Cowboys und AlltagThema
Cowboy-Lieder und Musik des Westens
Kurz erklärt Cowboy-Lieder sind Volkslieder der Viehtreiber im Westen der USA; die meisten älteren entstanden zwischen etwa 1870 und 1920. Nachts sangen die Cowboys, um die lagernde Herde zu beruhigen. Jack Thorp gab 1908 eine Sammlung im Selbstverlag heraus, John A. Lomax 1910 "Cowboy Songs and Other Frontier Ballads".

Was sind Cowboy-Lieder?
Cowboy-Lieder sind die Volkslieder der Viehtreiber im Westen der USA. Nach der Encyclopedia of the Great Plains entstand diese Musik kurz nach dem Bürgerkrieg, als auf dem offenen Weideland der Great Plains die große Zeit der Viehwirtschaft begann. Im Sommer 1867 begannen Unternehmer, Herden aus Texas über den Chisholm Trail zur Bahnstation in Abilene in Kansas zu treiben. Die meisten älteren Lieder stammen aus der Zeit von etwa 1870 bis 1920. Danach bestimmten Notenblätter, Schallplatten, Radio, Film und Fernsehen, wie die Lieder klangen und was die Leute über sie dachten.[1]
Die Lieder handeln vom oft einsamen Leben der Viehtreiber, von ihren Pferden und den Rindern, die sie hüteten, von Kollegen, die bei der Arbeit starben, und von Tieren, die ihren Reitern überlegen waren. Meist sang einer allein und kaum je eine Gruppe, und jeder Sänger änderte und ergänzte die Strophen nach seinem Geschmack. Gedichte über den Westen, die in Zeitungen und Zeitschriften standen, wurden oft vertont, und derselbe Text lief nicht selten auf mehrere Melodien. Viele Melodien kamen mit wenigen Tönen aus, manche mit nur fünf; die Texte waren in ihrer ursprünglichen Form mitunter derb.[1]
Warum sangen Cowboys bei der Herde?
Ein Viehtrieb von Texas zu den Bahnstationen in Abilene oder Dodge City dauerte nach dem National Park Service zwei bis drei Monate. Zwölf bis fünfzehn Mann trieben Herden von bis zu 2.000 Rindern; tagsüber hielten sie die Tiere mit Rufen und Pfiffen in Bewegung. Nachts ritten sie abwechselnd langsam um die lagernden Rinder und sangen, um sie zu beruhigen.[2] Diese Lieder der Nachtwache sollten nach der Encyclopedia of the Great Plains auch verhindern, dass ein Geräusch in der Nacht eine Stampede auslöste.[1]
John A. Lomax beschrieb 1910 zwei Arten von Gesang auf dem Trail. Mit scharfen, rhythmischen Rufen, manchmal in Verse gefasst, trieben die Männer müde Rinder an, und auf der langen Nachtwache erfanden die Wächter Wiegenlieder für das Vieh. Einige der besten "dogie songs" schienen ihm eigens gegen Stampeden entstanden zu sein.[3] Gesungen wurde auch zur Unterhaltung. Die Ranches lagen oft Hunderte Meilen von der übrigen Gesellschaft entfernt, und die Männer mussten sich nach Lomax selbst die Zeit vertreiben; so entstanden Lieder, manche aus der Kindheit vertraut, andere neu gedichtet. Lomax notierte seine Funde nach eigenen Worten auf einem Tisch im hinteren Teil von Saloons und auf einem Briefumschlag am Lagerfeuer (zum Ablauf eines Trails die Seite Viehtriebe und Cattle Trails).[3]

Woher kommen die Melodien der Cowboy-Lieder?
