GlossarSachgruppe

Musik und Tanz von A bis Z

Kurz erklärt Die Sachgruppe erklärt 18 Begriffe zu Musik und Tanz im Westen der USA, vom Banjo über Fiddle und Square Dance bis zum Western Swing der 1930er Jahre. Ein Hoedown ist im amerikanischen Englisch ein Square Dance oder ein geselliger Abend mit solchen Tänzen, in der Fiddlemusik auch eine schnelle Tanzmelodie.

Banjo, Geige mit Bogen und eine Mundharmonika auf einer verwitterten Holzbank vor dem offenen Tor einer Scheune, dahinter Grasland im Licht der späten Nachmittagssonne
Bild: KI-generiert

An der Frontier tanzten die Siedler auf Ranches, in Forts und in Privathäusern; auf den großen Ranches im Westen von Texas kamen die Leute aus 50 Meilen Umkreis, wenn sich ein Fiddler fand.[5, 6] In Texas trafen britische Fiddle-Melodien, mexikanische Corridos und Fandangos und die Lieder und Polkas deutscher, tschechischer und polnischer Einwanderer zusammen.[4, 5, 11] Mehr zu den Liedern der Viehtreiber steht auf der Seite Cowboy-Lieder und Musik des Westens, zu Festen auf der Seite Western-Party mit echtem Hintergrund und zur Filmmusik auf den Seiten Die besten Western-Soundtracks und Ennio Morricone.

Banjo

Das Banjo ist ein Saiteninstrument mit trommelartigem Korpus, einem Hals mit Bünden und meist vier oder fünf Saiten, die gezupft oder geschlagen werden. Merriam-Webster belegt das englische Wort seit 1708 und hält es für wahrscheinlich afrikanischen Ursprungs, verwandt mit mbanza, dem Namen eines ähnlichen Instruments im Kimbundu.[1]

Den ersten Vorläufer sieht der National Park Service in der Akonting der Jola in Gambia, einer Laute aus einem Kürbis mit aufgespanntem Ziegenfell. Versklavte Afrikaner brachten solche Instrumente über den Atlantik, und frühe Banjos tauchten auf Plantagen im Süden der USA auf. Im frühen 19. Jahrhundert verbreiteten Minstrel-Shows das Banjo im ganzen Land: Weiße Darsteller mit schwarz geschminkten Gesichtern spielten darauf, um Versklavte zu verspotten. Die Bünde am Hals schreibt der Park Service dem Instrumentenbauer Henry Dobson zu, der sie in den 1870er Jahren einführte.[2] Zu den Square Dances und Play-Party-Liedern in den Great Plains spielte man nach der Encyclopedia of the Great Plains Gitarre, Banjo, Mandoline, Geige und Mundharmonika, die wichtigsten Instrumente der amerikanischen Volksmusik.[3]

Caller

Der Caller (englisch für Rufer) ruft beim Square Dance den Tanzenden die Figuren zu. An der Frontier gab es nach der Encyclopedia of the Great Plains weder Tanzmeister noch Tanzschulen, deshalb übernahm einer diese Aufgabe.[6] Bei den ersten zwanglosen Tänzen in Texas war es laut Handbook of Texas meist der Musiker selbst; erst später hieß der Rufer Caller. Die Caller schoben gereimte Zeilen zwischen die eigentlichen Anweisungen, und ihr Sprechgesang griff Umgebung und Beruf der Tanzenden auf.[5]

Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte ein einzelner Caller dank Lautsprecheranlagen große Gruppen erreichen. Rund 4.000 neu ausgedachte Rufe führten dazu, dass Begriffe und Figuren vereinheitlicht wurden.[5] Britannica unterscheidet beim Caller Ansagen, Sprechgesang (patter) und gesungene Rufe.[7]

