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Die Apachenkriege
Kurz erklärt Die Apachenkriege waren Kämpfe zwischen Gruppen der Apachen und den Vereinigten Staaten im Südwesten, meist datiert von 1861 bis 1886. Sie begannen mit der Bascom-Affäre am Apache Pass und endeten mit der Kapitulation Geronimos im September 1886; die Chiricahua blieben danach bis 1913 Kriegsgefangene. Allein die letzten sechs Kriegsjahre kosteten laut National Park Service 319 Amerikaner und 682 Mexikaner das Leben.

Die Apachenkriege waren eine Folge von Kriegen zwischen Gruppen der Apachen und den Vereinigten Staaten im Südwesten, ein Teil der Indianerkriege, und werden meist auf die Jahre 1861 bis 1886 datiert. Der National Park Service (NPS) nennt für die Apachenkriege 24 Jahre, Britannica spricht von 25 Jahren Konfrontation ab 1861.[3, 11] Offene Schlachten waren laut NPS selten, üblich waren Überfälle aus dem Hinterhalt; Rückzug galt den Chiricahua nicht als Schande, und sie kämpften meist nur, wenn sie in der Überzahl waren, höher standen oder überraschen konnten.[3] Auf der Seite der Apachen kämpften vor allem die Chiricahua, in Zentralarizona Tonto und andere Western Apache gemeinsam mit den Yavapai. Gegen sie standen die US-Armee, Freiwillige aus Kalifornien, Bürgerwehren und mexikanische Truppen.[2, 4, 10, 12]
Wie kam es zu den Apachenkriegen?
Mit Spaniern und Mexikanern lagen die Apachen nach dem NPS schon seit mehr als 200 Jahren immer wieder im Konflikt.[7] Die Spanier bauten ab den 1730er Jahren Forts und verteilten später Lebensmittel; nach der Unabhängigkeit Mexikos 1821 blieben die Lebensmittel aus, und die Überfälle begannen wieder. 1835 kündigte die mexikanische Regierung eine Prämie auf Skalpe von Apachen an.[6] Nach Spicer kamen an der Nordgrenze Mexikos zwischen 1820 und 1835 bei Angriffen indigener Gruppen 5.000 Mexikaner ums Leben, und Sonora zahlte hundert Dollar je Skalp eines Apachen. Ein heimtückischer Überfall auf Apachen bei den Minen von Santa Rita in New Mexico verbitterte Mangas Coloradas, der den Mexikanern bis dahin freundlich gesinnt war, und ein neuer Krieg begann.[8] Im Bundesstaat Chihuahua erlaubte das sogenannte Fünfte Gesetz (Ley Quinto) 1849 gegen das Veto des Gouverneurs Verträge mit Freischärlern, die Apachen fangen oder töten sollten; einen solchen Vertrag erhielt bald darauf der Kopfgeldjäger John Joel Glanton.[18]
Durch den Vertrag von Guadalupe Hidalgo 1848 und den Gadsden-Kauf kam der Südwesten an die USA.[6] Im Vertrag von Santa Fe vom 1. Juli 1852 versprachen die USA den Apachen, ihre Gebietsgrenzen festzulegen, was nach dem Bericht Indian Land Cessions von C. Royce aus dem Jahr 1899, den Richter Gorsuch 2025 zitiert, nie geschah.[19] 1850 fanden Goldsucher bei Santa Rita del Cobre Gold und verprügelten Mangas Coloradas, als er sie zum Gehen bewegen wollte.[8] Mit den Chiricahua gab es trotzdem eine Zeit der Ruhe: Ein Treffen am Apache Pass 1858 brachte laut Britannica einen Frieden bis 1861.[11] Nach Spicer sagte Cochise dem Indianeragenten Steck zu, die Overland Mail ungehindert durch sein Land fahren zu lassen, und hielt sich bis 1861 daran.[8] Die Postkutschen der Butterfield Overland Mail hielten an einer Station am Apache Pass.[3]
Was war die Bascom-Affäre?
