GlossarSachgruppe
Tiere von A bis Z
Kurz erklärt Die Sachgruppe erklärt 18 Tiere des Wilden Westens von Biber bis Wolf, darunter Bison, Longhorn-Rind, Mustang, Kojote und Präriehund. Die Einträge erklären, soweit die Quellen es hergeben, die Herkunft des Namens, die Geschichte im Westen und den Bestand heute. Der Bison etwa fiel laut National Park Service von 30 bis 60 Millionen Tieren auf weniger als 1.000 in den 1890er Jahren.

Die Tiere des Wilden Westens lebten in den Grasländern der Great Plains, in den Rocky Mountains und in den Wüsten des Südwestens. Einige kamen erst mit den Europäern ins Land, etwa das Longhorn-Rind; das Pferd kehrte mit ihnen zurück, nachdem es in Amerika vor 8.000 bis 10.000 Jahren ausgestorben war.[1, 2] Bison und Wolf wurden fast ausgerottet, und der Pelzhandel erschöpfte bis Ende der 1830er Jahre die meisten Fanggebiete der Biber.[3, 4, 5] Die 18 Einträge erklären Namen, Geschichte und heutigen Bestand; ausführlicher sind die Seiten Tiere und Pflanzen des Wilden Westens und Klapperschlangen, Kojoten und Pumas.
Biber
Der Amerikanische Biber (Castor canadensis) staut Bäche und fällt Bäume. Der National Park Service nennt ihn eine Schlüsselart: In seinen Teichen und überfluteten Ufern wachsen Weiden und Espen, von denen er im Winter frisst und aus denen er seine Burgen baut. Eine Kolonie zählt in Yellowstone 2 bis 14 meist verwandte Tiere, im Schnitt sechs.[6] Das englische beaver kommt vom altenglischen beofor und ist nach Merriam-Webster mit dem althochdeutschen bibar verwandt.[7]
Um sein Fell drehte sich der Pelzhandel im Westen. Schon im Sommer 1806, auf der Rückreise der Lewis-und-Clark-Expedition, begegneten deren Männer Trappern, die den Missouri hinauf nach Biberfellen zogen. Begehrt war vor allem das Becken des Green River im Westen Wyomings, weil die Biber der nördlichen Rocky Mountains dichteres Fell hatten, Biberfilz für Hüte gefragt war und es dort sehr viele Tiere gab. Ende der 1830er Jahre brach der Handel ein: Die meisten Fanggebiete waren erschöpft, und Hüte aus Seide kamen in Mode.[5] Die Biber in Yellowstone entgingen dem Fang im 19. Jahrhundert weitgehend, weil die Gegend so schwer zugänglich war.[6] Wie der Handel organisiert war, steht auf den Seiten Pelzhandel und Trapper und Mountain Men.
Bison
Der Amerikanische Bison (Bison bison) ist das größte Landsäugetier Nordamerikas. Es gibt zwei Unterarten, den Waldbison im Norden und den meist etwas kleineren Präriebison im Süden.[8] Im Deutschen heißt er oft Büffel, ein Wort, das über das Altfranzösische und Lateinische auf griechisch boubalos zurückgeht und im DWDS für wild lebende Rinder Afrikas, Asiens und Nordamerikas steht.[9]
Eisenbahn, Gewehre und der internationale Handel mit Häuten führten nach dem National Park Service zwischen etwa 1820 und 1880 zum großen Abschlachten. Der Bestand fiel von 30 bis 60 Millionen Tieren (die Schätzungen gehen auseinander) auf weniger als 1.000 in den 1890er Jahren. Dazu kamen die Anweisung des Militärs, die Herden zu vernichten, um die indigenen Völker zu kontrollieren, Rinderkrankheiten, Dürre und die Konkurrenz durch Pferde, Rinder und Schafe.[3] Das InterTribal Buffalo Council, ein Zusammenschluss von 86 Nationen in 22 Staaten, betreut nach eigenen Angaben mehr als 20.000 Bisons und bringt die Herden auf das Land der Nationen zurück, um Kultur, spirituelle Erneuerung, Natur und Wirtschaft zu stärken.[10]
Heute leben laut National Park Service (Stand der Seite: März 2024) etwa 31.000 Bisons als Wildtiere in öffentlichen Herden der USA und Kanadas und etwa 360.000 als Nutztiere in Privatbesitz.[3] Der U.S. Fish and Wildlife Service nennt auf seiner Artenseite (ohne Datum) etwa 20.500 Präriebisons in Schutzherden und 420.000 in Nutzherden. Vom Aussterben bedroht ist der Bison danach nicht mehr, und seit 2016 ist er das Nationalsäugetier der USA.[11] Ausführlich dazu: Der Bison und Die Büffeljagd.

