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Der Bürgerkrieg und der Wilde Westen
Kurz erklärt Der Amerikanische Bürgerkrieg wurde auch im Westen ausgetragen: in Missouri und Kansas, im New-Mexico-Territorium, wo die Union die Konföderierten im März 1862 am Glorieta Pass stoppte, und im Indianer-Territorium. Dort spaltete der Krieg die Cherokee und die Muscogee (Creek), und laut Oklahoma Historical Society starben rund 10.000 Menschen. Der Homestead Act und der Pacific Railway Act von 1862 förderten Siedlung und Eisenbahnbau.

Wie kam der Bürgerkrieg in den Westen?
Der Streit, der in den Bürgerkrieg mündete, drehte sich auch um den Westen: Durfte die Sklaverei in die westlichen Territorien vordringen? 1854 hob der Kansas-Nebraska Act den Missouri-Kompromiss von 1820 auf, der die Sklaverei nördlich von 36 Grad 30 Minuten verboten hatte, und überließ die Entscheidung den Siedlern der neuen Territorien Kansas und Nebraska.[12] Befürworter und Gegner der Sklaverei strömten nach Kansas, der Streit wurde gewalttätig und brachte dem Territorium den Namen "Bleeding Kansas" (blutendes Kansas) ein. Gegner des Gesetzes halfen, die Republikanische Partei zu gründen.[12] Ulysses S. Grant, im Krieg General der Union, schrieb 1885 in seinen Erinnerungen, die Rebellion des Südens sei zum großen Teil aus dem Krieg gegen Mexiko hervorgegangen (zu diesem Krieg siehe Manifest Destiny).[5, 28]
1861 wurde Kansas als freier Staat ohne Sklaverei in die Union aufgenommen. Die Feindschaft zwischen den Free-State-Leuten in Kansas und den Anhängern der Sklaverei im benachbarten Missouri lebte im Krieg weiter.[13] Südlich von Kansas lag das Indianer-Territorium, das heutige Oklahoma. Dorthin hatte die Regierung in den 1830er Jahren die Cherokee (manche Cherokee bevorzugen den Namen Tsalagi), Chickasaw, Choctaw, Seminole und die Muscogee (Creek) vertrieben, die ihren Namen in der eigenen Sprache Mvskoke schreiben.[5, 26, 27] Bis 1861 hatten die fünf Nationen dort eigene Regierungen und Wirtschaften aufgebaut. Chickasaw und Choctaw betrieben Baumwollplantagen, und von den rund 100.000 Bewohnern des Territoriums waren nach der Oklahoma Historical Society 14 Prozent versklavte Afroamerikaner, also rund 14.000.[5] Ein anderer Artikel der Gesellschaft nennt etwa 10.000 Versklavte bei den Mitgliedern der Fünf Nationen.[33]
Wo wurde im Westen gekämpft?
Missouri und Kansas: Krieg an der Grenze
Am 10. August 1861 griffen Unionstruppen unter General Nathaniel Lyon am Wilson's Creek in Missouri die Südstaatentruppen unter Benjamin McCulloch und Sterling Price an. Lyon wurde tödlich verwundet, und die Union musste sich zurückziehen.[10] Der taktische Sieg des Südens lenkte die Aufmerksamkeit des Landes auf Missouri, das laut National Park Service mehr Konflikte erlebte als jeder andere Staat des Kriegsschauplatzes westlich des Mississippi.[10]
An der Grenze zu Kansas ging der Krieg als Kleinkrieg von Guerillas weiter. Am 21. August 1863 überfielen etwa 400 konföderierte Guerillas unter William Quantrill die Stadt Lawrence in Kansas, eine Hochburg der Gegner der Sklaverei. Sie brannten einen großen Teil der Stadt nieder und töteten laut der Kansas City Public Library 160 bis 190 Männer und Jungen, nach PBS 200 Zivilisten.[13, 30] Vier Tage später befahl Unionsgeneral Thomas Ewing mit der Order No. 11, dass alle Bewohner von vier Bezirken auf der Missouri-Seite der Grenze in die Gegend von Kansas City umziehen mussten; so wollte er den Guerillas den Nachschub abschneiden.[13]
