Indigene Völker NordamerikasVolk

Apachen

Kurz erklärt Die Apachen sind eine Gruppe verwandter indigener Völker im Südwesten der USA und im Norden Mexikos, die athapaskische Sprachen sprechen. Zu ihnen gehören Chiricahua, Mescalero, Jicarilla, Lipan, Western Apache und Plains Apache. Die Liste des Bureau of Indian Affairs vom 30. Januar 2026 führt acht Nationen mit Apache im Namen, in Arizona, New Mexico und Oklahoma; Britannica schätzt rund 100.000 Nachfahren.

Hohe Felsnadeln aus hellem Gestein über einem Tal mit Eichen und Wacholder in den Bergen im Südosten Arizonas, warmes Licht der späten Nachmittagssonne
Bild: KI-generiert

Die Apachen sind eine Gruppe verwandter indigener Völker im Südwesten der USA und im Norden Mexikos. Sie sprechen Sprachen der athapaskischen Familie und waren nie ein einziges Volk mit gemeinsamer Führung.[1, 3] Im Deutschen heißen sie oft "Apache-Indianer"; zum Wort siehe Darf man "Indianer" sagen?. Die Liste des Bureau of Indian Affairs (BIA), der Bundesbehörde für die anerkannten Nationen, führt am 30. Januar 2026 acht Nationen mit Apache im Namen, in Arizona, New Mexico und Oklahoma.[4]

Was bedeutet der Name Apache?

Der Name kommt nicht aus den Sprachen der Apachen. Britannica leitet ihn von einer spanischen Wiedergabe des Wortes ápachu ab, das bei den Zuni "Feind" bedeutet; der National Park Service (NPS) nennt dieselbe Herkunft und schreibt, die Spanier hätten das Wort übernommen.[2, 3] Nach dem NPS bezeichneten sich die Apachen selbst mit Abwandlungen des Wortes "nde", "die Menschen".[1, 2] Die Nationen tragen das Wort Apache heute in ihren offiziellen Namen.[4]

Die Namen der Gruppen haben verschiedene Herkunft. Die Chiricahua sind nach den Chiricahua Mountains im Südosten Arizonas benannt.[2] Die Mescalero heißen nach der Mescal-Agave, deren Herz ihr wichtigstes Nahrungsmittel war; so schreibt es die Mescalero Apache Tribe selbst.[5] Jicarilla geht laut Britannica auf ein spanisches Wort für "kleiner Korb" zurück, nach den abgedichteten Körbchen, aus denen die Jicarilla tranken.[16] Lipan setzt sich nach dem Handbook of Texas aus den Apache-Wörtern für "grau" und "die Menschen" zusammen.[17]

Welche Gruppen der Apachen gibt es?

Britannica teilt die Apachen kulturell in östliche und westliche Gruppen. Zu den östlichen zählt sie Mescalero, Jicarilla, Chiricahua, Lipan und die Kiowa Apache, zu den Western Apache unter anderen Cibecue, Coyotero sowie die nördlichen und südlichen Tonto.[3] Die Kiowa Apache schlossen sich laut Britannica dem Stammeskreis der Kiowa an; die Oklahoma Historical Society nennt sie Plains Apache und schreibt, die Bezeichnung Kiowa-Apache sei oft irreführend gebraucht worden.[3, 11] Die Chiricahua bestanden nach dem NPS aus vier Gruppen: Bedonkohe, Chokonen, Chihenne (auch Mimbres genannt) und Nehdni.[1] Die Mimbreño, die der NPS zu den Chiricahua rechnet, zählt Britannica zu den Western Apache.[3, 19]

Gruppen der Apachen, früherer Lebensraum und heutige Nationen (offizielle Namen laut BIA-Liste vom 30. Januar 2026)
GruppeLebensraum im 19. JahrhundertHeutige Nation
ChiricahuaSüdosten Arizonas, Südwesten New Mexicos, Norden Mexikos[2]Fort Sill-Chiricahua-Warm Springs-Apache Tribe; ein Teil gehört zur Mescalero Apache Tribe[4, 5, 8]
MescaleroSüdwesten einschließlich Texas, Arizona, Chihuahua und Sonora; das Reservat liegt in New Mexico[5]Mescalero Apache Tribe of the Mescalero Reservation, New Mexico[4]
JicarillaTeile von Colorado, Oklahoma und New Mexico, ab 1716 der Nordosten New Mexicos[16]Jicarilla Apache Nation, New Mexico[4]
LipanSüdliche Plains, Texas, Norden von Chihuahua und Coahuila[17]ein Teil gehört zur Mescalero Apache Tribe; die Lipan Apache Tribe of Texas ist vom Bundesstaat Texas anerkannt, nicht vom Bund[4, 5, 17]
Western ApacheMitte und Osten Arizonas, darunter das Tonto Basin und das Tal des San Pedro[12, 25]San Carlos Apache Tribe; White Mountain Apache Tribe; Tonto Apache Tribe; Yavapai-Apache Nation, gemeinsam mit den Yavapai[4, 15]
Plains ApachePlains, im heutigen Oklahoma etwa ab 1800[11]Apache Tribe of Oklahoma[4, 11]

