Cowboys und AlltagThema
Der Saloon im Wilden Westen
Kurz erklärt Ein Saloon war im 19. Jahrhundert im Westen der USA eine Kneipe mit Tresen, oft auch mit Essen, Glücksspiel und Musik. Er war Treffpunkt und Nachrichtenbörse, in Langtry in Texas sogar Gerichtssaal. Lizenzgebühren und Alkoholverbote verdrängten ihn: Kansas verbot Alkohol ab 1881, die ganzen USA vom 17. Januar 1920 bis 1933.

Was war ein Saloon im Wilden Westen?
Ein Saloon war eine Kneipe mit Ausschank alkoholischer Getränke, wie es sie besonders im 19. Jahrhundert im Westen der USA gab; so beschreibt ihn das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS). Das Wort geht über das Englische auf das französische "salon" zurück und bezeichnete im Deutschen des 19. Jahrhunderts zunächst einen Gesellschaftsraum. Die Bedeutung Trinkstube, Bar oder Kneipe entstand im amerikanischen Englisch und kam vor allem über Westernfilme ein zweites Mal ins Deutsche.[1]
Viele Saloons in Virginia City in Nevada boten außer Getränken auch Mahlzeiten und Zerstreuung. Die Wirte versuchten, sich mit Einrichtung, Speisen und Getränken von anderen Lokalen abzuheben. Einige Lokale zielten auf bestimmte ethnische Gruppen, andere auf breitere Kundschaft, und die Spanne reichte von einfachen bis zu teuren Häusern. Vier dieser Saloons haben Archäologen von 1993 bis 2001 ausgegraben und dabei fast 300.000 Gegenstände geborgen, von Flaschen und Tellern bis zu Geräten für das Glücksspiel.[2]
Wie sah ein Saloon innen aus?
Thomas J. Dimsdale beschrieb 1866 die Tanzhäuser der Goldgräberorte in Montana als großen Saal: an einem Ende die Bar, quer durch den Raum ein Geländer, an einer Seite eine erhöhte Bühne für die Musiker.[3]
Wie ein besser ausgestatteter Saloon aussah, zeigt der National Park Service im Mascot Saloon in Skagway in Alaska, der im Zustand von 1905 bis 1916 wiederhergestellt ist. Seine Bar war nach Angaben des Parks aufwendiger als die der meisten Saloons. Barhocker gab es nicht, die Gäste tranken im Stehen, mit einer Fußstange am Tresen, Spucknäpfen aus Messing und Bartüchern. Die stärkeren Spirituosen standen auf der Rückwand hinter der Bar, Zigarren lagen in einer Vitrine an der Tür. Türen hinter dem Tresen führten in ein Nachbargeschäft oder in einen Raum für das Glücksspiel.[4]
In Virginia City gingen die Unterschiede weit auseinander. Der Hibernia-Saloon, der in den 1880er Jahren öffnete und Iren bediente, hatte eine der ärmlichsten Einrichtungen und eines der schlechtesten Speiseangebote im Ort. Der Boston Saloon bot dagegen die besten Fleischstücke, feine Kristallgläser und eine der besten Beleuchtungen der vier ausgegrabenen Lokale. In der Zeitung Territorial Enterprise warb der Delta Saloon 1867 mit einem Lesezimmer, andere Saloons mit Billard, Kegelbahn und Shuffleboard.[2]
Was wurde im Saloon getrunken und gegessen?
Dimsdale nannte den Whiskey der Goldgräberorte 1866 giftig. Die Mischungen, die unter diesem Sammelnamen verkauft wurden, hießen dort "Tangle-leg", "Forty-rod", "Lightning" oder "Tarantula-juice". Im Tanzhaus kostete nach seinen Angaben eine Flasche Champagner 12 Dollar in Gold, ein Drink 25 bis 50 Cent.[3]
In Virginia City unterschieden sich die Saloons nach dem Preis. In einem "one-bit saloon" kosteten eine Zigarre, ein Bier oder ein Glas Whiskey je 12,5 Cent. Bier vom Fass konnte der Hibernia-Saloon ausschenken, weil er einen Vertrag mit einer Brauerei hatte.[2]
Im Mascot Saloon in Skagway gab es ab 1899 Pilsener aus örtlicher Brauerei, ein "Schooner" kostete einen Nickel. Mitbesitzer Charles Sacke war früher Brauer in Seattle gewesen und besaß die Skagway City Brewery.[4] Sein Partner Albert Reinert hatte vorher ein Restaurant geführt; sein kostenloser Mittagstisch reichte von Muschelsuppe über Rippchen mit Sauerkraut bis zu mexikanischen Enchiladas. Das Essen sollte nach dem National Park Service Gäste anlocken und zum Trinken bringen.[4]

Wer ging in den Saloon?
