Cowboys und AlltagEreignis

Der Chisholm Trail

Kurz erklärt Der Chisholm Trail war von 1867 bis 1884 ein Viehtriebsweg von Texas durch das Indianer-Territorium, das heutige Oklahoma, zu den Bahnhöfen in Kansas, zuerst nach Abilene. Den Namen hat er von dem Händler Jesse Chisholm. Bis 1873 zogen laut Handbook of Texas mehr als 1,5 Millionen Rinder über ihn, für die ganze Zeit reichen die Schätzungen bis sechs Millionen.

Lange Herde Longhornrinder zieht über hügelige Prärie nach Norden, Staub im warmen Nachmittagslicht, ein Planwagen voraus und Reiter als winzige Silhouetten in der Ferne
Bild: KI-generiert

Was war der Chisholm Trail?

Der Chisholm Trail war einer der Wege, auf denen texanische Viehtreiber nach dem Bürgerkrieg ihre Rinder zu den Märkten in Kansas trieben (alle großen Wege im Überblick: Viehtriebe und Cattle Trails). Als Viehtriebsweg diente er nach dem Handbook of Texas vom Sommer 1867 bis 1884.[1] Er führte von Südtexas an San Antonio, Austin, Waco und Fort Worth vorbei durch das Indianer-Territorium, das heutige Oklahoma, nach Kansas, zuerst zu den Viehhöfen an der Bahn in Abilene.[1, 3] Zwischen dem Bürgerkrieg und 1873 zogen nach dem Handbook mehr als 1,5 Millionen texanische Rinder über ihn nach Abilene, Wichita und Ellsworth.[2]

Einen einzigen festen Weg gab es nicht. Das Handbook beschreibt ein Netz von Pfaden, das sich weit auffächerte und an den Flussübergängen wieder eng wurde, und vergleicht es mit einem Baum: Zubringer aus Südtexas als Wurzeln, ein Hauptweg als Stamm, Äste zu den Zielen im Norden.[1] Der längste Viehtriebsweg war er nach der Kansas Historical Society nicht; am bekanntesten wurde er wahrscheinlich durch das Lied "The Old Chisholm Trail".[3]

Wie entstand der Chisholm Trail?

Nach dem Bürgerkrieg hatte Texas viele Rinder und keinen Markt. Ein Tier, das in Texas 2 Dollar brachte, war nach der Kansas Historical Society in Chicago bis zu 40 Dollar wert.[3] 1866 zogen die meisten Herden über den Shawnee Trail zu den Bahnhöfen von Kansas City und Sedalia in Missouri.[2] Missouri verbot texanische Rinder, weil die Longhorns Zecken trugen, die das Vieh der Farmer mit dem Texasfieber ansteckten. Kansas hatte den Trieb schon 1861 untersagt, hob 1867 aber Teile des Gesetzes auf und erlaubte ihn westlich des sechsten Hauptmeridians, wo nur wenige Menschen lebten.[3]

Jesse Chisholm und sein Handelsweg

Seinen Namen hat der Trail von Jesse Chisholm, einem Händler, Kundschafter und Dolmetscher. Nach dem Handbook of Texas kam er wahrscheinlich 1805 oder 1806 im Tal des Hiwassee in Tennessee zur Welt, die Kansas Historical Society nennt 1806.[5, 7] Sein Vater Ignatius Chisholm war schottischer Herkunft, seine Mutter eine Cherokee. Mit ihr kam Jesse 1810 nach Arkansas, Ende der 1820er Jahre zog er in die Cherokee Nation bei Fort Gibson im Osten des heutigen Oklahoma.[5] Er trieb Handel bis weit in die Plains, lernte nach dem Handbook etwa ein Dutzend Sprachen und dolmetschte bei Vertragsverhandlungen in Texas, im Indianer-Territorium und in Kansas.[5] Die Kansas Historical Society schreibt, man habe ihn "the man with a straight tongue" genannt, weil man ihm trauen konnte.[7]

Im Bürgerkrieg lebte Chisholm an der Mündung des Little Arkansas, wo heute Wichita in Kansas liegt.[5] Im Frühjahr 1864 zogen nach John Rossel, der 1936 im Kansas Historical Quarterly über den Trail schrieb, rund 1.500 Wichita und Angehörige verbündeter Gruppen dorthin, und Chisholm eröffnete im selben Jahr einen Handelsposten.[6] 1865 fuhr er mit dem Händler James R. Mead und beladenen Wagen nach Süden bis zum North Canadian River beim heutigen Oklahoma City.[5, 6] Der Weg seiner Wagen hieß bald "Chisholm's Trail". Rossel schreibt, Chisholm habe ihn für seinen eigenen Handel angelegt und sei dabei älteren Pfaden indigener Völker und der Armee gefolgt.[6] Auf einem Teil der Strecke hatte schon 1861 der Kundschafter Black Beaver, ein Lenape (Delaware) und Freund Chisholms, Unionstruppen nach Kansas geführt, als die Bundesregierung das Indianer-Territorium den Konföderierten überließ.[4, 6]

Die Gespanne von Mr. Chisholm und meine eigenen waren die ersten, die je über diese Route fuhren und den Weg markierten, der später als Chisholm Trail bekannt wurde.

