Cowboys und AlltagThema

Schwarze Cowboys im Wilden Westen

Kurz erklärt Ja. Schwarze Cowboys arbeiteten laut Handbook of Texas seit dem frühen 19. Jahrhundert auf texanischen Ranches, viele der ersten waren in die Sklaverei hineingeboren. Sicher belegt ist ihre Zahl nicht: Der National Park Service nennt jeden vierten Cowboy, das Handbook schätzt für die Viehtriebe ein Drittel Schwarze, Hispanoamerikaner und Indigene zusammen.

Weite Küstenprärie in Texas mit einzelnen Eichen, eine Longhornherde grast an einem langsamen Fluss, zwei Reiter in der Ferne als kleine Silhouetten im warmen Nachmittagslicht
Bild: KI-generiert

Gab es schwarze Cowboys?

Ja. Schwarze Cowboys arbeiteten nach dem Handbook of Texas seit dem frühen 19. Jahrhundert auf Ranches in Texas, und viele der ersten von ihnen waren in die Sklaverei hineingeboren. Auf dem offenen Weideland erlebten sie laut Handbook weniger offene Diskriminierung als in der Stadt. Nach dem Bürgerkrieg arbeiteten viele als Zureiter, nur wenige wurden Vormann oder Verwalter einer Ranch. Andere traten später im Rodeo auf, wurden Gesetzeshüter des Bundes im Indianer-Territorium oder besaßen eigene Farmen und Ranches.[1]

Auf den großen Viehtrieben des späten 19. Jahrhunderts ritten nach dem Handbook viele Afroamerikaner mit. In den Ranchgebieten der Küstenebene zwischen Sabine und Guadalupe River stellten sie die Mehrheit der Cowboys.[1] Die Arbeit von Schwarzen mit Rindern ist dabei älter als der Wilde Westen. Der Geograf Terry Jordan stellte nach der Encyclopedia of the Great Plains fest, dass versklavte Afrikaner schon im 16. Jahrhundert im Südwesten Spaniens die Herden hüteten. Über die Karibik und Mexiko kam diese Form der Viehhaltung an die Atlantikküste Nordamerikas. Im Hinterland von South Carolina trieben Versklavte im frühen 18. Jahrhundert die frei laufenden Rinder zusammen, und von dort zog die Viehwirtschaft der Golfküste nach Westen bis Louisiana.[5] Den größeren Rahmen zeigen die Seiten Cowboys im Wilden Westen und Afroamerikaner im Wilden Westen.

Wie hängen Sklaverei und Cowboyarbeit zusammen?

Texas war ein Sklavenstaat. Nach dem Handbook of Texas zählte die Volkszählung von 1850 dort 58.161 versklavte Menschen, 27,4 Prozent der Bevölkerung; 1860 waren es 182.566 oder 30,2 Prozent. Die größte Konzentration großer Plantagen lag am Unterlauf von Brazos und Colorado River.[6] Während die Rancher im Bürgerkrieg kämpften, waren sie nach dem Smithsonian Magazine darauf angewiesen, dass Versklavte ihr Land und ihre Herden versorgten. Die Versklavten lernten dabei die Arbeit mit dem Vieh, vom Zureiten der Pferde bis zum Befreien von Longhorns aus dem Gestrüpp.[4]

Die Sklaverei endete in Texas nach dem 19. Juni 1865, als General Gordon Granger mit Bundestruppen in Galveston ankam und die Emanzipation verkündete. Der Tag heißt heute Juneteenth.[6] Als die Rancher nach dem Krieg ihre verwilderten Herden wieder einfangen wollten, fehlten ihnen die unbezahlten Arbeitskräfte, und sie stellten freie, erfahrene Afroamerikaner gegen Lohn ein. Der Historiker William Loren Katz sagt im Smithsonian Magazine, Cowboy sei nach dem Krieg einer der wenigen Berufe gewesen, die schwarzen Männern außer Fahrstuhlführer oder Botenjunge offenstanden.[4] Der National Park Service sieht in der Arbeit mit Rindern im Westen auch einen Weg, der Rassendiskriminierung im Süden zu entgehen.[3]

Wie viele Cowboys waren schwarz?