Die Musik der Cowboys hat nach der Encyclopedia of the Great Plains viele Vorfahren: britische Balladen, bekannte europäische Melodien, mexikanische und spanische Einflüsse und die Lieder der Berge, der ländlichen Gegenden und der Südstaaten der USA.[1] Viele Viehtreiber kamen nach dem Ende des Bürgerkriegs aus den Südstaaten nach Texas und brachten nach dem Handbook of Texas Kirchenlieder, Minstrel-Lieder und sentimentale Balladen mit. Manches alte Lied bekam einen neuen Text. Aus einem Lied über einen sterbenden englischen Soldaten wurde "The Streets of Laredo", aus der traurigen Geschichte eines auf See bestatteten Seemanns "Bury Me Not on the Lone Prairie", und "My Bonnie Lies Over the Ocean" lieferte die Melodie für "The Cowboy's Dream".[6]
Wer ein Cowboy-Lied gedichtet hat, ist meist unbekannt. Lomax fand 1910 nur in wenigen Fällen einen Verfasser; die meisten Lieder hatte er nach mündlichem Vortrag aufgeschrieben.[3] Von manchen gibt es eine überlieferte und eine aufgeschriebene Fassung: D. J. O'Malley beanspruchte "When the Work's All Done This Fall" für sich, und Jack Thorp schrieb "Little Joe the Wrangler". Beide legten ihre Texte nach dem Handbook of Texas auf Melodien, die schon im Umlauf waren.[6]
Schwarze Sänger und Viehtreiber
Lomax selbst führte die Lieder 1910 auf einen angelsächsischen Balladengeist zurück, der in abgelegenen Gegenden Englands und Schottlands überdauert habe und im Westen weiterlebe.[3] Das Handbook of Texas beschreibt die Cowboys in Texas als Männer sehr verschiedener Herkunft, angloamerikanisch, mexikanisch, afroamerikanisch, deutsch, tschechisch und indigen, und ihre Musik als Spiegel dieser Vielfalt.[5] Jack Thorp begann 1889 ernsthaft zu sammeln, nachdem er bei Roswell in New Mexico eine Gruppe schwarzer Cowboys Lieder der Weide hatte singen hören.[5] "Home on the Range" hörte Lomax 1908 in San Antonio von einem schwarzen Saloonwirt, der früher Koch auf dem Trail gewesen war.[4]
Auch Lomax' eigene Beschreibung des Ranchlebens nennt schwarze Männer: Der Koch einer Ranch sei oft ein Schwarzer gewesen, und in einem Viehlager der 1870er Jahre habe man nicht selten einen schwarzen Mann gefunden, der wegen seines Geschicks mit wilden Pferden oder dem Lasso vom Küchenwagen zu den Cowboys aufgestiegen war (mehr auf der Seite Schwarze Cowboys im Wilden Westen).[3]
Mexikanische Wurzeln
Die texanischen Cowboys hatten ihr Handwerk nach dem Handbook of Texas von ihren spanischen und mexikanischen Vorgängern gelernt, den Vaqueros, die schon seit 300 Jahren große Herden hüteten.[6] Auch in der Musik der Cowboys sieht die Encyclopedia of the Great Plains mexikanische und spanische Einflüsse.[1] Lomax selbst veröffentlichte im Januar 1911 in der Sewanee Review einen Aufsatz über "Cowboy Songs of the Mexican Border" und 1915 im Journal of American Folklore "Two Songs of Mexican Cowboys from the Rio Grande Border".[8]
Am unteren Rio Grande entstand eine eigene Liedform, der Grenzcorrido. Corridos wurden zu Hause, auf Dorfplätzen, in Cantinas und auch zu Pferd gesungen. Der Grenzcorrido entwickelte sich nach 1848 und hatte seine Blüte zwischen 1890 und 1910. Er besang Grenzbewohner, die ihre Rechte gegen die Amerikaner verteidigten, am bekanntesten Gregorio Cortez, dem nach dem Handbook of Texas um 1900 bis zu 300 "rinches", also Texas Rangers, durch Südtexas nachjagten.[7]
Wer schrieb die Cowboy-Lieder auf?
