziegelhäusern, dahinter ein Holzzaun und ein leerer Pferch im warmen Nachmittagslicht
Nachempfundene Szene: freies Grundstück zwischen zwei Häusern einer Bergbaustadt in Arizona Bild: KI-generiert

Das Gefecht auf dem Grundstück

Die Büros des O.K. Corral lagen an der Allen Street zwischen Third und Fourth Street, sein Gelände reichte nach Norden bis zur Fremont Street. Dort, auf einem freien Grundstück zwischen dem Fotoatelier von Fly und dem Harwood House, warteten nach der NPS-Nomination fünf Männer: Ike und Billy Clanton, Frank und Tom McLaury und Billy Claiborne.[1, 4] Virgil Earp rief nach Colemans Bericht "Give up your arms or throw up your arms" (Gebt die Waffen ab oder nehmt die Hände hoch).[5] Wer zuerst schoss, war schon vor Gericht umstritten. Glaubwürdige Zeugen sagten laut Spicer, mindestens zwei der Getöteten hätten der Aufforderung Folge geleistet, ebenso glaubwürdige andere, Billy Clanton und Frank McLaury hätten ihre Revolver gezogen. Addie Bourland, die von der anderen Straßenseite zusah, konnte nicht sagen, wer zuerst feuerte.[4]

Wie lange geschossen wurde, geben die Quellen verschieden an: weniger als 30 Sekunden laut Second Circuit, 30 bis 60 Sekunden laut NPS-Nomination; ein Blogbeitrag der National Archives spricht von einem 30-Sekunden-Gefecht.[2, 1, 7] Nach der NPS-Nomination fielen auf jeder Seite 17 Schüsse, Coleman zählte über dreißig.[1, 5] Frank McLaury starb noch am Ort, Tom McLaury und Billy Clanton innerhalb einer Stunde.[2] Virgil und Morgan Earp wurden verwundet, Holliday nur leicht. Wyatt Earp blieb unverletzt. Ike Clanton, der laut Epitaph unbewaffnet war, lief davon und blieb unversehrt.[1, 2, 5]

Als die Schüsse verstummt waren, wollte Sheriff Behan nach Colemans Bericht Wyatt Earp festnehmen. Earp lehnte ab und warf Behan vor, ihn getäuscht zu haben.[5] Der Epitaph meldete, die Pfeifen der Gruben Vizina und Tough Nut hätten Alarm gegeben, Bergleute und Bürger hätten sich bewaffnet, und zehn Männer hätten das Gefängnis des County bewacht. Die Zeitung stellte sich schon in diesem ersten Bericht hinter die Earps; als Beleg für den Hergang taugt er deshalb nur mit Vorsicht.[5]

Mordanzeige und Anhörung vor Richter Spicer

Am 28. Oktober 1881 stellte eine Leichenschau unter Coroner Henry Mathews fest, dass die Earps und Holliday die drei Männer getötet hatten, wies aber niemandem eine Schuld zu.[3] Am 29. Oktober zeigte Ike Clanton die Earps und Holliday wegen Mordes an. Eine solche Anzeige eines Bürgers genügte damals, um ein Strafverfahren einzuleiten.[2, 3] Richter Wells Spicer erließ Haftbefehl gegen Wyatt Earp und Holliday und begann am 31. Oktober eine Voranhörung, die klären sollte, ob es zu einem Mordprozess kommt.[3, 4] Wyatt Earp sagte dort aus, er, seine Brüder und Holliday hätten in Notwehr gehandelt.[2]

Die Beweisaufnahme endete am 29. November, am 30. November 1881 entschied Spicer.[3] Er nannte es unklug und tadelnswert, dass Virgil Earp ausgerechnet Wyatt Earp und Holliday zu Hilfe gerufen hatte, die mit Ike Clanton und Tom McLaury im Streit lagen, sah darin aber nichts Strafbares.[4] Nach seiner Würdigung stützte das Gewicht der Aussagen Wyatt Earps Darstellung, dass Billy Clanton und Frank McLaury auf die Aufforderung hin ihre Revolver zogen oder dazu ansetzten. Die Beschuldigten hätten als Beamte in Ausübung ihrer Pflicht gehandelt, und kein Geschworenengericht des Territoriums würde sie nach dieser Beweislage verurteilen.[4]

Da kein hinreichender Grund besteht, die genannten Wyatt S. Earp und John H. Holliday des bezeichneten Vergehens für schuldig zu halten, ordne ich ihre Freilassung an.