Am 27. Januar 1861 überfielen zwei Gruppen von Apachen die Ranch von John Ward südlich von Fort Buchanan. Sie trieben 20 Stück Vieh weg und entführten Wards zwölfjährigen Stiefsohn Felix.[1] Die Armee gab den Chiricahua am Apache Pass die Schuld, weil die Spuren in diese Richtung führten; nach einer anderen Seite des NPS waren die Täter Aravaipa, die nicht zu den Chiricahua gehörten.[1, 3] Lieutenant George Bascom zog mit 54 Mann des 7. Infanterieregiments zum Apache Pass, John Ward kam als Dolmetscher mit.[1]
Am 4. Februar 1861 traf Bascom Cochise in einem Armeezelt. Cochise bestritt den Überfall und bot an, den Jungen binnen zehn Tagen zu finden. Bascom, der Befehl hatte, Cochise nach Fort Buchanan zu bringen, lehnte ab. Cochise schnitt das Zelt mit einem Messer auf und floh; seine Begleiter, darunter sein Bruder, blieben als Geiseln zurück.[1] Den Bruder nennt eine Seite des NPS Coyunturo, eine andere Coyuntura.[1, 3]
Am nächsten Tag trafen sich beide unter weißer Fahne, ohne Ergebnis. Apachen nahmen den Stationsvorsteher James Wallace gefangen, Cochise brachte weitere Geiseln aus einem Wagenzug in seine Gewalt. Am 8. Februar griff er laut NPS mit 300 Kämpfern die Soldaten an der Quelle und an der Station an, erbeutete 42 Pferde und Maultiere, befreite aber keine Gefangenen. Danach verließen die Apachen den Pass und töteten ihre Geiseln.[1] Am 10. und 14. Februar kamen Verstärkungen, darunter 70 Dragoner unter Lieutenant Isaiah Moore. Am 18. Februar fanden Soldaten die vier toten Geiseln, und am 19. Februar ließen der Arzt John B. D. Irwin und Moore die sechs erwachsenen Männer unter den gefangenen Apachen hängen; Bascom widersprach.[1]
Cochise und seine Anhänger griffen danach Postreiter, Rancher, Bergleute und Soldaten an, bis zu seinem Waffenstillstand mit General Oliver O. Howard im Herbst 1872.[1] Spicer sieht in der Affäre das Ende einer Zeit, in der Frieden zwischen Apachen und Amerikanern möglich schien. Weil im selben Jahr der Bürgerkrieg begann und die Truppen abzogen, verließ fast die ganze kleine amerikanische Bevölkerung Arizona.[8] Felix Ward wuchs laut NPS bei Apache-Scouts auf und diente später unter dem Namen Mickey Free als Scout und Dolmetscher.[4]
Was geschah zwischen 1861 und 1886?
Die Schlacht am Apache Pass 1862
Im Bürgerkrieg begann Lieutenant Colonel John R. Baylor am 23. Juli 1861 den Vorstoß der Konföderierten in das New Mexico Territory, zu dem damals auch Arizona gehörte. Die Union antwortete mit Freiwilligen aus Kalifornien.[2] Eine Kolonne des 5. kalifornischen Freiwilligenregiments unter Captain Thomas L. Roberts verließ am 10. Juli 1862 Tucson und zog fünf Tage später in den Apache Pass, mit etwa 100 Mann, Wagen, Vieh und zwei Gebirgshaubitzen; an diesem Morgen waren die Männer 40 Meilen in der Sonne marschiert.[2] Cochise hatte Mangas Coloradas und dessen Chihenne und Bedonkohe zum Kampf geholt. Der NPS schätzt die Apachen auf einer Seite auf rund 150, auf einer anderen auf rund 200 Kämpfer gegen etwa 120 Soldaten.[2, 3]
Die Apachen hatten Brustwehren aus Stein auf den Hügeln über der Quelle gebaut. Die Haubitzen trafen die Stellungen zunächst kaum und überschlugen sich am steilen Hang; erst Infanterie unter Sergeant Fountain nahm die Höhe links der Quelle. Nach 16 Uhr ruhten die Kämpfe, am zweiten Tag siegte die Armee in einem kürzeren Gefecht erneut.[2] Nach einer anderen Seite des NPS sagte ein Apache später über die Haubitzen:[3]
Wir hätten gewonnen, wenn ihr nicht mit Wagen auf uns geschossen hättet.
