Indigene Völker NordamerikasThema

Die Büffeljagd

Kurz erklärt Die Büffeljagd war für viele Nationen der Great Plains die Grundlage des Lebens. Zu Fuß trieben Jäger Bisonherden in Pferche oder über Klippen wie Head-Smashed-In in Alberta, seit 1981 UNESCO-Welterbe; im 17. und 18. Jahrhundert kam die Jagd zu Pferd hinzu. Durch Berufsjäger, Eisenbahn und Handel mit Häuten schrumpften die Herden bis in die 1890er Jahre auf weniger als 1.000 Tiere.

Sandsteinklippe am Rand einer weiten Graslandschaft in den Ausläufern der Rocky Mountains im Süden Albertas, warmes Licht der späten Nachmittagssonne, darüber ein weiter Himmel
Bild: KI-generiert

Was war die Büffeljagd?

Mit "Büffel" ist in Nordamerika der Amerikanische Bison gemeint. Echte Büffel leben nach dem Begleitheft von Head-Smashed-In nur in Afrika und Asien; der Name blieb, weil ihn frühe europäische Beobachter so benutzten.[3] Für viele indigene Menschen ist buffalo bis heute der Name der Wahl, für viele Nationen ist der Bison laut National Park Service das wichtigste Tier.[9] Seit mindestens 12.000 Jahren jagten Menschen ihn, einzeln oder in ganzen Herden, die sie über Klippen und in Pferche trieben.[7]

Die berittenen Bisonjäger des 18. und 19. Jahrhunderts prägen das Bild bis heute. Sie stehen nach der Encyclopedia of the Great Plains aber nur für einen kurzen Abschnitt einer langen Geschichte.[6] Büffeljäger (englisch buffalo hunter) hießen in den 1860er bis 1880er Jahren auch die Berufsjäger, die Bisons für Eisenbahnen und den Handel mit Häuten schossen.[11, 12] Die Ausrottung im Einzelnen erzählt die Seite Der Bison.

Wie jagten die Nationen zu Fuß?

Lange vor dem Pferd hatten die Menschen in den Plains viele Arten der Jagd entwickelt. Sie pirschten sich in Tierfellen getarnt an, lauerten einzelnen Tieren an Wasserstellen auf, trieben Herden in Pferche oder über steile Abbrüche.[6] Nach dem Begleitheft von Head-Smashed-In nutzten die Jäger das Verhalten der Bisons. Die Tiere riechen gut, sehen aber schlecht, und eine erfahrene Kuh führt die Herde; gerät sie in Panik, rennt die ganze Herde mit.[3] Ein Jäger im Fell eines Wolfs oder Kojoten konnte einen anderen im Fell eines Kalbs bedrohen, dann versuchte die Leitkuh, das vermeintliche Kalb zu schützen.[3]

Bei der Umzingelung (englisch surround) näherten sich drei oder mehr Jäger einer Gruppe von mehreren Seiten, am besten an windstillen Tagen, und schlossen sie langsam ein. Mit Rufen und geschwenkten Fellen ließ sich eine kleine Herde lenken, oft brachen aber Tiere aus. Zu Pferd wurde diese Methode später beliebt, weil sie sich vielerorts anwenden ließ.[3]

Viel Fleisch auf einmal brachten die gemeinsamen Treibjagden. Der National Park Service beschreibt den Ablauf so: Ein junger Mann, meist der schnellste Läufer, näherte sich in Bisonfellen der Herde und ahmte die Rufe eines Kalbs in Not nach. Andere Läufer in Wolfsfellen tauchten hinter der Herde auf, Helfer in V-Form schwenkten Decken, bis die Tiere über die Kante stürzten. Fielen 50 Bisons, brachte das etwa 11.000 bis 20.000 Pfund Fleisch (rund 5.000 bis 9.000 Kilogramm).[8] Wo keine Klippe war, trieben die Jäger die Herde durch eine etwa 100 Yards (rund 90 Meter) lange Gasse in einen Pferch mit Wänden von 10 bis 15 Fuß (rund 3 bis 4,5 Meter) Höhe und erlegten die Tiere dort mit Pfeilen.[8] Oft half dabei die ganze Gemeinschaft. Die Jagdmethoden unterschieden sich je nach Nation und Gelände.[8]