Conjunto

Der texanisch-mexikanische Conjunto ist nach dem Handbook of Texas eine Spielart der Música norteña. Musiker aus der texanisch-mexikanischen Arbeiterschaft übernahmen dafür von deutschen Siedlern, die im 19. Jahrhundert im Norden Mexikos lebten, das Akkordeon und die Polka. Ende des 19. Jahrhunderts waren billige einreihige Akkordeons leicht zu haben. Tejano-Musiker spielten sie zuerst allein, etwa beim Fandango, und nahmen Ende der 1890er Jahre die Tambora de rancho dazu, eine selbst gebaute Trommel mit Ziegenfell, später den Bajo sexto, eine akustische zwölfsaitige Bassgitarre.[9]

Als Vater des modernen Conjunto gilt Narciso Martínez, der in den 1930er Jahren das zweireihige Akkordeon meisterhaft spielte. Der Kontrabass (tololoche) wurde in den 1940er Jahren üblich und Ende der 1950er Jahre durch den E-Bass ersetzt; Valerio Longoria nahm als Erster ein Schlagzeug dazu. So entstand der moderne Conjunto mit vier Instrumenten: Akkordeon, Bajo sexto, E-Bass und Schlagzeug. In San Antonio findet jedes Jahr das Tejano Conjunto Festival statt.[9]

Corrido

Ein Corrido ist nach Merriam-Webster eine mexikanische Erzählballade, meist über ein aktuelles Thema; das spanische Wort kommt wahrscheinlich vom Partizip des Verbs correr, laufen.[10] Der Volkskundler Américo Paredes vermutete nach dem Handbook of Texas, es gehe auf die andalusische Wendung romance corrido zurück, eine schnell und ohne Kehrreim gesungene Romanze. In der üblichen Form hat der Corrido vierzeilige Strophen mit achtsilbigen Versen und eine einfache Melodie im schnellen Walzertakt, heute oft im Polkarhythmus. In Texas sang man ihn meist zur Gitarre oder zum Bajo sexto, zu Hause, zu Pferd, auf den Plätzen der Orte und in Cantinas.[11]

Corrido und Décima wurden laut Encyclopedia of the Great Plains im 19. Jahrhundert im Süden von Texas beliebt.[3] Der Grenzcorrido am unteren Rio Grande entstand nach 1848 und hatte seine Blüte zwischen 1890 und 1910. Als Inbegriff des Corrido-Helden gilt nach dem Handbook of Texas Gregorio Cortez; die Lieder erzählen, wie ihn um die Jahrhundertwende bis zu 300 Texas Rangers durch Südtexas jagten.[11]

Cotton-Eyed Joe

Cotton-Eyed Joe ist ein Fiddle-Tanzlied. Nach dem Handbook of Texas gehört es zu den Stücken, bei denen die Rufe des Callers mit der Zeit wegfielen und der Text fast so wichtig wurde wie die Melodie. Countrybands nehmen es nach dem Handbook regelmäßig in ihr Programm.[4] Als Tanz ging Cotton-Eyed Joe nach dem Handbook aus einer hüpfenden böhmischen Paarpolka hervor und wurde zu einem beliebten Reihentanz ohne festen Partner.[5]

Cowboy-Lieder

Cowboy-Lieder sind die Volkslieder der Viehtreiber. Nach der Encyclopedia of the Great Plains entstand diese Musik kurz nach dem Bürgerkrieg mit den großen Viehtrieben, die meisten älteren Lieder stammen aus der Zeit von etwa 1870 bis 1920. Bei der Nachtwache ritten die Cowboys um die lagernde Herde und sangen, damit die Rinder ruhig blieben und kein Geräusch eine Stampede auslöste. Meist sang einer allein und kaum je eine Gruppe.[12]

Viele Männer kamen nach dem Ende des Bürgerkriegs aus den Südstaaten nach Texas und brachten Kirchenlieder, Minstrel-Lieder und sentimentale Balladen mit. Manches alte Lied bekam einen neuen Text: Aus der traurigen Geschichte eines auf See bestatteten Seemanns wurde nach dem Handbook of Texas "Bury Me Not on the Lone Prairie".[4] Sammler, bekannte Titel und die Geschichte von "Home on the Range" stehen auf der Seite Cowboy-Lieder und Musik des Westens.