James R. Mead, Händler und Partner von Jesse Chisholm, Reminiscences of Frontier Life, Manuskript von 1898, S. 75, zitiert bei John Rossel im Kansas Historical Quarterly, Februar 1936 Übersetzung der Redaktion[6]

1867 überredete Chisholm mit Black Beaver die Nationen der Plains zu dem Rat, der zum Vertrag von Medicine Lodge führte. Er starb 1868 bei Left Hand Spring nahe dem heutigen Geary in Oklahoma, nach dem Handbook am 4. April an einer Lebensmittelvergiftung; Rossel nennt den 4. März.[5, 6] Viehtreiber war er nach der Kansas Historical Society nie.[3]

Joseph G. McCoy und Abilene

Den Markt am nördlichen Ende schuf der Viehhändler Joseph G. McCoy aus Illinois. Er brachte die Bahn, damals Union Pacific, Eastern Division, ab 1869 Kansas Pacific, dazu, in Abilene Anlagen für den Viehversand einzurichten. Abilene bestand nach dem Handbook nur aus ein paar Blockhütten und lag etwa 60 Meilen innerhalb der Quarantänezone von 1867, was Bahn und Behörden übersahen.[1] McCoy baute dort Viehhöfe, ein Hotel, ein Büro und eine Bank.[3]

Weil Chisholms Handelsweg nur bis Wichita reichte, ließ McCoy ihn nach Rossel von dem Ingenieur T. F. Hersey mit aufgeschütteten Erdhügeln bis Abilene markieren.[6] Die erste Herde erreichte Abilene im August 1867, am 5. September ging die erste Ladung Rinder mit der Bahn nach Osten.[3] Wer die erste Herde brachte, ist nicht sicher: Meist gilt O. W. Wheeler als erster, McCoy schrieb 1874 aber, zuerst sei eine Herde angekommen, die unterwegs im Indianer-Territorium an Smith, McCord und Chandler verkauft worden war.[1] Im ersten Jahr kamen schätzungsweise 35.000 Rinder.[2]

Woher hat der Chisholm Trail seinen Namen?

Zur Zeit der Viehtriebe hieß nur ein kleiner Teil des Weges nach Chisholm. Als "Chisholm Trail" erscheint er zuerst am 10. April 1869 in der Zeitung Georgetown Watchman in Texas, für die Route von Fort Arbuckle genau nach Norden.[1] Auf den Vermessungen des General Land Office von 1871 bis 1873 trägt nur ein Abschnitt von etwa 80 Meilen zwischen dem heutigen Slaughterville und Kingfisher seinen Namen; Chisholms ursprünglicher Handelsweg war rund 220 Meilen lang.[1] Die Encyclopedia of Oklahoma History schreibt, der Abilene Cattle Trail habe den Namen spätestens 1870 bekommen.[4]

Amtliche Karten der Zeit nennen den Weg in Texas Eastern Trail, im Indianer-Territorium und in Kansas Abilene Cattle Trail, in Kansas auch Texas Cattle Trail.[1] In mehr als 2.100 Seiten über das frühe Viehgeschäft aus den Jahren 1874 bis 1905 benutzten die Viehzüchter den Namen Chisholm Trail nach dem Handbook kaum, und die Kansas Pacific benutzte ihn in ihren Werbeheften für texanische Treiber von 1871 bis 1875 nicht.[1] Für die ganze Strecke setzte er sich nach 1911 durch, als Straßenbauvereine aus Kansas, Oklahoma und Texas den Meridian Highway in Chisholm Trail Highway umbenennen wollten. Joseph G. McCoy, William Mathewson und der Herausgeber des Abilene Weekly Reflector hielten am 28. September 1911 dagegen, die Straße solle Abilene Trail heißen.[1] 1926 wurde der Meridian Highway zum U.S. Highway 81.[1]

Das Texas Parks and Wildlife Department schreibt in einem Unterrichtsmaterial, Jesse Chisholm habe den Trail 1865 geschaffen, und lässt die ersten Viehtriebe 1866 im DeWitt County beginnen.[14] Das Handbook setzt den Beginn der Viehtriebe auf 1867.[1]

Welche Route nahm der Chisholm Trail?