Head-Smashed-In: die Bisonklippe in Alberta

Die am besten erhaltene Anlage liegt im Südwesten von Alberta in Kanada, wo die Ausläufer der Rocky Mountains auf die Great Plains treffen. Die UNESCO nahm Head-Smashed-In Buffalo Jump 1981 in die Liste des Welterbes auf. Sie nennt die Anlage die herausragendste erhaltene Bisonklippe Amerikas, in Gebrauch von etwa 5.800 Jahren vor heute bis um 1850, und spricht von fast 6.000 Jahren Jagd.[1] Nach Radiokarbondaten diente die Klippe laut den Unterlagen der Provinz Alberta seit 5.700 Jahren als Bisonklippe, das Begleitheft hält auch 10.000 Jahre für möglich.[3, 4] Die Encyclopedia of the Great Plains nennt 5.500 Jahre.[5] Von etwa 4.000 bis 3.000 Jahren vor heute wurde die Klippe offenbar nicht genutzt; warum, wissen die Archäologen nicht.[4]

Westlich der Klippe liegt ein großes Becken mit Grasland, das Herden anzog. Von dort führten Treibgassen zur Kante, gesäumt von Steinhaufen, die heute noch zu sehen sind und "dead men" heißen. Nach dem Info Guide der Provinz versteckten sich Menschen hinter Reisig an den Steinhaufen, schrien und schwenkten Bisonfelle, damit die Herde nicht ausbrach. Die Klippe ist nach Osten gerichtet, gegen den vorherrschenden Wind, so dass die Tiere den Platz darunter nicht wittern konnten.[3, 4] Ihre Höhe gibt die UNESCO mit 10 Metern an, das Begleitheft der Provinz mit 18 Metern.[1, 3] Am Fuß der Klippe liegen Knochen und Werkzeuge in Schichten, die mehr als 10 Meter tief reichen.[3]

Die Jagd begann nach den Unterlagen der Provinz mit Zeremonien, und die Bisons galten den Jägern als Geschenk des Schöpfers, das sich nur bei richtiger Vorbereitung fangen ließ. Tiere, die den Sturz überlebten, töteten Jäger unten an der Klippe, weil nach ihrer Überzeugung entkommene Tiere andere Herden gewarnt hätten.[3, 4] Die Provinz Alberta verwaltet die Anlage in Abstimmung mit den Blackfoot sprechenden First Nations, und erklärt wird sie ausschließlich von Führerinnen und Führern, die Blackfoot sprechen. Ein Streifen des Welterbes reicht in das Reservat der Piikani Nation.[1] Mit "Blackfoot" sind nach der Provinz drei Nationen gemeint: Siksika, Kainai (Blood) und Piikani (Peigan), deren südlicher Zweig in Montana lebt. Das Begleitheft zählt Nord- und Süd-Peigan getrennt und kommt auf vier.[2, 3] Mehr über sie auf der Seite Blackfoot.

Kleine Bisonherde grast in einem weiten Grasbecken, im Vordergrund eine Reihe niedriger Steinhaufen im Gras, dahinter sanfte Hügel im warmen Licht des späten Nachmittags
Grasbecken mit Steinhaufen. Solche Reihen lenkten die Herden zur Klippe. Bild: KI-generiert

Jagd im Jahreslauf der Blackfoot

Wohin die Blackfoot zogen, bestimmten nach der Provinz Alberta die Herden, das Wetter und die Jahreszeit. Von etwa November bis März lebten die Gruppen in Winterlagern an bewaldeten Flusstälern. Bisons überwinterten in Wäldern, wo weniger Schnee lag, und waren im tiefen Schnee leichter zu jagen.[2] Im Frühjahr zogen die Herden auf die offene Prärie, die Gruppen folgten einzeln. Im Hochsommer kamen alle zusammen, dazu gehörten gemeinsame Jagden. Im Herbst bereiteten sie Klippen und Pferche vor, mehrere Gruppen jagten gemeinsam an guten Plätzen wie Head-Smashed-In und machten Trockenfleisch und Pemmikan für den Winter.[2]

Die Kriegergesellschaften wachten in dieser Zeit über die gemeinsame Jagd und regelten, wann das Lager weiterzog.[2] Nach dem Vertrag Nr. 7 von 1877 und dem Ende der Herden kurz danach ließen sich die Blackfoot in Reservaten im Süden Albertas nieder. Ihre alte Lebensweise behielten sie nach der Provinz bis zum fast vollständigen Verschwinden der Bisons 1881.[2]

Was machten die Nationen aus dem Bison?

