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Der Lange Marsch der Navajo

Kurz erklärt Als Langen Marsch (Long Walk) bezeichnen die Diné ihre Deportation nach Bosque Redondo bei Fort Sumner in New Mexico, wohin die US-Armee laut Smithsonian zwischen 1863 und 1866 mehr als 10.000 Navajo je nach Route 250 bis 450 Meilen zu Fuß trieb. Hunderte starben unterwegs, im Lager nach Schätzungen 1.500 bis 3.000 Menschen. Der Vertrag vom 1. Juni 1868 erlaubte die Rückkehr.

Flache, trockene Ebene am Pecos River in New Mexico mit einzelnen Pappeln am Ufer unter einem weiten Himmel im Licht der späten Nachmittagssonne
Bild: KI-generiert

Als Langen Marsch (Long Walk) bezeichnen die Diné die Deportation in das Lager Bosque Redondo bei Fort Sumner am Pecos River im Osten New Mexicos. Von 1863 bis 1868 war Fort Sumner der Mittelpunkt eines Reservats von einer Million Acres, in das die US-Armee Navajo (Diné) und Mescalero-Apachen brachte.[1, 2] Der Vertrag vom 1. Juni 1868, auf Diné Naaltsoos Sání, erlaubte den Überlebenden die Rückkehr in ihre Heimat.[8, 10]

Wie kam es zum Langen Marsch?

Das Heimatland der Diné liegt zwischen vier heiligen Bergen in den heutigen Bundesstaaten Colorado, New Mexico und Arizona.[3] Nach dem Vertrag von Guadalupe Hidalgo von 1848 wollten die USA im Südwesten mehr Land nehmen und mehr Siedler ansiedeln. Wie andere Nationen schlossen die Navajo Verträge und wehrten sich zugleich dagegen, dass die USA Wege vom Osten nach Kalifornien durch ihr Land legten.[3] Die New Mexico Historic Sites beschreiben Überfälle der Diné und der Mescalero-Apachen auf spanische, mexikanische und amerikanische Siedler, mit denen beide Völker ihr Land verteidigten und an begehrte Güter kamen. Behörden und Armee antworteten mit Gegenzügen, Verträge wurden geschlossen und gebrochen.[1] Das Smithsonian nennt die andere Seite: Über Jahre verteidigten die Navajo ihr Land gegen Sklavenhändler und Viehdiebe aus Mexiko und New Mexico.[7]

1863 hatte die US-Armee die in New Mexico eingedrungenen Truppen der Konföderation besiegt (Der Bürgerkrieg und der Wilde Westen), und es standen genug Soldaten bereit. Die Behörden beschlossen, Diné und Mescalero an einen Ort weit weg von den Siedlungen zu bringen, wo sie Ackerbau und die Lebensweise der Weißen lernen sollten. Die New Mexico Historic Sites nennen das Assimilation und kulturellen Völkermord.[1] Die Mescalero wurden als Erste unterworfen und Anfang 1863 nach Bosque Redondo gebracht. Man hatte ihnen versprochen, dass für sie gesorgt werde, wenn sie dorthin zögen und sich fügten.[1]

Was er mit den Navajo vorhatte, schrieb der Befehlshaber, General James H. Carleton, am 19. September 1863 in einem Brief: Fern von den Bergen und Verstecken ihres Landes würden sie neue Gewohnheiten, neue Ideen und eine neue Lebensweise annehmen, und über die Kinder werde das am besten gelingen.[3]

Die Jungen werden ihren Platz ohne diese Sehnsucht einnehmen, und so werden sie nach und nach ein glückliches, zufriedenes Volk.

James H. Carleton an Thompson, 19. September 1863, Lawrence C. Kelly (Hrsg.): Navajo Roundup, Boulder 1970, S. 56 f., zitiert vom NMAI, The Long Walk Übersetzung der Redaktion[3]

Carsons Feldzug der verbrannten Erde

Carleton befahl Christopher "Kit" Carson, den Widerstand der Diné mit einem Feldzug der verbrannten Erde zu brechen. Carsons Truppen brannten Dörfer nieder, schlachteten das Vieh und zerstörten Wasserstellen, um die Navajo in Hunger und Verzweiflung zu treiben.[3]

Mehr über Carsons Leben steht auf der Seite Kit Carson.

