Indigene Völker NordamerikasThema

Waffen der indigenen Völker Nordamerikas

Kurz erklärt Indigene Völker Nordamerikas jagten und kämpften mit Speerschleuder, Bogen, Lanze, Keule und Messer, nach dem Kontakt mit Europäern auch mit Klingen aus Metall und Gewehren. In den nördlichen Plains blieb der Bogen laut National Park Service bis zu den Repetiergewehren der 1870er Jahre die bevorzugte Waffe für die Bisonjagd.

Kurzer Holzbogen und ein Köcher aus Leder mit Pfeilen liegen flach auf einer gegerbten Haut, seitlich ausgerichtet, im warmen Licht eines Fensters wie in einer Museumsvitrine
Bild: KI-generiert

Womit jagten und kämpften indigene Völker?

Im Deutschen wird das Thema oft als "indianische Waffen" gesucht. Gemeint sind die Waffen, mit denen indigene Völker Nordamerikas jagten und Kriege führten, und die unterschieden sich stark nach Region und Zeit. Die ältesten Jäger der Great Plains erlegten vor rund 12.000 Jahren laut Encyclopedia of the Great Plains Mammuts und Riesenbisons mit Speeren und Wurfpfeilen, die sie mit einer Speerschleuder schleuderten. Später jagten sie Hirsche, Wapitis, Gabelböcke und Bisons, pirschten sich in Tierfellen an, lauerten an Wasserstellen oder trieben ganze Herden in Pferche und über Klippen.[5]

Ab dem 17. Jahrhundert brachte der Handel mit Europäern neue Materialien. Pfeilspitzen aus Eisen, Kupfer und Messing verdrängten die Spitzen aus Stein, Lanzen bekamen Klingen aus Metall, Beile Köpfe aus Eisen.[1, 4, 5, 9] Den Bogen gaben die Plains-Nationen trotzdem bis ins späte 19. Jahrhundert nicht auf.[1] Was über das Skalpieren belegt ist, steht auf der Seite Skalpieren: Geschichte und Mythos.

Seit wann gibt es Pfeil und Bogen in Nordamerika?

Lange vor dem Bogen gab es die Speerschleuder (englisch atlatl). Sie verlängert den Arm des Jägers, so beschreibt sie der National Park Service in Mesa Verde: Je weiter hinten der Jäger sie mit dem Speer hielt, desto mehr Kraft hatte der Wurf und desto weiter flog der Speer.[7] An der Klippe von Head-Smashed-In in Alberta jagten die ersten Jäger nach den Unterlagen der Provinz mit Speeren und Speerschleudern, deren hölzerne Wurfpfeile Spitzen aus Stein trugen.[15] In der untersten Fundschicht dort lagen Spitzen, die kleiner als Speerspitzen und zu groß für Pfeile waren; sie saßen an Wurfpfeilen für die Speerschleuder.[16]

Wann der Bogen dazukam, hing von der Region ab. In den Great Plains war er laut National Park Service spätestens um 250 n. Chr. unentbehrlich für Jagd und Krieg; die Encyclopedia of the Great Plains spricht von etwa 2.000 Jahren.[1, 5] In Mesa Verde im Südwesten löste der Bogen bei den Ancestral Pueblo die Speerschleuder ab, nach einer Seite des Parks in der Zeit Basketmaker III von 500 bis 750 n. Chr., nach einer anderen zwischen 450 und 750. Der Bogen traf genauer und reichte weiter.[7, 8] Speere gab es dort auch, sie waren aber selten, weil viel Arbeit in den Feldbau ging.[8]

Pfeil und Bogen in den Plains

Für die Nakoda und die meisten Plains-Nationen sind Pfeil und Bogen unentbehrliche Waffen, schreibt Ernest Gendron, ein Nakoda-Cree-Pädagoge, der 2017 für das Buffalo Bill Center of the West und sein Plains Indian Museum arbeitete. Sie ernährten und schützten die Menschen. Jungen lernten früh, damit umzugehen, und ältere Verwandte brachten ihnen bei, sie selbst herzustellen.[2] Im Norden waren die Bögen nach Gendron meist aus Esche, Traubenkirsche oder Wacholder, im Süden aus Osagedorn. Für den Gebrauch zu Pferd sind Plains-Bögen kurz, etwa 42 bis 48 Zoll (rund 107 bis 122 Zentimeter), oft geschwungen und auf dem Rücken mit Sehnen verstärkt.[2]