Wells Spicer, Richter in Tombstone, Entscheidung nach der Voranhörung vom 30. November 1881, letzter Absatz Übersetzung der Redaktion[4]

Einen Prozess mit Freispruch gab es also nicht. Spicer stellte das Verfahren ein, weil er keinen hinreichenden Verdacht für eine Mordanklage sah.[2, 4] Er wies selbst darauf hin, dass die Grand Jury des County gerade tagte und trotz seiner Entscheidung Anklage erheben konnte.[4] Sheriff Behan nahm den Fall laut NPS-Nomination später wieder auf, nachdem der amtierende Gouverneur John J. Gosper Wyatt Earp beauftragt hatte, die Banden aus dem County zu vertreiben.[1]

Kleiner Gerichtssaal einer Grenzstadt mit schlichtem Richtertisch aus Holz, leeren Stühlen und einer Petroleumlampe, Nachmittagslicht fällt durchs Fenster auf die Dielen
Nachempfundene Szene: Gerichtssaal einer Stadt im Westen um 1880 Bild: KI-generiert

Welche Folgen hatte die Schießerei?

Die NPS-Nomination widerspricht dem verbreiteten Bild einer reinigenden Wirkung der Schießerei (catharsis): Sie habe den Streit nur weiter angeheizt, und allein ein rasches Auftreten der Bürgerwehr habe die Stadt damals ruhig gehalten.[1] Am 28. Dezember 1881 wurde Virgil Earp aus dem Hinterhalt angeschossen und schwer verwundet. Ike Clanton geriet in Verdacht, beteiligt zu sein, nachgewiesen wurde es nie.[3] Virgils Arm blieb dauerhaft beeinträchtigt, die Stadt setzte einen anderen Marshal ein, und auch Bürgermeister John Clum, der Herausgeber des Epitaph, entging nur knapp einem Anschlag.[1]

Im März 1882 wurde Morgan Earp in Hatch's Saloon beim Billardspiel erschossen; das Bundesberufungsgericht nennt den 18., die NPS-Nomination den 19. März.[3, 1] Als Wyatt und sein jüngster Bruder Warren den verwundeten Virgil und dessen Frau nach Tucson begleiteten, erschoss Wyatt am 20. März 1882 Frank Stilwell, den er zu den Tätern zählte. Später tötete er Florentino Cruz, einen weiteren Verdächtigen.[1, 6, 8] Wyatt ritt nun mit Haftbefehlen des Bundes gegen Männer, die Sheriff Behan zu seinen Hilfssheriffs gemacht hatte, darunter Curly Bill Brocius. Bei Iron Springs, wo ihm die Gegenseite aufgelauert hatte, erschoss er nach der NPS-Nomination Curly Bill.[1] Wie viele Männer Wyatt Earp auf diesem Rachezug tötete, geben die Quellen verschieden an: mindestens zwei laut Encyclopaedia Britannica, drei laut dem Blog der National Archives.[8, 7]

Die Earps gingen nach Colorado, um dort ihre Auslieferung an das Pima County abzuwarten. Der Gouverneur des Territoriums und der Sheriff des Pima County teilten Gouverneur Pitkin von Colorado mit, sie könnten die Sicherheit der Earps nicht garantieren, und Pitkin lieferte sie nicht aus.[1] Am 3. Mai 1882 forderte Präsident Chester A. Arthur in einer Proklamation alle, die im Arizona-Territorium die Bundesgesetze mit Gewalt behinderten, auf, sich bis zum Mittag des 15. Mai zu zerstreuen.[18] Die NPS-Nomination beschreibt das als Drohung mit dem Kriegsrecht. Im Juli kam Johnny Ringo bei Turkey Creek ums Leben, und die Zeit der Gewalt um Tombstone ging zu Ende.[1]

Doc Holliday starb am 8. November 1887 mit 36 Jahren in Colorado an Tuberkulose.[3] Virgil Earp starb 1905.[8] Wyatt Earp lebte zuletzt in Kalifornien und starb am 13. Januar 1929 in Los Angeles.[8]