Keine der Quellen nennt eine Zählung. Die Anteile, die heute genannt werden, sind Schätzungen, und sie beziehen sich auf verschiedene Gruppen.[2, 3, 4]

Schätzungen zum Anteil schwarzer Cowboys
QuelleAngabebezieht sich auf
National Park Service, Unterrichtsmaterialeiner von vier Cowboys war Afroamerikaner[3]Cowboys allgemein, ohne Herkunft der Zahl[3]
Smithsonian Magazine (2017)Historiker schätzen einen von vier Cowboys als schwarz[4]Cowboys allgemein, ohne Nennung der Historiker[4]
Handbook of Texas, Artikel Cattle Trailingetwa zwei Drittel Weiße, die übrigen Schwarze, Hispanoamerikaner oder Indigene[2]Mannschaften der Vertragstreiber auf den Viehtrieben aus Texas[2]
Handbook of Texas, Artikel Black CowboysMehrheit der Cowboys[1]Ranchgebiete der Küstenebene zwischen Sabine und Guadalupe River[1]
Encyclopedia of the Great Plains (Brad A. Bays)viele, wenn nicht die meisten Mannschaften beschäftigten Afroamerikaner; ab Mitte der 1870er Jahre wurden sie in den Great Plains zur Ausnahme[5]Mannschaften aus Texas und dem Indianer-Territorium auf den Trieben nach Kansas[5]
Encyclopedia of the Great Plains (Jack Ravage)bis zu 9.000 von geschätzt 35.000 Cowboys waren Afroamerikaner[19]Cowboys allgemein, Ende der 1870er Jahre, ohne Herkunft der Zahl[19]

Die Schätzung des Handbook nennt für Schwarze, Hispanoamerikaner und Indigene zusammen rund ein Drittel; einen eigenen Anteil für Schwarze gibt sie nicht an.[2] Bays warnt in der Encyclopedia of the Great Plains, dass bei diesem Thema das Bild die Wirklichkeit überwiegt. Nach dem Ende der Sklaverei, schreibt er, gab es offenbar so viele arbeitsuchende Weiße aus dem Süden, dass der schwarze Cowboy in den Great Plains bis Mitte der 1870er Jahre eher eine Ausnahme wurde. Ausnahmen aber, fügt er hinzu, bleiben oft im Gedächtnis.[5]

Wie lebten schwarze Cowboys auf dem Trail?

Für eine Herde von bis zu 3.000 Rindern brauchten die Vertragstreiber nach dem Handbook of Texas etwa elf Leute. Die Weißen unter ihnen waren meist Jugendliche von zwölf bis achtzehn Jahren. Schwarze, Hispanoamerikaner und Indigene waren meist erwachsene Männer und arbeiteten oft als Koch oder als Wrangler bei den Ersatzpferden.[2] Mehr zum Ablauf eines Triebs auf der Seite Viehtriebe und Cattle Trails.

In den Städten am Weg erlebten schwarze Cowboys Rassismus: Manche Restaurants und Hotels ließen sie nach dem Smithsonian Magazine nicht herein. In den Mannschaften fanden sie dagegen nach dem Magazin Respekt und ein Maß an Gleichheit, die andere Afroamerikaner der Zeit nicht kannten.[4] Der National Park Service schreibt, viele seien für ihr Können geachtet worden und weiße Kollegen seien meist freundlich gewesen; ganz frei von Diskriminierung sei der Beruf aber nicht gewesen.[3]