Der Maler George Catlin, der in den 1830er Jahren am Missouri reiste, sah in den Dörfern dort ein Spiel, bei dem Männer so viele Pfeile wie möglich in die Luft schossen, bevor der erste landete; oft waren es acht.[2] Ein Reiter mit hundert Pfeilen im Köcher konnte nach Catlin fünfzehn bis zwanzig in der Minute abschießen.[1] Edwin T. Denig leitete von 1848 bis 1854 den Handelsposten Fort Union. In seinem Bericht aus den 1850er Jahren schrieb er, "diese Stämme" jagten Bisons zu Pferd ausschließlich mit Pfeil und Bogen; für alles Wild, das sie zu Fuß jagten, nähmen sie nur die Northwest-Flinte.[1]

Die Spitzen waren lange aus Stein, Knochen oder Geweih. Feuerstein vom Knife River im heutigen North Dakota und Obsidian vom Obsidian Cliff im heutigen Yellowstone-Nationalpark gingen über weite Handelswege; Spitzen aus Knife-River-Feuerstein fanden Archäologen vom Süden Kanadas bis zum Texas Panhandle.[1] Die Hudson's Bay Company brachte schon 1671 Pfeilspitzen aus der Fabrik nach Nordamerika, bald schnitten Männer eigene Spitzen aus Fassreifen, Messingkesseln und Teilen zerbrochener Maschinen. Die Crow galten laut National Park Service schon 1805 als geschickt darin, aus Metallresten Werkzeuge zu machen. Eine Spitze aus Metall ließ sich, anders als eine aus Stein, nachschleifen und reparieren. Sie war nach dem Park die einzige größere Änderung an Pfeil und Bogen nach dem Kontakt mit Europäern.[1]

Pfeilspitzen aus Feuerstein, Obsidian und Eisen liegen in einer Reihe auf grobem Leinen, daneben ein Pfeilschaft, seitlich ausgerichtet, im warmen Licht einer Museumsvitrine
Pfeilspitzen aus Stein und Metall. Metallspitzen verdrängten im Pelzhandel die Spitzen aus Stein. Bild: KI-generiert

Die Lanze

Die Lanze, auf Nakoda wahúkeza, diente nach Gendron wie der Bogen der Bisonjagd und dem Kampf. Die Schäfte waren aus festem Holz wie Esche oder Osagedorn, die Klingen zuerst aus Feuerstein, Obsidian oder Knochen. Später tauschten die Männer Klingen aus Metall ein oder schmiedeten aus Schwertklingen lange, schmale Spitzen.[4] Die Länge reichte von Mannshöhe bis zu vierzehn Fuß (gut vier Meter). Die langen Lanzen waren eher in den südlichen Plains verbreitet, bei Comanche, Kiowa, Arapaho und Cheyenne.[4]

Lanzen für die Jagd und den gewöhnlichen Kampf waren oft schlicht. Andere gehörten Kriegergesellschaften, zeigten den Rang ihres Trägers und waren mit Gegenständen geschmückt, denen spirituelle Kraft zugeschrieben wurde; eine Sonderform, die Bogenlanze, war ein heiliger Gegenstand.[4] Geführt wurde die Lanze mit einer oder beiden Händen. Oft schlugen die Männer damit nach Gendron nur einen Coup, einen nicht tödlichen Schlag, der Mut beweisen und unnötiges Töten vermeiden sollte.[4] Bei der Bisonjagd zu Pferd ritten die Jäger nach der Encyclopedia of the Great Plains neben den Tieren her und trafen sie von der Seite mit Lanze oder Pfeilen.[5] Wie diese Jagd ablief, beschreibt die Seite Die Büffeljagd.

