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Geronimo

Kurz erklärt Geronimo war ein spiritueller Heiler und Anführer im Krieg bei den Bedonkohe, einer Gruppe der Chiricahua-Apachen; ein Häuptling war er nach dem National Park Service nicht. Er kam um 1829 zur Welt, ergab sich im September 1886 mit der letzten freien Gruppe der Chiricahua und starb am 17. Februar 1909 als Kriegsgefangener in Fort Sill an einer Lungenentzündung.

Felsige Schlucht am Oberlauf des Gila River mit Pappeln und einem grünen Uferstreifen im späten Nachmittagslicht
Bild: KI-generiert

Wer war Geronimo?

Geronimo gehörte zu den Bedonkohe, einer der vier Gruppen der Chiricahua-Apachen im Grenzland von Arizona, New Mexico und Nordmexiko.[1, 6] Nach dem National Park Service war er ein medicine man, ein spiritueller Heiler (mehr dazu unter Medizinmann und Schamane), und wurde später zum Anführer seiner Leute im Krieg.[1] Er kämpfte an der Seite von Mangas Coloradas und Cochise, floh mehrmals aus den Reservaten und ergab sich im Sommer 1886 mit der letzten freien Gruppe der Chiricahua.[1, 2] Danach war er bis zu seinem Tod Kriegsgefangener in Florida, Alabama und Oklahoma; er starb am 17. Februar 1909 in Fort Sill.[2, 3]

In den USA galt er zu Lebzeiten vielen als "the worst Indian that ever lived", schreibt der National Park Service. Später wurde er nach dem NPS zu einem der berühmtesten Menschen überhaupt, nach der Broschüre von Fort Bowie zum berühmtesten Apache-Anführer.[2, 7] Er trat auf Messen und Ausstellungen auf und verkaufte Andenken wie die Knöpfe seines Mantels.[2] Der Fort Sill Apache Tribe, dessen Mitglieder Überlebende und Nachfahren der Chiricahua sind, sieht das kritisch: Geronimo habe so viel Aufmerksamkeit von Außenstehenden bekommen, dass andere Seiten der Geschichte der Nation dahinter verschwänden.[9, 10]

Was bedeutet der Name Geronimo?

Sein Apache-Name bedeutet "der Gähnende" (one who yawns). Der National Park Service schreibt ihn Goyakla, die Encyclopedia of Oklahoma History Goyahkla, Britannica Goyathlay; in seiner Lebensgeschichte von 1906 steht Go khlä yeh.[1, 3, 4, 5] Geronimo ist die spanische Form von Hieronymus (englisch Jerome).[3, 13]

Den Namen bekam er auf einem Rachezug nach Mexiko. Nach dem National Park Service lief er im Kampf im Zickzack auf die mexikanischen Soldaten zu, statt aus der Deckung Pfeile zu schießen, und die Soldaten warnten einander mit dem Ruf "Geronimo!". Woher das Wort kam, ist laut NPS ungeklärt.[1] Die Encyclopedia of Oklahoma History hält es für wahrscheinlich, dass die Soldaten in ihrer Not den heiligen Hieronymus anriefen; Geronimo nahm den Namen an.[3] Eine Anmerkung des Herausgebers seiner Lebensgeschichte sagt nur, die Mexikaner hätten ihn in dieser Schlacht so genannt, und dabei sei es bei Apachen wie Weißen geblieben.[5]

Als Ausruf lebt der Name weiter: Nach dem Online Etymology Dictionary riefen ihn ab 1941 US-Fallschirmjäger beim Absprung. Eine Meldung vom 23. April 1941 nennt das 501st Parachute Battalion in Fort Benning, Georgia, dessen Männer kurz zuvor einen Film namens "Geronimo" gesehen hatten.[13]

Wann und wo wurde Geronimo geboren?