Über Jahrtausende nutzten die Nationen laut National Park Service jeden Teil des Bisons für Nahrung, Kleidung, Unterkunft, Werkzeuge, Schmuck und Zeremonien.[9] Das Begleitheft von Head-Smashed-In nennt ihn ein "wandelndes Kaufhaus". Fleisch, Fett und Knochenmark dienten als Nahrung, die Häute als Kleidung und Behausung, etwa für das Tipi; Kleidung nähten die Menschen mit Sehnen zusammen. Aus Knochen entstanden Ahlen und andere Werkzeuge, aus Horn Löffel, und aus Knochen oder Horn machten manche ihre Bögen.[3] Der National Park Service nennt auch Seile aus dem Haar.[8]

Im Lager unter der Klippe von Head-Smashed-In wurde das Fleisch in dünne Streifen geschnitten und auf Gestellen in der Sonne getrocknet. Große Knochen wurden aufgeschlagen, um an das Mark zu kommen, und in Gruben gekocht, die mit Haut ausgelegt und mit Wasser gefüllt waren; erhitzt wurde mit glühenden Steinen, so gewann man Fett.[3] Viel Fleisch wurde zu Pemmikan, getrocknetem Fleisch mit Fett und Mark, manchmal mit Beeren wie Traubenkirschen oder Saskatoon-Beeren. In Behältern aus Rohhaut hielt es sich jahrelang.[3, 4] Ein solcher Vorrat half über Zeiten, in denen keine Herde in der Nähe war.[2]

Dünne Streifen Trockenfleisch hängen an einem Gestell aus Holzstangen neben einem unbemalten Tipi aus Leder auf offener Prärie, im Hintergrund weite Hügel im warmen Abendlicht
Trockenfleisch am Gestell. Ein Teil wurde zu Pemmikan verarbeitet. Bild: KI-generiert

Wie veränderte das Pferd die Jagd?

Pferde erreichten die Plains im 17. und 18. Jahrhundert. Zu Pferd konnten Jäger den Herden enger und weiter folgen, mehr Tiere erlegen und mehr Fleisch und Häute heimbringen. Aus allen Richtungen zogen Menschen in die Plains, schreibt die Encyclopedia of the Great Plains.[6] Am häufigsten war nun die Jagd im Galopp: Jäger ritten auf eigens trainierten Pferden neben den Bisons her und trafen sie mit Lanze oder Pfeilen von der Seite.[6] Der kurze Bogen blieb die bevorzugte Waffe, weil sich Musketen zu Pferd schwer laden ließen und Pulver und Blei teuer waren.[6] Edwin T. Denig, Leiter von Fort Union von 1848 bis 1854, schrieb in einem Bericht der 1850er Jahre über die Plains-Nationen, Bisons zu Pferd seien von allen diesen Nationen nur mit Pfeil und Bogen gejagt worden.[10] Mehr dazu auf der Seite Waffen der indigenen Völker.

Im Sommer und Herbst, wenn sich die Bisons zu großen Herden sammelten, jagten Hunderte Menschen gemeinsam. Nach der Encyclopedia of the Great Plains begann eine solche Jagd mit Ritualen. Hatten Späher die Herde gefunden, übernahm eine Lagerpolizei aus angesehenen Männern und sorgte dafür, dass niemand zu früh losritt und die Herde vertrieb.[6] Die eigentliche Jagd dauerte oft nur etwa eine halbe Stunde, weil Bisons ausdauernder liefen als Pferde. Danach zerlegten die Familien ihre Tiere; jeder Jäger erkannte seine Beute an den eigenen Pfeilen und Lanzen.[6] In der Kultur der "Sioux", wie der National Park Service schreibt, durfte ein Junge mit zehn Jahren seinen ersten Bison jagen, nur mit Pfeil und Bogen.[8]

Die Jäger passten ihre Methoden den Jahreszeiten an: Im Winter trieben sie Bisons in verschneite Schluchten oder Schneewehen, im Sommer in Sümpfe, Flüsse oder Pferche. Viele Gruppen brannten auch Teile des Graslands ab, um die Wege der Herden besser vorherzusehen. In den nördlichen Plains, wo Pferde knapp waren, jagten viele weiter zu Fuß, etwa mit der Umzingelung.[6] An Head-Smashed-In endete die Jagd über die Klippe, als Gewehre und Pferde üblich wurden.[4] Wie die Plains-Nationen zu Pferden kamen, beschreibt die Seite Pferde im Wilden Westen.