Keule und Tomahawk

Ein Tomahawk ist laut Britannica eine Kriegsaxt der indigenen Völker Nordamerikas; das Wort stammt aus einer Algonkin-Sprache. Frühe Formen hatten einen Kopf aus Stein. Nach der Ankunft der Europäer bestanden die Köpfe oft aus eingetauschtem Eisen. Auch Keulen mit kugelförmigem Kopf, die bei Zeremonien und im Krieg dienten, heißen mitunter Tomahawks.[9] Die Handelsbeile mit Metallklinge (Trade Tomahawks) wurden laut Smithsonian meist in Europa hergestellt und von Siedlern im Tausch weitergegeben.[10]

In den Plains entstand nach Gendron eine eigene Form der Steinkeule: ein langer, dünner Stiel, ein glatter Kopf aus Stein, das Ganze mit Rohhaut überzogen. Im späten 18. Jahrhundert, als der Kampf zu Pferd häufiger wurde, wurden die Stiele länger, für den Kampf vom Pferd aus oder zu Fuß gegen Reiter. Gendron hatte Keulen von ein bis zwei Pfund bis zu acht Pfund (knapp vier Kilogramm) in der Hand.[3] Viele Nationen nutzten sie, besonders die Nakoda (Assiniboine) und die Lakota. Prinz Maximilian zu Wied notierte 1833, die Nakoda hätten alle Pfeil und Bogen getragen und die meisten auch einen "Kopfbrecher", eine Steinkeule.[3] Wooden Leg, ein Mann der Northern Cheyenne, erinnerte sich, ein "Sioux" habe ohne Steinkeule im Gürtel nicht vollständig ausgerüstet gewirkt; Gendron meint damit Lakota, Dakota und Nakoda.[3]

Daneben gab es Keulen ganz aus Holz mit einer geschnitzten Kugel am Ende. Eine solche Kugelkopfkeule der Dakota aus der Zeit um 1815 bewahrt das Fenimore Art Museum in Cooperstown im Staat New York. Laut Museum war sie eine Waffe für den Kampf Mann gegen Mann, und Männer schnitzten manchmal Bilder von Schutzgeistern in ihre Keulen, die Kraft und Erfolg im Krieg bringen sollten.[11]

Schlichte Steinkeule mit langem, rohhautbezogenem Holzstiel und ein Beil mit Eisenkopf liegen nebeneinander auf einer Decke aus Wolle, seitlich ausgerichtet, im weichen Nachmittagslicht
Steinkeule der Plains und Beil mit Eisenkopf aus dem Handel Bild: KI-generiert

Rüstungen aus Holz an der Nordwestküste

Von den Tlingit an der Nordwestküste sind Rüstungen aus Holz überliefert. Das Alaska State Museum in Juneau besitzt das Bruchstück einer Lattenrüstung (englisch slat armor) aus dem 19. Jahrhundert, das den Tlingit zugeschrieben wird; Dr. B. K. Wilbur sammelte es um 1890 bis 1901 in Sitka. Dazu kommen Dolche aus dem 19. Jahrhundert und ein Bogen der Tlingit oder Haida aus dem 18. oder frühen 19. Jahrhundert.[14] 2013 zeigte das Museum Arbeiten des Künstlers Tommy Joseph: Helme aus Erle und Eibe, Lattenrüstungen aus Erle und Hanf und Dolche aus Kupfer.[14]

Ein Text der Ausstellung unter dem Namen von Tommy Joseph nennt die Gründe, aus denen die Tlingit Krieg führten: um die Rechte der Clans zu verteidigen, um Mord, Diebstahl und Beleidigung zu rächen und um Beute und Sklaven zu machen. Beendet wurden Fehden mit einer Friedenszeremonie, bei der beide Seiten Geiseln austauschten und Schadenersatz zahlten, etwa mit Handelswaren, mit den Rechten an Liedern eines Clans oder an Jagd- und Fischgründen.[14]

Wie kamen die Gewehre zu den Nationen?

Im Nordosten begann der Waffenhandel früh. Die Haudenosaunee (früher Irokesen genannt) tauschten laut Canadian Encyclopedia schon zu Beginn des 17. Jahrhunderts Felle bei britischen und niederländischen Kaufleuten gegen Werkzeuge aus Eisen, Gewehre und Decken. Als niederländische Händler am Hudson sie mit Feuerwaffen versorgt hatten, griffen Mohawk und Oneida Anfang der 1640er Jahre Siedlungen Neufrankreichs und dessen Verbündete im Tal des Sankt-Lorenz-Stroms an. Frankreich versuchte, dem mit Waffen für die verbündeten Wendat und weitere Verbündete mit Algonkin-Sprachen zu begegnen; die Jesuiten setzten aber durch, dass der Verkauf auf zum Christentum Bekehrte beschränkt wurde.[12]

