Cowboys und AlltagThema

Vaqueros

Kurz erklärt Vaqueros waren die berittenen Rinderhirten der spanischen Kolonialzeit und Mexikos, im 19. Jahrhundert auch in Texas, Kalifornien und Nevada. Das Wort kommt von spanisch vaca, Kuh. Von ihnen übernahmen englischsprachige Viehzüchter besonders nach 1821 Reitweise, Lasso und Fachwörter; in den 1870er Jahren galten Sattel, Chaps und Lasso der Vaqueros in Texas schon als "texanisch".

Alter Ledersattel mit breitem, flachem Horn und aufgerolltem Seil aus geflochtener Rohhaut auf einer Lehmziegelmauer, dahinter Mesquitebüsche im warmen Licht der späten Nachmittagssonne
Bild: KI-generiert

Was ist ein Vaquero?

Ein Vaquero ist ein berittener Rinderhirte. Merriam-Webster erklärt das Wort mit "herdsman" und "cowboy" und schränkt ein, dass es für Cowboys in spanischsprachigen Gegenden wie Mexiko und dem Südwesten der USA gebraucht wird. Es kommt von spanisch vaca, Kuh, und dem lateinischen vacca; im Englischen ist es seit 1826 belegt.[1]

Das Handbook of Texas beschreibt den Vaquero als den berittenen Viehhirten der spanischen Kolonialzeit und sein mexikanisches Gegenstück im 19. Jahrhundert. Wie der angloamerikanische Cowboy habe er romantische Züge und eine fast mythische Größe angenommen. Dabei arbeiteten hispanische und angloamerikanische Cowboys unter ähnlich harten Bedingungen und hatten mehr gemeinsam, als man meist annimmt (wie Pferde und Rinder mit den Spaniern nach Amerika kamen, steht auf der Seite Cowboys im Wilden Westen, Sattel, Lasso und Sporen auf der Seite Cowboy-Ausrüstung).[2]

Wer waren die Vaqueros?

In der spanischen Kolonialgesellschaft galten Vaqueros nach dem Handbook of Texas als raue und laute Leute. Viele lebten außerhalb des Gesetzes und machten Jagd auf ungebrandete Rinder, die über die großen Güter im Norden Mexikos zogen. Oft waren es Mestizen oder Indigene von den unteren Stufen der Gesellschaft, bekannt waren sie aber immer für ihre Reitkunst und ihr Geschick mit dem Vieh.[2] Als die Viehzucht über die Provinzen am Rio Grande nach Norden vordrang, ritten diese Hirten der hispanischen Besiedlung voraus. Viele schlossen sich einem Patrón an, einem einflussreichen Rancher mit Land aus einer Schenkung des Königs, heirateten und bauten sich auf seinem Grund eine Hütte. Ihre Kinder wuchsen im Dienst des Patrón auf, mitunter über Generationen.[2]

Das Smithsonian Magazine beschreibt die Vaqueros des frühen 19. Jahrhunderts als umherziehende Arbeiter, die nur besaßen, was sie auf dem Pferd mitnehmen konnten. Sie arbeiteten auf großen Ranches in den heutigen mexikanischen Staaten Durango, Coahuila und Chihuahua und bis weit in die heutigen USA. Unter ihnen waren vor allem Mestizen, also Menschen mit indigenen und spanischen Vorfahren, dazu Schwarze, Indigene und Criollos, in Amerika geborene Spanier.[3]

Vaqueros und Tejanos in Texas

Das englische Wort ranch kommt vom mexikanisch-spanischen rancho, dem Hof eines Rancheros. Viehzucht im Sinn der Ranch gibt es in Texas nach dem Handbook of Texas seit den 1730er Jahren, als am San Antonio River Herden freigelassen wurden, um Missionare, Soldaten und Siedler um San Antonio und Goliad zu versorgen.[4] Die spanische Regierung vergab an der Küste große Ländereien an Männer, die Pferde, Rinder und Schafe besaßen und genug Leute hatten, um das Land zu besetzen und das Vieh zu hüten. Die Cavazos-Schenkung (San Juan de Carricitas) im heutigen Cameron County umfasste fünfzig Sitios zu je 4.605 Acres, andere Schenkungen waren noch größer.[4] Spanische und mexikanische Ranches trugen Namen wie Ojo de Agua, Las Mesteñas oder Santa Gertrudis; die beiden Namen La Parra und Santa Gertrudis leben in der Kenedy Ranch und der King Ranch weiter.[4]