Das Geburtsdatum ist nicht gesichert. In seiner Lebensgeschichte, die er 1905 dem Schulrat S. M. Barrett aus Lawton erzählte, sagt Geronimo: "I was born in No-doyohn Cañon, Arizona, June, 1829." Aufgewachsen sei er am Oberlauf des Gila River, als viertes von acht Kindern.[5] Britannica nennt ebenfalls Juni 1829, legt den No-Doyohn Canyon aber nach Mexiko.[4] Die Encyclopedia of Oklahoma History nennt die 1820er-Jahre und vermutet den Geburtsort nahe dem heutigen Clifton in Arizona; der National Park Service schreibt, er sei am Gila River in New Mexico zur Welt gekommen, unweit der Gila Cliff Dwellings.[1, 3] Ein anderer Text des NPS macht ihn bei der Abfahrt nach Florida 1886 schon 65 Jahre alt.[2]

Laut Britannica kam er 1846 in den Rat der Krieger und ritt danach bei Raubzügen nach Sonora und Chihuahua mit.[4] Raubzüge hatten bei den Chiricahua eine lange Tradition, und der Konflikt mit Spaniern und Mexikanern dauerte nach dem National Park Service schon über 200 Jahre.[6]

Der Tod seiner Familie in Mexiko

Nach Geronimos eigener Darstellung zogen die Bedonkohe im Sommer 1858 in Frieden nach Mexiko, um Handel zu treiben. Vor einer Stadt, die die Apachen Kas-ki-yeh nannten, lagerten sie mehrere Tage. Während die Männer in der Stadt waren, überfielen mexikanische Truppen aus einem anderen Ort das Lager. Unter den Toten waren seine alte Mutter, seine junge Frau und seine drei kleinen Kinder.[5] Ihr Anführer Mangas Coloradas befahl den Rückzug nach Arizona, weil nur noch 80 Kämpfer übrig waren und Waffen und Vorräte fehlten.[5]

Das Jahr ist umstritten. Britannica datiert den Tod von Mutter, Frau und Kindern wie Geronimo auf 1858, die Encyclopedia of Oklahoma History auf 1850.[3, 4, 5] Der National Park Service schreibt vorsichtiger, er habe eine seiner Frauen, einige seiner Kinder und seine Mutter verloren, und trug danach als Zeichen der Trauer sein Leben lang kurzes Haar.[1] Nach dem NPS bat er Cochise und Mangas Coloradas um einen Feldzug tief nach Mexiko, um die Toten zu rächen, und bot an, den Angriff selbst anzuführen.[1] In seiner Lebensgeschichte rief Mangas Coloradas den Kriegsrat ein; Geronimo warb bei Cochise und bei Whoa, dem Anführer der Nedni, um Verbündete, und im Sommer 1859 zogen die drei Gruppen gemeinsam nach Sonora.[5]

An der Seite von Mangas Coloradas und Cochise

Mit dem Gadsden-Kauf von 1854 kamen die Chiricahua nach dem National Park Service in Kontakt mit den Amerikanern.[6] Als 1861 die Bascom-Affäre am Apache Pass den Krieg mit den Chiricahua auslöste (mehr dazu unter Apachenkriege 1861 bis 1886), half Geronimo laut National Park Service Cochise dabei, Gefangene zu nehmen. Im Juli 1862 kämpfte er mit ihm in der Schlacht am Apache Pass.[1, 7] Beim Tod von Mangas Coloradas, seines Anführers, war er nach dem NPS dabei; in seiner eigenen Lebensgeschichte blieb er um 1863 mit einem Teil der Gruppe in Arizona.[1, 5]

1872 schloss General Oliver O. Howard Frieden mit Cochise.[7, 8] Geronimo erinnerte sich 1906, er habe am Apache Pass mit Howard einen Vertrag gemacht; Howard habe immer Wort gehalten, und von seinem Agenten hätten die Gruppen Kleidung und Rationen bekommen.[5] Nach dem Tod von Cochise 1874 verhandelte der Agent John Clum mit Juh und Cochises Sohn Taza; Juh stotterte, und für ihn sprach oft sein Schwager Goyakla, also Geronimo.[8] 1876 löste die Regierung das Reservat der Chiricahua auf und befahl allen den Umzug nach San Carlos am Gila River. Mehrere Gruppen, darunter die von Geronimo, flohen in die Sierra Madre im Norden Mexikos.[7]

Wie oft floh Geronimo aus dem Reservat?