Von Südtexas bis zum Brazos folgte der Trail nach dem Handbook dem Wegenetz, das Viehtreiber schon seit den 1840er Jahren nutzten. Der Hauptweg führte an San Antonio, Austin, Waco und Fort Worth vorbei, zuerst über Gainesville und Fort Arbuckle, ab 1871 etwas weiter westlich über Saint Jo und Red River Station im Montague County.[1]

Red River Station war nach einer Gedenktafel der Texas Historical Commission ein Hauptübergang über den Red River und die letzte Stelle, an der die Treiber bis Abilene, rund 350 Meilen weiter nördlich, Vorräte kaufen konnten.[19] Der Ort entstand 1860. Mitte der 1870er Jahre lebten dort 250 bis 300 Menschen, und eine Fähre setzte über den Fluss. 1887 baute die Missouri, Kansas and Texas ihre Bahn an ihm vorbei, und Ende der 1880er Jahre bestand er nicht mehr.[21]

Breiter rötlicher Fluss mit Sandbänken an einer weiten Biegung, Pappeln am anderen Ufer und Rinderspuren im nassen Sand im späten Nachmittagslicht
Flussübergang mit Sandbänken. Bei Red River Station querten die Herden den Red River. Bild: KI-generiert

Im Indianer-Territorium führte der Trail nach der Encyclopedia of Oklahoma History an Handelsposten und Lagerplätzen wie Monument Hill, Old Duncan Store und Silver City am South Canadian vorbei. Nördlich von Silver City teilte er sich: Den westlichen Zweig über Fort Reno und Kingfisher nutzten vor allem Fracht- und Postkutschen, den östlichen über das heutige Yukon die Herden. Bei der Red Fork Ranch, dem heutigen Dover, liefen beide wieder zusammen, und der Weg zog an den heutigen Orten Enid und Renfrow vorbei nach Kansas südlich von Caldwell.[4] Heute folgt ihm ungefähr der U.S. Highway 81.[11, 20]

In Kansas verschob sich das Ende des Trails mit der Bahn und den Siedlern. Nach Rossel lag der Schwerpunkt des Handels von 1867 bis 1870 in Abilene, 1871 in Newton, 1872 in Wichita und 1873 in Ellsworth und Caldwell, danach in Dodge City.[6] Die Kansas Historical Society sieht Abilene von 1867 bis 1871 als wichtigste Rinderstadt; 1872 teilte die Stadt den Treibern mit, dass sie ihre Herden nicht mehr dorthin bringen durften.[3] Von 1883 bis 1887 war Caldwell nach der Encyclopedia of Oklahoma History die letzte große Rinderstadt am Trail.[4]

Wie lang war der Chisholm Trail? Längenangaben und ihre Herkunft
Was gemessen wurdeLängeHerkunft
Abschnitt mit Chisholms Namen auf den Vermessungen von 1871 bis 1873etwa 80 Meilen[1]Handbook of Texas[1]
Chisholms ursprünglicher Handelswegetwa 220 Meilen[1]Handbook of Texas[1]
Red River Station bis Abilenerund 350 Meilen[19]Gedenktafel der Texas Historical Commission von 1971[19]
Ganzer Weg in der Beschreibung von Charles Moreau Harger, 1892mehr als 600 Meilen[6]Harger, zitiert bei Rossel 1936[6]
Südtexas über Fort Worth bis Kansas800 Meilen[4]Encyclopedia of Oklahoma History[4]
Kingsville über Cuero und San Antonio bis Abileneetwa 1.378 Meilen[12]Gesetzentwurf H.R. 247 von 2023[12]

Welche Flüsse querte der Chisholm Trail?

Zu den Gefahren eines Triebs gehörten nach der Kansas Historical Society Flüsse und Hochwasser, Unwetter auf der Prärie und Diebe.[3] Die großen Übergänge nennen das Texas Parks and Wildlife Department für Texas und Rossel für das Indianer-Territorium.[6, 14]

Flussübergänge des Chisholm Trail
FlussÜbergang
Colorado Riverbei Austin[14]
BrazosKimball's Bend[14]
Trinity RiverFurt in Fort Worth unterhalb des Zusammenflusses von Clear Fork und West Fork[14]
Red RiverRed River Station im Montague County[1, 19]
Washitabeim heutigen Alex[6]
South Canadianbeim heutigen Tuttle[6]
North Canadianwestlich des heutigen Yukon[6]
Cimarronzwischen Kingfisher und Dover, an der Mündung des Kingfisher Creek[4, 6]

G. H. Mohle aus Lockhart ritt 1869 als Treiber mit einer Herde von 4.500 Tieren nach Abilene. Am Red River brauchten die Treiber mehrere Tage, bis alle Rinder drüben waren, und am North Fork des Canadian drängten sich die Tiere im Wasser vor einem steilen Ufer; die Mannschaft verlor 116 Rinder und drei Pferde.[13]