In Virginia City bedienten die Saloons nach einer Rezension in der Fachzeitschrift Archaeology eine ethnisch gemischte Bevölkerung aus Bergleuten, Ladenbesitzern und wohlhabenden Honoratioren.[5] William A. G. Brown, ein frei geborener Afroamerikaner aus Massachusetts, eröffnete dort 1866 den Boston Saloon einen Block abseits der Hauptstraße, als würdigen Ort für Afroamerikaner.[2] Die Archäologin Kelly J. Dixon deutet ihn nach den Funden als gehobenen Rückzugsort vor den allgegenwärtigen Beschränkungen, denen Schwarze in Virginia City unterlagen.[5]
In Skagway durften nichtweiße Gäste nach dem National Park Service nur in einigen Saloons trinken, Frauen in der Öffentlichkeit gar nicht.[6] Im Mascot Saloon mussten Frauen und Kinder anfangs einen eigenen Familieneingang an der Third Avenue nehmen, weil sie sich nach dem Recht Alaskas nicht mit den Männern an der Bar aufhalten durften. Ab 1903 war Frauen auch dieser Eingang verwehrt.[4]
Für die Männer war der Mascot eine Nachrichtenbörse. Zeitungen aus Skagway und Seattle wurden an der Bar laut vorgelesen, über eine Telegrafenleitung kamen Nachrichten und Sportergebnisse direkt ins Lokal. Zur Zeit des Klondike-Goldrauschs durften erschöpfte Goldsucher ihre Bettrolle auf dem Boden ausbreiten und schlafen, bevor sie zum Trail aufbrachen.[4, 6]
Wer stand hinter dem Tresen?
Mark Twain stellte den Saloonwirt in "Roughing It" (1872) ganz oben in die Gesellschaft. In Nevada standen nach seiner Darstellung eine Zeit lang der Anwalt, der Zeitungsredakteur, der Bankier, der oberste Desperado, der oberste Spieler und der Saloonwirt auf derselben Stufe, und zwar auf der höchsten.[7] Das Buch über seine sechs Jahre in Nevada, San Francisco und auf den Sandwich-Inseln mischt eigene Erlebnisse mit erfundenen Geschichten; schon bei Erscheinen galt es als Werk der Übertreibung.[8]
Seine Meinung hatte Gewicht. Es war sein Vorrecht zu bestimmen, wie die Wahlen ausgehen sollten.
Einzelne Barkeeper (englisch bartender) stiegen auf. Chris Shea vom Mascot Saloon wurde später Bürgermeister von Skagway.[4] Zu den Personen mit Bezug zu Ford County, zu dem Dodge City gehört, zählt die Kansas Historical Society Chalkey Beeson, Viehzüchter, Saloonbesitzer und Farmer.[9]
In Texas wurde ein Saloon zum Gericht. Roy Bean hatte in San Gabriel in Kalifornien den Saloon seines ermordeten Bruders Joshua geerbt und in Mesilla in New Mexico mit seinem Bruder Sam einen Saloon betrieben. Am 2. August 1882 ernannten ihn die Kommissare des Pecos County zum Friedensrichter, ein Amt, das er mit Unterbrechungen bis 1902 behielt.[10] In Langtry hielt er Gericht in seinem Jersey Lilly Saloon.[11] Nach der Bildunterschrift eines Fotos in den National Archives hielt er 1900 Gericht über einen Pferdedieb; das Gebäude, heißt es dort, war Gericht und Saloon zugleich.[12] Bean starb am 16. März 1903 in seinem Saloon.[10]

Welche Arbeit hatten Frauen in Saloons und Tanzhäusern?