Jack Thorp und "Songs of the Cowboys" (1908)
Nathan Howard Thorp, genannt Jack, kam am 10. Juni 1867 in New York City zur Welt und ging 1886 mit 19 Jahren nach New Mexico, zuerst in den Bergbau, später ins Viehgeschäft als Rancher und Cowboy. Er wollte die Lieder so festhalten, wie arbeitende Cowboys sie sangen, weil den meisten Akademikern nach seiner Meinung die Erfahrung im Sattel fehlte. 1908 gab er "Songs of the Cowboys" im Selbstverlag heraus und verkaufte das Buch in Viehlagern, bei Roundups und auf Jahrmärkten statt im Zeitungshandel. Eine erweiterte Ausgabe mit mehr als 100 Liedern, 25 davon von Thorp selbst, erschien 1921 bei Houghton Mifflin.[5]
John A. Lomax und "Cowboy Songs and Other Frontier Ballads" (1910)
John Avery Lomax wurde am 23. September 1867 in Goodman in Mississippi geboren; 1869 zog die Familie nach Texas ins Bosque County. Der Hof lag an einem Zweig des Chisholm Trail, und Lomax hörte dort als Junge viele Cowboy-Balladen, von denen er einige schon vor seinem 20. Geburtstag aufschrieb.[4] 1906 bekam er ein Stipendium an der Harvard University. Dort ermutigten ihn die Professoren Barrett Wendell und George Lyman Kittredge, ernsthaft zu sammeln. Lomax bat in Zeitungen im Westen um Lieder und reiste in den Ferien. Im Hinterzimmer des White Elephant Saloon in Fort Worth traf er Cowboys, die viele Strophen von "The Old Chisholm Trail" kannten, eine Frau bei Fort Worth sang ihm "Git Along, Little Dogies" vor, und ein alter Büffeljäger gab ihm Text und Melodie von "Buffalo Skinners".[4]
Das Buch erschien im November 1910 bei Sturgis and Walton in New York, mit einer Einleitung von Wendell und einer Widmung an Theodore Roosevelt.[3, 8] Die erste Ausgabe verzeichnete 112 Lieder, die erweiterte von 1916 schon 153, die Neubearbeitung von Lomax und seinem Sohn Alan im Jahr 1938 dann 207.[8] Roosevelt schrieb Lomax am 28. August 1910 aus Cheyenne, im Westen seien Balladen unter ähnlichen Bedingungen entstanden wie im mittelalterlichen England, mit Jesse James an der Stelle von Robin Hood. Die Schlager der Musikhallen verdrängten diese Lieder aber schnell, deshalb sei es wichtig, sie dauerhaft zu bewahren.[3]
Lomax gab offen zu, gegen die Regeln der Balladensammler verstoßen zu haben. In einigen Fällen setzte er aus verschiedenen Fassungen derselben Geschichte die besten Zeilen zusammen, weil das Buch volkstümlich sein sollte. Manche Lieder hielt er nicht für druckbar, und derbe Wörter schwächte er ab.[3] Von 1933 an war Lomax ehrenamtlicher Kurator des Archive of Folksong der Library of Congress.[4] Mit seinem Sohn Alan nahm er seit den frühen 1930er Jahren Volksmusik auf, darunter Cowboy-Lieder, Spirituals und frühe Blues.[6] Er starb am 26. Januar 1948 in Greenville in Mississippi.[4]

Wer schrieb "Home on the Range"?
Nach der Kansas Historical Society geht das Lied auf ein Gedicht von Brewster M. Higley zurück. Der Arzt war 1871 nach dem Homestead Act ins Smith County in Kansas gezogen und lebte zuerst in einer Erdhütte auf seinem Land, später in einer kleinen Hütte am West Beaver Creek. Dort schrieb er "My Western Home", ein Gedicht über die Prärie. Der Kirwin Chief druckte es am 21. März 1874, der Smith County Pioneer nach der Kansas Historical Society Anfang 1874, der Kansas Farmer am 22. April 1874 eine Strophe. Der Pioneer selbst nannte beim Nachdruck 1914 allerdings das Jahr 1873; diese Ausgabe fehlt in seinen Beständen.[12] Die Melodie wird Higleys Freund Daniel E. Kelley zugeschrieben, der sie auf der Gitarre fand. Kelley spielte mit seiner Frau und zwei ihrer Brüder in der Harlan-Kapelle, und "My Western Home" wurde ein beliebtes Tanzstück.[9]
Gib mir ein Zuhause, wo die Büffel ziehen, wo Hirsch und Antilope spielen.