Zeitleiste

Zeitleiste: Schießerei am O.K. Corral
  1. 25.10.1881Ike Clanton droht in Tombstone, die Earps und Doc Holliday zu töten.[1]
  2. 26.10.1881Schießerei auf einem Grundstück an der Fremont Street: Billy Clanton und Frank und Tom McLaury sterben.[1, 2]
  3. 28.10.1881Die Leichenschau unter Coroner Henry Mathews stellt fest, wer die drei Männer tötete, und weist keine Schuld zu.[3]
  4. 29.10.1881Ike Clanton zeigt die Earps und Holliday wegen Mordes an; Richter Spicer erlässt Haftbefehl gegen Wyatt Earp und Holliday.[3, 4]
  5. 31.10.1881Richter Wells Spicer beginnt die Voranhörung.[3]
  6. 30.11.1881Spicer sieht keinen hinreichenden Grund für eine Mordanklage und lässt Wyatt Earp und Holliday frei.[3, 4]
  7. 28.12.1881Virgil Earp wird aus dem Hinterhalt angeschossen und schwer verwundet.[3]
  8. März 1882Morgan Earp wird beim Billardspiel erschossen (18. März laut Second Circuit, 19. März laut NPS).[1, 3]
  9. 20.03.1882Wyatt Earp erschießt Frank Stilwell, später auch Florentino Cruz.[6] Wyatt Earp
  10. 03.05.1882Präsident Chester A. Arthur fordert in einer Proklamation alle, die im Arizona-Territorium die Bundesgesetze mit Gewalt behindern, auf, sich bis zum Mittag des 15. Mai zu zerstreuen; die NPS-Nomination nennt das eine Drohung mit dem Kriegsrecht.[18, 1]
  11. 08.11.1887Doc Holliday stirbt mit 36 Jahren in Colorado an Tuberkulose.[3] Doc Holliday
  12. 13.01.1929Wyatt Earp stirbt in Los Angeles.[8] Wyatt Earp
  13. 1961Der alte Stadtkern von Tombstone wird National Historic Landmark.[1] Tombstone

Wie die Schießerei zur Legende wurde

Am 27. Oktober 1881 titelte der Tombstone Daily Epitaph "Yesterday's Tragedy. Three Men Hurled Into Eternity in the Duration of a Moment", übersetzt etwa: Die Tragödie von gestern, drei Männer in einem Augenblick in die Ewigkeit geschleudert.[5] Die Nachricht ging durch Zeitungen weit über Arizona hinaus. Die Library of Congress führt etwa den Salt Lake Herald vom 28. Oktober 1881 mit der Überschrift "Battle with Cowboys" und den Arizona Weekly Citizen aus Tucson vom 30. Oktober mit "A Desperate Street-Fight".[6]

Berühmt wurde vor allem Wyatt Earp, obwohl nach verschiedenen Berichten Virgil die wichtigere Rolle spielte, wie Britannica schreibt.[8] Die erste große Biografie, Stuart N. Lakes "Wyatt Earp, Frontier Marshal" von 1931, entstand mit Earps Mitarbeit. Sie zeichnete laut Britannica ein ziemlich fiktionalisiertes Bild eines furchtlosen Gesetzeshüters, und viele von Earps Angaben erwiesen sich später als übertrieben oder unwahr.[8] Selbst die NPS-Nomination von 1978 deutet den Kampf noch als Moralstück (morality play) über Mut und Feigheit, Treue und Verrat.[1]

Lakes Buch war die Vorlage für John Fords "Faustrecht der Prärie" (My Darling Clementine, USA 1946) mit Henry Fonda als Wyatt Earp und Victor Mature als Doc Holliday.[10] Im Film lässt sich Earp in Tombstone als Sheriff anwerben. Das Lexikon des internationalen Films merkt an, Ford habe Earp noch selbst gekannt, und spricht von einer Verklärung zum "poetischen Mythos".[10] John Sturges drehte 1957 "Zwei rechnen ab" (Gunfight at the O.K. Corral) mit Burt Lancaster und Kirk Douglas; das Lexikon sieht darin eher eine packende Geschichte als Geschichtsschreibung.[11] Britannica urteilt, beide Filme gingen frei mit dem Stoff um, Sturges bleibe aber näher an den Tatsachen als Ford.[9] Später folgten Tombstone von George Pan Cosmatos, Produktionsjahr 1993, mit Kurt Russell und Val Kilmer, und Lawrence Kasdans Wyatt Earp: Das Leben einer Legende mit Kevin Costner und Dennis Quaid, der im September 1994 in die deutschen Kinos kam.[12, 13]