Der National Park Service zählt vier Kapitulationen; die letzte war die im Skeleton Canyon 1886.[2] Nach dem Umzugsbefehl folgte nur ein Drittel der Chiricahua Taza nach San Carlos, zwei Drittel gingen mit Juh und Geronimo.[1] Clum nahm Geronimo im Reservat Ojo Caliente in New Mexico fest, vor allem mit Hilfe von Apache-Scouts, und brachte ihn in Fesseln nach San Carlos. Weil das Bureau of Indian Affairs und das Kriegsministerium um die Zuständigkeit stritten, blieb sein Schicksal offen, und Geronimo verließ das Reservat nach einigen Tagen wieder.[1]

In der Sierra Madre sammelten sich die Chiricahua in Juhs Festung, nach dem NPS rund 600 Menschen, halb so viele wie zu Beginn des Krieges 1862. Geronimo bildete junge Kämpfer aus und zwang laut NPS sogar Loco und dessen Gruppe mit Waffengewalt, San Carlos zu verlassen.[1] Die Encyclopedia of Oklahoma History datiert den Gang von Cochises Sohn Naiche mit Geronimos Gruppe nach Mexiko auf 1880.[11] USA und Mexiko vereinbarten, dass ihre Truppen bei der Verfolgung die Grenze überschreiten durften.[1]

Zerklüftete Bergketten der Sierra Madre mit Eichen und dürrem Gras an steilen Hängen unter einem weiten Abendhimmel
Bergland der Sierra Madre im Norden Mexikos, Rückzugsgebiet der Chiricahua Bild: KI-generiert

1882 holte die Armee General George Crook nach Arizona zurück.[4] Er zog mit Apache-Scouts und Soldaten nach Mexiko, traf Geronimo und handelte die Rückkehr der Chiricahua in ein neues Reservat am Turkey Creek aus, mit Lieutenant Britton Davis als Agent.[1] Naiche ergab sich laut Encyclopedia of Oklahoma History 1883, Geronimo laut Britannica im Januar 1884.[4, 11] Davis verlangte Ackerbau, verbot den Männern, ihre Frauen zu schlagen, und untersagte das Brauen von Tizwin, einem selbst gebrauten alkoholischen Getränk.[1] Als Geronimo hörte, er solle verhaftet werden, brach er im Mai 1885 erneut aus. Der NPS nennt 134 Chiricahua, die mit ihm nach Mexiko zogen, Britannica 35 Männer, 8 Jungen und 101 Frauen.[1, 4, 7]

Geronimos letzter Feldzug 1885 und 1886

Crook verfolgte die Gruppe ein letztes Mal nach Mexiko. Am 27. März 1886 ergab sich Geronimo ihm am Cañón de los Embudos in Sonora; drei Tage später floh er mit einer kleinen Gruppe wieder.[1, 4] Nach dem National Park Service kaufte die Gruppe in derselben Nacht Whiskey von dem Schweizer Schnapshändler Robert Tribolet, der Geronimo erzählte, bei der Rückkehr nach Arizona werde man ihn hängen.[1] Präsident Grover Cleveland verlangte eine bedingungslose Kapitulation. Crook trat zurück, und am 2. April 1886 übernahm General Nelson A. Miles das Kommando. Auf Geronimo stand nun ein Kopfgeld von 25.000 Dollar.[1, 4]

Im Sommer 1886 bestand die letzte freie Gruppe der Chiricahua laut NPS aus 37 Menschen: 18 Kämpfern, 13 Frauen und sechs Kindern. Chief war offiziell Naiche, Geronimo führte durch ihn.[1] Gegen sie standen nach dem NPS rund 5.000 Soldaten der US-Armee, ein Viertel ihrer Stärke, dazu etwa 3.000 mexikanische Soldaten und knapp 1.000 Freiwillige. Britannica nennt mindestens 5.000 Soldaten und 500 indigene Hilfstruppen, die zu verschiedenen Zeiten gegen die Gruppe eingesetzt wurden; nach fünf Monaten und 1.645 Meilen war ihr Lager in den Bergen von Sonora gefunden.[1, 4] Die letzten sechs Kriegsjahre kosteten laut NPS 319 Amerikaner und 682 Mexikaner das Leben.[1]