Lomax nahm das Lied 1908 in San Antonio mit einem Edison-Aufnahmegerät von einem Saloonwirt auf.[4, 12] Die Kansas Historical Society sagt über ihn, er habe früher Rinder über den Chisholm Trail nach Kansas getrieben.[9] Das Handbook of Texas nennt ihn einen schwarzen Saloonwirt, der Koch auf dem Trail gewesen war.[4] Lomax selbst schrieb später, der Mann sei jahrelang Lagerkoch gewesen und habe den Chisholm Trail rund sechsmal hinaufgezogen.[12] Nach eigener Angabe druckte Lomax das Lied 1910 in seiner Sammlung ab.[12] In der hier benutzten Ausgabe, der erweiterten von 1916 im Nachdruck von 1929, steht es unter dem Titel "A Home on the Range" und ohne Verfasser.[3] Eine Strophe dieser Fassung sagt über die indigenen Bewohner, im Lied "the red man", sie seien aus diesem Teil des Westens verdrängt worden und kämen wohl nicht mehr an die Ufer des Red River zurück.[3] 1925 erschien das Lied in San Antonio als Notenblatt, 1930 bearbeitete David Guion aus Dallas es für eine Broadway-Show und nannte es "Home on the Range". Keine dieser Ausgaben nannte einen Komponisten oder Textdichter.[9]
1934 kam es zum Streit um die Urheberschaft. William und Mary Goodwin aus Tempe in Arizona klagten auf 500.000 Dollar, weil das Lied ihr 1905 geschütztes "An Arizona Home" verletze (im Kansapedia-Eintrag heißt es "My Arizona Home").[12] Die Music Publishers Protective Association (MPPA), ein Verband von Musikverlegern, übernahm die Verteidigung. Der New Yorker Anwalt Samuel Moanfeldt verfolgte für sie alle späteren Fassungen bis zu Lomax' Sammlung von 1910 zurück.[9, 12] Er fand außerdem ein Bergmannslied "Colorado Home" mit ähnlicher Musik und ähnlichem Text, das schon 1885 gesungen wurde, und Hinweise, dass frühe Cowboys in Dodge City eine Fassung kannten. Der 86-jährige Clarence B. Harlan aus dem Smith County erinnerte sich, die Melodie 60 Jahre zuvor in der Harlan-Kapelle gesungen zu haben. Der Anspruch der Goodwins scheiterte; die Klage kam nach Mechem nie zur Verhandlung.[9, 12]
1933 nannte Präsident Franklin D. Roosevelt "Home on the Range" sein Lieblingslied. Kansas machte es am 30. Juni 1947 zum offiziellen Lied des Staates, obwohl Gegner einwandten, Antilopen zögen gar nicht mehr über die Prärie.[9]
Bekannte Cowboy-Lieder und ihre Herkunft
| Lied | Herkunft und Überlieferung laut Quelle |
|---|---|
| The Old Chisholm Trail | nach der Encyclopedia of the Great Plains vielleicht das beliebteste Lied des alten Westens; Lomax hörte viele Strophen im White Elephant Saloon in Fort Worth[1, 4] |
| Whoopee Ti Yi Yo, Git Along Little Dogies | Lomax hörte es von einer Frau bei Fort Worth; im Kehrreim wird Wyoming die neue Heimat der Kälber[3, 4] |
| The Cowboy's Lament (The Streets of Laredo) | aus einem Lied über einen sterbenden englischen Soldaten; auch Thorp druckte es[5, 6] |
| The Dying Cowboy (Bury Me Not on the Lone Prairie) | aus der Geschichte eines Seemanns, der auf See bestattet wird[5, 6] |
| The Cowboy's Dream und The Grand Round Up | beide auf die Melodie von "My Bonnie Lies Over the Ocean"[1, 6] |