Mangas Coloradas wurde schwer verwundet; seine Leute brachten ihn nach Mexiko.[3] Am Pass entstand das erste Fort Bowie, und General James H. Carleton erklärte nach Spicer einen Vernichtungskrieg gegen die Apachen.[3, 8]

Der Tod von Mangas Coloradas
Nach HistoryNet wollte Mangas Coloradas Frieden. Im Januar 1863 kam er unter einer Friedensfahne zu einer Beratung bei Pinos Altos, etwa 20 Meilen nördlich von Fort McLane im New Mexico Territory. Soldaten und Goldsucher, die sich versteckt hatten, ergriffen ihn und brachten ihn nach Fort McLane zu Brigadier General Joseph Rodman West. Carleton hatte befohlen, die Männer seiner Gruppe zu töten.[9] West ließ die Wachen wissen, dass er Mangas am Morgen tot sehen wolle. In der Nacht folterten und erschossen ihn die Wachen; West meldete einen Fluchtversuch. Soldaten schändeten danach den Leichnam.[9] Der NPS schreibt, Mangas sei zu Verhandlungen eingeladen und dort getötet worden; Spicer datiert seinen Tod auf 1862.[3, 8] Cochise übernahm danach die Führung der Chiricahua.[3]
Krieg in Zentralarizona und das Camp-Grant-Massaker
Nach Goldfunden in Zentralarizona und der Gründung von Prescott 1863 drangen Goldsucher und Siedler in das Land der Tonto und Yavapai ein.[12] Im Januar 1864 lockten zivile "Ranger" unter dem Rancher King Woolsey Menschen in den Superstition Mountains zu einer Unterredung und schossen dann auf sie. Beim Bloody-Tanks-Massaker starben laut NPS mehr als 30 Menschen; Spicer schreibt von vergiftetem Essen und 24 Toten.[8, 12] Schon 1863 hatte das Parlament des neuen Arizona-Territoriums nach Spicer einen Vernichtungskrieg gefordert, und bis 1865 entstand eine Kette von Forts im Land der Apachen.[8]
Am 30. April 1871 überfielen nach HistoryNet 92 Tohono O'odham, mindestens 42 Mexikaner und sechs Weiße aus Tucson unter William Sanders Oury und Jesús María Elías ein Lager der Aravaipa und Pinal bei Camp Grant. Britannica nennt nach der üblichen Zählung 94 Tohono O'odham, 48 Mexikanoamerikaner und 6 weiße Amerikaner.[10, 22] Beim Camp-Grant-Massaker starben nach HistoryNet 85 bis 144 Menschen, nur acht davon Männer; fast 30 Kinder wurden verschleppt.[10] Präsident Ulysses S. Grant nannte den Angriff "purely murder", reinen Mord. Eine Jury in Tucson sprach alle Angeklagten nach 19 Minuten Beratung frei.[10]
Friedenspolitik, Tonto-Krieg und Cochises Frieden
1871 schickte die Regierung Vincent Colyer vom Board of Indian Commissioners mit 70.000 Dollar des Kongresses nach Arizona, um die Apachen in Reservaten zu sammeln. Er wies vier Gebiete als Reservate aus.[8] General George Crook verlangte, dass alle Apachen bis Februar 1872 in ihren Reservaten sein müssten.[8] Im November 1872 begann er den Tonto-Krieg. Statt Wagen nahm er Maultierkolonnen, und er warb Scouts an, unter anderem unter den White Mountain Apache, den Pima, den Maricopa und den Yavapai.[12] In der Skeleton Cave über dem Salt River starben im Dezember 1872 laut NPS 50 bis 75 Menschen, Kämpfer, Frauen, Kinder und Alte. Die Armee hielt sie für Tonto, die Fort McDowell Yavapai halten sie für Angehörige ihres Volkes.[12] Bis April 1873 töteten Crooks Truppen nach Spicer 300 Kämpfer.[8]