Am 12. Januar 1864 zog Carson laut HistoryNet in einem Schneesturm mit 389 Soldaten in den Canyon de Chelly. Die Navajo unter Barboncito und Manuelito hielten die Truppen mit kleinen Gruppen auf, während sich die meisten in den Canyon del Muerto zurückzogen; mehr als 1.000 Menschen stiegen über vorbereitete Leitern auf den Fortress Rock, wo sie Vorräte gelagert hatten. Carsons Truppen zerstörten Lager, Felder und Vorräte und nahmen mehr als 200 Gefangene. Dann zogen sie sich zurück und warteten den Winter ab. Bis zum Sommer ergaben sich laut HistoryNet rund 8.000 Navajo.[11] Tausende versteckten sich nach den National Archives im Canyon de Chelly und anderswo vor den Soldaten.[9]

Verschneite Hochebene mit Wacholderbüschen und dunklen Felsrücken unter grauem Winterhimmel, die Sonne bricht tief am Horizont durch
Winter auf der Hochebene im Land der Navajo Bild: KI-generiert

Was geschah auf dem Langen Marsch?

Nach den New Mexico Historic Sites mussten mehr als 50 Gruppen zu Fuß nach Bosque Redondo gehen, 12 bis 15 Meilen am Tag, oft bei klirrender Kälte oder drückender Hitze; über mehr als zwei Jahre kamen Diné im Lager an.[1, 2] Wie weit der Weg war, hing von Ausgangspunkt und Route ab. Das Smithsonian nennt 250 bis 450 Meilen, die New Mexico Historic Sites auf ihrer Seite zur Geschichte mehr als 350 Meilen und auf der Seite zum Memorial mehr als 300 Meilen, die Navajo Nation etwa 350 Meilen.[1, 2, 3, 13]

Hunderte Diné starben unterwegs an den Strapazen; der National Park Service schätzt für den Weg von Fort Canby nach Fort Sumner 300 Tote.[19] Wer das Tempo nicht halten konnte (Ältere, Kranke, Schwangere), wurde nach den New Mexico Historic Sites erschossen; das NMAI beschreibt Soldaten, die Gefangene erschossen, statt ihnen Rast zu gönnen.[1, 3] Einige Hundert Gefangene starben auf dem Weg oder wurden von Sklavenhändlern verschleppt.[2] Laut Library of Congress starben viele an Hunger, Wassermangel und Kälte; Familienüberlieferungen erzählen von Älteren und Kranken, die am Weg erschossen wurden. Die Soldaten gaben den Gefangenen Speck, Kaffee und Weißmehl, Lebensmittel, die viele Diné nicht kannten und nicht zubereiten konnten; das Essen machte manche krank und tötete einige.[8] Das NMAI zitiert eine Aussage von John Daw vor der Land Claims Commission 1951, nach der Soldaten sich fremde Ehefrauen nahmen und Männer, die sie abzuwehren versuchten, sofort erschossen.[3]

Zahlen zum Langen Marsch nach Quellen
AngabeZahlQuelle
Nach Bosque Redondo gebrachte Navajomehr als 10.000 (1863 bis 1866)NMAI, Native Knowledge 360°[3]
Nach Bosque Redondo gebrachte Navajoetwa 10.000 und 500 MescaleroLibrary of Congress[8]
Nach Bosque Redondo gebrachte Navajoetwa 11.500 (1863 bis 1866)NMAI, Nation to Nation[7]
Nach Bosque Redondo getriebene Navajo8.000, 300 Meilen ab Fort Canby; geschätzt 300 Tote auf dem WegNational Park Service, Kit Carson[19]
Im Lager festgehaltenetwa 8.000 Navajo und 400 MescaleroBritannica[12]
Höchststand im Winter 1864mehr als 8.500 Diné und fast 500 MescaleroNew Mexico Historic Sites[1]
Im Lager im November 1864etwa 8.570 MenschenNMAI, Native Knowledge 360°[4]
Tote auf den MärschenHunderteNew Mexico Historic Sites[1, 2]
Tote in Bosque Redondogeschätzt 1.500New Mexico Historic Sites[2]
Tote in Bosque Redondo2.000, jeder vierte InternierteNMAI, Native Knowledge 360°[4]
Tote in Bosque Redondoetwa 3.000HistoryNet[11]

Eine Liste mit den Namen der Toten gibt es nicht, nur Schätzungen. Die Library of Congress schreibt, je nach Quelle sei jeder vierte oder jeder fünfte Navajo an den Folgen der Bedingungen gestorben.[8]

Was war Bosque Redondo?