Unter den Guerillas aus Missouri waren auch Frank und Jesse James. Frank kämpfte bei Wilson's Creek unter Sterling Price und schloss sich danach Guerillas an; Jesse folgte ihm in die Truppe von William "Bloody Bill" Anderson, nach der State Historical Society of Missouri 1863, nach PBS im April 1864.[14, 30] Nach dem Krieg überfielen die Brüder mit Cole Younger und dessen Brüdern, ebenfalls früheren Guerillas, Banken, Postkutschen und Züge.[14] Der Zeitungsherausgeber John Newman Edwards druckte Briefe von Jesse James und feierte ihn als Robin Hood und Symbol des Trotzes der Südstaaten.[14]

New Mexico und Arizona: Der Zug der Konföderierten nach Westen
Bald nach Kriegsbeginn plante die Führung der Konföderation eine Eroberung im Westen: Eine Truppe aus Texas sollte den Rio Grande hinaufziehen, Santa Fe und das Versorgungslager Fort Union einnehmen, dann die Goldfelder in Colorado und schließlich Kalifornien mit den Häfen Los Angeles und San Diego.[1, 2] Am 23. Juli 1861 rückte Lieutenant Colonel John R. Baylor mit texanischen Truppen in das New-Mexico-Territorium vor, zu dem damals auch Arizona gehörte. Er nahm Fort Fillmore bei Mesilla ein und ernannte sich selbst zum Gouverneur eines konföderierten Territoriums im Süden.[1, 4]
Unionskommandeur Edward Canby forderte Freiwillige aus New Mexico und Milizen aus Colorado an und meldete im Februar 1862 4.000 einsatzbereite Soldaten, während General Henry H. Sibley mit 3.000 Konföderierten den Rio Grande hinaufzog. Bei Valverde nahe Fort Craig kam es am 21. Februar 1862 zur ersten großen Schlacht zwischen Union und Konföderation im Westen. Die Texaner siegten, jede Seite hatte laut National Park Service etwa 200 Verluste, doch Fort Craig blieb in der Hand der Union.[1] Die Konföderierten besetzten am 2. März Albuquerque, und am 13. März hisste Major Charles Pyron ihre Flagge über dem Gouverneurspalast in Santa Fe.[1]
Auf dem Weg nach Fort Union lag der Glorieta Pass, über 7.000 Fuß hoch, bewaldet und felsig. Am 26. März 1862 trafen dort auf dem Santa Fe Trail je etwa 400 Mann beider Seiten aufeinander, und die Unionstruppen drängten die Texaner bis zu ihrem Lager an Johnson's Ranch zurück.[2] Nach einem Tag ohne Kämpfe rangen die Hauptkräfte am 28. März bei Pigeon's Ranch vom späten Vormittag bis fast zur Dunkelheit; die Konföderierten behielten das Feld, brachen aber nicht durch.[2] Unterdessen umgingen rund 500 Unionssoldaten den Gegner über die Glorieta Mesa, fanden den Versorgungszug der Konföderierten an Johnson's Ranch und verbrannten alle Wagen. Mit diesem Verlust der Vorräte gewann die Union laut National Park Service die Schlacht.[2] Die Unionstruppen standen laut National Park Service unter dem Befehl von Colonel John P. Slough und der Leitung von Major John M. Chivington, beide von den 1st Colorado Volunteers.[3]
Laut National Park Service gab es in den drei Tagen etwa 375 Verluste. Manche nennen die Schlacht wegen ihrer Bedeutung für den Krieg das "Gettysburg des Westens".[2] Ohne Vorräte gaben die Konföderierten den Angriff auf Fort Union auf, räumten Santa Fe und Albuquerque und waren bis Juni 1862 nach El Paso zurückgekehrt. Die Union behielt den Südwesten bis zum Ende des Krieges.[1, 2]

