Cowboys und AlltagThema
Mustangs
Kurz erklärt Mustangs sind verwilderte Pferde im Westen der USA, Nachfahren entlaufener und freigelassener Pferde von Spaniern, Ranchern, Armee und indigenen Nationen. Seit dem Wild Free-Roaming Horses and Burros Act vom 15. Dezember 1971 stehen sie auf öffentlichem Land unter Schutz. Am 1. März 2026 schätzte das Bureau of Land Management 85.466 Wildpferde und Wildesel, die Obergrenze seiner Zielwerte liegt bei 25.592.

Was ist ein Mustang?
Ein Mustang ist ein verwildertes Pferd im Westen Nordamerikas. Das Wort geht nach dem Handbook of Texas wohl auf die spanische Mesta zurück, eine Vereinigung von Viehzüchtern; mesteño heißt "den Viehzüchtern gehörig". Zuerst bezeichnete es das Blut der Pferde von der Iberischen Halbinsel, heute die frei lebenden Pferde auf dem Land des Bundes.[1] Josiah Gregg, der in den 1830er Jahren mit Händlerkarawanen über die Prärien reiste, schrieb 1844, die Mexikaner nennten die Tiere mesteña.[2]
Das Gesetz zieht die Grenze anders. Der Wild Free-Roaming Horses and Burros Act von 1971 meint mit wilden Pferden und Eseln alle ungebrandeten und herrenlosen Pferde und Esel auf öffentlichem Land der USA.[5] Ihre Vorfahren sind nach dem Bureau of Land Management (BLM) Tiere, die spanischen Entdeckern, Ranchern, Bergleuten, der US-Kavallerie und indigenen Nationen entliefen oder freigelassen wurden. Die meisten wilden Pferde sind nach der Behörde 13 bis 15 Hand hoch, also 52 bis 60 Zoll, und wiegen 700 bis 1.000 Pfund; sie kommen in vielen Farben vor, von einfarbig braun und schwarz bis zu Schecken und Palominos.[4]
Eine Rasse im engen Sinn ist der Mustang deshalb nicht. Nur wenige wilde Herden tragen nach dem Handbook of Texas noch ursprüngliches spanisches Blut. In den 1950er Jahren schlossen sich Züchter zusammen, um den Spanish Mustang wieder aufzubauen; heute gibt es weniger als 3.000 reinrassige Tiere.[1] Ein kurzer Eintrag zum Wort steht im Glossar unter Tiere von A bis Z.
Woher stammen die Mustangs?
Die Vorfahren der Mustangs kamen mit den Spaniern. 1493 brachte Christoph Kolumbus auf seiner zweiten Reise 25 Pferde nach Amerika.[16] Nach einer genetischen Studie von 2023 zeigen die frühen wie die heutigen Pferde Nordamerikas eine enge Verwandtschaft mit Pferden der Iberischen Halbinsel; später kamen Pferde aus britischen Quellen dazu.[17] Das Handbook of Texas zählt Ginete, Araber, Villano, Berber und Barb zu den Linien, die die Spanier mitbrachten. Die ersten belegten spanischen Pferde in Texas kamen 1542 mit der Expedition von Moscoso. 1686 bekam Robert Cavelier de La Salle fünf Pferde von den Caddo in Osttexas, und 1689 hatten die Caddo viele Pferde.[1] Die Herden der spanischen Missionen waren nach derselben Quelle ab dem frühen 17. Jahrhundert der Grundstock der ersten Pferde indigener Nationen.[1] Wie die Pferde von dort zu den Völkern der Plains kamen, zeigt die Seite Pferde im Wilden Westen.
Aus entlaufenen Tieren wurden große Herden. Zwischen Rio Grande und Arkansas River lebten nach der Encyclopedia of the Great Plains um 1800 etwa zwei Millionen wilde Pferde, Nachkommen von Tieren, die Plünderer zurückgelassen hatten.[3] Das BLM nennt dagegen die Angabe, im späten 19. Jahrhundert hätten zwei Millionen Mustangs in den USA gelebt, ohne wissenschaftliche Grundlage; sie gehe auf eine Vermutung des Historikers J. Frank Dobie von 1952 zurück.[12] 1785 kam Philip Nolan nach Texas und bat um die Erlaubnis, wilde Pferde zu fangen und abzutransportieren, und 1798 bat ihn Thomas Jefferson brieflich um Auskunft über ihre Lebensweise. Ulysses S. Grant, damals Leutnant am Nueces River, schrieb vor dem Mexikanisch-Amerikanischen Krieg, alle Pferde, die er sah, hätten nicht auf einmal im Staat Rhode Island oder Delaware Platz gefunden.[1]
Wie lebten Mustangs im 19. Jahrhundert?