Sprachlich verwandt sind die Apachen mit den Navajo (Diné). Britannica nennt die Apache-Sprachen eine Untergruppe der athapaskischen Sprachfamilie, deren übrige Völker mit Ausnahme der Navajo ursprünglich im Westen des heutigen Kanada lebten.[3]

Woher kommen die Apachen?

Die Sprache der Apachen entstand nach dem NPS im Nordwesten Nordamerikas, und die Vorfahren der Chiricahua wurden vermutlich von kriegerischen Nachbarn nach Süden gedrängt.[2] Wann sie ankamen, beantworten die Quellen verschieden: Britannica setzt die Ankunft im Südwesten frühestens um 1100 an.[3] Eine Seite des NPS nennt die südlichen Plains bis 1300 und den Südwesten und Nordwesten Mexikos bis 1500, eine andere nach neueren archäologischen Funden die Zeit zwischen 1400 und 1500.[1, 2] Die Vorfahren der Lipan erscheinen nach dem Handbook of Texas zwischen 1000 und 1400 in den archäologischen Funden der südlichen Plains.[17]

Die Überlieferungen der Nationen verorten den Ursprung im eigenen Land. Nach der Mescalero Apache Tribe gab der Schöpfer den Menschen auf dem White Mountain, der Sierra Blanca, das Leben. Dort brachte White Painted Woman zwei Söhne zur Welt, Child of Water und Killer of Enemies, die später die Ungeheuer der Erde töteten und die Menschen retteten.[5] Die Lipan erinnern sich laut Handbook of Texas an einen großen Wirbelwind aus den Guadalupe Mountains: Nach Nordwesten gingen die Navajo, nach Westen die Chiricahua, nach Süden die Mescalero und zuletzt nach Osten die Lipan.[17]

Vor der spanischen Kolonisierung reichte das Land der Apachen laut Britannica über das östliche Zentralarizona und den Südosten Arizonas, den Südosten Colorados, den Südwesten und Osten New Mexicos und den Westen von Texas bis in den Norden von Chihuahua und Sonora.[3] Noch um 1700 lebten Plains Apache als Bauern am Dismal River im heutigen Kansas. Als um 1750 die Comanche mit Pferden und Gewehren ihre Überfälle verstärkten, wichen die Plains Apache nach Süden und Westen aus.[3] Die Comanche vertrieben die Jicarilla 1716 aus ihrem Land; sie ließen sich im Nordosten New Mexicos nieder.[16] Pferde bekamen die Apachen von den Spaniern, und nach dem NPS wurden sie zu einigen der besten Reiter Nordamerikas.[2] Durch den Aufstand der Pueblo-Völker von 1680 kamen nach dem Handbook of Texas vielleicht tausend spanische Pferde in die Herden der Plains Apache.[17]

Gesellschaft und Familie

Die Apachen lebten verstreut in kleinen Gruppen über weite Gebiete, ein Zusammenhalt über das ganze Volk war laut NPS kaum ausgeprägt. Die Gesellschaft der Chiricahua war matrilinear, die Abstammung zählte also über die Mutter. Die größte praktische Einheit war die "local group" aus rund 30 Großfamilien, deren Mitglieder durch Blut oder Heirat verwandt waren. In ihr lagen Regierung, Jagd, Krieg und religiöse Zeremonien; Anführer wie Cochise führten eine solche Gruppe.[1] Was das deutsche Wort für solche Anführer meint, erklärt die Seite Häuptling. Britannica beschreibt die Gruppe (band) als wichtigste politische Einheit: Der stärkste Anführer galt als Chief, mehrere Gruppen konnten sich einem Anführer anschließen, und das Amt verdiente man sich, statt es zu erben.[3]

Krieger zu werden, war bei den Chiricahua laut NPS eine heilige Berufung, und Männer wie Frauen konnten es werden. Die Ausbildung begann in der Kindheit; viele Spielzeuge waren nachgebildete Waffen.[2] Bekannt ist Lozen, die Schwester von Victorio, die die Mescalero Apache Tribe als geschickte Kriegerin, Seherin und Heilerin beschreibt.[5] Bei den Lipan hing die Führung nach dem Handbook of Texas weniger an einem Amt als daran, ob ein Anführer Gefolgschaft gewann, gerecht verteilte und für seine Leute sorgte.[17]

