Cowboys und AlltagThema
Rodeo
Kurz erklärt Ein Rodeo ist ein Wettkampf, in dem Reiterinnen und Reiter Fertigkeiten der Rancharbeit zeigen: bockende Pferde und Bullen reiten, Kälber und Rinder mit dem Lasso fangen, um Fässer reiten. Es wuchs nach dem Bürgerkrieg aus den Wettstreiten der Cowboys; als erstes vollständiges Rodeo im heutigen Sinn zählt die Encyclopedia of the Great Plains das von Prescott, Arizona, 1888.

Was ist ein Rodeo?
Rodeo ist ein Zuschauer- und Mitmachsport, der nach der Encyclopedia of the Great Plains auf den Fertigkeiten eines echten Berufs beruht, dem der Cowboys. Das Reiten und Werfen mit dem Lasso in der Arena ist allerdings viel feiner ausgearbeitet als bei der täglichen Arbeit auf einer Ranch.[1] Das Wort kommt aus dem Spanischen, von rodear, umringen, und das wiederum von rueda, Rad. Merriam-Webster belegt es im Englischen seit 1819, zuerst für den Zusammentrieb der Rinder (roundup), später auch für die öffentliche Vorführung mit Bronco-Reiten, Kälberfangen, Steer Wrestling und Bullenreiten.[6]
Ein Bronco, kurz Bronc, ist nach Merriam-Webster ein ungezähmtes oder kaum zugerittenes Pferd des Weidelands im Westen Nordamerikas; das Wort stammt aus dem mexikanischen Spanisch und heißt wörtlich rau oder wild. Belegt ist es seit 1850.[7] Bronco-Reiten heißt im Rodeo Bronc Riding, mit Sattel (Saddle Bronc) oder ohne Sattel (Bareback Bronc).[1]
Woher kommt das Rodeo?
Die Wurzeln reichen nach dem Handbook of Texas bis ins 16. Jahrhundert. 1519 kamen mit Hernán Cortés Pferde nach Mexiko, 1521 mit Gregorio de Villalobos die ersten Rinder; die Encyclopedia of the Great Plains nennt 1520.[2, 15] Von den Vaqueros, den Viehhirten zu Pferd, übernahmen die Cowboys nach dem Handbook viele Fertigkeiten, Ausrüstung und Wörter: Reiten, das Lasso, das Brandmarken, Sattel, Sporen, Chaps und das Wort rodeo selbst.[2] Vorläufer des Rodeos sieht die Encyclopedia of the Great Plains in den Pferdesportarten, Rennen und Vorführungen bei den Festen der spanischen Missionen in Mexiko und Kalifornien im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert.[1]
Eng verwandt ist die Charrería, der Nationalsport Mexikos. Nach dem Handbook of Texas entstand sie im 16. Jahrhundert, als Charros, mexikanische Reiter, die Reiterspiele der Spanier weiterentwickelten. Im 19. Jahrhundert gehörten solche Wettkämpfe zu den Festen der großen Haciendas beim Brandmarken (herraderos) und beim Zusammentrieb (rodeos). Der coleadero, bei dem ein Reiter einen Stier am Schwanz zu Fall bringt, gilt als Vorläufer des Bulldogging.[3] Das Bullenreiten kam über die Stierkämpfe in die Charrería; das erklärt nach dem Handbook, warum es im Rodeo wie in der Charrería vorkommt, obwohl es keine Arbeit auf der Ranch ist.[3]
In Texas war die Charrería schon zur Zeit der Republik bekannt, in den 1860er Jahren gehörte sie zu texanischen Volksfesten. Am 4. Juli 1921 gründeten Charros in Mexiko-Stadt die Asociación Nacional de Charros. Heute gibt es nach dem Handbook mehr als 100 Charro-Vereine in den USA. Im Unterschied zum Rodeo ist die Charreada ein Mannschaftssport, und die Charros treten um die Ehre an, ohne Preisgeld.[3]
Wie entstanden die ersten Rodeos?