Wem das Vieh gehörte, war schon früh umkämpft. Im Januar 1778 erklärte Teodoro de Croix in Béxar alle wilden und ungebrandeten Tiere, die mesteños, zum Eigentum des Königs und belegte das Einfangen und Brandmarken von Rindern und Pferden mit einer Steuer. Bei einem großen Zusammentrieb 1787 wurden mehr als 7.000 Rinder gefangen und gebrandet; von den Missionen konnte nur La Bahía teilnehmen. Für das Handbook of Texas zeigte das, dass private Rancher die Viehzucht in Texas inzwischen beherrschten.[5]

Die Tejanos, die Texaner mexikanischer Herkunft, fanden im 19. Jahrhundert meist nur Arbeit als Tagelöhner und Hilfskräfte. Die große Mehrheit arbeitete nach dem Handbook of Texas auf der Weide, weil die Wirtschaft darauf ausgerichtet war und weil sie sich als Ranchhelfer und als Schäfer (pastores) auskannten; nur ein kleiner Teil wurde selbst Unternehmer oder Rancher.[6]

Junge angloamerikanische Cowboys lernten die Arbeitsweise der Vaqueros bei der gemeinsamen Arbeit. Nach dem Bürgerkrieg halfen angeheuerte Vaqueros beim Zusammentreiben der Longhornrinder in Südtexas und auf den Trieben zu den Bahnhöfen und Märkten im Norden. Sie ritten für angloamerikanische Chefs und brachten gelegentlich auch Herden für mexikanische Unternehmer auf den Weg.[2] In den 1870er Jahren waren Sattel, Chaps, Halstuch, Sombrero, Lasso und Sporen der Vaqueros in Texas so verbreitet, dass sie ihre hispanische Herkunft verloren und einfach als "texanisch" galten. Weil sich das texanische System bis auf die High Plains ausbreitete, wirkte es nach dem Handbook stärker als die Arbeitsweisen anderer Grenzstaaten (mehr zu den Trieben auf der Seite Viehtriebe und Cattle Trails).[2]

Dichtes Mesquite-Buschland in Südtexas mit einigen Longhornrindern zwischen den Sträuchern und einer einfachen Hütte aus Pfählen und Lehm im warmen Nachmittagslicht
Buschland in Südtexas: Hier begann nach dem Handbook of Texas die Viehzucht der Tejanos. Bild: KI-generiert

Die Kineños der King Ranch

Die King Ranch in Südtexas begann nach dem Handbook of Texas 1852, als Richard King und Gideon K. Lewis am Santa Gertrudis Creek ein Viehlager aufschlugen. 1853 kauften sie die spanische Landschenkung Rincón de Santa Gertrudis mit 15.500 Acres.[7] Für die Arbeit mit den Herden holte King nach derselben Quelle etwa 100 Männer, Frauen und Kinder, denen er auf einer Reise zum Viehkauf in Mexiko begegnet war. Sie heißen seitdem los Kineños, "Kings Leute".[7]

Nach dem National Cowboy and Western Heritage Museum herrschte damals im Norden Mexikos eine schwere Dürre, und der Ort Cruillas verkaufte King sein ganzes Vieh. King bot den Bewohnern an, auf seine Ranch zu ziehen, mit Essen, Unterkunft und Lohn; viele gingen 1854 darauf ein. Ihre Nachkommen arbeiten nach dem Museum in der siebten Generation auf der King Ranch, und einige der kleinen Häuser aus den 1850er Jahren stehen noch.[8] Nach dem Handbook of Texas übernahmen Rancher wie King und Mifflin Kenedy die Ordnung von Patrón und Vaquero, und sie bestand bis weit ins 20. Jahrhundert.[2]

Henrietta King, die Witwe von Richard King, hatte die Ranch nach seinem Tod 1885 übernommen. Als sie am 31. März 1925 starb, begleiteten 200 Vaqueros ihren Leichenwagen, auf Quarter Horses mit dem Brandzeichen der Ranch, dem Running W. Jeder Reiter ritt einmal im leichten Galopp um das offene Grab.[9] Das Running W ließ die Ranch am 9. Februar 1869 als offizielles Brandzeichen eintragen; es ist bis heute in Gebrauch.[7]