Josiah Gregg beschrieb 1844 in "Commerce of the Prairies" große Trupps von Mustangs auf den Prärien, oft Hunderte Tiere, die nahe an die Karawanen herankamen. Gefährlich war das für die Händler, weil die Mustangs die losen Zug- und Reittiere mitreißen konnten; selbst ein zahmes Wagenpferd werde unter Mustangs binnen Stunden wild, schrieb er. Ihre Eleganz hielten Reisende nach Gregg für größer, als sie war: Gefangen und gezähmt würden die meisten zu gewöhnlichen Ponys.[2]
Gefangen wurden die Mustangs nach Gregg meist mit dem Lasso. Mexikaner und Indigene jagten sie dafür auf schnellen Pferden, in Texas trieb man ganze Trupps in feste Pferche an Flussübergängen. Eine andere Methode, das "creasing", nannte er grausam: ein Schuss durch den Nacken, der das Tier kurz betäubte, aber viele Pferde tötete.[2] Die Männer, die Wildpferde fingen und verkauften, hießen Mustangers. Comanche, nach der University of Kansas das einzige überlebende Pferd der fünf Kompanien Custers am Little Bighorn, war vermutlich das Fohlen einer Mustangstute; Mustangers fingen ihn 1868 mit den anderen Mustangs seiner Herde.[18]
Auch die Viehwirtschaft in Texas baute auf den Mustang. Wegen seiner Ausdauer ritten ihn nach dem Handbook of Texas die meisten Grenzer und Cowboys, auf jeder Viehweide in Texas waren Mustangs im Einsatz, und sie wurden zum Grundstock vieler amerikanischer Rassen, auch des Quarter Horse.[1] Nach dem Bürgerkrieg kreuzten Züchter Hengste des Quarter Horse mit Mustangstuten von der texanischen Weide.[15] Manche Rancher ließen auch gezielt Hauspferde zu den wilden Herden, um größere Tiere zu bekommen. Damit begann nach dem Handbook of Texas der wilde Bestand, der heute auf dem Land des Bundes lebt, und viel vom spanischen Erbe ging verloren.[1] Mehr dazu auf den Seiten Cowboys im Wilden Westen und Vaqueros.

Wer war Wild Horse Annie?
In den 1950er Jahren hatten sogenannte Mustangers nach dem BLM großen Anteil daran, dass wilde Pferde für gewerbliche Zwecke eingefangen wurden.[9] Velma Bronn Johnston, am 5. März 1912 in Reno geboren, arbeitete mehr als 40 Jahre als Sekretärin eines Versicherungsunternehmers in Reno. 1950 sah sie auf dem Weg zur Arbeit einen Lastwagen voller wilder Pferde, die zu einer Tierfutterfabrik gebracht wurden. Bei den Treibjagden dieser Jahre halfen nach dem Nevada Women's History Project Flugzeuge, Lastwagen und Cowboys mit Lassos.[10]
Johnston sammelte Belege und gewann Unterstützer von Schulkindern bis zu Ranchern, Geschäftsleuten, Biologen und Politikern. Den Spitznamen "Wild Horse Annie" bekam sie 1952 bei hitzigen Versammlungen in Virginia City. 1955 führte ihre Kampagne zu einem Gesetz Nevadas, das verbot, wilde Pferde auf Land des Staates mit Flugzeugen und Fahrzeugen zu fangen.[10] Ihre Kampagne bezog nach dem BLM besonders viele Schulkinder ein. Im Januar 1959 brachte der Abgeordnete Walter Baring aus Nevada einen Gesetzentwurf ein, und am 8. September 1959 wurde der "Wild Horse Annie Act" als Public Law 86-234 Gesetz; ihren Vorschlag, ein Programm zum Schutz und zur Verwaltung der wilden Pferde und Esel zu schaffen, nahm er nicht auf.[9]
Die Regel steht bis heute als 18 U.S. Code § 47 im Bundesstrafrecht. Wer auf öffentlichem Land mit einem Flugzeug oder Kraftfahrzeug ungebrandete wilde Pferde oder Esel jagt, um sie zu fangen oder zu töten, dem drohen eine Geldstrafe oder bis zu sechs Monate Haft; ebenso, wer eine Wasserstelle verunreinigt, um die Tiere zu fangen, zu töten oder zu verletzen.[8] Johnston starb am 27. Juni 1977 in Reno.[10]
Was regelt das Gesetz von 1971?