Ältere Menschen haben bei den Mescalero bis heute einen hohen Rang: Sie bewahren nach Angaben der Nation Überlieferung, Kultur und Werte. Die Nation bittet Besucher, Menschen nicht anzustarren und nicht mit dem Finger auf sie zu zeigen, weil das als unhöflich gilt.[5]

Wirtschaft und Ernährung

Die Chiricahua lebten laut NPS von der Jagd auf großes Wild, vom Sammeln von Pflanzen und von etwas Ackerbau. Die Männer jagten, die Frauen sammelten Nahrung und Heilpflanzen. Wohin die Gruppen zogen, hing davon ab, wo es gerade Nahrung gab.[1] Den Winter verbrachten sie meist in den wärmeren Ebenen, den Sommer in den kühleren Bergen.[2] Bei den Mescalero bereiteten die Frauen nach Angaben der Nation aus dem Herz der Mescal-Agave das wichtigste Nahrungsmittel; aus den Wurzeln der Yucca machten sie Seifenschaum.[5]

Blühende Agaven mit hohen Blütenstängeln zwischen Felsen und Gras am Fuß trockener Berge im Abendlicht
Agaven in den Bergen New Mexicos. Das Herz der Mescal-Agave war das wichtigste Nahrungsmittel der Mescalero. Bild: KI-generiert

Die Gruppen wirtschafteten verschieden. Nach Britannica trieben die Jicarilla viel Ackerbau mit Mais und Gemüse und jagten Bisons, die Lipan in Texas hatten den Ackerbau weitgehend aufgegeben, und die Western Apache lebten sesshafter als ihre östlichen Verwandten und bauten mehr an. Viele Gruppen tauschten mit den Pueblo-Dörfern.[3] Zur Wirtschaft gehörten auch Überfälle, bei denen die Chiricahua laut NPS Vieh, Nahrung, Munition und Waffen erbeuteten, erst bei anderen Völkern, später bei Spaniern, Mexikanern und amerikanischen Siedlern. Die Vorstellungen von Eigentum und Diebstahl waren nach dem NPS andere als in den Kulturen der Gegner.[2]

Gewohnt wurde meist in Wickiups, rasch gebauten Hütten aus Gras, Häuten und anderem Material.[2] Die Jicarilla deckten laut Britannica einen ovalen Rahmen mit Schilf oder Gras.[16] Die Mescalero lebten nach eigener Darstellung in Hütten aus Zweigen oder in Zelten aus Häuten von Wapitis und Bisons.[5]

Kuppelförmige Hütte aus gebogenen Ästen, mit trockenem Gras gedeckt, auf einer Lichtung zwischen Eichen und Wacholder, warmes Licht der späten Nachmittagssonne
Ein Wickiup, die Hütte aus Zweigen und Gras, in der viele Apachen lebten. Bild: KI-generiert

Glaube

Für die Chiricahua stand laut NPS Ussen über allem, dessen Wille alles lenkt. Nach ihrer Überlieferung schuf Ussen die erste Mutter, die viermal sang; die Vier ist den Chiricahua heilig. Danach entstanden die Erde, die Menschen und das Feuer, und Ussen sieht seither aus der Ferne zu.[2] Die Mescalero Apache Tribe beschreibt ihre überlieferte Religion als Glauben an das Übernatürliche und an die Kraft der Natur; von White Painted Woman stammen danach die Tugenden eines guten und langen Lebens. Im Land der Mescalero liegen vier heilige Berge: Sierra Blanca, Guadalupe Mountains, Three Sisters Mountain und Oscura Mountain Peak.[5]

Zu den heiligsten Zeremonien zählt die Mescalero Apache Tribe die viertägige Feier, mit der ein Mädchen zur Frau wird. Sie geht nach der Überlieferung auf White Painted Woman zurück, und die Familie beginnt mit den Vorbereitungen oft bis zu einem Jahr im Voraus.[5] Einen heiligen Berg nennt auch die White Mountain Apache Tribe: Laut University of Arizona ist der Mount Baldy auf ihrem Reservat für die Nation heilig.[13]