In den Tanzhäusern, die Dimsdale 1866 schilderte, waren die Frauen bezahlte Tanzpartnerinnen; das Wort "Saloon-Girl" benutzte er nicht. Sie saßen hinter dem Geländer; ein Mann kaufte für einen Dollar in Gold eine Karte und forderte damit eine von ihnen auf, nach dem Tanz ging es an die Bar. Eine gefragte Tänzerin sammelte an einem Abend fünfzig Karten und verdiente damit 26 Dollar. Dimsdale nannte die Tänzerinnen "hurdy-gurdies", die Berufstänzerinnen waren nach seinen Worten in der Regel "Teutons", also Deutsche.[3]
Dimsdale urteilte streng über die Tanzhäuser. Der meistbesuchte Tanz, schrieb er, sei der mit Frauen, denen Vergnügen mehr gelte als Ruhm, und das Übel beginne im Tanzhaus erst. Er erwähnte auch Frauen von leichter Tugend, die durch das Camp spazierten und fabelhafte Summen für erkaufte Gunst erhielten. In jedem Tanzhaus, das in den ersten Tagen eines Bergbauorts länger geöffnet war, sei es zu Schießereien gekommen.[3] Für die Saloons von Virginia City nennt die Rezension in Archaeology Trinken, Glücksspiel, Rauchen und "vielleicht" Prostitution als feste Bestandteile.[5] In Skagway erinnert der National Park Service mit einer Außenausstellung am Goldberg Cigar Store und den benachbarten "cribs" an die Sexarbeiterinnen der Goldrauschzeit.[13]
Wie gefährlich war der Saloon?
Im Orient Saloon in Bisbee in Arizona war um 1900 eine Runde des Kartenspiels Faro "in vollem Gang", so die Unterschrift eines Fotos in den National Archives; am Tisch sitzen und stehen der Kartengeber, ein Mitbesitzer und weitere Gäste.[12] Dimsdale beschrieb 1866 öffentliche Spielhäuser mit offenen Türen und lauter Musik, in denen Streit oft auf der Stelle mit roher Gewalt, mit dem Messer oder dem Revolver entschieden wurde.[3]
Bilder der Zeit übertrieben die Gewalt mitunter. J. Ross Browne, Künstler und Schriftsteller, zeichnete 1862 eine Szene im "Cozy Home" in Virginia City und schwelgte dabei in Gewaltausbrüchen; nach den Archäologen der Ausstellung waren Kämpfe seltener, als seine Zeichnung vermuten lässt.[2] Über den Mascot Saloon berichtete die Lokalpresse trotzdem von Prügeleien, gezogenen Pistolen und Steinen, die durch die Schaufenster flogen.[4]
Als Wild Bill Hickok 1871 Stadtmarshal von Abilene in Kansas war, stand er nach der Kansas Historical Society im Ruf, die meiste Zeit beim Kartenspiel im Saloon zu verbringen. Bei einer Schießerei im Alamo Saloon starben zwei Männer.[14] Einer von ihnen war der städtische Polizist Mike Williams, den Hickok im Tumult versehentlich erschoss; der andere war Phil Coe, Mitbesitzer des Bull's Head Saloon.[14, 20]
Wie endete die Zeit der Saloons?