Die Diné nennen Bosque Redondo Hwéeldi. Die Navajo Nation übersetzt das Wort als Ort des Leidens, der Not und der Krankheit.[14] Gedacht war Bosque Redondo als Reservat, tatsächlich war es nach dem NMAI ein Internierungslager: Soldaten bewachten es, damit die Gefangenen nicht fliehen konnten.[3] Die Diné sollten dort amerikanische Werte annehmen, etwa Ackerbau, Christentum, Individualismus und die englische Sprache. Das Land eignete sich aber nicht für den Ackerbau, und die Gefangenen litten Not, Hunger und Krankheit.[4]

Die Ernten fielen laut Library of Congress immer wieder aus, wegen Dürre, schlechter Bewässerung und mehrfachem Wurmbefall.[8] Nach den New Mexico Historic Sites durften Diné und Mescalero keine Zeremonien abhalten, keine Lieder singen und nicht in ihrer Sprache beten. Die Rationen waren knapp und fremd: Kaffeebohnen, Weißmehl und verdorbenes Rindfleisch. Weil Holz zum Heizen und Kochen fehlte, wurden im kalten Winter viele krank, und viele Säuglinge starben. Eine pockenähnliche Krankheit, die von den Soldaten kam, breitete sich unter den Gefangenen aus.[2] Das Lager zwang außerdem zwei sehr verschiedene Völker zusammen und spielte sie gegeneinander aus.[2]

Vertrocknete Maispflanzen auf einem staubigen Feld in einer flachen Flussebene, im Hintergrund Pappeln und ein blassblauer Himmel im harten Nachmittagslicht
Vertrocknetes Maisfeld in der Ebene am Pecos River Bild: KI-generiert

Im November 1865 verließen die meisten Mescalero nachts das Lager und gingen nach Hause. Einige blieben zurück und hielten die Feuer in Gang, damit die Armee die Flucht nicht bemerkte.[1] Die New Mexico Historic Sites nennen an anderer Stelle fast 350 Mescalero, die 1865 flohen, und fast 1.000 Navajo; mehr als 7.000 Navajo blieben.[2] Nach dem NMAI hatte Carson bis 1866 angeordnet, keine weiteren Gefangenen mehr nach Bosque Redondo zu schicken.[4] General Carleton räumte ein, dass er sein Versprechen, die Navajo zu schützen, zu ernähren und unterzubringen, nicht halten konnte. Wegen der hohen Kosten des Lagers kritisiert, verlor er laut Library of Congress schließlich seinen Posten.[8]

Ezekiel Argeanas (Diné) sagt laut NMAI, das Wissen der Frauen über das Weben und die Churro-Schafe habe den Vorfahren in Bosque Redondo beim Überleben geholfen.[4]

Der Vertrag von 1868 (Naaltsoos Sání)

Ende Mai 1868 kamen die Friedenskommissare Generalleutnant William T. Sherman und Oberst Samuel F. Tappan nach Fort Sumner. Drei Tage lang verhandelten sie vor den Mauern des Forts mit den Anführern der Diné, für die Barboncito sprach.[9, 10] In der Niederschrift der Verhandlungen, aus der die National Archives zitieren, sagt er:[9]

Dass man uns hierhergebracht hat, hat unsere Zahl stark verringert, viele von uns sind gestorben, auch eine große Zahl unserer Tiere. Unsere Großväter hatten keine Vorstellung davon, in einem anderen Land zu leben als unserem eigenen ...

Barboncito, Fort Sumner, Mai 1868, Niederschrift der Verhandlungen, zitiert in: Jim Zeender, The Navajo Treaty Travels to the Navajo Nation, National Archives, 01.08.2018 Übersetzung der Redaktion[9]

Sherman bot den Anführern der Diné nach den New Mexico Historic Sites zuerst eine bezahlte Reise nach Oklahoma an, in das damalige Indianer-Territorium; sie lehnten ab und baten darum, nach Hause zu gehen.[1, 8] Die Historikerin Jennifer Denetdale (Diné) betont laut Library of Congress, dass die Navajo diese Umsiedlung fürchteten und dass die Frauen auf einen Vertrag mit der Rückkehr drängten.[8] Auch nach der mündlichen Überlieferung, die das NMAI wiedergibt, baten Frauen die Kommissare, nach Hause gehen zu dürfen, als die Männer zunächst nicht weiterkamen.[4] Laut Library of Congress übernahmen Barboncito, Manuelito und Ganado Mucho die Führung bei den Verhandlungen.[8]