Cowboys' Christmas Ball

Der Cowboys' Christmas Ball ist ein Tanzfest, das jedes Jahr vor Weihnachten in Anson in Texas stattfindet. Im Star Hotel des Orts gab es jedes Jahr einen Weihnachtstanz als Dank für die Kundschaft der Rancher und Cowboys. William Lawrence Chittenden sah dort die Paare Square Dance, Schottisch, Heel-and-Toe-Polka, Walzer und Virginia Reel tanzen und schrieb darüber das Gedicht "The Cowboys' Christmas Ball", das am 19. Juni 1890 in der Zeitung Anson Texas Western erschien. Welcher Ball sein Vorbild war, ist unsicher; meist werden 1885 und 1887 genannt. 1885 spielten ein Kontrabass, ein Tamburin und zwei Fiddles.[13] Den Ball im Dezember 1885 gab nach einem anderen Eintrag des Handbook of Texas M. G. Rhodes.[5]

Die Lehrerin und Volkskundlerin Leonora Barrett belebte den Ball 1934 wieder. Weil immer mehr Gäste kamen, entstand 1940 die Pioneer Hall als feste Stätte des Balls, der inzwischen drei Tage vor Weihnachten dauerte. Im Dezember 2014 fand er zum 80. Mal in Folge statt.[13]

Fandango

Der Fandango ist nach Merriam-Webster ein lebhafter spanischer oder hispanoamerikanischer Tanz im Dreiertakt, meist für einen Mann und eine Frau zu Gitarre und Kastagnetten. Im Englischen ist das Wort seit 1770 belegt.[14]

In Texas bezeichnete Fandango nach dem Handbook of Texas seit der Kolonialzeit auch ein Fest mit Musik, Tanz, Glücksspiel, Trinken und Essen. Es zog Feiernde aus allen Teilen der hispanischen Bevölkerung an und fand das ganze Jahr über auf der Straße, in behelfsmäßigen Tanzsälen oder in Fandango-Häusern statt. Violinen und Gitarren spielten, die Paare tanzten Polka oder Bolero. Bis zu den 1870er Jahren wurden die Fandangos verboten, unauffällig gab es sie aber bis zum Ende des Jahrhunderts.[5] Auch die frühen Akkordeonspieler des Conjunto traten bei Fandangos auf.[9]

Fiddle

Fiddle ist das englische Wort für Geige; Merriam-Webster erklärt es mit violin. Das Wort geht über mittelenglisch fithele auf ein altenglisches Wort zurück, ist seit dem 13. Jahrhundert belegt und vielleicht lautmalerischen Ursprungs.[15] Fiddle-Musik ist Volksmusik auf der Geige; das Handbook of Texas nennt die Melodien der Fiddler als Beispiel für überlieferte Volksweisen.[4]

An der Frontier von Texas gehörte Square-Dance-Musik mit führender Fiddle nach dem Handbook zu den beliebtesten Formen der Volksmusik. Gespielt wurden alte Jigs, Reels und Hornpipes, die schon auf den Britischen Inseln alt waren, als die Siedler in die Neue Welt kamen. Im 19. Jahrhundert holten sich die Fiddler viele Stücke aus der Minstrel-Musik, etwa "Arkansas Traveler" und "Turkey in the Straw". Alte Fiddle-Musik hört man heute nach dem Handbook am besten bei Wettbewerben, zum Beispiel jedes Jahr im Juni in Crockett in Texas.[4]