Bis 1971 war die Zahl der wilden Pferde auf öffentlichem Land nach dem BLM stark gesunken. Nach öffentlichem Protest verabschiedete der Kongress einstimmig den Wild Free-Roaming Horses and Burros Act, Public Law 92-195.[9] Das Gesetz trägt im amtlichen Gesetzblatt das Datum 15. Dezember 1971;[5] das BLM nennt den 18. Dezember 1971 als Tag, an dem Präsident Richard M. Nixon unterschrieb.[9]
Der Kongress stellt fest und erklärt, dass wild und frei lebende Pferde und Esel lebende Symbole des historischen Pioniergeistes des Westens sind.
Der erste Abschnitt stellt auch fest, dass die Tiere rasch aus dem Leben Amerikas verschwanden. Sie sollten deshalb vor Einfangen, Brandmarken, Belästigung und Tod geschützt sein und dort, wo man sie 1971 fand, als Teil der natürlichen Ordnung des öffentlichen Landes gelten.[5] Zuständig sind der Innenminister für das Land des BLM und der Landwirtschaftsminister für das Land des Forest Service. Sie sollen die Tiere so verwalten, dass ein gesundes natürliches Gleichgewicht entsteht, und dabei nur so stark eingreifen wie nötig.[5, 6]
Der Kongress änderte das Gesetz 1976, 1978, 1996 und 2004.[11] Nach der heutigen Fassung muss die Behörde einen Bestand führen, Zielwerte (Appropriate Management Level) festlegen und überzählige Tiere entfernen, wenn eine Überbevölkerung besteht.[6] Seit einer Änderung vom 21. Oktober 1976 darf sie dafür Hubschrauber einsetzen, nach einer öffentlichen Anhörung und unter Aufsicht der Behörde.[7] Seit 2004 muss das BLM Tiere, die älter als zehn Jahre sind oder dreimal nicht vermittelt wurden, "ohne Einschränkung" an Käufer abgeben; nach eigener Aussage verkauft es aber keine Tiere an Schlachthöfe.[11]
Wie viele Mustangs gibt es heute?
Das BLM verwaltet die Wildpferde und Wildesel nach eigenen Angaben auf 175 Herdengebieten mit zusammen 25,6 Millionen Acres in zehn Staaten des Westens.[4] 1971 lebten auf diesem Land nach der Behörde etwa 25.300 Tiere.[12] Am 1. März 2026 schätzte das BLM 85.466 Wildpferde und Wildesel, ein Jahr zuvor waren es 73.130. Die Obergrenze der Zielwerte liegt für alle Gebiete zusammen bei 25.592 Tieren.[11]
| Staat | Pferde | Esel | Obergrenze der Zielwerte |
|---|---|---|---|
| Nevada | 37.426 | 5.146 | 12.811[11] |
| Wyoming | 7.165 | 0 | 2.566[11] |
| Oregon | 5.994 | 86 | 2.700[11] |
| Utah | 4.611 | 232 | 1.956[11] |
| Kalifornien | 3.534 | 4.933 | 2.236[11] |
| Arizona | 268 | 13.546 | 1.676[11] |
| alle zehn Staaten | 61.523 | 23.943 | 25.592[11] |
Im Haushaltsjahr 2025 entfernte das BLM 7.853 Tiere aus den Herdengebieten, vermittelte 8.080 durch Adoption, Verkauf und Übergabe und zählte 921 Behandlungen zur Empfängnisverhütung. Seit 1971 hat die Behörde mehr als 290.000 wilde Pferde und Esel zur Adoption vermittelt. In Pferchen und auf Weiden außerhalb der Herdengebiete lebten im Mai 2026 58.025 Tiere, darunter 53.773 Pferde; im Haushaltsjahr 2024 kostete ihre Haltung 101 Millionen Dollar, 66 Prozent der Ausgaben des Programms.[11]
Wie genau die Zahlen sind, ist umstritten. Ein Ausschuss des National Research Council kam 2013 zu dem Schluss, die landesweiten Bestandszahlen seien nicht wissenschaftlich belastbar und wohl zu niedrig, weil die Zählungen meist annahmen, alle Tiere würden gesehen; nach der Fachliteratur übersehen solche Zählungen 10 bis 50 Prozent. Die meisten Pferdeherden wachsen nach dem Bericht wohl um 15 bis 20 Prozent im Jahr.[13]
Warum ist das Einfangen umstritten?