Durch das Land der Nationen im Indianer-Territorium

Zwischen Red River und Kansas lag das Indianer-Territorium. In den 1830er Jahren hatte die Regierung die Cherokee, Chickasaw, Choctaw, Creek und Seminole aus dem Südosten der USA dorthin vertrieben (Trail of Tears). Sie brachten große Herden mit; durch den Krieg und Viehdiebe verloren die fünf Nationen bis 1865 nach der Encyclopedia of Oklahoma History schätzungsweise 300.000 Tiere.[8]

Die Studie des National Park Service (NPS) von 2019 nennt für Chisholm und Western Trail zusammen die traditionellen Gebiete und Reservate von Arapaho, Caddo, Comanche, Pawnee, Kaw, Kiowa, Oglala Sioux, Osage, Cheyenne, Southern Ponca, Tonkawa und Wichita.[11] An Chisholms Handelsweg lagen nach Rossel die Agentur der Cheyenne bei Darlington und die Agentur der Wichita bei Anadarko.[6] Die Herden zogen zur selben Zeit durch das Territorium, in der die Regierung die Nationen dort in Reservate brachte. Viele Rinder aus Texas gingen nach der Studie an die Regierung, die sie an die Reservate verteilte, als Ersatz für die Bisons, die die Nationen kaum noch jagen konnten.[11]

Zölle und Weidegeld

Für den Durchzug verlangten Nationen Entschädigung, weil die Herden Gras und Wasser für ihre eigenen Pferde und Rinder verbrauchten und die Jagd störten. Nach der NPS-Studie zahlten die Treiber mal Geld je Tier, zwischen einem und acht Cent, mal überließen sie einige Rinder aus der Herde. Erfahrene Treiber planten solche Zahlungen fest ein und buchten sie manchmal als "watering expenses", als Kosten fürs Tränken.[11] Dass die Herden vom Shawnee Trail auf den Chisholm Trail auswichen, lag nach der Studie auch an den Zöllen der Nationen im Osten des Territoriums.[11] Mit der Zeit verlangten die Nationen nach dem Handbook immer häufiger Weidegebühren; das war ein Grund, warum sich die Triebe ab etwa 1876 nach Westen verlagerten.[2]

In den Erinnerungen, die die Old Time Trail Drivers' Association 1920 herausgab, beschreiben Treiber solche Zahlungen. Thomas Welder aus Beeville trieb 1878 eine Herde über Red River Station ins Territorium. Am Eingang jedes Reservats stand nach seinem Bericht ein Schild mit den Worten "One Wohaw": Verlangt wurde ein Ochse für das Recht zu weiden. Welder zahlte; wer sich weigerte, dem wurden nach seinen Worten nachts die Rinder versprengt.[13] George W. West aus Jourdanton gab Osage, die Zoll verlangten, einige Ochsen.[13] Nach der Encyclopedia of Oklahoma History fehlte den Nationen allerdings die politische Macht, von Weißen oder anderen Nationen, die Vieh auf ihrem Land weideten, Steuern einzutreiben.[9]

Herden beider Trails zogen über den Cherokee Outlet, einen rund sechs Millionen Acres großen Streifen Grasland, etwa 150 Meilen lang und 60 Meilen breit, den die Cherokee als Zugang zu den Bisonjagdgebieten erhalten hatten. Gegen Ende der Triebe verhandelten Viehzüchter aus Texas und Kansas mit der Cherokee Nation, um ihr Vieh dort legal weiden zu lassen; daraus entstand 1880 lose und 1883 fest die Cherokee Strip Live Stock Association. Gegen den Willen der Viehzüchter und der Vertreter der Cherokee ließ die Regierung die Rinder entfernen und öffnete den Outlet 1893 für weiße Siedler.[8]

Hohes Präriegras in sanften Hügeln mit einem langsam fließenden Bach, verstreuten Eichen und grasenden Longhornrindern im weichen Licht des späten Nachmittags
Grasland mit Bach im heutigen Oklahoma. Für Gras und Wasser verlangten Nationen manchmal Entschädigung. Bild: KI-generiert

Wie lief ein Trieb auf dem Chisholm Trail ab?