Der Ursprung liegt nach der Encyclopedia of the Great Plains in spontanen Wettstreiten unter Männern, die vom Pferd aus Rinder hüteten: Mutproben auf einem besonders störrischen Pferd, Wetten beim Brandmarken, wer die meisten Kälber an den Hinterbeinen fängt.[1] Nach dem Bürgerkrieg, mit den großen Viehtrieben, gab es nach derselben Quelle die ersten rodeoähnlichen Wettbewerbe: einen Wettkampf im Zureiten zwischen Treibermannschaften bei Deer Trail, Colorado, Wettbewerbe im Rinderfangen in Pecos, Texas, und Dodge City, Kansas, und Auswahlvorführungen für Buffalo Bills Wild-West-Schau in North Platte, Nebraska.[1]
Nach dem Handbook of Texas fand der Wettbewerb im Zureiten (bronco-busting) in Deer Trail am 4. Juli 1869 statt und ist einer der frühesten, die überliefert sind. In Pecos gab es 1883 das erste Rodeo mit Preisen, in Prescott, Arizona, 1888 das erste mit Eintrittsgeld.[2] In Prescott zahlten die Teilnehmer nach der Encyclopedia of the Great Plains Startgeld und kämpften vor zahlenden Zuschauern um Pokale und Geld; deshalb gilt es ihr als erstes vollständiges Rodeo im heutigen Sinn.[1]
Bei Festen, besonders bei den Feiern zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli, forderten Cowboys einander im Zureiten und Lassowerfen heraus, und aus solchen örtlichen Wettbewerben wurden jährliche Feste.[2] In North Platte richtete Buffalo Bill Cody 1882 eine Feier zum 4. Juli aus, die später "Old Glory Blowout" hieß; das William F. Cody Archive nennt sie einen Vorläufer des heutigen Rodeos.[5] Die bekanntesten Rodeos entstanden wenig später: die Cheyenne Frontier Days in Wyoming 1897, die Calgary Stampede in Kanada 1912.[1]

Rodeo und Wild-West-Schau
Weil die Arbeit der Cowboys oft nur saisonweise bezahlt wurde, verpflichteten sich manche nach dem Handbook of Texas bei Wild-West-Schauen, die Rodeokünste im Osten der USA und schließlich in Europa zeigten.[2] Zum üblichen Programm von "Buffalo Bill's Wild West" gehörten nach dem Cody Archive das Fangen und Reiten bockender Pferde.[5] Weil sich Rodeo und Schau lange überschnitten, sah das Publikum im Rodeo eher eine Vorstellung als einen Sport, schreibt das Handbook. In den 1890er Jahren war das Rodeo im Westen zu einer Veranstaltung für Zuschauer geworden. 1917 fand in Fort Worth das erste Rodeo in einer Halle statt, und Ende der 1920er Jahre dauerte das Rodeo im Madison Square Garden in New York oft 30 Tage.[2]
Wie wurde das Rodeo zum Profisport?
In der Anfangszeit nutzten skrupellose Veranstalter die Cowboys oft aus.[1] Viele Rodeos nannten sich "World Championship", und für dasselbe Jahr beanspruchten oft mehrere Cowboys den Titel eines Weltmeisters. 1929 gründeten die Veranstalter, nicht die Cowboys, die Rodeo Association of America, um Regeln, Punktwertung, Richter und Preisgelder zu ordnen.[2]
Am 30. Oktober 1936 stimmten nach dem Handbook of Texas 61 Cowboys in Boston für einen Streik gegen die gebotenen Preisgelder und setzten ihren Anteil durch.[2] Aus dem Streik bei den großen Rodeos im Osten ging nach der Encyclopedia of the Great Plains die Cowboys' Turtle Association hervor, die Vorläuferin der heutigen Professional Rodeo Cowboys Association (PRCA) mit Sitz in Colorado Springs.[1] Das Handbook datiert dagegen die Gründung der Turtle Association auf den 6. November 1939; an diesem Punkt weichen die beiden Quellen voneinander ab. Woher der Name kommt, ist umstritten; manche sagen, die Cowboys hätten sich so langsam wie Schildkröten zusammengeschlossen.[2] 1945 wurde sie in Houston zur Rodeo Cowboys Association, 1975 kam das Wort professional in den Namen.[2]
Die Weltmeister ergeben sich nach dem Handbook aus den Preisgeldern: Jeder gewonnene Dollar zählt einen Punkt. 1959 fand in Dallas das erste National Finals Rodeo statt, das Finale der 15 Besten jeder Disziplin. Es zog 1962 nach Los Angeles, 1965 nach Oklahoma City und 1985 nach Las Vegas, wo das Preisgeld von 901.550 Dollar im Jahr 1984 auf 1.790.000 Dollar im Jahr 1985 stieg.[2]
Neben den Profis gibt es nach der Encyclopedia of the Great Plains Tausende Amateurrodeos sowie Rodeos an Colleges und Schulen.[1] An die Geschichte des Sports erinnert die ProRodeo Hall of Fame and Museum of the American Cowboy in Colorado Springs; seit ihrer Eröffnung 1979 hat sie nach eigenen Angaben 325 Menschen, 43 Tiere und 37 Rodeo-Komitees aufgenommen.[4, 8]
Welche Disziplinen gibt es beim Rodeo?