In die Plains brachten schottische und irische Pelzhändler laut Encyclopedia of the Great Plains Anfang des 19. Jahrhunderts die ersten europäischen Fiddles. Die Métis, Nachkommen französischer, irischer und schottischer Händler und indigener Frauen, spielten keltische und französische Melodien auf eigene Weise, mit unregelmäßig langen Phrasen und freiem Rhythmus.[3] Die Library of Congress bewahrt mit der Sammlung "Fiddle Tunes of the Old Frontier" 184 Tonaufnahmen des Fiddlers Henry Reed aus Glen Lyn in Virginia; der Volkskundler Alan Jabbour nahm ihn 1966 und 1967 auf, als Reed über 80 Jahre alt war.[16]

Hoedown

Ein Hoedown ist nach Merriam-Webster ein Square Dance, in zweiter Bedeutung ein geselliges Treffen mit solchen Tänzen. Für diese zweite Bedeutung nennt das Wörterbuch als frühesten Beleg das Jahr 1936.[18] In der Fiddlemusik heißt so auch eine schnelle Tanzmelodie. Ein Beitrag im Blog des American Folklife Center der Library of Congress beschreibt, wie der Fiddler William Hamilton Stepp das alte Stück "Bonaparte's Retreat" fast doppelt so schnell spielte wie üblich und es so von einem Marsch im Viervierteltakt zu einem Reel oder Hoedown machte. Alan und Elizabeth Lomax nahmen ihn 1937 in Salyersville in Kentucky auf.[19]

Stepps Fassung wurde zum Hauptthema des Satzes "Hoe-Down" in Aaron Coplands Ballett "Rodeo", das die Choreografin Agnes de Mille 1942 bei ihm bestellt hatte. Die Aufnahme selbst hörte Copland wahrscheinlich nie; er lernte die Melodie vermutlich aus der Notenfassung von Ruth Crawford Seeger im Buch "Our Singing Country" von 1941. In der Suite "Four Dance Episodes from Rodeo" spielten Arthur Fiedler und die Boston Pops das Stück 1943 zum ersten Mal.[19]

Leerer Tanzsaal aus Holz mit breiten Dielen, Bänken an den Wänden und einem kleinen Podest mit Kontrabass, Geige und zwei Stühlen, Petroleumlampen an den Balken im warmen Abendlicht
Tanzsaal eines Ranchorts mit Podest für die Musiker Bild: KI-generiert

Honky-Tonk

Honky-Tonk heißt nach Merriam-Webster ein meist billiges Nachtlokal oder Tanzlokal, besonders eines mit Countrymusik, und ein Viertel mit billigen Vergnügungsstätten. Das Wort ist seit 1889 belegt, seine Herkunft ist unbekannt. Als Eigenschaftswort bezeichnet es auch eine Art, Ragtime auf einem aufrechten Klavier zu spielen.[20]

In der Countrymusik heißt so eine Spielart, die nach dem Handbook of Texas im Zweiten Weltkrieg aufkam, als Millionen Menschen vom Land in die Städte zogen, um in Fabriken und Büros zu arbeiten. Ihre Lieder sprachen offen über Alkoholsucht, Untreue und Scheidung. Zu den Wegbereitern zählt das Handbook mehrere Musiker aus Texas, darunter Ernest Tubb, den ersten Countrysänger, der in der Carnegie Hall auftrat.[21] Tubb, geboren am 9. Februar 1914 in Crisp in Texas, stand für die volkstümliche und laute Musik, die als Texas Honky-Tonk in den 1940er Jahren Platten verkaufte und die Leute in die Tanzsäle zog. Sein Lied "Walking the Floor Over You" wurde ein Millionenseller.[22]

Mundharmonika

Die Mundharmonika (englisch harmonica) ist nach Merriam-Webster ein kleines rechteckiges Blasinstrument mit Durchschlagzungen in Luftkanälen, die beim Aus- und Einatmen klingen.[23] Die ersten erkennbaren Mundharmonikas entstanden nach dem Smithsonian Magazine in den 1820er Jahren in Berlin und Wien. 1827 gründete Christian Messner in Trossingen eine Firma, deren Instrumente in den 1830er und 1840er Jahren angesehen waren.[24] Der Uhrenhändler Matthias Hohner gründete seine Firma 1857 und fand in den USA einen großen Markt bei deutschen Einwanderern, die sich über den Süden verteilten.[25] Nach Martin Haeffner vom Deutschen Harmonikamuseum in Trossingen kam die Mundharmonika mit europäischen Einwanderern nach Texas, in den Süden und den Südwesten.[24]