Eine erfahrene Mannschaft aus zwölf Leuten mit Trail Boss, Koch, Pferdehüter und Treibern führte nach dem Handbook meist etwa 2.500 Rinder. Als Monatslohn nennt der Artikel 90 Dollar für den Trail Boss, 50 Dollar oder mehr für den Koch und 30 Dollar für einen Treiber; Vorräte für drei Monate kosteten bis zu 400 Dollar.[1] Die Herden umfassten nach der Encyclopedia of Oklahoma History 500 bis 10.000 Tiere, meist 2.500 bis 3.000. Der Trail Boss stellte zehn bis vierzehn Cowboys ein, einen Koch mit Wagen und einen Pferdehüter für 100 bis 150 Pferde.[4]

Morgens tranken die Rinder, dann fraßen sie sich langsam nach Norden, nach der Encyclopedia etwa zehn Meilen am Tag, nach der Kansas Historical Society acht bis zehn.[3, 4] Die Herden zogen in Abständen von weniger als zehn Meilen, damit jede abends eine Wasserstelle fand.[4] Nach etwa zwei Monaten kamen sie an der Bahn an und hatten unterwegs im Schnitt 80 bis 100 Pfund zugelegt.[3]

Voraus fuhr der Küchenwagen, der Chuckwagon.[2] G. W. Mills aus Lockhart beschrieb seinen Trieb von 1877 für die Firma Ellison und Dewees: Zu jeder ihrer sechs Herden mit je etwa 2.500 Tieren gehörten ein Boss, acht Cowboys, ein Pferdehüter und ein Koch, der den Wagen mit zwei Joch Ochsen fuhr. In seiner Mannschaft, die über den Chisholm Trail nach Norden zog, waren zwei schwarze Cowboys und ein schwarzer Koch.[13] Schwarze, Hispanoamerikaner und Indigene arbeiteten nach dem Handbook auf den Trieben oft als Koch oder Pferdehüter (Schwarze Cowboys im Wilden Westen, Vaqueros).[2]

Lizzie Johnson, Lehrerin und Viehhändlerin aus Austin, gilt nach dem Handbook als erste Frau in Texas, die eine Herde unter ihrem eigenen Brandzeichen über den Chisholm Trail begleitete (Frauen im Wilden Westen).[16] Charles Siringo begleitete 1876 als Treiber eine Herde von 2.500 Longhorns von Austin über den Trail nach Kansas und schrieb später die erste Autobiografie eines Cowboys.[17] John Wesley Hardin ritt 1871 als Cowboy mit einer Herde nach Norden und tötete nach dem Handbook unterwegs sieben Menschen und in Abilene drei weitere.[15]

Wie viele Rinder zogen über den Chisholm Trail?

Die Schätzungen gehen nach dem Handbook of Texas weit auseinander und sind meist nicht belegt. Wie viele Rinder tatsächlich den Chisholm Trail berührten, lässt sich nicht feststellen, weil es weitere Wege durch das Indianer-Territorium gab.[1] Die stärksten Jahre waren nach der Encyclopedia of Oklahoma History 1871 und 1873.[4] Die Zahlen lassen sich nicht zusammenzählen und widersprechen sich teils: Allein für den Versand aus Abilene von 1867 bis 1871 nennt die Kansas Historical Society mehr als drei Millionen Rinder, das US Bureau of Statistics für alle Triebe aus Texas von 1867 bis 1875 mehr als 2,4 Millionen.[1, 3]

Schätzungen der Rinderzahlen am Chisholm Trail
Zeitraum und WegRinderHerkunft der Zahl
1867, Ankunft in Abilenerund 35.000[2, 6]Handbook of Texas; Rossel nach McCoy[2, 6]
1868, Ankunft in Abilene75.000[6]Rossel nach McCoy[6]
1869, Ankunft in Abilene150.000[6]Rossel nach McCoy[6]
1867 bis 1871, Versand aus McCoys Pferchen in Abilenemehr als 3.000.000[3]Kansas Historical Society[3]
bis 1873 über den Chisholm Trailmehr als 1.500.000[2]Handbook of Texas, Artikel Cattle Trailing[2]
1867 bis 1875, alle Triebe aus Texas nach Nordenmehr als 2.400.000[1]US Bureau of Statistics, nach dem Handbook of Texas[1]
1866 bis 1884, alle Triebe aus Texas nach Nordenrund 5.200.000[1]US Bureau of Statistics, nach dem Handbook of Texas[1]
ganze Nutzungszeit des Chisholm Trailgeschätzt 6.000.000[4]Encyclopedia of Oklahoma History[4]
1867 bis in die 1880er Jahre, Chisholm und Western Trail zusammenmehr als 10.000.000[10]National Park Service[10]

Wann endete der Chisholm Trail?