Miles ließ die 434 Chiricahua, die noch in San Carlos lebten, nach Florida bringen; die Nachricht sollte die Gruppe zur Aufgabe bewegen.[1] Lieutenant Charles Gatewood fand sie im Spätsommer bei Bavispe in der Sierra Madre und schickte zwei Apache-Scouts voraus, die einige aus der Gruppe persönlich kannten.[1] Einer von ihnen war laut Fort Sill Apache Tribe Charles Martine Sr.[9] Nach dem National Park Service handelte Gatewood die endgültige Kapitulation am 5. September 1886 aus; die Übergabe an Miles fand im Skeleton Canyon im Süden Arizonas statt, Britannica datiert diese Besprechung auf den 3. September 1886.[2, 4, 6, 16] Nach dem Fort Sill Apache Tribe stellte sich im Oktober 1886 noch Carl Mangus, ein Sohn von Mangas Coloradas, mit einer sehr kleinen Gruppe.[9] Das Handbook of Texas schreibt dagegen, im September 1886 habe eine Abteilung der 10. Kavallerie Mangus gefangen genommen, den es den letzten kämpfenden Anführer der Apachen in Arizona nennt.[17]

Felsige Schlucht mit Eichen, Wacholder und einem trockenen Bachbett zwischen sonnigen Hängen am späten Nachmittag
Landschaft im Skeleton Canyon im Süden Arizonas Bild: KI-generiert

Kriegsgefangener in Florida, Alabama und Oklahoma

Miles versprach laut Britannica, die Gefangenen dürften nach einer Zeit in Florida nach Arizona zurück. Dieses Versprechen wurde nicht gehalten.[4] Der National Park Service schreibt, Miles habe die Bedingungen für nichtig gehalten, weil Geronimo alle früheren gebrochen hatte; auch das Wiedersehen mit den Familien in Florida, das zur Kapitulation gehörte, blieb aus.[2] Die Armee brachte die Gruppe nach Fort Bowie, wo Geronimo ein letztes Mal aus der Apache Spring trank, und von dort mit Wagen zur Eisenbahn.[2, 7] Statt wie versprochen zu ihren Familien nach Fort Marion kamen Geronimo und seine Gruppe in Florida nach Fort Pickens. Nach dem NPS sahen sie ihre Familien erst nach zwei Jahren wieder, als auch sie nach Mount Vernon in Alabama verlegt wurden; nach Britannica sah Geronimo seine Familie im Mai 1887 wieder.[2, 4] Viele Chiricahua starben an Malaria, Kinder kamen in Schulen in Pennsylvania, wo viele an Tuberkulose starben.[2]

1894 kamen die Gefangenen nach Fort Sill im damaligen Oklahoma-Territorium.[3] Laut Encyclopedia of Oklahoma History waren es mit Naiche rund 295 weitere Apachen, nach dem National Park Service nur noch 119, obwohl derselbe Text für die Freilassung 1913 noch 261 Menschen nennt.[2, 11] Geronimo betrieb Landwirtschaft und wurde zur Berühmtheit.[3, 4] Er trat 1898 auf der Trans-Mississippi and International Exposition in Omaha auf, 1901 auf der Pan-American Exposition in Buffalo und 1904 auf der Weltausstellung in St. Louis.[3] In St. Louis blieb er nach eigenen Worten sechs Monate. Ein Foto von sich verkaufte er für 25 Cent und durfte davon 10 Cent behalten, für seine Unterschrift nahm er 10 bis 25 Cent.[5] 1905 ritt er in der Parade zur Amtseinführung von Präsident Theodore Roosevelt mit.[2, 3] Seine Bitte, mit seinen Leuten in den Südwesten zurückkehren zu dürfen, lehnte Roosevelt nach dem NPS ab.[2]

Im Sommer 1905 verlangte Geronimo von Barrett Bezahlung, wenn er ihm seine ganze Lebensgeschichte erzählen solle. Der Offizier in Fort Sill lehnte zunächst ab; Barrett schrieb an Roosevelt, der die Erlaubnis gab. Das Buch "Geronimo's Story of His Life" erschien 1906 bei Duffield and Company in New York.[3, 5] Am Ende bittet Geronimo darin um die Rückkehr seiner Leute nach Arizona.[5]

Wir möchten natürlich die Freiheit haben, in das Land zurückzukehren, das uns nach göttlichem Recht gehört.