Wie über schwarze Cowboys erzählt wurde, beschreibt die Encyclopedia of the Great Plains. Volksüberlieferung und weiße Autoren hielten viele berüchtigte schwarze Revolvermänner und Mörder fest, etwa Ben Hodges aus Dodge City und Cherokee Bill, und manchen Cowboys hängten sie rassistische Beinamen an. Bays hält die meisten schwarzen Cowboys für weit vielschichtiger als die blutrünstigen, komischen oder auffälligen Klischees der Folklore und der weißen Populärgeschichte. Analphabetismus, Legenden und Rassismus verstellen nach seinen Worten den Blick auf ihr wirkliches Leben.[5] Als die Viehtriebe um die Jahrhundertwende endeten, traf das nach dem Smithsonian Magazine besonders Afroamerikaner, die nicht so leicht Land kaufen konnten.[4]

Holzkoppel einer Ranch auf offenem Grasland, ein gesatteltes Pferd an einem Pfosten und ein aufgerolltes Lasso über dem Zaun im warmen Nachmittagslicht
Zureitkoppel einer Ranch in Texas: Nach dem Bürgerkrieg arbeiteten viele schwarze Cowboys als Zureiter. Bild: KI-generiert

Welche schwarzen Cowboys sind bekannt?

Bekannt sind nur wenige Namen. Die berühmtesten unter ihnen wurden nach der Encyclopedia of the Great Plains im Showgeschäft bekannt, meist durch Lassokunst und Reiten.[5]

Bose Ikard

Bose Ikard wurde im Juli 1843 im Noxubee County in Mississippi in Sklaverei geboren; 1852 zog sein Besitzer, der Arzt Milton Ikard, mit ihm nach Texas. Der Krieg machte ihn frei, und 1866 ritt er als Treiber für Oliver Loving. Nach Lovings Tod arbeitete er vier Jahre für dessen Partner Charles Goodnight.[7] Laut National Park Service gehörte Ikard zu den 18 Cowboys, mit denen Goodnight und Loving den Weg von Fort Belknap in Texas nach Fort Sumner in New Mexico anlegten, den späteren Goodnight-Loving Trail. Er bewahrte Goodnights Wertsachen und trug oft Tausende Dollar Bargeld bei sich.[3] Goodnight sagte später, er habe Ikard weiter vertraut als jedem anderen lebenden Menschen; in Colorado, New Mexico und anderen wilden Gegenden sei er sein Detektiv und sein Bankier gewesen.[7]

1869 kaufte Ikard auf Goodnights Rat eine Farm im Parker County in Texas, weil in Colorado so wenige Schwarze lebten, und ließ sich in Weatherford nieder; mit seiner Frau Angelina hatte er 15 Kinder. Er starb am 4. Januar 1929 in Austin. Goodnight ließ ihm einen Grabstein aus Granit setzen und schrieb die Inschrift: Ikard habe vier Jahre mit ihm auf dem Goodnight-Loving Trail gedient, nie eine Pflicht versäumt und viele Stampeden mit ihm durchgestanden.[7] Nach dem Smithsonian Magazine ist Ikard das Vorbild für Josh Deets, den schwarzen Kundschafter in Larry McMurtrys Roman Lonesome Dove; in der Fernsehfassung von 1989 spielte ihn Danny Glover.[4]

Daniel W. Wallace ("80 John")

Daniel W. Wallace, genannt "80 John", ritt schon als Jugendlicher auf den Trails und arbeitete später für die Viehzüchter Winfield Scott und Gus O'Keefe. Von seinen Ersparnissen kaufte er Land bei Loraine in Texas und besaß am Ende mehr als 1.200 Acres und 500 bis 600 Rinder. Mehr als dreißig Jahre war er Mitglied der Texas and Southwestern Cattle Raisers Association.[1]

Nat Love ("Deadwood Dick")

Von Nat Love stammt nach William Loren Katz die einzige ausführliche Autobiografie eines afroamerikanischen Cowboys, erschienen 1907 im Selbstverlag in Los Angeles.[4, 10] Love wurde nach eigener Darstellung im Juni 1854 in einer Hütte auf der Plantage seines Besitzers Robert Love im Davidson County in Tennessee geboren; das genaue Datum, schrieb er, habe niemand festgehalten.[9] Nach der Emanzipation blieben seine Eltern als Pächter auf der Plantage. Im Februar 1869 ging Love nach Westen.[9, 10] Laut der Zusammenfassung der Universitätsbibliothek von North Carolina arbeitete er als Cowboy zuerst auf der Duval Ranch im Texas Panhandle, dann von 1872 bis 1890 auf der Gallinger Ranch im Süden Arizonas, und trieb Herden quer durch den Westen zum Markt.[9, 10] In Dodge City nahm ihn nach seiner Schilderung eine Mannschaft aus Texas auf, zu der schon mehrere schwarze Cowboys gehörten.[9]