Unterzeichnet wurde der Vertrag am 1. Juni 1868 in Fort Sumner. Für die Navajo setzten 24 Anführer und fünf Mitglieder eines Rates ihr Zeichen darunter, an erster Stelle Barboncito; der Senat ratifizierte den Vertrag am 25. Juli 1868, verkündet wurde er am 12. August 1868.[10] Nach dem NMAI wurde er auf Papier aus einem Rechnungsbuch der Armee geschrieben.[7] Der Vertrag beendete den Krieg zwischen den beiden Seiten (Artikel 1). Artikel 2 legte ein Reservat zwischen dem 37. Breitengrad im Norden und einer Linie durch das alte Fort Defiance im Süden fest, mit dem ganzen Canyon de Chelly. Nach Artikel 6 mussten die Eltern ihre Kinder von sechs bis sechzehn Jahren zur Schule schicken. In Artikel 9 verzichteten die Navajo auf Land außerhalb des Reservats und versprachen, Eisenbahnen, Straßen und Poststationen nicht zu behindern. Für den Rückweg und den Neuanfang sah Artikel 12 150.000 Dollar vor, davon 50.000 Dollar für den Umzug und bis zu 30.000 Dollar für 15.000 Schafe und Ziegen.[10]

Die Navajo sind laut NMAI die einzige Nation, die sich mit einem Vertrag einer Umsiedlung entzog und in ihre Heimat zurückkehrte; die Navajo Nation sagt dasselbe.[7, 13]

Mehr zu den Verträgen steht auf der Seite Gesetze und Verträge, die den Westen formten.

Die Rückkehr nach Dinétah

Bald nach der Unterzeichnung brachen die Diné auf, laut Library of Congress am 18. Juni 1868, nach der Lehreinheit des NMAI am 28. Juni.[5, 8] Nach dem NMAI fuhren Ältere, Kranke und Kinder in 56 Wagen, alle anderen gingen zu Fuß. Sie hatten nur 940 Schafe, 1.025 Ziegen und 1.550 Pferde dabei. Als sie hinter Albuquerque den Rio Grande überquert hatten und Mount Taylor sahen, auf Diné Tsoodził, einen ihrer heiligen Berge, dankten sie den Heiligen Wesen.[5] Bis in die Gegend von Window Rock waren es laut Library of Congress 450 Meilen.[8]

Das Land, in das sie zurückkehrten, lag nach dem Feldzug der verbrannten Erde in Trümmern, und der Wiederaufbau dauerte Jahre.[5] Das Reservat von 1868 umfasste nach dem NMAI 3,5 Millionen Acres und war nur ein Bruchteil des alten Heimatlandes.[6] Während der vier Jahre in Bosque Redondo hatten die Navajo viele neue Waren kennengelernt. Nach dem National Park Service lieferten Händler wie John Lorenzo Hubbell, der 1878 den Handelsposten in Ganado kaufte, diese Waren nach der Rückkehr.[15]

Weite Ebene mit gelbem Gras und Wacholder, am Horizont ein breiter, blauer Berg mit einzelnen Schneeflecken im Licht des frühen Abends
Blick über eine weite Ebene auf einen fernen Berg Bild: KI-generiert

Welche Folgen hatte der Lange Marsch?

Die Gefangenschaft von 1864 bis 1868 hinterließ laut Britannica Bitterkeit und Misstrauen, die bis heute nicht ganz verschwunden sind.[12] Die Library of Congress schreibt, viele Navajo hielten diesen Teil ihrer Geschichte für etwas, worüber man besser nicht spricht.[8] Zugleich ist der Vertrag von 1868 für die Navajo Nation ein Dokument von geschichtlicher, rechtlicher und kultureller Bedeutung. Er sah die Assimilation vor, schuf aber auch den Raum, in dem die Nation ihre Souveränität und Selbstregierung bestimmen und ausüben konnte.[13] Die Navajo Nation nennt ihn das Grunddokument der Diné und die Grundlage einer Beziehung von Regierung zu Regierung mit den Vereinigten Staaten.[14]

Die Mescalero zogen nach ihrer Flucht 1865 in kleinen Gruppen jahrelang umher. 1871 schlug ihr amtierender Agent A. J. Curtis ein Reservat in ihren angestammten Bergen vor, den White Mountains und den Sacramento Mountains, und am 29. Mai 1873 genehmigte Präsident Ulysses S. Grant das Mescalero Apache Reservation per Erlass.[1]

Mehr dazu steht auf der Seite Apachen.