Geronimo, 1906, Geronimo's Story of His Life, hrsg. von S. M. Barrett, New York 1906, Kapitel XXIII Hopes for the Future, S. 214 Übersetzung der Redaktion[5]

War Geronimo ein Häuptling?

Im Deutschen heißt er oft "Indianerhäuptling Geronimo" (was das Wort meint, erklärt die Seite Häuptling), doch die Quellen widersprechen. Der National Park Service schreibt, er sei kein Chief gewesen, sondern ein spiritueller Heiler der Bedonkohe, und Mangas Coloradas sei sein Chief gewesen.[1] Auch die Broschüre des Fort Bowie National Historic Site nennt ihn ausdrücklich keinen Chief; nach dem Umzug nach San Carlos 1876 hätten sich aber viele aus dem Volk an ihn gewandt.[7] Der Fort Sill Apache Tribe schreibt, Geronimo sei ein Anführer, aber kein bedeutender gewesen und habe nicht das Ansehen eines Chief gehabt.[9]

Im letzten Feldzug war Naiche, ein Sohn von Cochise, der Chief; er ordnete sich nach der Encyclopedia of Oklahoma History auf den Zügen dem Älteren unter.[1, 11] Britannica nennt ihn einen Bedonkohe-Apachen und Anführer der Chiricahua, der die Verteidigung der Heimat seines Volkes gegen die USA führte.[4]

Zeitleiste

Zeitleiste: Geronimo
  1. 1829Geronimo kommt nach eigener Angabe im Juni 1829 im No-doyohn Cañon zur Welt; andere Quellen nennen allgemein die 1820er-Jahre.[3, 5]
  2. 1858Mexikanische Truppen töten bei Kas-ki-yeh seine Mutter, seine Frau und seine Kinder; die Encyclopedia of Oklahoma History datiert das auf 1850.[3, 4, 5]
  3. 15.07.1862In der Schlacht am Apache Pass kämpft Geronimo an der Seite von Cochise.[1, 8] Apachenkriege
  4. 1876Die Regierung löst das Reservat der Chiricahua auf; Geronimo flieht mit anderen Gruppen in die Sierra Madre.[7]
  5. Januar 1884Nach dem Feldzug von General George Crook ergibt sich Geronimo laut Britannica; er lebt danach im Reservat am Turkey Creek.[1, 4]
  6. Mai 1885Geronimo flieht mit 134 Chiricahua erneut nach Mexiko.[7]
  7. 27.03.1886Geronimo ergibt sich General Crook am Cañón de los Embudos in Sonora und flieht drei Tage später erneut.[1, 4]
  8. 05.09.1886Lieutenant Charles Gatewood handelt die endgültige Kapitulation aus; die Übergabe an General Miles folgt im Skeleton Canyon.[2, 6]
  9. 1894Die Chiricahua kommen als Kriegsgefangene nach Fort Sill im Oklahoma-Territorium.[3]
  10. 1904Geronimo tritt sechs Monate lang auf der Weltausstellung in St. Louis auf.[3, 5]
  11. 1905Geronimo reitet in der Parade zur Amtseinführung von Präsident Theodore Roosevelt mit.[2, 3]
  12. 1906Seine Lebensgeschichte "Geronimo's Story of His Life" erscheint in New York.[5]
  13. 17.02.1909Geronimo stirbt in Fort Sill an einer Lungenentzündung.[2, 3, 4]
  14. 1913Die Chiricahua kommen nach 27 Jahren Gefangenschaft frei; nach der Encyclopedia of Oklahoma History ziehen 180 von ihnen nach Mescalero in New Mexico, der NPS nennt an anderer Stelle etwa 130.[2, 6, 12]

Was ist Legende, was ist belegt?