Auf dem Viehtrieb war die Mundharmonika sehr nützlich, schreibt die Oklahoma Historical Society: Sie unterhielt die Cowboys und beruhigte nachts die Rinder, damit sie nicht in einer Stampede davonliefen.[26] Ihre goldene Zeit lag nach einem Buch von Kim Field, das das Smithsonian Magazine zitiert, zwischen den Weltkriegen, als Hollywood-Western sie den Filmcowboys in den Mund legten.[25] Die Mundharmonika in Spiel mir das Lied vom Tod behandelt die Seite zum Film.

Play-Party

Eine Play-Party war nach Merriam-Webster ein geselliges Treffen, vor allem junger Leute auf dem Land in den USA, mit Spielen und Tanzfiguren zu gesungenen Balladen und Klatschen, meist ohne Instrumente.[27] Viele frühe Siedler in Texas hielten Tanz und Fiddlemusik für Sünde, schreibt das Handbook of Texas, und wichen auf die Play-Party aus. Ihre Bewegungen nannten sie Märsche oder Spiele; sie tanzten in Kreisen oder in langen Reihen, nie im Quadrat, und schwangen den Partner an der Hand, nie um die Taille. Weil Instrumente fehlten, wurden die Texte wichtig, und so bewahrten die Play-Party-Lieder viele Strophen, die in der Tradition der Fiddle-Tänze verloren gingen. Play-Partys brauchte man auch dort, wo kein Musiker in der Nähe war.[4] In Texas, Oklahoma und Kansas war der Widerstand der Kirchen gegen den Tanz nach der Encyclopedia of the Great Plains besonders stark.[6]

Polka und Schottisch

Polka und Schottisch sind Paartänze, die im 19. Jahrhundert in Europa beliebt waren. In den Great Plains tanzte man zwischen den Square Dances nach der Encyclopedia of the Great Plains Walzer, Polka, Schottisch und die Varsouvienne, eine Form der Mazurka.[6] In Texas polkten Siedler ohne Tanzunterricht laut Handbook of Texas auf Böden aus gespaltenen Stämmen und tanzten Schottisch auf Wagenplanen, die sie auf dem Boden ausbreiteten. Manche Geistliche störte die enge Haltung bei Polka und Walzer.[5]

Deutsche, Tschechen und Polen brachten ihre Volkslieder mit nach Texas. Für Polkas und Walzer wurde das Akkordeon ein Hauptinstrument, und auch die texanisch-mexikanische Musik nahm es auf, aus der im 20. Jahrhundert Conjunto und Tejano hervorgingen.[4] Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen Square Dance, Schottisch und Polka mit neuem Interesse zurück auf die Tanzböden.[5]

Knopfakkordeon auf einem Holzstuhl auf der Veranda eines Lehmziegelhauses in Südtexas, dahinter Mesquitebäume im warmen Licht der späten Nachmittagssonne
Ein Akkordeon, wie es im Conjunto gespielt wird Bild: KI-generiert

Powwow

Das Wort Powwow kommt nach dem National Museum of the American Indian der Smithsonian Institution vom Wort pau-wau aus einer Algonkin-Sprache, das eine Heilzeremonie bezeichnete. Heute meint es im Englischen jedes Treffen indigener Menschen. Für indigene Menschen in ganz Nordamerika bezeichnet es wichtige Versammlungen und Feste ihrer Nationen und steht für das Überleben ihrer Identität und Kultur. Powwows sind nach dem Museum gesellige Veranstaltungen, die allen offenstehen, indigenen wie nicht indigenen Menschen; viele Zeremonien sind dagegen heute für Außenstehende geschlossen.[28] Mehr zu Gesang, Trommeln und Tänzen steht auf der Seite Powwow und unter Kultur indigener Völker von A bis Z.