Mit Cochise verhandelte 1872 General Oliver O. Howard, begleitet von Tom Jeffords, einem Scout und Angestellten der Postlinie, in Cochises Festung in den Dragoon Mountains. Cochise erhielt ein Reservat, das große Teile des heutigen Cochise County umfasste, mit Jeffords als Agent; vier Jahre lang herrschte Frieden.[3] Cochise starb 1874, wahrscheinlich an Magenkrebs. Danach entließ die Regierung Jeffords und löste das Reservat auf.[3]
Konzentration in San Carlos
Die Regierung wollte alle westlichen Apachen in einem Reservat sammeln, in San Carlos am Gila River.[8, 12] Im Februar und März 1875 mussten 1.450 Tonto und Yavapai auf einem 150 Meilen langen Pfad vom Rio Verde nach San Carlos ziehen; mindestens 100 starben.[12] 1876 kamen nach Spicer 325 Chiricahua nach San Carlos und 140 nach Hot Springs in New Mexico, 400 blieben zunächst frei. 1877 wurden 453 Mimbreño unter Victorio nach San Carlos gebracht.[8] Bis 1878 lebten dort mehr als 5.000 Apachen, darunter Gruppen, die nie zusammengelebt hatten.[8] Das Reservat hatte laut NPS schlechtes Wasser, viele Kranke, Pflichtappelle und Zwangsarbeit.[3] Der Agent John Clum, von 1874 bis 1877 im Amt, führte eine Polizei aus Apachen ein; nach seinem Rücktritt nahmen nach Spicer Korruption und das Eindringen von Bergleuten zu.[8]
Victorio, Cibecue und Turkey Creek
Als die Behörden das Reservat Ojo Caliente in New Mexico schlossen, floh Victorio mit den Warm Springs Apache. Nach dem NPS galt danach ein Befehl, jeden Chiricahua außerhalb eines Reservats zu töten.[4] Im Oktober 1880 griffen mexikanische Soldaten unter General Joaquin Terrazas seine Gruppe von 78 Menschen bei Tres Castillos an, Victorio starb dort.[4, 15] Lozen, seine Schwester, zog danach mit Nana weiter und schloss sich später Geronimo an.[15]
1881 entstand unter den Cibecue eine religiöse Bewegung um Nocadelklinny. Bei seiner Festnahme kam es zum Gefecht, er wurde getötet, und Apachen griffen Fort Apache an.[8] Die Chiricahua um Geronimo und Juh flohen nach Mexiko, später zwang Geronimo nach dem NPS auch Loco und dessen Gruppe mitzukommen.[4, 8] Die Chiricahua zählten nun noch etwa 600 Menschen, halb so viele wie 1862.[4] Die USA und Mexiko vereinbarten, dass ihre Truppen bei der Verfolgung die Grenze überschreiten durften; Crook zog bis nach Mexiko, und nach fast zwei Jahren kehrten die Gruppen in die Reservate zurück.[4, 8] Geronimo lebte 1884 mit seinen Leuten in Turkey Creek auf dem Reservat Fort Apache, wo der Agent Britton Davis Ackerbau verlangte und das Brauen von Tizwin verbot, einem selbst gebrauten alkoholischen Getränk.[4, 8]
Geronimos letzte Flucht 1885 und 1886
1885 flohen nach Spicer etwa 130 Chiricahua unter Geronimos Führung aus Turkey Creek.[4, 8] Crook verfolgte sie bis nach Mexiko. Lieutenant Emmet Crawford wurde dabei von mexikanischen Soldaten erschossen.[4] Am 27. März 1886 ergab sich Geronimo Crook, am 30. März floh er erneut, nachdem ein Händler ihm Whiskey verkauft und erzählt hatte, in Arizona werde man ihn hängen.[4] Präsident Grover Cleveland verlangte eine bedingungslose Kapitulation; Crook trat zurück, und im April 1886 übernahm General Nelson Miles.[4, 13]