Dickhornschaf
Das Dickhornschaf (Ovis canadensis, englisch bighorn sheep) lebt im steilen Gelände der Rocky Mountains. Die meisten Bestände sind heute klein und voneinander getrennt, und Krankheiten, Verlust von Lebensraum und gestörte Wanderwege können sie rasch schrumpfen lassen. Ein ausgewachsener Widder wiegt 174 bis 319 Pfund (rund 79 bis 145 Kilogramm), seine Hörner allein bis zu 40 Pfund. Widder mit gleich großen Hörnern klären ihren Rang, indem sie mit den Köpfen zusammenprallen; zwei Knochenschichten über dem Gehirn fangen den Stoß ab.[12]
Im Norden von Yellowstone zählten Biologen 2018 insgesamt 345 Dickhornschafe, 131 davon im Park. In den Jahren 1981 und 1982 ließ eine Augenentzündung durch Chlamydien diesen Bestand um 60 Prozent schrumpfen. Die Wüsten-Dickhornschafe, eine andere Unterart, sind als vom Aussterben bedrohte Art gelistet.[12]
Gabelbock (Pronghorn)
Der Gabelbock (Antilocapra americana, englisch pronghorn) lebt in der offenen Prärie des Westens. Das DWDS beschreibt ihn als antilopenähnliches Tier mit gegabeltem Gehörn.[13] Eine Antilope ist er laut National Park Service trotzdem nicht: Er ist das letzte lebende Mitglied der Familie Antilocapridae, die sich in Nordamerika entwickelt hat.[14] Echte Antilopen leben in Afrika und Südostasien.[15] Der Name Antilope kam wohl mit der ersten schriftlichen Beschreibung bei der Lewis-und-Clark-Expedition 1804 bis 1806 auf.[15] Das englische Wort pronghorn ist seit 1806 belegt.[16]
Mit bis zu 55 Meilen pro Stunde (rund 89 Kilometer pro Stunde) ist er nach dem Theodore-Roosevelt-Nationalpark hinter dem Gepard das zweitschnellste Landsäugetier der Welt; der Yellowstone-Nationalpark nennt Sprints von 45 bis 50 Meilen pro Stunde.[14, 15] Anders als Bison oder Dickhornschaf wirft er die Hornscheiden jedes Jahr ab und lässt sie neu wachsen.[14, 15] Anfang des 19. Jahrhunderts gab es geschätzt 35 Millionen Gabelböcke, nur Bisons waren zahlreicher. Umgepflügtes Weideland, Berufsjäger und Viehzüchter, die ihn für einen Futterkonkurrenten hielten, dezimierten die Herden; nach dem Yellowstone-Nationalpark leben heute wieder fast 500.000 Tiere (Stand der Seite: April 2025).[15]
Gila-Krustenechse
Die Gila-Krustenechse (Heloderma suspectum, englisch Gila monster) ist mit bis zu 22 Zoll (560 Millimeter) die größte Echse der USA. Sie ist eine von nur zwei giftigen Echsen Nordamerikas und die einzige in den USA; die nahe verwandte zweite Art lebt vom Süden Sonoras bis Guatemala. Ihre perlenartigen Schuppen sind schwarz mit Rosa, Orange oder Lachsrot gebändert. Sie kommt von Nevada bis in den Norden von Sinaloa vor und verbringt die meiste Zeit unter der Erde.[17] Den deutschen Namen hat sie nach dem Duden von ihren teilweise verknorpelten Schuppen.[18]
Volksglaube, erfundene Geschichten und Hollywoodfilme haben ihr nach dem Saguaro-Nationalpark Kräfte angedichtet, die kein Tier besitzt. Giftzähne zum Zustoßen hat sie nicht: Das Gift aus Drüsen im Unterkiefer gelangt beim Zubeißen und Festhalten mit dem Speichel in die Wunde. Arizona stellte sie als erster Staat unter Schutz, als erstes giftiges Reptil der USA überhaupt; heute schützen sie alle Staaten, in denen sie lebt.[17]