Von Westen rückten Freiwillige aus Kalifornien an. Im Juli 1862 marschierte eine Kolonne des 5. kalifornischen Freiwilligenregiments unter Captain Thomas L. Roberts von Tucson nach Osten. Am Apache Pass im Süden des heutigen Arizona griffen Chiricahua-Apachen unter Cochise und Mangas Coloradas, laut National Park Service wohl rund 150 Krieger, die Kolonne an. Die Soldaten erkämpften den Zugang zur Quelle erst, als Infanteristen die befestigten Anhöhen stürmten.[4] Für Cochise wog die Bascom-Affäre ein Jahr zuvor schwer, bei der die Armee Angehörige seiner Familie gehängt hatte. Die Kämpfe mit den Chiricahua dauerten noch zwei Jahrzehnte (Apachenkriege).[4]
Indianer-Territorium: Krieg zwischen den Nationen und in ihnen
Im Mai 1861 gab die Union ihre Forts Washita, Arbuckle und Cobb im Indianer-Territorium auf und zog die Truppen nach Kansas zurück. Wer zur Union hielt, war ohne Schutz, während Arkansas im Osten und Texas im Süden zur Konföderation gehörten.[5] Im Juli und August 1861 schloss Albert Pike für die Konföderation Verträge mit den Muscogee (Creek), Choctaw, Chickasaw und Seminole und am 7. Oktober auch mit den Cherokee.[5] Die Cherokee Nation schreibt, die Nationen des Territoriums hätten diese Bündnisse geschlossen, als die Union ihre Forts räumte und Truppen aus Texas mit einem Einmarsch drohten; einige Cherokee kämpften für die Konföderation, andere für die Union.[8]
Nicht alle folgten den Bündnissen. Der Muscogee Opothleyahola lehnte das Bündnis ab und verließ mit etwa 7.000 Anhängern das Land der Nation. Konföderierte Truppen unter Douglas H. Cooper verfolgten sie; nach drei Gefechten im November und Dezember 1861 erreichten die Überlebenden Kansas als Flüchtlinge.[5] Im März 1862 kämpften Regimenter aus dem Territorium unter Albert Pike in Arkansas bei Pea Ridge, wo laut National Park Service über 23.000 Soldaten aufeinandertrafen; die Union siegte.[5, 11]
Die Cherokee spaltete der Krieg. Principal Chief John Ross war für Neutralität eingetreten, sein politischer Gegner Stand Watie wurde Oberst der Konföderierten und stellte ein Cherokee-Regiment auf.[5, 7] Nach einem Vorstoß der Union verließ Ross 1862 die Nation, und im Februar 1863 kündigte der Nationalrat den Vertrag mit der Konföderation und schaffte die Sklaverei in der Cherokee Nation ab. Die Anhänger des Südens erkannten dagegen Watie als Principal Chief an.[5, 8]
Das größte Gefecht, das je auf dem Boden des heutigen Oklahoma stattfand, war laut Oklahoma Historical Society die Schlacht bei Honey Springs am 17. Juli 1863. Nach Berichten der Union standen 2.800 Unionssoldaten 6.000 Konföderierten gegenüber; neuere Forschung schätzt die Südstaatentruppe auf 3.400 bis 5.100 Mann. Auf Seiten der Union kämpften das 1st Kansas Colored Infantry, ein Regiment afroamerikanischer Soldaten, und Indian Home Guards, auf Seiten der Konföderation Regimenter der Cherokee, Muscogee, Choctaw und Chickasaw sowie aus Texas.[6] Die Union siegte. General James G. Blunt meldete 17 Tote und 60 Verwundete auf seiner Seite, seine Soldaten begruben 150 tote Konföderierte. Nördlich des Arkansas River verlor die Konföderation danach die Kontrolle über das Territorium.[6]
Stand Watie, seit Mai 1864 Brigadegeneral, griff weiter die Versorgungslinien der Union an: Im Juni 1864 kaperten seine Leute das Dampfschiff J. R. Williams, im September 1864 einen Versorgungszug bei Cabin Creek.[5, 7] Er ergab sich erst am 23. Juni 1865 in Doaksville in der Choctaw Nation, mehr als zwei Monate nach der Kapitulation von Robert E. Lee. Kenny A. Franks nennt ihn den letzten General der Konföderation, der aufgab, James L. Huston einen der letzten.[5, 7, 9] Der Historiker Brad Agnew erklärt den späten Termin im Cherokee Phoenix, der Zeitung der Cherokee Nation, damit, dass die Union mit den entfernten Truppen erst zuletzt verhandelte. Watie habe in dieser Zeit vor allem versucht, die hungernden Cherokee des Südens zu versorgen.[9]