Miles ließ ein Netz von Heliografen aufbauen, Spiegelgeräten, die mit Sonnenlicht Morsezeichen über weite Strecken blitzten. Im August 1886 betrieb er 23 Stationen in Arizona und New Mexico, je etwa 25 Meilen voneinander entfernt.[13] Die letzte freie Gruppe der Chiricahua umfasste laut NPS 37 Menschen: 18 Kämpfer, 13 Frauen und sechs Kinder. Gegen sie standen rund 5.000 Angehörige der US-Armee, ein Viertel der Truppe, dazu etwa 3.000 mexikanische Soldaten und knapp 1.000 Freiwillige.[4] Miles ließ die 434 Chiricahua, die noch im Reservat lebten, nach Florida bringen, um die Freien zum Aufgeben zu bewegen.[4] Lieutenant Charles Gatewood schickte zwei Apache-Scouts vor, die Geronimos Leute kannten; sie berichteten, dass ihre Familien fort waren.[4] Die endgültige Kapitulation handelte Gatewood laut NPS am 5. September 1886 aus; im Skeleton Canyon im Süden Arizonas ergab sich Geronimo zum vierten und letzten Mal.[5, 7] Britannica datiert die Besprechung dort auf den 3. September 1886.[21] Die Mescalero Apache Tribe nennt für seine Gruppe 16 Kämpfer, zwölf Frauen und sechs Kinder.[15]
Einst zog ich umher wie der Wind. Jetzt ergebe ich mich dir, und das ist alles.

Welche Folgen hatten die Apachenkriege?
Geronimos Gruppe kam über Fort Bowie mit dem Zug nach Florida. Entgegen der Zusage traf die Gruppe ihre Familien in Fort Marion nicht, sondern kam nach Fort Pickens; erst nach mehr als zwei Jahren kamen sie wieder zusammen.[5] Auch die Apache-Scouts der Armee wurden verbannt.[7] Viele starben in Florida an Malaria. Die Gefangenen kamen danach nach Mount Vernon in Alabama, ihre Kinder in Schulen in Pennsylvania, wo viele an Tuberkulose starben.[5] 1894 brachte die Regierung die Chiricahua nach Fort Sill in Oklahoma; der Kongress hatte dafür eine eigene Bestimmung erlassen.[5, 16] Geronimo starb am 17. Februar 1909; er liegt auf dem Apache-Friedhof in Fort Sill begraben.[15]
Nach 27 Jahren Gefangenschaft kamen die Chiricahua 1913 frei.[5] Am 2. April 1913 zogen nach der Oklahoma Historical Society 180 von ihnen nach Mescalero in New Mexico; der NPS nennt an einer Stelle etwa 130, die Mescalero Apache Tribe etwa 200.[7, 15, 16] Etwa 81 Menschen in rund 20 Familien blieben in Oklahoma und erhielten bis Ende 1914 kleine Landstücke.[16] Die Fort Sill Apache Tribe nennt für die Gefangenschaft die Jahre 1886 bis 1914.[17]
Die Chiricahua zählten laut NPS zur Zeit von Cochise etwa 1.200 Menschen, 1886 noch 500 und bei der Freilassung 261.[5] Für die letzten sechs Kriegsjahre nennt der NPS 319 getötete Amerikaner und 682 Mexikaner.[4] Für den Süden Arizonas zählte der Historiker Chip Colwell-Chanthaphonh nach Zeitungen und Berichten von 1866 bis 1878 1.759 getötete Apachen und 493 andere Tote.[10] Kleinere Feindseligkeiten gab es laut HistoryNet noch bis in die 1920er Jahre, Spicer nennt nach 1886 nur Einzelfälle.[8, 10] Mit den Reservaten verloren die Apachen nach der abweichenden Meinung von Richter Gorsuch große Teile ihres Landes, darunter Oak Flat, das den Western Apaches heilig ist.[19]

Erinnerung heute