In Texas gab es früh Versuche, den Ausschank zu begrenzen. Die Republik Texas führte 1843 die "local option" ein: Nachbarschaften, Städte und Countys durften den Verkauf von Alkohol in ihren Grenzen verbieten. Ein Gesetz von 1845 verbot Saloons sogar, wurde aber nie durchgesetzt und 1856 aufgehoben.[15]
Skagway setzte auf Gebühren. Ab Anfang 1899 mussten die Saloons dort eine Lizenz für 1.500 Dollar bezahlen; von 80 Saloons, die im Januar 1899 gemeldet waren, blieb bis April nur ein Dutzend.[4]
Kansas schrieb als erster Bundesstaat das Alkoholverbot in seine Verfassung. Im November 1880 nahmen die Wähler den Zusatz an, der Herstellung und Verkauf berauschender Getränke verbot; das Gesetz galt ab dem 1. Mai 1881.[16, 17] Viele Wirte machten trotzdem weiter. In der Hauptstadt Topeka hatten 1883 noch 43 "joints" geöffnet, wie die illegalen Kneipen hießen, und die Betreiber zahlten laut einem Bericht jeden Monat 100 Dollar Strafe.[16, 17]
Auch Dodge City ließ seine Saloons nach 1881 weiter ausschenken. 1883 verschärfte der Stadtrat die Regeln, vor allem gegen den Long Branch Saloon; dessen Mitbesitzer Luke Short wurde verhaftet und aus der Stadt gebracht. Revolvermänner wie Wyatt Earp und Bat Masterson kamen ihm zu Hilfe, dann einigten sich die Lager. 1885 fügte sich Dodge City dem Verbot, und die Saloons mussten schließen oder sich umstellen.[9]
Carry Nation aus Medicine Lodge griff zur Gewalt gegen Sachen. Im Juni 1900 zerstörte sie in Kiowa mit Steinen ihren ersten Saloon, am 26. Januar 1901 kam sie nach Topeka.[16] Mehrere hundert Frauen und einige Männer schlossen sich ihr als "Home Defenders" an und gingen im ganzen Staat gegen die "joints" vor. Einen Steinmetzhammer, den ihr ein Anhänger der Abstinenzbewegung geschenkt hatte, zeigt heute das Kansas Museum of History.[17] Wirksam durchgesetzt wurden die Gesetze in Kansas erst ab 1907.[16]
Für das landesweite Verbot sorgte vor allem die Anti-Saloon League. Die 1893 gegründete Organisation war nach dem Verfassungskommentar "Constitution Annotated" am stärksten dafür verantwortlich, dass der 18. Zusatzartikel zur US-Verfassung zustande kam. Der Kongress schlug ihn am 18. Dezember 1917 vor, ratifiziert war er am 16. Januar 1919, in Kraft trat er am 17. Januar 1920. Er verbot Herstellung, Verkauf und Transport berauschender Getränke zu Genusszwecken.[18] Bis 1917 hatten schon alle Staaten der Great Plains außer Texas und Wyoming eigene Prohibitionsgesetze.[19]
In Skagway stimmte die Stadt 1916 für ein Verbot, ausgenommen Alkohol als Arznei; am 21. August 1916 schloss Deputy Marshal Frank Cook die Saloons, auch den Mascot.[4] Der 18. Zusatzartikel wurde 1933 aufgehoben, Kansas hielt noch bis 1948 an seinem Verbot im ganzen Bundesstaat fest.[16]
Zeitleiste: vom Saloon zum Alkoholverbot
- 1843Die Republik Texas führt die "local option" ein: Nachbarschaften, Städte und Countys dürfen den Verkauf von Alkohol verbieten.[15]
- 1845Ein texanisches Gesetz verbietet Saloons; es wird nie durchgesetzt und 1856 aufgehoben.[15]
- 1866William A. G. Brown eröffnet in Virginia City (Nevada) den Boston Saloon als Lokal für Afroamerikaner.[2] Virginia City
- 1871Wild Bill Hickok ist Stadtmarshal von Abilene; bei einer Schießerei im Alamo Saloon werden zwei Männer getötet.[14] Wild Bill Hickok
- November 1880Die Wähler in Kansas nehmen das Verbot von Herstellung und Verkauf berauschender Getränke in die Verfassung auf.[16]
- 01.05.1881Das Alkoholverbot in Kansas tritt in Kraft.[16]
- 02.08.1882Die Kommissare des Pecos County ernennen Roy Bean zum Friedensrichter.[10] Judge Roy Bean
- 1883Der Stadtrat von Dodge City geht gegen den Long Branch Saloon vor; Mitbesitzer Luke Short wird verhaftet und aus der Stadt gebracht.[9] Dodge City