Der Bericht des National Research Council beschreibt zwei Lager. Die einen sorgen sich um das Weideland und um andere Arten, wenn mehr Pferde und Esel dort leben als die Zielwerte vorsehen. Die anderen halten die Zielwerte für zu niedrig, um die Herden genetisch gesund zu erhalten, sehen die Tiere auf zu wenig Land beschränkt und kritisieren den Stress beim Einfangen und in den Pferchen.[13]
Das BLM begründet das Einfangen mit dem Zustand des Weidelands und weist den Vorwurf zurück, es mache Platz für Rinder. Die Zahl der Weidemonate für Vieh (AUM) auf seinem Land sei seit 1971 um etwa 31 Prozent gesunken, von 12,2 Millionen auf 8,4 Millionen im Jahr 2022. Das Einfangen mit Hubschraubern sei nach einer begutachteten wissenschaftlichen Übersicht human.[12] Ohne Eingriffe, so zitiert das BLM den Bericht von 2013, würden die Herden bis an ihre natürliche Grenze wachsen, mit Krankheit, Durst und Hunger der Tiere und Schäden am Land.[12]
Tierschutzgruppen sehen das anders. Die American Wild Horse Conservation, früher American Wild Horse Campaign, und das Animal Welfare Institute nennen die Hubschrauberjagden grausam, teuer und wirkungslos; Pferde würden in Panik gehetzt, verletzten sich oder stürben an der Erschöpfung. Sie fordern, die Herden vor Ort mit dem Impfstoff PZP zur Empfängnisverhütung zu begrenzen. Nach der Pressemitteilung der beiden Organisationen brachten die Abgeordneten Dina Titus, David Schweikert und Steve Cohen am 24. Mai 2023 erneut den Wild Horse and Burro Protection Act ein, der den Einsatz von Hubschraubern beim Einfangen verbieten soll.[14] Am 17. Juli 2025 meldete der Abgeordnete Juan Ciscomani, er habe mit Titus und Cohen in der Woche davor einen Wild Horse and Burro Protection Act of 2025 (H.R. 4356) eingebracht, der Hubschrauber beim Einfangen ebenfalls abschaffen soll; ob einer der Entwürfe beschlossen wurde, belegen beide Quellen nicht.[14, 19] Der National Research Council hielt 2013 fest, dass die Herden so schnell wachsen, weil sie unter der Grenze gehalten werden, an der das Futter knapp würde.[13]

Zeitleiste: Mustangs vom 16. Jahrhundert bis heute
- 1542Mit der Expedition von Moscoso kommen die ersten belegten spanischen Pferde nach Texas.[1]
- 1686Robert Cavelier de La Salle bekommt fünf Pferde von den Caddo in Osttexas.[1]
- 1785Philip Nolan kommt nach Texas und bittet um die Erlaubnis, wilde Pferde zu fangen und abzutransportieren.[1]
- 1798Thomas Jefferson bittet Philip Nolan brieflich um Auskunft über die wilden Pferde in Texas.[1]
- 1800Nach der Encyclopedia of the Great Plains leben zwischen Rio Grande und Arkansas River um diese Zeit etwa zwei Millionen wilde Pferde.[3]
- 1844Josiah Gregg beschreibt in "Commerce of the Prairies" die Mustangs der Prärien und wie man sie fängt.[2]
- 1950Velma Bronn Johnston sieht einen Lastwagen voller wilder Pferde auf dem Weg zu einer Tierfutterfabrik und beginnt ihren Einsatz.[10]
- 1952Bei Versammlungen in Virginia City bekommt Johnston den Spitznamen "Wild Horse Annie".[10] Virginia City