Bisonroben für den Pelzhandel

Die meisten Plains-Nationen wollten keine Fallen stellen, so die Encyclopedia of the Great Plains, und versorgten lieber die Trapper mit Bisonfleisch und Pemmikan. Als der Handel mit Biberfellen in den 1830er Jahren zusammenbrach, wurden die Bisonroben zur wichtigsten Ware des Pelzhandels. In den folgenden vier Jahrzehnten lieferten die Nationen jedes Jahr mehr als 200.000 Häute und Felle und 40 bis 100 Tonnen Pemmikan für die Märkte der Amerikaner.[6] Nach der Encyclopedia trug diese einseitige Abhängigkeit dazu bei, dass die Bestände bis Mitte des 19. Jahrhunderts stark zurückgingen.[6] Mehr auf der Seite Pelzhandel.

Wie kam es zur Ausrottung der Bisons?

Den Bestand vor dem großen Töten schätzt der National Park Service auf 30 bis 60 Millionen Tiere, die Encyclopedia of the Great Plains auf 30 bis 50 Millionen im frühen 19. Jahrhundert.[9, 7] Eisenbahnen, Gewehre und ein internationaler Markt für Bisonhäute führten nach dem National Park Service von etwa 1820 bis 1880 zum "Great Slaughter", dem großen Abschlachten. Bis in die 1890er Jahre blieben weniger als 1.000 Tiere, nach manchen Schätzungen nur 300.[9] Dazu trugen auch die Weisung der Armee bei, die Bisons zu vernichten, um die indigenen Nationen zu kontrollieren, eingeschleppte Rinderkrankheiten, Dürre und die Konkurrenz von Pferden, Rindern und Schafen.[9] Das InterTribal Buffalo Council, ein Zusammenschluss von Nationen mit eigenen Herden, nennt das Töten bewusst, mit dem Ziel, die Nationen zu unterwerfen; von mehr als 60 Millionen Bisons seien nur wenige Hundert geblieben.[14]

Nach dem Handbook of Texas teilte die 1869 fertiggestellte Union Pacific die Bisons in eine nördliche und eine südliche Herde, und über die Bahn ließen sich Häute mit Gewinn in den Osten schicken. Im Süden begann das große Töten 1874 und war 1878 vorbei, im Norden dauerte es von 1880 bis 1884.[11] Aus dem Dakota-Territorium gingen 1882 noch 200.000 Häute nach Osten, 1883 nur 40.000 und 1884 eine einzige Wagenladung.[11]

Bestand des Amerikanischen Bisons laut Quellen
ZeitZahlHerkunft
vor dem großen Abschlachten30 bis 60 MillionenNational Park Service[9]
frühes 19. Jahrhundert30 bis 50 MillionenEncyclopedia of the Great Plains[7]
Ankunft der Europäer60 Millionen (Schätzung)Provinz Alberta, Head-Smashed-In[4]
getötet im 19. Jahrhundertmehr als 60 MillionenInterTribal Buffalo Council[14]
1890er Jahreunter 1.000, nach manchen Schätzungen nur 300National Park Service[9]
heute, öffentliche Herden in den USA und Kanadaetwa 31.000National Park Service, Stand März 2024[9]
heute, auf dem Land der Nationen des InterTribal Buffalo Councilüber 20.000InterTribal Buffalo Council[13]

Die Büffeljäger der 1870er und 1880er Jahre

Wie viele Berufsjäger es gab, weiß niemand. Eine Schätzung für die nördlichen Plains ergab nach dem Handbook of Texas für 1882 mindestens 5.000 Jäger und Häuter, meist Männer aus Kansas und anderen Grenzstaaten.[11] Ein Lager hatte oft vier Männer, zwei Jäger und zwei Köche und Häuter. Die Jäger näherten sich einer kleinen Gruppe Bisons gegen den Wind und schossen so, dass die übrigen Tiere nicht flohen. Ein guter Jäger tötete so bis zu 100 Bisons in ein bis zwei Stunden und 1.000 bis 2.000 in einer Saison.[11] Für eine Bullenhaut bekamen die Jäger etwa 2 Dollar; Käufer holten die Häute im Lager ab und brachten sie zu Bahnstationen wie Fort Worth in Texas oder Dodge City in Kansas.[11] Welche Gewehre sie benutzten, erklärt der Eintrag Sharps-Gewehr.