Grizzlybär
Der Grizzlybär (Ursus arctos horribilis) ist eine Unterart des Braunbären, die nur in Nordamerika lebt. Vor 1800 gab es laut U.S. Fish and Wildlife Service geschätzt 50.000 Grizzlys in 18 westlichen Staaten. Die Artenseite der Behörde (ohne Datum, gestützt auf Arbeiten von 2021, gelesen im Oktober 2026) nennt für die 48 zusammenhängenden Staaten mindestens 1.923 Tiere, die dort als bedrohte Art geschützt sind.[19] Lebensweise und Geschichte beschreibt die Seite Grizzlybär.
Klapperschlange
Klapperschlangen sind Grubenottern: Mit wärmeempfindlichen Gruben an den Seiten des Kopfes spüren sie ihre Beute auf.[20] Als einzige Schlangen der Welt tragen sie eine Rassel am Schwanzende. Sie besteht aus locker verbundenen Hautgliedern, und bei jeder Häutung kommt ein neues dazu. Junge Klapperschlangen haben noch keine Rassel; das erste Glied bekommen sie etwa zwei Wochen nach der Geburt.[21] Nach dem Grand-Canyon-Nationalpark ist die Rassel aus Keratin, dem Stoff von Haaren und Fingernägeln, und ihr Summen soll Feinde ohne Kampf vertreiben.[20]
Im Saguaro-Nationalpark bei Tucson leben sechs Arten; die Westliche Diamant-Klapperschlange ist nach dem Park die größte im Westen der USA.[21] Die oft als rosa beschriebene Grand-Canyon-Klapperschlange, eine Unterart der Westlichen Klapperschlange, gibt es nirgends sonst auf der Welt.[20]
Kojote
Der Kojote (Canis latrans), im Deutschen auch Präriewolf, ähnelt in der Lebensweise dem Wolf, ist aber nur etwa ein Drittel so groß und schlanker gebaut.[22, 23] Er lebt in ganz Nord- und Mittelamerika, in Großstädten ebenso wie in der Wildnis, und frisst vor allem Wühlmäuse, Mäuse, Kaninchen und Aas.[23] Das Wort kam über das mexikanische Spanisch aus dem Nahuatl (coyōtl) und ist im Englischen seit 1759 belegt.[24, 22] Wegen seiner vielen Rufe heißt er dort auch song dog.[23]
Anfang des 20. Jahrhunderts wollte man die Kojoten im Westen ausrotten, auch im Yellowstone-Nationalpark, weil sie manchmal Vieh rissen. Sie passten sich an und überstanden die Verfolgung, während Pumas und Wölfe aus dem Park verschwanden. Als die Wölfe 1995 zurückkamen, ging der Bestand der Kojoten im Norden des Parks um bis zu 50 Prozent zurück.[23]

Longhorn-Rind
Das Texas-Longhorn ist nach dem Handbook of Texas eine Mischrasse aus spanischen Criollo-Rindern und englischem Vieh, das Siedler in den 1820er und 1830er Jahren aus den Südstaaten und dem Mittleren Westen nach Texas mitbrachten. Bis zum Bürgerkrieg wurde daraus ein erkennbarer Typ: halbwild, im Verhalten wie spanisches Vieh, aber mit einem guten Teil britischen Bluts.[1] Merriam-Webster belegt das Wort longhorn für das langhörnige Rind spanischer Herkunft seit 1857.[25]
