Indigene Völker NordamerikasThema
Skalpieren
Kurz erklärt Skalpieren heißt, einem Gegner die Kopfhaut mit den Haaren ganz oder teilweise abzutrennen, meist als Siegeszeichen. Einen einzelnen Erfinder nennen die Quellen nicht: Herodot beschreibt es bei den Skythen, in Nordamerika belegt es ein Massengrab bei Crow Creek in South Dakota um 1325. Kolonien, Mexiko und der US-Bundesstaat Minnesota setzten später Prämien auf Skalpe aus; laut Britannica ließen die Kopfgelder der Kolonialzeit die Zahl der Skalpierungen steigen.

Skalpieren heißt, einem Gegner die Kopfhaut mit dem Haar ganz oder teilweise abzutrennen.[1] In Western und Romanen hält laut HistoryNet meist ein Indigener das Skalpiermesser.[12] Die Quellen belegen den Brauch aus der Antike und dem frühen Mittelalter und in Nordamerika schon lange vor den Europäern. Vom 17. bis ins 19. Jahrhundert setzten Kolonien, Mexiko und der US-Bundesstaat Minnesota Geld auf Skalpe aus.[1, 2, 5, 7, 9, 11]
Was bedeutet skalpieren?
Britannica beschreibt das Skalpieren als Entfernen der ganzen Kopfhaut oder eines Teils davon, mit dem Haar daran, vom Kopf eines Feindes. Viele Kulturen nahmen Feinden Körperteile ab, meist als Trophäe, als Beweis der Tapferkeit oder als Gegenstand mit übernatürlicher Kraft.[1] Ein bestimmtes Werkzeug nennt Britannica dabei nicht. Die Skalpjäger, die um 1850 nach Mexiko ritten, trugen laut HistoryNet neben Gewehren und Revolvern Skalpiermesser (scalping knives).[1, 12]
Das deutsche Wort stammt aus dem Englischen. Nach dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) übernahm das Deutsche "Skalp" in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts aus englisch scalp, das ursprünglich das obere Kopfende oder die Schädeldecke bezeichnete; das Verb "skalpieren" ist seit dem 18. Jahrhundert belegt.[4] Beide Wörter verbreiteten sich um die Mitte des 18. Jahrhunderts mit Büchern über die Sitten indigener Völker Nordamerikas. Im Eintrag heißt der Skalp Siegeszeichen "der nordamerikanischen Indianer", andere Völker nennt das Wörterbuch dabei nicht.[4]
Wer hat das Skalpieren erfunden?
Einen Erfinder gibt es nicht. Der griechische Geschichtsschreiber Herodot berichtet im vierten Buch seiner Historien (Kapitel 64) von den Skythen: Ein Krieger brachte die Köpfe getöteter Feinde zum König, um an der Beute beteiligt zu werden, und bewahrte die Kopfhaut als Trophäe auf; wer die meisten hatte, galt als der Tapferste.[5] Britannica nennt außerdem Angelsachsen und Franken; nach anderen Quellen skalpierten sie über große Teile des 9. Jahrhunderts.[1]
In Nordamerika reichen die archäologischen Belege mindestens bis ins frühe 14. Jahrhundert zurück.[1] Bei Crow Creek in South Dakota lag eine Stadt von Vorfahren der Arikara, die die Encyclopedia of the Great Plains auf 1325 datiert. Ausgräber fanden dort ein Massengrab mit 486 Männern, Frauen und Kindern, fast der ganzen Bevölkerung des Ortes; die Toten waren skalpiert worden.[2] Britannica spricht von fast 500 Toten, von denen einige Spuren des Skalpierens zeigen.[1] Die Knochen zeigen schwere Unterernährung. Die Gewalt entstand nach der Enzyklopädie wohl im Kampf um Nahrung, als es zu viele Menschen gab und das Klima schlechter wurde; Britannica vermutet eine lange Dürre.[1, 2] Nach 1250 tragen Skelette in den Plains regelmäßig Spuren von Gewalt und Skalpierung.[2]

Die Frage, ob erst die Europäer das Skalpieren nach Nordamerika brachten, beantworten die Quellen deshalb mit Nein. Die Berichte des 16. und 17. Jahrhunderts zeigen laut Britannica nicht, wie verbreitet der Brauch vor dem Kontakt war. Sicher ist aber, dass Prämien auf Skalpe und die Kämpfe zwischen Kolonisten und indigenen Völkern die Zahl der Skalpierungen steigen ließen.[1] HistoryNet nennt das Skalpieren einen Brauch vieler Völker im Osten, der über Jahrhunderte zur Kriegsführung gehörte, bevor die Weißen kamen.[12]
Welche Bedeutung hatte der Skalp bei indigenen Völkern?