| The Educated Feller (Zebra Dun) | auf die Melodie von "Son of a Gambolier"[1] |
| Little Joe the Wrangler | Text von Jack Thorp, Melodie von "The Little Old Log Cabin in the Lane"[1, 5] |
| When the Work's All Done This Fall | D. J. O'Malley beanspruchte den Text, die Melodie war schon im Umlauf[6] |
| Home on the Range | Gedicht von Brewster M. Higley, 1874 gedruckt, Melodie Daniel E. Kelley zugeschrieben; seit 1947 Staatslied von Kansas[9] |
Vom Trail ins Radio: singende Cowboys
Thorps Sammlungen regten nach dem Handbook of Texas die Filme mit singenden Cowboys in den 1930er und 1940er Jahren an. Lieder wie "Home on the Range" trugen viel zum romantischen Bild des Cowboys als mythische Figur bei.[5] Einer der führenden singenden Cowboys Hollywoods war nach Britannica Gene Autry, geboren am 29. September 1907 bei Tioga in Texas. 1928 trat er in einer Radiosendung in Tulsa als "Oklahoma's Yodeling Cowboy" auf, landesweit bekannt wurde er in der Sendung National Barn Dance des Senders WLS in Chicago. In seinem ersten Film "In Old Santa Fe" (1934) sang er ein Lied. Der Film "Tumbling Tumbleweeds" (1935) war der erste von Dutzenden Cowboyfilmen mit ihm.[10] Das Lied, das dem Film den Namen gab, schrieb nach dem AFI Catalog Bob Nolan von den Sons of the Pioneers (mehr auf der Seite Tumbleweed).[13] Erfolg hatte Autry mit dem Lied "Back in the Saddle Again" (1939); insgesamt nahm er mehr als 600 Lieder auf.[10]
In den 1930er Jahren bildeten Cowboy-Lieder und der Mythos des Cowboys nach dem Handbook of Texas die Grundlage des Western Swing, des wichtigsten Vorläufers der modernen Countrymusik. Aus Tanzmusik mit der Fiddle, wie Bob Wills und Milton Brown sie in diesen Jahren spielten, ging die moderne Countrymusik hervor.[6]
Cowboy-Lieder heute
Das Western Folklife Center in Elko in Nevada, 1980 gegründet, veranstaltete 1985 das erste Cowboy Poetry Gathering, ein Treffen für Gedichte aus dem Leben im Westen. Als National Cowboy Poetry Gathering ist es bis heute seine wichtigste Veranstaltung.[11] Lomax wurde 2010 in die Western Music Hall of Fame aufgenommen.[4] 1988 eröffnete Gene Autry in Los Angeles das Gene Autry Western Heritage Museum, das heute Autry Museum of the American West heißt.[10]
Zeitleiste: Cowboy-Lieder von 1867 bis 1985
- 1867Im Sommer beginnen Unternehmer, Herden aus Texas über den Chisholm Trail zur Bahnstation Abilene in Kansas zu treiben.[1] Chisholm Trail
- 1871Der Arzt Brewster M. Higley zieht nach dem Homestead Act ins Smith County in Kansas.[9]
- 21.03.1874Die Zeitung Kirwin Chief druckt Higleys Gedicht "My Western Home", aus dem später "Home on the Range" wird.[9]
- 1889Jack Thorp beginnt Lieder zu sammeln, nachdem er bei Roswell in New Mexico schwarze Cowboys hat singen hören.[5]
- 1906John A. Lomax erhält ein Stipendium an der Harvard University; zwei Professoren ermutigen ihn, Cowboy-Balladen zu sammeln.[4]
- 1908Jack Thorp gibt "Songs of the Cowboys" im Selbstverlag heraus.[5]
- 1908In San Antonio singt ein schwarzer Saloonwirt, früher Koch auf dem Trail, John A. Lomax "Home on the Range" vor.[4, 9]