Square Dance

Beim Square Dance tanzen vier Paare, die die Seiten eines Quadrats bilden; Merriam-Webster belegt das Wort seit 1831.[8] Britannica nennt ihn die beliebteste und bekannteste Art Volkstanz in den USA. Seinen Namen bekam er zur Unterscheidung vom Contra, einem Tanz in zwei langen Reihen, und vom Rundtanz im Kreis. Historiker führen ihn nach Britannica auf das Kentucky Running Set englischer Herkunft und auf den Cotillon zurück, einen gemessenen französischen Tanz im Quadrat am Hof Ludwigs XV., den später die Quadrille verdrängte. Die Paare bewegen sich mit einem gleitenden, schlurfenden Gehschritt; das gemeinsame Bewegen zählt mehr als die Schritte. Zur überlieferten Begleitung gehören Akkordeon, Banjo, Fiddle und Gitarre.[7]

Die Siedler, die im 19. Jahrhundert in die Great Plains zogen, brachten nach der Encyclopedia of the Great Plains die Quadrille mit, einen Tanz für vier Paare im Quadrat. Im Osten war sie so verwickelt geworden, dass man die Folge der Figuren bei einem Tanzmeister lernte; die Standard Lancers etwa hatten fünf Teile. Dazu kamen die großen Kreistänze der Appalachen, bei denen ein Paar zum nächsten weiterzog und mit ihm einige Figuren tanzte, und der Caller.[6] Aus dem Sprechgesang der Caller entstand nach dem Handbook of Texas der freie westliche Square Dance, der einzige Volkstanz, der ganz auf aus dem Stegreif gerufene Ansagen ausgelegt ist.[5]

Im 20. Jahrhundert wurde aus dem Square Dance nach der Encyclopedia of the Great Plains eine fest organisierte Freizeitbeschäftigung; bevor man in einen Klub eintreten kann, braucht es eine lange Reihe von Kursstunden.[6] Im Juni 1987 trafen sich in Dallas rund 4.000 Tanzende zum 25. Jahrestag der Texas State Federation of Square and Round Dancers.[5]

Texas Two-Step

Der Texas Two-Step ist ein Paartanz. Nach dem Handbook of Texas entwickelte er sich aus einem Foxtrott-Schritt für Paare und ist inzwischen in aller Welt bekannt. In den 1970er Jahren brachte das Interesse an Countrymusik und Filmen in den ganzen USA die alten Paartänze unter dem neuen Namen Country Dancing zurück auf die Tanzflächen.[5] Auch der Western Swing war nach der Encyclopedia of the Great Plains Tanzmusik für den Two-Step, mit einer führenden Fiddle, deren Bogen lang und gleichmäßig über die Saiten zieht.[29]

Western Swing

Western Swing ist nach der Encyclopedia of the Great Plains Tanzmusik mit gleichmäßigem Beat und führender Fiddle; mehr als Lied und Sänger zählt die Improvisation der Instrumente.[29] Das Handbook of Texas beschreibt ihn als Mischung aus überlieferten Balladen und Fiddlemelodien mit Blues, Jazz, Ragtime, Polka, Schottisch, Walzer und Reel.[21] Grundlage waren in den 1930er Jahren nach einem anderen Eintrag des Handbook die Cowboy-Lieder und der Mythos des Cowboys; der Western Swing gilt dort als wichtigster Vorläufer der modernen Countrymusik.[4]

Die Anfänge lagen 1931 in Fort Worth: Bob Wills an der Fiddle, Herman Arnspiger an der Gitarre und der Sänger Milton Brown spielten als Light Crust Doughboys im Radio und warben für das Mehl der Burrus Mill and Elevator Company.[29, 30] Brown gründete 1932 Milton Brown and His Musical Brownies, die bis 1936 zusammen spielten; im selben Jahr starb er bei einem Autounfall.[31, 29]