Das war von Region zu Region verschieden. Im Südosten nahm man laut Britannica Skalpe, um als Krieger zu gelten und die Geister der Toten zu beruhigen; die meisten Völker im Nordosten schätzten Gefangene höher als Skalpe. In den Plains galten Skalpe als Kriegsehre und wurden oft lebenden Gegnern genommen. Ein Skalp konnte als Opfer dargebracht werden oder im Skalptanz von Frauen im Triumph getragen werden. Danach behielt ihn der Krieger als Anhänger, er diente als Medizin der Gemeinschaft oder wurde weggeworfen.[1]
Die höchste Ehre in den Kriegen zwischen den Plains-Nationen war laut der Encyclopedia of the Great Plains aber nicht der Skalp, sondern der Coup: einen Gegner mit der Hand, einer Waffe oder einem Coupstock zu berühren. Wichtiger als das Töten war, dabei Mut zu zeigen.[3] Als Beispiel nennt die Enzyklopädie den Northern Cheyenne Wooden Leg, der am Little Bighorn mit einem Freund einen Soldaten verfolgte und ihn mit der Peitsche berührte, aber nicht tötete.[3] Über die Apachen schreibt HistoryNet, sie hätten in der Regel keine Skalpe genommen.[12]
Kopfgelder auf Skalpe: was die Behörden boten
Schon im 17. Jahrhundert setzten Kolonialregierungen Geld auf Skalpe aus. Willem Kieft, der Gouverneur der niederländischen Kolonie Neu-Amsterdam, bot laut Britannica Siedlern und Soldaten Prämien für die Skalpe von Ureinwohnern, die als Feinde galten.[1] Im Land der Wabanaki, das der Leitfaden des Upstander Project Dawnland nennt, gab es nach dessen Zählung zwischen 1675 und 1759 insgesamt 79 Gesetze und Proklamationen mit Kopfgeldern. Das Upstander Project drehte mit Bürgern der Penobscot Nation den Film "Bounty".[7, 8] Nach Angaben der Filmemacher zahlten Kolonien und Staaten in Neuengland von 1675 bis 1760 mindestens 375 solcher Prämien aus.[8]
Wie solche Proklamationen aussahen, zeigt die von Gouverneur William Shirley vom 12. Juni 1755 für Massachusetts. Sie erklärte die "Indians of Norridgewock, Arresaguntacook, Weweenock, and St. John's tribes" und weitere Gruppen im Osten und Norden Neuenglands zu Feinden, Rebellen und Verrätern und nahm die Penobscot ausdrücklich aus.[7, 19] Sie versprach den Truppen 50 Pfund für jeden männlichen Gefangenen über zwölf Jahren und 40 Pfund für den Skalp eines Mannes, für Frauen und Jungen unter zwölf Jahren 25 Pfund als Gefangene und 20 Pfund für den Skalp.[7] Am 3. November 1755 erklärte Massachusetts mit der Proklamation von Lieutenant Governor Spencer Phips die Penobscot zu Feinden, Rebellen und Verrätern. Nach der Massachusetts Historical Society boten solche Erlasse Siedlern Geld dafür, indigene Menschen zu jagen, gefangen zu nehmen, zu töten und zu skalpieren.[6] Im Krieg zwischen Frankreich und England in Nordamerika boten laut HistoryNet die Franzosen und in geringerem Maß die Engländer ihren indigenen Verbündeten Prämien für die Skalpe ihrer Feinde an.[12]