Den Bären achten die Mescalero so sehr, dass sie ihn "Großvater" oder "Onkel" nennen und keinen Kontakt zu ihm suchen; Eulen und Schlangen gelten als schlechtes Zeichen. Besucher sollen deshalb keine Bärenfelle und nichts aus Schlangenhaut auf das Reservat bringen.[5] Die Lipan trugen nach dem Handbook of Texas die Peyote-Zeremonie weiter; auf Lipan wie Chevato, der sie in den 1880er Jahren in die Reservate in Oklahoma brachte, führt die 1918 gegründete Native American Church ihre Abläufe zurück.[17] Die Oklahoma Historical Society schreibt den Namen Chivato.[30]

Die Apachen im 19. Jahrhundert

Schon im 17. Jahrhundert überfielen Gruppen der Apachen spanische Missionen.[3] Im 18. Jahrhundert reichten die Überfälle bis nach Mexiko. Die Spanier bauten ab den 1730er Jahren Forts, am heftigsten wurde der Konflikt in den 1770er Jahren; später verteilten sie Lebensmittel, und es herrschte weitgehend Frieden.[2] Nach der Unabhängigkeit Mexikos 1821 blieben die Lebensmittel aus, die Überfälle begannen von Neuem, und 1835 kündigte die mexikanische Regierung eine Prämie auf Skalpe von Apachen an.[2] In Sonora gab es laut Spicer hundert Dollar je Skalp.[20]

Mit dem Mexikanisch-Amerikanischen Krieg, dem Vertrag von Guadalupe Hidalgo 1848 und dem Gadsden-Kauf wurde der Südwesten Teil der USA.[2] Im Vertrag von Santa Fe vom 1. Juli 1852 versprachen die USA den Apachen, ihre Gebietsgrenzen festzulegen; nach einer Untersuchung von 1899, die Richter Gorsuch 2025 in einer abweichenden Meinung am Supreme Court zitiert, kamen sie dem nie nach.[21] Als 1850 bei Santa Rita del Cobre in New Mexico Gold gefunden wurde, verprügelten Goldsucher laut Spicer den Mimbreño-Anführer Mangas Coloradas. Auf einem Reservat bei Santa Rita, auf dem sich Mimbreños ab 1854 ansiedelten, starb in den folgenden Jahren nach Spicer mehr als die Hälfte von ihnen an Krankheiten.[20]

1861 begann mit der Bascom-Affäre am Apache Pass der Krieg mit den Chiricahua um Cochise, der Anfang der Apachenkriege.[19] In New Mexico brachte die Armee die Mescalero nach den New Mexico Historic Sites Anfang 1863 als Erste nach Bosque Redondo, wohin später auch die Navajo deportiert wurden (Langer Marsch der Navajo). Im November 1865 verließen die meisten Mescalero nachts das Lager, weil sie vom Leben als Bauern und von den kargen Rationen enttäuscht waren.[27] In Zentralarizona folgten nach den Goldfunden bei Prescott 1863 Jahre der Gewalt zwischen Siedlern und den Tonto und Yavapai.[12] Am 30. April 1871 griffen nach HistoryNet 92 Tohono O'odham, mindestens 42 Mexikaner und sechs Weiße aus Tucson ein Lager der Aravaipa und Pinal bei Camp Grant an. Britannica nennt nach der üblichen Zählung 94 Tohono O'odham, 48 Mexikanoamerikaner und 6 weiße Amerikaner.[25, 31] Beim Camp-Grant-Massaker starben nach HistoryNet 85 bis 144 Menschen, fast alle Frauen und Kinder; fast 30 Kinder wurden verschleppt.[25] Als Antwort auf das Massaker entstand laut NPS 1872 das Reservat San Carlos.[12]

Die Regierung wollte nun alle Apachen in Reservate bringen. General George Crook führte ab November 1872 den Tonto-Krieg mit Scouts aus anderen Apache-Gruppen.[12] Cochise erreichte 1872 ein eigenes Reservat für die Chiricahua. Er starb 1874, und die Regierung löste das Reservat danach auf.[19] Im Februar und März 1875 mussten 1.450 Tonto und Yavapai vom Reservat am Rio Verde nach San Carlos ziehen; mindestens 100 starben auf dem Weg, den sie den Exodus nennen.[12] Bis 1878 lebten laut Spicer mehr als 5.000 Apachen in San Carlos, darunter Gruppen, die vorher nie zusammengelebt hatten.[20] Nach weiteren Fluchten ergab sich Geronimo 1886 zum letzten Mal, und die Chiricahua, auch die Scouts der Armee, kamen als Kriegsgefangene nach Florida, Alabama und Oklahoma.[1, 18] Insgesamt dauerte ihre Gefangenschaft laut Britannica 27 Jahre.[3]