Schon zu Lebzeiten wurden seine Taten nach dem National Park Service im ganzen Land und in der Welt immer weiter übertrieben. In Mexiko hielten ihn manche für den Teufel, der sie für ihre Sünden strafen sollte.[1, 2] Er selbst trug zur Legende bei: Nach dem NPS hörte er auf dem Bowie Peak die Stimme Ussens, die ihm versprach, er werde nie im Kampf und nie durch ein Gewehr sterben. Daran glaubte er sein Leben lang.[1]

Wie starb Geronimo?

Nach dem National Park Service war Geronimo 1909 eines Nachts auf dem Heimweg von einem Trinkgelage, als er vom Pferd in einen Graben fiel. Dort blieb er bis zum Morgen liegen. Er bekam eine Lungenentzündung und starb wenige Tage später, am 17. Februar 1909, in Fort Sill.[2, 3, 4] Begraben wurde er auf dem Apache-Friedhof des Postens.[3] Vor seinem Tod sagte er nach dem NPS, er hätte sich nie ergeben, sondern kämpfend sterben sollen.[2] Er war bis zuletzt Kriegsgefangener; zurück nach Arizona kam er nie.[3, 4]

Weite Graslandschaft mit niedrigen Granitbergen am Horizont und einzelnen Eichen im warmen Licht eines Wintertags
Prärie im Südwesten Oklahomas, wo die Chiricahua ab 1894 als Kriegsgefangene lebten Bild: KI-generiert

Der Streit um das Grab

Im Februar 2009 verklagten 20 Nachfahren die geheime Studentenverbindung Skull and Bones an der Yale University. Mitglieder sollen 1918 Gebeine aus dem Grab in Fort Sill geholt und in ihr Vereinshaus in New Haven gebracht haben. Die Kläger wollten Geronimo nahe seinem Geburtsort in der Gila Wilderness im Süden New Mexicos neu beisetzen.[14] Das Justizministerium beantragte im Juni 2009, die Klage abzuweisen, und im August 2010 wies ein Bundesrichter sie ab.[14, 15]

Die Chiricahua nach Geronimo

1913, nach 27 Jahren Gefangenschaft, kamen die Chiricahua frei. Nach dem National Park Service zählten sie da nur noch 261 Menschen, zur Zeit von Cochise waren es 1.200 gewesen.[2] Am 2. April 1913 zogen nach der Encyclopedia of Oklahoma History 180 von ihnen auf das Reservat der Mescalero in New Mexico; der NPS nennt an anderer Stelle etwa 130.[6, 12] Rund 81 blieben in Oklahoma und bekamen bis Ende 1914 Land.[10, 12] Ihre Nachfahren bilden den Fort Sill Apache Tribe mit Sitz bei Apache in Oklahoma; seit November 2011 hat er auch ein Reservat in seinem alten Gebiet in New Mexico.[10, 12] Nachfahren von Cochise und Geronimo leben bis heute, schreibt der NPS.[2]

Geronimo im Film

Häufige Fragen

Wer war Geronimo?

Ein Chiricahua-Apache aus der Gruppe der Bedonkohe, geboren um 1829. Er war ein spiritueller Heiler und wurde ein Anführer im Krieg gegen Mexiko und die USA. Im September 1886 ergab er sich mit der letzten freien Gruppe der Chiricahua und lebte danach bis zu seinem Tod 1909 als Kriegsgefangener.

War Geronimo ein Häuptling?

Nein. Der National Park Service nennt ihn einen medicine man, also einen spirituellen Heiler, und auch der Fort Sill Apache Tribe schreibt, er sei aus Sicht der eigenen Nation kein Chief gewesen. Im letzten Feldzug 1886 war offiziell Naiche der Chief, Geronimo führte durch ihn.

Was bedeutet der Name Geronimo?

Geronimo ist die spanische Form von Hieronymus. Den Namen riefen ihm mexikanische Soldaten im Kampf zu. Sein Apache-Name bedeutet "der Gähnende"; die Quellen schreiben ihn Goyakla, Goyahkla, Goyathlay oder Go khlä yeh.