Seinen Beinamen führt Love auf den 4. Juli 1876 zurück. Nach einer Rinderlieferung nach Deadwood im heutigen South Dakota hätten Spieler und Bergleute 200 Dollar für einen Lasso-Wettbewerb ausgesetzt, und sechs der Teilnehmer seien schwarze Cowboys gewesen. Er habe sein Wildpferd in genau neun Minuten gefangen, gefesselt, gezäumt, gesattelt und bestiegen, der Nächste habe zwölfeinhalb Minuten gebraucht. Daraufhin hätten ihn die Zuschauer Deadwood Dick genannt.[9] Diese Geschichte steht in seinem Buch von 1907. Mehrere Historiker zweifeln laut der Universitätsbibliothek an seiner Darstellung; Katz fand, Love wirke mit seinen Prahlereien eher wie ein Held aus Groschenromanen. Die Figur Deadwood Dick hatte nach Philip Durham und Everett L. Jones der Groschenromanautor Edward L. Wheeler erfunden, und Love war einer von vielen Männern, die sich als den "echten" Deadwood Dick ausgaben. Viele Forscher meinen aber, die Übertreibungen entwerteten das Buch nicht automatisch, weil sie sich nur im Grad von anderen Erinnerungen aus dem Westen unterscheiden.[10] Auch dass er mit Billy the Kid getrunken habe, erzählt Love selbst in seinem Buch.[4, 10]

Am 22. August 1889 heiratete Love in Denver. 1890 gab er das Leben als Cowboy auf und wurde Schlafwagenschaffner (Pullman Porter) bei der Denver and Rio Grande Railroad.[9] Er starb 1921 in Los Angeles.[10]

Mit dem Fortschritt kam die Eisenbahn, und wir mussten den Langhornstieren und Mustangs nicht mehr auf dem Trail folgen.

Nat Love über das Ende der Viehtriebe, The Life and Adventures of Nat Love, 1907, S. 130 Übersetzung der Redaktion[9]
Ungepflasterte Hauptstraße einer Goldgräberstadt mit hölzernen Häusern in einem engen, mit Kiefern bewachsenen Tal im späten Nachmittagslicht
Goldgräberstadt in den Black Hills: In Deadwood will Nat Love 1876 seinen Beinamen erhalten haben. Bild: KI-generiert

Bill Pickett

William Pickett, genannt Will oder Bill, war der Sohn ehemals versklavter Eltern. Nach den Unterlagen der Familie wurde er am 5. Dezember 1870 in der Siedlung Jenks-Branch an der Grenze des Travis County in Texas geboren. Er sah, wie Hütehunde große Stiere mit einem Biss in die Oberlippe bändigten, und machte es ihnen nach. Aus dieser Technik entstand das Bulldogging, heute als Steer Wrestling eine Standarddisziplin des Rodeos. Bei den Cheyenne Frontier Days 1904 sorgte er damit für Aufsehen, ab 1905 trat er für die 101 Ranch in Oklahoma auf und zog mit deren Wildwest-Show durch die USA, Kanada, Mexiko, Südamerika und England.[8] 1922 drehte Richard Norman mit ihm den Stummfilm "The Bull-Dogger".[3]