Für die Nationen des Territoriums war der Krieg eine Katastrophe. Aus dem Gebiet dienten rund 3.530 Männer in der Unionsarmee und 3.260 bei der Konföderation, und laut Encyclopedia of Oklahoma History starben etwa 10.000 Menschen an den Folgen des Krieges.[5] Plünderer trieben bis Kriegsende rund 300.000 Rinder aus dem Territorium fort, und Tausende lebten als Flüchtlinge in Lagern bei Fort Gibson, in Kansas oder am Red River.[5] Die Zahl der Cherokee im Territorium sank nach einer Schätzung, die der Cherokee Phoenix wiedergibt, von 21.000 bis 26.000 vor dem Krieg auf etwa 15.000.[9]
| Datum | Ort | Gegner | Ausgang laut Quelle |
|---|---|---|---|
| 10. August 1861 | Wilson's Creek, Missouri | Union unter Lyon gegen Südstaatentruppen unter McCulloch und Price | taktischer Sieg des Südens, Lyon tödlich verwundet[10] |
| 21. Februar 1862 | Valverde, New-Mexico-Territorium | Union unter Canby gegen Konföderierte unter Sibley | Sieg der Texaner, je etwa 200 Verluste[1] |
| 7. und 8. März 1862 | Pea Ridge, Arkansas | Union gegen Konföderierte mit Regimentern aus dem Indianer-Territorium | Sieg der Union, über 23.000 Soldaten beteiligt[5, 11] |
| 26. bis 28. März 1862 | Glorieta Pass, New-Mexico-Territorium | Union mit Freiwilligen aus Colorado gegen Sibleys Texaner | Versorgungszug der Konföderierten zerstört, etwa 375 Verluste[2, 3] |
| Juli 1862 | Apache Pass, heute Arizona | Freiwillige aus Kalifornien gegen Chiricahua-Apachen | Soldaten erkämpfen den Zugang zur Quelle[4] |
| 17. Juli 1863 | Honey Springs, Indianer-Territorium | Union unter Blunt gegen Konföderierte unter Cooper | Sieg der Union[6] |
| 21. August 1863 | Lawrence, Kansas | Guerillas unter Quantrill gegen die Bewohner | 160 bis 190 getötete Männer und Jungen laut Kansas City Public Library, 200 Zivilisten laut PBS[13, 30] |
Was bedeutete der Krieg für die indigenen Nationen im Westen?
Mit Kriegsbeginn zog die Regierung die reguläre Armee aus dem Westen ab, und Freiwilligenregimenter übernahmen ihre Aufgaben an der Grenze.[24] Die Militärgeschichte der US Army findet wenig Hinweise darauf, dass indigene Nationen diesen Wechsel ausnutzten; die Kämpfe der Kriegsjahre führt sie auf tiefere, schon bestehende Ursachen zurück. 1865 war die Armee in den Grenzbezirken etwa doppelt so stark wie bei Kriegsbeginn.[24]
In Minnesota hungerten 1862 die Dakota. Die Ernte von 1861 war schlecht gewesen, eine Zahlung aus den Verträgen verzögerte sich, viele Händler gaben keinen Kredit mehr, und der Agent der Regierung, Thomas Galbraith, weigerte sich nach der Minnesota Historical Society, Lebensmittel zu verteilen.[15] An der Upper Agency gab er nach Gary Clayton Anderson erst Anfang August, nachdem Sisseton und Wahpeton das Lager der Regierung überfallen hatten, einzelne Vorräte frei.[32] Nachdem vier junge Dakota am 17. August 1862 in Acton fünf Siedler getötet hatten, zogen Teile der Dakota am 18. August in den Krieg.[15] Im Krieg starben nach Angaben der Minnesota Historical Society mehr als 600 Weiße, die meisten unbewaffnete Zivilisten, und schätzungsweise 75 bis 100 Dakota-Kämpfer.[17] Ein Militärgericht verurteilte 303 Dakota zum Tod. Präsident Abraham Lincoln ließ die Akten prüfen, am 26. Dezember 1862 wurden in Mankato 38 Männer gehängt, und mehr als ein Viertel der Dakota, die sich ergeben hatten, starb im folgenden Jahr.[16, 17] 1863 und 1864 folgten Feldzüge der Armee am oberen Missouri (Dakota-Krieg 1862).[24]