Den Ruf der langen Hörner erklärt das Handbook of Texas mit dem Alter der Tiere auf den Trails. Ochsen von vier Jahren und älter trugen sehr lange Hörner, und weil viele von ihnen nach dem Bürgerkrieg in den Herden liefen, hielt man bald alle texanischen Rinder für langhörnig. Als in den 1880er Jahren jüngere Rinder mit eingekreuztem Blut nach Norden zogen, lag die Hornspanne im Schnitt unter vier Fuß (rund 1,2 Meter).[1] In der heutigen Zucht ist das Horn nach dem Zuchtverband Texas Longhorn Breeders Association of America (TLBAA) das auffälligste Merkmal. Hörner unter 48 Zoll, also vier Fuß, gelten bei ausgewachsenen Tieren beider Geschlechter als höchst unerwünscht.[26]
Mit langen Beinen und harten Hufen eigneten sich Longhorns gut für lange Triebe und nahmen unterwegs sogar zu. Gegen das Texasfieber waren sie immun, trugen den Erreger aber weiter, und 1861 sperrten Missouri und die östlichen Countys von Kansas texanisches Vieh. 1867 ließ der Viehhändler Joseph G. McCoy Rinder von Abilene in Kansas nach Chicago verschicken; in den folgenden zwanzig Jahren trieben Unternehmer nach dem Handbook of Texas fünf bis zehn Millionen Rinder aus Texas.[1] Die Routen der Herden beschreiben Viehtriebe und Cattle Trails und Der Chisholm Trail.
Das große Viehsterben im Winter 1886 auf 1887 und der Stacheldraht beendeten den Boom auf dem offenen Weideland. Rancher kreuzten Longhorns mit Shorthorn und Hereford, und in den 1920er Jahren waren nur noch wenige kleine Herden übrig. 1927 sammelten Will C. Barnes und andere Männer des Forest Service in Südtexas eine kleine Zuchtherde für das Wichita Mountains Wildlife Refuge in Oklahoma und bewahrten die Rasse so wahrscheinlich vor dem Aussterben. Die offizielle Longhornherde des Staates Texas lebt seit 1948 auf der Fort Griffin State Historic Site.[1] Der Zuchtverband TLBAA wurde am 8. Mai 1964 in Texas eingetragen, sein erster Präsident war Charles Schreiner III. Nach eigenen Angaben (Seite ohne Datum) führt er Abstammungsdaten von mehr als 450.000 Longhorns.[27]
Mustang
Mustangs sind verwilderte Pferde des Westens. Die meisten heutigen Wildpferde stammen nach dem Bureau of Land Management (BLM) von Tieren ab, die spanischen Entdeckern, Ranchern, Bergleuten, der US-Kavallerie und indigenen Nationen entliefen oder freigelassen wurden. Meist sind sie 13 bis 15 Hand (52 bis 60 Zoll) hoch und wiegen 700 bis 1.000 Pfund.[28] Das Wort kam über das mexikanisch-spanische mestengo, ein wildes oder streunendes Pferd, ins Englische und ist dort seit 1808 belegt. Es geht auf mesta zurück, den jährlichen Zusammentrieb herrenloser Rinder in Spanien.[29]
Nach dem Handbook of Texas machte vor allem die Ausdauer den Mustang zum Pferd der meisten Grenzer und Cowboys; auf jeder Viehweide in Texas ritt man Mustangs. Später ließen Rancher Hauspferde zu den Herden, um größere Tiere zu bekommen, und das spanische Erbe verdünnte sich. Reinrassige Spanish Mustangs gibt es nach dieser Quelle (Eintrag zuletzt 2017 überarbeitet) weniger als 3.000.[30] Das BLM betreut die Wildpferde und Wildesel nach seiner Seite (ohne Datum) auf 175 Herdengebieten mit 25,6 Millionen Acres (rund 104.000 Quadratkilometer) öffentlichem Land; Wildpferde leben in zehn Staaten des Westens.[28] Zum Gesetz von 1971 und den Zahlen des BLM siehe Mustangs.