Vaqueros in Kalifornien

In Kalifornien hüteten die Vaqueros Rinder vor allem wegen der Häute und des Talgs.[12] Nach dem National Park Service beherrschte Spanien diesen Handel zunächst, indem es fremden Schiffen die Küste verbot und die indigenen Arbeitskräfte der Missionen einsetzte; indigene Arbeiter hüteten die Rinder und verarbeiteten Häute und Talg. Mit der Unabhängigkeit Mexikos 1821 fiel das Verbot, und amerikanische, englische und portugiesische Händler kauften nun offen bei den Missionen und Ranchos, die ebenfalls indigene Arbeiter einsetzten, mitunter unter Zwang. Aus kalifornischen Häuten wurden in Neuengland Schuhe und Treibriemen für Fabriken, der Talg für Seife und Kerzen ging großteils nach Südamerika. Von den 1820er Jahren bis zum Goldrausch war das die wichtigste Einnahmequelle Kaliforniens (zum Leben in den Missionen die Seite Die spanischen Missionen in Kalifornien).[10]

Ein Beispiel aus den 1840er Jahren ist Sutters Fort. Als Johann August Sutter 1839 nach Kalifornien kam, handelten nach California State Parks mindestens 70 Ranchos mit Häuten und Talg. 1846 besaß Sutter mehr als 10.000 Rinder. Eine Haut war 1,50 bis 2,50 Dollar wert und galt im Tauschhandel als "kalifornische Banknote".[11] Die meisten Vaqueros in Sutters Fort waren nach derselben Quelle Miwok aus der Umgebung (Indigene Völker Kaliforniens). Manche waren in der Missionszeit gezwungen worden, Vieh zu hüten, und brachten das Können mit. Olimpio, ein Eastern Miwok, hatte das Handwerk in der Mission San José gelernt und wurde am 20. Juli 1847 Mayordomo, also Vorarbeiter, der Vaqueros.[11]

Der kalifornische Vaquero trug nach California State Parks stets eine Reata am Sattel, meist etwa 80 Fuß lang und aus vier Streifen Rohhaut geflochten. Oft fingen zwei Reiter ein Rind gemeinsam, einer am Hals oder an den Hörnern, der andere an den Hinterbeinen; so wird es auf Ranches und im Rodeo als Team Roping bis heute gemacht. Typisch für Kalifornien war ein besonderes Stangengebiss, das spade bit, oft fein gearbeitet und mit Silber verziert.[11] Einmal im Jahr trieben Vaqueros mehrerer Ranchos das Vieh zusammen, sortierten, zählten und brandmarkten es. Bei diesen Treffen zeigten sie ihr Können im Reiten und Lassowerfen und hielten Wettbewerbe mit Preisen ab; die Zusammentriebe hießen rodeos.[11]

Goldgelbe Hügel mit vereinzelten Eichen in Kalifornien, auf der Weide eine kleine Rinderherde, in der Ferne ein langes Lehmziegelhaus mit Ziegeldach im warmen Nachmittagslicht
Weideland in Kalifornien: Rinder lieferten hier vor allem Häute und Talg. Bild: KI-generiert

Vom Vaquero zum Buckaroo im Great Basin

Im Rinderland des Great Basin kamen die Vaqueros zuerst, schreibt Howard W. Marshall in einem Aufsatz der Library of Congress über das Paradise Valley in Nordnevada, und zwar hispanische Reiter aus Kalifornien. Sie trieben Herden ins Territorium und lieferten den Ranchern Zuchtvieh. Später arbeiteten wandernde Vaqueros aus Kalifornien und dem Norden Mexikos für die großen Viehgesellschaften und blieben nach und nach auf den Familienranches der Gegend. Viele der frühen Vaqueros waren auch Angloamerikaner, einige waren Schwarze.[12]