Zeitleiste: Apachen
  1. 1835Die mexikanische Regierung kündigt eine Prämie auf Skalpe von Apachen an.[2]
  2. 1848Mit dem Vertrag von Guadalupe Hidalgo und später dem Gadsden-Kauf wird der Südwesten Teil der USA.[2] Vertrag von Guadalupe Hidalgo
  3. 01.07.1852Im Vertrag von Santa Fe sagen die USA den Apachen zu, ihre Gebietsgrenzen festzulegen; dazu kommt es nicht.[21]
  4. 1861Mit der Bascom-Affäre am Apache Pass beginnt der Krieg mit den Chiricahua.[19] Apachenkriege
  5. 1863Die Armee bringt die Mescalero als Erste nach Bosque Redondo; im November 1865 verlassen die meisten das Lager.[27] Der Lange Marsch der Navajo
  6. 30.04.1871Beim Camp-Grant-Massaker töten Angreifer aus Tucson und San Xavier nach HistoryNet 85 bis 144 Aravaipa und Pinal, fast nur Frauen und Kinder.[25] Camp-Grant-Massaker
  7. 09.11.1871Nach Angaben der San Carlos Apache Tribe schafft eine Anordnung des Präsidenten das Reservat San Carlos.[7]
  8. 14.12.1872Eine Anordnung von Präsident Ulysses S. Grant fügt dem White-Mountain-Reservat die San Carlos division hinzu.[28]
  9. 29.05.1873Präsident Ulysses S. Grant richtet das Reservat der Mescalero ein.[5]
  10. 1875Im Februar und März müssen 1.450 Tonto und Yavapai vom Rio Verde nach San Carlos ziehen; mindestens 100 sterben unterwegs.[12]
  11. 1886Geronimo ergibt sich; die Chiricahua kommen als Kriegsgefangene nach Florida.[18, 24] Geronimo
  12. 1887Die Jicarilla erhalten Land in New Mexico.[16]
  13. 02.04.1913180 Chiricahua ziehen von Fort Sill zu den Mescalero, die Übrigen bleiben in Oklahoma.[10]
  14. 1934Der Kongress erkennt die Yavapai-Apache Nation an und schafft ein Reservat im Verde Valley.[12]
  15. 1972Das Tonto Apache Reservation bei Payson entsteht, 85 Acres groß.[12]
  16. November 2011Das Land der Fort Sill Apache in New Mexico wird zum Reservat erklärt.[9]
  17. 27.05.2025Der Supreme Court lehnt es ab, den Streit um Oak Flat (Chi'chil Bildagoteel) zu verhandeln.[22]
  18. März 2026Der Landtausch wird vollzogen; Oak Flat gehört nun dem Bergbauunternehmen Resolution Copper.[29]

Verträge und Reservate

Die Reservate entstanden zu verschiedenen Zeiten und auf verschiedenen Wegen:[5, 7, 12, 13, 16]

  • San Carlos: durch eine Anordnung vom 9. November 1871 nach Angaben der San Carlos Apache Tribe; der NPS nennt das Jahr 1872. Eine Anordnung von Präsident Ulysses S. Grant vom 14. Dezember 1872 fügte dem White-Mountain-Reservat die "San Carlos division" hinzu.[7, 12, 28]
  • Mescalero: durch eine Anordnung von Präsident Ulysses S. Grant vom 29. Mai 1873; damals lebten dort etwa 400 Mescalero.[5]
  • Jicarilla: 1887 auf Land in New Mexico.[16]
  • Fort Apache: 1891, zunächst mit San Carlos verbunden und 1897 durch ein Gesetz des Kongresses getrennt; heute das Reservat der White Mountain Apache Tribe.[13]
  • Rio Verde: 1871 für Tonto und Yavapai eingerichtet; 1875 mussten die Bewohner nach San Carlos ziehen.[12, 14]
  • Yavapai-Apache Nation: 1934 anerkannt, mit einem Reservat im Verde Valley; Tonto Apache Reservation: 1972 bei Payson, 85 Acres groß.[12]

Die Plains Apache lebten nach der Oklahoma Historical Society von 1867 bis zur Aufteilung des Landes 1901 auf dem Reservat, das sie mit Kiowa und Comanche teilten.[11] Die Chiricahua kamen 1894 als Kriegsgefangene nach Fort Sill in Oklahoma, nachdem der Kongress ihre Umsiedlung in einer eigenen Bestimmung erlaubt hatte. Am 2. April 1913 zogen nach der Oklahoma Historical Society 180 von ihnen nach Mescalero, ein Tag, den die Fort Sill Apache "die Trennung" (the Parting) nennen; etwa 81 Menschen in rund 20 Familien erhielten bis Ende 1914 kleine Landstücke bei Apache und Fletcher in Oklahoma.[10] Die Zahl der Umgezogenen geben andere Quellen anders an: rund 130 der NPS, etwa 200 die Mescalero Apache Tribe.[1, 5] Nach einem Vergleich in einem Rechtsstreit wurde das Land der Fort Sill Apache in New Mexico im November 2011 zum Reservat erklärt.[9]

