WesternFilm
Keoma (1976)
Kurz erklärt Keoma ist ein Italowestern von Enzo G. Castellari aus dem Jahr 1976 mit Franco Nero in der Titelrolle. Keoma hat indigene Vorfahren und kehrt nach dem Bürgerkrieg, in dem er für die Nordstaaten kämpfte, in seine Heimatstadt zurück, wo die Pocken wüten und eine Bande herrscht. In Deutschland lief er ab Januar 1977 als Keoma: Das Lied des Todes; die Geschichte stammt von Luigi Montefiori, eine historische Vorlage nennen die Quellen nicht.

Worum geht es in Keoma?
Keoma hat im Bürgerkrieg auf der Seite der Nordstaaten gekämpft. Nach dem Krieg kehrt er in seine Heimatstadt zurück.[1, 2] Laut der italienischen Filmdatenbank Cinematografo hat er indigene Vorfahren; eine bestimmte Nation nennen weder Cinematografo noch der Filmdienst.[1, 2]
In der Stadt sind die Pocken ausgebrochen, und ein Mann namens Caldwell beherrscht den Ort mit einer brutalen Bande.[1, 2] Zu ihr gehören auch Keomas Brüder Butch, Lenny und Sam Shannon; der Filmdienst nennt sie seine Stiefbrüder.[1, 2] Fast alle stehen gegen Keoma. Hilfe findet er nur bei seinem Vater William Shannon und bei George, einem früheren Sklaven des Vaters, der inzwischen trinkt.[1, 2] Laut dem Museum of the Moving Image half George einst dabei, Keoma großzuziehen, und will sich nun selbst erlösen.[3]
Olga Karlatos spielt Lisa, eine schwangere Frau.[1, 2] Gabriella Giacobbe spielt eine Frau mit einem Karren, die Cinematografo nur so bezeichnet.[2] Mit dem Vater und George versucht Keoma, in der Stadt die alten Verhältnisse wiederherzustellen, und muss dabei auch gegen seine Brüder kämpfen.[2] Das Museum of the Moving Image nennt den Film ein groß angelegtes Rachedrama.[3]
Wer spielt in Keoma mit?
Die Titelrolle spielt Franco Nero, zehn Jahre nach seinem Durchbruch in Django. Die Enciclopedia del Cinema zählt Keoma zu seinen Western und nennt ihn crepuscolare, einen Western der Dämmerung.[5] Woody Strode kam laut dem Museum of the Moving Image erst in letzter Minute für die Nebenrolle des George dazu und verglich Castellaris Regie später lobend mit der von Ford.[3]
| Darsteller | Rolle |
|---|---|
| Franco Nero | Keoma |
| William Berger | William Shannon, Keomas Vater |
| Woody Strode | George |
| Olga Karlatos | Lisa, eine schwangere Frau |
| Donald O'Brien | Caldwell |
| Orso Maria Guerrini | Butch Shannon |
| Antonio Marsina | Lenny Shannon |
| John Loffredo (Filmdienst), Joshua Sinclair (Cinematografo) | Sam Shannon |
| Gabriella Giacobbe | Frau mit dem Karren |
Wie entstand Keoma?
Regie führte Enzo G. Castellari. Produziert hat den Film Manolo Bolognini für die Firma Uranos Cinematografica.[1, 2] Bolognini war zehn Jahre zuvor auch der Produzent von Django.[10] Die Geschichte stammt von Luigi Montefiori. Am Drehbuch schrieben laut Cinematografo außerdem Mino Roli, Nico Ducci und Castellari selbst, der Filmdienst nennt nur Montefiori.[1, 2] Die Kamera führte Aiace Parolin, den Schnitt besorgte Gianfranco Amicucci, Bauten und Kostüme entwarf Carlo Simi. Gedreht wurde im Breitwandformat Cinemascope.[1, 2] Wo gedreht wurde, verzeichnen beide Filmdatenbanken nicht.[1, 2]
Castellari hielt Keoma laut dem Museum of the Moving Image für sein bestes Werk.[3]
Die Musik von Guido und Maurizio De Angelis
Die Musik schrieben Guido und Maurizio De Angelis.[1, 2] Nach der Zählung von Christopher Frayling vertonten sie zehn Italowestern.[4]

Wie viel Wahrheit steckt in Keoma?