Mit der Arbeit kamen auch die Wörter: In Nordnevada war vaquero lange das übliche Wort für den Cowboy. Leslie Stewart, ein Enkel von William Stock, der die 96 Ranch aufgebaut hatte, erinnerte sich, dass um 1935 buckaroo beliebter wurde; 1980 war es das Wort des Alltags, während "cowboys" dort aus Texas oder Montana kamen.[12] Das lange Seil aus geflochtener Rohhaut hieß in Nordnevada riata, ein ungebrandetes Rind oreanna. Beim Dally schlingt der Reiter das Seil um das Sattelhorn, sodass es beim Fangen eines Rindes laufen oder festhalten kann; im Gegensatz dazu stehen die Fangarten "hard-and-fast" oder "solid".[12] Geblieben sind ihre Sättel, ihr Pferdezeug und ihre Wörter; die Vaqueros selbst waren nach Marshall 1980 aus dem Beruf fast verschwunden.[12]

Lariat, Rodeo, Buckaroo: Wörter der Vaqueros

Englische Wörter aus dem Spanischen der Vaqueros laut Merriam-Webster
WortHerkunftim Englischen belegt seit
vaquerospanisch vaquero, von vaca (Kuh)[1]1826[1]
buckaroowahrscheinlich volkstümliche Umdeutung von vaquero[15]1827[15]
lariatamerikanisch-spanisch la reata, das Lasso, von reatar (wieder anbinden)[13]1835[13]
rodeospanisch, von rodear (umringen), das von rueda (Rad)[14]1819[14]

Rodeo hieß im Englischen zuerst der Zusammentrieb der Rinder (roundup), erst später die öffentliche Vorführung mit Bronco-Reiten und Kälberfangen.[3, 14] Bei buckaroo setzt Merriam-Webster ein "wahrscheinlich" vor die Herkunft.[15] Einige Forscher leiten das Wort nach Marshall vom Gullah ab, dem Dialekt der Sea Islands von Georgia und Carolina, wo bukra Chef oder weißer Mann heißt; schwarze Cowboys in Texas hätten es in der Mitte des 19. Jahrhunderts in die Sprache der Cowboys eingeführt. Die Feldforschung in Nevada stützt dagegen die Herkunft aus dem Spanischen (weitere Wörter vom Trail auf der Seite Cowboy-Sprache: Slang und Redewendungen).[12]

Vaqueros auf Hawaii: die Paniolos

Auch die Cowboys auf Hawaii hatten mexikanische Lehrer. 1793 schenkte der britische Kapitän George Vancouver König Kamehameha I. einige Rinder, die sich schnell vermehrten. Im frühen 19. Jahrhundert kamen nach dem Smithsonian Center for Folklife and Cultural Heritage mehrere mexikanische Vaqueros auf die Inseln, um den Hawaiianern Reiten und Viehhaltung beizubringen. Aus ihnen ging die Kultur der Paniolos hervor, der hawaiischen Cowboys, mit eigener Reitweise, Kleidung und eigenen Liedern.[16] Das Smithsonian Magazine nennt König Kamehameha III. und die 1830er Jahre.[3] Den Vaqueros zu Ehren schrieb Prinz Leleiohoku das Lied "Adios Ke Aloha"; der Sänger Clyde "Kindy" Sproat stellte es 1989 beim Smithsonian Folklife Festival vor und nannte einen der Mexikaner seinen Urgroßvater.[16] 1908 gewann der Paniolo Ikua Purdy bei der Meisterschaft in Cheyenne in Wyoming den Weltmeistertitel im Steer Roping.[3]

Vaqueros in Wildwest-Show und Rodeo

Zwischen zwei Trieben trafen sich Vaqueros nach dem Smithsonian Magazine, um zu sehen, wer das wildeste Pferd reiten und das Seil am sichersten werfen konnte. Aus solchen Treffen wurden Wettkämpfe zwischen Ranches mit immer mehr Zuschauern. Als die USA 1845 Texas annektierten und mit ihm einen großen Teil Mexikos beanspruchten, ging die Kultur der Vaqueros bereits in der der Cowboys auf.[3]

Er reitet gut und furchtlos und wirft das Lasso mit unfehlbarem Ziel.