Zu den Büffeljägern gehörte William F. Cody. Nach der Kansas Historical Society zog er 1867 in den Westen von Kansas und jagte dort Bisons für die Eisenbahn; in dieser Zeit bekam er den Namen "Buffalo Bill". Wie, ist unklar: Belegt ist nur, dass man ihn spätestens 1869 so nannte.[12] Sein Leben erzählt die Seite Buffalo Bill.

Büffeljagd und Bisons heute

Die alte Jagdkultur der Plains endete nach der Encyclopedia of the Great Plains in den 1870er und 1880er Jahren mit dem fast vollständigen Verschwinden der Bisons und der oft gewaltsamen Umsiedlung in Reservate. Manche Menschen verließen die Reservate weiter, um nach den letzten Bisons zu suchen; in den 1890er Jahren mussten alle das Leben als Jäger aufgeben.[6] Nur wenige Menschen der Plains leben nach dem Stand von 2011 noch ganz oder teilweise von der Jagd, und um Jagdrechte gibt es laufende Rechtsstreitigkeiten zwischen Nationen, Bundesstaaten und Bund.[6]

Die Bisons selbst kehren zurück. Im Februar 1991 trafen sich laut InterTribal Buffalo Council Vertreter von 19 Nationen in den Black Hills in South Dakota, um Bisons für Kultur und Spiritualität zurück auf das Land der Nationen zu bringen. 2009 genehmigte das Bureau of Indian Affairs die Neuordnung des Councils als bundesrechtlich gegründete indigene Organisation.[14] Heute gehören ihm nach eigenen Angaben 86 Nationen aus 22 Bundesstaaten an, die mehr als 20.000 Bisons halten; auf fast einer Million ihrer mehr als 32 Millionen Acres (rund 4.000 von mehr als 129.000 Quadratkilometern) leben wieder Bisons.[13] Laut National Park Service bringen mehr als 60 Nationen den Bison zu ihren Familien und auf ihr Land zurück.[9]

Head-Smashed-In ist heute ein Besucherzentrum der Provinz Alberta. 1968 wurde die Klippe National Historic Site, 1979 Provincial Heritage Site, und das in den Hang gebaute Besucherzentrum öffnete am 23. Juli 1987.[1, 2]

Zeitleiste: Büffeljagd und Ende der Herden

Zeitleiste: Büffeljagd und Ende der Herden
  1. um 1850Die Jagd über die Klippe von Head-Smashed-In endet nach fast 6.000 Jahren.[1]
  2. 1867William F. Cody zieht in den Westen von Kansas und jagt Bisons für die Eisenbahn.[12] Buffalo Bill
  3. 1869Die fertige Union Pacific teilt die Bisons in eine nördliche und eine südliche Herde.[11]
  4. 1874In den südlichen Plains beginnt das große Töten der Bisons durch Berufsjäger; 1878 ist es vorbei.[11]
  5. 1877Nach dem Vertrag Nr. 7 lassen sich die Blackfoot in Reservaten im Süden Albertas nieder.[2] Blackfoot
  6. 1880In den nördlichen Plains beginnen die großen Jagden der Berufsjäger; sie dauern bis 1884.[11]
  7. 1881Die Bisons im Land der Blackfoot sind fast verschwunden.[2] Blackfoot
  8. 1882Aus dem Dakota-Territorium gehen 200.000 Bisonhäute nach Osten, 1884 nur noch eine Wagenladung.[11]
  9. 1968Head-Smashed-In wird National Historic Site.[2]
  10. 1981Die UNESCO nimmt Head-Smashed-In Buffalo Jump in die Liste des Welterbes auf.[1]
  11. 23.07.1987Das Besucherzentrum von Head-Smashed-In öffnet.[2]
  12. Februar 1991Vertreter von 19 Nationen treffen sich in den Black Hills, um Bisons auf das Land der Nationen zurückzubringen; daraus entsteht das InterTribal Buffalo Council.[14]
  13. 2009Das Bureau of Indian Affairs genehmigt die Neuordnung des InterTribal Buffalo Council als bundesrechtlich gegründete indigene Organisation.[14]

Mehr zum Bison und zu den Plains

Häufige Fragen

Wie haben die Plains-Nationen Bisons gejagt?

Zu Fuß pirschten sich Jäger in Wolfs- oder Bisonfellen an, umzingelten kleine Gruppen oder trieben ganze Herden über Klippen und in Pferche. Mit dem Pferd wurde die Jagd im vollen Galopp neben der Herde zur häufigsten Methode, mit kurzem Bogen und Lanze.

Was ist ein Buffalo Jump?