Pferd
Das heutige Pferd entstand nach der Encyclopedia of the Great Plains in Amerika, wanderte über die Landbrücke der Beringstraße nach Asien und starb in seiner alten Heimat vor 8.000 bis 10.000 Jahren aus.[2] 1493 brachte Kolumbus auf seiner zweiten Reise eine Herde von 25 Pferden zurück.[31] In die Plains kamen die ersten Tiere bald nach der spanischen Besiedlung New Mexicos 1598, in großer Zahl aber erst nach dem Pueblo-Aufstand von 1680. Über Handel und Raubzüge erreichten Pferde in den 1730er Jahren den Missouri und in den 1770er Jahren die kanadische Prärie.[2]
Ende des 18. Jahrhunderts war nach dem National Museum of the American Indian fast jedes Volk im Westen beritten. Pferde stärkten die Gemeinschaften und halfen im Kampf um das Land.[31] Wie die Pferde sich ausbreiteten, zeigt die Seite Pferde im Wilden Westen.
Präriehund
Präriehunde sind Nagetiere aus der Familie der Hörnchen; das DWDS nennt sie braune Erdhörnchen, die wie ein Hund bellen.[32, 33] Ihren Namen haben sie nach dem National Park Service von ihrem Lebensraum und ihren Warnrufen. Der Gattungsname Cynomys kommt aus dem Griechischen und bedeutet "Hundemaus". Im September 1804 stieß die Lewis-und-Clark-Expedition laut ihren Tagebüchern auf ein Dorf von Tieren, die die Franzosen Präriehund nannten.[32] Der Schwarzschwanz-Präriehund wird 12 bis 16 Zoll (rund 30 bis 41 Zentimeter) lang und 1 bis 3 Pfund schwer.[32]
Präriehunde leben in Kolonien, den "Städten" (towns), mit meist 30 bis 50 Baueingängen je Acre. Die größte bekannte Kolonie lag in Texas: 100 Meilen breit, 250 Meilen lang (rund 160 mal 400 Kilometer), mit geschätzt 400 Millionen Tieren. Am meisten haben ihnen Menschen geschadet, durch Ackerbau, Siedlungen, Jagd und Gift; dazu kommt die Pest, eine von Flöhen übertragene Krankheit. Rund 250 Präriehunde fressen laut National Park Service so viel Gras wie eine Kuh von 1.000 Pfund.[32]
Puma
Der Puma (Puma concolor), auch Berglöwe oder Cougar genannt, gehört zu den größten Katzen Nordamerikas; größer ist nur der Jaguar, der in New Mexico und Arizona vorkommt.[34] Sein Name stammt aus dem Ketschua, einer Sprache Perus, und kam laut DWDS Mitte des 18. Jahrhunderts wohl über das Spanische ins Deutsche.[35] In Yellowstone wiegen Männchen 145 bis 170 Pfund (rund 66 bis 77 Kilogramm), Weibchen 85 bis 120 Pfund; mit Schwanz messen sie 6,5 bis 7,5 Fuß (rund 2 bis 2,3 Meter).[34]
Bei den Feldzügen gegen Raubtiere Anfang des 20. Jahrhunderts wurden Pumas wie Wölfe in allen 48 zusammenhängenden Staaten getötet, auch in Nationalparks. Im Westen überlebten sie, weil sie verborgen leben und felsiges, unwegsames Gelände bevorzugen, in dem man sie schwer aufspürt. In Yellowstone siedelten sie sich bis Anfang der 1980er Jahre von selbst wieder an und jagen dort vor allem Wapitis, meist Kälber, und Hirsche.[34]