Nach dem Handbook of Texas hätte Pickett als Wettkämpfer viel gewinnen können, wären Schwarze nicht von den meisten Wettbewerben ausgeschlossen gewesen. Oft wurde er als Indigener angekündigt oder ohne Hinweis auf seine Hautfarbe, damit er gegen Weiße antreten durfte.[8] Manche Rancher und Veranstalter ließen ihn laut National Park Service wegen seiner Hautfarbe gar nicht auftreten.[3] Pickett starb am 2. April 1932, nachdem ihn ein Pferd gegen den Kopf getreten hatte.[8] Die National Rodeo Hall of Fame in Oklahoma City nahm ihn nach dem Handbook of Texas (Artikel über Pickett) und dem Smithsonian Magazine 1972 als ersten schwarzen Geehrten auf; auch das National Cowboy & Western Heritage Museum nennt 1972.[8, 4, 18] Ein anderer Handbook-Artikel nennt 1971 für die National Cowboy Hall of Fame; diese Angabe bestätigt keine der übrigen Quellen.[1] 1989 folgte die ProRodeo Hall of Fame in Colorado Springs, 1994 eine Briefmarke der US-Post, die versehentlich einen seiner Brüder zeigte.[8]

Bass Reeves

Bass Reeves war Gesetzeshüter: ab 1875 Deputy U.S. Marshal am Bundesgericht in Fort Smith in Arkansas, das für das Indianer-Territorium zuständig war (Bass Reeves, Isaac Parker).[11] Er kam im Juli 1838 in Sklaverei zur Welt. Als Geburtsort nennt das Handbook of Texas die Gegend um Paris in Texas, der National Park Service vermutet Crawford County in Arkansas, von wo die Familie seines Besitzers um 1846 nach Texas zog. Die Encyclopaedia Britannica nennt Crawford County in Arkansas ohne Einschränkung, die Oklahoma Historical Society schreibt, er sei in Arkansas in Sklaverei geboren.[13, 12, 15, 14] Nach dem Handbook floh Reeves ins Indianer-Territorium, nachdem er seinen jungen Besitzer bei einem Streit um ein Kartenspiel verprügelt hatte; der National Park Service gibt diese Geschichte als Behauptung wieder.[13, 12]

Ob er der erste schwarze Deputy U.S. Marshal westlich des Mississippi war, sagen die Quellen verschieden: Das Handbook nennt ihn so, die Oklahoma Historical Society hält ihn für einen der ersten, der National Park Service für einen der ersten Deputies, die Richter Parker einstellte.[13, 14, 11] Reeves arbeitete 32 Jahre im Indianer-Territorium, bis Oklahoma 1907 Bundesstaat wurde, und starb am 12. Januar 1910 in Muskogee.[11] Mehr als 3.000 Festnahmen gab er 1901 selbst in einem Zeitungsinterview an. Er sprach auch von 14 Männern, die er in Notwehr getötet habe; Zeitungen nannten bei seinem Tod mehr als 20.[11] Der National Park Service mahnt, diese Zahlen nur mit Vorsicht zu verwenden: Je nach Quelle seien es 12, 14 oder 20 Getötete, und die Spannungen um einen schwarzen Gesetzeshüter, der Weiße verhaften durfte, hätten zu einer lückenhaften und übertriebenen Überlieferung geführt.[12] Dass Reeves das Vorbild für die Figur des Lone Ranger gewesen sei, wird nach der Encyclopaedia Britannica manchmal vermutet, einen sicheren Beleg gibt es dafür nicht.[15]

Gab es schwarze Cowgirls?

Über schwarze Frauen auf den Ranches gibt es weniger Unterlagen als über Männer. Als Treiber stellten Rancher Frauen laut National Park Service selten ein, weiße wie schwarze. Eigentumsurkunden zeigen aber, dass einige schwarze Frauen und Latinas eigene Ranches besaßen und führten.[3] Unter den schwarzen Cowboys und Cowgirls, die einmal versklavt waren, nennt der National Park Service auch Mary Fields.[3] Sie wurde nach einem anderen Beitrag des National Park Service Anfang der 1830er Jahre in Tennessee in Sklaverei geboren, kam 1885 zur St. Peter's Mission in Montana und erhielt 1895 als erste Afroamerikanerin einen Vertrag als Star Route Carrier der Post. Acht Jahre lang brachte sie die Post mit der Kutsche zwischen der Mission und dem Ort Cascade, ohne einen Arbeitstag zu versäumen. Die vielen Legenden über sie hält der National Park Service für übertrieben. Sie starb 1914.[16] Mehr auf der Seite Cowgirls.