Im Südwesten kündigte die mexikanische Regierung 1835 eine Prämie auf Skalpe von Apachen an.[9] Im Bundesstaat Chihuahua beschloss das Parlament 1849 gegen das Veto des Gouverneurs das sogenannte Fünfte Gesetz (Ley Quinto), das Verträge mit Freischärlern erlaubte, die Apachen fangen oder töten sollten. Mit einer solchen Truppe zog bald der Kopfgeldjäger John Joel Glanton los. Als seine Bande 1850 kaum noch Apachen fand, überfiel sie friedliche Ackerbauern und nahm schließlich Mexikanern die Skalpe, um die Prämien zu kassieren.[10] HistoryNet nennt Prämien von bis zu 200 Dollar für den Skalp eines Kriegers.[12]
Auch ein Bundesstaat der USA zahlte noch im Bürgerkrieg. Am 4. Juli 1863 ließ der Generaladjutant von Minnesota, Oscar Malmros, nach dem Dakota-Krieg und wegen Überfällen von Dakota im Süden des Staates berittene Freiwillige aufstellen. Sie bekamen zwei Dollar am Tag und zusätzlich 25 Dollar für Dakota-Skalpe angeboten. Für Bürger außerhalb des Militärs waren 75 Dollar je Skalp ausgesetzt, ab dem 22. September 200 Dollar.[11]
| Jahr | Behörde | Prämie | Quelle |
|---|---|---|---|
| 17. Jahrhundert | Gouverneur Willem Kieft, Neu-Amsterdam | Prämien für Skalpe, Höhe in der Quelle nicht genannt | Britannica[1] |
| 12. Juni 1755 | Gouverneur William Shirley, Massachusetts | 40 Pfund (Mann), 20 Pfund (Frau oder Junge unter zwölf) | Upstander Project, Transkription; Massachusetts Historical Society[7, 19] |
| November 1755 | Lieutenant Governor Spencer Phips, Massachusetts | Prämien auf Penobscot | Massachusetts Historical Society[6] |
| 1835 | Regierung Mexikos | Prämie auf Skalpe von Apachen | National Park Service[9] |
| 1849 | Parlament von Chihuahua (Ley Quinto) | Verträge mit Freischärlern | Handbook of Texas[10] |
| um 1850 | mexikanische Behörden | bis zu 200 Dollar | HistoryNet[12] |
| 1863 | Generaladjutant Oscar Malmros, Minnesota | 25 Dollar (Freiwillige), 75 und ab September 200 Dollar (Bürger) | Minnesota Historical Society[11] |
Skalpierten auch Weiße?
Ja. Koloniale Truppen nahmen laut HistoryNet Skalpe und kassierten dafür teils Prämien, im Unabhängigkeitskrieg reichte Colonel Daniel Brodhead nach einem Feldzug gegen die Haudenosaunee (früher Irokesen genannt) Skalpe gegen Prämiengeld ein.[12] Am 17. Juli 1876, drei Wochen nach dem Little Bighorn, tötete William F. Cody bei Warbonnet Creek in Nebraska den Cheyenne Yellow Hair und skalpierte ihn, so HistoryNet; Cody nannte den Gegner "Yellow Hand". Die Berichte über den Zweikampf unterscheiden sich stark, und Cody erzählte selbst mehrere Fassungen.[12, 18] Buffalo Bill trat wenige Monate später in einem Stück über den Vorfall auf und zeigte dabei Yellow Hairs Kriegshaube, Schild und Skalp; auf Tourneen führte er den Skalp laut HistoryNet mit und stellte die Szene in seiner Wildwestschau nach.[12, 18] Als Kit Carson am 25. November 1864 bei Adobe Walls gegen Kiowa und Comanche kämpfte, wurde nach dem Handbook of Texas gemeldet, dass ein junger mexikanischer Freiwilliger seiner Truppe einem Comanche den Skalp genommen habe.[13]
Laut HistoryNet blieb das Skalpieren bis zum Ende des 19. Jahrhunderts auf beiden Seiten der Indianerkriege in Gebrauch.[12] Mehr zu einzelnen Kriegen steht auf den Seiten Die Indianerkriege und Die Apachenkriege.
War Skalpieren tödlich?