Ab etwa 1876 zogen die meisten Herden über den Western Trail nach Dodge City. Farmer in Texas wehrten sich gegen Herden auf ihren Feldern, die Nationen im Indianer-Territorium verlangten Weidegebühren, und nach 1873 sperrte die Quarantäne gegen das Texasfieber Abilene, Ellsworth und Wichita für Rinder aus dem Süden.[2] 1885 schloss ein Quarantänegesetz Kansas für texanische Rinder, die nicht nördlich des 36. Breitengrads überwintert hatten und keine Gesundheitszeugnisse besaßen; der Strom der Herden wurde danach zum Rinnsal.[1]

Die Encyclopedia of Oklahoma History nennt weitere Gründe: Im Cherokee Strip wurde das Weideland eingezäunt, ein Quarantänegesetz von Kansas sperrte texanische Rinder aus, der Blizzard von 1887 vernichtete den größten Teil der Viehwirtschaft auf der offenen Weide, und mit dem Land Run von 1889 kamen Farmer, die Zäune und Städte bauten.[4] Mit dem Einzäunen begannen texanische Viehzüchter im Cherokee Outlet nach dem Eintrag der Encyclopedia zum Stacheldraht im Jahr 1882.[22] Das Kansas-Gesetz datiert die Encyclopedia auf 1886, das Handbook of Texas und die Kansas Historical Society nennen 1885.[1, 3, 4] Die Kansas Historical Society nennt auch den Stacheldraht und die Bahnlinien, die inzwischen Texas erreicht hatten.[3]

Der Chisholm Trail heute

Das Lied "The Old Chisholm Trail" sangen nach der Kansas Historical Society die Cowboys unterwegs, und wahrscheinlich dichtete jeder eigene Strophen dazu; Fachleute haben bis zu 1.000 gefunden (Cowboy-Lieder und Musik des Westens).[3] Von 1990 bis 1997 erforschte Robert Klemme aus Enid den Verlauf in Texas, Oklahoma und Kansas und setzte in Oklahoma Markierungen aus Beton; die 400. kam im September 1997 bei Yukon in den Boden. Ende des 20. Jahrhunderts war der Trail nach der Encyclopedia an vielen Stellen noch zu sehen, etwa bei Bison im Garfield County.[4]

Am 30. März 2009 beauftragte ein Bundesgesetz das Innenministerium, Chisholm und Western Trail als mögliche National Historic Trails zu prüfen, also als vom Kongress ausgewiesene historische Fernwege.[10] Die Studie des NPS kam zu dem Ergebnis, dass beide Wege die Bedingungen erfüllen, und nennt 1867 bis 1884 als ihre Hauptzeit; am 17. Mai 2019 ging sie an den Kongress.[10, 11] Die untersuchten Routen beider Trails messen zusammen rund 2.548 Meilen, davon 1.180 in Texas, 551 in Oklahoma, 680 in Kansas und 137 in Nebraska.[11] Ausweisen kann nur der Kongress. Ein Gesetzentwurf vom 10. Januar 2023 sah für einen Chisholm National Historic Trail rund 1.378 Meilen von Kingsville in Texas bis Abilene vor.[11, 12]

Breite flache Mulde eines alten Viehwegs im Grasland, die bis zum Horizont führt, Wildblumen im Vordergrund und ein verwittertes Holzrad im Gras, goldenes Abendlicht
Spur eines alten Viehtriebswegs im Grasland. Ende des 20. Jahrhunderts war der Chisholm Trail an vielen Stellen noch zu sehen. Bild: KI-generiert

Zeitleiste

Zeitleiste: Chisholm Trail
  1. 1865Jesse Chisholm fährt mit James R. Mead und Handelswagen von der Mündung des Little Arkansas, dem heutigen Wichita, nach Süden ins Indianer-Territorium; der Weg heißt bald "Chisholm's Trail".[5, 6]
  2. 1867Joseph G. McCoy baut in Abilene Viehhöfe und ein Hotel; im August trifft die erste Herde aus Texas ein.[3, 6] Abilene
  3. 05.09.1867In Abilene geht die erste Ladung Rinder mit der Bahn nach Osten; im ganzen Jahr kommen schätzungsweise 35.000 Rinder.[2, 3] Abilene
  4. 1868Jesse Chisholm stirbt bei Left Hand Spring im Indianer-Territorium, laut Handbook of Texas am 4. April, laut Kansas Historical Quarterly am 4. März.[5, 6]
  5. 10.04.1869Die Zeitung Georgetown Watchman in Texas nennt den Weg nördlich von Fort Arbuckle zum ersten Mal "Chisholm Trail".[1]
  6. 1871Der Hauptweg verläuft nun weiter westlich über Saint Jo und Red River Station; 1871 und 1873 sind laut Encyclopedia of Oklahoma History die stärksten Jahre des Trails.[1, 4]
  7. 1872Abilene teilt den Treibern mit, dass sie ihre Herden nicht mehr dorthin bringen dürfen; Newton und Wichita werden die neuen Rinderstädte am Trail.[3, 6] Abilene
  8. 1876Die meisten Herden ziehen nun über den Western Trail nach Dodge City.[2] Dodge City
  9. 1878Thomas Welder findet im Indianer-Territorium am Eingang jedes Reservats Schilder, die einen Ochsen als Weidegeld verlangen.[13]
  10. 1885Ein Quarantänegesetz sperrt Kansas für texanische Rinder, die nicht nördlich des 36. Breitengrads überwintert haben.[1]
  11. 28.09.1911Joseph G. McCoy, William Mathewson und der Herausgeber des Abilene Weekly Reflector schreiben, die geplante Fernstraße solle Abilene Trail heißen.[1]
  12. 1926Der Meridian Highway auf der Strecke des Trails wird zum U.S. Highway 81.[1]
  13. 30.03.2009Ein Bundesgesetz beauftragt die Prüfung von Chisholm Trail und Western Trail als National Historic Trails.[10]
  14. 17.05.2019Der National Park Service übergibt dem Kongress seine Studie: Beide Trails erfüllen die Bedingungen für einen National Historic Trail.[10, 11]