Ein heutiges Rodeo hat nach der Encyclopedia of the Great Plains sieben Standarddisziplinen für Männer und das Fassrennen für Frauen. Es beginnt meist mit dem feierlichen Einzug der Reiter hinter der amerikanischen Flagge (grand entry).[1] Das Handbook of Texas nennt als von der PRCA anerkannte Disziplinen Saddle Bronc Riding, Bareback Riding, Bull Riding, Calf Roping, Steer Wrestling, Team Roping und Steer Roping; das Barrel Racing wird von der Women's Professional Rodeo Association anerkannt. Die Disziplinen werden entweder nach Zeit gewertet oder von Richtern benotet.[2]
| Disziplin | Art | Was geschieht |
|---|---|---|
| Bareback Bronc Riding | Reiten, benotet | Reiten ohne Sattel, der Reiter hält sich am Griff eines Ledergurts fest; acht Sekunden, die freie Hand darf weder Pferd noch Reiter berühren[1] |
| Saddle Bronc Riding | Reiten, benotet | Reiten im zugelassenen Sattel mit einem Zügel, der am Halfter befestigt ist; dieselben Regeln[1] |
| Bull Riding | Reiten, benotet | Reiten auf einem Bullen, der Reiter hält sich an einem flach geflochtenen Seil fest[1] |
| Calf Roping | Zeit | Kalb mit dem Lasso fangen, zu Boden bringen und drei Beine zusammenbinden; es muss sechs Sekunden gebunden bleiben[1] |
| Steer Roping | Zeit | wie Calf Roping, der Reiter wirft das Seil über die Hüfte des Steers und bringt ihn so zu Fall[1] |
| Team Roping | Zeit, zu zweit | der Header fängt den Steer an den Hörnern, der Heeler an beiden Hinterbeinen[1] |
| Steer Wrestling | Zeit, mit Helfer | der Reiter springt vom Pferd auf den Steer und bringt ihn an den Hörnern zu Boden, ein Helfer (hazer) hält das Tier in der Spur[1] |
| Barrel Racing | Zeit | Ritt um drei Fässer im Kleeblattmuster[1] |
In den Reitdisziplinen vergeben zwei Richter je bis zu 25 Punkte für den Reiter und für das Tier, zusammen höchstens 100 Punkte. Beim Bareback und Saddle Bronc muss der Reiter das Pferd beim ersten Sprung aus der Startbox mit den Sporen über den Schultern berühren, beim Bullenreiten gilt das nicht.[1] In den Seildisziplinen und beim Steer Wrestling bekommt das Tier einen Vorsprung, den ein Seil vor der Box sichert; reißt der Reiter es zu früh, kommen zehn Sekunden hinzu. Fängt der Heeler beim Team Roping nur ein Bein, gibt es fünf Sekunden Strafe.[1]
Das Steer Wrestling, auch Bulldogging genannt, geht auf den schwarzen Cowboy Bill Pickett zurück. Er kam nach Familienunterlagen am 5. Dezember 1870 in der Gemeinde Jenks-Branch an der Grenze des Travis County in Texas zur Welt und hatte nach dem Handbook of Texas beobachtet, wie Hütehunde große Stiere bändigten, indem sie ihnen in die Oberlippe bissen. Bei den Cheyenne Frontier Days 1904 wurde seine Methode zur Sensation und entwickelte sich zum Steer Wrestling.[4] Die meisten Wettbewerbe ließen schwarze Teilnehmer nicht zu, deshalb wurde Pickett oft als Indigener angekündigt oder ohne Hinweis auf seine Herkunft. 1972 nahm ihn die National Rodeo Hall of Fame in Oklahoma City als ersten schwarzen Geehrten auf, 1989 auch die ProRodeo Hall of Fame (Schwarze Cowboys).[4]
Welche Rolle spielten Frauen im Rodeo?