Die wahre Geschichte dahinter
EreignisDer Bürgerkrieg im Westen
Weder Filmdienst noch Cinematografo noch das Museum of the Moving Image nennt eine historische Vorlage; Cinematografo führt als Urheber der Geschichte (soggetto) nur Luigi Montefiori.[1, 2, 3] Historisch ist der Rahmen, die Zeit nach dem Bürgerkrieg.[1] Der Kongress beschloss am 31. Januar 1865 den 13. Zusatzartikel zur Verfassung, am 6. Dezember 1865 war er ratifiziert; damit war die Sklaverei in den USA abgeschafft.[8] George, im Film ein früherer Sklave von Keomas Vater, lebt nach dem Krieg also als freier Mann in der Stadt; wie Schwarze danach im Westen arbeiteten, zeigt die Seite Schwarze Cowboys.[1, 8]
Indigene Männer kämpften tatsächlich in der Unionsarmee. Laut dem National Park Service flohen 1861 Angehörige der Muscogee (Creek) und der Seminolen, die zur Union hielten, vor Truppen der Konföderierten aus dem Indianer-Territorium nach Kansas. Die Unionsarmee stellte aus ihnen Regimenter auf, die nur im Indianer-Territorium kämpfen sollten. Nach einem Vorstoß im Sommer 1862 traten auch viele Cherokee bei, die vorher mit den Konföderierten verbündet und gefangen genommen worden waren, sodass es am Ende drei Regimenter der Indian Home Guard gab.[7] Sie kämpften unter anderem im April 1863 um Fort Gibson, im Juli 1863 bei Cabin Creek und bei Honey Springs.[7]
Wie man heute über indigene Menschen spricht und schreibt, erklärt die Seite Darf man "Indianer" sagen? Christopher Frayling nennt Keoma einen antirassistischen Western, gebaut wie eine Ballade, der die dunkle Seite des Genres erkundet.[4]

Wie wurde Keoma aufgenommen?
In Deutschland kam Keoma am 27. Januar 1977 im Verleih von Adria als Keoma: Das Lied des Todes heraus. Weitere Titel waren laut Filmdienst Keoma: Melodie des Sterbens, Keoma, ein Mann wie ein Tornado, Keoma, Melodie des Todes und Coolman Keoma.[1] Die FSK gab ihn ab 16 Jahren frei. Für das Fernsehen wurde er um einige brutale Stellen gekürzt.[1] Das Lexikon des internationalen Films sieht in ihm eine gelungene Verbindung des späten US-Western mit den Motiven des Italowestern, in der sich poetische und gewalttätige Szenen abwechseln.[1]
Ein später Höhepunkt des Genres.
In Italien urteilten die Segnalazioni cinematografiche 1977, der Film sei formal ordentlich gemacht, bleibe aber konventionell. Der Kritiker Francesco Mininni (Magazine italiano tv) fand ihn langweilig und warf ihm vor, grenzenlose Gewalt mit pseudomystischen Elementen zu verbinden.[2]
Christopher Frayling datiert den Italowestern auf die Jahre 1962 bis 1976, mit mehr als 450 italienischen Filmen und Koproduktionen. Nach seiner Darstellung endete der Zyklus mit Mein Name ist Nobody (1973) und Keoma.[4] Auch das BFI rechnet Keoma zu den Filmen einer kurzen Spätphase, die dem Genre einen Abgesang hielten.[6] Castellaris Film Jonathan degli orsi (deutscher Titel Die Rache des weißen Indianers, Produktionsjahr 1993) greift laut Filmdienst Motive aus Der mit dem Wolf tanzt und Keoma auf; Franco Nero ist Hauptdarsteller und einer der Produzenten.[9] Eine restaurierte Fassung von Arrow Films und dem American Genre Film Archive zeigte das Museum of the Moving Image am 4. März 2022 in einer Reihe über Woody Strode.[3]
Häufige Fragen
Wer spielt Keoma?