Nicht immer. Im August 1833 überfielen Indigene eine Gruppe von Landvermessern bei Pecan Springs, östlich des heutigen Austin in Texas. Josiah Wilbarger wurde skalpiert, lebte aber noch, als Reuben Hornsby ihn am nächsten Tag fand und zur Pflege in sein Haus brachte. Wilbarger erholte sich nie ganz und starb am 11. April 1844, rund elf Jahre nach dem Überfall.[15] Laut HistoryNet beschrieben Überlebende den Vorgang als unerträglich schmerzhaft, und weil die Haarwurzeln geschädigt waren, wuchs an der Stelle kein Haar mehr.[12]
Skalptanz verboten: die Regeln von 1883
Am 2. Dezember 1882 schrieb Innenminister Henry M. Teller an den Commissioner of Indian Affairs, Hiram Price, die alten Tänze wie der Sonnentanz und der Skalptanz seien ein großes Hindernis für die "Zivilisierung" und sollten aufhören.[14] Price ließ daraufhin die Rules Governing the Court of Indian Offenses ausarbeiten, die das Datum 30. März 1883 tragen und die der Innenminister am 10. April 1883 billigte.[14, 20] Es sind Regeln für Gerichte, die an den Agenturen der Reservate über "Indian offenses" urteilen sollten. Regel 4 erklärte "sun-dance", "scalp-dance" und "war-dance" zu Straftaten. Beim ersten Mal sollten die Verurteilten bis zu zehn Tage keine Rationen bekommen, im Wiederholungsfall 15 bis 30 Tage oder bis zu 30 Tage Haft im Gefängnis der Agentur.[14] Die University of North Dakota schreibt, das Verbot religiöser Praktiken habe rechtlich bis zum American Indian Religious Freedom Act von 1978 fortbestanden.[14] Mehr dazu auf den Seiten Der Sonnentanz und Glaube, Symbole und Zeremonien.
Skalpe und Kopfgelder in der Erinnerung heute
Viele Penobscot in Maine kennen die Phips-Proklamation, weil eine Abschrift in den Büros der Nation auf Indian Island hing, schrieb die Nachrichtenagentur AP. 2021 erschien der Film "Bounty", den Dawn Neptune Adams und Maulian Dana mit dem Upstander Project gedreht haben.[8] "It was genocide", sagte Neptune Adams der AP, es sei Völkermord gewesen. Dana sagte, wer die Geschichte des Landes auch in ihren dunklen Teilen kenne, könne die Menschen besser verstehen.[8]
Die Sault Ste. Marie Tribe of Chippewa Indians hatte von der Karl-May-Stiftung in Radebeul einen Skalp zurückgefordert, den das Karl-May-Museum unter der Inventarnummer 275 führte.[17] Am 12. April 2021 übergab die Stiftung nach der Medieninformation des sächsischen Kulturministeriums menschliche Überreste eines amerikanischen Ureinwohners an den US-Generalkonsul in Leipzig; das US-Außenministerium verwahrt sie im Namen der Nation, die um die Rückführung gebeten hatte.[16] Die Geschichte dieser Rückgabe erzählt die Seite Karl-May-Museum Radebeul.