Im Südwesten zwang die Armee ab 1863 Diné (Navajo) und Mescalero-Apachen in das Reservat Bosque Redondo bei Fort Sumner in New Mexico. Die Diné nennen die Vertreibung den Langen Marsch (Long Walk); die Seite der New Mexico Historic Sites zum Memorial gibt den Weg mit mehr als 300 Meilen an, ihre Seite zur Geschichte des Reservats mit mehr als 350 Meilen.[18, 31] Hunger, Kälte und Krankheiten kosteten im Reservat nach Angaben der New Mexico Historic Sites schätzungsweise 1.500 Menschen das Leben, bis 1868 ein Vertrag den Diné die Rückkehr erlaubte (Der Lange Marsch der Navajo).[18]
In Colorado überfielen am 29. November 1864 Freiwillige des 1st Colorado Infantry Regiment und des 3rd Colorado Cavalry unter Colonel Chivington ein Lager von etwa 750 Cheyenne und Arapaho am Big Sandy Creek, das auf Anweisung der Armee dort lagerte. In acht Stunden töteten die Soldaten laut National Park Service rund 230 Menschen, vor allem Frauen, Kinder und Alte (Sand-Creek-Massaker).[19] Die Militärgeschichte der US Army spricht von einem Massaker an etwa 200 Menschen aus der Gruppe von Black Kettle, verübt von Colonel John M. Chivington und seinen Freiwilligen aus Colorado.[24] Chivington hatte im März 1862 als Major die Unionstruppen am Glorieta Pass mitgeführt.[3]
Welche Gesetze des Krieges veränderten den Westen?
Mitten im Krieg beschloss der Kongress zwei Gesetze für den Westen. Der Homestead Act vom 20. Mai 1862 versprach Erwachsenen, die Bürger waren oder es werden wollten, 160 Acres (rund 65 Hektar) vermessenes Staatsland gegen eine geringe Gebühr und fünf Jahre Wohnsitz. Ausgeschlossen war nach dem Wortlaut, wer gegen die Regierung der USA Waffen getragen oder ihren Feinden geholfen hatte; Unionssoldaten durften nach dem Krieg ihre Dienstzeit von der Wohnpflicht abziehen.[20] Von rund 500 Millionen Acres, die das General Land Office von 1862 bis 1904 vergab, gingen laut National Archives nur 80 Millionen an Heimstättensiedler.[20]
Der Pacific Railway Act vom 1. Juli 1862 förderte mit Land und Staatsanleihen eine Eisenbahn- und Telegrafenlinie vom Missouri an den Pazifik. Ab 1863 baute die Union Pacific von Omaha nach Westen, die Central Pacific von Sacramento nach Osten, und am 10. Mai 1869 trafen sich die Gleise in Promontory in Utah (Die erste transkontinentale Eisenbahn).[21] Schon am 26. Oktober 1861 verband eine Telegrafenleitung San Francisco direkt mit New York; am selben Tag wurde der Pony Express offiziell eingestellt, nach 18 Monaten Betrieb; die letzten Briefe erreichten ihr Ziel erst im November.[22]
Auch die politische Karte änderte sich. Nevada galt als eindeutig unionstreu und stark republikanisch und wurde im Eiltempo Bundesstaat: Am 7. September 1864 billigten die Wähler die Verfassung mit 10.375 zu 1.184 Stimmen, am 31. Oktober 1864 erklärte Lincoln Nevada zum Bundesstaat. Ohne den Krieg wäre eines der am dünnsten besiedelten Territorien laut Nevada State Library nicht so früh Staat geworden; "Battle Born", in der Schlacht geboren, ist eines der Mottos des Staates.[23]
Welche Folgen hatte der Bürgerkrieg für den Wilden Westen?