Wie es mit der Nation nach der Rückkehr weiterging, erzählt die Seite Navajo (Diné). Ihr Reservat wuchs nach 1868 weiter; das NMAI nennt heute etwa 17 Millionen Acres, das größte Reservat der USA.[6]

Erinnerung heute

In den 1970er-Jahren sagte ein junger Navajo nach einem Besuch in Fort Sumner, dort gebe es nichts Navajo. Als Antwort entstand eine kleine kreisförmige Gedenkstätte, an der Besucher Steine und andere Gaben ablegen, schreiben die National Archives.[9] 2005 richteten die heutigen New Mexico Historic Sites und die Museum of New Mexico Foundation mit Unterstützung von Diné und Mescalero das Bosque Redondo Memorial ein. Der Navajo-Architekt David Sloan entwarf das Museum in der Form eines Hogan und eines Tipi. Das Memorial soll den Menschen, die diese Geschichte betrifft, eine Stimme geben.[2] Es liegt südöstlich des Ortes Fort Sumner am Billy the Kid Drive.[16]

Den 1. Juni begeht die Navajo Nation als Vertragstag (Treaty Day).[13, 14] 2018, zum 150. Jahrestag, liefen Diné den Rückweg nach, und die National Archives liehen das Original des Vertrags an das Navajo Nation Museum in Window Rock.[8] Laut National Archives sahen es dort mehr als 20.000 Menschen, bevor es Anfang Juli zurück nach Washington ging.[9] Der damalige Vizepräsident Jonathan Nez sagte zum Jahrestag, viele Diné zögerten, über diese Zeit zu sprechen, weil es Schmerz und Leid gegeben habe; doch dahinter stehe eine größere Geschichte, und als Navajo wolle man wissen, wer man sei.[8] Im Navajo Nation Museum liegt seit 2018 oder 2019 die Ausfertigung des Vertrags, die der Friedenskommissar Tappan erhalten hatte.[14] 2026 beging die Navajo Nation den 158. Jahrestag.[14]

Karte

Die Karte zeigt Fort Sumner am Pecos River, das Ziel der Märsche, und Fort Defiance, durch das nach Artikel 2 des Vertrags von 1868 die Südgrenze des neuen Reservats lief.[2, 10] Die Koordinaten der Orte stammen aus den Gazetteer-Dateien 2024 des Census Bureau.[17, 18]

Karte: Fort Defiance und Fort Sumner118° W116° W114° W112° W110° W108° W106° W104° W102° W30° N32° N34° N36° N38° N40° N1Der Lange Marsch der Navajo2Fort Defiance
Karte: Fort Defiance und Fort Sumner
  1. 1Der Lange Marsch der Navajo (Fort Sumner, New Mexico (Ziel der Märsche; das Bosque Redondo Memorial liegt südöstlich des Ortes)) 34,49° N, 104,22° W[17]
  2. 2Fort Defiance, Arizona (Südgrenze des Reservats von 1868) 35,75° N, 109,07° W[18]
Umrisse: Natural Earth (gemeinfrei). Eigene Darstellung ohne Kartendienst.

Mythos und Wahrheit

Häufige Fragen

Was war der Lange Marsch der Navajo?

Die Deportation der Diné durch die US-Armee in das Lager Bosque Redondo bei Fort Sumner in New Mexico. Mehr als 50 Gruppen mussten zu Fuß dorthin gehen. Die Diné nennen diese Zeit den Langen Marsch, englisch Long Walk.

Wann fand der Lange Marsch statt?

Die Märsche begannen 1864, nachdem Kit Carson 1863 und 1864 einen Feldzug der verbrannten Erde geführt hatte. Nach den New Mexico Historic Sites kamen über mehr als zwei Jahre Gruppen in Bosque Redondo an. Das Lager bestand von 1863 bis 1868.

Wie viele Navajo starben beim Langen Marsch?

Eine Liste der Toten gibt es nicht, nur Schätzungen. Auf den Märschen starben Hunderte. Für Bosque Redondo nennen die New Mexico Historic Sites rund 1.500 Tote, das Smithsonian 2.000, also jeden vierten Internierten, HistoryNet etwa 3.000.

Wie weit war der Lange Marsch?

Je nach Ausgangspunkt und Route 250 bis 450 Meilen, also rund 400 bis 725 Kilometer, laut Smithsonian. Die New Mexico Historic Sites nennen mehr als 350 Meilen, die Navajo Nation etwa 350 Meilen. Die Gruppen legten 12 bis 15 Meilen am Tag zurück.