Von der Jahrhundertwende bis in die 1930er Jahre traten Frauen nach dem Handbook of Texas in vielen Reit- und Lassodisziplinen an, in Staffelrennen, im Kunstreiten und im Bronc Riding, gelegentlich sogar gegen Männer. Die Bronc-Reiterin Barbara Inez "Tad" Lucas verdiente 1935 mit Wettkämpfen und Vorführungen 12.000 Dollar.[2] Der Zweite Weltkrieg war ein Einschnitt: 1941 strich der Madison Square Garden das Bronc Riding der Cowgirls, andere Rodeos folgten. Am 4. Juli 1948 entstand in San Angelo, Texas, mit 74 Mitgliedern die Girls Rodeo Association, die heutige Women's Professional Rodeo Association.[2] Bei den meisten Rodeos bleibt Frauen nach der Encyclopedia of the Great Plains heute nur das Fassrennen; Rodeos der Women's Professional Rodeo Association bieten auch Reit- und Lassodisziplinen (Cowgirls).[1]
Was ist ein Ranch-Rodeo?
Je beliebter das Profirodeo wurde und je mehr Teilnehmer aus Städten kamen, desto weiter entfernte es sich nach der Encyclopedia of the Great Plains von der Ranch. Als Gegenbewegung entstand in den 1980er Jahren in Texas das Ranch-Rodeo, das sich über die meisten westlichen Staaten verbreitete. Dort treten Mannschaften aus vier Leuten in Aufgaben an, die der echten Arbeit näher sind, etwa Brandmarken von Kälbern, Aussortieren von Rindern und das Melken wilder Kühe (wild cow milking).[1]
Ist Rodeo Tierquälerei?
Der Beitrag Rodeo heute: Tradition oder Tierquälerei? behandelt die Debatte ausführlicher. Die Sorge um das Wohl der Rodeotiere gibt es nach dem Animal Legal and Historical Center der Michigan State University College of Law, seit das Rodeo um 1900 feste Formen annahm.[13]
Was der Rodeoverband sagt
Die PRCA schreibt in ihrer Satzung (Bylaw 10.7.8) vor, dass bei jeder Vorstellung ein Tierarzt vor Ort sein muss; fehlt er, zahlt das Rodeo-Komitee 500 Dollar Strafe je Vorstellung. Nach Regel R8.4 muss es außerdem ein Fahrzeug geben, mit dem verletzte Tiere schonend aus der Arena gebracht werden können.[9] Nach der Fachzeitschrift The Horse beschloss die PRCA 1947 ihre erste Richtlinie zum Umgang mit den Tieren, heute hat sie 70 Regeln für Gesundheit und Sicherheit der Tiere. Der Tierarzt Douglas Corey, der nach demselben Bericht seit mehr als 30 Jahren an diesen Regeln mitarbeitet, nannte 2020 auf dem Kongress der American Association of Equine Practitioners Zahlen: Verletzungen kämen nach den Daten der letzten fünf Jahre bei einem von 1.000 Durchgängen vor, gemessen an rund 355.000 Einsätzen von Tieren in einem Jahr.[10] Nach The Horse verlangt die PRCA, dass Flankengurte mit Fell oder Neopren gefüttert sind; nach Corey liegen sie nicht über den Geschlechtsteilen, und die Reiter im Bronc Riding tragen nur stumpfe Sporen. Bei Medikamenten und Dopingtests sah er selbst noch Arbeit vor dem Verband.[10]
Was Kritiker sagen
Die amerikanische Tierschutzorganisation ASPCA lehnt alle Rodeodisziplinen ab, bei denen Tiere grausam, schmerzhaft oder belastend behandelt werden, ausdrücklich auch beim Umgang mit den Tieren, beim Transport und beim Antreiben. Ebenso lehnt sie Wettbewerbe für Kinder ab, etwa das Reiten auf Kälbern oder Schafen.[11] Der australische Tierärzteverband AVA verlangt in seiner Leitlinie vom 20. Juli 2023 einen Tierarzt bei jedem Rodeo, unterstützt Calf Roping und Steer Wrestling nicht und will Elektrotreiber nur als letztes Mittel erlauben.[12]