Nach der Kapitulation von Lee im April 1865 musste die Armee mehr als eine Million Freiwillige entlassen.[5, 24] Die reguläre Armee schrumpfte von etwa 57.000 Mann im Jahr 1867 auf die Hälfte im Jahr der Schlacht am Little Bighorn und blieb danach bei durchschnittlich etwa 26.000. In den folgenden 25 Jahren war der Krieg gegen die Nationen des Westens ihre wichtigste Aufgabe (Indianerkriege).[24]
Ihre Offiziere kamen zum großen Teil aus dem Bürgerkrieg, nur wenige kannten die Grenze. George Armstrong Custer, Wesley Merritt und Ranald S. Mackenzie etwa waren direkt von der Militärakademie West Point in den Bürgerkrieg gegangen.[24] Auch ehemals gefangene Soldaten der Konföderation dienten im Westen. Als "galvanized Yankees" verpflichteten sie sich für den Dienst an der Grenze und kamen dafür frei; zwei Kompanien des 5th U.S. Volunteers lagen 1866 in Fort Reno am Powder River.[24]
In Texas hatten sich die Rinder während des Krieges auf den Weiden vermehrt, weil sie meist unbeaufsichtigt blieben. Bei Kriegsende besaß Texas drei bis sechs Millionen Rinder, viele davon ungebrandmarkt und vor Ort mitunter nur 2 Dollar wert, während ein Longhorn im Norden 40 Dollar und mehr brachte. 1866 trieben Texaner mehr als 260.000 Rinder zu den Märkten, und bis 1890 dauerte die Hochzeit der Viehtriebe. Viele der Unternehmer, die Herden im Auftrag nach Norden trieben, waren junge ehemalige Konföderierte.[25]

Von den Nationen im Indianer-Territorium, die mit der Konföderation verbündet gewesen waren, verlangten die USA neue Verträge. Ein Treffen in Fort Smith im September 1865 scheiterte; 1866 wurden die Verträge in Washington unterzeichnet. Die fünf Nationen verloren die westliche Hälfte des Territoriums, die Sklaverei endete, die Freedmen, die früher Versklavten, erhielten Bürger- und Eigentumsrechte, und die Nationen mussten den Bau von Eisenbahnen zulassen.[5] Im Vertrag von 1866 sagte die Cherokee Nation zu, dass ihre Freedmen und deren Nachkommen "alle Rechte gebürtiger Cherokee" haben sollten (übersetzt); nach Angaben der Nation besitzen die Nachkommen heute die volle Staatsbürgerschaft.[8]
Erinnerung heute: Schlachtfelder und Gedenkorte
Das Schlachtfeld am Glorieta Pass gehört zum Pecos National Historical Park in New Mexico. Der National Park Service nennt die Schlacht dort die am weitesten westlich gelegene entscheidende Schlacht des Bürgerkriegs.[29] Wilson's Creek in Missouri ist ein National Battlefield, Pea Ridge in Arkansas ein National Military Park, und das Gelände am Apache Pass gehört zur Fort Bowie National Historic Site.[4, 10, 11] Das Schlachtfeld von Honey Springs verwaltet die Oklahoma Historical Society, seit 2013 ist es National Historic Landmark.[6] An das Massaker in Colorado erinnert die Sand Creek Massacre National Historic Site.[19] Bei Fort Sumner entstand 2005 mit Unterstützung von Diné und Mescalero das Bosque Redondo Memorial; der Navajo-Architekt David Sloan entwarf es in Form eines Hogan und eines Tipi.[18]
Karte
- 1Sand-Creek-Massaker (Eads, Colorado; die Gedenkstätte liegt 23 Meilen nordöstlich) 38,48° N, 102,78° W[34]
- 2Dakota-Krieg 1862 (Mankato, Minnesota, Ort der Hinrichtung vom 26. Dezember 1862) 44,17° N, 93,98° W[35]
- 3Der Lange Marsch der Navajo (Fort Sumner, New Mexico (Ziel der Märsche; das Bosque Redondo Memorial liegt südöstlich des Ortes)) 34,49° N, 104,22° W[36]
- 4Apachenkriege (Fort Bowie National Historic Site am Apache Pass, Arizona) 32,15° N, 109,45° W[37]
Zeitleiste
- 30.05.1854Der Kansas-Nebraska Act überlässt den Siedlern die Entscheidung über die Sklaverei; in Kansas beginnt die Gewalt.[12]
- 1861Kansas wird als freier Staat ohne Sklaverei in die Union aufgenommen.[13]
- 23.07.1861Konföderierte unter John R. Baylor rücken in das New-Mexico-Territorium vor.[1, 4]