Am Apache Pass liegt die Fort Bowie National Historic Site. Fort Bowie wurde im Dezember 1960 National Historic Landmark; nach der Begründung war das 1862 gebaute Fort von 1862 bis 1886 ein Mittelpunkt der Einsätze gegen die Chiricahua. Der Kongress richtete die Historic Site ein, die auch an die Chiricahua Apache und an die Butterfield-Postlinie erinnert; der ganze Apache Pass ist National Historic Landmark.[14]
Laut NPS erinnern sich viele Chiricahua noch mehr als hundert Jahre später besser an die Bascom-Affäre und den Tod von Mangas Coloradas als an den Angriff auf Pearl Harbor.[3] Die Yavapai-Apache Nation begeht jedes Jahr im Februar den Exodus Day, und am Grab der Opfer der Skeleton Cave auf dem Reservat Fort McDowell steht seit 1985 ein Gedenkstein.[12] Den Tag, an dem 1913 ein Teil der Gefangenen nach Mescalero zog, nennen die Fort Sill Apache "the Parting", die Trennung.[16]
Karte
- 1Apachenkriege (Fort Bowie National Historic Site am Apache Pass, Arizona) 32,15° N, 109,45° W[20]
- 2Camp-Grant-Massaker (Winkelman, nahe dem Ort des Massakers) 32,98° N, 110,76° W[23]
- 3Apachen (San Carlos Reservation (San Carlos Apache Tribe), Arizona) 33,32° N, 110,19° W[24]
- 4Fort Apache Reservation (White Mountain Apache Tribe), Arizona 33,94° N, 110,14° W[24]
- 5Tonto Apache Reservation bei Payson, Arizona 34,22° N, 111,33° W[24]
- 6Yavapai-Apache Nation Reservation, Arizona 34,63° N, 111,91° W[24]
- 7Mescalero Reservation (Mescalero Apache Tribe), New Mexico 33,18° N, 105,58° W[24]
- 8Jicarilla Apache Nation Reservation, New Mexico 36,55° N, 107,07° W[24]
- 9Fort Sill Apache Indian Reservation bei Akela, New Mexico 32,24° N, 107,42° W[24]
Zeitleiste
- 04.02.1861Lieutenant George Bascom trifft Cochise am Apache Pass und will ihn festhalten; Cochise entkommt.[1] Cochise
- 19.02.1861Die Armee lässt sechs Apachen hängen, darunter Cochises Bruder.[1, 3]
- 15.07.1862Schlacht am Apache Pass gegen eine Kolonne kalifornischer Freiwilliger (15. und 16. Juli).[2]
- Januar 1863Mangas Coloradas wird nach einem Treffen unter Friedensfahne gefangen genommen und in Fort McLane getötet.[9] Mangas Coloradas
- Januar 1864Beim Bloody-Tanks-Massaker töten zivile Ranger unter dem Rancher King Woolsey mehr als 30 Menschen.[12]
- 30.04.1871Camp-Grant-Massaker an Aravaipa und Pinal.[10] Camp-Grant-Massaker
- 1872Im Herbst schließen Cochise und General Oliver O. Howard einen Waffenstillstand; die Chiricahua erhalten ein Reservat.[1, 3]
- Dezember 1872Im Tonto-Krieg sterben in der Skeleton Cave 50 bis 75 Menschen.[12]
- 1874Cochise stirbt, wahrscheinlich an Magenkrebs.[3] Cochise
- 1875Exodus: 1.450 Tonto und Yavapai müssen nach San Carlos ziehen, mindestens 100 sterben.[12]
- Oktober 1880Victorio stirbt bei Tres Castillos in Mexiko.[15]
- 1881Nach dem Gefecht bei der Festnahme des Cibecue-Propheten Nocadelklinny fliehen Geronimo und Juh nach Mexiko.[8]
- 27.03.1886Geronimo ergibt sich General George Crook und flieht drei Tage später erneut.[4] Geronimo
- 05.09.1886Lieutenant Charles Gatewood handelt die endgültige Kapitulation der letzten Chiricahua aus.[7] Geronimo
- 1894Die Chiricahua kommen als Kriegsgefangene nach Fort Sill.[5, 16]
- 02.04.1913Freilassung: 180 Chiricahua ziehen nach Mescalero, die Übrigen bleiben in Oklahoma.[16]
Mythos und Wahrheit
Mythos und Wahrheit
Mythos
Geronimo war der Häuptling der Apachen.