Schwarze Cowboys heute

Rodeos mit schwarzen Cowboys an den Wochenenden gibt es nach dem Handbook of Texas seit den späten 1940er Jahren. Sie gehen auf die Negro Cowboys Rodeo Association zurück, die schwarze Geschäftsleute, Rancher und Cowboys aus Osttexas 1947 gründeten. Mollie Stevenson, Besitzerin der Taylor-Stevenson Ranch bei Houston in vierter Generation, gründete das American Cowboy Museum zu Ehren schwarzer, indigener und mexikanischstämmiger Cowboys.[1]

Der Rodeoreiter Cleo Hearn, Profi seit 1959, gewann nach dem Smithsonian Magazine 1970 als erster Afroamerikaner das Kälberfangen bei einem großen Rodeo. Mit 16 Jahren hatte man ihn in seiner Heimatstadt Seminole in Oklahoma wegen seiner Hautfarbe von einem Rodeo ausgeschlossen. 1971 begann er, Rodeos für afroamerikanische Cowboys zu veranstalten; sein Cowboys of Color Rodeo warb nach dem Stand von 2017 Reiterinnen und Reiter verschiedener Herkunft an.[4]

Schwarze Cowboys im Film

Das populäre Bild des Cowboys ist nach der Encyclopedia of the Great Plains das eines namenlosen, bescheidenen weißen Südstaatlers.[5] Eine der wenigen schwarzen Cowboyfiguren der großen Unterhaltung ist nach dem Smithsonian Magazine Josh Deets aus "Lonesome Dove".[4] Schwarze Western gab es trotzdem schon früh. Bill Pickett trat laut Handbook of Texas in mehreren Filmen auf und war der erste schwarze Cowboystar.[8] "Harlem on the Prairie" von Sam Newfield kam am 9. Dezember 1937 in die Kinos, mit dem Sänger Herbert Jeffries in der Hauptrolle. Die Fachzeitschrift Variety nannte ihn laut AFI Catalog den ersten schwarzen Musical-Western. Gedacht war er vor allem für die 800 Kinos mit schwarzem Publikum, und drei weitere Western mit Jeffries folgten, darunter "The Bronze Buckaroo".[17] Der Autor und Darsteller Flournoy E. Miller fragte in einem Brief an die Bürgerrechtsorganisation NAACP, der heute in der Library of Congress liegt, warum man nicht Bill Pickett und die anderen schwarzen Lassowerfer und Zureiter aus Texas feiern solle.[17]