Land ging den Reservaten auch später verloren. Nach Spicer schnitten Bergbau und Siedler ab Ende der 1870er Jahre große Stücke aus dem Reservat San Carlos heraus, bis das 1883 aufhörte; Beamte der Indianerbehörde investierten selbst in die neuen Minen, und 1879 wurden der Agent von San Carlos und der Commissioner of Indian Affairs abgesetzt.[20] Der Coolidge-Damm am Gila verdrängte Bewohner von San Carlos von ihrem Ackerland; der NPS nennt 1928 als Jahr der Fertigstellung, Spicer 1930.[12, 20]

Bergwiese mit Gräsern und Blumen vor dunklem Nadelwald und einem breiten Berggipfel unter hohem Himmel, weiches Licht der späten Nachmittagssonne
Hochland in den White Mountains im Osten Arizonas, wo das Reservat der White Mountain Apache Tribe liegt. Bild: KI-generiert

Die Apachen heute

Die Apache-Nationen: offizielle Namen laut BIA-Liste vom 30. Januar 2026, Lage und Angaben mit Herkunft (aus verschiedenen Jahren, nicht direkt vergleichbar)
Offizieller NameLageAngaben laut Quelle
San Carlos Apache Tribe of the San Carlos Reservation, ArizonaCountys Gila, Graham und Pinal im Südosten ArizonasReservat mit 1.834.781 Acres[4, 7]
White Mountain Apache Tribe of the Fort Apache Reservation, ArizonaOsten der Mitte Arizonas1,67 Millionen Acres, 14.620 Einwohner laut American Community Survey 2018 bis 2022[4, 13]
Tonto Apache Tribe of Arizonabei Payson, Arizona85 Acres; 110 eingetragene Mitglieder laut NPS (Seite von 2020)[4, 12]
Yavapai-Apache Nation of the Camp Verde Indian Reservation, ArizonaVerde Valley, fünf Gemeinden1.085 Einwohner laut American Community Survey 2018 bis 2022[4, 15]
Mescalero Apache Tribe of the Mescalero Reservation, New MexicoSüden der Mitte New MexicosReservat mit 463.000 Acres; Mescalero, Lipan und Chiricahua[4, 5]
Jicarilla Apache Nation, New MexicoNew Mexicorund 3.500 Menschen mit Jicarilla-Abstammung laut Britannica (frühes 21. Jahrhundert)[4, 16]
Fort Sill-Chiricahua-Warm Springs-Apache TribeSitz bei Apache, Oklahoma; Reservat bei Akela, New Mexicoetwa 813 Mitglieder, rund 300 davon in Oklahoma[4, 8]
Apache Tribe of OklahomaAnadarko, Oklahoma1.802 eingetragene Mitglieder im Jahr 2000 laut Oklahoma Historical Society[4, 11]

Die Mescalero Apache Tribe wählt einen Rat aus acht Mitgliedern sowie einen Präsidenten und einen Vizepräsidenten, jeweils für zwei Jahre; ihre Verfassung stammt in der überarbeiteten Fassung vom 12. Januar 1965.[5] Präsidentin ist nach der Seite des Rats (Stand Januar 2026) Thora Walsh Padilla.[6] Die White Mountain Apache Tribe hat einen Vorsitzenden, einen stellvertretenden Vorsitzenden und neun Ratsmitglieder aus vier Bezirken.[13] Die Fort Sill Apache gaben sich 1976 eine Verfassung, nach einem Vergleich vor der Indian Claims Commission 1973 über Ansprüche auf Land und Rohstoffe.[10]

Zu den Unternehmen der Nationen gehören Hotels, Skigebiete und Kasinos: die Mescalero betreiben das Inn of the Mountain Gods und das Skigebiet Ski Apache, die White Mountain Apache Tribe das Skigebiet Sunrise Park und die Fort Apache Timber Company.[5, 13] Von den Chiricahua leben laut NPS heute mehr als 850 Menschen.[18]