- 1885Dodge City fügt sich dem Alkoholverbot, die Saloons müssen schließen oder sich umstellen.[9] Dodge City
- 1893Die Anti-Saloon League wird gegründet.[18]
- Januar 1899In Skagway sind 80 Saloons gemeldet; nach einer neuen Lizenzgebühr von 1.500 Dollar bleibt bis April nur ein Dutzend.[4] Klondike-Goldrausch
- Juni 1900Carry Nation zerstört in Kiowa (Kansas) mit Steinen ihren ersten Saloon.[16]
- 26.01.1901Carry Nation kommt nach Topeka; sie und ihre Anhänger gehen in den folgenden Wochen gegen illegale Kneipen vor.[16, 17]
- 16.03.1903Roy Bean stirbt in seinem Saloon.[10] Judge Roy Bean
- 21.08.1916Skagway hat für ein Alkoholverbot gestimmt; Deputy Marshal Frank Cook schließt die Saloons der Stadt, auch den Mascot Saloon.[4]
- 16.01.1919Der 18. Zusatzartikel zur US-Verfassung ist ratifiziert.[18]
- 17.01.1920Der 18. Zusatzartikel tritt in Kraft: Herstellung, Verkauf und Transport berauschender Getränke sind in den USA verboten.[18]
- 1933Der 18. Zusatzartikel wird aufgehoben.[16]
- 1948Kansas beendet sein landesweites Alkoholverbot.[16]
Mythos und Wahrheit
Einen Teil der Schuld an den übertriebenen Bildern gibt die Rezension in Archaeology Schreibern wie Mark Twain, der zugab, als Zeitungsmann in Virginia City in den 1860er Jahren die Phantasie zu oft über die Tatsachen siegen gelassen zu haben, wenn es an Nachrichten fehlte.[5] Den Ruf von Dodge City trugen Zeitungen im Osten und Groschenromane weiter, später der Film "Dodge City" von 1939 und die Fernsehserie "Gunsmoke", die laut Kansas Historical Society von 1955 bis 1975 lief.[9]
Wo lassen sich historische Saloons heute sehen?
Der Mascot Saloon in Skagway ist heute eine Ausstellung im Klondike Gold Rush National Historical Park. Der National Park Service ließ ihn von 1986 bis 1990 in den Zustand von 1905 bis 1916 zurückversetzen. Die Szene an der Bar beruht auf historischen Fotos, Berichten und Funden unter dem Gebäude; viele ausgestellte Whiskeyflaschen gleichen denen, die Archäologen dort geborgen haben.[4]
In Langtry in Texas bewahrt das Judge Roy Bean Visitor Center, eine Informationsstelle des texanischen Verkehrsministeriums, Beans hölzernen Saloon und sein Wohnhaus aus Adobe.[11] Die Funde aus Virginia City zeigt Nevada Humanities in der Online-Ausstellung "Havens in a Heartless World".[2]
Mehr zum Leben in der Westernstadt
- Leben in einer Westernstadt: der Alltag rund um den Saloon
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Häufige Fragen
Was ist ein Saloon?
Ein Saloon war eine Kneipe mit Ausschank alkoholischer Getränke, wie es sie besonders im 19. Jahrhundert im Westen der USA gab. Viele Saloons boten auch Essen, Glücksspiel und Unterhaltung.
Woher kommt das Wort Saloon?
Es kommt aus dem Englischen und geht auf das französische "salon" zurück. Die Bedeutung Kneipe oder Bar entstand im amerikanischen Englisch und kam vor allem über Westernfilme ins Deutsche.
Hatten Saloons wirklich Schwingtüren?
Das Bild vom Saloon mit Schwingtüren und Klavier prägen vor allem Westernfilme. Echte Saloons sahen sehr verschieden aus; der Mascot Saloon in Skagway etwa bekam bis 1905 eine Glasfront mit einer doppelten Tür in der Mitte.
Was kostete ein Getränk im Saloon?
In einem "one-bit saloon" in Virginia City kosteten eine Zigarre, ein Bier oder ein Glas Whiskey je 12,5 Cent. Im Mascot Saloon in Skagway kostete ein Bier ab 1899 einen Nickel.
Durften Frauen in den Saloon?
Im Mascot Saloon in Skagway mussten Frauen und Kinder nach dem Recht Alaskas zunächst einen eigenen Familieneingang nehmen, ab 1903 durften Frauen gar nicht mehr hinein. In den Tanzhäusern der Goldgräberorte arbeiteten Frauen als bezahlte Tanzpartnerinnen.
Was war ein Saloon-Girl?