Zeitleiste: schwarze Cowboys

Zeitleiste: Schwarze Cowboys
  1. Juli 1843Bose Ikard wird im Noxubee County (Mississippi) in Sklaverei geboren.[7]
  2. Juni 1854Nat Love wird nach eigener Darstellung auf einer Plantage im Davidson County (Tennessee) in Sklaverei geboren.[9]
  3. 1860Die Volkszählung zählt in Texas 182.566 versklavte Menschen, 30,2 Prozent der Bevölkerung.[6]
  4. 19.06.1865General Gordon Granger verkündet in Galveston das Ende der Sklaverei in Texas, der Tag heißt heute Juneteenth.[6]
  5. 1866Bose Ikard reitet als Treiber für Oliver Loving, danach vier Jahre für Charles Goodnight.[7]
  6. Februar 1869Nat Love verlässt Tennessee und geht nach Westen.[10]
  7. 05.12.1870Bill Pickett wird nach Angaben der Familie in Jenks-Branch an der Grenze des Travis County (Texas) geboren.[8]
  8. 1875Bass Reeves wird Deputy U.S. Marshal am Bundesgericht in Fort Smith.[11] Bass Reeves
  9. 04.07.1876Nach eigener Darstellung gewinnt Nat Love in Deadwood einen Lasso-Wettbewerb und erhält den Namen Deadwood Dick.[9] Deadwood
  10. 1895Mary Fields erhält als erste Afroamerikanerin einen Vertrag als Star Route Carrier der Post.[16]
  11. 1904Bill Pickett zeigt das Bulldogging bei den Cheyenne Frontier Days.[8]
  12. 1907Nat Loves Autobiografie erscheint in Los Angeles.[10]
  13. 12.01.1910Bass Reeves stirbt in Muskogee.[11] Bass Reeves
  14. 1921Nat Love stirbt in Los Angeles.[10]
  15. 04.01.1929Bose Ikard stirbt in Austin.[7]
  16. 02.04.1932Bill Pickett stirbt, nachdem ihn ein Pferd gegen den Kopf getreten hat.[8]
  17. 09.12.1937"Harlem on the Prairie" kommt in die Kinos, laut Variety der erste schwarze Musical-Western.[17]
  18. 1947Schwarze Geschäftsleute, Rancher und Cowboys aus Osttexas gründen die Negro Cowboys Rodeo Association.[1]
  19. 1972Bill Pickett wird als erster Schwarzer in die National Rodeo Hall of Fame aufgenommen.[8]

Mythos und Wahrheit

Mehr zu Cowboys und Afroamerikanern im Westen

Häufige Fragen

Gab es schwarze Cowboys?

Ja. Nach dem Handbook of Texas arbeiteten schwarze Cowboys seit dem frühen 19. Jahrhundert auf Ranches in Texas, viele der ersten von ihnen waren in Sklaverei geboren. In den Ranchgebieten der Küstenebene zwischen Sabine und Guadalupe River stellten sie die Mehrheit der Cowboys.

Wie viele Cowboys waren schwarz?

Keine der Quellen nennt eine genaue Zählung. Der National Park Service und das Smithsonian Magazine nennen jeden vierten Cowboy, ohne die Herkunft der Schätzung anzugeben. Die Encyclopedia of the Great Plains nennt für das Ende der 1870er Jahre bis zu 9.000 von geschätzt 35.000 Cowboys. Das Handbook of Texas schätzt, dass auf den Viehtrieben rund ein Drittel der Mannschaften Schwarze, Hispanoamerikaner oder Indigene waren.

Welche schwarzen Cowboys sind bekannt?

Zu den bekannten Namen gehören Bose Ikard, Treiber und Vertrauensmann von Charles Goodnight, der Rodeoreiter Bill Pickett, der das Bulldogging erfand, und Nat Love, der sich "Deadwood Dick" nannte. Bass Reeves war als Deputy U.S. Marshal Gesetzeshüter des Bundes im Indianer-Territorium.

War Nat Love wirklich Deadwood Dick?

Nat Love führt den Namen in seiner Autobiografie von 1907 auf einen Lasso-Wettbewerb in Deadwood am 4. Juli 1876 zurück; mehrere Historiker zweifeln an seiner Darstellung. "Deadwood Dick" war eine Figur aus den Groschenromanen von Edward L. Wheeler, und mehrere Männer gaben sich als der echte Deadwood Dick aus.

Wer erfand das Bulldogging?

Als Erfinder gilt Bill Pickett, geboren 1870 in Texas als Sohn ehemals versklavter Eltern. Er schaute sich die Technik bei Hütehunden ab, die Stiere mit einem Biss in die Oberlippe bändigten. Aus dem Bulldogging wurde das heutige Steer Wrestling im Rodeo.

War Bass Reeves ein Cowboy?

Die Quellen beschreiben ihn als Gesetzeshüter: Bass Reeves war ab 1875 Deputy U.S. Marshal am Bundesgericht in Fort Smith und arbeitete 32 Jahre im Indianer-Territorium. Ob er das Vorbild für den Lone Ranger war, ist eine Vermutung ohne sicheren Beleg.