Franco Nero spielt die Titelrolle, zehn Jahre nach Django. William Berger spielt Keomas Vater William Shannon, Woody Strode den früheren Sklaven George und Olga Karlatos die schwangere Lisa.
Worum geht es in Keoma?
Keoma kehrt nach dem Bürgerkrieg, in dem er für die Nordstaaten gekämpft hat, in seine Heimatstadt zurück. Dort sind die Pocken ausgebrochen, und Caldwell herrscht mit einer Bande, zu der auch Keomas Brüder gehören. Nur sein Vater und George halten zu ihm.
Wer hat die Musik zu Keoma geschrieben?
Guido und Maurizio De Angelis. Laut Christopher Frayling vertonten sie zehn Italowestern.
Ist Keoma ein Django-Film?
Nein. Keoma ist eine eigene Figur, und keiner der Titel, unter denen der Filmdienst den Film führt, enthält den Namen Django. Gemeinsam haben beide Filme den Hauptdarsteller Franco Nero und den Produzenten Manolo Bolognini.
Wie lang ist Keoma und ab wie viel Jahren ist er freigegeben?
Der Filmdienst gibt für die deutsche Fassung 90 Minuten an, für die Originalfassung 97 Minuten. Die FSK hat den Film ab 16 Jahren freigegeben. Für das Fernsehen wurden einige brutale Stellen gekürzt.
Unter welchen Titeln lief Keoma in Deutschland?
Der deutsche Verleihtitel lautet Keoma: Das Lied des Todes. Der Filmdienst nennt dazu die Titel Keoma: Melodie des Sterbens, Keoma, ein Mann wie ein Tornado, Keoma, Melodie des Todes und Coolman Keoma.
Ist Keoma eine wahre Geschichte?
Eine historische Vorlage nennt keine der angegebenen Quellen. Die Geschichte stammt von Luigi Montefiori. Historisch ist der Rahmen: die Zeit nach dem Bürgerkrieg und nach dem Ende der Sklaverei, die 1865 mit dem 13. Zusatzartikel abgeschafft wurde. Indigene Soldaten in der Unionsarmee gab es tatsächlich, etwa in den drei Regimentern der Indian Home Guard.
Quellen
- Filmdatenbank Keoma: Das Lied des Todes, Lexikon des internationalen Films. filmdienst.de. Stand Aktualisiert am 18.07.2007. abgerufen am 26.10.2026
- Filmdatenbank Keoma, Scheda film. Cinematografo, Fondazione Ente dello Spettacolo. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Museum Keoma, Vorführung in der Reihe The Legend of Woody Strode. Museum of the Moving Image. Stand 2022. abgerufen am 26.10.2026
- Nachschlagewerk Christopher Frayling: Western all'italiana (Enciclopedia del Cinema). Istituto della Enciclopedia Italiana Treccani. Stand 2004. abgerufen am 26.10.2026
- Nachschlagewerk Guglielmo Siniscalchi: Nero, Franco (Enciclopedia del Cinema). Istituto della Enciclopedia Italiana Treccani. Stand 2004. abgerufen am 26.10.2026
- Presse Jon Towlson: 10 great spaghetti westerns. British Film Institute. Stand 3. April 2018. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Forgotten Warriors: American Indian Home Guard. National Park Service. Stand 14. Februar 2025. abgerufen am 26.10.2026
- Gesetz und Vertrag 13th Amendment to the U.S. Constitution: Abolition of Slavery (1865), Milestone Documents. National Archives. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Filmdatenbank Die Rache des weißen Indianers, Lexikon des internationalen Films. filmdienst.de. Stand Aktualisiert am 09.02.2001. abgerufen am 26.10.2026
- Filmdatenbank Django, Lexikon des internationalen Films. filmdienst.de. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
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Alexander Müller Gründer und Herausgeber von Wilder-Westen.org
Alexander Müller hat Wilder-Westen.org gegründet und gibt es heraus. Er lebt in Bertingen in Sachsen-Anhalt, führt dort SEO NW und verantwortet Redaktion, Technik und Gestaltung.
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