Karte

Karte: Gedenktafel zu Red River Station und Abilene am Chisholm Trail125° W120° W115° W110° W105° W100° W95° W90° W25° N30° N35° N40° N45° N50° N1Chisholm Trail2Abilene
Karte: Gedenktafel zu Red River Station und Abilene am Chisholm Trail
  1. 1Chisholm Trail (Gedenktafel zu Red River Station am U.S. Highway 82 westlich von Nocona, Texas; die Station lag nach der Tafel etwa 9 Meilen nordwestlich) 33,79° N, 97,81° W[18]
  2. 2Abilene (Abilene, Kansas (Koordinate der Ortschaft laut U.S. Geological Survey)) 38,92° N, 97,21° W[23]
Umrisse: Natural Earth (gemeinfrei). Eigene Darstellung ohne Kartendienst.

Mythos und Wahrheit

Mehr zu Viehtrieben und Cowboys

Häufige Fragen

Wo verlief der Chisholm Trail?

Von Südtexas über San Antonio, Austin, Waco und Fort Worth zum Red River bei Red River Station, dann durch das Indianer-Territorium, ungefähr entlang des heutigen U.S. Highway 81, nach Kansas. Ziel war zuerst Abilene, später auch Newton, Wichita, Ellsworth und Caldwell.

Warum heißt er Chisholm Trail?

Er ist nach Jesse Chisholm benannt, einem Händler und Dolmetscher mit schottischem Vater und einer Cherokee als Mutter. Sein Handelsweg im Indianer-Territorium hieß "Chisholm's Trail". Auf amtlichen Karten der Zeit trug aber nur ein Abschnitt von etwa 80 Meilen seinen Namen, für die ganze Strecke setzte er sich erst nach 1911 durch.

Wann wurde der Chisholm Trail genutzt?

Als Viehtriebsweg nach dem Handbook of Texas vom Sommer 1867 bis 1884, eine Gedenktafel der Texas Historical Commission nennt 1867 bis 1887. Ab etwa 1876 zogen die meisten Herden über den Western Trail nach Dodge City, und Mitte der 1880er Jahre sperrte Kansas texanische Rinder aus.

Wie lang war der Chisholm Trail?

Von Red River Station bis Abilene nennt die Texas Historical Commission rund 350 Meilen, für den ganzen Weg aus Südtexas die Encyclopedia of Oklahoma History 800 Meilen. Ein Gesetzentwurf von 2023 sah für einen National Historic Trail von Kingsville bis Abilene rund 1.378 Meilen vor.

Wie viele Rinder zogen über den Chisholm Trail?

Bis 1873 waren es nach dem Handbook of Texas mehr als 1,5 Millionen, die Encyclopedia of Oklahoma History schätzt für die ganze Zeit sechs Millionen. Eine genaue Zahl lässt sich nach dem Handbook nicht feststellen, weil weitere Wege durch das Indianer-Territorium führten.

Mussten die Treiber im Indianer-Territorium Zoll zahlen?

Manchmal. Nach einer Studie des National Park Service verlangten Nationen Entschädigung für Gras und Wasser, mal ein bis acht Cent je Tier, mal einige Rinder aus der Herde. Der Treiber Thomas Welder fand 1878 am Eingang jedes Reservats ein Schild, das einen Ochsen als Weidegeld verlangte.

Ist der Chisholm Trail ein National Historic Trail?

Der National Park Service hält ihn nach seiner Studie für geeignet, die am 17. Mai 2019 an den Kongress ging. Ausweisen kann nur der Kongress; ein Gesetzentwurf dazu wurde am 10. Januar 2023 im Repräsentantenhaus eingebracht.