- 10.08.1861Schlacht am Wilson's Creek in Missouri, taktischer Sieg des Südens.[10]
- 07.10.1861Die Konföderation schließt einen Vertrag mit der Cherokee Nation.[5] Cherokee
- 26.10.1861Eine Telegrafenleitung verbindet San Francisco mit New York, der Pony Express wird offiziell eingestellt.[22] Pony Express
- 21.02.1862Schlacht bei Valverde, erste große Schlacht des Krieges im Westen.[1]
- 28.03.1862Am Glorieta Pass verlieren die Konföderierten ihren Versorgungszug (Kämpfe vom 26. bis 28. März).[2]
- 20.05.1862Der Homestead Act verspricht Siedlern 160 Acres Staatsland.[20] Homestead Act
- Juli 1862Kampf am Apache Pass zwischen Freiwilligen aus Kalifornien und Chiricahua-Apachen.[4] Apachenkriege
- 01.07.1862Der Pacific Railway Act fördert eine Bahn- und Telegrafenlinie zum Pazifik.[21] Die erste transkontinentale Eisenbahn
- 18.08.1862Beginn des Dakota-Krieges in Minnesota.[15] Dakota-Krieg 1862
- 26.12.1862In Mankato werden 38 Dakota gehängt.[16] Dakota-Krieg 1862
- 1863Beginn der Internierung von Diné und Mescalero in Bosque Redondo, die bis 1868 dauert.[18] Der Lange Marsch der Navajo
- 17.07.1863Schlacht bei Honey Springs, das größte Gefecht auf dem Boden des heutigen Oklahoma.[6]
- 21.08.1863Guerillas unter William Quantrill überfallen Lawrence in Kansas.[13]
- 31.10.1864Lincoln erklärt Nevada zum Bundesstaat.[23] Abraham Lincoln
- 29.11.1864Sand-Creek-Massaker an Cheyenne und Arapaho in Colorado.[19] Sand-Creek-Massaker
- 23.06.1865Stand Watie, Brigadegeneral der Konföderierten, ergibt sich.[7]
- 1866Neue Verträge mit den Nationen im Indianer-Territorium; die Sklaverei dort endet.[5, 8]
Mythos und Wahrheit
Mythos und Wahrheit
Mythos
Der Bürgerkrieg wurde nur im Osten ausgefochten, der Westen blieb ruhig.
Was belegt ist
Union und Konföderation kämpften auch in Missouri, Arkansas, im Indianer-Territorium und im New-Mexico-Territorium. Valverde am 21. Februar 1862 war laut National Park Service die erste große Schlacht im Westen, Honey Springs am 17. Juli 1863 das größte Gefecht auf dem Boden des heutigen Oklahoma.[1, 6, 10, 11]
Mythos und Wahrheit
Mythos
Als die reguläre Armee 1861 abzog, nutzten die indigenen Nationen die schwache Grenze für Angriffe.
Was belegt ist
Die Militärgeschichte der US Army findet dafür wenig Belege. Freiwilligenregimenter übernahmen die Forts, und 1865 standen in den Grenzbezirken etwa doppelt so viele Soldaten wie bei Kriegsbeginn. Den Dakota-Krieg von 1862 nennt sie spontan, andere Kämpfe Folge tieferer, älterer Ursachen.[24]
Mythos und Wahrheit
Mythos
Jesse James war ein Robin Hood, der für den besiegten Süden kämpfte.
Was belegt ist
Zu diesem Bild trug der Zeitungsherausgeber John Newman Edwards bei, der Briefe von James druckte und ihn in Leitartikeln feierte. Nach der State Historical Society of Missouri terrorisierten die Taten der Bande unschuldige Zivilisten und bremsten die Wirtschaft Missouris nach dem Krieg.[14]
Der Bürgerkrieg im Westen im Film
Im Film
Häufige Fragen
Gab es im Wilden Westen Schlachten des Bürgerkriegs?
Ja. Im New-Mexico-Territorium siegten die Konföderierten am 21. Februar 1862 bei Valverde, verloren aber Ende März 1862 am Glorieta Pass ihren Versorgungszug und zogen sich nach Texas zurück. Weitere Schlachten gab es in Missouri, Arkansas und im Indianer-Territorium, etwa bei Honey Springs am 17. Juli 1863.
Warum nennen manche die Schlacht am Glorieta Pass das Gettysburg des Westens?
Den Beinamen erklärt der National Park Service mit der Bedeutung der Schlacht für den ganzen Krieg. Am 28. März 1862 zerstörten Unionstruppen den Versorgungszug der Konföderierten, die daraufhin den Angriff auf Fort Union aufgaben und sich zurückzogen. Der Südwesten blieb bis Kriegsende in der Hand der Union.
Auf welcher Seite standen die Cherokee im Bürgerkrieg?