Quarter Horse
Das American Quarter Horse geht nach dem Handbook of Texas auf die Kolonien Virginia und Carolina zurück. Siedler kreuzten dort ihre Hengste, die vom spanischen Berberpferd abstammten, mit Stuten der Chickasaw. Daraus entstand ein schneller, kräftiger Sprinter für Rennen über eine Viertelmeile, das "Celebrated Quarter of a Mile Running Horse".[36] Nach dem Bürgerkrieg paarten Züchter in Texas Quarter-Horse-Hengste mit Mustangstuten von der Weide. Die Nachkommen waren kräftig und wendig genug, um verwilderte Rinder in Südtexas zusammenzutreiben, mit dem Lasso zu fangen und zu brennen.[36]
Cowboypferde hießen in Texas oft "Steeldusts", nach dem Rennpferd Steel Dust, das um 1843 in Kentucky zur Welt kam und ein Jahr später nach Texas gebracht wurde. Zwei Treffen am 14. und 15. März 1940 in Fort Worth führten zur Gründung der American Quarter Horse Association.[36]
Roadrunner
Der Roadrunner (englisch greater roadrunner) gehört zur Familie der Kuckucke und lebt im ganzen Südwesten der USA bis ins mittlere Mexiko; in New Mexico ist er der Staatsvogel. Er rennt bis zu 20 Meilen pro Stunde (rund 32 Kilometer pro Stunde), fliegt nur kurze Strecken und frisst neben Aas fast alles, was er fangen kann, darunter Mäuse, Eidechsen, Skorpione, Klapperschlangen und andere Vögel. Je zwei Zehen zeigen nach vorn und nach hinten, deshalb hinterlässt er eine x-förmige Spur.[37] Das englische Wort roadrunner ist seit 1856 belegt.[38]
Wapiti
Der Wapiti (Cervus canadensis) ist das häufigste große Säugetier im Yellowstone-Nationalpark. Ein Bulle wiegt etwa 700 Pfund (rund 320 Kilogramm) und ist an der Schulter etwa fünf Fuß hoch. Europäisch-amerikanische Siedler nannten ihn elk, obwohl das Wort in Europa den Elch bezeichnet; Besucher aus Europa verwirrt das bis heute.[39] Wapiti ist ein Wort der Shawnee. Nach Merriam-Webster bedeutet es wörtlich "weißes Hinterteil" und ist im Englischen seit 1810 belegt, nach dem National Park Service "weißer Hirsch" oder "Hirsch mit weißem Hinterteil".[40, 39]
Das Geweih eines gesunden ausgewachsenen Bullen ist 55 bis 60 Zoll lang, knapp sechs Fuß breit und wiegt etwa 30 Pfund; meist wirft er es im März oder April ab. Nach der Parkseite (Stand: April 2025) weiden im Sommer 10.000 bis 20.000 Wapitis aus sechs bis sieben Herden im Park, im Winter bleiben weniger als 2.000.[39]
Weißkopfseeadler
Der Weißkopfseeadler (englisch bald eagle) ist laut U.S. Fish and Wildlife Service der einzige Adler, der nur in Nordamerika heimisch ist. 1782 wählten die USA ihn zu ihrem nationalen Symbol; 1963 waren nur noch 417 Brutpaare bekannt. Am 28. Juni 2007 gab die Behörde seine Erholung bekannt, und nach Daten von 2018 und 2019 leben in den 48 zusammenhängenden Staaten 316.700 Tiere.[41] Wappentier und Schutzgesetze behandelt die Seite Weißkopfseeadler.