Was belegt ist
Nach dem National Park Service war Geronimo kein Chief, sondern ein Medizinmann (spiritueller Heiler) der Bedonkohe, einer Gruppe der Chiricahua, und wurde ihr Anführer im Krieg. Im Sommer 1886 führte er die letzte freie Gruppe, deren Chief offiziell Naiche war.[4]
Mythos und Wahrheit
Mythos
5.000 Soldaten jagten 1886 nur 38 Apache-Krieger.
Was belegt ist
Die letzte freie Gruppe der Chiricahua zählte laut National Park Service 37 Menschen: 18 Kämpfer, 13 Frauen und sechs Kinder. Gegen sie standen rund 5.000 Angehörige der US-Armee, ein Viertel der Truppe, dazu etwa 3.000 mexikanische Soldaten und knapp 1.000 Freiwillige.[4]
Mythos und Wahrheit
Die Apachenkriege im Film
Im Film
Häufige Fragen
Wann waren die Apachenkriege?
Meist datiert man sie von der Bascom-Affäre im Februar 1861 bis zur letzten Kapitulation Geronimos im September 1886. Der National Park Service spricht von 24 Jahren, Britannica von 25 Jahren Konfrontation. Kämpfe mit Spaniern und Mexikanern gab es schon lange vorher.
Was war die Bascom-Affäre?
Im Februar 1861 wollte Lieutenant George Bascom am Apache Pass Cochise festhalten, weil er ihn für einen Überfall auf die Ranch von John Ward verantwortlich hielt. Cochise entkam, beide Seiten töteten Gefangene, und die Armee ließ sechs Apachen hängen. Der Überfall ging nach dem National Park Service auf Aravaipa zurück, nicht auf die Chiricahua.
Wer kämpfte in den Apachenkriegen?
Vor allem Chiricahua unter Anführern wie Cochise, Mangas Coloradas, Victorio und Geronimo, dazu Gruppen der Western Apache und Yavapai in Zentralarizona. Gegen sie standen US-Armee, Freiwillige, Bürgerwehren und mexikanische Truppen. Viele Apache-Scouts kämpften auf Seiten der Armee.
Wie viele Menschen starben in den Apachenkriegen?
Eine Gesamtzahl gibt es nicht. Für die letzten sechs Kriegsjahre nennt der National Park Service 319 getötete Amerikaner und 682 Mexikaner. Für den Süden Arizonas zählte der Historiker Chip Colwell-Chanthaphonh von 1866 bis 1878 1.759 getötete Apachen und 493 andere Tote.
Wann ergab sich Geronimo?
Zum letzten Mal im Spätsommer 1886. Der National Park Service datiert die von Lieutenant Charles Gatewood ausgehandelte Kapitulation auf den 5. September 1886; ergeben hat sich Geronimo im Skeleton Canyon im Süden Arizonas. Britannica nennt für die Besprechung dort den 3. September 1886. Schon am 27. März 1886 hatte er sich General George Crook ergeben, war aber drei Tage später wieder geflohen.
Was geschah mit den Chiricahua nach 1886?
Sie kamen als Kriegsgefangene nach Florida, dann nach Alabama und 1894 nach Fort Sill in Oklahoma, auch die Scouts der Armee. Erst 1913 wurden sie frei; ein Teil zog zu den Mescalero in New Mexico, die übrigen blieben in Oklahoma und erhielten bis Ende 1914 Land.
Wo kann man Orte der Apachenkriege besuchen?