Hauptmann George W. Hughes, US-Armee, 1846 in San Antonio über einen Vaquero, zitiert nach Chris La Tray, A Brief History of the Rodeo, Smithsonian Magazine, Juli/August 2022 Übersetzung der Redaktion[3]

Zu den Stars von Buffalo Bills Show gehörte ein Charro, also ein mexikanischer Reiter in der Tradition der Charrería.[17, 21] Vicente Oropeza kam nach dem National Cowboy and Western Heritage Museum 1858 in Puebla in Mexiko zur Welt und zählte zu den großen Berufsreitern seines Landes. 1889 reiste er im Gefolge des Matadors Ponciano Díaz durch Spanien, 1894 holte Buffalo Bills Wild West Show seine Charros. Sechzehn Jahre lang gehörte er zu den Attraktionen der Show, 1900 wurde er bei einem Wettbewerb in New York zum "Champion of the World" erklärt. Er starb 1923 in Puebla.[17] Der Entertainer Will Rogers sah ihn nach dem Buffalo Bill Center of the West zum ersten Mal 1893 auf der Weltausstellung in Chicago und schrieb ihm zu, das Kunstlassowerfen nach Nordamerika gebracht zu haben. Oropeza konnte mit dem Seil Buchstaben in die Luft schreiben; 1975 nahm ihn die National Rodeo Hall of Fame auf (zur Charrería und ihrer Verwandtschaft mit dem Rodeo die Seite Rodeo: Geschichte und Disziplinen).[18]

Zeitleiste: Vaqueros von Texas bis Hawaii

Zeitleiste: Vaqueros von Texas bis Hawaii
  1. Januar 1778Teodoro de Croix erklärt in Béxar alle wilden und ungebrandeten Rinder und Pferde (mesteños) zum Eigentum des Königs und besteuert ihr Einfangen.[5]
  2. 1787Bei einem großen Zusammentrieb in Texas werden mehr als 7.000 Rinder gefangen und gebrandet; von den Missionen nimmt nur La Bahía teil.[5]
  3. 1793Der britische Kapitän George Vancouver schenkt König Kamehameha I. auf Hawaii Rinder; später lehren mexikanische Vaqueros dort Reiten und Viehhaltung.[16]
  4. 1821Mit der Unabhängigkeit Mexikos dürfen fremde Händler offen Häute und Talg bei den Missionen und Ranchos Kaliforniens kaufen.[10]
  5. 1826Das Wort vaquero ist im Englischen zum ersten Mal belegt.[1]
  6. 1827Das Wort buckaroo ist im Englischen zum ersten Mal belegt.[15]
  7. 1835Das Wort lariat, von la reata, ist im Englischen zum ersten Mal belegt.[13]
  8. 1839Als Johann August Sutter nach Kalifornien kommt, handeln mindestens 70 Ranchos mit Häuten und Talg.[11] Johann August Sutter
  9. 1846Hauptmann George W. Hughes sieht in San Antonio einen Vaquero reiten und lobt seine Arbeit mit dem Lasso.[3]
  10. 20.07.1847Olimpio, ein Eastern Miwok, wird Vorarbeiter (Mayordomo) der Vaqueros in Sutters Fort.[11]
  11. 1852Richard King und Gideon K. Lewis schlagen am Santa Gertrudis Creek in Südtexas ein Viehlager auf, den Anfang der King Ranch.[7]
  12. 1854Viele Bewohner von Cruillas in Mexiko ziehen auf die Ranch von Richard King; sie heißen seitdem Los Kineños.[8]
  13. 09.02.1869Die King Ranch lässt das Running W als offizielles Brandzeichen eintragen.[7]
  14. 1889Der Charro Vicente Oropeza reist im Gefolge des Matadors Ponciano Díaz durch Spanien.[17]
  15. 1893Will Rogers sieht Vicente Oropeza auf der Weltausstellung in Chicago zum ersten Mal mit dem Lasso.[18]
  16. 1894Buffalo Bills Wild West Show holt die Charros von Vicente Oropeza.[17] Buffalo Bill
  17. 1900Vicente Oropeza wird bei einem Wettbewerb in New York zum "Champion of the World" erklärt.[17]
  18. 1908Der Paniolo Ikua Purdy aus Hawaii gewinnt in Cheyenne den Weltmeistertitel im Steer Roping.[3]
  19. 31.03.1925Henrietta King stirbt; 200 Vaqueros der King Ranch begleiten ihren Leichenwagen.[9]
  20. 1935Um diese Zeit wird in Nordnevada nach der Erinnerung von Leslie Stewart das Wort buckaroo beliebter als vaquero.[12]
  21. 1975Die National Rodeo Hall of Fame nimmt Vicente Oropeza auf.[18]
  22. 29.03.2012Auf dem Gelände des texanischen Kapitols wird das Tejano Monument mit einem berittenen Vaquero enthüllt.[19]

Mythos und Wahrheit

Wie wird heute an die Vaqueros erinnert?