Woran starb Geronimo?

An einer Lungenentzündung. Nach dem National Park Service fiel er 1909 auf dem Heimweg von einem Trinkgelage vom Pferd in einen Graben und lag dort bis zum Morgen. Er starb am 17. Februar 1909 in Fort Sill im heutigen Oklahoma.

Wie alt wurde Geronimo?

Etwa 79 Jahre, wenn das Geburtsjahr 1829 stimmt, das er selbst nannte. Die Encyclopedia of Oklahoma History legt die Geburt nur allgemein in die 1820er-Jahre, und ein Text des National Park Service macht ihn 1886 schon 65 Jahre alt.

Wo ist Geronimo begraben?

Auf dem Apache-Friedhof von Fort Sill in Oklahoma. 2009 verklagten 20 Nachfahren die Studentenverbindung Skull and Bones, deren Mitglieder 1918 Gebeine aus dem Grab geholt haben sollen; ein Bundesrichter wies die Klage 2010 ab.

Warum rufen Fallschirmspringer "Geronimo"?

Nach dem Online Etymology Dictionary riefen US-Fallschirmjäger den Namen ab 1941 beim Absprung, nachdem sie den Film "Geronimo" von 1939 gesehen hatten. Eine Meldung vom April 1941 nennt das 501st Parachute Battalion in Fort Benning.

Quellen

  1. Amtliche Stelle The Apache Wars Part II: Geronimo. National Park Service, Chiricahua National Park. Stand 19.08.2018. abgerufen am 25.10.2026
  2. Amtliche Stelle Post Apache Wars. National Park Service, Chiricahua National Park. Stand 19.08.2018. abgerufen am 25.10.2026
  3. Nachschlagewerk Raymond Wilson: Geronimo (person). The Encyclopedia of Oklahoma History and Culture. Oklahoma Historical Society. Stand 15.01.2010. abgerufen am 25.10.2026
  4. Nachschlagewerk Geronimo. Encyclopaedia Britannica. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  5. Amtliche Stelle The Chiricahua Apache. National Park Service, Fort Bowie National Historic Site. Stand 10.07.2021. abgerufen am 25.10.2026
  6. Amtliche Stelle Fort Bowie National Historic Site: Guardian of Apache Pass (Text der Broschüre von 2018). National Park Service, Textfassung bei npshistory.com. Stand 2018. abgerufen am 25.10.2026
  7. Amtliche Stelle The Apache Wars Part I: Cochise. National Park Service, Chiricahua National Park. Stand 07.04.2023. abgerufen am 25.10.2026
  8. Tribal Nation Our Ancestors: Portraits of our Ancestors (Texte von Leland Michael Darrow, Historiker der Nation). Fort Sill Apache Tribe. Stand 17.12.2024. abgerufen am 25.10.2026
  9. Tribal Nation History. Fort Sill Apache Tribe. Stand 17.12.2024. abgerufen am 25.10.2026
  10. Nachschlagewerk Bruce E. Johansen: Naiche. The Encyclopedia of Oklahoma History and Culture. Oklahoma Historical Society. Stand 15.01.2010. abgerufen am 25.10.2026
  11. Nachschlagewerk Clifford P. Coppersmith: Apache, Fort Sill. The Encyclopedia of Oklahoma History and Culture. Oklahoma Historical Society. Stand 15.01.2010. abgerufen am 25.10.2026
  12. Nachschlagewerk Douglas Harper: Geronimo (interj.), Online Etymology Dictionary. Online Etymology Dictionary. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  13. Presse Government asks to dismiss Geronimo lawsuit (Meldung der Associated Press). NBC News. Stand 22.06.2009. abgerufen am 25.10.2026
  14. Presse Judge dismisses Geronimo lawsuit (nach The Telegraph). History News Network. Stand 10.08.2010. abgerufen am 25.10.2026
  15. Nachschlagewerk William H. Leckie: Tenth United States Cavalry. Texas State Historical Association, Handbook of Texas Online. Stand 1995, überarbeitet 10.03.2021. abgerufen am 25.10.2026

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