Gesetze gibt es in den USA nach dem Animal Legal and Historical Center nur wenige. Das US-Bundesgesetz Animal Welfare Act nimmt Rodeoveranstalter aus, 17 Staaten nehmen Rodeos ganz von ihren Gesetzen gegen Tierquälerei aus. Dagegen hatten bis 2018 13 Staaten das Zu-Fall-Bringen von Pferden mit dem Lasso (horse tripping) verboten, Rhode Island verbietet als einziger Staat das herkömmliche Calf Roping, und Städte wie Pasadena und Irvine in Kalifornien lassen keine Rodeos zu. Viele Anhänger des Rodeos sehen in solchen Gesetzen nach derselben Quelle einen Angriff auf ihre Kultur.[13]
In Deutschland verbietet das Tierschutzgesetz in § 3 Nr. 6, ein Tier zu einer Schaustellung oder ähnlichen Veranstaltung heranzuziehen, wenn damit Schmerzen, Leiden oder Schäden für das Tier verbunden sind.[14]

Zeitleiste: Geschichte des Rodeos
- 1519Mit Hernán Cortés kommen Pferde nach Mexiko, nach dem Handbook of Texas 1521 mit Gregorio de Villalobos die ersten Rinder.[2]
- 04.07.1869In Deer Trail, Colorado, findet einer der frühesten überlieferten Wettbewerbe im Zureiten statt.[2]
- 04.07.1882Buffalo Bill Cody richtet in North Platte, Nebraska, eine Feier aus, später "Old Glory Blowout" genannt.[5] Buffalo Bill
- 1883In Pecos, Texas, gibt es das erste Rodeo mit Preisen.[2]
- 1888Prescott, Arizona, veranstaltet das erste Rodeo mit Eintrittsgeld, nach der Encyclopedia of the Great Plains das erste vollständige im heutigen Sinn.[1, 2]
- 1897Die Cheyenne Frontier Days in Wyoming beginnen.[1]
- 1904Bill Pickett zeigt bei den Cheyenne Frontier Days sein Bulldogging, den Vorläufer des Steer Wrestling.[4]
- 1912Die Calgary Stampede in Kanada beginnt.[1]
- 1917In Fort Worth findet das erste Rodeo in einer Halle statt.[2]
- 04.07.1921In Mexiko-Stadt entsteht die Asociación Nacional de Charros.[3]
- 1929Rodeoveranstalter gründen die Rodeo Association of America.[2]
- 30.10.193661 Cowboys stimmen in Boston für einen Streik um die Preisgelder; nach der Encyclopedia of the Great Plains entsteht daraus die Cowboys' Turtle Association.[1, 2]
- 1945Die Turtle Association wird zur Rodeo Cowboys Association.[2]
- 04.07.1948In San Angelo, Texas, entsteht die Girls Rodeo Association, die heutige Women's Professional Rodeo Association.[2]
- 1959In Dallas findet das erste National Finals Rodeo statt.[2]
- 1972Bill Pickett wird als erster schwarzer Geehrter in die National Rodeo Hall of Fame aufgenommen.[4]
- 1975Der Verband heißt nun Professional Rodeo Cowboys Association.[2]
- 1979In Colorado Springs eröffnet die ProRodeo Hall of Fame.[4, 8]
- 1985Das National Finals Rodeo zieht nach Las Vegas.[2]
Mythos und Wahrheit
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Häufige Fragen
Was ist ein Rodeo?
Ein Rodeo ist ein Wettkampf, der auf der Arbeit der Cowboys beruht: Reiten bockender Pferde und Bullen, Fangen von Kälbern und Rindern mit dem Lasso und Fassrennen. Das Wort kommt vom spanischen rodear, umringen, und hieß zuerst der Zusammentrieb der Rinder.