Auf beiden. 1861 schloss die Cherokee Nation ein Bündnis mit der Konföderation, und Stand Watie führte Cherokee-Truppen des Südens. Andere Cherokee kämpften für die Union, und im Februar 1863 kündigte der Nationalrat das Bündnis und schaffte die Sklaverei in der Nation ab.
Wer war der letzte General der Konföderation, der aufgab?
Der Cherokee Stand Watie ergab sich am 23. Juni 1865 in Doaksville in der Choctaw Nation, mehr als zwei Monate nach der Kapitulation von Robert E. Lee. Kenny A. Franks nennt ihn in der Encyclopedia of Oklahoma History den letzten General des Südens, der aufgab, James L. Huston einen der letzten.
Was hat der Homestead Act mit dem Bürgerkrieg zu tun?
Der Kongress beschloss ihn mitten im Krieg am 20. Mai 1862. Wer gegen die Regierung der USA Waffen getragen hatte, bekam nach dem Wortlaut kein Land; Unionssoldaten durften nach dem Krieg ihre Dienstzeit von den fünf Jahren Wohnpflicht abziehen.
Warum endete der Pony Express 1861?
Am 26. Oktober 1861 verband eine Telegrafenleitung San Francisco direkt mit New York. Am selben Tag wurde der Pony Express eingestellt, nach nur 18 Monaten Betrieb.
Wie hängen der Bürgerkrieg und die Cowboys zusammen?
In Texas vermehrten sich die Rinder während des Krieges auf den Weiden. Bei Kriegsende gab es dort drei bis sechs Millionen Tiere, die im Norden ein Vielfaches wert waren. Ab 1866 wurden sie in großen Herden zu den Märkten getrieben, die Zeit der Viehtriebe begann.
Quellen
- Amtliche Stelle The Civil War Fought Along El Camino Real de Tierra Adentro NHT. National Park Service, El Camino Real de Tierra Adentro National Historic Trail. Stand 26.01.2021. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Battle of Glorieta Pass. National Park Service, Pecos National Historical Park. Stand 14.08.2025. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Second Fort Union. National Park Service, Fort Union National Monument. Stand 27.02.2021. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle The Battle of Apache Pass. National Park Service, Fort Bowie National Historic Site. Stand 15.05.2020. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk James L. Huston: Civil War Era. The Encyclopedia of Oklahoma History and Culture. Oklahoma Historical Society. Stand 15.01.2010. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk Ralph Jones: Honey Springs, Battle of. The Encyclopedia of Oklahoma History and Culture. Oklahoma Historical Society. Stand 15.01.2010, aktualisiert 28.11.2017. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk Kenny A. Franks: Watie, Stand. The Encyclopedia of Oklahoma History and Culture. Oklahoma Historical Society. Stand 15.01.2010. abgerufen am 24.10.2026
- Presse D. Sean Rowley: Watie stopped fighting well before his surrender. Cherokee Phoenix. Stand 14.06.2022. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle History and Culture. National Park Service, Wilson's Creek National Battlefield. Stand 27.10.2020. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle History and Culture. National Park Service, Pea Ridge National Military Park. Stand 14.12.2024. abgerufen am 24.10.2026
- Gesetz und Vertrag Kansas-Nebraska Act (1854), Milestone Documents, mit Gesetzestext. National Archives. Stand 14.06.2024. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk Kristen Epps: Quantrill's Raid on Lawrence. Civil War on the Western Border. Kansas City Public Library. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk Historic Missourians: Jesse James (Text Carlynn Trout). State Historical Society of Missouri. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk Causes of the War. The U.S.-Dakota War of 1862. Minnesota Historical Society. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk The Trials and Hanging. The U.S.-Dakota War of 1862. Minnesota Historical Society. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk Aftermath. The U.S.-Dakota War of 1862. Minnesota Historical Society. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Bosque Redondo Memorial at Fort Sumner Historic Site. New Mexico Historic Sites, New Mexico Department of Cultural Affairs. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle History and Culture. National Park Service, Sand Creek Massacre National Historic Site. Stand 25.06.2025. abgerufen am 24.10.2026
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Alexander Müller Gründer und Herausgeber von Wilder-Westen.org
Alexander Müller hat Wilder-Westen.org gegründet und gibt es heraus. Er lebt in Bertingen in Sachsen-Anhalt, führt dort SEO NW und verantwortet Redaktion, Technik und Gestaltung.
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