Quellen

  1. Nachschlagewerk Wayne Ludwig: Chisholm Trail. Texas State Historical Association, Handbook of Texas Online. Stand 1952, überarbeitet 26.07.2025. abgerufen am 25.10.2026
  2. Nachschlagewerk Jimmy M. Skaggs: Cattle Trailing. Texas State Historical Association, Handbook of Texas. Stand 1976, überarbeitet 07.10.2020. abgerufen am 25.10.2026
  3. Nachschlagewerk Chisholm Trail (Kansapedia). Kansas Historical Society. Stand Juni 2011, geändert Juni 2018. abgerufen am 25.10.2026
  4. Nachschlagewerk Steven D. Dortch: Chisholm Trail. The Encyclopedia of Oklahoma History and Culture. Oklahoma Historical Society. Stand 15.01.2010. abgerufen am 25.10.2026
  5. Nachschlagewerk T. C. Richardson: Chisholm, Jesse. Texas State Historical Association, Handbook of Texas Online. Stand 1952, überarbeitet 17.05.2017. abgerufen am 25.10.2026
  6. Fachaufsatz John Rossel: The Chisholm Trail (Kansas Historical Quarterly, Bd. 5, Nr. 1, S. 3 bis 14). Kansas Historical Society. Stand Februar 1936. abgerufen am 25.10.2026
  7. Nachschlagewerk Jesse Chisholm (Kurzporträt). Kansas Historical Society. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  8. Nachschlagewerk Jim Hoy: Cattle Industry. The Encyclopedia of Oklahoma History and Culture. Oklahoma Historical Society. Stand 15.01.2010, aktualisiert 06.05.2019. abgerufen am 25.10.2026
  9. Nachschlagewerk Todd E. Leahy: Ranching, American Indian. The Encyclopedia of Oklahoma History and Culture. Oklahoma Historical Society. Stand 15.01.2010. abgerufen am 25.10.2026
  10. Amtliche Stelle Chisholm and Great Western NHT Feasibility Study/Environmental Assessment (Projektseite). National Park Service, Planning, Environment and Public Comment (PEPC). Stand Übergabe an den Kongress 17.05.2019. abgerufen am 25.10.2026
  11. Amtliche Stelle Chisholm and Western National Historic Trails Feasibility Study/Environmental Assessment, Endfassung mit FONSI und Anhängen. National Park Service, National Trails Intermountain Region, Santa Fe. Stand Mai 2019. abgerufen am 25.10.2026
  12. Primärquelle J. Marvin Hunter (Hrsg.): The Trail Drivers of Texas, Erinnerungen von Viehtreibern (Digitalisat eines Exemplars der University of Illinois im Internet Archive). Old Time Trail Drivers' Association, Jackson Printing Co., San Antonio. Stand 1920. abgerufen am 25.10.2026
  13. Amtliche Stelle Vaqueros and Cowboys: Background for Teachers (Keep Texas Wild). Texas Parks and Wildlife Department. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  14. Nachschlagewerk Leon C. Metz: Hardin, John Wesley. Texas State Historical Association, Handbook of Texas Online. Stand 1976, überarbeitet 22.03.2022. abgerufen am 25.10.2026
  15. Nachschlagewerk Roberta S. Duncan: Williams, Elizabeth Ellen Johnson (Lizzie). Texas State Historical Association, Handbook of Texas Online. Stand 1976, überarbeitet 02.04.2016. abgerufen am 25.10.2026
  16. Nachschlagewerk Ben E. Pingenot: Siringo, Charles Angelo. Texas State Historical Association, Handbook of Texas Online. Stand 1952, überarbeitet 29.07.2025. abgerufen am 25.10.2026
  17. Amtliche Stelle Red River Station, Historical Marker 4219 (Texas Historic Sites Atlas). Texas Historical Commission. Stand Marker von 1963. abgerufen am 25.10.2026
  18. Amtliche Stelle Red River Station, Historical Marker 4220 (Texas Historic Sites Atlas). Texas Historical Commission. Stand Marker von 1971. abgerufen am 25.10.2026
  19. Nachschlagewerk David Dary: Cattle Drives. The Encyclopedia of Oklahoma History and Culture. Oklahoma Historical Society. Stand 15.01.2010. abgerufen am 25.10.2026
  20. Nachschlagewerk Brian Hart: Red River Station, TX. Texas State Historical Association, Handbook of Texas Online. Stand 1952, überarbeitet 02.01.2020. abgerufen am 25.10.2026
  21. Nachschlagewerk Dianna Everett: Barbed Wire. The Encyclopedia of Oklahoma History and Culture. Oklahoma Historical Society. Stand 15.01.2010. abgerufen am 25.10.2026

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