In den Plains verbot das spanische Recht nach der Encyclopedia of the Great Plains, Feuerwaffen an indigene Menschen zu verkaufen oder zu tauschen. Gewehre kamen deshalb über Engländer und Franzosen und über Zwischenhändler in den Tälern von Arkansas, Missouri und Red River. Wer viele Pferde und Gewehre hatte, gewann Land und Macht; die Osage wurden so bis Mitte des 18. Jahrhunderts zur stärksten Macht zwischen dem unteren Missouri und dem unteren Red River.[6] Nach dem National Park Service kamen die Gewehre mit Franzosen und Engländern von den Großen Seen nach Westen, die Pferde von Süden aus den spanischen Gebieten. Die Assiniboine handelten schon 1738 Gewehre an die Mandan weiter.[1]

Am oberen Missouri lief der Waffenhandel im 19. Jahrhundert über Posten wie Fort Union; mehr dazu auf der Seite Pelzhandel. Die wohl bekannteste Waffe des Pelzhandels war nach dem National Park Service die Northwest Trade Gun, eine Flinte, die eigens für den Pelzhandel gebaut und an indigene Kunden verkauft wurde. Fast jede Pelzhandelsfirma führte sie, fast zwei Jahrhunderte lang, und Fort Union bestellte jedes Jahr große Mengen nach.[1] Gewehre konnten die Nationen nicht selbst bauen. Sie wollten deshalb billige, leichte und in jeder Jahreszeit verlässliche Waffen. Vor allem für sie beschäftigte die American Fur Company nach Denig zwanzig Jahre lang an allen ihren Posten einen Schmied, einen Büchsenmacher und einen Blechschmied.[1]

Warum blieb der Bogen so lange?

Zu Pferd waren die frühen Gewehre schwer zu laden und ließen sich nicht so schnell abfeuern wie Pfeile. Ein Bogen mit Metallspitzen tötete nach dem National Park Service einen Menschen oder einen Bison so leicht wie ein frühes Gewehr. Junge und arme Männer schossen fast nur mit dem Bogen, und auch wer sich ein Gewehr leisten konnte, behielt ihn.[1] Pulver und Blei waren laut Encyclopedia of the Great Plains knapp und teuer und wurden lieber für den Krieg aufgehoben.[5] Erst Repetiergewehre wie der Winchester-Karabiner der 1870er Jahre lösten den Bogen ab.[1] Mehr über diese Gewehre steht auf den Seiten Waffen des Wilden Westens und Winchester 1873.

An der Klippe von Head-Smashed-In zeigen die Fundschichten denselben Wandel. In den obersten Schichten liegen Pfeilspitzen aus Metall, die Klippe war also noch in der frühen historischen Zeit in Gebrauch. Als Gewehre und Pferde üblich wurden, gaben die Jäger die arbeitsreiche Jagd über die Klippe bald auf.[16]

Welche Waffen hatten Lakota und Cheyenne am Little Bighorn?

Am 25. und 26. Juni 1876 kämpften Lakota und Cheyenne am Little Bighorn gegen die 7. Kavallerie, die eine schwere Niederlage erlitt.[13] Welche Waffen die Nationen dort hatten, zeigte erst die Archäologie. Nach einem Grasbrand im August 1983 suchten Archäologen das Schlachtfeld mit Metalldetektoren ab, das Gelände des Parks 1984 und 1985.[13] Mit Methoden der Kriminaltechnik verglichen sie die Spuren von Schlagbolzen auf Hülsen und von Zügen auf Geschossen. So wiesen sie bei den Kämpfern der Nationen 47 Typen von Feuerwaffen und mehr als 300 einzelne Feuerwaffen nach; an anderer Stelle nennt der Bericht mindestens 371 einzelne Waffen unter diesen 47 Typen. Zu Beginn der Schlacht hatten die Kämpfer laut dem Bericht mindestens 45 Typen, die übrigen nahmen sie den toten Soldaten ab.[13]

Rund 27 Prozent der gefundenen Hülsen stammen aus Henry-Gewehren und Winchester-Gewehren Modell 1873 im Kaliber .44, weitere 54 Prozent aus Springfield-Karabinern Modell 1873.[13] Pfeil und Bogen spielten nach den historischen Berichten eine große Rolle, archäologisch belegen sie aber nur zwölf eiserne Pfeilspitzen. Messer, Lanzen, Tomahawks und Keulen nennen die Berichte der Kämpfer ebenfalls.[13] Den Ablauf erzählt die Seite Die Schlacht am Little Bighorn 1876.