Ein Buffalo Jump ist eine Klippe, über die Jäger Bisonherden trieben. Steinhaufen entlang von Treibgassen lenkten die Tiere zur Kante, am Fuß der Klippe zerlegten die Familien die Beute. Als am besten erhaltene Anlage gilt laut UNESCO Head-Smashed-In Buffalo Jump in Alberta.

Wie alt ist Head-Smashed-In Buffalo Jump?

Die Angaben schwanken. Die UNESCO spricht von fast 6.000 Jahren und einer Nutzung von etwa 5.800 Jahren vor heute bis um 1850, die Provinz Alberta nach Radiokarbondaten von mindestens 5.700 Jahren, die Encyclopedia of the Great Plains von 5.500 Jahren.

Was machten die Nationen aus einem Bison?

Fast alles. Fleisch, Fett und Mark waren Nahrung, frisch, getrocknet oder als Pemmikan. Aus den Häuten entstanden Kleidung und Tipis, aus Knochen und Horn Werkzeuge, Ahlen und Löffel, aus Sehnen Nähfaden.

Wie viele Bisons gab es vor der Ausrottung?

Der National Park Service schätzt 30 bis 60 Millionen, die Encyclopedia of the Great Plains 30 bis 50 Millionen für das frühe 19. Jahrhundert. In den 1890er Jahren lebten weniger als 1.000 Tiere, nach manchen Schätzungen nur 300.

Was ist ein Büffeljäger?

So hießen vor allem die Berufsjäger der 1870er und 1880er Jahre, die Bisons für den Handel mit Häuten schossen. Allein in den nördlichen Plains arbeiteten 1882 nach dem Handbook of Texas mindestens 5.000 Jäger und Häuter. Zu den Büffeljägern gehörte nach der Kansas Historical Society schon ab 1867 William F. Cody, genannt Buffalo Bill.

Gibt es die Büffeljagd heute noch?

Die alte Jagdkultur endete mit dem fast vollständigen Verschwinden der Bisons in den 1870er und 1880er Jahren. Heute halten die 86 Nationen des InterTribal Buffalo Council nach dessen Angaben mehr als 20.000 Bisons auf ihrem Land.

Quellen

  1. Amtliche Stelle Head-Smashed-In Buffalo Jump (Welterbeliste, Nr. 158). UNESCO World Heritage Centre. Stand eingetragen 1981, Grenzänderung 2021. abgerufen am 26.10.2026
  2. Amtliche Stelle About The Jump. Government of Alberta, Head-Smashed-In Buffalo Jump. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  3. Amtliche Stelle Buffalo Tracks (Begleitheft der Head-Smashed-In Buffalo Jump World Heritage Site). Government of Alberta, Head-Smashed-In Buffalo Jump. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  4. Amtliche Stelle Head-Smashed-In Buffalo Jump, Info Guide 2010. Government of Alberta, Head-Smashed-In Buffalo Jump. Stand 2010. abgerufen am 26.10.2026
  5. Nachschlagewerk Philip J. Deloria und Christopher K. Riggs: Native Americans. Encyclopedia of the Great Plains, University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 26.10.2026
  6. Nachschlagewerk Pekka Hämäläinen: Hunting. Encyclopedia of the Great Plains, University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 26.10.2026
  7. Nachschlagewerk Douglas B. Bamforth: Bison, Encyclopedia of the Great Plains. University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 26.10.2026
  8. Amtliche Stelle Bison Bellows: Indigenous Hunting Practices. National Park Service. Stand 06.11.2017. abgerufen am 26.10.2026
  9. Amtliche Stelle People and Bison. National Park Service. Stand 04.03.2024. abgerufen am 26.10.2026
  10. Amtliche Stelle Contrary to Popular Belief (Arrows, Guns and Buffalo). National Park Service, Fort Union Trading Post National Historic Site. Stand 23.04.2021. abgerufen am 26.10.2026
  11. Nachschlagewerk David Vigness: Buffalo Hunting, Handbook of Texas Online. Texas State Historical Association. Stand 1952, überarbeitet 01.06.1995. abgerufen am 26.10.2026
  12. Nachschlagewerk William Frederick Cody (Kansapedia). Kansas Historical Society. Stand November 2011, geändert April 2013. abgerufen am 26.10.2026
  13. Tribal Nation About ITBC. InterTribal Buffalo Council. Stand 2026. abgerufen am 26.10.2026
  14. Tribal Nation History. InterTribal Buffalo Council. Stand 2026. abgerufen am 26.10.2026

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