Ein Streit der Gegenwart betrifft Oak Flat, auf Apache Chi'chil Bildagoteel, im Tonto National Forest in Arizona. Western Apaches beten dort nach der abweichenden Meinung von Richter Gorsuch seit Jahrhunderten; ein Gesetz von 2014 erlaubte, das Gelände an das Bergbauunternehmen Resolution Copper zu tauschen, dessen Kupferabbau einen Krater von vielleicht 1.000 Fuß Tiefe und fast zwei Meilen Breite hinterlassen würde.[21] Am 27. Mai 2025 lehnte es der Supreme Court ab, die Klage der Organisation Apache Stronghold zu verhandeln; die Richter Gorsuch und Thomas widersprachen. Einen Antrag auf erneute Prüfung wies das Gericht am 6. Oktober 2025 ab.[21, 22] Im März 2026 wurde der Tausch vollzogen: Das Gelände von rund 2.400 Acres gehört seither dem Unternehmen, und mehrere Klagen dagegen laufen weiter (Stand 23. März 2026).[29]

Offizielle Websites: San Carlos Apache Tribe, Mescalero Apache Tribe, Fort Sill Apache Tribe, Yavapai-Apache Nation.

Wo liegen die Reservate der Apachen?

Karte: Reservate der Apache-Nationen in Arizona und New Mexico118° W116° W114° W112° W110° W108° W106° W104° W102° W30° N32° N34° N36° N38° N40° N1Apachen2Fort Apache Reservation3Tonto Apache Reservation bei…4Yavapai-Apache Nation…5Mescalero Reservation6Jicarilla Apache Nation…7Fort Sill Apache Indian…
Karte: Reservate der Apache-Nationen in Arizona und New Mexico
  1. 1Apachen (San Carlos Reservation (San Carlos Apache Tribe), Arizona) 33,32° N, 110,19° W[23]
  2. 2Fort Apache Reservation (White Mountain Apache Tribe), Arizona 33,94° N, 110,14° W[23]
  3. 3Tonto Apache Reservation bei Payson, Arizona 34,22° N, 111,33° W[23]
  4. 4Yavapai-Apache Nation Reservation, Arizona 34,63° N, 111,91° W[23]
  5. 5Mescalero Reservation (Mescalero Apache Tribe), New Mexico 33,18° N, 105,58° W[23]
  6. 6Jicarilla Apache Nation Reservation, New Mexico 36,55° N, 107,07° W[23]
  7. 7Fort Sill Apache Indian Reservation bei Akela, New Mexico 32,24° N, 107,42° W[23]
Umrisse: Natural Earth (gemeinfrei). Eigene Darstellung ohne Kartendienst.

Bekannte Persönlichkeiten

  • Mangas Coloradas führte die Mimbreño, eine Gruppe der Chiricahua, und war der Schwiegervater von Cochise; er wurde in Fort McLane in New Mexico getötet.[19]
  • Cochise wurde nach dem NPS um 1856 Anführer der Chokonen und starb 1874, wahrscheinlich an Magenkrebs.[1, 19]
  • Geronimo gehörte zu den Bedonkohe und war nach dem NPS kein Chief, sondern spiritueller Heiler und später Anführer im Krieg; er starb am 17. Februar 1909 und liegt auf dem Apache-Friedhof in Fort Sill begraben.[5, 24]
  • Victorio, ein Anführer der Warm Springs Apache, starb nach der Mescalero Apache Tribe im Oktober 1880 bei Tres Castillos in Mexiko, als General Joaquin Terrazas mit seiner Armee Victorios Gruppe von 78 Menschen angriff.[5]
  • Lozen, die Schwester Victorios, ergab sich 1886 mit der letzten Gruppe und starb an einer Krankheit in den Mount Vernon Barracks in Alabama.[5]
  • Naiche, ein Sohn von Cochise, wurde nach dem Tod seines Bruders Taza Chief der Chiricahua.[24]
  • Mildred Cleghorn kam am 11. Dezember 1910 in Fort Sill als Kriegsgefangene zur Welt und leitete die Fort Sill Apache Tribe ab 1976 bis 1995.[26]

Weitere Lebensläufe stehen in der Liste Bekannte indigene Persönlichkeiten.

Häufige Fragen

Wie nennen sich die Apachen selbst?

Die heutigen Nationen führen das Wort Apache in ihren offiziellen Namen, etwa San Carlos Apache Tribe oder Jicarilla Apache Nation. Der Name selbst stammt laut Britannica wahrscheinlich von einem Wort der Zuni für "Feind". Nach dem National Park Service nannten sich die Apachen mit Abwandlungen des Wortes "nde", "die Menschen".

Gibt es die Apachen heute noch?

Ja. Die Liste des Bureau of Indian Affairs vom 30. Januar 2026 nennt acht anerkannte Nationen mit Apache im Namen. Britannica schätzt die Zahl der Nachfahren im frühen 21. Jahrhundert auf rund 100.000.

Wo leben die Apachen heute?