Was bedeutet Hwéeldi?

So nennen die Diné Bosque Redondo bei Fort Sumner. Die Navajo Nation übersetzt es als Ort des Leidens, der Not und der Krankheit.

Welche Rolle spielte Kit Carson?

Auf Befehl von General James H. Carleton führte Kit Carson ab 1863 den Feldzug gegen die Navajo. Seine Truppen brannten Dörfer nieder, schlachteten Vieh und zerstörten Wasserstellen, bis Tausende sich ergaben.

Was regelte der Vertrag von 1868?

Der Vertrag vom 1. Juni 1868 beendete den Krieg, legte ein Reservat in der alten Heimat fest und erlaubte die Rückkehr. Die Navajo verpflichteten sich, ihre Kinder von sechs bis sechzehn Jahren zur Schule zu schicken und Eisenbahnen nicht zu behindern. Die Diné nennen ihn Naaltsoos Sání.

Quellen

  1. Amtliche Stelle Bosque Redondo History. New Mexico Department of Cultural Affairs, New Mexico Historic Sites. Stand 08.09.2026. abgerufen am 25.10.2026
  2. Amtliche Stelle Bosque Redondo Memorial at Fort Sumner Historic Site. New Mexico Historic Sites, New Mexico Department of Cultural Affairs. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  3. Museum The Long Walk (Lehreinheit The Navajo Treaties). Smithsonian, National Museum of the American Indian, Native Knowledge 360°. Stand 2019. abgerufen am 25.10.2026
  4. Museum Bosque Redondo (Lehreinheit The Navajo Treaties). Smithsonian, National Museum of the American Indian, Native Knowledge 360°. Stand 2019. abgerufen am 25.10.2026
  5. Museum Returning Home (Lehreinheit The Navajo Treaties). Smithsonian, National Museum of the American Indian, Native Knowledge 360°. Stand 2019. abgerufen am 25.10.2026
  6. Museum Navajo Nation Land Purchase (Lehreinheit The Navajo Treaties). Smithsonian, National Museum of the American Indian, Native Knowledge 360°. Stand 2019. abgerufen am 25.10.2026
  7. Museum Navajo Treaty, 1868 (Ausstellung Nation to Nation). Smithsonian, National Museum of the American Indian. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  8. Amtliche Stelle Jennifer Davis: Naaltsoos Sání and the Long Walk Home (In Custodia Legis). Library of Congress, Law Library. Stand 18.06.2018. abgerufen am 25.10.2026
  9. Archiv Jim Zeender: The Navajo Treaty Travels to the Navajo Nation (Pieces of History). National Archives. Stand 01.08.2018. abgerufen am 25.10.2026
  10. Gesetz und Vertrag Treaty with the Navaho, 1868 (15 Stat. 667), Text nach Kappler. Oklahoma State University Libraries, Tribal Treaties Database. Stand 01.06.1868. abgerufen am 25.10.2026
  11. Nachschlagewerk Navajo. Encyclopaedia Britannica, The Editors of Encyclopaedia Britannica. Stand 08.05.2026. abgerufen am 25.10.2026
  12. Tribal Nation Navajo Nation Memorial Day and Treaty Day. Navajo Nation, Office of the President and Vice President. Stand 01.06.2024. abgerufen am 25.10.2026
  13. Tribal Nation Navajo Nation Acknowledges Legacy of the Indian Citizenship Act, Enduring Significance of Treaty Day. Navajo Nation, Office of the President and Vice President. Stand 02.06.2026. abgerufen am 25.10.2026
  14. Amtliche Stelle History and Culture. National Park Service, Hubbell Trading Post National Historic Site. Stand 30.04.2025. abgerufen am 25.10.2026
  15. Amtliche Stelle Bosque Redondo Memorial at Fort Sumner Historic Site: Driving Directions. New Mexico Historic Sites, New Mexico Department of Cultural Affairs. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  16. Amtliche Stelle 2024 Gazetteer Files, Places, New Mexico. U.S. Census Bureau. Stand 2024. abgerufen am 25.10.2026
  17. Amtliche Stelle 2024 Gazetteer Files, Places, Arizona. U.S. Census Bureau. Stand 2024. abgerufen am 25.10.2026
  18. Amtliche Stelle Kit Carson. National Park Service. Stand 03.07.2023. abgerufen am 25.10.2026

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