Wolf
Der Grauwolf (Canis lupus) lebte einst von der arktischen Tundra bis Mexiko.[42] Mit der Westexpansion im 19. Jahrhundert kamen Siedler und Vieh in sein Gebiet. Als seine Beutetiere verschwanden, riss er Vieh, und Feldzüge, bei denen auch Gift ausgelegt wurde, verdrängten ihn aus dem größten Teil seines Verbreitungsgebiets. Bei der Gründung des Yellowstone-Nationalparks 1872 lebten dort Wölfe; von 1914 bis 1926 wurden im Park mindestens 136 getötet, 1926 das letzte Rudel. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts war der Wolf in den 48 zusammenhängenden Staaten so gut wie verschwunden.[4]
Von 1995 bis 1997 wurden in Yellowstone 41 Wölfe aus Kanada und dem Nordwesten Montanas ausgesetzt. Ein Rudel zählt dort im Schnitt 11,8 Tiere, etwa die Hälfte der Wölfe ist schwarz, die übrigen meist grau, und im Winter besteht ihre Beute zu 90 Prozent aus Wapitis.[42] Wie der Wolf heute geschützt ist, steht auf der Seite Tiere und Pflanzen des Wilden Westens.
Häufige Fragen
Warum haben Longhorns so lange Hörner?
Sehr lange Hörner hatten laut Handbook of Texas vor allem Ochsen von vier Jahren und älter. Weil viele von ihnen nach dem Bürgerkrieg auf den Trails liefen, hielt man bald alle texanischen Rinder für langhörnig; in den 1880er Jahren lag die Hornspanne im Schnitt unter vier Fuß. In der heutigen Zucht ist das Horn nach dem Zuchtverband TLBAA das auffälligste Merkmal der Rasse.
Ist der Präriehund ein Hund?
Nein. Präriehunde sind Nagetiere aus der Familie der Hörnchen. Ihren Namen haben sie von ihrem Lebensraum und ihren Warnrufen, die wie das Bellen eines Hundes klingen.
Ist der Gabelbock eine Antilope?
Nein, auch wenn er oft so heißt. Laut National Park Service ist er das letzte lebende Mitglied der Familie Antilocapridae, die sich in Nordamerika entwickelt hat; echte Antilopen leben in Afrika und Südostasien.
Sind Bison und Büffel dasselbe Tier?
Den Amerikanischen Bison nennt man im Deutschen oft Büffel, im Englischen auch buffalo. Nach dem National Park Service ist buffalo für viele indigene Menschen der bevorzugte Name, während bison eher im wissenschaftlichen Zusammenhang steht.
Welche Tiere leben im Yellowstone-Nationalpark?
Das häufigste große Säugetier ist der Wapiti, von dem im Sommer 10.000 bis 20.000 Tiere im Park weiden. Dazu kommen unter anderem Wölfe, Kojoten, Pumas, Biber und Dickhornschafe; die Wölfe kehrten erst mit 41 Tieren zurück, die von 1995 bis 1997 ausgesetzt wurden.
Was ist ein Mustang?
Ein verwildertes Pferd des Westens. Die meisten heutigen Wildpferde stammen nach dem Bureau of Land Management von Tieren ab, die Spaniern, Ranchern, Bergleuten, der Kavallerie und indigenen Nationen entliefen oder freigelassen wurden. Das Wort kommt vom mexikanisch-spanischen mestengo, einem wilden oder streunenden Pferd.