- 1955Nevada verbietet, wilde Pferde auf Land des Staates mit Flugzeugen und Fahrzeugen zu fangen.[10]
- 08.09.1959Der Wild Horse Annie Act, Public Law 86-234, verbietet die Jagd auf wilde Pferde und Esel mit Flugzeugen und Kraftfahrzeugen auf öffentlichem Land.[9, 8]
- 15.12.1971Der Wild Free-Roaming Horses and Burros Act, Public Law 92-195, stellt wilde Pferde und Esel auf öffentlichem Land unter Schutz.[5, 9]
- 21.10.1976Eine Änderung des Gesetzes erlaubt der Behörde, beim Einfangen Hubschrauber einzusetzen.[7]
- 2004Eine Änderung verpflichtet das BLM, ältere oder mehrfach nicht vermittelte Tiere ohne Einschränkung zu verkaufen.[11]
- 2013Ein Ausschuss des National Research Council legt seinen Bericht über das Programm des BLM vor.[13]
- 24.05.2023Nach einer Pressemitteilung von Tierschutzorganisationen bringen Abgeordnete erneut den Wild Horse and Burro Protection Act ein, der Hubschrauber beim Einfangen verbieten soll.[14]
- 01.03.2026Das BLM schätzt 85.466 wilde Pferde und Esel auf seinem Land.[11]
Mythos und Wahrheit
- Pferde im Wilden Westen: die Rückkehr des Pferdes und seine Ausbreitung zu den Nationen
- Comanche und Plains: die Völker der Great Plains
- Cowboys im Wilden Westen, Vaqueros und Rodeo
- Der Pony Express
- Im Glossar: Tiere von A bis Z
Häufige Fragen
Was ist ein Mustang?
Ein Mustang ist ein verwildertes Pferd im Westen Nordamerikas. Die ersten Mustangs stammten von den Pferden der Spanier ab; heute bezeichnet das Wort die frei lebenden Pferde auf dem Land des Bundes, deren Vorfahren auch von Ranchern, Bergleuten, der Armee und indigenen Nationen kamen.
Ist der Mustang eine Pferderasse?
Nicht im engen Sinn. Das Gesetz von 1971 meint alle ungebrandeten, herrenlosen Pferde auf öffentlichem Land. Nur wenige wilde Herden tragen noch ursprüngliches spanisches Blut. Seit den 1950er Jahren arbeiten Züchter daran, den Spanish Mustang wieder aufzubauen; nach dem Handbook of Texas gibt es weniger als 3.000 reinrassige Tiere.
In welchem Jahrhundert kamen die Vorfahren der Mustangs nach Amerika?
Im 15. Jahrhundert: 1493 brachte Kolumbus auf seiner zweiten Reise 25 Pferde nach Amerika. In Texas sind spanische Pferde erstmals 1542 bei der Expedition von Moscoso belegt.
Wer war Wild Horse Annie?
Velma Bronn Johnston (1912 bis 1977), eine Sekretärin aus Reno in Nevada. Ab 1950 kämpfte sie gegen das Einfangen wilder Pferde für Tierfutterfabriken. Ihr Einsatz führte 1955 zu einem Gesetz Nevadas und 1959 zum Wild Horse Annie Act des Bundes, der die Jagd auf wilde Pferde mit Flugzeugen und Kraftfahrzeugen auf öffentlichem Land verbot.
Wie viele Mustangs gibt es noch?
Das Bureau of Land Management schätzte am 1. März 2026 auf seinem Land 61.523 Wildpferde und 23.943 Wildesel, zusammen 85.466 Tiere. Die Obergrenze seiner Zielwerte liegt bei 25.592. Dazu kamen im Mai 2026 58.025 Tiere in Pferchen und auf Weiden außerhalb ihres Gebiets.
Wo leben Mustangs heute?