Erinnerung heute

1961 wurde der alte Stadtkern von Tombstone National Historic Landmark, also Baudenkmal von nationaler Bedeutung.[1] Die Lehmziegelbüros des O.K. Corral an der Allen Street standen 1978 noch; die NPS-Nomination beschreibt sie als Museum mit ausgeschnittenen Figuren der Kämpfer.[1] Heute betreibt die Tombstone Historama Corporation das Gelände. Nach eigenen Angaben stehen dort lebensgroße Figuren der acht Beteiligten an der Stelle, an der die Schießerei nach einer ausgestellten Skizze von Wyatt Earp begann, und Darsteller spielen den Kampf täglich nach.[16]

Das Bundesberufungsgericht für den Second Circuit in New York spielt die Voranhörung vor Richter Spicer in seinem Bildungsprogramm "Justice For All" nach. Es nutzt den Fall für eine Frage, die es für heute wichtig hält: Wann darf ein Gesetzeshüter tödliche Gewalt anwenden?[2]

Verwitterte Stalltore aus Holz und ein Anbindebalken an einem sonnigen Pferch in einer Wüstenstadt, über dem Zaun liegt ein Sattel
Nachempfundene Szene: Pferch und Stall in einer Stadt im Südwesten Bild: KI-generiert

Wo liegt der Schauplatz?

Der Schauplatz liegt in Tombstone im Cochise County in Arizona, an der Fremont Street hinter den Stallungen des O.K. Corral.[1] Der Punkt auf der Karte ist der Ortspunkt von Tombstone im amtlichen Ortsnamenverzeichnis GNIS des U.S. Geological Survey.[14]

Karte: Tombstone, Schauplatz der Schießerei am O.K. Corral118° W116° W114° W112° W110° W108° W106° W104° W102° W30° N32° N34° N36° N38° N40° N1Schießerei am O.K. Corral
Karte: Tombstone, Schauplatz der Schießerei am O.K. Corral
  1. 1Schießerei am O.K. Corral (Tombstone, Arizona) 31,71° N, 110,07° W[14]
Umrisse: Natural Earth (gemeinfrei). Eigene Darstellung ohne Kartendienst.

Mythos und Wahrheit

Die Schießerei am O.K. Corral im Film

Im Film

Häufige Fragen

Wann war die Schießerei am O.K. Corral?

Am 26. Oktober 1881 am frühen Nachmittag in Tombstone im Arizona-Territorium. Nach der Beschreibung des National Park Service brachen die Earps kurz nach zwei Uhr auf, ein Augenzeuge im Tombstone Epitaph sah ihre Gegner um 14.30 Uhr.

Wie lange dauerte die Schießerei am O.K. Corral?

Weniger als 30 Sekunden laut dem Bundesberufungsgericht für den Second Circuit, 30 bis 60 Sekunden laut der Beschreibung des National Park Service von 1978. Nach dieser fielen auf jeder Seite 17 Schüsse.

Wer starb bei der Schießerei am O.K. Corral?

Billy Clanton und die Brüder Frank und Tom McLaury. Virgil und Morgan Earp und Doc Holliday wurden verwundet, Wyatt Earp blieb unverletzt, Ike Clanton lief davon.

Fand die Schießerei wirklich im O.K. Corral statt?

Nicht im Stall selbst. Die Männer standen sich auf einem freien Grundstück an der Fremont Street gegenüber, zwischen Flys Fotoatelier und dem Harwood House. Das Gelände des Corrals reichte von der Allen Street bis dorthin.

Wurden die Earps für die Schießerei verurteilt?

Nein. Ike Clanton zeigte sie und Holliday wegen Mordes an, doch Richter Wells Spicer sah nach einer Voranhörung am 30. November 1881 keinen hinreichenden Grund für eine Anklage und ließ Wyatt Earp und Holliday frei. Einen Prozess gab es nicht.

Welches Amt hatte Wyatt Earp in Tombstone?