Auf dem Gelände des texanischen Kapitols wurde am 29. März 2012 das Tejano Monument enthüllt, das an die spanischen und mexikanischen Siedler von Texas erinnert. Oben in der Mitte reitet ein Tejano-Vaquero auf einem Mustang und führt eine Longhornkuh und einen Bullen den Hang hinab. Der Granitsockel ist nach dem Handbook of Texas dem Buschland Südtexas nachgebildet, wo die Viehzucht der Tejanos begann.[19]

Zum Smithsonian American Art Museum in Washington gehört die Skulptur "Vaquero" von Luis Jiménez, als Modell 1980 entstanden und 1990 gegossen, aus farbig glänzendem Glasfaserkunststoff. Der Künstler nannte sie bewusst Vaquero, um an die spanischen und mexikanischen Wurzeln des Cowboys zu erinnern. Die Spanier, sagte er, hätten Rinder und Pferde gebracht, und die Mexikaner hätten die ganze Vorstellung vom Cowboy entwickelt.[20] Weiter leben die Traditionen bei den Kineños, deren Familien noch auf der King Ranch arbeiten, und in den Charreadas: Mehr als 100 Charro-Vereine gibt es nach dem Handbook of Texas in den USA, in Texas etwa in Houston, San Antonio, Austin und El Paso.[8, 21]

Mehr über Cowboys und Viehzucht

Häufige Fragen

Was ist ein Vaquero?

Ein Vaquero ist ein berittener Rinderhirte. Das spanische Wort kommt von vaca, Kuh; im Englischen ist es laut Merriam-Webster seit 1826 belegt und meint Cowboys in spanischsprachigen Gegenden wie Mexiko und dem Südwesten der USA.

Was ist der Unterschied zwischen Vaquero und Cowboy?

Der Vaquero war der Viehhirte der spanischen Kolonialzeit und Mexikos, der Cowboy sein englischsprachiger Kollege. Nach dem Handbook of Texas hatten beide mehr gemeinsam, als man meist annimmt, weil die Viehzüchter aus den USA in Texas viele Arbeitsweisen der Vaqueros übernahmen. In Nordnevada sagte man laut Library of Congress früher vaquero und um 1980 buckaroo.

Woher kommt das Wort Buckaroo?

Merriam-Webster führt buckaroo, belegt seit 1827, wahrscheinlich über eine volkstümliche Umdeutung auf das spanische vaquero zurück. Einige Forscher leiten es nach der Library of Congress vom Wort bukra im Gullah der Sea Islands ab; die Feldforschung in Nevada stützt die spanische Herkunft.

Woher kommt das Wort Lariat?

Lariat kommt nach Merriam-Webster vom amerikanisch-spanischen la reata, das Lasso. Im Englischen ist es seit 1835 belegt. In Nordnevada hieß das lange Seil aus geflochtener Rohhaut nach der Library of Congress (1980) riata.

Wer waren die Kineños?

So heißen die Familien, die Richard King aus Mexiko auf seine Ranch in Südtexas holte, nach dem Handbook of Texas etwa 100 Männer, Frauen und Kinder. Das National Cowboy and Western Heritage Museum nennt den Ort Cruillas und das Jahr 1854; ihre Nachkommen arbeiten dort in der siebten Generation.

Gab es Vaqueros in Kalifornien?

Ja. Rinder aus den Missionen und Ranchos lieferten Häute und Talg, bis zum Goldrausch die wichtigste Einnahmequelle Kaliforniens. Die meisten Vaqueros in Sutters Fort in den 1840er Jahren waren nach California State Parks Miwok, von denen manche das Hüten in der Missionszeit unter Zwang gelernt hatten.