In zehn Bundesstaaten im Westen der USA, auf 175 Herdengebieten des Bureau of Land Management. Die meisten leben in Nevada, nach der Schätzung vom 1. März 2026 37.426 Pferde.
Warum werden Mustangs eingefangen?
Das Gesetz verpflichtet die Behörde, überzählige Tiere zu entfernen, wenn das Weideland sonst Schaden nimmt. Tierschutzgruppen halten das Einfangen mit Hubschraubern für grausam und wirkungslos und fordern mehr Verhütung durch Impfstoffe. Der National Research Council schloss 2013, dass die meisten Pferdeherden wohl um 15 bis 20 Prozent im Jahr wachsen.
Quellen
- Nachschlagewerk Thomas Earl Speir: Mustangs (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1952, überarbeitet 20.01.2017. abgerufen am 25.10.2026
- Primärquelle Josiah Gregg: Commerce of the Prairies, Bd. 2, Kapitel 11 (Animals of the Prairies), in: Early Western Travels, Bd. 20, hrsg. von Reuben Gold Thwaites. Arthur H. Clark Company, Cleveland; Ausgabe Project Gutenberg, eBook 44205. Stand 1844 (Thwaites-Ausgabe 1905). abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Pekka Hämäläinen: Horse (Encyclopedia of the Great Plains). University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle About Wild Horses and Burros. Bureau of Land Management, U.S. Department of the Interior. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Gesetz und Vertrag Public Law 92-195, An Act to require the protection, management, and control of wild free-roaming horses and burros on public lands, 85 Stat. 649. U.S. Government Publishing Office (Statutes at Large). Stand 15.12.1971. abgerufen am 25.10.2026
- Gesetz und Vertrag 16 U.S. Code § 1333, Powers and duties of Secretary. Legal Information Institute, Cornell Law School. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Gesetz und Vertrag 16 U.S. Code § 1338a, Transportation of captured animals; procedures and prohibitions applicable. Legal Information Institute, Cornell Law School. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Gesetz und Vertrag 18 U.S. Code § 47, Use of aircraft or motor vehicles to hunt certain wild horses or burros; pollution of watering holes. Legal Information Institute, Cornell Law School. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Program History (Wild Horse and Burro Program). Bureau of Land Management, U.S. Department of the Interior. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Velma Bronn Johnston (Biografie). Nevada Women's History Project. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Program Data (Wild Horse and Burro Program). Bureau of Land Management, U.S. Department of the Interior. Stand Schätzung zum 01.03.2026, Haltung Stand Mai 2026. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Wild Horse and Burro Myths and Facts. Bureau of Land Management, U.S. Department of the Interior. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Fachbuch National Research Council: Using Science to Improve the BLM Wild Horse and Burro Program: A Way Forward, Summary (doi 10.17226/13511). The National Academies Press, Washington, DC. Stand 2013. abgerufen am 25.10.2026
- Bill Introduced to Ban Brutal Helicopter Roundups of Wild Horses (Pressemitteilung). American Wild Horse Conservation. Stand 24.05.2023. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Bruce Beckmann: Quarter Horses (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1952, überarbeitet 30.04.2019. abgerufen am 25.10.2026
- Museum After a Long Absence: The Horse Returns (Ausstellung A Song for the Horse Nation). Smithsonian Institution, National Museum of the American Indian. Stand Ausstellung 29.10.2011 bis 07.01.2013. abgerufen am 25.10.2026
- Fachaufsatz Early Dispersal of Domestic Horses into the Great Plains and Northern Rockies (Meldung mit der Zusammenfassung des Aufsatzes von William Taylor u. a., Science, Bd. 379, Heft 6639, 2023). University of New Mexico, Department of Anthropology. Stand 05.04.2023. abgerufen am 25.10.2026
- Fachaufsatz Douglas Harvey: The Horse, Comanche (KU History). University of Kansas, Kenneth Spencer Research Library. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Representatives Ciscomani, Titus and Cohen Introduce Bipartisan Wild Horse and Burro Protection Act of 2025 (Pressemitteilung). Rep. Juan Ciscomani, U.S. House of Representatives. Stand 17.07.2025. abgerufen am 25.10.2026
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