Laut der Beschreibung des National Park Service war er Deputy U.S. Marshal, ein Hilfsbeamter des US Marshal. Richter Spicer nennt ihn für den 26. Oktober 1881 einen vereidigten Polizisten. Stadtmarschall war sein Bruder Virgil, Sheriff des County John Behan.

Was bedeutet O.K. Corral?

Corral ist das spanische und englische Wort für einen Pferch, in dem Vieh eingesperrt oder eingefangen wird. Der O.K. Corral war ein Stall mit Büros an der Allen Street in Tombstone; nach ihm ist die Schießerei benannt, obwohl sie auf einem Grundstück dahinter stattfand.

Quellen

  1. Amtliche Stelle Showdown at the O.K. Corral: The Trial of Wyatt Earp. United States Court of Appeals for the Second Circuit, Justice For All. Stand 19.10.2023. abgerufen am 24.10.2026
  2. Amtliche Stelle Showdown at the O.K. Corral: The Trial of Wyatt Earp, Timeline. United States Court of Appeals for the Second Circuit, Justice For All. Stand 20.10.2023. abgerufen am 24.10.2026
  3. Primärquelle Decision of Judge Wells Spicer after the Preliminary Hearing in the Earp-Holliday Case, 30. November 1881 (Abschrift in Famous Trials von Douglas O. Linder). Famous Trials, Douglas O. Linder (früher University of Missouri-Kansas City School of Law). Stand 1881, Onlinefassung ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  4. Primärquelle Yesterday's Tragedy. Three Men Hurled Into Eternity in the Duration of a Moment (Tombstone Daily Epitaph, 27. Oktober 1881; Abschrift in Famous Trials von Douglas O. Linder). Famous Trials, Douglas O. Linder (früher University of Missouri-Kansas City School of Law). Stand 1881, Onlinefassung ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  5. Archiv Wyatt Earp: Topics in Chronicling America (Introduction sowie Search Strategies and Selected Articles). Library of Congress, Research Guides. Stand 12.06.2025. abgerufen am 24.10.2026
  6. Archiv How the West was Won: Marshal Dake, the Earp Brothers, and the Tombstone Shootout (Blog The Text Message, Katie Beaver). U.S. National Archives. Stand 26.10.2011, aktualisiert 09.04.2020. abgerufen am 24.10.2026
  7. Nachschlagewerk Wyatt Earp (American frontiersman). Encyclopaedia Britannica. Stand 31.07.2026. abgerufen am 24.10.2026
  8. Nachschlagewerk Gunfight at the O.K. Corral (Film von 1957, Lee Pfeiffer). Encyclopaedia Britannica. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  9. Filmdatenbank Faustrecht der Prärie (My Darling Clementine, USA 1946). filmdienst.de, Lexikon des internationalen Films. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  10. Filmdatenbank Zwei rechnen ab (Gunfight at the O.K. Corral, USA 1957). filmdienst.de, Lexikon des internationalen Films. Stand Aktualisiert am 07.02.2020. abgerufen am 24.10.2026
  11. Filmdatenbank Tombstone (USA 1993). filmdienst.de, Lexikon des internationalen Films. Stand Aktualisiert am 17.03.2001. abgerufen am 24.10.2026
  12. Filmdatenbank Wyatt Earp: Das Leben einer Legende (Wyatt Earp, USA, Produktionsjahr 1993). filmdienst.de, Lexikon des internationalen Films. Stand Aktualisiert am 26.05.1997. abgerufen am 24.10.2026
  13. Nachschlagewerk corral (Wörterbucheintrag mit Etymologie). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  14. O.K. Corral Gunfight Site, Tombstone AZ (Angaben des Betreibers über sich selbst). Tombstone Historama Corporation. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  15. Nachschlagewerk Wyatt Earp (Kansapedia). Kansas Historical Society. Stand April 2013. abgerufen am 24.10.2026
  16. Primärquelle Chester A. Arthur, Proclamation 253: Law and Order in the Territory of Arizona, 3. Mai 1882. The American Presidency Project, University of California, Santa Barbara. Stand 1882. abgerufen am 24.10.2026

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    Tombstone in Arizona entstand nach dem Silberfund von 1877 und wurde 1881 durch die Schießerei am O.K.

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