Zeitleiste: Skalpe und Kopfgelder
- 1325Bei Crow Creek in South Dakota stirbt die Bevölkerung einer Stadt von Vorfahren der Arikara; im Massengrab liegen 486 Tote, die skalpiert worden waren.[2]
- Juni 1755Gouverneur William Shirley verspricht in Massachusetts 40 Pfund für den Skalp eines Mannes, 20 Pfund für den einer Frau oder eines Jungen unter zwölf Jahren.[7]
- 03.11.1755Die Proklamation von Spencer Phips erklärt die Penobscot zu Feinden und setzt Prämien auf sie aus.[6]
- August 1833Josiah Wilbarger überlebt bei Pecan Springs in Texas eine Skalpierung und lebt noch rund elf Jahre.[15]
- 1835Die mexikanische Regierung kündigt eine Prämie auf Skalpe von Apachen an.[9] Apachen
- 1849Chihuahua erlaubt mit dem Ley Quinto Verträge mit Freischärlern gegen die Apachen; John Joel Glanton zieht los.[10]
- 04.07.1863Minnesota setzt 25 Dollar für den Skalp eines Dakota aus, für Bürger später bis zu 200 Dollar.[11] Dakota-Krieg 1862
- 25.11.1864Bei Adobe Walls soll ein mexikanischer Freiwilliger der Truppe von Kit Carson einem Comanche den Skalp genommen haben.[13] Kit Carson
- Juli 1876William F. Cody skalpiert den Cheyenne Yellow Hair und zeigt den Skalp später auf seinen Tourneen.[12] Buffalo Bill
- 30.03.1883Regel 4 der Rules Governing the Court of Indian Offenses stellt Sonnentanz, Skalptanz und Kriegstanz unter Strafe.[14]
- November 2021Angehörige der Penobscot Nation veröffentlichen mit dem Upstander Project den Film "Bounty" über die Kopfgelder.[8]
- 12.04.2021Die Karl-May-Stiftung in Radebeul übergibt menschliche Überreste für den Sault Ste. Marie Tribe of Chippewa Indians an den US-Generalkonsul.[16] Karl-May-Museum Radebeul
Mythos und Wahrheit
Das Bild prägten Romane und Filme. HistoryNet erinnert an Der schwarze Falke (The Searchers) von 1956, in dem die Figur Ethan Edwards mit dem Skalp des Comanche-Anführers Scar aus dessen Zelt reitet.[12] Mehr dazu auf der Seite Indigene Völker im Western.
- Kopfgeldjäger im Wilden Westen: Prämien auf Menschen und die Bande von John Joel Glanton
- Die Apachenkriege 1861 bis 1886 und Apachen
- Der Dakota-Krieg 1862 und seine Folgen in Minnesota
- Waffen der indigenen Völker und der Tomahawk
- Kriegsbemalung: was belegt ist
- Darf man "Indianer" sagen?
- Kit Carson und Buffalo Bill
Häufige Fragen
Was bedeutet skalpieren?
Skalpieren heißt, einem Gegner die Kopfhaut mit dem Haar ganz oder teilweise abzutrennen. Das deutsche Wort kommt aus dem Englischen (scalp) und verbreitete sich laut DWDS um die Mitte des 18. Jahrhunderts.
Wer hat das Skalpieren erfunden?
Einen einzelnen Erfinder nennen die Quellen nicht. Herodot beschreibt Skalpe als Zeichen der Tapferkeit bei den Skythen, Britannica nennt Angelsachsen und Franken. In Nordamerika ist das Skalpieren lange vor den Europäern belegt, unter anderem in einem Massengrab bei Crow Creek in South Dakota um 1325.
Haben die Europäer das Skalpieren nach Amerika gebracht?
Nein, aber sie haben es verstärkt. Kolonien wie Neu-Amsterdam und Massachusetts setzten Prämien auf Skalpe aus, später auch Mexiko und der Staat Minnesota. Britannica schreibt, dass solche Kopfgelder die Zahl der Skalpierungen steigen ließen.
War Skalpieren tödlich?
Nicht immer. Josiah Wilbarger wurde 1833 in Texas skalpiert und lebte danach noch etwa elf Jahre. Laut HistoryNet beschrieben Überlebende den Vorgang als unerträglich schmerzhaft, das Haar wuchs nicht nach.
Welche Bedeutung hatte der Skalp für indigene Völker?
Das war je nach Region verschieden. In den Plains galt er laut Britannica als Kriegsehre, im Südosten als Zeichen des Kriegerstatus und zur Beruhigung der Toten, im Nordosten zählten Gefangene mehr. Die höchste Ehre in den Plains war laut der Encyclopedia of the Great Plains aber der Coup, das Berühren eines Gegners.
Wurde Custer skalpiert?
Laut HistoryNet nicht: Custer war einer von nur zwei Soldaten am Little Bighorn, die nicht skalpiert wurden. Mehr dazu auf der Seite George Armstrong Custer.
Wie viel Kopfgeld zahlte man für einen Skalp?
Massachusetts versprach im Juni 1755 40 Pfund für den Skalp eines Mannes und 20 Pfund für den einer Frau oder eines Jungen unter zwölf Jahren. Minnesota bot 1863 bis zu 200 Dollar für einen Dakota-Skalp.