Vor allem in Reservaten in Arizona (San Carlos, Fort Apache, Tonto bei Payson, Yavapai-Apache im Verde Valley) und in New Mexico (Mescalero, Jicarilla). Die Fort Sill Apache haben ihren Sitz bei Apache in Oklahoma und ein Reservat bei Akela in New Mexico, die Apache Tribe of Oklahoma sitzt in Anadarko.

Welche Gruppen der Apachen gibt es?

Britannica unterscheidet östliche Gruppen wie Mescalero, Jicarilla, Chiricahua, Lipan und die Kiowa Apache von den Western Apache, zu denen unter anderen Cibecue, Coyotero und Tonto gehören. Die Chiricahua teilten sich nach dem National Park Service in vier Gruppen: Bedonkohe, Chokonen, Chihenne und Nehdni.

Sind Apachen und Navajo verwandt?

Sprachlich ja. Beide sprechen athapaskische Sprachen; die übrigen Völker dieser Sprachfamilie mit Ausnahme der Navajo lebten laut Britannica ursprünglich im Westen des heutigen Kanada. Die Vorfahren der Apachen kamen nach Angaben des National Park Service aus dem Nordwesten Nordamerikas in den Südwesten.

Hatten die Apachen Häuptlinge?

Nicht für ein ganzes Volk. Nach dem National Park Service war die "local group" aus rund 30 Großfamilien die wichtigste Einheit, und Anführer wie Cochise führten eine solche Gruppe. Britannica schreibt, der stärkste Anführer einer Gruppe sei als Chief anerkannt worden; das Amt habe man sich verdient und nicht geerbt.

Wie lebten die Apachen früher?

Die Chiricahua zogen mit den Jahreszeiten, jagten großes Wild, sammelten Pflanzen und bauten wenig an. Bei den Mescalero war das Herz der Mescal-Agave das wichtigste Nahrungsmittel, die Jicarilla trieben mehr Ackerbau. Gewohnt wurde meist in Wickiups, Hütten aus Zweigen, Gras oder Häuten.

Quellen

  1. Amtliche Stelle The Chiricahua Apache. National Park Service, Fort Bowie National Historic Site. Stand 10.07.2021. abgerufen am 25.10.2026
  2. Amtliche Stelle Apache Before 1861. National Park Service, Chiricahua National Park. Stand 10.08.2023. abgerufen am 25.10.2026
  3. Nachschlagewerk Apache. Encyclopaedia Britannica, Britannica Editors. Stand 09.06.2026. abgerufen am 25.10.2026
  4. Amtliche Stelle Indian Entities Recognized by and Eligible To Receive Services From the United States Bureau of Indian Affairs, 91 FR 4102. Bureau of Indian Affairs, U.S. Department of the Interior (Federal Register). Stand 30.01.2026. abgerufen am 25.10.2026
  5. Tribal Nation Our Culture. Mescalero Apache Tribe. Stand 01.03.2023. abgerufen am 25.10.2026
  6. Tribal Nation Meet the Council. Mescalero Apache Tribe. Stand 14.01.2026. abgerufen am 25.10.2026
  7. Tribal Nation San Carlos Apache Tribe, Official Website (Startseite). San Carlos Apache Tribe. Stand 09.06.2026. abgerufen am 25.10.2026
  8. Tribal Nation About. Fort Sill Apache Tribe. Stand 17.12.2024. abgerufen am 25.10.2026
  9. Tribal Nation History. Fort Sill Apache Tribe. Stand 17.12.2024. abgerufen am 25.10.2026
  10. Nachschlagewerk Clifford P. Coppersmith: Apache, Fort Sill. The Encyclopedia of Oklahoma History and Culture. Oklahoma Historical Society. Stand 15.01.2010. abgerufen am 25.10.2026
  11. Nachschlagewerk Dianna Everett: Apache Tribe of Oklahoma. The Encyclopedia of Oklahoma History and Culture. Oklahoma Historical Society. Stand 15.01.2010. abgerufen am 25.10.2026
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  • Indigene Völker NordamerikasSüdwesten

    Die Völker des Südwestens, oft Südwest-Indianer genannt, leben vor allem in Arizona und New Mexico.

  • GeschichteApachenkriege 1861 bis 1886

    Die Apachenkriege reichten von der Bascom-Affäre 1861 bis zu Geronimos Kapitulation 1886.

  • PersonenGeronimo

    Geronimo (um 1829 bis 1909) führte die letzte freie Gruppe der Chiricahua-Apachen, ein Häuptling war er nicht.

  • PersonenCochise

    Cochise führte die Chokonen und später alle Chiricahua-Apachen.