Wo fand das erste Rodeo statt?
Das hängt davon ab, was man zählt. Am 4. Juli 1869 gab es in Deer Trail, Colorado, einen frühen Wettbewerb im Zureiten, 1883 in Pecos, Texas, das erste Rodeo mit Preisen und 1888 in Prescott, Arizona, das erste mit Eintritt. Prescott gilt der Encyclopedia of the Great Plains als erstes vollständiges Rodeo im heutigen Sinn.
Was ist Bronco-Reiten?
Ein Bronco ist ein ungezähmtes oder kaum zugerittenes Pferd des Weidelands. Beim Bronc Riding muss der Reiter acht Sekunden auf dem bockenden Pferd bleiben, entweder im Sattel mit einem Zügel am Halfter oder ohne Sattel an einem Griff aus Leder.
Wie lange muss man beim Rodeo oben bleiben?
In den Reitdisziplinen acht Sekunden. Zwei Richter vergeben je bis zu 25 Punkte für Reiter und Tier, zusammen also höchstens 100 Punkte.
Welche Disziplinen gibt es beim Rodeo?
Bei den Rodeos der Professional Rodeo Cowboys Association sind es sieben: Saddle Bronc Riding, Bareback Riding, Bull Riding, Calf Roping, Steer Wrestling, Team Roping und Steer Roping. Dazu kommt für Frauen das Barrel Racing, das Rennen um drei Fässer.
Wer erfand das Steer Wrestling?
Als Urheber gilt der schwarze Cowboy Bill Pickett aus Texas. Nach dem Handbook of Texas schaute er sich bei Hütehunden ab, wie man einen Stier bändigt, und machte das Bulldogging 1904 bei den Cheyenne Frontier Days bekannt.
Ist Rodeo Tierquälerei?
Darüber wird gestritten. Der Profiverband PRCA schreibt bei jeder Vorstellung einen Tierarzt vor, und der an den Tierschutzregeln des Verbands mitarbeitende Tierarzt Douglas Corey nennt sehr niedrige Verletzungszahlen. Die Tierschutzorganisation ASPCA lehnt alle Disziplinen ab, die Tieren Schmerz oder Stress bereiten, und der australische Tierärzteverband unterstützt Calf Roping und Steer Wrestling nicht.
Quellen
- Nachschlagewerk James Hoy: Rodeo (Encyclopedia of the Great Plains). University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk Sylvia Gann Mahoney: Rodeos (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1952, überarbeitet 23.01.2019. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk María-Cristina García: Charrería (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 01.12.1994, überarbeitet 04.08.2020. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk Mary Lou LeCompte: Pickett, William (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1976, überarbeitet 07.01.2021. abgerufen am 24.10.2026
- Museum Biografie William F. Cody (Life, wfc.bio.00002). The William F. Cody Archive, Buffalo Bill Center of the West und University of Nebraska-Lincoln. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk rodeo (Wörterbucheintrag mit Etymologie). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk bronco (Wörterbucheintrag mit Etymologie). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Museum Welcome to the Pro Rodeo Hall of Fame and Museum of the American Cowboy (Startseite). ProRodeo Hall of Fame and Museum of the American Cowboy. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Primärquelle 2027 Livestock Welfare Approval Application. Professional Rodeo Cowboys Association. Stand 2026. abgerufen am 24.10.2026
- Presse Veterinarian: Pro Rodeo Boasts 99.9% Animal Safety Record (Betsy Lynch). The Horse, Equine Network. Stand 21.01.2021. abgerufen am 24.10.2026
- Rodeo (Position Statement). American Society for the Prevention of Cruelty to Animals (ASPCA). Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Welfare of animals used in rodeos (Policy). Australian Veterinary Association. Stand 20.07.2023. abgerufen am 24.10.2026
- Fachaufsatz Madison Steffey: Brief Summary of Rodeos und Overview of Rodeos. Animal Legal and Historical Center, Michigan State University College of Law. Stand 2018. abgerufen am 24.10.2026
- Gesetz und Vertrag Tierschutzgesetz, § 3. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk Kenneth W. Howell: Ranching Heritage (Encyclopedia of the Great Plains, Abschnitt Hispanic Americans). University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 24.10.2026
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