Quellen
- Nachschlagewerk Geoffrey Abbott: scalping. Encyclopaedia Britannica. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Douglas B. Bamforth: Intertribal Warfare (Encyclopedia of the Great Plains). University of Nebraska-Lincoln. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Anthony R. McGinnis: Counting Coup (Encyclopedia of the Great Plains). University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk skalpieren (Bedeutung; Etymologie nach Wolfgang Pfeifer). Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS). Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Primärquelle Herodot: The History of Herodotus, Buch IV (Melpomene), Kapitel 64, übersetzt von G. C. Macaulay. Project Gutenberg, eBook 2707. Stand Gutenberg-Ausgabe 2001. abgerufen am 25.10.2026
- Archiv By His Honour Spencer Phips, A Proclamation. Whereas the Tribe of Penobscot Indians (Katalogeintrag). Massachusetts Historical Society, Collections Online. Stand 03.11.1755. abgerufen am 25.10.2026
- Lesson Three: The Sixth Anglo-Abenaki War (The Bounty Teacher's Guide, mit Transkription der Proklamation von William Shirley, Juni 1755). Upstander Project. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Presse David Sharp: Penobscots don't want ancestors' scalping to be whitewashed (Associated Press). Boston.com. Stand 04.12.2021. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Apache Before 1861. National Park Service, Chiricahua National Park. Stand 10.08.2023. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Ralph A. Smith, überarbeitet von Sloan Rodgers: Glanton, John Joel (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1952, überarbeitet 19. März 2024. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Bounties. The U.S.-Dakota War of 1862. Minnesota Historical Society. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Presse Ron Soodalter: American Indians and White Frontier Settlers Alike Lifted Scalps for Payback and Profit. HistoryNet. Stand 16.08.2017, geändert 22.03.2022. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Hugh Allen Anderson: Adobe Walls, First Battle of (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand überarbeitet 16. März 2021. abgerufen am 25.10.2026
- Primärquelle Hiram Price: Rules Governing the Court of Indian Offenses, mit dem Schreiben von Henry M. Teller vom 2. Dezember 1882 (Transkription). Department of the Interior, Office of Indian Affairs; University of North Dakota Scholarly Commons. Stand 30.03.1883. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Roy A. Clifford: Wilbarger, Josiah Pugh (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand überarbeitet 19. März 2019. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Menschliche Überreste aus dem Karl-May-Museum Radebeul an Generalkonsul der Vereinigten Staaten übergeben (Medieninformation). Sächsisches Staatsministerium für Kultur und Tourismus. Stand 12.04.2021. abgerufen am 25.10.2026
- Museum Robin Leipold: Zum Forschungsstand der Skalp-Rückforderung, in: Der Beobachter an der Elbe Nr. 26, ab S. 25 (PDF). Karl-May-Museum Radebeul. Stand Mai 2016. abgerufen am 25.10.2026
- Museum Biografie William F. Cody (Life, wfc.bio.00002). The William F. Cody Archive, Buffalo Bill Center of the West und University of Nebraska-Lincoln. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Archiv By His Excellency William Shirley, Esq; Captain-General and Governor in Chief ... A Proclamation. Whereas the Indians of Norridgewock, Arresaguntacook, Weweenock and St. John's Tribes ... (Katalogeintrag). Massachusetts Historical Society, Collections Online. Stand 12.06.1755. abgerufen am 25.10.2026
- Primärquelle Report of the Commissioner of Indian Affairs 1883, S. 10 bis 11 (Auszug, H.Ex.Doc. 1, Pt. 5, Vol. 2, Serial Set 2191). Government Printing Office; Abschrift University of Idaho Library. Stand 1883. abgerufen am 25.10.2026
Fehler entdeckt? Hinweis an die Redaktion. Jeder Hinweis wird an der Quelle geprüft.
Passt dazu
Indigene Völker NordamerikasGlaube, Symbole und ZeremonienEine gemeinsame Religion der indigenen Völker Nordamerikas gibt es nicht.
GeschichteKopfgeldjäger im Wilden WestenKopfgeldjäger jagten im Wilden Westen Gesuchte gegen Belohnung.
Orte und NaturKarl-May-Museum RadebeulDas Karl-May-Museum in Radebeul öffnete 1928 in der Villa Bärenfett.