Quellen
- Nachschlagewerk Longhorn Cattle (von Donald E. Worcester), Handbook of Texas Online. Texas State Historical Association. Stand 1952, überarbeitet 29.10.2025. abgerufen am 27.10.2026
- Nachschlagewerk Pekka Hämäläinen: Horse (Encyclopedia of the Great Plains). University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 27.10.2026
- Amtliche Stelle History of Wolf Management. National Park Service, Yellowstone National Park. Stand 09.09.2025. abgerufen am 27.10.2026
- Amtliche Stelle Mountain Men and the Fur Trade. National Park Service, Bighorn Canyon National Recreation Area. Stand 05.12.2023. abgerufen am 27.10.2026
- Amtliche Stelle Beaver. National Park Service, Yellowstone National Park. Stand 18.04.2025. abgerufen am 27.10.2026
- Nachschlagewerk beaver (Wörterbucheintrag mit Etymologie). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Amtliche Stelle Bison: Basic Facts. National Park Service. Stand 13.07.2026. abgerufen am 27.10.2026
- Nachschlagewerk Büffel (Bedeutung und Etymologie nach Wolfgang Pfeifer). Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS). Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Amtliche Stelle Plains Bison (Bison bison bison). U.S. Fish and Wildlife Service. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Amtliche Stelle Bighorn Sheep. National Park Service, Yellowstone National Park. Stand 18.04.2025. abgerufen am 27.10.2026
- Nachschlagewerk Gabelbock (Wörterbucheintrag). Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS). Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Amtliche Stelle Pronghorn. National Park Service, Theodore Roosevelt National Park. Stand 11.04.2025. abgerufen am 27.10.2026
- Amtliche Stelle Pronghorn. National Park Service, Yellowstone National Park. Stand 17.04.2025. abgerufen am 27.10.2026
- Nachschlagewerk pronghorn (Wörterbucheintrag). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Amtliche Stelle Gila Monster. National Park Service, Saguaro National Park. Stand 19.08.2026. abgerufen am 27.10.2026
- Nachschlagewerk Krustenechse (Wörterbucheintrag). Duden online. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Amtliche Stelle Grizzly Bear (Ursus arctos horribilis). U.S. Fish and Wildlife Service. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Amtliche Stelle Rattlesnakes. National Park Service, Grand Canyon National Park. Stand 26.02.2022. abgerufen am 27.10.2026
- Amtliche Stelle Snakes. National Park Service, Saguaro National Park. Stand 06.05.2025. abgerufen am 27.10.2026
- Nachschlagewerk Kojote (Wörterbucheintrag). Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS). Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Amtliche Stelle Coyote. National Park Service, Yellowstone National Park. Stand 18.04.2025. abgerufen am 27.10.2026
- Nachschlagewerk coyote (Wörterbucheintrag mit Etymologie). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Nachschlagewerk longhorn (Wörterbucheintrag). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Breed Guidelines (Approved Breed Standard). Texas Longhorn Breeders Association of America. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- History. Texas Longhorn Breeders Association of America. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Amtliche Stelle About Wild Horses and Burros. Bureau of Land Management, U.S. Department of the Interior. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Nachschlagewerk mustang (Wörterbucheintrag mit Etymologie). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Nachschlagewerk Thomas Earl Speir: Mustangs (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1952, überarbeitet 20.01.2017. abgerufen am 27.10.2026
- Museum After a Long Absence: The Horse Returns (Ausstellung A Song for the Horse Nation). Smithsonian Institution, National Museum of the American Indian. Stand Ausstellung 29.10.2011 bis 07.01.2013. abgerufen am 27.10.2026
- Amtliche Stelle Black-tailed Prairie Dogs. National Park Service, Scotts Bluff National Monument. Stand 15.01.2021. abgerufen am 27.10.2026
- Nachschlagewerk Präriehund (Wörterbucheintrag). Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS). Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Amtliche Stelle Cougar. National Park Service, Yellowstone National Park. Stand 18.04.2025. abgerufen am 27.10.2026
- Nachschlagewerk Puma (Bedeutung und Etymologie nach Wolfgang Pfeifer). Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS). Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Nachschlagewerk Bruce Beckmann: Quarter Horses (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1952, überarbeitet 30.04.2019. abgerufen am 27.10.2026
- Amtliche Stelle Greater Roadrunner. National Park Service, White Sands National Park. Stand 21.08.2020. abgerufen am 27.10.2026
- Nachschlagewerk roadrunner (Wörterbucheintrag). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Amtliche Stelle Elk. National Park Service, Yellowstone National Park. Stand 18.04.2025. abgerufen am 27.10.2026
- Nachschlagewerk wapiti (Wörterbucheintrag mit Etymologie). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Amtliche Stelle Bald Eagle (Haliaeetus leucocephalus). U.S. Fish and Wildlife Service. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Amtliche Stelle Wolf Ecology. National Park Service, Yellowstone National Park. Stand 09.09.2026. abgerufen am 27.10.2026
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