Warum kommen schwarze Cowboys im populären Bild des Wilden Westens kaum vor?

Das populäre Bild des Cowboys ist nach der Encyclopedia of the Great Plains das eines namenlosen weißen Südstaatlers. Schwarze Western gab es trotzdem früh: "Harlem on the Prairie" kam am 9. Dezember 1937 in die Kinos, vor allem für Kinos mit schwarzem Publikum.

Quellen

  1. Nachschlagewerk Teresa Palomo Acosta: Black Cowboys. Texas State Historical Association, Handbook of Texas. Stand 1994, überarbeitet 30.09.2017. abgerufen am 24.10.2026
  2. Nachschlagewerk Jimmy M. Skaggs: Cattle Trailing. Texas State Historical Association, Handbook of Texas. Stand 1976, überarbeitet 07.10.2020. abgerufen am 24.10.2026
  3. Amtliche Stelle Engaging with Cowpoke History (Katherine Crawford-Lackey). National Park Service. Stand Last updated 25.03.2025. abgerufen am 24.10.2026
  4. Presse The Lesser-Known History of African-American Cowboys (Katie Nodjimbadem). Smithsonian Magazine. Stand 13.02.2017. abgerufen am 24.10.2026
  5. Nachschlagewerk Brad A. Bays: African American Cowboys (Encyclopedia of the Great Plains). University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 24.10.2026
  6. Nachschlagewerk Randolph B. Campbell: Slavery. Texas State Historical Association, Handbook of Texas Online. Stand 1996, überarbeitet 27.07.2023. abgerufen am 24.10.2026
  7. Nachschlagewerk Joseph Andrew Blackman: Ikard, Bose. Texas State Historical Association, Handbook of Texas Online. Stand 1995, überarbeitet 16.09.2020. abgerufen am 24.10.2026
  8. Nachschlagewerk Mary Lou LeCompte: Pickett, William (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1976, überarbeitet 07.01.2021. abgerufen am 24.10.2026
  9. Primärquelle Nat Love: The Life and Adventures of Nat Love, Better Known in the Cattle Country as Deadwood Dick, by Himself (Los Angeles 1907), S. 7, 40 bis 41, 43 bis 44, 91 bis 93, 97 und 130. Documenting the American South, University of North Carolina at Chapel Hill, elektronische Ausgabe 1999. Stand 1907. abgerufen am 24.10.2026
  10. Fachaufsatz Harry Thomas: Summary of Life and Adventures of Nat Love. Documenting the American South, University of North Carolina at Chapel Hill. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  11. Amtliche Stelle Art T. Burton: Bass Reeves. National Park Service, Fort Smith National Historic Site. Stand Last updated 13.07.2024. abgerufen am 24.10.2026
  12. Amtliche Stelle Bass Reeves (Site Bulletin). National Park Service, Fort Smith National Historic Site. Stand Last updated 08.01.2025. abgerufen am 24.10.2026
  13. Nachschlagewerk Nudie E. Williams: Reeves, Bass. Texas State Historical Association, Handbook of Texas Online. Stand 1995, überarbeitet 28.06.2021. abgerufen am 24.10.2026
  14. Nachschlagewerk Art T. Burton: Reeves, Bass (The Encyclopedia of Oklahoma History and Culture). Oklahoma Historical Society. Stand 15.01.2010. abgerufen am 24.10.2026
  15. Nachschlagewerk Bass Reeves. Encyclopaedia Britannica. Stand Last updated 18.06.2026. abgerufen am 24.10.2026
  16. Amtliche Stelle Mary Fields (Katherine Crawford-Lackey). National Park Service. Stand Last updated 06.08.2021. abgerufen am 24.10.2026
  17. Filmdatenbank Harlem on the Prairie (1937). American Film Institute, AFI Catalog. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  18. Museum Bill Pickett (National Rodeo Hall of Fame). National Cowboy & Western Heritage Museum. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  19. Nachschlagewerk Jack Ravage: African American Pioneers (Encyclopedia of the Great Plains). University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 25.10.2026

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