Bogen und Keule heute

Bögen und Pfeile in der Art der Plains machen nach Gendron bis heute Männer aus vielen Nationen, und sie benutzen sie auch.[2] Viele ältere Stücke liegen in Museen. Zur Sammlung des Buffalo Bill Center of the West gehören etwa Bogen, Pfeile und Köcher der Cheyenne und eine Steinkeule, die einem Lakota namens Kills Enemy zugeschrieben wird.[2, 3] Die Ausstellung von 2013 zitierte Tommy Joseph mit den Worten, seine Lehrer seien die alten Stücke, und seine Kunst sei keine tote Kunstform.[14]

Zeitleiste: Waffen und Waffenhandel

Zeitleiste: Waffen und Waffenhandel indigener Völker
  1. um 1640Mit Feuerwaffen niederländischer Händler vom Hudson greifen Mohawk und Oneida Anfang der 1640er Jahre Siedlungen Neufrankreichs und dessen Verbündete an.[12] Haudenosaunee
  2. 1671Die Hudson's Bay Company bringt Pfeilspitzen aus der Fabrik nach Nordamerika; bald schneiden Männer eigene Spitzen aus Metallresten.[1]
  3. 1738Die Assiniboine handeln Gewehre an die Mandan weiter.[1] Mandan
  4. 1805Die Crow gelten als geschickte Hersteller von Werkzeugen aus Metallresten.[1] Crow (Apsáalooke)
  5. um 1815Eine Kugelkopfkeule der Dakota entsteht, heute im Fenimore Art Museum in Cooperstown.[11]
  6. 1833Prinz Maximilian zu Wied notiert, die Nakoda trügen Pfeil und Bogen und meist auch eine Steinkeule.[3]
  7. 1848Edwin T. Denig übernimmt bis 1854 die Leitung von Fort Union, das jedes Jahr große Mengen der Northwest Trade Gun bestellt.[1]
  8. 25.06.1876Lakota und Cheyenne besiegen am Little Bighorn die 7. Kavallerie; sie kämpfen mit mindestens 45 Typen von Feuerwaffen und mit Pfeil und Bogen.[13] Schlacht am Little Bighorn
  9. August 1983Ein Grasbrand legt das Schlachtfeld am Little Bighorn frei; die archäologische Untersuchung der Waffenspuren beginnt.[13] Schlacht am Little Bighorn
  10. 05.04.2013Das Alaska State Museum eröffnet die Ausstellung "Tommy Joseph: Rainforest Warriors" mit Helmen und Lattenrüstungen aus Holz.[14] Tlingit

Mehr zu Jagd, Handel und Krieg

Häufige Fragen

Welche Waffen hatten die indigenen Völker Nordamerikas?

Je nach Region und Zeit Speerschleuder, Bogen und Pfeil, Lanze, Keule, Tomahawk und Messer, an der Nordwestküste dazu Rüstungen aus Holz. Nach dem Kontakt mit Europäern kamen Pfeilspitzen, Klingen und Beile aus Metall und Gewehre aus dem Handel hinzu.

Seit wann gibt es Pfeil und Bogen in Nordamerika?

In den Great Plains war der Bogen laut National Park Service spätestens um 250 n. Chr. unentbehrlich, die Encyclopedia of the Great Plains spricht von etwa 2.000 Jahren. In Mesa Verde löste er die Speerschleuder nach Angaben des Parks erst zwischen 450 und 750 n. Chr. ab.

Was ist ein Tomahawk?

Laut Britannica eine Kriegsaxt der indigenen Völker Nordamerikas, deren Name aus einer Algonkin-Sprache stammt. Frühe Tomahawks hatten einen Kopf aus Stein, später oft aus Eisen. Handelsbeile mit Metallklinge wurden laut Smithsonian meist in Europa hergestellt.

Warum benutzten Plains-Nationen noch Bögen, als es schon Gewehre gab?