- November 1910"Cowboy Songs and Other Frontier Ballads" von John A. Lomax erscheint bei Sturgis and Walton in New York.[3, 8]
- 1916Die erweiterte Ausgabe von Lomax' Sammlung verzeichnet 153 Lieder.[8]
- 1928Gene Autry tritt als "Oklahoma's Yodeling Cowboy" in einer Radiosendung in Tulsa auf.[10]
- 1933Präsident Franklin D. Roosevelt nennt "Home on the Range" sein Lieblingslied.[9]
- 1933John A. Lomax wird ehrenamtlicher Kurator des Archive of Folksong der Library of Congress.[4]
- 1934William und Mary Goodwin klagen wegen "Home on the Range" auf 500.000 Dollar; ihr Anspruch scheitert, die Klage kommt nie zur Verhandlung.[9, 12]
- 1934Gene Autry singt in seinem ersten Film "In Old Santa Fe" ein Lied.[10]
- 1938John A. Lomax und sein Sohn Alan geben die Sammlung neu bearbeitet mit 207 Liedern heraus.[8]
- 30.06.1947Kansas macht "Home on the Range" zum offiziellen Lied des Staates.[9]
- 1985Das Western Folklife Center veranstaltet in Elko in Nevada das erste Cowboy Poetry Gathering.[11]
Mythos und Wahrheit
Zum romantischen Bild trug Lomax selbst bei. Am Ende seines "Collector's Note" von 1910 schrieb er, der frühe Westen lebe vor allem in Geschichten und Liedern weiter, und nannte den Cowboy einen Ritter des 20. Jahrhunderts.[3]
Mehr zu Cowboys und Musik
- Cowboys: Leben, Arbeit und Mythos
- Viehtriebe und Cattle Trails und der Chisholm Trail
- Vaqueros und Schwarze Cowboys im Wilden Westen
- Der Chuckwagon und Cowboy-Sprache: Slang und Redewendungen
- Im Glossar: Musik und Tanz von A bis Z
- Western und Filmmusik: Ennio Morricone
Häufige Fragen
Was ist ein Cowboy-Lied?
Ein Volkslied der Viehtreiber im Westen der USA. Diese Musik entstand nach dem Bürgerkrieg mit den großen Viehtrieben, die meisten älteren Lieder stammen aus der Zeit von etwa 1870 bis 1920. Sie erzählen vom Leben auf dem Trail, von Pferden, Rindern und Kollegen, die bei der Arbeit starben.
Warum sangen Cowboys für die Rinder?
Nachts ritten die Treiber abwechselnd langsam um die lagernde Herde und sangen, um die Tiere zu beruhigen. Die Lieder sollten auch verhindern, dass ein nächtliches Geräusch eine Stampede auslöste. Tagsüber trieben Rufe und Pfiffe die Rinder an.
Wer hat Home on the Range geschrieben?
Nach der Kansas Historical Society geht der Text auf das Gedicht "My Western Home" des Arztes Brewster M. Higley aus dem Smith County in Kansas zurück, das Zeitungen 1874 druckten. Die Melodie wird seinem Freund Daniel E. Kelley zugeschrieben. Ein Ehepaar aus Arizona verlangte 1934 mit einer Klage über 500.000 Dollar Rechte an dem Lied; der Anspruch scheiterte, verhandelt wurde die Klage nie.
Wer sammelte die ersten Cowboy-Lieder?
Zu den frühesten Sammlern gehörte nach dem Handbook of Texas Jack Thorp, Cowboy und Rancher in New Mexico; er gab 1908 "Songs of the Cowboys" im Selbstverlag heraus. 1910 folgte John A. Lomax aus Texas mit "Cowboy Songs and Other Frontier Ballads", das in der ersten Ausgabe 112 Lieder verzeichnete.
Welche Cowboy-Lieder sind besonders bekannt?