Der Begriff kommt in den zeitgenössischen Quellen dieser Seite nicht vor. Thomas J. Dimsdale beschrieb 1866 die "hurdy-gurdies": Tänzerinnen in den Tanzhäusern der Goldgräberorte, mit denen Männer für einen Dollar in Gold je Karte tanzten. Mehr dazu auf der Seite Prostitution im Wilden Westen.
Wann endete die Zeit der Saloons?
Lizenzgebühren und Alkoholverbote drängten die Saloons zurück. Kansas verbot Alkohol ab 1881, in den ganzen USA galt die Prohibition vom 17. Januar 1920 bis zu ihrer Aufhebung 1933.
Quellen
- Nachschlagewerk Saloon (Bedeutung; Etymologie nach Wolfgang Pfeifer). Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS). Stand 2020. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk Havens in a Heartless World Part I: Virginia City's Saloons and Archaeology of the Wild West (Text Ronald M. James und Kelly J. Dixon). Nevada Humanities, Online Nevada Encyclopedia. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Primärquelle Thomas J. Dimsdale: The Vigilantes of Montana, or Popular Justice in the Rocky Mountains, Kapitel 1. Montana Post Press, D. W. Tilton and Co.; Ausgabe Project Gutenberg, eBook 68146. Stand 1866, eingetragen 1865. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle The Mascot Saloon. National Park Service, Klondike Gold Rush National Historical Park. Stand 29. Juli 2025. abgerufen am 24.10.2026
- Presse Jennifer Pinkowski: Wild West Saloon Life (Rezension zu Kelly J. Dixon, Boomtown Saloons, University of Nevada Press 2005). Archaeology, Archaeological Institute of America, Bd. 58, Nr. 6. Stand November/Dezember 2005. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Mascot Saloon (Ortsseite). National Park Service, Klondike Gold Rush National Historical Park. Stand 29. September 2023. abgerufen am 24.10.2026
- Primärquelle Mark Twain: Roughing It, Kapitel 48. Ausgabe Project Gutenberg, eBook 3177. Stand 1872 (Gutenberg-Ausgabe 2004, aktualisiert 31.03.2024). abgerufen am 24.10.2026
- Fachbuch Mark Twain: Roughing It, hrsg. von Harriet E. Smith, Edgar Marquess Branch, Lin Salamo und Robert Browning (Mark Twain Library), ISBN 9780520268173. University of California Press. Stand 2011. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk Ford County, Kansas (Kansapedia). Kansas Historical Society. Stand August 2023. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk C. L. Sonnichsen: Bean, Roy (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1952, überarbeitet 22. Juli 2015. abgerufen am 24.10.2026
- Presse On the West Texas Frontier, Judge Roy Bean Doled Out Justice as the Law West of the Pecos. Texas Highways, offizielles Reisemagazin des Staates Texas. Stand 24. Oktober 2018. abgerufen am 24.10.2026
- Archiv American West Photographs, Auswahlliste mit den Fotos 111-SC-93343 und 111-SC-93344. National Archives and Records Administration. Stand Einleitung 1974, ergänzt Mai 2021. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Women of the Gold Rush. National Park Service, Klondike Gold Rush National Historical Park. Stand 29. Juli 2019. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk James B. "Wild Bill" Hickok (Kansapedia). Kansas Historical Society. Stand Mai 2018. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle The Price of a Drink (Ausstellung Votes for Women). Texas State Library and Archives Commission. Stand 24. August 2011. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk Prohibition (Kansapedia). Kansas Historical Society. Stand Februar 2023. abgerufen am 24.10.2026
- Museum Carry Nation's Hammer (Kansapedia). Kansas Historical Society, Kansas Museum of History. Stand Juli 2017. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Amdt21.S1.2.1 The Eighteenth Amendment and Prohibition (Constitution Annotated). Congressional Research Service; Ausgabe Legal Information Institute, Cornell Law School. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk K. Austin Kerr: Temperance Movement (Encyclopedia of the Great Plains). University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 24.10.2026
- Fachaufsatz George L. Cushman: Abilene, First of the Kansas Cow Towns (Kansas Historical Quarterly, Bd. 9, Nr. 3, S. 240 bis 258). Kansas Historical Society. Stand August 1940. abgerufen am 24.10.2026
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