Bob Wills, geboren am 6. März 1905 bei Kosse in Texas, hatte die Fiddlemusik der Frontier von Vater und Großvater gelernt, Blues und Jazz von schwarzen Spielkameraden und Mitarbeitern auf den Baumwollfeldern. Ab 1915 spielte er 14 Jahre lang auf Ranchtänzen im Westen von Texas. Ab 1934 trat er mit Bob Wills and His Texas Playboys in Tulsa im Sender KVOO auf und nahm Schlagzeug und Bläser dazu; seine Aufnahme "New San Antonio Rose" von 1940 machte ihn landesweit bekannt. 1969 ehrten ihn Gouverneur und Parlament von Texas für den Western Swing, den das Handbook eine der wenigen eigenen Musikformen von Texas und dem Südwesten nennt.[17]

Häufige Fragen

Was ist ein Hoedown?

Merriam-Webster erklärt hoedown als Square Dance und als geselliges Treffen mit solchen Tänzen; für diese zweite Bedeutung ist das Wort seit 1936 belegt. In der Fiddlemusik heißt so auch eine schnelle Tanzmelodie. Bekannt ist der Satz "Hoe-Down" aus Aaron Coplands Ballett "Rodeo" von 1942, dessen Hauptthema auf eine Fiddle-Aufnahme der Library of Congress zurückgeht.

Was ist ein Square Dance?

Ein Tanz für vier Paare, die die Seiten eines Quadrats bilden. Ein Caller ruft ihnen die Figuren zu. Britannica nennt ihn die beliebteste und bekannteste Art Volkstanz in den USA; zur Begleitung gehören Akkordeon, Banjo, Fiddle und Gitarre.

Was ist der Unterschied zwischen Fiddle und Geige?

Fiddle ist das englische Wort für Geige; Merriam-Webster erklärt fiddle mit violin. Gemeint ist meist die Geige der Volks- und Tanzmusik. An der Frontier von Texas führte sie nach dem Handbook of Texas die Square-Dance-Musik mit alten Jigs, Reels und Hornpipes von den Britischen Inseln.

Welche Instrumente spielte man im Wilden Westen?

Die Encyclopedia of the Great Plains nennt Gitarre, Banjo, Mandoline, Geige und Mundharmonika als wichtigste Instrumente der amerikanischen Volksmusik. Beim Fandango in Texas spielten Violinen und Gitarren, beim Weihnachtsball in Anson 1885 ein Kontrabass, ein Tamburin und zwei Fiddles.

Hatten Cowboys eine Mundharmonika dabei?

Nach der Oklahoma Historical Society war die Mundharmonika auf dem Viehtrieb sehr nützlich: Sie unterhielt die Cowboys und beruhigte nachts die Rinder, damit keine Stampede ausbrach. Der deutsche Uhrenhändler Matthias Hohner gründete seine Firma 1857 und fand in den USA einen großen Markt bei deutschen Einwanderern.

Was ist Western Swing?

Tanzmusik mit gleichmäßigem Beat und führender Fiddle, die überlieferte Fiddlemelodien mit Blues, Jazz und Polka mischt. Sie begann 1931 in Fort Worth mit den Light Crust Doughboys um Bob Wills und Milton Brown. Ab 1934 spielte Bob Wills mit seinen Texas Playboys im Radio in Tulsa.