Die Quellen nennen unter anderem "The Old Chisholm Trail", "Whoopee Ti Yi Yo, Git Along Little Dogies", "The Cowboy's Lament" (auch "The Streets of Laredo"), "Bury Me Not on the Lone Prairie", "Little Joe the Wrangler" und "Home on the Range".
Woher kommt The Streets of Laredo?
Nach dem Handbook of Texas wurde aus einem alten Lied über einen sterbenden englischen Soldaten "The Streets of Laredo". In Lomax' Sammlung heißt es "The Cowboy's Lament".
Welchen Anteil hatten schwarze und mexikanische Cowboys an den Liedern?
Jack Thorp begann 1889 zu sammeln, nachdem er bei Roswell schwarze Cowboys hatte singen hören, und "Home on the Range" hörte Lomax 1908 von einem schwarzen Saloonwirt in San Antonio. Ihr Handwerk hatten die Cowboys vom mexikanischen Vaquero gelernt, und die Encyclopedia of the Great Plains zählt mexikanische und spanische Einflüsse zu den Wurzeln der Musik.
Wer war der singende Cowboy Gene Autry?
Gene Autry (1907 bis 1998) war Sänger und Schauspieler und einer der führenden singenden Cowboys Hollywoods. Er sang 1934 in seinem ersten Film und hatte Erfolg mit "Back in the Saddle Again" (1939). Sein Film "Tumbling Tumbleweeds" (1935) trägt den Titel eines Lieds von Bob Nolan.
Quellen
- Nachschlagewerk Alfred W. Cochran: Cowboy Music (Encyclopedia of the Great Plains). University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Trail Drives. National Park Service, Grant-Kohrs Ranch National Historic Site. Stand 24.02.2015. abgerufen am 25.10.2026
- Primärquelle John A. Lomax: Cowboy Songs and Other Frontier Ballads (mit Collector's Note vom 8. August 1910, Brief von Theodore Roosevelt und dem Lied A Home on the Range). Sturgis and Walton, New York; Ausgabe Project Gutenberg, eBook 21300, nach dem Nachdruck von 1929 (Macmillan) der erweiterten Ausgabe von 1916. Stand 1910. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Wayne Gard: Lomax, John Avery (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1952, überarbeitet 26. November 2015. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Jennifer Paul: Thorp, Nathan Howard (Jack) (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 20. März 2015. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Francis Edward Abernethy und Laurie E. Jasinski: Folk Music (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1995, überarbeitet 3. August 2020. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Dan W. Dickey: Corridos (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1994, überarbeitet 9. Oktober 2020. abgerufen am 25.10.2026
- Archiv Published Material from the Lomax Family Collections (Bibliographie der Schriften von John A. Lomax und Alan Lomax). Library of Congress, Alan Lomax Collection. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Home on the Range (Kansapedia). Kansas Historical Society. Stand Dezember 2014. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Gene Autry (The Editors of Encyclopaedia Britannica). Encyclopaedia Britannica. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- What We Do. Western Folklife Center, Elko. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Fachaufsatz Kirke Mechem: Home on the Range (Kansas Historical Quarterly, Band 17, Heft 4, ab S. 313). Kansas Historical Society. Stand November 1949. abgerufen am 25.10.2026
- Filmdatenbank Tumbling Tumbleweeds (1935), AFI Catalog of Feature Films. American Film Institute. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
Fehler entdeckt? Hinweis an die Redaktion. Jeder Hinweis wird an der Quelle geprüft.
Passt dazu
Cowboys und AlltagStacheldraht und das Ende der offenen WeideStacheldraht verwandelte ab 1874 die offene Weide im Westen der USA in eingezäuntes Land.
Cowboys und AlltagPferde im Wilden WestenPferde kamen mit den Spaniern zurück nach Amerika und veränderten das Leben der Plains-Nationen.

WesternWestern-ComicsDie Liste stellt Western-Comics aus Europa und den USA vor, von Lucky Luke und Tex Willer bis Blueberry und Undertaker.