Frühe Gewehre waren zu Pferd schwer zu laden und schossen langsamer als ein geübter Bogenschütze. Pulver und Blei waren knapp und teuer. Erst die Repetiergewehre der 1870er Jahre verdrängten den Bogen.

Woher hatten indigene Völker ihre Gewehre?

Aus dem Pelzhandel. Die Haudenosaunee bekamen schon im frühen 17. Jahrhundert Feuerwaffen von niederländischen Händlern am Hudson. In die Plains kamen Gewehre über Engländer und Franzosen, weil das spanische Recht den Verkauf an indigene Menschen verbot; am oberen Missouri hielt Fort Union große Mengen der Northwest Trade Gun vorrätig.

Welche Waffen hatten Lakota und Cheyenne am Little Bighorn?

Archäologen wiesen nach dem Grasbrand von 1983 bei den Kämpfern der Nationen 47 Waffentypen und mehr als 300 einzelne Feuerwaffen nach, darunter Henry- und Winchester-Gewehre. Pfeil und Bogen spielten nach den Berichten eine große Rolle, gefunden wurden aber nur zwölf eiserne Pfeilspitzen.

Wie lang war eine Lanze der Plains?

Nach Ernest Gendron vom Buffalo Bill Center of the West reichte die Länge von Mannshöhe bis zu vierzehn Fuß, gut vier Metern. Die langen Lanzen waren eher in den südlichen Plains bei Comanche, Kiowa, Arapaho und Cheyenne verbreitet.

Quellen

  1. Amtliche Stelle Contrary to Popular Belief (Arrows, Guns and Buffalo). National Park Service, Fort Union Trading Post National Historic Site. Stand 23.04.2021. abgerufen am 26.10.2026
  2. Museum Ernest Gendron: Plains Indian Weapons, part I: the Bow and Arrows. Buffalo Bill Center of the West. Stand 21.07.2017, geändert 28.04.2021. abgerufen am 26.10.2026
  3. Museum Ernest Gendron: Plains Indian Weapons, part 2: the Stone War Club. Buffalo Bill Center of the West. Stand 31.07.2017, geändert 28.04.2021. abgerufen am 26.10.2026
  4. Museum Ernest Gendron: Plains Indian Weapons, part 3: the Lance. Buffalo Bill Center of the West. Stand 08.08.2017, geändert 28.04.2021. abgerufen am 26.10.2026
  5. Nachschlagewerk Pekka Hämäläinen: Hunting. Encyclopedia of the Great Plains, University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 26.10.2026
  6. Nachschlagewerk Philip J. Deloria und Christopher K. Riggs: Native Americans. Encyclopedia of the Great Plains, University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 26.10.2026
  7. Amtliche Stelle Artifact Gallery: Atlatl. National Park Service, Mesa Verde National Park. Stand 21.04.2025. abgerufen am 26.10.2026
  8. Amtliche Stelle Artifact Gallery: Spear and Knife. National Park Service, Mesa Verde National Park. Stand 21.04.2025. abgerufen am 26.10.2026
  9. Nachschlagewerk tomahawk (zuletzt bearbeitet von Amy Tikkanen). Encyclopaedia Britannica. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  10. Museum Trade Tomahawk (Objekt 1980.0399.0203, National Museum of American History). Smithsonian Institution. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  11. Museum Ball-headed Club, Dakota, um 1815 (Objekt T0054, Thaw Collection). Fenimore Art Museum, Cooperstown. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  12. Nachschlagewerk Iroquois Wars (The Canadian Encyclopedia). Historica Canada. Stand 07.02.2006, geändert 31.07.2019. abgerufen am 26.10.2026
  13. Museum Tommy Joseph: Rainforest Warriors (Ausstellung vom 5. April bis 12. Oktober 2013). Alaska State Museum, Alaska State Libraries, Archives and Museums. Stand 2013. abgerufen am 26.10.2026
  14. Amtliche Stelle Buffalo Tracks (Begleitheft der Head-Smashed-In Buffalo Jump World Heritage Site). Government of Alberta, Head-Smashed-In Buffalo Jump. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  15. Amtliche Stelle Head-Smashed-In Buffalo Jump, Info Guide 2010. Government of Alberta, Head-Smashed-In Buffalo Jump. Stand 2010. abgerufen am 26.10.2026

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