Quellen

  1. Nachschlagewerk banjo (Wörterbucheintrag mit Etymologie). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  2. Amtliche Stelle The Banjo. National Park Service, Blue Ridge Parkway. Stand 24.02.2023. abgerufen am 27.10.2026
  3. Nachschlagewerk Donna Lowe: Folk Music (Encyclopedia of the Great Plains, hrsg. von David J. Wishart). University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 27.10.2026
  4. Nachschlagewerk Francis Edward Abernethy und Laurie E. Jasinski: Folk Music (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1995, überarbeitet 03.08.2020. abgerufen am 27.10.2026
  5. Nachschlagewerk Betty Casey: Folk Dance (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1995, überarbeitet 27.09.2019. abgerufen am 27.10.2026
  6. Nachschlagewerk Enid Cocke und Susan Sanders: Folk Dance (Encyclopedia of the Great Plains, hrsg. von David J. Wishart). University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 27.10.2026
  7. Nachschlagewerk square dance (Britannica Editors). Encyclopaedia Britannica. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  8. Nachschlagewerk square dance (Wörterbucheintrag mit First Known Use). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  9. Nachschlagewerk Teresa Palomo Acosta: Texas-Mexican Conjunto (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1996, überarbeitet 18.05.2021. abgerufen am 27.10.2026
  10. Nachschlagewerk corrido (Wörterbucheintrag mit Etymologie). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  11. Nachschlagewerk Dan W. Dickey: Corridos (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1994, überarbeitet 09.10.2020. abgerufen am 27.10.2026
  12. Nachschlagewerk Alfred W. Cochran: Cowboy Music (Encyclopedia of the Great Plains, hrsg. von David J. Wishart). University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 27.10.2026
  13. Nachschlagewerk Juanita Daniel Zachry: Cowboys' Christmas Ball (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1976, überarbeitet 10.12.2025. abgerufen am 27.10.2026
  14. Nachschlagewerk fandango (Wörterbucheintrag mit Etymologie). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  15. Nachschlagewerk fiddle (Wörterbucheintrag mit Etymologie). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  16. Archiv Fiddle Tunes of the Old Frontier: The Henry Reed Collection (About this Collection). Library of Congress, American Folklife Center. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  17. Nachschlagewerk Charles R. Townsend: Wills, James Robert (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1976, überarbeitet 25.11.2015. abgerufen am 27.10.2026
  18. Nachschlagewerk hoedown (Wörterbucheintrag mit First Known Use). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  19. Archiv Stephen Winick: Bill Stepp, Aaron Copland, and "Bonaparte's Retreat" (Blog Folklife Today). Library of Congress, American Folklife Center. Stand 25.11.2013. abgerufen am 27.10.2026
  20. Nachschlagewerk honky-tonk (Wörterbucheintrag mit Etymologie). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  21. Nachschlagewerk Gary Hartman: Country Music (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 2006, überarbeitet 16.09.2026. abgerufen am 27.10.2026
  22. Nachschlagewerk Phillip L. Fry: Tubb, Ernest Dale (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1995, überarbeitet 24.08.2023. abgerufen am 27.10.2026
  23. Nachschlagewerk harmonica (Wörterbucheintrag). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  24. Presse Daniel A. Gross: Industrial Espionage and Cutthroat Competition Fueled the Rise of the Humble Harmonica. Smithsonian Magazine. Stand 17.09.2014. abgerufen am 27.10.2026
  25. Presse Steve Knopper: A Brief History of the Harmonica. Smithsonian Magazine. Stand 19.03.2021. abgerufen am 27.10.2026
  26. Museum Cowboy Trunk (Lehrkoffer des Oklahoma History Center). Oklahoma Historical Society. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  27. Nachschlagewerk play-party (Wörterbucheintrag). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  28. Museum Excerpts from Do All Indians Live in Tipis? (Native Knowledge 360). Smithsonian, National Museum of the American Indian. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  29. Nachschlagewerk Pamela H. Brink: Western Swing (Encyclopedia of the Great Plains, hrsg. von David J. Wishart). University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 27.10.2026
  30. Nachschlagewerk Charles R. Townsend: Light Crust Doughboys (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1976, überarbeitet 11.11.2020. abgerufen am 27.10.2026
  31. Nachschlagewerk Charles R. Townsend: Milton Brown and His Musical Brownies (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1995, überarbeitet 04.08.2015. abgerufen am 27.10.2026

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