Was sind Paniolos?

Paniolos sind die Cowboys Hawaiis. Im frühen 19. Jahrhundert kamen mexikanische Vaqueros auf die Inseln, um den Hawaiianern Reiten und Viehhaltung beizubringen; das Smithsonian Magazine nennt dafür die 1830er Jahre und König Kamehameha III.

Wer war Vicente Oropeza?

Ein Charro aus Puebla in Mexiko, geboren 1858. Ab 1894 trat er mit seinen Charros in Buffalo Bills Wild West Show auf und gilt dem National Cowboy and Western Heritage Museum als der Mann, der das Kunstlassowerfen ins amerikanische Rodeo brachte.

Quellen

  1. Nachschlagewerk vaquero (Wörterbucheintrag mit Etymologie und First Known Use). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  2. Nachschlagewerk Jack Jackson: Vaquero (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1952, überarbeitet 05.05.2017. abgerufen am 25.10.2026
  3. Presse Chris La Tray: A Brief History of the Rodeo. Smithsonian Magazine. Stand Juli/August 2022. abgerufen am 25.10.2026
  4. Nachschlagewerk T. C. Richardson und Harwood P. Hinton: Ranching (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1952, überarbeitet 30.04.2019. abgerufen am 25.10.2026
  5. Nachschlagewerk Jack Jackson: Ranching in Spanish Texas (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1996, überarbeitet 30.04.2019. abgerufen am 25.10.2026
  6. Nachschlagewerk Arnoldo De León: Mexican Americans (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1976, überarbeitet 25.08.2023. abgerufen am 25.10.2026
  7. Nachschlagewerk John Ashton und Edgar P. Sneed, überarbeitet von Bob Kinnan: King Ranch (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1976, überarbeitet 10.12.2014. abgerufen am 25.10.2026
  8. Museum Breaking Trail: Los Kineños (Blog). National Cowboy and Western Heritage Museum, Oklahoma City. Stand 10.10.2023. abgerufen am 25.10.2026
  9. Nachschlagewerk Edgar P. Sneed: King, Henrietta Chamberlain (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1976, überarbeitet 12.06.2018. abgerufen am 25.10.2026
  10. Amtliche Stelle Timeline: 1800s (Island of the Blue Dolphins). National Park Service. Stand Last updated 17.11.2018. abgerufen am 25.10.2026
  11. Amtliche Stelle ELP and ESP Station Handout: Vaquero (Sutter's Fort State Historic Park). California State Parks. Stand überarbeitet Juli 2018. abgerufen am 25.10.2026
  12. Archiv Howard W. Marshall: Vaqueros (Buckaroo: Views of a Western Way of Life; zuerst in Buckaroos in Paradise, 1980). Library of Congress, Sammlung Buckaroos in Paradise: Ranching Culture in Northern Nevada, 1945 to 1982. Stand 1980, Onlinefassung ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  13. Nachschlagewerk lariat (Wörterbucheintrag mit Etymologie und First Known Use). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  14. Nachschlagewerk rodeo (Wörterbucheintrag mit Etymologie und First Known Use). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  15. Nachschlagewerk buckaroo (Wörterbucheintrag mit Etymologie und First Known Use). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  16. Museum Kate Harrington: Cowboys in the Tropics: A History of the Hawaiian Paniolo (Folklife Magazine). Smithsonian Center for Folklife and Cultural Heritage. Stand 15.02.2019. abgerufen am 25.10.2026
  17. Museum Vicente Oropeza (National Rodeo Hall of Fame). National Cowboy and Western Heritage Museum, Oklahoma City. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  18. Museum Olivia Weitz: Buffalo Bill's Wild West master trick roper Vicente Oropeza. Buffalo Bill Center of the West, Cody. Stand 14.03.2024. abgerufen am 25.10.2026
  19. Nachschlagewerk Andrés Tijerina: Tejano Monument (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 11.02.2016, überarbeitet 20.01.2017. abgerufen am 25.10.2026
  20. Museum Luis Jiménez: Vaquero (Objektseite). Smithsonian American Art Museum. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  21. Nachschlagewerk María-Cristina García: Charrería (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 01.12.1994, überarbeitet 04.08.2020. abgerufen am 25.10.2026

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