Am Apache Pass im Südosten Arizonas liegt die Fort Bowie National Historic Site. Sie erinnert an die Chiricahua, an die Armee und an die Postlinie der Butterfield Overland Mail.
Quellen
- Amtliche Stelle Bascom Affair. National Park Service, Fort Bowie National Historic Site. Stand 04.07.2024. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle The Battle of Apache Pass. National Park Service, Fort Bowie National Historic Site. Stand 15.05.2020. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle The Apache Wars Part I: Cochise. National Park Service, Chiricahua National Park. Stand 07.04.2023. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle The Apache Wars Part II: Geronimo. National Park Service, Chiricahua National Park. Stand 19.08.2018. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Post Apache Wars. National Park Service, Chiricahua National Park. Stand 19.08.2018. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Apache Before 1861. National Park Service, Chiricahua National Park. Stand 10.08.2023. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle The Chiricahua Apache. National Park Service, Fort Bowie National Historic Site. Stand 10.07.2021. abgerufen am 25.10.2026
- Fachbuch Edward H. Spicer: Cycles of Conquest. The Impact of Spain, Mexico, and the United States on the Indians of the Southwest, 1533 bis 1960, Kapitel 9 Western Apaches (ISBN 9780816540853). University of Arizona Press, Onlineausgabe (Open Arizona). Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Presse Hidden Heroes: Apache Martyr Mangas Coloradas. HistoryNet, Ron Soodalter. Stand 13.11.2018. abgerufen am 25.10.2026
- Presse Carol A. Markstrom und Doug Hocking: Massacre at Dawn in Arizona Territory (zuerst in Wild West, Oktober 2013). HistoryNet. Stand 14.06.2017, geändert 29.04.2020. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Apache. Encyclopaedia Britannica, Britannica Editors. Stand 09.06.2026. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Yavapai and Tonto Apaches. National Park Service, Tonto National Monument. Stand 11.10.2020. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle The Heliograph. National Park Service, Fort Bowie National Historic Site. Stand 24.02.2015. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Management. National Park Service, Fort Bowie National Historic Site. Stand 15.03.2016. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Clifford P. Coppersmith: Apache, Fort Sill. The Encyclopedia of Oklahoma History and Culture. Oklahoma Historical Society. Stand 15.01.2010. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Ralph A. Smith, überarbeitet von Sloan Rodgers: Glanton, John Joel (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1952, überarbeitet 19.03.2024. abgerufen am 25.10.2026
- Gesetz und Vertrag Apache Stronghold v. United States, 605 U.S. 935 (2025), Certiorari verweigert, abweichende Meinung von Justice Gorsuch (Preliminary Print, Orders). Supreme Court of the United States. Stand 27.05.2025. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle NPS Land Resources Division Boundary and Tract Data Service, Umriss der Fort Bowie National Historic Site (Mittelpunkt). National Park Service, Land Resources Division. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Sanat Pai Raikar: Camp Grant massacre. Encyclopaedia Britannica. Stand 26.04.2025. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle 2023 Gazetteer Files: Places, Arizona. U.S. Census Bureau. Stand 2023. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle TIGERweb, Federal American Indian Reservations (Innenpunkte INTPTLAT und INTPTLON). U.S. Census Bureau. Stand 01.01.2026. abgerufen am 25.10.2026
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Markus Roth Autor und Redakteur
Markus Roth lebt in Berlin und schreibt seit 2018 für Wikipedia. Seine Schwerpunkte sind Geschichte und Wissenschaft; für Wilder-Westen.org schreibt er über Verkehr, Wirtschaft und das Leben im Südwesten.
Passt dazu
Indigene Völker NordamerikasApachenDie Apachen, oft Apache-Indianer genannt, sind verwandte Völker im Südwesten der USA.
PersonenGeronimoGeronimo (um 1829 bis 1909) führte die letzte freie Gruppe der Chiricahua-Apachen, ein Häuptling war er nicht.

PersonenMangas ColoradasMangas Coloradas führte die Mimbreño-Apachen und war Schwiegervater von Cochise.


